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Full text of "Oberrheinische stadtrechte"

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OBERRHEINISCHE 

STADTRECHTE. 

HERAUSGEGEBEN 

VON  DER 

BADISCHEN  HISTORISCHEN  KOMMISSION. 


Z\VEITE  ABTEILUNG: 

SCHWÄBISCHE  RECHTE. 

ZWEITES  HEFT: 

ÜBERLINGEN. 


BEARBEITET 

VON 

FRITZ  GEIER. 


HEIDELBERG. 

CARL  WINTERS  UNI  VERS  ITÄTSBUCHHANDLUNG. 

1908. 


Twkci-ANkH  Jtr.  m. 


OBERRHEINISCHE 

STADTRECHTE. 

HERAUSGEGEBEN 

VON  DER 

BADISCHEN  HISTORISCHEN  KOMMISSION. 


ZWEITE  ABTEILUNG: 

SCHWÄBISCHE  RECHTE. 

ZWEITES  HEFT: 

ÜBERLINGEN. 

BEARBEITET 
vox 

FRITZ  GEIER. 


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3. 

1    • 

§ 

HEIDELBERG. 

CARL  WINTERS  UNIVERSITÄTSBUCHHANDLUNG. 

1908. 

TcffliciANMv  Kr.  9». 


Carl  Winter*s  Universitätsbuchhandlung  in  Heidelberg. 

Deutschrechtliche  Beiträge 

Forschungen  und  Quellen  zur  Geschichte  des  Deutschen  Rechts 

H»Maus^'e;:ehen  von 

Dr.  Konrad  Beyerle 

ord.  Professor  an  der  Universität  GSttin^en. 


Die  Deiitsohrechtlielieii   Iit>itrUgre    crschfiiit.'ii   in  ;?«'llislriiuli<ren   Helten, 

von  fleiien  jejlt*>  i'ino  nh;:os('lilo>-ri'in.'  Ail»'Mt  fiithaltfii  soll.  Mflireiv  Hefte  werden 

jeweils  zu  einem  Ban«i  zu>aninienf-'^«*ral/.l  nii<i  mit  Bamltit«'!  und  Inlialtsverzei(?hnis 
versehen. 

Ersohinien  -ind: 

Band  I,  Hell  T.  Das  elieil'he  tjütrrreclit  v«»n  Mülliausen.  Mit  einem 
Urkundeiianlian^f,     Von  H.  Arnnld.     '1  .Mk. 

Band  I.  Heft  II.  Die  ('iM-rtraj-'uni^'  liojj:enden  Gutes  in  der  niittel- 
alt  erlii.lien  und  neuzi'it  liehen  Stadt  Breslau.  Mit 
rrkundenardianjk'.     \\m  Th.  tiörlitz.     l.su  Mk. 

Band  I.  Heft  IIl.  Da«i  Salmannonn-dit  und  dit-  Juden.  Mit  urkundlichen 
Beilaj^en  vnn  A.  Knli...r.     tJ.so  Mk. 

Band  I.  Heft  IV.  Die  Land>t:uMl.'  d.-r  tiraf-i-liaft  Mark  l»i>  zum  .lalire 
ir»H>.    Mit  urkmi.ili.lHMi  {{.-ila-t-n  \«in  lUnl.  J?rhulze.    4.<>t»  Mk. 

Band  I.  Heft    V.     Fat  riziat  n  n.l  (M->,lih'.lit..-rlu'rrM.hafl  in  der  Reich.s- 
.stadl  Und  all  Villi  Si^ymuntl  Kfllrr.     .'J.^io  Mk. 
Diese  Ö  Hefte  bilden  den  vv>U.\\  Hanil.  iXvv  au.li  knmpletl  ^^eheflet  lür  1:2.40  Mk. 
erhältlich  ist. 

Im  Druck  betinden  sirh  u.a.: 
Band  II,  Heft     I.     Der   Dout>rlii-n.-|»ie-.-l    in    -».finfin    sprachlich-stili- 
>tiMlien    ViTliältni."   /.um    S:ir|i-en-i<i»*u»*l    und   zum 
Sj-li \vaben>iiii':^fl   N«»n   Ku::«'n  Kilii'.  v.  Mrilit-r. 

Band  II,  Ibdt   II.     Das  H.'t^r;:«.'wat.-   vnn  Kuit   Klatt. 

Ban<l  II.  Hell  111.  Da-  (itTicbt-vcrlahrcn  \'T  uml  iiarli  di-r  Müiiste- 
ri-^rlu'U  I.and.i:  t-rirli  I -..  nl  nun::  xoniriTl  und  ili«»Auf- 
nalinu.  ilf-  i  nii- i->«ln.n  llflits  ins  Slilti"  M(in>ler 
voll  .loh-.  Baitmann. 

EntsprtMljond  ilfU  Arboii-L'fbii'l.'ii  d.-  II. ■la".----!».'!-  wnllrii  dli-s»-  „Ih'ulsclj- 
rechthchen  Bi'drä;:«-'*  v«ir  allfin  •im:  Wi'it.'n-n  Aii-Imi,  «Iit  i1i-uI-iIhmi  Trivaüvrlits- 
geschii^ht*^  und  tl«'r  KkImim  hnn;.*  -«ndtn-'/hlüoliti  K!ii.;.n  dieiM-n.  l/ber  ili«*  Ffdle 
von  Arbeit,  die  in  der  «M-t»rri:  lüilitii!:-  n..«!.  zu  hin  i>f.  lH'rr-«-hl  bei  keinem 
Sachver^ändi.L'fn  rin  Zw«.-:!«!.  D:«-  ;in  rmi.ii.u  -'lU  zuni-lnin-nden  )-»-rol.jen  Stadt- 
recht&publikatioiien  sl«.-iki-ii  i:l.i«.lil.dN  {..r!  nnd  t..«!  ii.-iic  Zii-l««  für  ««inilri m/ende 
Forscherarbeit.  x\u-  ihn.ii  >.li..j'!.ii  -rmiflJ.lM'  iM'bic'.i'  der  deut.M-hrn  Rerlits- 
gesrhichte.  ViTla-MUi.;:.  l'!i\alnM  1,-.  Ilr.  ht^^.n:^'  und  Strafrei.ht.  zu  Lileifhem 
Rechte.  Fr»'ilitli  -idli-n  im:!  .iii-i!  :».•■. i«  n  Imi-.  linni:sL'«'bii'U*n  nur  di«.-  Haupt- 
richtuniren anu«-d»."iil«-l  u' •.i«'ii.  i.i' '•  di'ii.  i:  lii-r  Herau-irebfr  di<'<«'  .Snnmhmj^ 
auszubauen  bollf.  D.m  \V.  •_.  ^. •..••!.'•  .-i::.!!!-  .iii«li  fin»-r  ander«-  FiML'-en  l»olian- 
delnden  Arbeil  Kin.uinj  iind  A:;ii  al--  ••  /.ii  ij-w.ilnvn.  ^oll  damit  nirlil  t:rund- 
.*^ätzlich  gi*.'-p»*rrt  mmi. 


^•'^!^^^'^  '^X*'  --uv  '-ov  •ViV  •  'jjl-  'J'p  ••'"j\>  y>J-  >Cv  ^>J*  ^X'"  '^K-  <rZ-  Cv  -^i?'  '"<§? 


OBERRHEINISCHE 

STADTRECHTE. 


HERAUSGEGEBEN 


VON  DER 


BADISCHEN  HISTORISCHEN  KOMMISSION. 


ZWEITE  ABTEILUNG: 

SCHWÄBISCHE  RECHTE. 


•^-^^ 


HEIDELBERG. 

CARL  WINTERS  UNIVERSITÄTSBUCHHANDLUNG. 

1908. 

V«rla«i.ATCfclir  Rr.  flv. 


OBERRHEINISCHE 

STADTRECHTE. 

HERAUSGEGEBEN 

VON  DER 

BADISCHEN  HISTORISCHEN  KOMMISSION. 


ZWEITE  ABTEILUNG: 

SCHWÄBISCHE  RECHTE. 

ZWEITES  HEFT: 

ÜBERLINGEN. 

BEAKBEITBT 
VON 

FRITZ  GEIER. 


HEIDELBERG. 

CARL  WINTERS  ÜNIVERSITÄTSBUCHHANDLÜNG. 

1908. 


Alle  Rechte,  besonders  das  Kecht  der  Übenieuuug  In  fremde  Sprachen,  werden  vorbehalten. 


II.  Heft. 

Überlingen. 


3«- 


vu 


VorTv^ort- 


Von  den  „Schwäbischen  Rechten**,  die  die  zweite  Abteilung  der  von 

der  Badischen  Historischen  Kommission  herausgegebenen  ,  Oberrheinischen 

Stadtrechte**  bilden,  erschien  das  erste  Heft,  mit  den  Aufzeichnungen  für 

Villingen,  im  Jahre  1905.    Jetzt  schließt  sich  daran  ein  zweites  Heft,  die 

Stadtrechte  von  Überlingen  enthaltend.    Das  Verdienst,  die  Edition  dieser 

Stadlrechtsreihe  in  Gang  gebracht  zu  haben,  kommt  Herrn  Prof.  Dr.  Stutz 

zu,  den  die  Kommission  infolge  seiner  Übersiedlung    nach  Bonn    leider 

nicht  mehr  in  ihren  Reihen  sieht.    Zunächst  war  Herr  Dr.  Hoppeler  aus 

Zürich  mit  der  Bearbeitung  der  Überlinger  Materialien  betraut.    An  seine 

Stelle  trat  später  Herr  Dr.  Geier,  ein  Schüler  von  Prof.  Stutz,  der  sich 

5^chon  durch  seine  Schrift   „Die  Durchführung  der  kirchlichen  Reformen 

Josephs  II.  im  vorderösterreichischen  Breisgau  **  um  die  Erforschung  der 

oberrheinischen  Geschichte  verdient   gemacht  hatte.     Er  hat  die  Haupt- 

^beit  der  Edition  getan. 

Ein  lebhaftes  Interesse  hat  die  Stadt  Überlingen  unserer  Publikation 
durch  die  Bewilligung  eines  Beitrags  von  1000  Mark  entgegengebracht. 
Ihr  sei  dafür  auch  an  dieser  Stelle  der  aufrichtige  Dank  der  Kommission 
ausgesprochen. 

Die  Auswahl  der  Stücke,  die  in  die  Ausgabe  aufgenommen  worden 
sind,  schließt  sich  im  allgemeinen  der  bei  den  Villinger  Stadtrechten  ge- 
troffenen an  (siehe  „Schwäbische  Rechte**,  I.Heft,  S.  Vlllf.).  An  diese 
Vorlage  und  überhaupt  an  das  Muster  der  bisher  von  der  Badischen 
Historischen  Kommission  herausgegebenen  Stadtrechte  hielt  sich  der  Be- 
arbeiter für  gebunden,  was  zu  freundlicher  Berücksichtigung  allen  denen 
empfohlen  sei,  die  etwa  in  der  Einrichtung  der  Eüition  dies  oder  jenes 
anders  gemacht  sehen  woUten. 


VIU  Vorwort 

Unter  allen  Umständen  bleibt  es  ein  großes  und  vielseitiges  Mater 
das  durch  die  vorliegende  Eüition  zugänglich  gemacht  'wird;  Überling 
ist  unter  den  Städten,  die  bisher  in  der  Sammlung  der  ,,  Oberrheinisch 
Stadtrechte  **  Berücksichtigung  gefunden  haben,  die  quellenreichste.  Die 
schöne  Vorrat  von  Aufzeichnungen  wird  von  der  städtegeschichtlicl 
Forschung  dankbar  begrüßt  werden. 

Freiburg  i.  B.,  im  Februar  1908. 

G,  von  Below. 


IX 


Inhaltsverzeichnis. 


Seite 

I.  Stadtrecht   (St.    I) 1—28 

§  1.  Besuch  der  Ratssitzungen. 

§  2.  Beschimpfung  des  Rats. 

§  3.  Verbrechen  innerhalb  des  Stadtetters. 

§  4.  Totschlag. 

§  5.  Notwehr  gegen  einen  Gast. 

§  6.  Strafe   der   gefährlichen    Körperverletzung,   des   verbotenen 

Waffentragens,  des  Meineids  *und  des  Falsches. 
§  7.  Totschlag  eines  Bürgers  durch  einen  andern  Bürger. 
§  8.  Angriff  mit  unbewaffneter  Hand. 
§  9.  Beleidigung. 

§  10.  Beschimpfung  eines  Bürgers  durch  einen  Gast. 
§  11.  Überfall  eines  Bürgers  durch  einen  andern  Bürger. 
§  12.  Verhinderung  der  Beilegung  von  Streitigkeiten. 
§  13.  Aufnahme  bewaffneter  Gäste  in  der  Stadt. 
§  14.  Ungehorsam  gegen  den  Ammann,  den  Bürgermeister  oder 
andere  Respektspersonen  bei  Schlichtung  von  Streitigkeiten. 
§  15.  Ungehorsam  eines  Gastes  bei  Schlichtung  von  Streitigkeiten. 
§  16.  Klagen  gegen  einen  Gast,  Ladung  vor  Gericht. 
§  17.  Körperverletzung  mit  nachfolgendem  Tode. 
§  18.  Blendung. 

§  19.  Erlöschen  der  Bürgschaft  mit  dem  Tode. 
§  20.  Vergehen  gegen  das  Weingesetz. 
§  21.  Unerlaubte  Benützung  der  Torkei. 
§  22.  Zuständigkeit  des  Ammanngerichts. 
§  23.  Pfändung  um  Gült. 
§  24.  Pfändung  eines  Bosses. 

§  25.  Abhängigkeitsverhältnis  gegenüber  einem  fremden  Herrn. 
§  26.  Heirat  mit  der  Bedingung  eines  „Falles**. 
§  27.  Ausschluß  aus  der  Stadt. 

§  28.  Feldfrevel  und  Sachbeschädigung  zur  Nachtzeit. 
§  29.  Heeresfolge. 
§  30.  Hehlerei. 
§  31.  Feuersbrunst. 
§  32.  Beschränkung  der  Gültklagen. 
§  33.  Taxe  für  den  Weinschank. 

§  34.  Allgemeine  Bestimmungen  für  den  Ausschank  von  Wein. 
§  35.  Kauf  von  Zinsgeld. 


X  Inhaltsverzeichnis. 

Seite 
I.  Stadtrecht  (St.  I) 1—28 

§  36.  Verkauf  von  Gütern  innerhalb  des  Stadtetters. 

§  37.  Einziehung  von  Gülten. 

§  38.  Verbot  des  Kaufs  oder  Verkaufs  der  innerhalb  des  Stadt- 
gebietes liegenden  Güter  zu  Leibgeding. 

§  39.  Schwere  Körperverletzung. 

§  40.  Verbot  der  Ehe  zwischen  Überlinger  Bürgern  oder  Bürge- 
rinnen mit  Leibeigenen  der  Herren  von  Salmansweiler. 

§  41.  Abhängigkeitsverhältnis  gegenüber  fremden  Herren. 

§  42.  Verbot  der  Anlegung  von  Reben  außerhalb  des  Überlinger 
Etters. 

§  43.  Aufgabe  des  Bürgerrechts,  um  der  Verpflichtung,  ein  öffent- 
liches Amt  anzunehmen,  zu  entgehen. 

§  44.  Hausfriedensbruch. 

§  45.  Ausübung  des  Hausrechts  durch  den  Wirt. 

§  46.  Rachsüchtiger  Tadel  über  verhängte  Strafen. 

§  47.  Entlohnung  berittener  Boten. 

§  48.  Bestellung  eines  Grundstückspfandes. 

§  49.  Belastung  des  Eigengutes  mit  Leibgeding. 

§  50.  Räumliche   Unbeschränktheit   der   Geltung  des   Überlinger 
Stadtrechts. 

§  51.  Verbot  der  Verhaftung  eines  andern  innerhalb  des  Etters 
ohne  Erlaubnis  des  Rats. 

§  52.  Landfriedensbruch. 

§  53.  Verleihung  des  Bürgerrechts. 

§  54.  Ausschließlicher  Gerichtsstand  für  dingliche  Klagen. 

§  55.  Erwerb  eines  liegenden  Gutes  durch  einen  Gast. 

§  56.  Hochzeitsordnung.    Störung  der  Ratssitzung. 

§  57.  Bannrecht. 

§  58.  Werbung  eines  Bürgers  gegen  einen  andern. 

§  59.  Entführung  der  Ehefrau. 

§  60.  Das  Geldwechslergeschäft. 

§  61.  Die  Steuerpflicht  des  Ammanns. 

§  62.  Unerlaubte  Entwendung  väterlichen  Gutes. 

§  63.  Frevel  an  Bäumen  und  Reben.   Handhabung  der  Sitzungs- 
polizei durch  den  Ammann. 

§  64.  Friedbruch. 

§  65.  Bestechung  eines  Richters. 

§  66.  Verbot  des   Erwerbs   von   Eigentum   an    liegenden   Gütern 
durch  Juden. 

§  67.  Baupolizeiliche  Vorschrift  zur  Erzeugung  größerer  Feuer- 
sicherheit. 

§  68.  Unzulässigkeit  der  Verbindung  des  Gewerbes  eines  Gast- 
wirts mit  dem  Amte  des  Ammanns. 

§  69.  Beschränkte  Geschäftsf«ihigkeit  der  Kinder  unter  18  Jahren. 
Leistung  von  Bürgschaft. 

§  70.  Unerlaubte  Aufläufe. 

§  71.  Ansprechen  eines  Kindes  zu  der  Ehe. 


Inhaltsverzeichnis.  XI 

Seite 
Stadtrecht  (St  I) 1~!28 

§  72.  Verbot,  neuangelegte  Rebäcker  vor  Ablauf  von  10  Jahren 
weiter  zu  veräußern. 

§  73.  Verbot  der  Anlegung  von  Weingärten  auf  neuerworbenen 
Grundstücken. 

§  74.  Lohn  der  Weinbergarbeiter. 

§  75.  Verpflichtung  zum   Hilferufen   beim  Ansichtigwerden  von 
Körperverletzungen. 

§  76.  Amortisationsgesetz. 

§  77.  Ebenso. 

§  78.  Bauordnung  bei  Errichtung  von  Grenzbauten. 

§  79.  Schlichtung  von  Grenzstreitigkeiten  zwischen  Nachbarn. 

§  80.  Gefangennahme  eines  Verbrechers;  Widersetzung  und  Ver- 
wundung desselben. 

§  81.  Ahndung  der  Besitzstörung. 

§  82.  Verbot   der   Belastung   von    Eigengütern   mit   Zins.      Not- 
zuchtsversuch im  Hause  eines  andern. 

§  83.  Verbotene  Selbsthilfe  gegen  einen  Gast  um  Gült. 

§  84.  Wahl  des  Bürgermeisters,  des  alten  und  neuen  Rats. 

§  85.  Wahl  der  Zunftmeister. 

§  86.  Voraussetzung  für  die  Wahl  zum  Zunftmeister. 

§  87.  Arbeitslohn  der  Weinbergarbeiter. 

§  88.  Holzdiebstahl. 

§  89.  Strafe  für  Umgehung   der  Stadtgesetze. 

§  90.  Lohn  eines  Rebknechtes. 

§  91.  Steuerhinterziehung. 

§  92.  Notwehr. 

§  93.  Festlegung  des  Brotpreises  nach  dem   Vescnprois. 

§  94.  Festlegung  des  Brotpreises  nach  dem  Kornpreis. 

§  95.  Pflicht  der  Bäcker,  allen  um  den  festgesetzten  Preis  Brot 
zu  geben. 

§  96.  Verordnung  für  das  Feilbieten  des  Brotes  auf  dem  Markt. 

§  97.  Brotschauordnung. 

§  98.  Verleihung  der  Mitgliedschaft  für  die  Bäckerzunft. 

§  99.  Bestimmung    für    den    Verkauf    des    von    auswärts    herge- 
brachten Brotes. 

§  100.  Nachweis  der  Leibeigenschaft. 

§  101.  Rechtliche  Stellung  der  in  Überlingen  Ansässigen. 

§  102.  Verbot,  Gäste  zwecks  Weinkaufs  vor  die  Stadt  zu  weisen. 

§  103.  Verbot  der  Akkordarbeit  in  den  Reben. 

§  104.  Strafe  für  diejenigen,  die  trotz  Aufforderung  die  Mitglied- 
schaft einer  Zunft  nicht  erlangen. 


XII  Inhaltsverzeichnis. 

Seite 
IL  König  Rudolf  I.  erteilt  den  Bürgern  zu  Überlingen  verschiedene  Frei- 
heiten in  Beziehung  auf  das  Erbrecht,  hofrechtliche  Lasten  und  den 
Gerichtsstand 29 

III.  König   Rudolf   schlichtet  Streitigkeiten   zwischen   den  Johannitern   zu 

Überlingen  und  den  Bürgern  daselbst,  die  bauliche  Anlage  des  Johan- 
niterhauses  und  die  Wege  durch  dasselbe  beireffend 30 

IV.  König  Heinrich  VII.  erlaubt  dem  Rat  und  den  Bürgern  von  Überlingen 

eine  Zunft  zu  haben .' 31 

V.  Kaiser  Ludwig  unterhandelt  mit  den  Bürgern  zu  Überlingen  über  die 

Stellung  der  Juden  daselbst 32 

VI.  Verordnung  Kaiser  Ludwigs  über  die  rechtliche  Stellung  der  Juden  in 

Überlingen         33 

VII.  Karl  IV.  bestätigt  die  Privilegien  der  Stadt  Überlingen  und  verspricht, 

sie  nie  vom  Reich  zu  veräußern 34 

VIII.  König  Karl  IV.  erklärt  die  Bürger  und  die  Stadt  Überlingen,  nachdem 
der  verbrannten  Juden  Gut  den  beiden  Ulrich,  Grafen  zu  Helfenstein, 

an  des  Reiches  statt  überantwortet  wurde,  ledig  und  los  .  .     .  35 

IX.  Kaiser  Karl  IV.  verspricht  der  Stadt  Überlingen,  daß  er  die  Vogtei,  die 

Steuer,  das  Ammannamt,  das  Ungeld  und  den  Zoll  daselbst  nebst  dem, 
was  dazu  gehört,  nie  höher  verpfänden  wolle,  als  sie  gegenwärtig 
verpfändet   sind 36 

X.  Vertrag  zwischen  dem  Domkapitel  zu  Konstanz  und  dem  Haus  Mainau 

einerseits  und  der  Stadt  Überlingen  anderseits  wegen  der  Entrichtung 

des  großen  Weinzehnten 37 

XI.  Kaiser  Karl  IV.  versetzt  dem  Endres  Cobe,  Ammann  zu  Überlingen,  um 

60  Mark  Silber  das  Ammannamt  zu  Überlingen 40 

XII.  Kaiser  Karl  IV.  versetzt  dem  Endres  Cobe  um  60  Mark  das  Ammann- 
amt zu  Überlingen  nebst  den  dazu  gehörigen  Bannen  und  andern 
Zugehörungen ....•••  ^^ 

XIII.  Friedrich.  Pfalzgraf  bei  Rhein,  gewährt  Überlingen  die  Gnade,  Juden 

zu  Bürgern  anzunehmen 41 

XIV.  König  Wenzel  bestätigt  dem  Endres  Cobe  die  durch  Karl  IV.  erfolgte 
Verpfändung  des  Ammannamtes  zu  Überlingen  und  erteilt  ihm  und 
seinen  Erben  außerdem  die  Befugnis,  einen  andern  zu  substituieren  42 

XV.  Andreas  Kob  jung  verkauft  das  Ammannamt  an  die  Stadt  Überlingen 

um  150  ffi  h 43 

XVI.  König  Wenzel  gestattet  denen  von  Überlingen,  schädliche  Leute  auf  dem 
Lande  oder  sonst,  die  Auf  habhafter  Tat  ergriffen  werden  oder  schlinun 
beleumundet  sind,  bei  Missetaten,  auf  welchen  der  Tod  steht,  nach 
Ermessen  festzunehmen  und  auch  richten  zu  lassen  nach  der  Erkennt- 
nis, welche  der  Rat  von  Überlingen  auf  seinen  Eid  nimmt  .      ,     .      .  45 


Inhaltsverzeichnis.  XIII 

Seite 
CVIl.  Schiedsspruch  zwischen  dem  Grafen  Albrecht  von  Werdenberg  und 
der  Stadt  ÜberUngen  wegen  der  von  Überlingeii  zu  Bürgern  gemachten 
Eigenleute 46 

XVIil.  König  Wenzel  erlaubt  den  Städten  Konstanz,  Überlingen,  Lindau, 
Ravensburg,  St.  Gallen,  Wangen  und  Buchhorn  auf  zehn  Jahre  ein 
Bündnis  miteinander  zu  haben,  wie  es  schon  unter  seinem  Vorgänger 
der  Fall  war    . 47 

J^IX.  Herzog  Leupold  von  Österreich  nimmt  die  Städte  Überlingen,  Lindau 
und  St.  Gallen  in  die  Vereinigung  der  Städte  Konstanz,  Ravens- 
burg u.  a.  auf 48 

XX.  König  Wenzel  erlaubt  der  Stadt  Überlingen  lohter  aufzunehmen  .  49 

XXI.  König  Wenzel  verpfändet  der  Stadt  Überlingen  das  dortige  Ammann- 
amt für  120  Mark  Silbers  und  verleiht  dem  Ammann  zugleich  den 
Blutbann 50 


^11.   Stadtrecht   (St.    II) 52—116 

§  1.  Besuch  der  Ratssitzungen. 

§  2.  Beschimpfung  des  Rats. 

§  3.  Bestechung  im  Amt. 

§  4.  Verbrechen  innerhalb  des  Stadtetters. 

§  5.  Totschlag.     Ehebruch 

§  6.  Notwehr  gegen  einen  Gast. 

§  7.  Beschimpfung  eines  Bürgers  durch  einen  Gast. 

§  8.  Ungehorsam  eines  Gastes  bei  Schlichtung  von  Streitigkeilen. 

§  9.  Angriff  eines   Gastes    mit   unbewaffneter   Hand   auf   einen 

Bürger. 
§  10.  Schiaghändel. 

§  11.  Gerichtsstand  für  Klagen  der  Gäste  untereinander. 
§  12.  Unerlaubte  Selbsthilfe  bei  Erfolglosigkeit  einer  Strafklage. 
§  13.  Körperverletzung  mit   nachfolgendem  Tode. 
§  14.  Strafe  der  gefährlichen  Körperverletzung. 
§  15.  Strafe  des   Falsches,   des   Meineids   und   des   verbotenen 

Waffentragens. 
§  16.  Totschlag  eines  Bürgers  durch  einen  andern  Bürger. 
§  17.  Angriff  mit  unbewaffneter  Hand. 
§  18.  Beschimpfung. 
§  19.  Freventlicher   Überfall. 

§  20.  Verhinderung  der  Beilegung  von  Streitigkeiten. 
§  21.  Ungehorsam    bei    Schlichtung    von    Streitigkeiten    unter 

Bürgern. 
§  22.  Friedbruch. 
§  23.  Blendung  eines  andern.  • 


XIV  Inhaltsverzeichnis. 

Seite 
XXII.   Stadtrecht  (St.  II) 52—11 

§  24.  Schwere  Körperverletzung. 

§  25.  Erlöschen  der  Bürgschaft  mit  dem  Tode. 

§  26.  Schutz  angefallener  Güter  gegen  Mißbrauch. 

§  27.  Vom  Wein. 

§  28.  Vergehen  gegen  das  Weingesetz. 

§  29.  Unerlaubte  Benützung  der  Torkel. 

§  30.  Ausschließlicher  Gerichtsstand   für  dingliche   Klagen. 

§  31.   Verbot  der  Pfändung   um  Gült. 

§  32.  Heirat  mit  Bedingung  eines  ..Falles*'. 

§  33.  Feldfrevel   zur   Nachtzeit. 

§  34.  Nächtliche  Ruhestörung. 

§  35.  Sachbeschädigung  zur  Tagzeit. 

§  36.  Maßregeln  zur  Verhütung  von  Feldfrevehi. 

§  37.  „Redlicher"  Schaden. 

§  38.  W^eiden  und  Grasen  an  verbotenen  Orten. 

§  39.  Obstdiebstahl. 

§  40.  Freventliches  Übersteigen  der  Umzäunungen. 

§  41.  Diebstahl. 

§  42.  Verübung  von  Schaden   bei  Nacht. 

§  43.  Verübung  von  freventlichem   Schaden  bei  Nacht. 

§  44.  Unterlassung  der  Anzeige  bei  Sachbeschädigung. 

§  45.  Zufügung  von  Schaden  durch  Fremde. 

§  46,  Strafe  für  Widerspruch  gegen  vorstehende  Bestimmungen. 

§  47.  Abhängigkeitsverhältnis  gegenüber  auswärtigen  Herren. 

§  48.  Aufgabe  des  Bürgerrechts  aus  geringfügigen  Gründen. 

§  49.  Hausfriedensbruch. 

§  50.  Ausübung  des  Hausrechts  durch  den  Wirt. 

§  51.  Rachsüchtiger  Tadel  über  verhängte  Strafen. 

§  52.  Bestellung  eines   Grundstückspfandes. 

§  53.  Belastung  des  Eigengutes  mit  Leibgeding. 

§  54.  Knechtung  anderer. 

§  55.  PHicht  der  Verhütung  von  Knechtung  innerhalb  des  Ge- 
richtsbezirks. 

§  56.  Strafe  wegen  Übertretung  der  vorstehenden  Bestimmung. 

§  57.  Pflicht   der   Verhütung    von   Freiheitsberaubung    innerhalb 
des  Stadtettcrs. 

§  58.  Landfriedensbruch. 

§  59.  Ausschließliche  Zuständigkeit  des   Überlinger  Gerichts  für 
Klagen  aus  dem  Eigentum  an  den  im  Stadtctter  liegenden 
Gütern. 
§  60.  Bannrecht. 
§  61.  »Werbung  eines  Bürgers  gegen  einen  andern. 

§  62.  Verbot  für  ZOnile  und  Handwerke,  ei>^enmächti|f  neue  Ord- 
nun^^en  aufzurichten. 

§  63.  Entführung  der   Ehefrau. 

8  64.  Unerlaubte  Entwendung  väterlichen   Gutes. 

§  65.  Beschädigung  von  Bäumen. 


Inhaltsyerzeichnis.  XV 

0 

Seite 
XII.   Stadtrecht  (St.   II) 52—116 

§  66.  Handhabung    der    Polizei    während    der    Gerichtsverhand- 
lungen. 

§  67.  Übertretung  des  Friedgebotes  vor  Gericht. 

§  68.  Beschuldigung  wegen.  Meineids. 

§  69.  Baupolizeiliche  Vorschrift  zur  Erzeugung  größerer  Feuer- 
sicherheit. 

§  70.  Beschränkte  Geschäftsfähigkeit  der  Kinder  unter  18  Jahren. 

§  71.  Ansprache  wegen  der  Ehe. 

§  72.  Heirat  junger  Leute  unter  18  Jahren  gegen  den  Willen 
ihrer  Eltern. 

§  73.  Hinterlistiges  Nachstellen,  um  die  Ehe  zu  erlangen. 

§  74.  Unerlaubte  Aufläufe. 

§  75.  Von  Dienstboten. 

§  76.  Weinkauf. 

§  77.  Vertragsbrüchige  Dienstboten. 

§  78.  Kündigung  des  Dienstes. 

§  79.  Verpflichtung   zum  Hilferufen   beim  Ansichtigwerden  von 
Körperverletzungen. 

§  80.  Amortisationsgesetz. 

§  81.  Ebenso. 

§  82.  Bauordnung  bei  Errichtung  von  Grenzbauten. 

§  83.  Schlichtung  von  Grenzstreitigkeiten  zwischen  Nachbarn. 

§  84.  Pflicht  sofortiger  Anzeige   bei  vorkommenden  Übeltaten. 

§  85.  Ahndung  der  Besitzslörung. 

§  86.  Verbot  der  Belastung  der  eigenen  Güter  mit  Zins. 

§  87.  Notzuchtsversuch  im  Hause  eines  andern. 

§  88.  Von  säumigen  Schuldnern. 

§  89.  Strafe  für  den  Bruch  des  Gelöbnisses  „an  den  Stab**. 

§  90.  Steuerhinterziehung. 

§  91.  Steuerordnung. 

§  92.  Ansprache  eines  Bürgers  um  die  Eigenschaft. 

§  93.  Verbot,  Gäste  zwecks  Weinkauf  vor  die  Stadt  zu  weisen. 

§  94.  Verbot  der  Beteiligung   von  Wirten   beim   Weinkauf  von 
Gästen. 

§  95.  Weinschankordnung. 

§  96.  Versteuerung  des  ausgeschenkten  Weines. 

§  97.  Weinsteuerordnung  für  Wirte. 

§  98.  Aufgabe  des  Bürgerrechts. 

§  99.  Vom  „zu  Gast  machen"  eines  Bürgers. 

§  100.  Vom  „zu  Gast  machen**  einer  Frau. 

§  101.  Bestrafung  von  Freveltaten. 

8  102.  Wehrpflicht. 

§  103.  Ungehorsam  gegen  Hauptleute. 

§  104.  Verschärfte  Gehorsamspflicht  gegen  die  Stadtgesetze  beim 
„Ausfahren". 

§  105.  Unerlaubte  Teilnahme  am  Kriegsdienste  fremder  Herren. 
§  106.  Pfundwucher. 


XVI  Inhaltsverzeichnis. 

Seite 
XXII.  Stadtrecht  (St.  U) 52—116 

§  107.  Verkauf  und  Rückkauf  derselben  Sache. 

§  108.  Gewährung  von  Darlehen  zwecks  Verkaufs  der  eigenen 
Waren. 

§  109.  Vom  Setzen  der  Bäume. 

§  110.  Entweihung  des  Friedhofs. 

§  111.  Entschädigung  für  im   Dienste  der   Stadt   krank  gewor- 
dene Pferde. 

§  112.  Spielen  um  Bargeld  oder  Pfand. 

§  113.  Streitigkeiten  zwischen  Geistlichen   und  Bürgern. 

§  114.  Fünfjähriger  Besitz  des  Bürgerrechts   als  Voraussetzung 
der  passiven  Wahlfähigkeit  zum  Rate. 

§  115.  Hehlerei. 

§  116.  Feuerpolizei. 

§  117.  Verbot  der  Gültklage  gegen  fremde  Kaufleute. 

§  118.  Zinsfuß. 

§  119.  Umwandlung  von  Eigengut  zu  Lehengut. 

§  120.  Schutz  der  rechten  Gewere. 

§  121.  Erkrankung  eines  Dienstboten. 

§  122.  Polizeiliche  Genehmigung  zur  Ausübung  eines  Handwerks. 

§  123.  Regelung  der  Verköstigung  des  ausziehenden  Kriegsvolkes. 

§  124.  Verbot  der  Aufnahme   von   Nichtbürgern  als   Pfründner. 

§  125.  Baupolizeiliche  Vorschrift  über  Erstellung  von  Aborten. 

§  126.  Form  der  Testamentserrichtung. 

§  127.  Feld-,  Forst-  und   Flurfrevel. 

§  128.  Anzeige  durch  Bannwarte. 

§  129.  Von  den  Verschwendern. 

§  130.  Von  den  verfallenen  Gütern. 

§  131.  Rechtswidrige  Veränderung  eines  Pfandes. 

§  132.  Regelung  der   Nutzung   verfallener  Güter. 

§  133.  Betrag  für  eine  Meßstiftung. 

§  134.  Ablösung  des  Weinzinses. 

§  135.  Beitreibung  von  Schulden  auf  dem  ordentlichen  Rechtsweg. 

§  136.  Haftung  für  angerichteten  Schaden. 

§  137.  Von  den  Gewerben. 

§  138.  Verbot  der  gleichzeitigen  Zugehörigkeit  naher  Verwandter 
zum  Rat. 

§  139.  Zweifache  Versetzung  liegender  Güter. 

§  140.  Beschränkung  des  Güterkaufs. 

§  141.  Erbschaftssteuer. 

§  142.  Rebbauordnung. 

§  143.  Von  der  Steuer. 

§  144.  Autonomie  der  Zünfte. 

§  145.  Verschiedene    Bestimmungen    über    Trinkstuben,    Modali- 
täten  beim   Kauf,     Gewerbefreiheil  u.  a. 

§  146.  Voraussetzung  für  den  Eintritt  in  den  großen  und  kleinen  Rat. 

§  147.  Bestimmungen  für  Bäcker. 

§  148.  Bestimmungen  für  Möller. 


Inhaltsverzeichnis.  XVlt 

Seite 
CIL   Stadtrecht  (St   II) 52—116 

§  149.  Bestimmungen  für  Breimelber. 

§  150.  Bestimmungen  für  Metzger. 

§  151.  Bestimmungen  für  Fischer. 

§  152.  Bestimmungen  für  Schneider. 

§  153.  Bestimmungen  für  Grewandschneider. 

§  154.  Verletzungen  bei  Turnieren. 

§  155.  Frist  zur  Bezahlung  von  Geldstrafen. 

§  156.  Zuteilung  der  Spengler,  Maler  und  Hafner  zur  Küferzunft. 

§  157.  Beschränkung  der  Konkurrenz  durch  Frauen  im  Schneider- 
gewerbe. 

§  158.  Weinkontrolie  für  Wirte. 

§  159.  Normierung  des  Gewinnes  am  Weinumsatz  für  Wirte. 

§  160.  Standgeld  auf  dem  Tuchmarkt. 

§  161.  Ausschluß   der    Schaffner  und  Pfleger  der  Chorherren  von 
Konstanz  von  der  Mitgliedschaft  des  Rats  und  Gerichts. 

§  162.  Miete  von  Häusern  und  Läden  nur  auf  Georgi  (23.  April) 
kündbar.     Kauf  bricht  Miete. 

§  163.  Verbot  der  gleichzeitigen  Zugehörigkeit  naher  Verwandter 
zum  Rat. 

§  164.  Einführung  des  Repräsentationsrechtes  bei  der  Erbfolge. 

§  165.  Obergangsbestimmung. 

§  166.  Gesetzliche  Dauer  der  Verfangenschaft  bei  beerbter  Ehe. 

§  167.  Ausschluß  naher  Verwandter  aus  dem  kleinen  Rat. 


ilage    zu    Stadtrecht    II 111—116 

§  1.  Zweifache  Versetzung  liegender  Güter. 

§  2.  Veränderung  eines  Pfandes. 

§  3.  Anzeige  von  Sachbeschädigungen. 

§  4.  Aufgabe  des  Bürgerrechtes. 

§  5.  Fahnenflucht. 

§  6.  Entrichtung  der  Steuer. 

§  7.  Besteuerung  der  Pfandschaft. 

§  8.  Beschränkung    des    Rechts    der    Kinder    auf    Auseinander- 
setzung bei  beerbter  Ehe. 

§  9.  Appellation. 

§  10.  Verbot  der  Aufstellung  neuer  Torkelbäume. 

§  11.  Verbot,  Häuser  abgehen  zu  lassen. 

§  12.  Verbot,  einem  Fremden  ein  Haus  in  der  Stadt  zu  verkaufen. 

§  13.  Ausschluß  der  Beerbung  eines  Hauses  durch  einen  Nichl- 
bürger. 

§  14.  Verfahren  gegen  flüchtig  gegangene  Schuldner. 

§  15.  Freie  Wahl  zum  großen  und  kleinen  Rat. 

§  16.  Beschränkung  der  Ratsmitglieder  in  der  Übernahme  fremder 
Dienste. 

§  17.  Verlust  des  Bürgerrechts  bei  nachträglichem  Bekanntwer- 
den der  Leibeigenschaft. 
Oberrheiubcbe  Sudirecbte.   li,  2.  II 


)[VIIl  liihaltsverzeicbnis. 

Seite 

Beilage  zu  Sladtrecht  II 111-116 

§  18.  Schutz  des  einheimischen  Weines. 

§  19.  Steuerpflicht  für  den  Wein. 

§  20.  Beschränkung  in  der  Benutzung  des   Oberlinger  Torkels. 

XXIII.  König  Sigismund  verpfändet  der  Stadt  Oberlingen  die  Reichssteuer 

von  jährlich  350  Pfund  Heller  um  5000  Gulden  Bheinisch   ....         116 

XXIV.  König  Sigismund  verleiht  der  Stadt  Überlingen  als  Reichspfandschaft 
die  Reichsmünzstätte  und  andere  Pfandschaften,  welche  die  im  Mannes- 
stamme ausgestorbenen  von  Hohenfels  vormals  besessen  hatten  .  117 

XXV.  König  Sigismund  versetzt  an  die  Stadt  Oberlingen  die  Riedmfihlen 

und  die  Mühlen  am  Graben 119 

XXVI.  König  Sigismund  erlaubt  Bürgermeister,  Rat  und  Bürgern  der  Stadt 
Oberlingen  mit  Stimmenmehrheit  für  ihr  Gebiet  verbindliche  Satzungen 

zu  machen 120 

XXVII.  Obereinkommen  König  Sigismunds  mit  der  Stadt  Überlingen  über  die 
Behandlung  der  Judenschaft  wegen  Ermordung  eines  Knaben  ...         121 

XXVIII.  König  Sigismund  spricht  die  von  Oberlingen  von  allen  Forderungen, 

die  er  an  sie  der  Juden  wegen  hat,  los 122 

XXIX.  König  Sigismund  bestätigt  die  Befreiung  der  Stadt  Überlingen  von 
fremden  und  auswärtigen  Gerichten 123 

XXX.  Von  den  Pflegern  und  dem  Meister  des  Spitals  zu  Überlingen  fest- 
gestellte Satzungen  mit  Straf  bestimm  ungen  der  spitälischen  Gerichte 

in  einigen   spitälischen   Dörfern  bei   Überlingen 125 

XXXI.  Schlichtung  von  Spännen  zwischen  dem  Grafen  Johann  von  Werden- 
berg und  der  Stadt  Überlingen  wegen  Gericht,  Zwing  und  Bann  .  131 

XXX II.  Mitglieder  des  Rats  von  Konstanz  schlichten  Streitigkeiten  zwischen 
dem  Grafen  Johannes  von  Werdenberg  und  denen  von  Überlingen 
wegen  der  Gerichte,  Zwinge  und  Banne 132 

XXX III.  Stadtsatzung   über   Steuer,   Ungeld,    Strafgewalt   der   Zunftmeister 

u.   a.   m. 135 

XXXIV.  Das  Gericht  zu  Pfullendorf  entscheidet  Streitigkeiten  zwischen  dem 
Grafen  Jörg  zu  Werdenberg  und  Heiligenberg  und  der  Stadt  Über- 
lingen wegen  der  Hintersassen 138 

XXXV.  Richtung  zwischen  der  Stadt  Überlingen  und  den  Bewohnern  des 
„Dorfs**.  Aufnahme  der  Dörfer  in  den  Rat  von  Überlingen.  Schlich- 
tung der  Streitigkeiten  mit  dem  Hause  Mainau 139 

XXXVI.  Bündnisbrief  der  Reichsstädte  Überlingen,  Lindau,  Ravensburg, 
Wangen,    Buchhorn 141 

XXXVII.  Spitalordnung  151 


Inhaltsverzeichnis.  XIX 

Beile 

^CXVIIl.  Rebsteckenordnung 152 

^XIX.    Vertrag    zwischen    Heiligenberg,    Salem,    Mainau,    Konstanz    und 

Cberlingen  wegen  der  Fischerei  auf  dem  Bodensee 153 

^XX.  Kaiser  Friedrich  verleiht  der  Stadt  Überlingen  in  Erwägung  der 
gegen  Herzog  Karl  von  Burgund  und  König  Mathias  von  Ungarn 
geleisteten  Kriegsdienste  die  besondere  Gnade,  zur  Besserung  ihrer 
Mauern,  Gräben,  Türme  usw.  in  ihrem  ganzen  Gebiete  Reichssteuern 

und  sonstige  An-  und  Auflagen  erheben  zu  dürfen 156 

XXXI.  Kaiser  Friedrich  gibt  der  Stadt  Überlingen  ein  Privileg  wegen  der 
Pfahlbürger .  158 

XXXII.  König  Maximilian  schafft  eine  bisher  in  Überlingen  im  Wider- 
spruch zum  gemeinen  Recht  gültig  gewesene  Gewohnheit  hinsichtlich 
des  Erbrechts  der  Enkel,  auch  Bruders-  und  Schwesterkinder  auf 
Vortrag  des  Magistrats  von  Überlingen  endgültig  ab 159 

XXXIII.  Malefizgerichtsordnung 160 

XXXIV.  Bestimmungen  über  den  bei  der  Wahl  eines  Bürgermeisters  zu 
Überlingen  einzuhaltenden  Modus,  Formeln  für  die  Ansprachen  des 
Stadtschreibers,   die   Eidesformeln   sämtlicher  Überlinger  Angestellten  162 

1)  Eid   der   Räte 166 

2)  Eid  des  Ammanns 167 

3)  Eid  der  Richter 168 

4)  Eid  der  Bürger 168 

5)  Eid  der  Mitglieder  des  großen  Rats 169 

6)  Fertigung  des  Büttels 170 

7)  Des  Büttels  Lohn 172 

8)  Eid  des  Büttels 176 

9)  Fertigung  der  Ehefrau  des  Büttels        178 

10)  Fertigung  des  Ganters 178 

11)  Eid  der  Säckelmeister 179 

12)  Der  Ungelder  Eid 180 

13)  Eid  der  Spitalpfleger 181 

14)  Eid  der  Bauherren 181 

15)  Eid  der  Ungelderknechte 182 

16)  Des  Bauknechts  Eid 184 

17)  Eid  des  Knechtes  im  „Stühle" 186 

18)  Eid  des  Knechtes  auf  dem  Rathaus  und  seiner  Hausfrau  .  191 

19)  Eid  des  Knechtes  im  Salzhaus  und  seiner  Hausfrau  ...  191 

20)  Fertigung  eines  Salzknechtes   und  seiner  Hausfrau   ...  192 

21)  Eid  der  Zoll-Salzknechte J94 

22)  Der  Unterkäufer  Eid 194 

23)  Der  Kornmesser  Eid 196 

24)  Der  Träger  Eid 199 

25)  Trägerlohn 200 

26)  Der  Schütter  Eid 201 


XX  Inhaltsverzeichnis. 

Seite 

27)  Fertigung  der  Weinlader "203 

28)  Fertigung  der  Eicher 204 

29)  Der  Brotschauer  Eid !2(Mi 

30)  Der  Flcischschauer  Eid 208 

31)  Der  Unbauschauer  Eid 213 

32)  Eid  der  Mistschauer 214 

33)  Der  Breimehlschauer  Eid 215 

34)  Der  Schmalz-  und  Unschlittschauer  Fertigung  218 

35)  Eid  der  Spendpfleger 219 

36)  Eid  der  Heiligenpfleger  und  der  Pfleger  des  Armenhauses  zu 
Fischenhäuser 220 

37)  Schuhmacherordnung 220 

38)  Eid  der  Lederschauer 222 

39)  Des  Stadtschreibers-Substituten   Eidpflicht 223 

40)  Untergänger  Eid 225 

41)  Die  Häuser-  und  Gartenschätzer 225 

42)  Eid  eines  Hauswirts  im  Salmansweiler  Haus  „auf  der  Wiese"  225 

43)  Fertigung  der  Weißbäcker 225 

44)  Eid  derjenigen,  die  das  Bürgerrecht  aufgeben 22(i 

45)  Eines  Bettelvogts  oder  Salmeisters  Fertigung  und  Besoldung  227 

46)  Fertigung  derer,  die  Schweine  zu  Haufen  in  der  Stadt  feil 

haben  und  verkaufen  wollen 230 

47)  Fertigung  der  Selbstzüchter 230 

48)  Des  Zollers  und  seiner  Hausfrau  Fertigung 230 

49)  Der  Steckenschauer  Fertigung 231 

50)  Eid  des  Substituten  des  Stadtschreibers 231 

51)  Eines  Gredmeisters  und  seiner  Hausfrau  Fertigung          .  232 

52)  Eines  Wagmeisters  und  seiner  Hausfrau  Fertigung    .      .  233 

53)  Fertigungg  eines  deutschen  Lehrmeisters 234 

54)  Ordnung  der  Schlüßler,  wie  sie  auf-  und  zuschließen  sollen  235 

55)  Des  Büttels  Lohn 237 

56)  Eide  der  Zehender 240 

57)  Steuer  Eid 240 

58)  Der  Söldner  Eid 240 

59)  Des  Spitalmeisters  Eid 240 

60)  Ordnung  der  Schau  der  Gerbor 241 

61)  Feilträger  Eid 243 

62)  Ordnung  des  Bauschauens  in  den  Weingärten      ....  243 

63)  Der  Torkelmeister  Fertigung 244 

64)  Fertigung  der  Torkelmeister  zu  Hagnau 245 

65)  Eid  der  Garnschauer 24(i 

66)  Eid  der  Strohschauer 247 

67)  Rebbauschauer-Eid.     Fertigung  mit  angeschlossener  Rebbau- 
ordnung    248 

68)  Fertigung  der  sog.  .,Zweier",  die  zur  Aufrechterhaltung  der 
nächtlichen  Ruhe  auf  die  Gassen  verordnet  wurden  250 

69)  Fertigung  eines  Gerichtsschreibers 251 

70)  Fertigung  der  Amtsleute  auf  dem  Lande  betr.  Salzmessens  252 


Inhaltsverzeichnis.  XXI 

Seite 

71)  Eid  der  Leibeigenen  des  Klosters  Weingarten,  die  in  Ober- 
lingischen Grerichten  sitzen 253 

72)  Ordnung  für  solche,  die  in  ihren  eigenen  oder  in  andern 
fremden  Orten  wegen  der  Blattern  und  der  Franzosenkrank- 
heit ärztlich  behandelt  werden 253 

73)  Ordnung,  wie  es  betr.  des  Ungeldes  in  den  Oberlingischen 
und  des  hl.  Geists  Spitals  Flecken,  Dörfern,  Weilern  und 
Nieder-Gerichtsbarkeits-Orten  gehalten  werden  solle.  Fer- 
tigung, wie  die  Wirte  darüber  beeidigt  werden  sollen      .  253 

74)  Eid  der  Wirte  und  Gastgeber  auf  dem  Lande      ....  256 

75)  Fertigung  des  Brunnenknechts 256 

76)  Eines  Brunnenschöpfers  Fertigung 258 

77)  Eid  der  Oberlingischen  Eigenleute 259 

78)  Der  Hintersassen  Eid,  die  Eigen-  und  Vogtherren  haben  259 

79)  Des  Kalkknechts  Fertigung 259 

80)  Eid  der  Komherren 261 

81)  Mehl-  und  Mühlschauer  Eid 262 

82)  Mehlschauer 263 

83)  Eid  der  Mühlschauer 263 

84)  Eid  des  Stüblinschreibers 265 

85)  Eid  der  Salzherren 266 

86)  Eid  und  Fertigung  des  Spendknechtes 266 

87)  Des  Spendbäckers  Fertigung 277 

88)  Eines  Stadtboten  Fertigung 268 

89)  Ordnung  eines  Wagmeisters,  wie  er  es  mit  Zoll  und  Wag- 
geld in  dem  Schmalzhaus  halten  soll 269 

90)  Feuerleiter 272 

91)  Fertigung  der  Wagenspanner 273 

•iXXXV.  Kaiser  Maximilian  I.  erteilt  der  Stadt  Überlingen  das  Privilegium, 
unehelich  geborene  Personen,  oder  solche  Personen  beiderlei  Ge- 
schlechts, die  ohne  eheliche  Leibeserben   in  ihrem  Gebiete  sterben, 

beerben  zu  dürfen 277 

XXXXVI.  Stadtrecht  (St.   111) 279—336 

XXXXVIl.    Ordnung   des   „unteren"   Stadtgerichts         336 

1)  Gastgericht 340 

2)  Gantordnung 340 

3)  Haftung  für  die  Schulden  Verstorbener 343 

4)  Verfahren  gegen  solche,  die  mit  Hinterlassung  von  Schulden 
flüchtig   gehen 344 

5)  Judeneid  zu  Rottweil  auf  dem  Hofgericht 344 

6)  Einschränkung  der  Appellation 347 

7)  Von  der  Gerichtsbüchse 347 

8)  Zahlung  von  Gerichtsgebühron 347 

9)  Taxordnung 348 

10)  Maiengericht 348 

11)  Gerichtsferien 349 


XXII  Inhaltsverzeichnis. 

Seite 
XXXXVII  a.  Kaiser  Karl  V.  gibt  der  Stadt  Überlingen  ein  Privilegium  wegen 

der  Brbfälle 350 

XXXXVIII.  Vertrag  zwischen  dem  Grafen  Christoph  zu  Werdenberg  und 
Heiligenberg  und  der  Stadt  Überlingen  wegen  Abgrenzung  der  beider- 
seitigen Jurisdiktion 352 

XXXXIX.  Kaiser  Karl  V.  erteilt  der  Stadt  Überlingen  ein  Privilegium  über 

Nachsteuer  und  Abzuggeld 355 

L.  Kaiser  Karl  V.  erteilt  der  Stadt  Überlingen  einen  Wappenbrief  ....  356 

LI.  Vertrag  zwischen  der  Grafschaft  Heiligenberg  und  der  Stadt  Überlingen 

wegen  der  Jurisdiktion  in  Strafsachen 358 

LH.  Kaiser  Karl  V.  gibt  der  Stadt  Überlingen  ein   Privilegium  exemptionis 

von  fremden  und  auswärtigen  Gerichten 359 

LI II.  Kaiser  Karl   V.  erteilt  der  Stadt  Überlingen  ein  Privilegium  de  non 

appellando 360 

LIV.  Gerichts-,  Zwing-  und  Bannordnung  des  Spitals  zu  Überlingen  ,  362 

1)  Des  Ammanns  Eid 364 

2)  Des    Richters  Eid 365 

3)  Der  Eigenleute  Eid 365 

4)  Der  Hintersassen  Eid,   die  Eigen-  und  Vogtherren  haben   .  365 

5)  Einwanderung  in  den  Gerichtsbezirk  des  Spitals  ....  366 

6)  Gerichtsordnung 366 

7)  Von  Versetzung  und  Pfändung 367 

8)  Lidion 368 

9)  Vom  Spielen 368 

10)  Beschränkung  der  Verfügungsgewalt  über  eigene  und  Loheii- 

güter 368 

11)  Strafrechtliche  Bestimmungen 368 

12)  Acht  und  Bann 371 

13)  Verlöbnis  und  Ehe.  —  Belastung  von  Grundstücken  zugunsten 

der  Kirche.  —  Aussätzige 371 

14)  Brotschau 372 

15)  Gewinn  beim  Weinschank 372 

16)  Zwangsversteigerung  von  Grundstücken 373 

17)  Die  Appellation.   —  Verbotene  Heiraten 373 

18)  Feuerpolizeiliche   Vorschrift 374 

19)  Holzhauen 374 

20)  Verkauf  liegender  Güter 374 

21)  Geschäftlicher  Verkehr  mit  den  Juden 376 

22)  Vorkauf  des  Salzes 376 

23)  Heirat  nach  auswärts 377 

21)  Bürgschaft 'Ml 

25)  Ladung  vor  das  Landgericht.  —  Verbot  der  Aufnahme  leib- 
eigener. —  Verbot  für  Wirte,  auswärts  Wein  zu  kaufen.  — 

Viehschaden 378 


Inhaltsverzeichnis.  XXIII 

Seite 

26)  Weinkauf 378 

27)  Vormundschaft  über  Waisenkinder        379 

28)  Beschränkung  beim  Verkauf  von  Vieh 379 

29)  Aufforderung   zu   religiösen   Andachtsübungen.    —   Verpfän- 
dung, Verkauf  und  Bepflanzung  der  Güter  zu    Sematingen 

im  Hallerstein 380 

30)  Dberlinger  Weinrechnung 381 

31)  Viehschaden 381 

LV.  Vergleich  zwischen  dem  Landgrafen  zu  Neuenbürg  und  der  Reichs- 
stadt Oberlingen  wegen  Vollziehung  des  Arrests  in  liegende  Güter  .         382 

LVI.  Karl  V.  erteilt  der  Stadt  Oberlingen  die  Gnade,  daß  fürdcrhin  ohne 
Wissen  und  Willen  des  Rats  auf  zwei  Meilen  im  Umkreis  der  Stadt 
keine  neuen  Märkte,  Korn-  und  Salzkäufe  u.  dergl.  abgehalten  werden 
dürfen 383 

LVIl.  Kaiser  Karl  V.  erteilt  der  Stadt  Überlingen  ein  Privilegium  wegen  der 

wucherischen  Kontrakte  der  Juden 384 

LVIII.  Ratsordnung 386 

LIX.  Kaiser  Karl  V.  ersetzt  die  seit  1268  bestandene  Zunftverfassung  durch 
die  Geschlechterherrschaft  (Hasenordnung).  Wiederbeseitigung  der 
letzteren   und   Wiederaufrichtung   der  Zunftverfassung 388 — 408 

A.  Kaiser  Karl  V.  kündigt  Bürgermeister  und  Rat  der  Stadt  Oberlingen 

die  Ankunft  einer  Kommission  an 388 

B.  Kaiser  Karl  V.  unterrichtet  Bürgermeister  und  Rat  von  Oberlingen 

über  den  Zweck  der  Kommission 389 

C    Antwort  und   Gegenvorstellung   des   Bürgermeisters  und   Rats  der 

Stadt  Überlingen  auf  vorstehendes  Schreiben  des  Kaisers  Karl  V.         390 

D.  Wahlordnung  der  Stadt  Oberlingen  zur  Zeit  der  Hasischen  Kom- 
mission             392 

E.  Von  der  Hasischen  Kommission  vorgeschriebene  Ratsordnung  .      .         395 

F.  Eidesformeln  zur  Zeit  der  Hasenordnung: 

1)  Eid  der  Bürgermeister 398 

2)  Eid  der  Mitglieder  des  kleinen  Rats 399 

3)  Eid  des  Ammanns 400 

4)  Eid  der  Richter 400 

5)  Eid  der  Mitglieder  des  großen  Rats 400 

6)  Eid  der  Bürger  und  Einwohner 401 

G.  Ratsordnung 401 

H.  Kaiser  Ferdinand  erlaubt  dem  Bürgermeister  und  dem  Rat  der  Stadt 

Oberlingen,  die  von   Kaiser  Karl   V.   eingeführte   Ralswahlordnung 

abzuändern 400 

I.  Kaiser  Ferdinand  erlaubt  denen  von  Oberlingen,  die  unter  der  Herr- 
schaft der  Hasenordnung  abgeschafften  Zünfte  der  Metzger  und 
Schneider  wieder  einzuführen 407 


XXIV  Inhaltsverzeichnis. 

Seite 
LX.  Verordnungen  des  Rats  der  Stadt  Überlingen  (meist  polizeilichen  Cha- 
rakters): 

Feldpolizeiliche  Vorschrift 408 

Aufforderung  zur  Rückgabe  der  Waffen 409 

Entlastung  des  Bürgermeisters  durch  En^'eiterung  der  Machtbefug- 
nisse der  Quartierherren 409 

Einschränkung  des  Tauschhandels  von  Waren  gegen  Wein  .      .      .  410 

Überfahrtstaxen  für  die  Fährleute 411 

Verordnungen  gegen  groben  Unfug,  Waldfrevel,  Majestätsbeleidigung  412 

Verordnung  zum  Schutze  und  zur  Förderung  des  Weinabsatzes  .  414 

Erneuerte  Kornordnung 41t) 

Verordnung  wegen  Vertilgung  der  Raupen  und  Einschränkung  der 

Fastnachtsgebräuche;   Ermahnung  für  die  Osterzeit   ....  42:2 

Kornordnung 422 

Feldpolizeiliche  Vorschriften 423 

Trunksucht  und  grober  Unfug 425 

Verbot  der  Veräußerung  von  Grundstücken  an  geistliche  Genossen- 
schaften und  Ausländer 426 

Maßregeln   zum   Schutze   der  Kirche  und  des  Kirchhofs  vor   Ver- 
unglimpfung    428 

Backlohn  für  Bäcker 429 

Verbot,  mit  Juden  Geschäfte  zu  machen 429 

Ungebührliches    Verhalten     gegen    die    kaiserlichen    Anordnungen 

(Hasenordnung) 430 

Abstellung  eines  Mißbrauchs  bei  den  Handwerkern 431 

Fischerei  in  der  Aach 432 

Fertigung  eines  Dorfammanns 432 

Verbot  der  Basler  Münzen 432 

Unerlaubte  Auswanderung 433 

Verbot  des  Verkaufs  von  Kriegsrüstungen 434 

Verordnung  gegen  groben  Unfug 435 

Spendpflegerordnung 435 

Schutzmaßregeln   gegen   Einführung   schlechter   Rebsorten   .  437 
Maßregeln  gegen  Auswüchse  des  Zwischenhandels  auf  dem  Korn- 
markt          438 

Apothekerordnung 439 

Fuhrlohn  nach  Lindau 447 

Verordnung  zum   Schutze   der  öffentlichen  Gesundheit   ....  447 

Schmiedeordnung 448 

Schlosserordnung 449 

Fastnacht-sordnung 450 

FeldiK)lizeiliche  V^orschriften 452 

öfToiitliclK»  Aufforderung  wegen  der  Mordbrenner 453 

Tior(|uälcrci 453 

Verordnung:  zum  Schutze  der  öffentlichen  Reinlichkeit  ....  454 

FIucIhmi  und  Scliwören 455 

Strafen    für    t)esonders   aufgeführte   Fluchausdrücko 456 

Forstpolizeiliche  Vorschrift  zum  Schutze  der  spitälischon  Waldungen  456 


Inhaltsverzeichnis.  XXV 

Seite 

Lohnordnung  für  das  Jahr  1558 457 

MiBbrauch  des  Eides 459 

Weinschenkordnung 459 

Verbot  der  welschen  Münzen 461 

Gredmeisterordnung 462 

Standgeld  an  den  Jahrmärkten 465 

Abgabe  an  den  Salzknecht 467 

Abgabe  an  den  Gredmeister 469 

Küferordnung 476 

Handwerker-  und  Lohnordnung 481 

Roßweideordnung 484 

Verbot  der  Basler  Münzen  und  Schnapphahnen 484 

Doktor-   und  Apothekerordnung 485 

Hebammenordnung 489 

Einführung  der  Türkensteuer 492 

Hochzeitsordnung 499 

Primizfeiem 506 

Patengeschenke        507 

Kindszechen 507 

Hochzeitsordnung  für  die   Gerichtsorte  des  Spitals 508 

Verordnung  gegen  die  Landstreicher 511 

Maßregeln  zur  Vertilgung  von  Ungeziefer 515 

Kontrolle  für  Weinfässer 515 

Ordnung  der  Mahlzeiten  auf  dem  Rathaus 516 

Die  Michi 533 

Almosenordnung  für  Allerheiligen 534 

Steuerordnung 535 

Rechnungslegung 538 

Vergütung  für  besondere  Dienste  der  städtischen  Beamten  .  .  539 

Vorbesprechung  zur  Bürgermeisterwahl 539 

Feierlichkeit  bei  Besichtigung  der  Reben 540 

Geschenke  aus  Anlaß  des  Fischauswägens 540 

Trinkgelderordnung  für  die   Ratsdiener 541 

Leerung  der  Büchsen 541 

Besoldung  des  Ratsknechts 542 

Besoldung  des  Büttels 543 

Besoldung  des  Ungeldknechts 544 

Baukontrolle 545 

Maßregeln  zur  Vertilgung  des  Ungeziefers 545 

Vorsichtsmaßregeln  beim  Gebrauch  des  Pulvers 546 

Weberordnung 546 

Verrufene  Münzen 549 

Umrechnung  fremder  Münzsorten 551 

Disziplinargewalt  über  Geistliche 553 

Verköstigung  der  Gefangenen 553 

Besteuerung  der  Fremden 554 

Entbindung  der  Ratsmitglieder  von  der  Zeugnispflicht  ....  554 

Steuerveranlagung  für  das  Jahr  1566 555 


XXVI  Inhaltsverzeichnis. 

Seite 

Festlegung  der  drei  „ewigen"  Jahnnärkte 559 

Christenlchr-Ordnung 560 

Rebbauordnung 565 

Verordnung  gegen  die  Einheirat  fremder  Frauenspersonen  .     .  566 

Schutzmaßregel  gegen  die  Mordbrenner 566 

LXI.  Die  Stadt  Überlingen  erwirbt  von  der  Deutschordcnskommende  Mainau, 
dem  Collator  und  Lehensherrn  der  alten  Pfarr-  und  Mutterkirche 
Aufkirch  und  der  beiden  Filiale  Überlingen  und  Hödingen,  das  Patronats- 
recht  über  die  Pfarrkirche  St.  Nikolaus  daselbst 567 

LXIl.  Gütlicher  Vertrag  zwischen  Graf  Friedrich  zu  Fürstenberg,  Werden- 
berg und  Heiligenberg  und  der  Stadt  Überlingen  wegen  eines  streitigen 
Artikels  im  Vertrag  von  1459,  den  Untergang  betr.  ......         570 

LXIII.  Schadcnstrafer-  und  Wettgelter-Ordnung 571 

LXIV.  Kaiser  Maximilian  gibt  der  Stadt  Überlingen  ein  erweitertes  Privi- 
legium wegen  der  Juden 583 

LXV.  Vertrag  zwischen  der  Grafschaft  Heiligenberg  und  der  Stadt  Über- 
lingen betr.  die  Beschreibung  der  innerhalb  der  Ettersteine  gesetzten 
24  Hochobrigkeits-Marken,  desgleichen  die  Beschreibung  der  27  Etter- 
steine              588 

LXVI.  Vertrag  zwischen  der  Grafschaft  Heiligenberg  und  der  Stadt  Über- 
lingen wegen  der  strittigen  Gerichtsbarkeit 594 

LXV II.  Vertrag  zwischen  der  Stadt  Konstanz,  der  Deutschordenskommende 
Mainau  und  der  Stadt  Überlingen  über  Maßregeln  zum  Schutze  der 
Fischerei  auf  dem  Bodensee 602 

LXVIII.  Kaiser  Rudolf  erlaubt  der  Stadt  Überlingen  in  ihrem  ganzen  Gebiet 

ein  Wein-  und  Ungeld  zu  erheben 608 

LXIX.  Bischof  Jakob  von  Konstanz  genehmigt  die  Umwandlung  der  Münster- 
pfarrkirche zu  Überlingen   in  ein   Kollegiatsstift 609 

LXX.  Gredordnung 621 

LXXI.  Stadtrecht  (St.   IV): 

1)  Von  der  Besetzung  des  Gerichts  und  des  Rats  ....         625 

2)  Bestrafung  derjenigen,  die  durch  Geschenke  in  das  Gericht 

oder  in  den  Rat  gekommen  sind 626 

3)  Verbot,  gegen  eine  Verordnung  des  Rats  zu  schimpfen  oder 

zu  reden,  was  Aufruhr  veranlassen  könnte 626 

4)  Räumliche  Ausdehnung  der  Strafgerichtsbarkeit  ....  627 

5)  Von    Schlägereien    oder    andern    Freveltaten    innerhalb    des 
Stadtctters 627 

(i)  Von   blutrissigen   Wunden    und    andern    Schlaghandlungen. 

Angriffe  auf  die  Nachtwache 627 

7)  Von  Scholt-  und  Schmähworten 028 

8)  Von  der  Übertretung  des  Friedensgebotes 628 

9)  Hausfriedensbruch 628 


Inhaltsverzeichnis.  XXVII 

Seite 

10)  Vom  Ausfordern 629 

11)  Mißachtung  und  tätlicher  Widerstand  gegen  verhängte  Strafen  629 

12)  Der  Strahoilzug 629 

13)  Das  Verbrechen  des  Falsches  und  seine  Bestrafung  .  .  629 

14)  Unerlaubte  Selbsthilfe 630 

15)  Pflegschaft  für  Witwen  und  Waisen 630 

16)  Folgen  der   Verheiratung  ohne  elterliche  Einwilligung   .  631 

17)  Bestrafung   derer,    die   den   Kindern   ehrbarer   Leute   nach- 
stellen oder  sie  verkuppeln 631 

18)  Von  den  verfangenen  Gütern 631 

19)  Die   Verschwendung   und   ihre   Rechtsfolgen 632 

20)  Unerlaubte  Liegenschaftsveräußerungen 634 

21)  Formvorschrift  für   Verträge   über   Grundstücke    ....  635 

22)  Das  Zugrecht 635 

23)  Von  Testamenten 638 

24)  Behandlung    des    Nachlasses    unbekindeler    Ehen    mangels 
anderweitiger  letztwilliger  Verfügungen 639 

25)  Vom  fremden  Wein  und  der  Herbstrechnung 641 

26)  Tätigkeit  des  Nachlaßgerichts 641 

27)  Von  der  Bebauung  der  Rebgüter 642 

28)  Fahrlässige  Brandstiftung 642 

29)  Rangordnung   bei    Befriedigung    der   Gläubiger   im    Konkurs  642 

30)  Von  der  Steuer 643  • 

31)  Von  der  Leibeigenschaft 644 

32)  Erwerb,  Aufgabe  und  Aufbehalten  des  Bürgerrechts  .  644 

33)  Das  Abzugsrecht 645 

34)  Sachbeschädigung 647 

35)  Zuwiderhandeln   gegen   die   Vorschriften   über  den  Gerichts- 
stand für  Überlinger  Bürger 647 

36)  Pfändung  um   Schulden  oder  Gült 648 

37)  Verfügungsbeschränkung    für    Pfleger 648 

38)  Verbot,    Holz    in    die   Stadtgräben   zu    legen 648 

39)  Wegzug  von  der  Stadt 648 

40)  Von  den  Handwerksburschen 648 

41)  Befähigungsnachweis  für  Handwerker 649 

42)  Erneuerte   Steuerordnung 649 

LXXII.  Vertrag  zwischen  der  Grafschaft  Heiligenberg  und  der  Stadt  Über- 
lingen wegen  der  strittigen  Gerichtsbarkeit 652 

LXXIII.  Vergleichs-Rezeß    zwischen    der    Grafschaft   Heiligenberg    und    der 
Stadt   Überlingen   wegen    der   Unteruhldingischen    Schiffahrt   und   der 

Fruchtmärkte  daselbst  u.  dergl 677 

LXXIV.    Ratsconclusum    über   die   Reduktion    zweier   Löwenräte   und    aller 

acht  Richter.  -Besetzung  des  unteren  Stadtgerichts  u.  a 681 

LXXV.  Vertrag  zwischen  der  Grafschaft  Heiligonberg  und  der  Stadt  Über- 
lingen  wegen   der   Gerichtsbarkeit t>85 

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Berichtigungen. 


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unten    ^  : 

.    458 

13 

oben      ^  : 

wirt  er  des  (statt  der)  überkomen. 
7  statt  8. 
ald  statt  als. 
ain  statt  am. 
dargan  statt  dar,  gan. 
nit  statt  mit. 

iiit  gehaben  möcht.     Ald  ob.  .  . 
großes  oder  kleines  (ohne  Konmia!). 
nit  statt  mit. 
varender  statt  warender. 
verwilgung  statt  verwilgeng. 
Actum  statt  actum, 
absagung  statt  Absngung. 
von  stall  vom. 
zu  recht  statt  förecht. 
das  da  rint,  in  kainem  wege.    (Komma!) 
wagmaister  statt  ragmaister. 
Dto  statt  Oto. 

es  nicht  heißen:  erweitert,  sondern  nur:  neu  bezeichnet. 
(Die  Grenzen  blieben  immer  dieselben.) 
ausfluß  statt  aussi'hluß. 
undern  statt  unden. 
Wächters  statt  Wächters. 
Anm.  11  statt  Anm.  1. 
Michi  statt  michi. 
Reutlinger  statt  Reutlingen, 
fahet  statt  fahrt, 
fahen  statt  fahren. 
XXXXVIIa  statt  XXXXVII. 
Hasenordnung  statt  Haasenordnung. 
ernewerten  statt  emwerten. 

ob  aber  ain  maister  oder  fraw  ain  knecht  oder  niagd 
ain  Winter  außfüetteret,  .  .  (ohne  Komma!). 


XXIX 


Einleitung. 


Die  Urkunden  der  Stadt  Überlingen  am  Bodensee  reichen  nicht 
so  weit  zurück  wie  ihre  Geschichte.  Iburinga  villa  publica,  herzog- 
licher oder  königlicher  FronhofS  erscheint  schon  im  Jahre  770  als 
Ausstellungsort  einer  St.  Galler  Urkunde*,  und  ebenso  erwähnt  die 
um  das  Jahr  780  verfaßte  Vita  Sancti  Galli  eine  villa  Iburninga.^  Volle 
vier  Jahrhunderte  verschwindet  sodann  der  Fronhof  Überlingen  aus 
der  Geschichte,  um  Ende  des  12.  Jahrhunderts,  zur  Zeit  der  Gnmd- 
herrschaft  der  Staufer  in  Überlingen  (1191[?]— 1268),  als  Stadt  wieder 
zu  erscheinen. 

In  welches  Jahr  die  Stadtgründung  fällt,  läßt  sich  mangels  jeg- 
lichen urkundlichen  Nachweises  nicht  genau  ermitteln;  die  bisherige 
Forschung  nimmt  an,  daß  sie  im  Jahre  1191  bereits  erfolgt  war.* 

Die  Urkunde  über  die  Verleihung  des  Stadtrechts  ist  wohl,  wie 
noch  zahlreiche  andere  Urkunden,  dem  großen  Stadtbrande  im  Jahre 
1279*  zum  Opfer  gefallen. 

Vom  Ende  der  Stauferherrschaft  an  gehörte  Überlingen  zum  Reiche 
und  behielt  seine  zünftig-patrizische  Verfassung,  abgesehen  von  einer 
kurzen  Unterbrechung  unter  Karl  V.,  bis  zum  Verlust  seiner  Reichs- 
unmittelbarkeit  durch  den  Frieden  von  Luneville. 

In  die  erste  Zeit  der  Zugehörigkeit  zum  Reiche  fällt  die  Ent- 
stehung des  ältesten  Stadtrechts.  Die  in  vorliegender  Bearbeitung  mit 
Stadtrecht  II,  III  und  IV  bezeichneten  Gesetzestexte  sind  Nouredak- 
tionen  dieses  ersten  Stadtrechts  mit  mehr  oder  weniger  zahlreichen 


*  Krieger y  Topographisches  Wörterbuch  des  Großherzogtums  Baden,  2.  A.  1905, 
Bd.  II,  S.  1223. 

*  In  Lichtdruck  wiedergegeben  bei  SeviUy  Kaiser  Rotbarts  Fronhof  Überlingen,  1900. 
Vgl.  Urkundenbuch  der  Abtei  St.  Gallen  I,  56. 

»  S.  Gall.  Mitteil.  N.  F.  II,  20.  Vgl.  Schäfery  Wirtschafts-  und  Finanzgeschichte  der 
Reichsstadt  Überlingen  am  Bodensee  in  den  Jahren  1550— 16i28.  [Crierkes  Unter- 
suchungen etc..  Heft  44,  S.  1  f.] 

*  Schäfer,  a.  a.  0.,  S.  5. 

*  Vgl.  Staiger,  Die  Stadt  Überlingen  a.  B.,  185Ö,  S.  118. 


XXX  Einleitung. 

Novellen,  keine  eigentlich  neuen  Stadtrechte.  Bei  St.  II  und  IV  er- 
schien wegen  der  zahlreichen  Verschiedenheiten  die  Mitteilung  des 
vollständigen  Textes  erforderlich,  während  von  St.  III  nur  die  in  St.  II 
nicht  enthaltenen  Bestimmungen  aufgenommen  wurden. 

Im  übrigen  hält  sich  die  Publikation  in  dem  Rahmen,  der  ihr 
durch  das  von  Professor  Dr.  Roder  bearbeitete  Villinger  Stadtrecht 
vorgezeichnet  war. 

Die  Aufnahme  der  umfangreichen  „Protokolle  sämtlicher  Ge- 
bote und  Verbote  des  Rats  zu  Überlingen**  aus  den  Jahren  1552 — 1609 
konnte  nicht  gut  umgangen  werden,  ohne  einen  wesentlichen  Teil  des 
Stadtrechts  i.  w.  S.  außer  Betracht  zu  lassen.  Diese  Protokolle  stellen 
die  Kodifizierung  fast  aller  sowohl  vorher  wie  nachher  geltenden  Rechts- 
grundsätze auf  dem  Gebiete  der  Gewerbe-  und  Volkswirtschaftspolitik, 
der  öffentlichen  Gesundheit,  Sicherheit  und  Sittlichkeit  dar.  Nun  mag 
zwar  die  Berechtigung  der  Aufnahme  der  Gesetze  und  Verordnungen 
wirtschaftspolitischen  Charakters  in  den  Stadtrechtspublikationen  im 
allgemeinen  mit  mehr  oder  weniger  Recht  angezweifelt  werden,  im 
besonderen  —  und  dies  trifft  namentlich  in  bezug  auf  das  Überlinger 
Stadtrecht  zu  —  wird  sich  eine  reinliche  Scheidung  ohne  Gefahr  für 
die  Vollständigkeit  der  Publikation  nicht  durchführen  lassen. 

Bei  dem  engen  verfassungs-  und  verwaltungsrechtlichen  Zu- 
sammenhang zwischen  der  Stadt  und  dem  Spital  zu  Überlingen  (vgl. 
z.  B.  S.  181)  erschien  auch  die  Mitteilung  sowohl  der  vom  Spital  aus- 
gehenden als  der  auf  das  Spital  sich  beziehenden  Verordnungen  an- 
gebracht. 

In  bezug  auf  die  Behandlung  des  Textes  habe  ich  mich  im  all- 
gemeinen den  von  Roder  befolgten  Grundsätzen  angeschlossen.  Die 
konsonantischen  Wucherungen  wurden  durchgehends  beseitigt.  An- 
langend die  Vokale,  so  ist 

ä,  ä,  ä  =  Mittellaut  zwischen  a  und  o; 

ü,  ö  =  ü   (wobei   ü   den  Umlaut   durch   darauffolgendes  i, 
A  den  durch  e  darstellt); 

ö,  ö  =  ou; 

u  =  uo; 

&  =  ä; 

ft  =  ö. 
Die  Überschriften  wurden,  wo  sie  im  Urtext  vorgefunden  wurden, 
beibehalten,  wo  sie  fehlten,  ergänzt. 

Von  den  Urkunden  zu  vorliegender  Publikation  befinden  sich 
die  unter  II,  111,  IV,  VII,  IX,  X,  XVI,  XX,  XXI,  XXHI,  XXIV,  XXVI, 
XXIX,  XXXX,  XXXXI,  XXXXII,  XXXXV,  XXXXVIIa,  XXXXVIIII,  LH, 


Einleitung.  XXXI 

LIII,  LV,  LVI,  LVIIII  H  und  I,  LXIV,  LXVIII  mitgeteilten  im  Großh. 
Generallandesarchiv  zu  Karlsruhe,  die  unter  XXX  und  LIV  aufge- 
führten im  Spitalarchiv,  alle  übrigen  im  städtischen  Archiv  zu  Über- 
lingen. Das  älteste  Stadtrechtsoriginal  wird  noch  im  Erzbischöflichen 
Ordinariatsarchiv  zu  Freiburg  i.  Br.  aufbewahrt,  doch  ist  dessen  Rück- 
gabe an  die  Stadt  Überlingen  in  die  Wege  geleitet. 

Mit  Rücksicht  auf  das  noch  im  Laufe  des  Jahres  erscheinende, 
von  mir  zu  bearbeitende  Register  und  Glossar  beschränken  sich  die 
Fußnoten  fast  ausschließlich  auf  textkritische  Anmerkungen. 

Dr.  Pr.  Oeier. 


Ueberllngen. 


I. 

stadtrecht.   (St  L) 

Zweite  Hälfte  des  13.  Jahrh.  bis  15.  Jabrh. 

In  Gottes  namen  amen.  Allen  den,  die  disen  brief  sehent  oder 
hJrent  lesen,  kündint  wir,  der  amman,  der  burgermaister  und  die  rit,  || 
der  alt  und  der  junge,  und  öch  die  zunftmaister  der  stat  ze  Überlingen, 
das  wir  mit  gemainem  rät  und  unzerworfenlichen  durch  fiides  sterkerung 
gebietent  allen  ünsren  burgern  ze  Überlingen,  du  nahgesriben  gesetzte 
and  gebot  stät  ze  han  und  ze  behalten,  an  alle  b6se  liste. 

§1. 

Wir  habint  gisezte  und  ufgilet^  das  die  burger,  die  zum  rät 
erweit  sint,  wchegUges  an  dem  fritag  zem  rät  sont  gan  imd  sont  in  dem 
rat  sin,  e  du  rätglogge,  die  man  nach  der  messe  lütet,  werd  verlassen, 
es  sigi  denne,  das  etlichen,  der  dar  nit  eukunt,  ehaftigü  not  sumi ;  und 
swer  zegegen  nit  ist  in  dem  rät,  e  du  glogge  verlassen  werde,  der  git 
der  stat  sehze  phenning,  und  sol  man  die  phenninge  nemen^  e  das  der 
rät  zergange,  und  swele  rätgebe  zem  rät  kunt,  gat  der  danna  an  urlub, 
e  der  rät  zergat,  der  git  öch  der  stat  zehze  phenning. 

§2. 
Swer  a  dem    rät   set,   das  er  nit  sagon    sol,   wirt  er  der  über- 
komen  mit  zwain  erb&ren  mannen,   der   git  der  stat  zehen  phunt  und 
dem  amman  dri  Schilling  und  ist  mainaide,   und  sol  jar  und  tag  vor 
der  stat  sin  und  nümmerme  an  den  rät  komen. 

§3. 
Ir  sont  öch  wissen:  swer  dehain  unzuht*  tat  wider  unser  stet  reht 
und  gesezt  in  dem  zile,  das  anvahet  ze  Vischerhüsern*,  und  gat  unzint 
ze  Hansen  des  Wehters  b&cheU,   und  in  dem  zil,  das  in  dem  Dorf  be- 


'  Aufgelegt.    Riezler  (s.  Bern,  am  Schluß)  liest:  üfgilSt. 

*  Korrigiert  aus:  niemen.  —  *  Verbrechen  i.  w.  S. 

*  Vorstadt  von  Ü.;  vor  dem  jetzigen  Chriatofskeller.    Die  Grenze  zog  sich  von 
hier  nordöstlich  um  das  Dorf  herum  und  wieder  südlich  bis  au  den  See. 

Oberrheinische  Stadtreohie.  n,  2.  1 


2  ÜberÜDgeD. 

griflFen  ist,  und  in  dem  zil,  das  von  dem  Dorf  mit  dem  wege*,  der  gegen 
der  Siechobrugge  wiset,  begriflFen  ist,  und  in  dem  zil,  das  von  der  Siecho- 
brugge  unzint  zem  Obern  Tor  gat,  und  in  dem  zil,  das  von  dem  Obern 
Tor  gat  unzint  zem  Miilibach,  und  fun  dem  Mülibach  unzint  zen  n&hsten 
veluvon*,  und  fun  den  veluvon  unzint  an  den  Se,  und  fun  dem  Se  unz 
an  die  Rinchmure,  der  mflz  die  unzuht  bessiron  und  bflzen,  als  er  si  en- 
mitten  in  der  stat  hetti  getan. 

§4. 
Wir  habint  öch  gesezzet:  swer  den  andern  ze  tode  sieht  in  dem 
vorgenanten  zil,  der  sol  öch  nah  reht  erslagen  werden,  ez  w&ri  denne, 
ob  aine  unser  burger  etlichen  fundi  nahtes  slafßnder  diet^  in  siner 
herberge;  ursleht  der  burger  den,  ob  er  sin  mit  gehaben  mach,  darumbe 
sol  der  burger  mit  erslagen  werden.  Der  burger  sol  öch  swem,  das  er 
in  binüt*  gehaben  mfthti. 

§5. 
Wir  habint  öch  gisezzet:  wil  ain  gast  slahen  ain  burger  mit  gw&f- 
finter  haut,  wird  der  gast  von  dem  burger  erslagen,  so  sol  der  burger 
bezügen  und  fürbringen  mit  zwain  erbS-ren  bürgern  —  beschiht  ez  tages  — 
das  der  gast  über  in  röfti,  oder  uszügi  swert  oder  messer;  und  sol  der 
burger  darumbe  mit  erslagen  werden;  beschiht  es  aber  in  der  naht,  so 
sol  ez  der  burger  behabon  mit  siner  aingun**  haut  und  sond  im  alle 
burger  raten  und  helfen,  und  sol  darumbe  nüschenit*  bessiron^ 

§6. 

Ir  sont  öch  wissen:  swer  den  andern  wndot  oder  in  gewirsot'  mit 
gew&ffinter  liant,  und  in  sweles  lederhosen  ain  verborgen  mortmesser 
funden  wirt,  und  swer  überzügot  wirt  ains  mainaides,  und  swer  välschit 
etwas,  an  dem  der  vi\lsche  schinb&r  ist,  swie  es  binemmet  ist;  wirt  ieman 
überzügot  der  vorgenantun  mistat  dehainain,  der  riht  der  stat  drü  pfunt 
und  dem  amman  drü  phunt ;  der  sol  in  vierzehentagen  us  der  stat  varn 
und  sol  jar  und  tag  vor  der  stat  sin. 

§7. 
Ir  sont  öch  wissen:   ist  dehaine  unser  burger  des  andern  vigent, 
swa  der  burger  den  einen  vient  ze  tode  sieht  oder  wndot,  oder  sussint 


>  Korr.  aus:  wiege. 

•  Weidenbaum,  Geflecht  aus  Weiden  zum  Fischfang.   (Laxer.) 
»  Mensch,  Kerl    Aber  «slaffinder»  Nominativ!  (Diet  =  Zeit?) 

•  Durchaus  nicht.  —  ^  Sic !  —  •  Nichts. 

•  wirseu  =:  verletzen. 


Überlingen.  8 

sieht  oder  übel  handilot,  der  sol  die  unzuht  bfizen,  als  ob  ers  in  der 
I  statt  hetti  getan,  oder  er  sol  bew&rn^  mit  zwain  erbiren  zügon,  das  er 
vor  mit  im  trunk  und  ässi,  und  mit  im  früntlich  und  lieplicli  wandleti. 

§8. 

Wir  habint  öch  gesezzet:  swer  den  andern  vr&velicben  sieht  mit 
ungw&ffiniter  hat,  der  git  der  stat  zehen  Schilling  und  dem  amman  zehen 
Schilling.  Swaz  ain  gast  aim  burger  tat  mit  Worten  ald  mit  werchen, 
das  sol  er  zwivalt  rihten*. 

§9. 

Wir  habint  öch  gesezzet:  swer  den  andern  lasterlichen  schilt,  ist 
er  ain  burger,  der  riht  der  stat  dri  Schilling  und  dem  amman  dri  Schilling; 
[schilt  abir  ain  gast  ain  burger,  der  riht  der  stat  sehz  Schilling  und  dem 
amman  sehz  Schilling.     Es  ist  gesezt.]  ^ 

§  10. 
Wir  habint  öch  gisezzet:  ist  öch,  das  ain  gast  mit  aim  burger  übel 
redet,  mach  der  burger  das  bezügon  mit  zwain  mannen,  sieht  denne^  der 
burger  den  gast,  oder  ieman  *  von  der  burgers  wegen,  darumbe  sont  sü 
nüznit  rihten. 

§11. 

Wir  haut  öch  gisezzet:  swer  uf  den  andern  vr&velich  und  Übelich 
dringet,  der  riht  der  stat  fünf  Schilling  und  dem  amman  fünf  Schilling; 
ist  aber,  das  ain  gast  uf  ain  burger  dringet  vr&velich  und  übelich, 
der  git  der  stat  zehen  Schilling  und  dem  amman  zehen  Schilling. 

§  12. 
Wir  haut  öch  gisezzet:  swer  ainen  ierret,  der  krieger  und  zürner 
schaiden  will®,  der  riht  der  stat  zehen  Schilling  und  dem  amman  zehen 
Schilling. 

§  13. 
Wir^  haut  öch  gisezzet:   swenne  ain  gast  kunt  in  unser  stat,  so 
I    sol  unser  burger,  in  des  herbeg^  der  gast  belibet,  den  gast  manon  und 
I   haissen,  das  er  swert  und  messer  fun  im  lege;  manot  aber  unser  burger 


*  AI«  wahr  dartnn,  beweisen.    (L.) 

'  Der  Nachsatz  von  cswaz»  an  ist  von  späterer  Bd.  des  14.  Jahrh.  mit  hellerer 
Tinte  hinzogefügt. 

»  Von  [bis]  mit  hellerer  Tinte  wohl  von  derselben  Hd.,  von  der  der  Nachsatz 
des  vorhergehenden  Paragraphen  stammt,  durchstrichen.  Die  letzten  drei  Worte  sind 
▼on  späterer  Hd.  des  14.  Jahrh. 

*  Die  Silbe  cne»  ist  von  späterer  Hd.  hinzngefdgt.  —  *  Sc. :  anders. 

*  Wer  einen  daran  hindert,  zwei  in  Feindschaft  lebende  zu  versöhnen. 

'  Über  diesen  Absatz  steht  von  späterer  Hd.  geschrieben:  ris  (?)  —  >  Sic! 


4  ÜberliDgen. 

den  gast  nüt,  so  riht  er  der  stat  fünf  Schilling  und  dem  amman  dri 
Schilling.  Ist  aber,  das  der  gast  versmahot  fun  im  ze  legen  swert  und 
messer,  und  wil  ünsren  gisezten  nüt  gehorsam  sin,  so  sol  der  burger, 
in  des  hus  des  gastes  ros  sint,  du  rosse  lasterlichen  ustriben  und  slahen, 
und  sol  der  gast  umb  die  versmähde  rihten  der  stat  ain  phunt  und  dem 
amman  ain  phunt;  und  ist,  das  der  burger  du  ros  nüt  ussleht,  als  dik 
er  das  übergat,  als  dik  riht  er  der  stat  fünf  Schilling  und  dem  amman 
dri  Schilling.  Wir  haut  öch  gisezt,  das  dem  gast,  der  swert  und  messer 
tret^,  nieman  ze  essen  noch  ze  trinken  sol  gen,  wan  ain  aingen  ertrunch^; 
und  swer  die  gisezt  brichet,  der  riht  der  stat  fünf  Schilling  und  dem 
amman  dri  Schilling. 

§  14. 
Wir'  haut  öch  gisezzet:  w&r,  das  dehain  ünsir  burger  mit  anandren 
kriegetint  und  zerwrfint,  swa  das  beschiht,  ist,  das  der  amman,  oder 
der  burgermaister,  oder  des  rätes  dehaine*,  oder  der  zunftmaister  dehaine 
zegegen  sint,  die  sont  den  kriegern  und  den  zümem  gibieten  bi  ir  aide, 
das  sü  ir  zorn  und  ir  krieg  ablassint,  und  sweli  undir  den  kriegern  nit 
gehorsam  sint  und  den  ratgieben  nit  er  bietent  und  unser  gisezt  briechent, 
die  gent  der  stat  fünf  Schilling  und  dem  amman  dri  Schilling. 

§  15. 
Wir*  haut  öch  gisezt:  kriegot  ain  gast  mit  aim  burger,  wil  der  gast 
den  krieg  and  den  zorn  nüt  ablan,  so  er  ermanot  wirt  fun  dem  ammaD, 
oder  fun  dem  burgermaister,  oder  fun  der  rätgeben  aim,  oder  fun  der 
zunftmaister  aim,  so  sont  die.  burger  allesament,  die  zegegen  sint,  an 
den  gast  vallen  und  haben,  unz  er  die  versm&hde  gibessiregi;  und  sol 
der  gast  der  stat  rihten  zehen  Schilling  und  dem  amman  dri  Schilling. 
Ist  öch,  das  ein  gast  ain  bui-ger  sieht  mit  ungw&ffinter  haut,  der  riht 
der^  stat  ain  phunt  und  dem  amman  ain  phunt,  und  sol  iegliche  burger, 
der  zegegen  ist,  den  gast  haben,  unz  er  die  unzuht  gerihte,  oder  er  git 
der  stat  fünf  Schilling  und  dem  amman  dri  Schilling. 

8  16. 

Ist  öch,   das  ein  gast  üschit^  ze  clagen  het  uf  ain  gast,   ez  w5.r 

umb  röp,  umb  diepstal,  umb  brant®,  oder  umb  ander  gelich  ding,  der 

sol   in  ze   geriht   fürn   mit  dem  gebüttel   oder   mit  des  rihters  kneht, 

oder  mit  dem  burgermaister,  oder  mit  der  ratgieben  aim,  oder  mit  der 


*  Trägt.  —  «  Lies:   ertrunk. 

•  Über  diesem  Absatz  steht  von  späterer  Hand  geschrieben:  40  fi"   A. 

*  Einige.  —  *  Über  diesem  Abs.  von  späterer  Hd.:  5  Pfd. 

•  Die  beiden  letzten  Worte  über  der  Zeile  von  späterer  Hd.  eingefügt. 
'  Irgend  etwas.    -    «  Brandstiftung. 


Überlingen.  5 

znnftmaister  aim;  und  ist,  das  der  gast  willeclich  ze  geriht  wil  gan,  so 
sol  nieman  siu  hant  an  in  legen;  leti^  darüber  ieman  sin  hant  an  in 
and  viengi  in,  der  riht  der  stat  drü  phunt  und  dem  amman  drü  pbunt. 
W&r  abir,  das  der,  der  ze  geriht  gerüft  ist,  willeclichen  nüt  welti  dar 
komen,  so  sol  der  stat  gebüttel  oder  des  rihters  kneht  den  selben  vahen 
und  vr&velich  ze  geriht  ziehen.  W&r  abir,  das  der  gebüttel  umb  helfe 
fragt:  sweli  burger  das  sehent  oder  hfimt,  die  sond  im  helfen;  tünt  sü 
des  nüt,  so  rihtent  sü  der  stat  zehen  Schilling  und  dem  amman  dri 
Schilling.  Es  ist  öch  gisezt:  weit  aine  ünsir  burger  ain  gast  umb  die 
Yorgenantun  sache  ze  geriht  r&fen,  das  sol  er  mit  des  rihters  hotten  tfin; 
mag  er  den  nüt  han,  so  sol  er  mit  dem  burgermaister,  oder  mit  der 
rdtgeben,  oder  mit  der  zunftmaister  aim  den  gast  ze  geriht  ziehen ;  mag 
er  diero  öch  enhain  han,  so  mag  er  wol  selbe  in  mit  sinen  gisellen  oder 
mit  andren  burger  mit  gewalt  ze  geriht  ziehen;  der  burger  sol  abir  swem, 
das  er  der  vorgenanten  botton  und  rätgieben  enhain  mfthti  han;  swer 
aber  nit  tot,  als  da  vor  gesprochen  ist,  der  git  der  stat  fünf  phunt  imd 
dem  amman  dri  Schilling. 

§  17. 
Wir  hant  öch  gesezt:  swer  den  andern  wndot  mit  gew&flfenter  hant, 
den  sol  man  haben  sehs  wochan  und  zwen  tag,  und  besch&hi,  das  der 
gewundot  in  den  selben  sehs  wochan  und  zwain  tagen  sturbi,  so  sol  man 
den  andern  öch  nach  reht  erschlahen.    Ist  aber,  das  der  gewndot  lebt  die- 
selben sehs  wochan  und  zwen  tag,  so  sol  der  ander  nit  erschlagen  werden, 
doch  sol  er  der  stat  rihten  drü  phunt  phen'ning  und  dem  amman  drü 
phunt,  und  sol  us  der  stat  varn,  als  da  vor  gescriben  ist;  und  hat  er  nüt 
gfttes,  das  er  die  ainung  gerihten*  mfig,  so  sol  man  im  die  hant  ab- 
schlahen.     Ist  aber,  das  es  ain  gast  tut,  der  riht  die  ainung  zwivalt. 

§  18. 
Wir  hant  öch  gesezt:  swer  den  andern  an  aim  ögen  blendet,  der  git 
der  stat  zehen  phunt  phenning  und  dem  amman  drü  phunt  phenning,  und 
so]  iar  und  tag  vor  der  stat  sin,  und  siner  helfer  ieklicher  git  öch  der  stat 
zehen  phunt  und  .  .^  dem  amman  dri  phunt,  und  sont  iar  und  tag  vor 
der  stat  sin.  Swer  öch  den  andern  an  beden  ögen  blendet,  der  git  der 
stat  zwainzig  phunte  phenning  und  dem  amman  drü  phunt  phenning, 
und  sol  iar  und  tag  vor  der  stat  sin,  und  siner  helfer  ieglicher  git  öch  der 
stat  zwainzig  phunte  phenning  und  dem  amman  drü  phunt  phenning,  und 
sont  iar  und  tag  vor  der  stat  sin.    Swele  aber  nit  hat,  das  er  die  ainung 

nit  gerihten  mag,  dem  sol  man ienem *  er  die  ainung 

verschult  het. 


*  Legte.  —  '  Korrigiert  aus:  berichten. 

'  Pnnkte  im  Original.  ~  *  unleserlich  infolge  Abreibung. 


6  Überlingen. 

§  19. 
Wir  hant  öch  gisezt,    das  enhain  erben,   es  sigint  wib  oder  kinf 
sont  gelten^  dehain  burgschat',  die  iro  vatter  oder  ir  man  gelobt  hant 

§  20. 
Wir  hant  öch  gisezt,  das  enhaine  ünsir  burger  dehainem  gast  g( 
halti*  dehain  win,  der  in  unser  wingarton  ether  nüt*  wahset;  es  sol  öc 
enhain  unser  burger  denselben  win  weder  köfin  noch  an  giilt  nemer 
swer  das  gebot  brichet,  der  riht  der  stat  fünf  phunt  und  dem  amma 
dri  Schilling.  Swer  öch  den  lüten  win  gehalt,  der  in  ünsirm  ether  wahse 
die  weder  stümd  noch  waohont,  der  riht  öch  der  stat  fünf  phunt  un 
dem  amman  dri  Schilling.  Ist  aber,  das  ain  gast  win  köfb  umb  die  bu 
ger,  der  mag  in  wol  legen  in  die  stat  unt  kunt  darumbe  in  hain  schadei 

§21. 

Wir*  hant  öch  gesetzet,  das  niemen  kain   win  in  kainen  torg 

sol  usgewinnen  des  wingarten,  der  nit  hie  verdienot*  ist;  und  an  a 

mSnigem  der  torgelmaister  das  brichet,  da  ist  der  torgelmaister   vc 

iegUchem  der  stat  vervallen  umb  ain  phunt  und  dem  amman  sin  geril 

§  22. 
Wir  hant  öch  gisezt,  das  enhaine  unser  burger  niena  clagnon  s 
von  dehainen  ünsren  burgern,  wan  allaine  ünsirm  amman  umbe  dehai 
Sache,  swie  si  sige,  noch  sol  die  clag  niena  fürlegen,  wan  allain  ünsen 
amman,  es  wäri  denne  umb  ain  e,  oder  umbe  ain  mainait,  oder  um 
weher;  und  swer  das  brichet,  der  riht  der  stat  fünf  phunt  imd  dei 
amman  dri  Schilling. 

§  23. 
Wir  hant  öch  gesezt,  das  enhaine  ünsir  burger  umb  gült  nier 
phenden  sol,  er  nemi  e  urlub  von  dem  amman,  von  dem  burgermaistc 
und  von  aim  der  rätgeben,  und  von  aim  der  zunftmaister;  der  d; 
brichet,  der  git  der  stat  fünf  phunt  und  siner  helfer  ieglicher  fu; 
Schilling,  und  düselbun  phant  sol  nieman  gehalten  und  virphende 
wan  sin  helfer. 


»  Bezahlen.  —  '  Bürgschaft. 

•  Bewahren,  aufheben. 

*  Dieses  Wort  von  derselben  Hd.  über  der  Zeile. 

*  Dieser  Absatz,   mit  blasserer  Tinte  geschrieben,   stammt  von   einer  jünger 
Hd.  des  U.  Jahrh. 

•  Versteuert. 


ÜberlingMi.  7 

§24. 

Es  ist  öch  gisezt:  swer  ain  ros  pbenden  wil,  der  tfigi  das  und  durch 
der  stat  ere;  und  wil  der  virsezsser^  das  ros  Iftsen,  so  sol  man  im  es 
wider  gen,  und  sol  in  nieman  daran  ierren. 

§  25. 
Wir*  haut  öch  gisezt:  swer  sinem  aigen  herren  dienot  us  der  stat 
ludnlichen  oder  offenlichen  mit  dehainem  gedinge,  er  schenke  im  denne 
ain  kantli  wines,   den  schirmet  enhain  burchreht,  wan  als  verre  du 
stür  gat. 

§  26. 

Wir  haut  öch  gisezt:  swele  burger  ain  wip  nint  mit  sfilicbem  ge- 
dinge, das  er  verbürgot  und  gedingot  ainen  val ',  der  riht  der  stat  zeben 
phont  und  dem  amman  dri  Schilling;  und  swele  unsir  burger  dem 
selben  hilft,  der  sol  die  selbun  ainung  gen  und  fürbas  enhain  burch- 
reht han. 

§27. 

Wir  hant  öch  gisezt:  swer  dem  amman  drü  phunt  wettot*  und 

der  stat  drü  phunt,  der  sol  us  der  stat  vam  in  zwain  wochon  und  sol 

osrant^  der  Rinchmur  beliben  iar  und  tach;  ist  abir,  das  er  villicht  in 

die  stat  gat  in  dem  vorgenanten  zil,  so  ist  er  mainait  und  sol  zem  andern 

mal  gezühtigot  werden  also,   das  er  die  vorgenantun  ainunge  riht  der 

stat  und  dem  amman,  und  sol  öch  us  der  Rinchmur  beliben  als  vil 

zites,  als  da  vor  giset*  ist;  und  so  iar  und  tag  hinkomet,  so  soP  er  in 

die  stat  mit  gan,  e  er  von  den  rätgeben  bisent^  wirt,  mag  öch  er  die 

vorgenantun  ainung  mit  verrichten,  so  sol  man  im  die  haut  absiahen. 

§  28. 
Wir  hant  öch  gisezt:  swer  dem  andern  nahtes  sin  zun  brichet,  oder 
swer  den  andern  nahtes  ungetnilich  schadgot  in  sinen  garton,  an  sinen 
rebon,  an  sinen  bomen,  an  sinen  winbern,  oder  an  sinen  krutern,  das 


»  Von  jüngerer  Hd.  des  14.  Jahrh.  durchstrichen;  darüber:  versetzer. 

«  Dieser  Absatz  ist  mit  jener  hellen  Tinte,  mit  der  die  Nachträge  des  14.  Jahrb. 
geschrieben  sind,  durchstrichen.  (Erscheint  aber  trotzdem  in  der  späteren  Redaktion 
des  Stadtrechts  wieder.) 

s  Val  ist  zunächst  Todfall,  dann  das,  was  dem  Herrn  eines  Gutes  entrichtet 
wird,  wenn  dasselbe  durch  Tod  (val)  oder  sonstwie  den  Besitzer  ändert.  (L.)  Vgl. 
Privileg  K.  Rudolfs  v.  1275 :  quod  nemo  decedentis  bona  sibi  debet  attrabere  eo  iure, 
quod  cval>  vulg^riter  appellatur. 

*  Strafe  bezahlt;  vgl.  wettphenniger.  —  *  Außerhalb. 

«  Von  jüngerer  Hd.  des  14.  Jahrh.  durchstrichen  und  darüber  geschrieben:  geseit. 

^  Über  der  Linie  von  derselben  Hd. 

'  besenden  =  holen  lassen. 


R  Überlingen. 

sont  die,  den  der  schad  bischiehen  ist,  sint  sü  als  erbär,  es  sigin 
VTOwan  oder  man,  mit  ir  ainger^  hant  behaben;  swer  das  tftt,  der  rih 
der  stat  drü  phunt  und  dem  amman  dri  Schilling.  Swer  öch  dem  anden 
nabtes  sin  venster  zerbrichet,  oder  in  mit  dehainer  serunge  unrüwij 
machot,  der  da  gisert  wird,  der  bibebt  ez  öch  mit  siner  ainger  hant,  un( 
sol  mam  geloben ;  swer  abir  den  schaden  tfit,  der  riht  der  stat  ain  phun 
und  dem  amman  dri  Schilling;  und  swer  den  andern  schadgot  tages  ii 
sinen  wingarten,  oder  an  den  vorgenanten  dingern,  der  riht  der  sta 
zehen  Schilling  und  dem  amman  dri  Schilling,  und  einem,  dem  er  dei 
schaden  tot,  dri  schilUng  und  sin  schaden  zwigiilten,  und  sol,  der  di 
geschadgot  ist,  das  mit  siner  aingun  hant  behaben. 

§  29. 

Wir*  hant  öch  gisezt,  das  unhaine'  ünsir  burger  sol  varn  in  deÜai: 
raise  und  in  debain  urlüge^,  und  nieman  ze  helfe  komen,  wan  ünsirt 
herren,  dem  künge,  und  sinem  vogt  und  phleger,  an  *  ünsirs  ammani 
und  des  burgermaisters,  und  der  r&t,  und  öch  der  zunftmaister  urluh 
swer  das  gebot  und  die  gisezt  brichet,  der  riht  der  stat  fünf  phunt  un 
dem  amman  dri  Schilling. 

§  30. 

Wir  hant  öch  gisezt:  sweli  röp  köfen,  oder  in  phandes  name 
üschit  daruf  lihent,  imd  in  behabent,  die  rihtent  der  stat  drü  phur 
und  dem  amman  dri  Schilling. 

§  31. 

Wir  hant  öch  gisezt:  in  swelam  huse  ain  für  ufgat,  swer  in  der 
huse  wirt  ist,  ob  der  das  für  verbergen  wil  und  die  tür  nit  uftüt,  un< 
öch  nit  sriget,  und  ob  das  sin  nahgeburen  sehent,  das  er  enhain  wis^ 
das  für  offinot,  so  mag  ain  sin  nahgebur  darüber  swern;  und  riht  aii 
solicher,  der  das  für  verbirget,  der  stat  fünf  phunt  und  dem  amman  di 
Schilling.  Wir  gebietent  öch:  und  sweli  zem  für  löfent  und  das  fü 
nit  helfen t  löschen,  die  rihtent  der  stat  ain  phunt. 

§  32. 
Wir  gebietent  öch,  das  dehaine  ünsir  burger  dehain  clag  haige 
umb  dehain  gült  fun  den,  die  vail  gut  fürnt  in  unser  stat,  oder  wii 
köfen  und  den  verfürn  went,  und  die  clag  tügi  von  ir  herro  weger 
es  w&ri  denne,  das  sü  im  von  aigern  gült,  oder  von  burgscheft'  g( 
bunden  w&rint. 

•  Eigner.  —  *  Über  diesem  und  jedem  der  folgenden  Absätze  steht  von  eine 
Hd.  des  15.  Jalirh.:  scbrib. 

•  Keiner.  —  *  Krieg.  —  *  Von  neuerer  Hd.  korrigiert  in :  ane. 

•  Von  einer  Hd.  des  15.  .lahrh.  ist  hier  übergeschrieben:  oder  ainan  verbi< 
als  heft.  —  '  Korrigiert  von  späterer  Hd.  aus :  burgschaft. 


ÜberlingeD.  9 

§3S. 

Wir  hant  ftch  gisezt,  das  enhain  winschenk  enhain  win  türo^  schenken 
sol,  wan  als  er  in  köft,  er  giwinn  denne  an  dem  f&der  fünf  Schilling 
und  ain  phunt  an  gevSrde.  Der  das  brichet,  der  riht  der  stat  ain  phunt 
nnd  dem  amman  dri  Schilling. 

§  34. 

Wir*  hant  öch  gesetzet:  swele  wirt  ain  win  koft  ane  ander  der 
rinnen,  den  sol  er  schenken  nach  der  stat  sazzung;  tat  er  des  nit  und 
verkoft  den  win  anders,  denne  das  er  in  schenkt  nach  der  stat  sazzung, 
als  dikke  er  das  tut,  so  riht  er  der  stat  von  iedem  boden'  ain  phunt 
und  dem  amman  sin  geriht. 

§35. 

Wir  hant  öch  gisezt  eweclich,  das  allenn&nglich,  es  sigint  burger 
odCT  gest,  die  geköften  zinsgelt  hant,  von  hüsern  oder  fiin  hofstetten, 
68  sigi  in  der  stat  oder  vor  der  stat,  die  an  den  stetten  ligent,  die  mit 
ÜDsstünrd^,  die  zinsherren  sont  den  zins  wider  gen  ze  lAsen  iren  zins- 
gülton  umb  das  höpgut,  da  der  zins  umb  köft^  wart,  also  das  die  zins- 
lieer  das  höpgät  den  zinsherren  zu  sant  Jacobes  dult  gelten  sont;  ist 
aber,  das  die  zins  herren  das  höpgfit  verspriechent  und  es^  mitniemen 
went,  darnach  sint  die  zins;  Iftser  ümmirme^  ledig  von  dem  zins  doch 
sint  8ü  des  höpgütes  den  zinsherren  gebunden.  Ist  aber,  das  die  zins- 
loser das  höpgät  bringent  nach  sant  Jacobes  tag,  so  sont  sü  den  zins 
desselben  iares  mit  dem  höpgüt  den  zinsherren  bringen. 

§  36. 
Wir  hant  öch  gisezt:  swele  burger  sinü  guter  verköfen  wil,  du 
in  ünsirm  ether  üegent,  dehainem  gast,  gailichem*  oder  weltlichem,  der 
burger  soll  mit  dem  gast  sunderlich  gedingon,  das  er  von  den  gittern 
dienegi^  als  er  müsi^^  tun,  ob  er  burger  w&ri.  Derselbe  burger  sol  öch 
vor  den  rätgieben  mit  zwain  erb&ren  mannon  bezügon,  das  er  das  vor- 

*  Teurer. 

*  Dieser  Absatz  von  späterer  Hd.  des  14.  Jahrh. 

*  Boden  =:  Faß  (pars  pro  toto). 

^  So  im  Original  anstatt:  stürnd. 
^  =  dammb  der  zins  kÖft  wart. 

*  Dieses  Wort  ist* von  einer  Hd.  des  15.  Jahrh.  eingefügt. 

'  Durchstrichen.     Darüber  von  späterer  Hd.  des  15.  Jahrh.:  iemerme. 

^  Von  einer  Hd.  des  15.  Jahrh.  durchstrichen  und  überschrieben:  gaischlicheu. 

*  diene,  Steuer  zahle. 

i<*  Von  derselben  Hd.,  wie  unter  6  genannt,  durchstrichen  und  überschrieben: 
m^Bse. 


10  Überlingfen. 

genant  gedinge  mit  dem  köfer  habi  getan;  swele  bnrger  abir  der  gisi 
ungehorsam  ist,  der  sol  den  vierdentail  desselben  g&tes  der  stat^  riht 
und  dem  amman  dri  Schilling,  und  sont  die  burger  den  underkfifl 
swarlich  zühtigon. 

§  37. 
Wir  haut  öch  gisezt,  das  weder  ain  amman  noch  sin  erben, 
der  amman  mit  en  ist,  oder  von  dem  amt  gisezt  wrdi,  enhain  gült  V( 
dron  sont,  noch  niemen  umb  dehain  unzuht,  von  bürgern  oder  von  gestc 

§  38. 

Wir  hant  öch  gisezt,  das  enhain  ünsir  burger,   es  sigi  wip  oc 
man,   köfi  oder  verköfi  dehainü  göter,  du  in   dem  ethern   ligent, 
ainem  libtinge;  swer  das  mit  st&t  het,  der  riht  der  stat  funfphunt  uj 
dem  amman  dri  Schilling*. 

§  39. 

Wir  hant  öch  gisezt:  swer  den  andern  [an  dehainen  sinen  lid€ 
gewirset,  das  sü  im  unnuzze  sint,  ane  an  den  ögen,  der  riht  der  s 
drü  phunt  und  dem  amman  dni  phunt  und  sol  jar  und  tag  vor  c 
stat  sin].* 

§  40*. 

Wir^  habin  och  gesetzt,  das  enkain  unser  burger  noch  niem 
anders,  über  den  wir  ze  gebietent  habint,  enkain  frowen  zer  e  nem 
sol,  du  der  herren  von  Salmenswiler  aigen  ist,  es  w&r  denne,  das  d 
selb  man  och  der  herren  von  Salmenswiler  aigen  w&r  von  dem  Hb  .  . 
Es  sol  och  enkain  frow  enkainen  man  ze  der  e  nemen,  der  der  herr 
von  Salmenswiler  aigen  ist,  es  wir  denne,  das  düselb  frow  och  d 
herren  von  Salmenswiler  aigen  w5r  von  dem  lib.  Wer  aber  das  üb( 
fAre,  es  w&r  wib  alder  man,  der  sol  den  burgern  und  der  stat  vervall 
sin  das  drittail  alles  des  gutes,  das  er  denne  hat,  es  sie  ligent  ald 
varent  gut,  als  dikk  das  von  ieman  überfarn  wirt,  und  dem  ammi 
sin  geriht. 

§  41. 

Wir  habint  och  gesetzt :  wer  sinem  aigen  herren  dienot  uss  der  stj 
hainlich  alder  offenlich,  mit  dehainem  ding,  er  schenk  im  denne  a 
kSntli  wins,  den  schirmet  enkain  burgreht,  won  als  verre  dii  stür  ga 


'  Diese  beiden  Worte  über  der  Linie  von  gleichzeitiger  Hd. 
'  ünterkaufer,  Unterhilndler. 

*  Eine  Hd.  des  15.  Jabrh.  fügt  hinzu:  und  sol  och  nit  kraft  han. 

*  Von  [bis]  von  jüngerer,  aber  noch  dem  14.  Jahrh.  angehörenden  Hd. 

»  Dieaer  und  die  beiden  folgenden  Absätze  gehören  der  2.  Hälfte  des  14.  Jahrh.  s 

*  Dieser  ganze  Absatz  mit  gleichfarbiger  Tinte  durchstrichen. 

'  Punkte  im  Original.  —  *  Bis  hierher  übereinstimmend  mit  §  25. 


Überlinjjren.  11 

.  .  .  .^  Aid  w&r  och,  das  sich  ieraan  mit  sinem  aigen  herren  satzti 
also,  das  er  im  järgelichs  ainen  genanten  zins  gäbe,  es  w&r  pfeSers, 
wachs,  phenniug,  ald  welerlaie  es  w&r,  das  wider  unser  stett  reht  und 
gesetzt  w&r,  alder  erb  alder  v&lle  hinuss  g&be.  Wer  aber  diser  vor- 
gescribenen  stukk  dehaines  bricht  mid  überfert,  es  sie  wib  alder  man, 
der  ist  och  den  bürgern  und  der  stat  vervallen  ains  drittails  alles  des 
gfites,  so  er  hat,  es  sie  ligent  alder  varent  gut,  und  dem  amman  sin 
geriht,  und  sol  darzu  iemerme  ussrent  dem  ettem  sin. 

§  42. 
Wir  habint  och  gesetzt,  das  enkain  unser  burger  noch  nieman, 
über  den  wir  ze  gebietent  habint,  enkain  reban  legen  sol  &ssrent  den 
zun,  als  unser  etter  begriffen  het,  und  als  er  geordenot  ist,  als  unser 
vehwaid  gat;  und  wer  das  darüber  t&t,  der  riht  der  stat  von  ieder  hof- 
stat  5  flf,  und  dem  amman  sin  geriht,  als  dikk  ers  tut,  und  sol  man  die 
reban  ussziehen  und  das  vehe  darin  schlahen,  und  damit  fr&velt  nieman. 

§  43. 
1864,  Juni  1. 
Wir*  habint  och  gesetzt:  wer  der  ist,  der  unser  burger  ist,  und  der 
von  ungehorsami  wegen  burkreht  ufgit  darumb,  das  er  nit  burgermaister, 
noch  rätzherre,  noch  zunftmaister,  noch  ain  vierundzwainziger,  noch 
ain  ainlüfer  werde,  ob  man  sin  an  in  kunt,  wele  burkreht  darumb  ufgit, 
und  dafür  nit  swerren  wil,  das  ers  darumb  nit  entigi',  der  sol  fünf  jar 
vor  der  stat  sin  ussrenthalb  ünserm  ettem,  und  sol  in  och  die  fünf  jar 
enkain  unser  burkreht  nit  schirmen,  und  sol  och  die  fünf  jar  unser 
böiger  nit  haissen  noch  sin.     Actum  anno  LX^IV®  prima  die  Junii. 


§  44. 
1364,  Jani  19. 

Wir  habint  och  gesetzt:  wer  den  andern  von  zornes  wegen  iu  dehain 
hus  jegt  und  im  über*  die  s welle  inhin  nachloffet,  er  slahe  oder  er  slahe 
nit,  es  sie  ainer  alder  me,  und  wie  maniger  iro  ist,  der  sol  iegelicher 
fünf  phunt  ^  gen,  und  dem  amman  sol  von  den  5  ff  werden  10  |i,  und 
sol  darzfl  jar  und  tag  vor  der  stat  sin,  ussrenthalb  unserm  ettern,  als 
dikk  ers  tut;  und  wer  dis  vorgeschribenen  Satzung  überfert  mit  gew&f- 
fenter  haut,  der  riht  der  statt  siben  phunt  phenning  und  dem  amman 
drü  phunt  phenning,  als  dikk  ers  tut,  und  sol  darzü  jar  und  tag  vor 
der  stat  sin  ussrenthalb  unserm  ettern. 


^  Punkte  im  Original.  —  >  Dieser  nnd  die  folgenden  3  Absätze  von  neuerer  Hd. 

•  Tue  (mit  Negation). 

*  Diese  drei  Worte  doppelt,  das  erstemal  jedoch  durchstrichen. 


12  Überlinfi^n 

§  46. 
War  och,  das  ieman  also  in  debain  hus  gelegt  würdi,  was  der 
der  Wirt  denne  zemale  darzft  t&t,  ane  den  todslag,  der  sol  darumb  nit 
schaden  komen;  doch  ist  mit  namen  ussgesetzt  umb  schädlich  lüt,  : 
ob  ieman  den  andern  wundoti  oder  erschlüge,  dem  sol  man  nachlof 
in  hüser  und  och  süss  als  vormals,  es  sie  mit  dem  geriht  oder  ane  < 
geriht,  und  sol  man  in  haben  und  dem  geriht  antwürten ;  in  sol  aber  i 
man  schlahen,  es  war  denne,  das  er  sich  nit  wolti  lassen  vahen.  Act^ 
feria  quarta  ante  Johannis  Pabtiste  anno  LX^quarto. 

§  46. 

Wir  habint  och  gesetzt:  wer  gestrafFet  wirt  von  kainerlai  unzi 

wegen  vor  der  gemaind,  vor  dem  klainen  rät,  alder  vor  geriht,.  wer  < 

&venren^  wolti  an  ir  aller  kainem,   der  riht  der  stat  die  bftss  in  al 

der  wise,  als  es  verscriben  ist  von  der  fridbr&chi  wegen.   Actum  ut  sup 

§  47. 
Wir*  haben  ouch  gesetzet:  weller  ingesessen  burger  ainer  geritt 
botschaft  bedarf  und  man  sie  dem  schikt,  ob  sich  dann  ain  klaiuer  n 
mit  dem  mereren  tail  erkennet,  daz  er  des  schaden  haben  sulli,  so  ; 
er  der  botschaft  mit  zwain  pferden,  die  nit  über  naht  uss  ist,  geben  3  ji 
belibet  aber  die  botschaft  über  naht  uss,  wie  dik  das  beschähi,  so  i 
er  6  (J  ^  geben. 

§  48. 

Wir*  haben  ouch  gesetzt:  wer  dem  andern  an  liggent  phant  v 
setzen  wil,  der  sol  gan  für  unsern  statschriber  und  sol  im  das  ph« 
da  versetzen  und  ufgeben,  und  sol  ouch  daz  phant  in  unser  stat  phai 
buch  uf  denselben  tag  verschriben  werden,  und  sol  daz  phant  nit  fi! 
versetzet  werden,  denn  dem  ersten,  unschädlich,  und  sol  intweder  d( 
statschriber  vier  phening  geben,  und  sol  kain  andrü  versatzuug  wec 
mit  luten  noch  mit  briefen  weder  kraft  noch  macht  me  haben,  won  < 
imb  buch  stat,  also  daz  daz  buch  vor  allen  dingen  gan  sol;  und  v 
das  buch  feltschet,  der  ist  der  statt  vervallen  6  ff  ^,  und  sol  jar  u 
tag  vor  der  statt  uss  dem  ettern  sin. 

§  49. 
Wir  haben  ouch  gesetzt,  daz  nieman  sin  aigen  mit  lii)ding  schwai 
sol,  er  welti  dann  sin  kint  gaistlich  damit  versehen. 


»  äfern,  eig.  wiederholen,  gehässig  wiedervorbringen,  tadeln,  rächen. 

*  Dieser  und  der  folgende  Abs.  von  verschiedenen  Händen  aus  dem  Ende  • 
14.  und  dem  Anfange  des  15.  Jahrh.  —  »  Berittener. 

*  Dieser  und  der  folgende  Absatz  von  derselben  Hd.  wie  der  vorhergehende. 


/ 


Überlingen.  18 

§50. 
Wir*  haben  ouch  gesetzt  durch  merer  fritz  willen:  wer  dehain  un- 
xobt  t&t  wider  unser  stat  gesetzt,  gewonhait  und  recht,  ez  si  mit  werten 
ald  mit  werken,  wa  das  beschiht,  es  si  vem  ald  nach,  inwendig'  ald 
asswendig  unsem  gerichten  und  gebieten^  kompt  das  ze  klag  der  sol 
und  mÄs  die  unzuht  und  frevli  bessern  und  bissen  gelicher  wise,  als 
ob  er  es  inmitten  in  der  statt  getan  hetti. 

§  51. 
Wir  habet'  gesetzt,  daz  nieman  den  andern  ane  dez  räts  oder  dez 
menren  taU  dez  räts  urlob  in  unsem  ettem  widert  vachen  noch  bifangen 
sol  in  dehaine  wise.  Wer  aber,  dez  ieman  den  andern  viengi,  ald  daz 
kain  geschell^  ald  geschrai  in  ünserm  ettem  wrdi,  so  sol  menglich, 
alz  bald  er  daz  hfirt,  ald  siecht,  ald  gewar  ald  inne  wirt,  bi  dem  aide 
zischrigen,  zuloflFen  und  darzfi  komen  und  tun*  nach  aller  vermügent, 
ane  geverde;  wer  aber  daz  nit  t&ti,  und  dez  über  wrdi*,  den  wil  ain 
rat  schwäre  darumb  straffen  und  bAssen. 

§  52. 

Wir  habint  ouch  gesetzt,  daz  nieman,  über  den  wir  ze  gebietent 
habint,  kain  stabrais,  kain  samnung,  kain  überzog,  kain  glfiff,  noch 
kainerlaig  zonge^  ane  dez  räts  oder  dez  merren  tail  dez  räts  urlob  nit 
bwen*,  machen  noch  tun  sol  umb  kainerlaig  sache;  wer  ez  aber  darüber 
diti,  so  kumpt  der  ursacher  als  menger  der  meri  ieglicher  umb  5  ff  und 
ir  helfer  ieglicher  umb  1  ff  der  statt. 

§  53. 

Wir  haben  ouch  gesetzt:  wenn  man  burgrecht  licht,  daz  der  am 
bufgrecht  ver  .  .  .  gen®  sol,  alz  da  her  und  was  in  der  rät  haisset  an 
ain  huss  liegen,  daz  sol  er  .  ,  .  h  .  .  .®. 


§  54. 
Wir^^  haut  öch  gisezt:  swer  der  ist,  der  dem  andern  sin  hus,  ald 
bof,  ald  sin  garten,  ald  dehain  sin  aigen,  das  in  dem  ethern  lit,  ansprichet 
anderswa,   denn  vor  ünsir  stette  amman  ze  Überlingen,   bihebt  er  daz 


^  Dieser  und  die  folgenden  drei  Absätze  von  anderer  Hd.  um  1400. 
'  Ein  vorausgehendes:  uswend  ist  durchstrichen. 
'Sic!  —  *  geschell  =  Kollektivum  von  Schall,  Lärm. 

'  Mangels  eines  darauffolgenden:  cschuldig  sein»  ist  so  zu  schreiben,  nicht  wie 
Kiezler  ediert:  zö  schrigen,  zu  loffen  usw. 

*  So  im  Original.    Wohl  zu  ergänzen:  über f am  wrdi.  —  '  Zank,  Streit. 

*  Offenbar  ein  Schreibfehler.    In  St.  II  §  58  statt  desecn:  bringen,  bezw.  brucben. 

*  Unleserlich  infolge  Abreibung. 

*^  Dieser  und  die  folgenden  Absätze  von  der  ersten  Hd. 


14  Überlingen. 

iena  anderswa,  swer  der  ist,  der  daz  köfet,  der  sol  niemmer  burger 
werden  ze  Überlingen.  Der  ez  ftch  emphahet  oder  buwet,  der  sol  die 
grossun  ainunge  gen^  als  dike,  so  ers  brichet. 

§  55. 

Wir  hant  öch  gisezt,  das  enbain  gast  enhain  gut,  das  in  ünsirm 
etber  geliegen  ist,  ze  libtinge  köfen  sol;  köft  abir  ers  darüber,  so  sol 
er  davon*  dienon,  als  er  müsi  tun,  ob  er  burger  wiri.  Welt  abir  der 
gast  von  denselben  gAtern  nüt  dienon,  so  verbieten  wir  allerm&nglicb, 
das  im  ieman  dehain  dienst  tugi.  Swer  im  darüber  dienot,  der  git  der 
stat  drü  phunt  und  dem  amman  dri  Schilling. 

§  56. 

Wir'  hant  öcb  gisezt,  das  nieman  zen  haim  brutloft^  me  sol  han 
denne  zwainzig  schüsla.  Swer  das  brichet,  der  riht  der  stat  zehen  phunt 
und  dem  amman  dri  schilUng. 

Wir  hant  öch  gisezt:  swele  vr&velich  a  dem  rät  gat,  so  wir  an 
dem  rat  sizzent,  der  sol  fünf  Schilling  gen;  ist  aber,  das  uns  dunket, 
das  er  als  gar  vr&velich  drab^  gat,  so  sol  man  in  fürbas  b&zzen. 

§  57. 
Swer  der  ist,  er  sigi  amman,  er  sigi  lüpriester*,  oder  swer  in  dem 
geribt  seshaft  ist,  geistlicher  oder  weltlicher,  in  des  gewalt  mag  man 
wol  verbieten,  swas  dehaiue  in  ir  gewalt  het,  das  man  sol  verbieten. 

§  58. 

Swer  der  ist,  der  burger  ist,  der  wider  den  burger  wirbet,  das  der 
stat  schad  ist,  oder  ze  schaden  komen  mach,  der  sol  vierzig  phund  gen 
und  sol  zwai  iar  vor  der  stat  sin,  und  sol  dennoch  stan  an  dem  burger- 
maister  und  an  dem  rät  und  an  den  zunftmaistem,  wie  in  die  für- 
bas bäzzint. 

§  59. 

Wir  hant  öch  gisezzet:  swer  dem  andern  sin  ewip  enwechffirt, 
der  riht  die  grossun  ainung;  vint  aber  er  dehain  sin  gut  bi  iuan^,  wan 
als  si  ze  kilchun  und  ze  stras  gat,  so  sol  ers  uf  in  stossen  als  uf 
ain  diep. 

§  60. 

Swenne  der  münser^  ze  wehsei  sizzet,  als  er  dur  reht  sol,  so  sol 
nieman  wehsilon,  wan  ze  im,  oder  er  git  der  stat  fünf  Schilling  und 
dem  amman  fünf  Schilling. 


1  geben.  —  '  Korrigiert.  -  «  Dieser  Absatz  von  spaterer  Hd.  durchstrichen. 

*  Brautlauf,  Hochzeit.  —  *  darob,  davon. 

•  Leutprietter.  —  '  Von  späterer  Hd.  darüber:  inen. 

e  Der  Münxer,  der  demnach  zugleich  das  ausschließliche  Wechselrecht  hatte. 


OberÜDgen.  15 

§  61. 

Swer  amman  ist,  swas  gfites  der  het,  das  sei  er  nüt  virdienon; 
BIS  er  aber  darnach  gfites  köft,  fürst  ^  er  amman  wirt  in  dem  ethern, 
3  sol  er  virdienon. 

§  62. 
Wir  hant  ftch  gisezt:  swele  sinem  vatter  üschit  nint*,  es  sigi  wat 
[er  Waffen,  das  er  verspilot  oder  vertrinket,  oder  swar  ers  tut,  swa  sü 
18  vindent,  das  sol  man  inan  wider  gen. 

§  63. 

Wir'  habent  daz  gesezt:  swer  dem  andern  sin  bftm  abehöwet,  ald 
1  reben  ushowet  aldir  zert*,  odir  mfitilingen  verbrennet  und  unwider- 
it*  inrent  dem  ethem,  mag  er  das  übirkomen  mit  zwain  erbern  un- 
Tsprochenen  mannen,  und  sin  hant  du  dritte  si,  den  sol  man  vom 
Ipt  t&n.  Ist  abir,  das  ainer  spräche:  ich  han  im  widersait,  gat  daz 
Q6n  burger  an,  so  sol  och  ers  bizügen  mit  zwain  erbern  bürgern  und 
18  sin  hant  du  dritte  si.  Gat  es  abir  ainen  an,  der  nüt  burger  hie 
;  und  sus  hie  dienot,  den  sol  man  erzügen  mit  denen,  die  dieselben 
enst  hie  tont,  ald  mit  burgern.  Wir  abir,  daz  ers  fürbraht,  als  die 
irger  gesezt  hant,  darumbe  war  er  nüt  ledich,  er  sol  die  grossen  ainung 
iten  und  enem  sinne  schaden  abtfin. 

Wir  hant  öch  gesezt:  wäxi,  das  zwen  mit*  ainander  kriegtent 
balklich  vor  giriht,  und  das  in  der  amman  gebütti  ze  swigene,  täten 
'  es^  dur  des  gebottes  willen  nüt,  so  sftltent  sü  dem  amman  gen  ain 
Hut  und  den  bürgern  ain  pfunt;  würdent  abir  sü  gen  anderen  dringent, 
sftltent  sü  dem  amman  fünf  pfunt  und  den  burgern  fünf  pfunt  geben'; 
irdent  abir  si  slahent®,  swer  es  denne  anevieng®,  der  sfilt  dem  amman 
kea  pfimt  und  den  burgern  zehen  pfunt  ^^,  und  jar  und  tag  vor  der 
itsin.  V&lst^^  aber  iemen  dem  andern  einen  ait  vor  geriht,  der  gibit" 
m  amman  drü  Schilling  und  den  burgern  drü  phunt^^. 


1  =  vür  daz,  von  da  an,  sobald,  nachdem.  —  •  nimmt. 

*  Dieser  imd  die  folgenden  Absätze  stammen  aus  dem  14.  Jabrh. 

*  Vom  vorbergebenden  Verbum  ist  nocb  «us»  zu  ergänzen ;  uezert  =  außreißt. 

*  Obne  Aufkündigung  der  Freundscbaft  und  Ankündigung  der  Febde. 

*  Ein  vorausgehendes  «mit»  durchstrichen. 
'  Dieses  Wort  von  späterer  Hd. 

^  Diese  Form  ist  nicht  Partizip,  wie  Biegler  meint,  sondern  Infinitiv. 

*  Von  späterer  Hd.  durchstrichen;  darüber:  anvieng.  —   ^^  sc:  geben. 
^*  Dieser  Satz  von  wenig  jüngerer  Hd.  des  14.  Jahrb. 

"  Von  späterer  Hd.  durchstrichen;  darüber:  git. 
^*  Am  Rande  von  späterer  Hd.,  15.  Jahrb.,  10  pfd. 


16  Überlingen. 

§  64. 
Wir^  hant  öcli  gesezt:   swer  ainen  fride,  den  .  .  .*  die  rii,   ald 
ander  erber  lüt  machent,  bricht  mit  worten  schalklich  und  fr&yenlicb, 
der  riht  der  stat  fünf  phunt  und  .  .  .*  dem  amman  sin  reht     Swer 
aber  den  frid  bricht,  also  das  er  ainen  mit  truknen  straichen'  schiebt 
ane  gew&Sent  hant,  der  riht  der  stat  zehen  phunt  phenning  und  dem 
amman  sin  reht,   und  mAss  jar  und  tag  vor  der  stat  sin.     Swer  aber 
den  frid  bricht,  daz  er^  ainen  sclüeht  mit  gew&ffenter  hant,   der  riht 
der  stat  zwainzig  phunt  phenning  und  dem  amma^  sin  reht,  und  mAss 
jar  und  tag  vor  der  stat  sin;    und  het  er  der  vorgescriben  bftssan  nit 
ze  rihten,  so  sol  man  im  es  ab  dem  Üb  nemen. 

§  65. 
Wir*  hant  öch  gesezzet:  swele  burger  überkomen  wirt  mit  zwain 
erb&ren   mannen,    das   er  dehain   miet  nint   von   des   gerihtes  w^n, 
der  sol  die  grossun   ainunge  rillten,   und  sol  an  geriht  noch  an  rate 
niemmer  komen. 

§  66. 
Wir'  hant  öch  gesezzet:  swel  Jude,  es  sige  vrowe  oder  man,  dehain 
aigen  in  ünserm  ethem  köfet  oder  ze  gelt  nint  umb  dehain  ünsem  burger, 
so  sol  der  iude  gen  vierzig  phunt  phenninge  an  dise  stat  und  dem 
amman  sin  gerihti,  und  sol  jar  und  tach  vor  der  stat  sin,  und  der 
burger,  der  in  das  aigen  git,  der  sol  öch  vierzig  phunt  an  dise  stat 
gen  und  dem  amman  sin  geriht,  und  sol  öch  jar  und  tach  vor  der  stat 
sin,  als  dike  so  sü  das  gebot  brechent.  Wir  habint  öch  gesezzet:  köfet 
dehain  Jude,  es  sige  vrowe  oder  man,  dehain  aigen  umbe  ainen  gast  in 
ünserm  ethem  oder  nint  ze  gelt,  so  sol  der  Jude  zwivalt  ainunge  rihten, 
als  ob  ers  köfti  umbe  unser  burger  ainen,  als  dike,  so  ers  brichet. 

&  b4. 
Wir*  habint  öch  gisezzet:  swer  hinnanfür  in  unseren  gerihten^ 
buwen  wil,  daz  der  mit  ziegeln  deken  sol  und  die  wende  biwerfen  mit 
phlaster  oder  mit  laime,  ald  aber  muron^^.  Swer  daz  nit  tut,  der  git  der 
stat  zehen  phunt  und  stat  dennoch  an  dem  ,  .  V  rate  und  an  den  .  .  .^' 
zunftniaistern,  wie  man  in  furbaz  bösen  sul. 

•  Dieser  Absatz  von  anderer  Hd.  —  -  Punkte  im  Original. 

•  Trockene  Streiche,  auf  die  kein  Blut  tiii-bt,  —  *  Auf  Ra^nr.  -  *  Sic ! 

•  Dieeer  Absatz  tod  der  ältesten  Hd. 

"  über  dem  Abijatz  steht  von  einer  Hd.  des  15.  Jahrb.  ^reächheben :  non  legatur. 

•  Dieser  Absati  von  si>dterer  Hd. 

•  Diese  drei  Worte  *ind  von  einer  Hd    des  15.  Jahrb.  nachj^etracen. 
10  oder  aber  er  »oll  maaern.  —  «*  Punkte  im  Original. 


ÜberliDgen.  17 

§  68. 
[  Wir  *  hat  öch  gisezzet :  swer  amman  ze  Überlinge  ist,  das  der  nit 

gastgiebe  noch  oflfine  wirt  sol  sin.  Swa  er  das  brichet,  so  sol  er  der 
stat  zwainzig  phunt  gen,  als  dike  so  ers  brichet.  W&r  abir,  das  der- 
selbe amman  nit  gehorsam  welti  sin  der  dinge,  als  da  vor  gesriben  stat, 
so  sol  denselben  amman  nieman  gemeinsamen.  Wer  abir  das  brichet, 
der  riht  der  stat  ain  phunt  als  dike  ers  brichet '. 

§  69. 
Wir '  hant  och  gesezzet,  daz  enhain  kint,  es  sige  tohter  alder  sun, 
nnder  ahzehen  jaren  enkain  gewalt  hat  ze  tun,  daz  im  sch&delich  an 
sinem  g&t  mugi  gesin,  mit  kainan  Sachen.  War  aber,  daz  ez  dekainr 
dinge  notürftig  w&r,  so  sol  es  mit  sinen  guten  fründen  ald  lantlüten* 
für  den  rdt  komen  und  sol  dem  rät  die  sach  fürlegen,  und  swas  im 
denne  die  rätgeben  erlobent,  dez  het  es  gewalt  ze  tun. 

Wir  hant  öch  gesezzet:  swer  hie  sessehaft  ist  und^  iemans  bürg 
wirt,  also  daz  er  laisten  sol,  der  sol  ain  mal  an  dem  tag^  laisten  und 
nit  me,  und  sol  in  nieman  furo  nfiten. 

§  70. 
Wir  haint  öch  gesezzet  durch  frides  willen,  daz  nieman  sich  ge- 
Tärlich  noch  bedahkUch  besamenen  sol  über  den  andern  von  zoms 
alder  von  krieges  wegen,  also  das  er  den  andern  überlofen  welli  in  sinem 
hos,  alder  in  anderen  hüsem,  als  an  den  Strassen.  Swer  daz  tut,  als 
da  vor  gescrieben  stat,  der  git  der  statte  fünf  phunde  und  dem  amman 
diie  Schilling  und  sol  jar  und  tag  für  die  statte. 

§  71. 
Wir^  haben  öch  gesetzet:  swer  dem  andern  sin  kint  zu  der  ß  an- 
spricht, es  sigen  vrowan  alder  man,  mag  der  sin  reht  nüt  fürbringen 
alder  behaben  an  gaischlichem  geriht,  als  er  durch  reht  sol,  so  sol  er 
{  der  stat  gen  zehen  phunt  ze  beserung  und  dem  amman  sin  reht,  und  het 
^r  des  gutes  nüt  ze  gen,  so  sol  man  im  die  band  abschlahen  und  zu 
der  bfis  sol  er  iemer  eweklich  von  der  stat  sin. 

§  72. 
Wir®  haben  öch  gesetzet:   swela®  ainen  akker  köft  alder  zinset, 
das  er  ainen  nüsatz  ^^  daruf  leg,  der  sol  den  nüsatz  ald  den  wingarten, 

>  '  Hier  beginnt  die  Bückseite  des  Rodels.    Der  Absatz  gehört  dem  14.  Jahrh.  an. 

*  Über  dem  Absatz  von  späterer  Hd.:  non  legatur. 
i  *  Dieser  Absatz  von  anderer  Hd.  —  *  Landsleuten. 
:'            *  Dieses  Wort  von  späterer  Hd.  über  der  Zeile. 

*  Gerichtstag,  Termin.  —  ^  Dieser  Absatz  von  anderer  Hd. 

'  Dieser  und  die  beiden  folgenden  Abs.  sind  mit  hellerer  Tinte  durchstr. 

*  wer  immer,  quicunque. 

'*  Daher  akker  =  Grundstück  überh. 
OUnbeinlschc  Stadtrecbte  n,  2.  8 


18  Überlingen. 

den  er  darus  erzüht,  niemer  verköfen  in  den  n&hsten  zehen  jaren  na 
der  zit,  do  er  in  inlet^;  und  swer  dawider  tut,  der  git  an  die  stat  fun 
phunt,  und  dem  amman  sin  reht. 

§  73. 

1980 

juu  2».  Wir  haben  öch  gesetzet  in  dem  jar,  do  man  zalt  von  gottes  gebür 

drüzehenhundert  und  drissig  jar,  an  dem  nähsten  sunnentag  nach  san 
Jacobs  tag,  das  niemen,  der  in  ünserm  gebiet  ist,  uf  dehainem  veld  aldei 
akker,  daz  er  von  dem  hütigen  tag  köfet  alder  iezo  empfangen  het 
alder  noch  emphahet  umb  ainen  gesatzten  zins,  dehainen  wingartei 
alder  nüsatz  legen  sol ;  und  swer  das  übergat  \md  bricht,  der  mus  vor 
ieder  hofstat,  die  er  lait,  den  burgern  fünf  phunt  phenning  gen  unc 
dem  amman  sin  geriht,  und  mus  doch  darzü  denselben  garten  lan  zergan 
het  aber  ieman  ain  veld  alder  ainen  akker,  die  uf  den  hütigen  tag  sin 
aigen  sint,  da  let  er  selb  wol  ainen  garten  uf  *,  das  er  nüt  darumbe  biizet 

§  74. 
Wir*  haben  öch  gesetzet  umb  den  Ion  der  werklüt,  die  in  den  garteD 
würkent,  das  in  der  zit,  so  man  us  den  torgeln  gät,  unz  an  die  lieht- 
misse,  so  sol  man  ainem  grubenraiter,  und  ainem  grubenertwerver,  und 
ainem  spizzer,  und  ainem  schnider,  und  ainem,  der  graben  ufwirfet 
fünf  phenning  ze  tagelon  geben,  und  ainem  tunger  sehs  phenning;  und 
von  der  liehtmisse  unz  an  den  herpst,  daz  man  wimnot,  so  sol  mar 
ze  Ion  geben  täglich  *.'ainem  schnider  äht,  ainem  spitzer  sehs,  ainen 
tunger  Sht,  ainem  graber  nun,  ainem  stösser  vierzehen,  von  binden  süben 
ainem  grüber  äht,  ainem  leger  zehen,  von  erbrechene  und  von  ufbindei 
süben,  ainem  valger  nun  phenning,  und  wil  iemen  den  werklüten  z( 
essene  gen,  der  sol  für  die  spise  ieklicliem,  den  er  ätzet,  drie  phennini 
abschlahen  des  vorgescriben  lones;  und  swer  dise  gesezet  übergat,  e 
sige,  der  den  lön  git  aldir  nimt,  der  wirt  der  stat  fünf  Schilling  wetten 
und  dem  amman  sin  reht,  als  dikke  so  er  es  tat. 

§  75. 
Wir^  haben  öch  gesetzet:  swer  iemen  den  andern  siht  wundei 
inrent  den  ziln  ünsers  gerihtes,  der  sol  zurufen  und  schrien  mängelich 
alder  tat  er  des  nüt,  wirt  er  des  überzügot  mit  zwam  mannen,  so  gi 
er  der  stat  fünf  phunt  und  dem  amman  drige  Schilling,  und  müs  ja 
und  tag  vor  der  stat  sin. 

1  einlegt.    Gedacht  ist  an  das  Einlegen  der  Rebstöckc. 

*  Daranf  mag  er  wobl  einen  garten  anlegen. 

*  Dieser  Absatz  von  anderer  Hd. 

^  Ein  voransgebendes  «ainem»  ist  dnrobstricben. 

*  Dieser  Absatz  yon  anderer  Hd. 


Überlingen.  19 

§  76. 
Wir^  habent  öch  gesetzet:  wer  der  ist,  der  unser  burger  ist,  der 
laim  phaffen,  alder  gotzhus,  alder  closter,  alder  dehaim  spital,  alder 
liainer  kilchen,  alder  orden  dehain  gut  git,  es  sige  hüser,  garten,  zins, 
leer,  wisan,  bongarten  alder  dehain  ander  aigen,  wie  es  genemt  sige, 
s  in  unser  stat  und  in  ünserm  etter  gelegen  ist;  wer  der  ist,  als  da 
rbenemt  ist,  dem  solich  gut  und  seigerät  gegeben  ist,  der  soll  es  in 
Q  n&hsten  jars  frist  verköfen  und  ainem  ünserm  burger  ze  köfen  gen, 
d  swa  er  daz  übergienge,  daz  er  dez  nit  entät,  so  ist  dazselb  gut 
wallen  wider  an  desselben  nähsten  erben,  der  daz  gflt  gegeben  het; 
d  w&r  Ach,  daz  dieselben  erben  näh  dem  gut  inront  dem  nähsten 
inot  näh  dem  jär  sich  des  gätes  nit  underziehen  wAltent  mit  klag 
id  mit  andren  rehten,  so  hant  die  burger  ufgesetzet,  daz  inen  dasselb 
t  yervallen'  sol  sin  an  die  stat. 


§  77. 

Wir'  habent  ouch  gesetzt,  daz  kain  unser  burger  kain  kloster,  noch 
in  gotzhus,  noch  an  kain  kilchen,  noch  an  kain  altar,  noch  an  kain 
mnung,  noch  an  kain  spital,  noch  kainen  veldsiechen  kain  aigen  ze 
fent  sol  gen,  noch  enkain  weg  fftgen*,  weder  umb  süsse  ^  noch  umb 
^ing,  daz  in  ünserm  etter  gelegen  ist.  Es  sol  ouch  kain  unser  burger 
in  sin  kint  ze  kloster  beraten  mit  kainem  aigen,  daz  in  ünserm  etter 
legen  ist,  also  daz  daz  aigen  dem  kloster  icht  belibi.  Wer  der  stuk 
hains  überfert,  so  sol  dezselb  t&tis^  gut  der  stat  halbes  vervallen 
L    lüi.^ 


§  78. 

Februar 


Du®  Satzung  beschach,   do  man  zalt  von  gottes  gebürt  drüzehen-    ^*'^ 


indert  jär,  darnah  an  dem  drü  und  drissigosten  jär  unser  vrowen  abent 
der  liehtmisse^. 


1  Dieser  Absatz  von  anderer  Hd. 

*  Im  Orig.:  veruallem. 

'  Dieser  Abs.,  aas  der  2.  Hälfte  des  14.  Jahrb.,  steht  im  Orig.  zweimal;  jeder 
«.  rührt  aber  von  a.  Hd.  her.  Beide  Aufzeichnungen  stimmen  jedoch  —  abgesehen 
D  einzelnen  Abweichungen  in  der  Schreibweise  —  wörtlich  überein.  Hier  ist  der 
eite,  lesbarere,  wiedergegeben. 

*  in  anderer  Weise  verfügen.  —  *  umsonst.  —  •  Sic! 
'  ?  vielleicht  Jahreszahl:  [13J53? 

*  Dieter  Absatz  von  anderer  Hd. 

*  Dieser  Abs.  mit  blasserer  Tinte  durchstrichen. 


20  OberliDgen. 

Wir^  habint  öch  gesetzet:  swä  zwai  hüser  alder  zwo  hofstet  an- 
ander stössent,  swedern  huswirt  da  muron  wil  und  ain  erbern  buwe  tfln 
wil,  das  er  am  gaden  über  das  ertrich  muron  wil  des  ersten  jars,  so  sol 
in  der  ander  lassen  muron  ufiFen  gemain  ertrich,  als  dikke  so  er  die 
mur  machen  wil.  Wfir  aber,  das  er  sich  des  übersehen  wÄlti,  das  er 
sines  nächgeburen  ertrich  ze  vil  invahen  w51ti  zu  der  mur,  so  sont  die 
rät  ze  Überlingen  dar,  gan  und  in  sweler  dikke  sü  dunkt,  daz  die  mur 
sAIi  sin,  nah  dem  sol  öch  er  sines  nahgeburen  ertrich  invahen  und  du 
furo,  und  sol  öch  du  mur  gemain  sin  des,  der  dem  andern  sin  ertrich 
git,  das  er  uf  dieselben  mur  murie  und  darin  dramie*,  und  öch  daruf 
und  darin  buwe,  won  es  ain  gemainü  mur  sol  sin. 

§  79. 
Wir^  haben  öch  gesezzet:  wa  zwen  nächgeburen  anander  stössent 
haut  lius  oder  hove,  akker  oder  wisen,  wingarten  oder  bongarten,  oder 
wie  es  genemt  ist,  das  in  ünserm  etter  gelegen  ist^  war,  daz  ain  naJi- 
gebur,  der  an  den  andern  sftllich  gut  stossende  het,  graben  wÄlti  uf 
sich  selber,  oder  uf  sinen  nächgeburen,  das  sinen  nachgeboren  duhti, 
das  es  im  schädlich  war,  haisset  er  im  denne  den  amman  oder  der  rit 
ain  oder  der  zunftmaister  ain  ainen  hotten  erloben,  und  das  er  sinen 
nahgeburen  verhütet  von  dem  amman  und  von  den  burgern,  das  er  iht 
mer  grabi,  won  in  dunki,  d^is  es  im  schfidli  sie,  grebt  er  denne  furo 
über  das  gebotte,  so  riht  er  den  burgern  ain  phunt  und  dem  amman 
drie  Schilling,  und  sont  darnach  die  rät  und  die  zunftmaister  zfi  dem 
graben  gan  un  verzogen  lieh;  und  dunkt  sü,  das  es  sinem  nächgeburen 
unschädelich  sie,  so  sol  er  sin  werk  voUefilren;  ist  aber,  das  es  die  rät 
und  die  zunftmaister  dunkt,  das  es  sinem  nächgeburen  schädlich  sie,  so 
sont  sü  im  verbieten,  das  er  ütz  mer  da  gra])i.  W61t  aber  er  das  gebotte 
Übergan,  und  wftlti  furo  graben,  so  stat  es  dennoch  an  den  raten  und  an 
den  zunftmaistern,  wie  sü  in  furo  bützint,  oder  ob  er  es  nüt  miden  wÄlti. 

§  80. 
Wir*  haut  öch  gesetzet:  war,  das  dehain  unzuht  in  unser  stat 
widerfür,  das  iemcn  ^ewundot  oder  erschlagen  wurdi,  oder  dehain  andern 
fräfli  icnien  widerfür  in  unser  stat,  oder  in  ünserm  geriht;  ist,  das  ain 
goschraie  wirt,  und  die  hit  zülöfent  und  den,  der  die  fräfli  getan  het, 
gern  viengent,  wolt  sich  der  fräventlich  werren,  und  wftlt  sich  nit  lan 
vahen,  wurdi   der  gewundot  oder  erschlagen,  der  die  fräfli  gettin  het. 


*  Am  Rande  von  einer  Hd.  des  15.  Jahrb.:  über  das  buwen. 

*  dramen  =  mit  Balken  versehen. 

*  Dieser  Abs.  von  a.  Hd. 

^  Dieser  und  der  folgende  Abs.  von  ders.  Hd.  wie  der  vorhergehende. 


Überlingen.  21 

und  sin  fründe  wftltint  den  zihen,  der  in  erschlagen  oder  gewundot  het, 
das  er  durch  m&twillen  getan  hetti,  mag  derselb  denne,  den  man  es 
zihet,  zu  den  hailigen  sich  entschlahen,  das  er  im  es  durch  notwer  sines 
libes  getan  habi,  und  das  er  sich  nit  wAlti  lan  vahen,  so  sol  weder  der 
amman,  noch  die  burger  enhain  geriht  zu  im  nemen,  weder  zu  sinem 
lip,  noch  zu  sinem  gut.  W&r  aber,  das  der,  der  die  Mfli  getan  het, 
als  da  vor  geschrieben  stat,  für  die  stat  entrünnen,  sendent  im  denne 
die  burger  nahe,  und  haisent  in  vahen  vor  der  stat,  und  dem  geriht 
antworten,  wÄlti  er  sich  denne  werren  Mvenlich,  und  wÄlte  sich  nit 
lan  vahen,  wurdi  er  darüber  gewundot  oder  erschlagen,  und  wÄltin  denne 
sin  fründe  zihen  den,  der  in  erschlagen  oder  gewundot  het,  das  er  es 
durch  mutwillen  getan  hetti,  mag  derselb  denne,  den  man  es  zihet, 
zu  den  hailigen  entschlahen  sich,  das  er  im  es  durch  notwer  sines  libes 
getan  habi,  und  das  er  sich  nit  wÄlti  lan  vahen,  so  sol  weder  der  amman, 
noch  die  burger,  enhain  geriht  züz  im  nemen,  weder  zu  sinem  lip,  noch 
rf  sinem  gut.  Wurdi  öch  ain  zfilofiFen  us  den  garten  uf  den,  der  die 
iräfli  getan  het,  mag  sich  denne  der,  der  da  zugeloffen  ist,  und  in  ge- 
wundot oder  erschlagen  het,  öch  entschlahen  zu  den  hailigen  in  allem 
dem  reht,  als  da  vor  geschriben  stat,  so  sol  weder  der  amman  noch 
die  burger  enhain  geriht  züz  im  nemen,  weder  zu  sinem  lip,  noch  zu 
sinem  gut. 

§  81. 

Wir  haut  öch  gesetzet:  swer  dem  andern  sin  aigen  oder  sin  phand 
verhütet,  ierret  er  in  darüber  uf  sinem  aigen  oder  uf  sinem  phand,  der 
git  den  burgern  zehen  Schilling,  dem  amman  drie  Schilling,  und  dem 
clSger  drie  schilüng,  als  dikke,  so  er  es  tut.  War  aber,  das  er  sin  logen ti^ 
so  sol  man  in  sin  erzügen  oder  sin  reht  darum b  nemen. 

§  82. 

Wir  *  haut  öch  gesezzet :  es  sien  wingarten,  oder  wisan,  oder  ükker, 
)der  hofstet,  das  die  nieman  furo  sol  swärren  mit  kaim  zins,  es  sie 
ienne  als  verre,  das  er  es  verlihen  welle  ze  hüsern,  so  hat  er  gewalt,  das 
jr  sü  wol  verlihen  mag;  w&r  aber,  das  du  hüser  abbrunnen  oder  abge- 
)runnen  wSrent,  so  hat  er  nit  gewalt,  furo  uf  die  hofstet  zu  schlahenne 
cain  zins  ze  marktreht,  er  hat  nit  gewalt,  kain  hus  furo  ze  swJlrene  mit 
caim  zins.  Swer  aber  das  briht,  der  riht  der  stat  drü  phuut  und  dem 
tmman  sin  geriht. 

Wir  haut  öch  gesezzet:  swele  burger  dem  andern  in  sin  hus  gat, 
3S  sie  tags  oder  nahtes,  und  im  sin  wirtene,   oder  sin  tohter,  oder  sin 


*  leugnete  c.  Genet. 

*  Dieser  und  die  beiden  folgenden  Abs.  von  a.  Hd.  des  14.  Jahrh. 


22  Überlingen. 

swester,  oder  siu  mfimen^  oder  sin  erberen  gehusen  scbrfiget  und  übel 
handelet,  und  si  benötzogen  wil,  wirt  das  gesehraige  als  groß,  das  er 
und  sin  husgesinde  und  sin  nahgeburen  sin  geinrot  werden,  so  sol  der, 
der  die  unzuht  getan  het,  der  stat  rihten  fünf  phunt  und  dem  amman 
fünf  Schilling,  und  sol  iar  und  tag  vor  der  stat  sin.  Tut  es  aber  ein 
gast,  der  rihtet  dieselben^  ainung  zwievalt.    x  1*. 

§  83. 

Wir  hant  öch  gesetzet:  swele  gast  den  andern  anvallet,  und  in 
vahet  von  gült  wegen,  ane  den  amman  oder  ane  des  rätes  ain,  oder 
ane  des  zunfbmaisters  ain,  der  riht  der  stat  fünf  phunt  und  dem  amman 
sin  geriht. 

§  84. 

Wir'  hant  öch  gesetzet,  das  .  .  .*  die  zunftmaister  und  .  .  .*  die 
gemainde  gewalt  hant,  das  si  sont  &llü  jar  ainen  burgermaister  setzen; 
und  wenne  der  das  jar  burgermaister  ist  gewesen,  als  in  .  .  .*  die  zunft- 
maister und  du  gemainde  gesezt  hant,  so  sont  denne  .  .  .^  die  zunft- 
maister und  .  .  .*  du  gemainde  aber  ainen  andern  burgermaister  setzen, 
der  das  jar  nit  burgermaister  ist  gewesen ;  und  wele  denne  burgermaister 
wirt,  so  sol  derselb  burgermaister  und  .  .  .*  die  zunftmaister  zu  der 
gemainde  sitzen,  und  sont  von  der  gemainde  ainlif  nemen,  die  under 
den  burgermaister  swerent,  und  sont  denne  .  .  .*  der  burgermaister  und 
.  .  .*  die  zunftmaister  und  .  .  .*  die  ainlif  und  du  gemainde  den  rat 
sezzen,  nüwen  und  alten,  und  öch  die  vier  der  vierundzwainzgen  also, 
das  si  zfi  dem  rät  nemen  sont,  wen  si  went,  er  sie  vor  an  dem  rät 
gewesen  oder  nüt,  der  sü  alle  oder  iro  der  mer  tail  dunkt,  uf  den  aid, 
der  darzü  gut  und  nüzze  sie;  ...  .^  sol  man  öch  &llü  jar  ainen  rät 
sezzen,  als  da  vor  beschaiden  ist. 

§  85. 
Wir^  hant  öch  gesetzet,  das  ieglichü  zunft  soll  Mlü  jar  ainen  zunft- 
maister sezzen,  und  wenn  aiu  jar  uskunt,  mag  denne  ain  zunft  aber 
denselben  zunftmaister  erbitten,  das  er  das  nahgändig  jar  aber  iro 
zunftmaister  sie;  das  mag  er  wol  tun,  und  sol  denne  du  zunft,  so  du 
zwai  US  sint,  ainen  andern  zunftmaister  nemen,  das  si  den  selben  nit 
nemen  sol,  der  vor  die  zwai  jar  ist  zunftmaister  gewesen. 


»  Auf  Rasur.  —  '  V^ohl  Jahreszahl  [13J  40? 

»  Dieser  Abs.  von  a.  Hd.  2.  Hälfte  des  14.  Jahrh. 

*  Punkte  im  Orig.  —  »  Unleserlich  infolge  Abreibung. 

•  Über  diesem  Abs.  von  einer  Hd.  des  16.  Jahrb..  non  legatur. 


Überlingen.  28 

§  86. 

Es*  het  öch'  der  burgermaister,  .  .  .*  die  zunftmaister,  und  .  .  .' 
du  gemainde  ze  Überlingen  gesezt^  das  enkain  antwerk  .  .  .'  sol  enkainen 
zunftmaister  nemen,  won  der^  ain  antwerk  tribet,  das  in  derselben  zunft 
ist,  ane  alle  gev&rde. 

§  87. 
Wir  habint  och  gesetzt  umb  den  Ion  der  werklüt,  die  in  den  garten  m»?28. 
würkent,  das  in  der  zit,  so  man  uss  den  t&rgeln  gat,  unz  an  die  liecht- 
miss,  so  sol  man  ainem  grübenraiter,  ainem  grubenentwerfer,  ainem 
spitzer,  ainem  snider  und  ainem,  der  graben  ufwirfet,  sehs  phening  ze 
tagelon  geben,  und  einem  tunger  und  einem  erdtrager  siben  phening 
und  von  der  liehtmiss  unz  an  den  herbst,  das  man^  wimnot,  sol  man 
ze  Ion  geben  t&glichs  ainem  snider  acht  phening.  Het  aber  ir  ainer  ainen 
son,  alder  ainen  fründ,  alder  gesellen,  den  sol  er  mit  mit  im  nemen 
umb  denselben  Ion,  er  sie  denne  ahtzehen  jar  alt*,  und  ainem  spitzer 
8  ^,  und  ainem  erdtrager  nun  phenning,  ainem  rebenleser  und  ainem 
holzleser  vor  der  hechtmiss  5  ^,  und  nach  der  liechtmiss  6  ^ ;  ainem 
graber  10  ^,  ainem  stosser  14  ^,  von  bindene  7  ^.  Het  aber  ir  ainer 
ainen  sun,  alder  ainen  fründ,  alder  gesellen,  den  sol  er  nüt  mit  im 
nemen  umb  denselben  Ion,  er  sie  danne  zwelf  jar  alt^;  ainem  gruber 
nun  phenning,  ainem  leger  10  ^,  von  erbrechene  und  von  ufbindene 
ainem  knecht  7  ^,  und  ainer  frowen  5  ^,  ainem  valger  10  ^.  Und 
weli  da  uss  in  den  garten  belibent,  den  sol  man  ze  imbiss  müss  und 
ärwsan  geben;  tut  aber  ainer  sinem  winzürlen  bas  mit  kost,  darumb 
sol  er  nit  gestraflfet  werden.  Won®  sol  öch  ainem  ietter^  ze  taglon  geben 
sehs  phenning  und  ainer  ietterinen  5  ^,  ainera  behower  6  ^,  ainem  .  .  .^® 
4  ^,  ainem  buttentrager  10  ^,  ainem  tretter  6  ^,  ainem,  der  mit  ainem 
karren  gat,  8  ^,  ainem  torgelmaister  tag  und  naht  8  ^.  Wer  der  vor- 
genanten stukk  dehains  bricht,  es  sigin  frowen  alder  man,  über  den  wir 
ze  gebietent  habint,  der  ist  der  stat  vervallen  5  jJ  ^,  und  dem  amman 
3  jj  ^,  als  dikk  ers  tut,  und  als  an  maniger  person  das  Überfarn  wirt, 
es  sie  der  me  git,  alter  me  nimpt,  und  sol  darumb  aht  tag  ussrent  dem 
ettem  sin,  öch  als  dikk  ers  tat. 


>  Dieser  Abs.  von  a.  Hd.  —  *  Dieses  Wort  von  ders.  Hd.  über  der  Zeile. 

>  Diese  nnd  die  folgenden  Punkte  im  Orig. 
^  außer  einen  solchen,  der  .  .  . 

*  Über  der  Zeile.  —  •  Von :  f  het  aber  ir»  bis  «alt»  mit  schwärzerer  Tinte  durchstr. 
»  Von  «het  aber  ir»  bis  «alt»  durchstr.  —  ®  Sic!  Statt:  Man.  -  ®  ietten  =  jäten. 
^^  Hier  verweist  ein  Zeichen  auf  ein  am  Rande  stehendes  Wort,  das  aber  gänz- 
lich verblaßt  und  unleserlich  ist. 


24  Überlingen. 

§88. 
Es  sol  öch  nieman  enkain  holz,   das  sin  nit  ist,   uss  den  garten 
tragen,  und  wer  das  überfert,  er  gebe  es,  alder  er  neme  es,  der  riht  der 
stat  5  ß  und  dem  amman  1  ß  >^,  als  dikk  ers  tat. 

§  89. 
Und  wer  öch  von  diser  gebott  wegen  von  der  stat  füre   und  dis 
Satzungen  flühi  und  sie  nit  halten  wolti,  der  sol  fünf  jar  vor  der  stat 
sin;  und  wer  öch  za  disen  sachen  bärlich  und  unreht  redot,  das  sol  an 
den  r&ten  stan,  wie  in  die  darumb  b&ssint. 

§  90. 
Wir  habint  öch  gesetzt,  das  man  ainem  haimschen  kneht,  der  under 
der  reblüt  zunft  ist,  und  küü  werk  in  den  garten  kan,  des  tags  wol  ze 
Ion  geben  mag,  ob  er  wil,  zehen  phenning  von  grfibend  und  von  inlegend, 
der  sü  baidü  ungevarlich  mitanander  tut,  und  verschult  damit  nieman 
enkain  büß.     Actum  anno  Ix^  quarto  dominica  post  Urbani. 

§  91. 
Ain  ^  groß  und  klain  rät  haut  sich  geaint  und  gesetzt :  wer  der  ist, 
der  an  der  stür  unredlich  und  ungerecht  funden  wirdt,  was  der  mere 
hat,  dann  er  verstürt  hat,  das  alles  sol  ain  rät  im  nemen  an  die  statt. 
Und  ist  der  tode,  so  sol  man  es  sinan  erben  nemen.  Lebet  aber  ain 
sftlicher,  so  sol  er  ain  erloser  man  haissen  und  sin,  und  sol  an  rät  noch 
an  geriht  niemermere  komen,  und  sol  nieman  weder  gut  noch  schad 
sin,  und  sol  dennoch  an  grossem  und  klainen  rät  stan,  wie  man  in 
fürbas  straffe  und  biisi. 


§92. 

Dis*  ist  umb  ain  notwer'. 

Wir  haben  och  gesetzt :  wa  zwen  anander  slahent,  ob  denne  aine* 
zu  dem  andern  klegt,  er  hab  in  geslagen,  und  denne  iene  sprichet,  er 
hab  es  an  im  angevangen,  und  welli  ain  notwer  war  machen,  und  mag 
er  aber  die  notwer  nit  war  gemachen,  so  sol  und  mag  doch  der  erst 
kleger,  ob  er  wil,  das  er  mit  slahent  nit  angevangen^,  swerren,  das  er 
mit  slahent  nit  angevangen  hab. 


^  Dieser  Absatz  von  einer  Hd.  aus  der  Zeit  um  1400. 

«  Dieser  Absatz  von  anderer  Hd.  aus  dem  ersten  Drittel  des  14.  Jabrh. 

•  Von  späterer  Hd.  hier,  gleichsam  als  Überschrift,  hinzugefügt:  notwer  wisen. 

*  Siel  —  •  Dieser  Nebensatz  ist  durchstrichen. 


Überlingen.  25 


Wir ^  haben  och  gesetzt*:  wenne  der  gemain  merrkoflF  ist,  daz  man 
ain  nialter  vesen  git  under  ain  phund  und  sechs  Schilling  phenning, 
daz  denne  die  brotbeken  phenwerdigi'  brot  bachen  sont.  Wenne  aber 
der  gemain  gr6zzer-kofif  ist,  daz  man  ain  malter  vesen  git  ob  aim  phunt 
and  sehs  Schilling  phenning,  so  mAgent  si  zwaienwerdigi  brot  bachen 
und  sont  och  dehain  brot  türo  bachen  denne  zwaienwerdigi,  äne  ze 
wihennachten,  so  mAgent  sie  götbrot  bachen,  alz  man  gewonlich  daher 
getan  het,  und  kainerhand  ander  brot,  daz  grftzzer  si  denn  ains  umb 
zwen  phenning. 

§  94. 

Och  haben  wir  gesetzt :  wenner  der  grAzzer  gemainer  kojGT  ist,  daz 
man  ain  malter  roggen  git  unter  sechzehen  Schilling  phenning,  so  sont 
si  phenwerdigi  brot  bachen ;  wenne  aber  der  gemain  merrkoflf  ist,  daz 
man  ain  malter  roggen  gif  ob  sechzehen  Schilling  phenning,  so  mflgent 
si  zwai  phenwerdigi  brot  bachen.  Wenne  aber  daz  w&r,  daz  die  brot- 
beken dücht,  daz  der  merrkoflF  ob  aim  pfund  und  sechs  Schilling  phenning 
an  den  vesen  war,  oder  wenne  si  dücht,  daz  der  merre  kofif  umb  den 
roggen  ob  sechzehen  schiUing  phenning  war,  so  sont  si  dennocht  dehain 
zwaienwerdig  brot,  deweder  wisses  noch  ruggins,  bachen,  sie  bringent 
daz  vor  an  den  rät.  Und  wenne  si  daz  an  den  rät  bracht  hant,  so 
sol  der  rät  dri  von  dem  rät  erwelen,  die  danach  dez  nehsten  zinstag 
den  kornkoflf  erkunnen  und  besehen  sont ;  und  dunkt  denne  dieselben 
dri  oder  ir  den  meren  tail,  daz  si  zwaienwerdigi  brot  sollen  bachen,  an 
wedsem  körn  daz  wer,  an  vesan  oder  an  roggen,  oder  an  in  baiden,  so 
mfigent  si  daz  tun.  Dunkt  aber  si,  daz  sie  phenwerdigi  brot  fürbaz 
bachen  sollen,  daz  sont  si  och  tun.  W&r  aber,  daz  danach  über  lang 
oder  über  kurz  abschlag  an  dem  körn  bescheh,  so  sont  der  rät  aber 
dri  erwelen,  di  dez  marktz  IftfiF  erkunnen  und  innemen ;  und  dunkt  denne 
dieselben  dri  oder  ir  den  meren  tail,  daz  der  koflf  an  dem  körn  also 
gang  rmd  abgeschlagen  si,  so  sont  si  phenwerdigi  brot  bachen.  Dunkt 
si  aber  dez  nit,  so  mögent  si  zwaienwerdigi  brot  bachen,  als  och  vor. 
Wele  aber  darüber  zwaienwerdigi  brot  buch,  so  er  dez  nit  tun  sftlt,  alz 
vor  ist  beschaiden,  alz  dik  er  daz  übervert,  der  kompt  umb  ain  phund, 
und  dem  amman  umb  dri  Schilling  phenning. 

§  95. 
Och  haben  wir  gesetzt:  in  welem  kofif  si  brot   bachent,   ez  sien 
zwaienwerdigi  brot  oder  phenwerdigi  brot,  daz  sont  si  iederman  tailen, 
wer  dez  begert,  und  sont  dem  daz  halbs  geben  umb  den  phenning,  alz 

*  Dieser  Absatz  von  anderer  Hd.  —  ^  Hier  von  anderer  Hd.  als  Überschrift: 
Ton  brotbeken.  —  '  Brot  für  einen  Pfennig. 


26  Überlingen. 

denne  darumb  der  koflf  ist,  ungevarlich.     Und   wele  dez  nit  tit,   als 
dik  er  daz  übervert,   der  kompt  umb  5  (J  ^,   und  dem  amman  umb 

1  M- 

§  96. 
Wir  haben  8ch  me  gesetzt:  waz  brotz  ieglicher  bek  ze  markt  bringet, 
daz  er  daz  selb  brot  alles  ze  stund  fAr  sich  uf  den  bank  leggen  sol, 
und  daz  iederman  ze  kofifent  sol  geben,  und  daz  deweder  ob  dem  bank, 
noch  darunder,  noch  in  dehainem  geschierre  sol  haben.  Wele  aber  sin 
brot,  daz  er  ze  markt  het  bracht,  anderswa,  denne  vor  uf  dem  bank 
liggent  het,  alz  dik  er  daz  übervert,  der  kompt  von  zwaienwerdigem 
brot  umb  2  (J  ^,  und  dem  amman  umb  1  (J  ^,  von  dem  phenwerdigem 
brot  umb  1  |i  ^,  und  dem  amman  umb  1  f  ^.  Und  ^  welhi  daz  gebott 
übervarend,  die  sont  die  brotshower  den  wetphenninger'  uf  den  aiden 
sagen  und  schuldig  geben. 

§  97. 
Me  haben  wir  gesetzt:  wen  die  brotschower  an  zwaienwerdigem 
brot  schuldig  gebeut,  daz  er  ze  klain  gebaehen  hab,  der  kompt  umb 
2  ß  .♦!,  und  dem  amman  umb  1  ß  ^;  und  wen  si  an  phenwerdigem  brot 
schuldig  gebent,  daz  er  ze  klein  hab  gebaehen,  der  kompt  um  1  ß  ^, 
und  dem  amman  umb  1  ß  ^. 

§  98. 
Och  haben  wir  gesetzt :  wer  der  brotbeken  zunft  unter  in  verbürgen 
oder  vergelten  mag  mit  aim  phund  und  fünf  Schilling  phenning,  dem 
sont  si  die  zunft  liben,  und  daz  och  der  mit  in  bachen  mag  in  der 
wise  alz  die  andern.  Dazu  haben  wir  öch  me  gesetzt,  daz  der  brotbekken 
zunftmaister  und  sin  ailif  under  im  allerierclichen  vor  dem  rät  ze  Über- 
lingen sweren  sont,  daz  si  äne  dez  ratz  wissen  und  willen  dehain  sunder 
gesetzt  von  brotz  wegen  under  in  setzen,  haben,  der*  halten  wellen, 
und  daz  dehainer  dez  andeni  deweder  mit  altbachem  noch  mit  nübachem 
brot  dehain  Schonung  hab,  und  daz  der  zunftmaister  und  die  ailif 
ierclichen  dri  under  irem  antwerk  erwelen  sont,  dieselben  dri  vor  dem 
rät  sweren  sont,  daz  si  versehen  und  versorgen,  daz  der  markt  äne  brot 
iht  si ;  und  wenn  dieselben  dri  unter  irem  antwerk  verkflnden,  daz  er 
bach,  der  sol  daz  tun.  Wa  der  dez  nit  t&t  und  brot  uf  dem  markt  nit 
het  unz  uf  die  stund,  daz  im  daz  verkundt  wer  ungevarlich,  der  kompt 
umb  1  U  ^,  und  dem  amman  umb  3  jj  ^,  alz  dik  daz  bescheh,  und 
sont  dieselben  dri  uf  ir  aid  sagen  äne  geverde,  weli  daz  überfAren. 

*  Dieser  Nachsatz  von  anderer,  jüngerer  Hd. 
»  Einzieher  der  Wette,  Geldbuße. 

*  Soll  wohl  calder»,  €oder>  heißen! 


Überlingen.  27 

§  99. 
Wir  haben  öch  gesetzt:  wer  brot  uf  der  acbö  her  bringet,  der  sol 
och  daz  uf  der  achs  verkoflfen ;  und  wer  brot  ze  schefiF  her  bringet,  der 
sol  och  daz  in  dem  scheff  verkoffen,  und  daz  in  dem  scheff  haben,  unz 
er  daz  verkoflft,  es  wer  denne,  daz  Unwetter  anviel,  so  mag  er  daz  uzzer 
dem  scheff  tfln  und  daz  ze  gadem  verkoffen,  äne  alle  ge verde. 


§  100. 

Wir  ^  haut  öch  gesezt :  swer  der  ist,  der  ain  unser  burger  für  aigen 
anspricht,  mag  der  ünsern  burger,  den  er  für  aigen  anspricht,  mit  drin 
mannen,  die  desselben  ünsers  burgers  nähsten  anerbornen  müter  mag 
sint,  besezzen^  die  die  sippschaft  raiten  kunnent,  das  er  das  geniessi; 
mag  aber  er  der  drier  nit  han,  mag  er  in  denne  mit  zwain  mannen 
und  mit  ainer  vrowen  desselben  burgers  nähsten  m&ter  magen  besetzen, 
die  die  sippschaft  raiten  kunnent,  des  sol  er  öch  geniessen. 

§  101. 

1360 

Wir*  habint  öch  gesetzt:    wer  der  ist,  der  hier  sessehaft  sin  wil,  Mai  n. 

der  Bol  burger  werden  ald  p *  mit  der  rht  willen  ald  wissen. 

Wer  den  darüber  huset  ald  alder  hovet,  der  riht  der  .  .  .  .*  stat  ain  phunt 
phenning  und  dem  amman  sin  geriht,  als  dikk  ers  tot  ald  überfert. 
Dis  beschach  an  dem  sunnentag  nach  ünsers  herren  uffart  tag,  de  man 
zalte  von*  gottes  gebürt  drüzehenhundert  jar  und  darnach  in  dem 
sehzigosten  jar. 

§  102. 

Der*  rät  und  die  gemainde  haut  gesetzt:  wele  wirt,  ald  wer  burger  ^^^^^ 
hie  ist,   dehainen  gast  ienehin  für  die  stat  wiset,   das  er  da  win  koffe,    28. 
der  riht  der  stat  von  iedem  gast  ain  phunt  phenning,  und  dem  amman 
sin  geriht,  als  dikke  ers  tut.     Es  sol  öch  enkain  wirt  hie  mit  kainem 
gast  gan  win  koffen;   ald  wele  das  bricht,   der  riht  der  stat  5  ji  ^j^ 
und  .  .  .*  dem  amman  sin  geriht,  als  dikk  ers  tut. 

Actum  feria  sexta  post  ßartholomei  anno  Ix®. 


'  Dieser  Absatz  von  anderer  Hd.  ca.  1350. 

*  Am  Rande  dieses  Absatzes  von  späterer  Hd.:  non  legatur. 

*  Abgerieben;  vielleicht:  pfahlbarger?  —  *  Abgerieben. 

*  Ein  zweites  «von»  durchstrichen. 

*  Am  Bande  von  späterer  Hd.:  wie. 

^  Ein  vorhergehendes:  «1  lib.  ^»  durchstrichen.  —  ^  Punkte  im  Original. 


28  Überlingen. 

§  103. 

Wir^  habint  och  gesetzt  gemainlich  umb  kllu  du*  werk,  die  man 
durch  das  jar  in  den  reban  tut,  das  nieman  kain  dinkwerk  verdingen' 
sol;  wer  es  aber  darüber  verdingoti,  ald  wenn  es  verdingot  wurdi,  der 
riht  iegelicher  der  stat  fünf  Schilling,  und  dem  amman  drie  schiUmg 
phenning,  als  dikk  ers  tut. 

§  104. 

Die*  rät  und  die  gemaind  band  öch  ufgesetzt:  wele  müssiggenger 
enkain  zunft  het  von  sim  vatter  her,   nah  die  zunft  ....  gekoft  het 

nah  ....  ain  ...  .  enkain,  das  der  ....  durch  burgennaister 

nit  tat,  der  git  der  stat  2  U  ^  und  dem  amman  3  ß  ^,  als  dikk  er 
das  tut  ...  .  mftcht  es  öch  als  frävenlich,  das  man  in  ...  .  sol. 

Darzü  haben  wir  öch  ufgesetzt 

Das  vorstehende  Stadtrecht  (St.  I)  steht  auf  einem  atis  mehreren  Stücken 
jsfusamtnengehefteten  Pergamentrodel  von  2J3  m  Länge  und  29  cm  Breite. 
Die  einzelnen  Stücke  sind  hier  durch  Striche  kenntlich  gemacht.  Das  Original 
befindet  sich  im  Erebischöfliclien  Archiv  in  Freiiurg  t.  JB.  Die  Einträge 
gehören  sehr  verschiedenen  Zeiten  an,  Sotveit  bei  den  einzelnen  Absätzen 
nichts  Besonderes  bemerkt  ist^  stammen  sie  aus  der  2,  Hälfte  des  13.  Jahr- 
hunderts.  Die  jüngsten  Satzungen  dieses  St.  reichen  in  das  15.  Jahrhundert, 
Infolge  Abreibimg  durch  häufiges  Zusammenrollen  sind  manche  Stellen  völlig 
unleserlich  geworden.  Die  Abschrift  dieses  St.  aus  dem  17.  Jahrhundert^  die 
Schäfer  (Wirtschafts-  und  Fifianzgeschichte  der  Reiclisstadt  Überlingen 
am  Bodensee  in  den  Jahren  1550—1628,  Heft  44  der  ^Untersuchwigen 
zur  deutschen  Staats-  und  Rechtsgeschichte*,  herausgegeben  von  0.  Gierhe^ 
Breslau  1893)  noch  vorgelegen  zu  haben  sclieint,  wnd  die  zur  Ergänzung 
hätte  herafigezogen  werden  könneti,  ist  seit  mehreren  Jahren  aus  dem  Über- 
linger  Stadtarchiv  abhandelt  gekommen.  Abdruck  bei  Riezler  in  Zeit- 
schrift für  Geschichte  des  OberrJieim  (Z.O.),  Bd.  29,   S.  295  ff . 


^  Dieser  Absatz  ist  etwas  jünger  als  der  vorhergehende. 
2  Über  der  Linie.  —  '  verkaufen. 

*  In  diesem  letzten  Absatz  lassen   sich  nur  einzelne  Worte  entziffern,  da  die 
übrige  Schrift  fast  unkenntlich  ist. 


Überlingen.  29 


n. 


König  Rudolf  I.  erteilt  den  Bürgern  zu  Überlingen,  die  mit  ihm 
und   dem  Reiche  verbunden  seien  wie  Glieder  mit  dem   Haupte, 
yerschiedene  Freiheiten  in  Beziehung  auf  das  Erbrecht,  hofrecht- 
liche Lasten  und  den  (Gerichtsstand. 

1275  Jani  30  Konstanz. 

Rudolphus,  Dei  gracia  Romanorum  rex  semper  augustus,  universis 
Romani  imperii  fidelibus  presentem  paginam  inspecturis  graciam  suam 
et  omne  bonum.  Dignum  iudicat  nostra  serenitas,  ut  illorum  votis  desi- 
deratis  ac  votivis  desideriis  graciosius  annuamus,  qui  nobis  et  sacro 
Romano  imperio  tanquam  membra  capiti  indissolubiU  fidelitatis  vinculo 
coniunguntur.  Inspectis  igitur  dilectorum  fidelium  nostrorum  civium  de 
Ubirlingen  meritis,  quibus  ipsi  nostram  meruerunt  graciam  et  merentur 
infra  scriptas  gracias,  ipsis  liberalitate  regia  duximus  faciendas.  Primo, 
quod  volumus  et  pro  iure  statuimus  observari,  quod  nemo  civium  civi- 
tatis predicte  sive  masculus  sive  femina  in  hereditate  succedat  alicui, 
sive  hereditariam  percipiat  porcionem  nisi  heres  proximior,  et  qui  est  de 
linea  et  sauguine  decedentis.  Secundo,  quod  nemo  decedentis  bona  sibi 
debet  attrahere  eo  iure,  quod  «val»^  vulgariter  appellatur.  Tercio,  quod 
nemo  civium  de  Ubirlingen  extra  civitatem  in  iudicium  est  vocandus, 
nisi  si  causa  fuerit  spiritualis,  quam  per  personam  ecclesiasticam  con- 
venit  terminari.  Quarto,  quod  nemo  civium  praedictorum  ab  extranea 
persona  ulla  de  causa  proscriptionis  sentencie  poterit  innodari.  Item 
volumus  et  statuimus,  quod  quicunque  vel  qualiscunque  persona  aliqua 
bona  cuiuscumque  condicionis  in  districtu  seu  terminis  civitatis  de 
Überlingen  possidet,  de  bis  possessor  ima  cum  civibus  de  Überlingen 
contribuet  et  serviet  iuxta  bonorum,  quae  possidet,  facultatem.  Item 
statuimus  et  pro  iure  volumus  observari,  quod  quicunque  civium  de 
Überlingen  ab  aliqua  appellat  sentencia,  illam  appellacionem  iuxta  ius 
et  statuta  civitatis  de  Vriburg  prosequetur,  et  quicquid  sentenciatum 
fuerit  a  civibus  de  Vriburg,  illud  ratum  a  partibus  est  servandum.  Item 
volumus  civitatem  et  cives  de  Ubirlingen  in  omni  iure  et  gracia,  qua 
apud  nostros  antecessores  permanserunt,  nunc  et  in  antea  permanere. 
Item  ex  speciali  gracia  concedimus  civibus  sepedictis,  quod  vadimonia 
debitorum  suorum  extra  civitatem  residentium  pro  suis  debitis  valeant 
occupare,  ita  tamen,  quod  ad  id  faciendum  ministri  seu  iudicis  licencia 
requiratur.  In  testimonium  predictorum  nostre  maiestatis  sigillum  pre- 
sentibus  duximus  apponendum. 


Die  Anführungszeichen  sind  vom  Bearbeiter  gesetzt. 


30  Überlingen. 

Datum  apud  Constanciam  secundo  kalendas  julii  indiccione  tercia, 
anno  domini  miUesirao  ducentesimo  septuagesimo  quinto,  regiii  vero  nostri 
secundo.    Signum  domini  Rudolph!  Romanorum  regis  invictissimi. 

Perg,  Orig.  mit  Monogramm  und  Siegel  an  roter  Seide.  Großh. 
Bad.  General' Landesarchiv,  Select  der  Kaiser-  und  Königs -Urkunden 
Nr.  88K  Abd.  bei  Gerbert,  Cod.  Epist.  Rud.  S.  229  (das  Datum  ist 
irrigerweise  auf  den  21.  Juni  reduziert);  G  engl  er,  Deutsche  Stadtrechie, 
S.  495.  Regest  in  Boehmer-Redlich,  Regesta  Imperii  VI,  1,  S.  112.  Die 
Kopien  im  St.-A.  Überlingen  sind  sehr  fehlerhaft. 


IIL 

König  Rudolf  schlichtet  Streitigkeiten  zwischen  den  Johannitern 

zu  Überlingen  und  den  Bürgern  daselbst,  die  bauliche  Anlage  des 

Johanniterhauses  und  die  Wege  durch  dasselbe  betreffend. 

1282  Mai  13  Überlingen. 
In  gottes  namen  amen.  Ich  Rudolf  von  gottes  gewalt  ain  Roemscher 
kunic,  tun  kunt  allen  den,  die  disen  brief  lesent  oder  horent  lesen,  si 
sigent  zegagen  ||  oder  komen  noch  zegagen,  min  hulde  und  alles  gut. 
Wissent  alle  gemainlichen,  daz  ich  die  klage,  die  ansprach  und  öch  die 
mishellunge,  diu  da  waz  entzwischent  den  brödern  sant  Johans  ordens 
von  dem  spittal  zu  Jerusalem,  die  da  seshaft  sint  in  der  stat  zu  Über- 
lingen, und  öch  under  den  bürgeren  derselbun  stat  mit  ir  baider  willen 
habe  verscliht,  alse  an  disem  gegenwartigen  brieve  geschrieben  stat.  Bi 
dem  ersten,  umbe  die  ansprach,  die  die  burger  von  Überlingen  gemain- 
liehen  hattent  umbe  ainen  wec,  den  si  soltent  han  durch  den  hof  dez 
huses  ze  Überlingen  der  vorgenanten  brüder,  und  umbe  ainen  andern 
wec,  den  alten,  der  stete  halp  an  demselben  hove  abe  gienge,  der  baider 
wege  habent  sich  gemainlichen  und  mit  gutem  willen  die  vorgenanten 
burgar  verzigen,  daz  si  umbe  die  baide  wege  dekaine  klage  noch  dekaine 
ansprach  sunt  me  haben.  Es  solent  öch  die  vorgeuanten  bröder  dekaine 
mure  noch  dekaine  gewer  umbe  denselben  hof  dez  huses  ze  Überlingen 
machen,  weder  uf  tor  noch  uf  tiuUe*,  noch  uf  zune,  wan  daz  si  daz  tor 
oder  daz  tiuUe  oder  den  zun  ^  deken  mit  ainem  tächelin.  Si  sollent 
öch  die  vorgenanten  briider  machen  umbe  ir  hofstette  halp  ain  ge- 
muretes  tor  an  ir  kilche,  darnach  ain  tiuUe  oder  ainen  zun,  sweders 
si  went,  und  sol  daz  tiulle  oder  der  zun  stette  halp  von  dem  gemureten 
tor  ze  ende  dez  alten  weges  au  dem  hove  der  bruder  abe  gan,  bis  an 

>  Im  folgenden  wird  der  Kürze  halber  Htatt  dessen  nur  zitiert:   L.  A.  Nr.  .  . 

«  tiulle  =  Bretter. 

'  Diese  drei  Wörter  aind  durchatricben. 


Überlingen.  31 

die  mure  der  stat  ze  Juberlingen  ^  äne  viunf  schuhe,  und  sol  daz  tiulle 
oder  der  zun  mit  der  swelle  da  uf  ez  wirt  stände,  sin  zehen  schuhe  hohe. 
f^s  sont  öch  die  burger  von  Überlingen  und  alrmaneglich  han  aine 
offener  wec,  der  inrunt  der  stette  mure  viunf  schfihe  wit  sin,  unze  an 
den  tum  der  burger,  der  hinder  der  brflder  hove  stat  Ez  sunt  die  burger 
han  und  alrmaneglich  ainen  niuwen  wec  an  den  alten  weges  stat,  und 
sol  der  wec  an  dem  tiulle  oder  an  dem  zune  abe  gan  der  vorgenanten 
briider  hof,  und  sol  der  sin  in  der  witi  daz  ain  karre  oder  ain  wagen 
uf  und  abe  muge  gan  äne  gevärde.  Und  daz  diz  veste  und  State  iemer 
belibe,  so  henke  ich  Budolf,  ain  Roemischer  kunic,  min  insigel  und 
die  vorgenanten  br&der  von  Überlingen  ir  huses  insigel  ze  derselben 
stat,  und  öch  die  burger  von  Überlingen  der  stette  insigel  an  disen 
gegenwrtigen  brief.  Diz  geschach  ze  Überlingen,  do  von  gottes  geburte 
warent  tusent  iar  und  zwai  hundert  iar  und  zwai  und  achtzig  iar,  an 
dem  nehesten  gAtemtage  nach  unsers  herren  uffart. 

Perg.  Orig.  L.  A.  Archiv  der  Johatmüerkommende  eu  Überlingen, 
Siegel :  1.  Fragment  des  bekannten  Thronsiegels  K.  Rudolfs.  2,  Das  para- 
bolische Siegel  des  Johanniterhaases.  Auf  dem  Siegelgrunde  ein  Arm,  der 
gegen  den  Himmel  weist.  Rechts  und  links  davon  je  ein  achtstraJdiger  Stern, 
f  S/  DOMUS.  SC.  lOHANIS  L  VBERLIGK  S.  Das  Siegel  der  Stadt 
ist  am  Original  abgefallen;  dagegen  ist  es  an  dem  für  die  Stadt  ausgestellten 
Duplikate  ziemlich  gut  erhalten:  Reichsadler  in  dreieckigem  Schilde.  AUe 
Siegel  an  dunkelblauer  Seide.  Das  Duplikat  liat  manche  sprachliche  Ab- 
weichungen.  Abdr.  desselben  hei  Gerbert,  Cod.  Epist.  Rud.  S.  246.  Abdr. 
der  Original-Urkunde  in  Z.  0.,  Bd.  22,  S.  26  ff.  (siehe  dort  auch  wegen  des 
hier  in  der  Anm.  Gesagten).  Reg.  in  Boehmer-Redlichy  Regesta  Imperii  VI,  1, 
S.  366  (mit  dem  Datum  11.  Mai). 


IV. 
König  Heinrich  VII.  erlaubt  dem  Rat  und  den  Btlrgem  von  Über- 
lingen eine  Zunft  zu  haben. 

1309  Juni  12  Ulm. 
Heinricus  d.  g.  R.  r.  s.  a.  prudentibus  viris  . .  .  consulibus  et  civibus 
in  Überlingen,  fidelibus  suis  dilectis  graciam  suam  et  omne  bonum. 
Vestris  peticionibus  annuere  cupientes  vobis,  ut  zunftam  in  civitate 
nostra  Überlingen  habere  possitis,  ad  instar  dive  reeordacionis  Alberti 
Romanorum  regis,  antecessoris  nostri,  de  benignitate  regia  indulgemus 
presentibus  ad  nostrum  beneplacitum  duraturis,  quas  daraus  in  testi- 
monium  super  eo. 

*  So  —  nicht  üiberlingen. 


82  Überlingen. 

Datum  Ulme,  2.  idus  junii  anno  domini  millesimo  trecentesimo 
nono,  regni  vero  nostri  anno  primo. 

Perg,  Orig,  mit  schadhaftem  Siegel  an  einem  Pergamentstreifen.  L.  A. 
Nr.  156.  Abdr,  Acta  Imperii  Sei.  nach  einer  Abschrift  von  Hugo,  die 
Mediatisierung  der  Reichsstädte,  Die  Urkunde  K.  Albrechts  L  ist  ver- 
schollen. Diese  Erlaubnis,  die  nur  ad  beneplacitum  Geltung  haben  soUte, 
wurde  später  mehrmais  wörtlich  wiederholt.  So  von  K.  Friedrich  (17.  Aprü 
1315,  Konstarus),  der  dem  Rat  und  den  Bürgern  von  Überlingen  eine  Zunft 
gestattet  ad  instar  Alberti  genitoris  et  Heinrici  Romanorum  regum  prede- 
cessorum;  von  K.  Ludwig  (28.  August  1330,  Konstang);  von  K,  Karl  IV. 
(26.  Januar  1348).  Da  die  genannte  Urkunde  K  Albrechts  frühestens  im 
Jahre  1298  ausgestellt  sein  kann,  so  schließt  Schäfer  a.  a.  0.  aus  diesem 
Umstände,  daß  die  älteste  Stadtrechtsurkunde  (St.  I),  die  von  Zunftmeistern 
redet,  früliestens  in  diesem  Jahre  entstanden  sein  kann.  Der  Schluß  ist  nicht 
zwinge^id.  Einmal  redet  das  Stadtrecht  von  Zunftmeistern  in  der  Mehr- 
zahl,  die  von  K.  Albrecht  genehmigte  Zunft  besaß  aber,  wie  alle  Zünfte^ 
nur  einen  Meister.  Außerdem  ist  nicht  bewiesen,  daß  diese  Zunft  die  erste 
in  Überlingen  war.  Es  ist  daher  wahrscheinlicher,  daß  es  sich  in  vor- 
stehender Urkunde  um  die  Genehmigung  der  sog.  GescUecMergunft,  später 
der  €Löwem>  genannt,  handelt. 


V. 
Kaiser  Ludwig  unterhandelt  mit  den  Bürgern  zu  Überlingen  der 
Juden  wegen.    Bürger  und  Juden  sollen  sich  gegenseitig  crichten»; 
geschieht  Mißhellung  unter  ihnen,  so  sollen  sie  das  Recht  suchen 
zu  Eonstanz,  und  soll  dasselbe  geschehen  nach  Überlinger  Stadtrecht. 

1332  Juni  8  Ravensburg. 
Wir  Ludwig  v.  G.  g.  Romischer  keiser,  ze  allen  ziten  merer  des 
richs,  tun  cliunt  allen  den,  die  disen  brief  ||  ansehent  oder  horent  lesen, 
daz  wir  under  andern  theidingen,  die  wir  mit  den  burgern  ze  Überlingen 
gehabt  haben  von  der  Juden  wegen  dtiselben,  die  si  verderbet  habent, 
zwischen  in  und  den  Juden,  die  noch  lebent,  also  seralichet  und  ge- 
theidinget  haben,  daz  sich  die  burger  mit  den  Juden  und  die  Juden  mit 
den  burgern  umb  ir  gut  beidenthalbe  mit  einander  richten  suUen,  so 
si  allerbest  und  heplichest  chunnen  und  mögen.  War  aber,  daz  dhein 
stfizz  oder  missehallung  zwischen  in  geschähe,  so  sullen  si  recht  an  ein- 
ander tun  ze  Konstantz  nach  irer  stat  reht  ze  überiingen,  ob  ez  in  da 
füget  ze  suchen  und  dar  ze  chomen.  Und  darüber  ze  urchunde  geben 
wir  in  disen  brief  versigelten  mit  unserm  keiseriichem  insigel,  der  geben 


Überlingen.  83 

ist  ze  Ravenspurcb  an  dem  montag  in  der  pbingstwocben,  da  man  zalt 
von  Kristus  geburt  driuzebenbundert  iar,  darnacb  in  dem  zwenund- 
dreizzigsten  iar,  in  dem  achtzebenden  iar  unsers  riebe,  upd  in  dem 
fnnften  des  keisertums. 

Ferg,  Orig.  Siegel    des  Kaisers   an   rotgrüner  Schnur;  zerbrochen. 
St,'A.  Abt.  F,  Nr.  60. 


VI. 
Kaiser  Ludwig  verordnet,  daß  die  Bürger  zu  Überlingen  den  Juden 
Becht  widerfahren  lassen  sollen  nach  ihrem  Stadtrecht  vor  ihrem 
Ammann  in  der  Stadt  Eonstanz,  aber  nur  bis  auf  den  12.  Tag  zu 
Weilmachten.  Alle  Klagen  und  Ansprachen  der  Juden  gegen  die 
von  Überlingen  nach  dieser  Zeit  sollen  gänzlich  ab  sein  und  keine 

Kraft  haben. 
1334  August  21  EonBtanz. 
Wir  Ludwig  v.  G.  g.  Romiseber  keiser.  ze  allen  ziten  merer  des 
richs,  verieben  offentlicb  an  disem  brief,  ||  daz  wir  wellen,  daz  der  am- 
man,  der  rat  und  die  burger  gemeiucblicb  ze  Überlingen,  unser  lieben 
geirewen  allen,  den  Juden,  die  binz  in  ibt  ze  sprechen,  ze  cblagen  oder 
ze  fordern  babent  von  der  Juden  wegen  ze  Überlingen,  die  verderbet 
wurden,  ez  sin  umb  ir  erbe,  umb  gfit,  oder  umb  gelt,  daz  si  den  ein  reht 
tan  sullen  nach  irer  stat  recht  vor  irem  amman  in  der  stat  ze  Kostentz, 
von  hinnan  unz  uf  den  zwelften  tag  ze  weibenäcbten,  der  uu  schierst 
chumt,  als  dick  si  es  an  si  vordemt.  Und  w&r,  daz  die  Juden  die  vor- 
genanten unser  burger  ze  Überlingen  nach  dem  zwelften  tag  ze  weihe- 
n&chten  ibt  ansprächen  oder  cblagten,  wellen  wir,  daz  si  in  derumb 
dhein  recht  tfin,  und  nemen  alle  ansprach,  oblag  und  vorderung,  die 
si  fürbaz  immer ^  binz  gehaben  möchten,  g&nzlicben  ab  von  unserm 
keiserlicbem  gewalt  mit  disem  brief  und  wellen,  daz  si  in  dhein  scbad 
sei,  und  weder  chrafb  noch  macht  haben.  Und  darüber  ze  urchunde 
geben  wir  in  disen  brief,  versigelten  mit  unserm  kaiserlichen  insigel, 
der  geben  ist  ze  Kostentz  am  sonntag  vor  Bartholomei  nach  Christus 
geburt  driuzehenbundert  iar,  darnach  in  dem  virden  und  dreizzigstem 
iar,  in  dem  zweinzigstem  iar  unsers  richs  und  in  dem  sibeuden  des 
keisertums. 

Perg.  Orig.  Siegd  des  Kaisers  an  roter  Schnur;  abgerissen.    St.-A. 
Abt.  F,  Nr.  61. 


*  Im  Original  mit  drei  m. 
Obeirbtfn  liehe  Stadtrechte.    n,2. 


34  ÜberÜDgCD. 

vn. 

Karl  IV.  bestätigt  die  Privilegien  der  Stadt  Überlingen  und  ver- 
spricht,  sie  nie  vom  Beiche  zu  veräußern. 

1348  Januar  27  Ulm. 
Wir  Karl  v.  G.  g.  RSmischer  kung,  ze  allen  zelten  merer  des  reichs, 
und  kung  ze  Beheim,  verleben  und  tun  kunt  offenlich  mit  disem  brif: 
Wann  wir  die  stat  Uberling  so  genaigig,  so  undertenig  und  ouch  so  ge- 
stendig  an  uns  an  dem  heiligen  R&mischen  reiche  funden  haben,  umb 
daz  haben  wir  derselben  stat  ze  fürderung  und  ze  gnaden  getan,  daz 
wir  ir  nu  und  hernach  vestinen,  newiren  und  besteten  mit  disem  brif 
alle  ir  freiheit,  gewonheit  und  reht  und  ouch  alle  ir  brif,  di  si  hant, 
und  di  si  biz  uf  disen  h\^tigen  tag  her  haben  braht,  daz  besteten  wir  in 
allez  fürbaz  immermer  ze  halden  und  ze  haben,  also,  daz  wir,  noch 
iemant  andere  von  unsern  wegen  dhein  ir  brif,  reht,  freiheit  und  ge- 
wonheit niht  endem  noch  verkem  sullen  noch  wellen  in  dheinen  weg. 
Wir  haben  ouch  derselben  stat  mer  ze  gnaden  getan,  daz  wir  si  durch 
dehein  unser  noch  des  reichs  not,  noch  durch  dhein  ander  sache  niht 
versetzen,  verkaufen,  noch  dheins  wegs  verkftraern  sullen;  und  ob  daz 
gen  iemant  geschehen  wer,  oder  noch  geschehe,  daz  sol  genzlich  ab  sein, 
und  kein  kraft  haben.  Wir  wellen  ouch,  daz  diselb  vorgenant  stat  für 
das  reiche  iemant  pfant  sei,  noch  daz  iemant  für  uns  und  für  daz  reiche 
nftt  oder  pfend^.  Und  waz  uns  und  dem  reiche  von  derselben  stat 
gewönlicher  stewr  ergangen  sind,  und  ob  in  ouch  von  den  Juden,  di 
bei  in  wonent  sind  oder  weren,  von  irs  schirms  wegen  dhein  hilf  ge- 
schehen wer  unz  uf  disen  hewtigen  tag,  des  sagen  wir  si  ouch  genzlich 
ledig  mit  disem  brif.  Wir  haben  ouch  der  vorgenanten  stat  an  disem 
brif  solch  fürderung  und  gnade  getan,  ob  ir  iemant  der  vorgeschriben 
artikel  einen  oder  mer  überfarn  w51t,  oder  wer  sie  von  disen  unsern 
gnaden,  di  wir  in  an  disem  brif  erzaigt  haben,  dringen  oder  zertrennen 
w61t,  daz  denn  diselb  stat  und  di  andern  stete  alle,  den  wir  ouch  dise 
gnade  mit  unsern  briefen  getan  haben,  einander  sullen  und  mügent 
beholfen  sein^  des  wir  in  gönnen  und  erlauben  von  unserm  kunglichen 
gewalt,  und  sich  des  weren  und  reten  sullent,  als  verre  ir  aller  mügent 
raichet,  daran  si  wider  uns  und  dem  reiche  nihtz  tön  noch  verschulden 


^  Im  Ölig.  Abljürznngsetrich  durch  d. 

2  Diese  Städte  sind  folgende :  Augsburg,  Ulm,  Memmingen,  Kempten,  Kauf  benren, 
Leutkirch,  Wangen,  Biberacb,  Ravensburg,  Lindau,  Buchhorn  (=  Friedrichahafen), 
Überlingen,  PfuUendorf,  Eßlingen,  Reutlingen,  Rottweil,  Weil,  Nördlingen,  Gmünd, 
Hall,  Heilbronn,  Wimpfen  und  Weinsberg.  Diesen  Städten  erteilte  K.  Karl  IV.  in 
einer  Urkunde  vom  9.  Januar  1348  (obne  Ort)  das  hier  nach  einer  für  Überlingen 
gegebenen  Ausfertigung  abgedruckte  Privileg.  Abdr.:  Lünig,  Teutsches  Reichsarchi?, 
Bd.  13,  S.  16,  wo  Kempten,  offenbar  aus  Versehen  des  Herausgebers,  fehlt. 


Überlingen.  35 

sullen  in  dbeinen  weg,  und  waz  dieselb  stat  fürbaz  mit  uns,  oder  vor 
uns  ir  notdurft  ze  werben  und  ze  reden  haben,  darurab  sullen  wir  si 
gnedegelich  verhorn.  Mit  urkund  ditz  brifs,  versigelt  und  gevestent 
mit  unserm  kunglichen  insigel,  der  geben  ist  ze  Ulme,  nach  Christus 
gebürt  druzehenhundert  iar,  und  in  dem  ahten  und  virzigsten  iar,  an 
dem  sunntag  vor  unserer  frawen  tag  der  lihtmesse,  in  dem  andern 
jar  unserer  reiche. 

Perg.  Orig.  mit  Siegelresten.    L.  A,    Ahdr.:  Z.  0.  Bd.  22,  S.  28  ff. 
Hugo,  a.  a.  0.  S.  383.  Reg.  in  Böhmer-Hulcr,  JRcg.K.  Karls  IV.  Nr,  574. 


vm. 

König  Karl  IV.  erklärt  die  Bürger  und  die  Stadt  Überlingen, 
nachdem  der  verbrannten  Juden  Out  den  beiden  Ulrich,  Grafen 
zu  Helfenstein,  an  des  Beichs  statt  überantwortet  wurde,  ledig 

und  los. 

1349  Juni  20  Frankfurt. 

Wir  Karl  v.  G.  g.  R&mischer  kunig,  ze  allen  ziten  merer  des  richs 
und  kunig  ze  Beheim,  vergehen  ||  offenlich  mit  disem  brief  und  tun 
chunt  allen  den,  die  in  sehent  oder  herent  lesen,  das  die  burger  und 
die  stat  semantlichen  ze  Überlingen  der  Juden  gfit  ze  Überlingen,  die 
das^  verbrennt  sint,  gegeben  und  geantwurt  hant  gar  und  genzlichen 
an  unser  und  des  richs  stette  unsern  lieben  getrewen  Ulrichen  und 
Ulrichen  graven  zu  Helfenstein,  unsern  lieben  getrewen  lantvogten  in 
Obern  Swaben;  und  umbe  den  uflauf,  frevel  und  umb  alle  die  getat, 
so  die  vorgenanten  burger  ze  Überlingen  begangen  hant  an  unsern  und 
des  richs  Juden  in  unser  vorgenanten  stat  ze  Überlingen,  haben  wir 
dieselben  burger  ze  Überlingen  und  ir  stat  ledig  und  loz  getan,  und 
sagen  si  auch  ledig  und  loz  mit  disem  brief  für  uns  selb  und  für  unser 
nachkomen  an  dem  rieh,  und  haben  auch  den  vorgenanten  burgern 
und  ir  stat  ze  Überlingen  unser  und  des  richs  genad  und  huld  gegeben, 
und  haben  si  in  unsern  und  des  richs  schurm  genomen,  und  nemen  si 
auch  mit  disem  brief,  also  das  si  fürbaz  von  uns  und  von  unseren  nach- 
komen an  dem  rieh  umb  denselben  uflauf,  vraeflin  und  getat  aller  burgern 
fri  sullen  sin.  Mit  urkund  ditz  briefs,  den  wir  in  darüber  geben,  be- 
sigelt  ze  Frankfurt  mit  unserm  kuncblichem  insigel  nach  Cristus  geburt 
druzehenhundert  und  nünundvierzig  jar  des  sampztags  vor  sant  Johannes 
tag  Baptisten,  in  dem  dritten  jar  unserer  riebe. 

'  Sic! 


36  Überlingen. 

Perg,    Orig.   mit  Meinem  Kmngssiegel  an   einem  Pergament  streifen. 
St.'A.  Abt,   rill  Nr.  62, 

Reg,  in  Böhmer-Huher,  Reg,  Kaiser  Karls  IV.,  Nr.  6603. 


IX. 
Kaiser  Karl  IV.  verspricht  der  Stadt  Überlingen^  daß  er  die  Vogtei» 
die  Steuer,  das  Ammannamt,  das  üngeld  und  den  Zoll  daselbst  nebst 
dem,  was  dazu  gehört,  nie  höher  verpfänden  wolle,  als  sie  gegen- 
wärtig verpfändet  sind. 

1858  Joni  29  Nürnberg. 
Wir  Karl,  v.  G.  g.  Rftmischer  keisir,  zfi  allen  zeiten  merer  des 
ricbs,  und  kunig  zu  Beheim,  bekennen  und  tun  kunt  ofFenlleb  niit  diesem 
briefe  allen  den,  die  in  sehen  odir  hören  lesen,  daz  wir  von  miltekeit 
angeborener  gfite  gnediclich  haben  bedacht  stete  trewe  und  flizige  dienste, 
die  uns  und  dem  heiligen  rieh  die  burgermeister,  der  rät  und  burger 
gemeinlich  von  Ubirlingen,  unsir  und  des  heiligen  richs  lieben  getrüwen 
oft  unverdrüzlich  zu  ere  und  wirdekeit  des  heiligen  Rftmischen  richs 
haben  getan,  und  als  vil  mit  flizzigem  ernst  und  lutirkeit  steter  trüwe 
uns  und  dem  rieh  vorbaz  in  künftigen  zeiten  suUen  verbonden  sein, 
nutzlich  zu  tön,  als  sie  befinden,  daz  wir^  sie  von  des  heiligen  richs 
wegen  mit  besunder  friheit  und  genaden  gnedecUch  bedenken.  Davon 
so  haben  wir  mit  rechtir  wizze  und  volkomenheit  kesirlichen'  macht 
denselben  von  Ubirlingen  soliche  gnade  getan,  daz  wir*  die  vogethie, 
die  steur,  daz  ammanampt,  daz  ungelt  und  zolle  doselbis,  und  was  dorzfi 
boret,  nimer  in  deheinen  zeiten  vorbaz  hoer  versetzen,  verschriben  oder  ver- 
pfenden  wuUen,  wan  sie  zu  diser  zit  versetzet,  verschriben  und  verpfendet 
sein.  Mit  urkund  ditz  briefes,  versiegilt  mit  unser  keisirlichen  maiestat  in- 
Siegel.  Geben  zu  Nuremberg  nach  Cristus  geburt  drüzenhundert  jar  dar- 
nach in  dem  achtundfunfzigistera  jare,  an  der  heiligen  zwolfbotten  sant 
Petir  und  Paulus  tag,  unsir  riebe  in  dem  zwölften  und  des  keisirtums 
in  dem  vierden  jare. 

Per  dominum  imperatorem 

Henricus  de  Wesalia. 

Perg.  Orig.  mit  Siegel,     L.  Ä,  Nr.  320.     Ahdr.  hei  Hugo,  a.  a,  0. 
S.  387  mangelhaft.     Reg.  in  Böhmer-Huher,  a.  a,  0.  Nr.  2795. 


Diese  beiden  Worte  im  Original  korrigiert. 
Sic!  —  •  Original:  wier. 


Überlingen.  87 

X. 

Vertrag  zwischen  dem  Domkapitel  zu  Konstanz  und  dem  Haus  Mainau 

einerseits  und  der  Stadt  Überlingen  anderseits  wegen  der  Entrichtung 

dee  großen  Weinzehnten  daselbst.  Strafe  für  die  Säumigen;  Eontrolle 

über  richtige  Lieferung. 

1362  März  22  Konstanz. 

Wir  .  .  ^  der  .  .  burgermaister  .  .  der  .  .  amman  .  .  der 
rat  und  .  .  die  burger  .  .  alle  .  .  gemainlich  der  stat  ze  Über- 
lingen tfint  kunt  .  .  und  veriehin  oflfenlich  rait  disem  gegenwürtigen 
.  .  brief  .  .  allen,  die  in  ansehen t,  alder  hfirent  lesen  .  .  daz  wir 
alle  mit  gernainem  rate,  mit  ainberem  gutem  willen  umbetwungenlich 
und  mit  gftter  vorbetrahtunge  lieplich  und  früntlich  nach  allem  unserm 
willen  verrihtet  und  verainbert  sigin  mit  den  .  .  erwirdigen  in  .  . 
Got,  unsem  gnädigen  herren  .  .  dem  cappittel  gemainlich  ze  dem  Thöm 
ze  Coetentz,  und  mit  dem  .  .  comendur  und  .  .  den  .  .  brfidem 
.  .  gemainlich  dez  Tütschen  Huses  in  der  Maienowe  von  desselben 
.  .  huses  und  des  Tütschen  Ordens  wegen,  umb  alle  die  stftsse,  miss- 
hellung  und  .  .  ansprach,  so  si  mit  uns  gehebt  haut,  und  zwischen 
uns  und  inen  daher  ufgelofFen  sint  von  der  .  .  zehenden  wegen  der 
kilchen  ze  Uffkilch  und  ze  Überlingen,  du  an  den  tisch  in  der  Maienowe 
hftrt*,  und  des  och  du  quart  an  das  obgenant  cappittel  ze  dem  Tumb 
ze  Costentz  hÄrt,  mit  den  gedingen,  stukken  und  artikeln,  als  hienach 
an  disem  brief  geschriben  und  beschaiden  ist: 

Also  daz  wir  und  alle  burger  ze  Überlingen,  die  winwachs  bi  uns 
und  umb  uns  hant,  über  die  wir  ze  gebietent  haut,  us  dero  garten  der 
zehende  den  obgenanten  herren  zugehört,  die  zehenden  nu  hinnanhin 
ungevärlich  weren  und  rihten  sont  in  dem  torgel  unter  der  Rinnen, 
äne  alle  geverde,  ie  als  er  järgelichs  gevallet.  Der  wissen  win  het,  der 
sol  wissen  geben  ze  zehenden,  und  der  roten  het,  der  sol  roten  geben, 
als  im  in  Got  git,  und  als  reht  ist,  zehenden  ze  rihtend,  äne  alle  geverde. 
Und  wer  sich  daran  übersah,  und  den  zehenden  nit  rihti,  als  vor 
geschriben  stat,  und  des  überwunden  würd  mit  zwain  erbern  mannen  nach 
unser  stette  reht  ze  Überlingen  ald  ob  er  nit  überwunden  würde,  mag  er 
sich  danne  mit  dem  aid  nit  davon  genemen,  der  soll  den  obgenanten 
herren  bi  derselben  tagzeit,  so  darumb  gerihtet  wirt,  widertön,  ald  aber 
das  gut  vergewissen  ze  gebend,  uf  weli  tag  die  herren  went ;  darzu  soll  er  och 
danne  derselben  unser  stat  ze  Überlingen  ain  pfunt  Costentzer  pfennige 
äne  gnade  zu  bftß  und  ze  besserung  geben,  und  dem  amman  sin  reht. 

^  Diese  und  die  folgenden  Punkte  im  Original. 
«  Sic! 


38  Überlingen. 

W&r  och,  daz  irer  dekain,  über  den  wir  ze  gebieten  hant,  den 
zehenden  entriige,  oder  sus  wider  rehtes  entwerti,  der  des  och  also  über- 
wunden würde,  als  vor  ist  beschaiden,  ald  ob  er  nit  überwunden  würd, 
mftcht  er  sich  danne  mit  dem  aid  mit  davon  generoen,  der  sol  der  stat 
fünf  pfunt  gen  ze  bus  und  dem  amman  sin  reht,  und  sol  darzfi  denselben 
herren  och  widertün  unverzogenlich  ald  vergewissen,  als  vor  ist  beschaiden, 
und  als  dik  die  herren  oder  ir  amptlüt  darzü  zügnüs  bedürfent  ze 
laitend ;  dieselben  gezüg  sont  des  willig  sin,  ald  wir  sont  si  darzu  halten, 
das  si  es  tun  mftsent. 

Es  sol  och  ain  iegelich  burgermaister,  der  danne  ist,  oder  ob  der 
burgermaister  nit  war,  ain  amman  ze  Überlingen  wenne  und  weles  jars  die- 
selben herren  oder  ir  nachkommen  betschaft  zu  im  darumb  sendent  an  allen 
torgelmaistern  gemainlich,  über  die  wir  ze  gebieten  hant,  unverzogenlich 
schaffen,  das  si  alle  und  ir  iegelicher  besunder  mit  siner  trüwe  ane 
aides  statt  lobe  mit  guten  trüwen  ze  besorgent,  das  die  zehenden  un- 
gevärlich  gerihtet  werdin,  als  vor  geschriben  stat,  und  ob  es  inen  von 
ieman  kuntb&r  würde,  der  den  zehenden  entrüg  oder  nit  rihti,  das  sont 
si,  die  herren,  oder  ir  amptlüt  innen  bringen,  so  si  erst  mugent,  bi 
derselben  trüwe,  äne  alle  geverde.  Würd  aber  derselben  torgelmaister 
ainer  des  ainest  mit  zwain  erberen  mannen  überwunden,  als  vor  ist 
beschaiden,  ald  ob  er  nit  überwunden  würd,  m6cht  er  sich  danne  mit 
dem  aid  nit  davon  genemen,  das  er  die  gerfiget  het,  als  er  billig  solt, 
den  oder  die  sol  unser  rat  ald  der  raer  tail  des  rates  ze  Überlingen  under  inen 
straffen  und  büßen  bi  dem  aid  in  aller  der  wis,  als  ob  es  unser  getat 
w&r.  Wir  s51in  och  uf  den  aid  unverzogenlich  und  och  ungevarlich, 
so  es  an  uns  gefordert  wirt,  fünf  erbar  man  von  ünsern  r&ten  ze  ünserm 
amman  ze  denselben  sachen  iegelichs  jars  besunder  geben,  die  uns 
duukent,  das  si  ze  denselben  sachen  nütze,  gut  und  schidelich  sigin,  die 
dasselb  jar  gewalt  liant,  alle  dieselben  sachen  ze  verhörent,  und  och 
darumb  ze  richtend,  unverzogenlich,  denselben  herren  und  iren  amptlüten 
von  allen  den,  die  inen  gerüget  werdent;  was  aber  vor  den  des  jars  nit 
ze  klag  kunt,  das  sol  danne  fürbas  äne  klag  beliben. 

Wer  och  denselben  herren  nu  und  hernach  dienen  wil,  denselben 
iren  zehenden  ze  legent,  ze  fertigent,  ze  behalten,  ald  wes  si  darzü 
bedürfent,  den  s51in  wir  es  wol  gunnen  und  sölin  och  nieraan  darumb 
straffen  noch  rechtfertigen. 

Wir  sigin  och  in  ainer  liebi  und  durch  gtües  frides  willen  über- 
ainkomen,  das  dieselben  herren  und  alle  ir  nachkomen  denselben 
zehenden  iegelichs  jars  besunder  von  unser  stat  ze  Überlingen  unverhoft 
fertigen  und  füren  sont  ie  zwischen  dem  herbst  und  sant  Hilarien  tag,  un- 


ÜberlingeQ.  39 

verzogenlich,  wenne  es  inen  in  den  tagen  allerbest  ffiget,  lützel  oder  vil; 
wir  aber,  das  si  uns  des  aines  jars  bätin,  das  wir  si  desselben  zehenden 
wins  in  linser  stat  ain  tail  in  denselben  tagen  verkoffen  ließent,  da 
sAlin  wir  inen  danne  gönnen,  desselben  zehenden  wins  unz  an  zwainzek 
f&der  ze  verkoffent,  doch  also,  daz  si  danne  denselben  win  bi  dem 
becher  in  unser  stat  nit  vertriben  sont;  und  sol  och  danne  derselben 
herren  amptman  uns  ainen  gelerten  aid  ze  den  hailigen  swerren,  das  er  nit 
me  da  alsoß  verkoff  desselben  zehenden  wins,  danne  unz  an  zwainzek 
fader,  als  vor  ist  beschaiden.  Würd  er  aber  des  ainest  daran  brftchig, 
und  würd  des  überwunden  mit  zwain  erberen  mannen,  als  vorgeschriben, 
ald  ob  er  nit  überwunden  würd,  das  er  sich  danne  mit  dem  aid  nit 
davon  genemen  m6ht,  also  vor  ist  beschaiden,  so  ist  er  vervallen  ze 
gebend  uns  und  der  stat  ze  büß  fünf  pfunt  Costentzer  pfenninge  und 
dem  amman  sin  reht;  w6It  aber  er  sich  des  sperren,  ald  das  er  danne 
von  lins  entwich,  wa  wir  in  danne  mit  gaischtlichem  oder  weltlichem 
gerillt  darumb  bekümberen  und  angriffen  mugent,  dawider  sont  die 
herren  nit  sin,  und  sont  sich  och  des  in  kain  wis  nit  annemen. 

Wir  sigin  och  durch  baider  tail  frid  überaiukomen,  das  der  herren 
amptman  järgelichs  ie  vor  dem  herbst  uf  die  kanzel  an  ainem  firt&ge- 
lichem  tag  gan  sol  in  der  kilchen  zeÜberlingen,  da  ain  burgermaister  oder  ain 
amman  ist,  ald  ob  die  da  nit  sint,  wen  wir  danne  von  dem  rat  darzu 
schikkent,  und  sol  derselben  herren  amptman  och  danne  da  swerren 
zft  den  hailigen,  das  er  den  herren  von  derselben  kilchen  und  des 
zehenden  wegen,  und  och  uns  und  unser  stat  von  derselben  sach  wegen 
das  beste  und  das  nützest  tage  baiden  tailn,  äne  alle  geverde,  und  sol 
im  och  der  vorgenanten  ainer,  der  burgermaister  oder  der  amman,  ald 
wer  von  dem  rat  darzö  geschikt  ist,  des  den  aid  geben.  Es  ist  och 
fdrbas  beredd,  wa  der  herren  amptman  kaines  gebresten  ald  schaden 
von  des  zehenden  wegen  innen  wurde,  wen  er  danne  der  ünsern  darzü 
bittet  gan,  der  sol  och  danne  darzö  gan  un verzogen  lieh,  und  sol  dem 
amptman  den  schaden  helfen  wenden,  ald  aber  siner  warhait  darumb 
helfen.  War  och,  das  ieman  den  andern  rögti,  den  sol  doch  darumb 
nieman  vehen,  des  wir  gewaltig  sigin,  beschähe  es  darüber,  des  s61in 
wir  im  vorsin. 

Dise  vorgeschriben  dinge  und  gedinge  haben  wir  alle  mit  guten 
trüwen  ungevärlich  für  uns  und  alle  unser  nachkomen  gelobt,  st&t  ze 
habent  und  ze  volleffirrent  luterlich,  äne  alle  geverde,  alle  die  wile  dieselb 
kilch  ze  Uffkilch  und  ze  Überlingen  in  des  Tütschen  Ordens  gewalt  und 
banden  stat,  und  nit  furo. 

W&r  aber,  daz  der  obgenanten  stuk  dehaines  überfarn  würd,  daz 
sich  daz  redlich  befunde,  ald  ob  ieman  w&r,  der  den  obgenanten  rihtern 


40  Überlingen. 

nit  gehorsam  w&r  des  gerichtes,  als  vor  ist  beschaiden,  von  dem  oder 
von  den  mögent  dieselben  herren  ir  reht  suchen  vor  iren  rihtem  ze 
Costentz,  und  sAlin  wir  si  des  weder  sumen  noch  ierren  in  dekain  wise, 
ane  alle  geverde,  und  sol  och  vor  denselben  rihtern  beliben. 

Und  ze  warem  und  offeme  urkünd  ....  geben  wir  denselben 
herren  darüber  diesen  brief,  mit  der  obgenanten  stat  ze  Ü.  insigel 
besigelten,  daz  wir  offenlich  daran  gehenket  haben.  Der  brief  ist  ze 
Ü.  geben,  do  man  von  Cristes  gebürt  zalt  drüzehenhundert  jar,  darnach 
in  dem  zwaiundsehzigosten  jar  an  dem  nehsten  zinstag  vor  unser  Frowen 
tag  ze  dem  änide. 

Orig.  Perg.  L.  A.  5, 195.  Kopie  im  KopidUmck  1389,  fol.  206  ff.  L.  A. 


XI. 

Kaiser  Karl  IV.  versetzt  dem  Endres  Gobe,  Ammann  zu  Überlingen, 
um  60  Mark  Silber  da43  Ammannamt  zu  Überlingen. 

1366  April  6  Prag. 

Wir  Karl  v.  G.  g.  Römischer  keiser,  zu  allen  zeiten  merer  des 
reichs  und  kunig  zu  Beheim,  ||  bekennen  und  tun  kunt  offenlich  mit 
diesem  briefe  allen  den,  die  in  sehen  oder  boren  lesen,  daz  wir  ange- 
sehen haben  den  steten  getrewen  dinst,  den  uns  und  dem  reiche  Endres 
Cobe,  amman  zu  Überlingen,  unser  und  des  reichs  lieber  getrewer,  oft 
nutzlichen  getan  hat  und  fürbaz  tön  wil  und  mag  in  künftigen  zeiten, 
und  haben  im  dorurab  sechzig  marg  silbers  Friburger  gewichts  gnediclich 
geben.  Dafür  haben  wir  im  und  seinen  erben  unser  ammanampt  do- 
seibist  zft  Überlingen  zu  rechtem  pfände  eingeben  und  versetzet,  also 
daz  er  und  die  egenanten  erben  dazselbe  ammanampt  mit  aller  seiner 
zfigehorungen  als  lange  innehaben,  nutzen  und  niezzen  sullen,  unge- 
hindert, bitz  daz  wir  oder  unser  nachkomen  an  dem  reiche  daz  lunb 
die  egenanten  sechtzig  marg  silbers  wider  von  in  losen.  Mit  urkund 
ditz  briefes  versigelt  mit  unser  keiserlichen  maiestat  insigel,  der  geben 
ist  zu  Präge  nach  Crists  geburt  dreuzenhundert  jar  darnach  in  dem 
sechsundsechzigsten  jar,  am  nehsten  mantage  nach  Obresten^  unser 
reiche  in  dem  zwenzigsten  und  des  keisertums  in  dem  eilften  jar. 

Orig.  Perg,  mit  gut  erhaltenem  kaiserlichen  Majestätssiegel  an  einem 
Pergamentstreifen,  St.-A.  Abt.  III,  Nr,  48.  Reg,  in  Böhmer-Huber,  Reg. 
Kaiser  Karls  IV.,  Nr.  7199. 

»  Sic! 


Überlingen^  41 

XII. 

Kaiser  Karl  IV.  versetzt  dem  Endres  Cobe  um  60  Mark  Silber  das 
Ammannamt  zu  Überlingen  nebst  dazu  gehörigen  Bannen  und  anderen 

ZugehOrungen. 

1367  Oktober  31  Wien. 

Die  Urkunde  nimmt  zunächst  Bezug  auf  die  Verpfändung 
des  Ammannamts  an  Endres  Cobe  und  fährt  dann  fort:  .  .  .  und 
wann  die  banne  zft  demselben  ammanampt  von  rechte  und  alter  gewonheit 
gehören,  so  meinen  und  wollen  wir,  das  der  egenante  Endres  Cobe  und 
seinen*  erben  dieselben  benne  mit  dem  egenauten  ammanampt  halten 
und  geniezzen  sullen  in  pfandes  weiz  für  die  obgenanten  sechzig  marke 
Silbers,  als  lange  unz  wir  oder  unser  uachkomen  an  dem  reiche  dasselb 
ammanampt  mit  bennen  und  ander  zfigehftrunge  um  dieselb  sume  gelts 
von  dem  egenanten  Endres  oder  seinen  erben  gelfisen.  Darumb  gebieten 
wir  dem  burgermaister,  dem  rate  und  den  burgern  gemeinlich  der  ege- 
nanten stat  zu  Überlingen,  unsern  und  des  reichs  heben  getrewen,  emst- 
Uch  und  vesticlich  bi  unsern  hulden,  das  sie  dem  vorgenanten  Endres 
und  seinen  erben  mit  dem  obgeschriben  ammanampt,  bennen  und  allen 
andern  seinen  zugehftrungen  wartende  und  gehorsam  sein  sullen,  an  alle 
Widerrede.  Mit  urkund  ditz  brieves,  versigelt  mit  unserm  keiserlichen 
insigele,  der  geben  ist  zu  Wienne  nach  Cristes  geburte  drewzenhundert 
jare,  darnach  in  dem  sibenundsechzigisten  jar  an  Allerheiligen  abend, 
unser  reiche  in  dem  zweiundzweiuzigsten,  und  des  keisertums  in  dem 
drewzenden  jare. 

Orig.  Perg.  mit  sehr  gut  erhaltenem  Beichssiegel  an  einem  Pergament- 
Streifen.    St.'A.   Abt.  III  Nr.  49. 

Reg.  in  Böhmer-Huber,  Reg,  K  K  IV.,  Nr.  7249. 


xin. 

Friedrich^  Pfalzgraf  bei  Rhein,  gewährt  Überlingen  die  Onade,  Juden 
zu  Bürgern  anzunehmen. 

1378  Janaar  16  Ravensburg. 
Wir  Fridrich  v.  G.  g.  pfallenzgraf  bi  Rein  und  herzog  in  Beyern  etc. 
bechennen  ||  offenUch  mit  dem  brief,  daz  wir  den  ersamen,  dem  burger- 
meister,  dem  amman,  dem  rat  und  den  burgern  gemainUch  der  stat 
ze  Überlingen,  unsern  Üben  besundern,  di  genad  und  den  gewalt  geben 
haben  von  unsern  wegen,  waz  si  Juden  in  ir  stat  ze  burger  nemend, 
daz  daz  mit  unserm  willen,  wort  und  heisen  ist;  und  wellen  auch  di- 
selben  Juden  ir  hausfrawen,  iren  chind  und  ir  ingesinde  mit  aller  irer 


42  Überlingen. 

hab  genedicblich  beschirmen  und  ußrechten,  als  ander  ingesezzen  burger 
ze  Überlingen,  an  all  geverde.  Dez  gilichs  gunnen  wir  den  obgenanten 
bürgern,  daz  si  daz  auch  tun  m&gen  und  sunderlich  an  all  beschatzung, 
also  daz  uns  diselben  Juden  ierlich  stewer  suUen  geben  nach  der  ob- 
genanten burger  rates  rat,  dez  wir  also  z&  in  gegangen  sein.  Mit 
urcbund  ditz  briefes,  der  geben  ist  mit  unserm  anhangenden  insigel 
versigelten  ze  Bauenspurg  an  sampztag  vor  sand  Antoni  tag  anno 
domini  M^CCC^LXX«  octavo. 

Ferg,  Orig.  mit  dem  Siegel  des  Pfahgrafen  an  einem  Pergament- 
streifen.     St.-A.  Abt.   F,  Nr.  65. 


XIV. 
König  Wenzel  bestätigt  dem  Endres  Gebe  die  durch  Karl  IV.  erfolgte 
Verpfändung  des  Ammannamtes  zu  Überlingen  und  erteilt  ihm  und 
seinen  Erben  außerdem  die  Befugnis,  einen  andern  zu  substituieren. 

1378  Oktober  16  Prag. 
Wir  Wenczlaw  v.  G.  g.  Rfimischer  kunig,  zft  allen  zeiten  merer 
des  ricbs  und  kunig  zu  Behem,  bekennen  und  tun  kunt  offenlich  mit 
disem  brief  allen  den,  die  in  sehen  oder  boren  lesen,  das  wir  haben 
angesehen  steten  und  getrewe  dienste,  die  Andres  Kob,  amman  zft  Über- 
lingen, und  Cönrat,  sein  sun,  unser  und  des  reichs  lieben  getrewen,  dem 
allerdurchluchtigsten  fürsten  und  herren,  hern  Karlen,  Römischem  keiser, 
zft  allen  zeiten  merer  des  reichs  und  kunige  zu  Behem,  unserm  lieben 
herren  und  vater,  und  uns  selber  getan  haben,  und  noch  tun  sullen 
und  mögen  in  künftigen  zeiten,  und  haben  dorumb  in  und  iren  erben 
bestetiget,  bevestet  und  confirmiert,  bestetigen,  bevesten  und  confirmiren 
mit  crafte  ditz  brieves  alle  und  igliche  ire  brieve,  hantvesten  und  gnade, 
die  sie  von  dem  egenanten  unsern  lieben  herren  und  vater  haben,  gleicher- 
weis, als  ob  sie  von  wort  zu  wort  in  diesem  brieve  begriffen  weren;  auch 
tun  wir  in  die  besunder  gnade  umb  den  dienst,  den  sie  uns  getan 
haben,  und  noch  tun  sullen  und  wollen;  und  dorumb,  so  slahen  wir  in 
uf  unsern  wegen  von  newes  auch  sechzig  mark  silbers  Friburgers  ge- 
wichtes uf  das  egenant  unser  aramanampt  zu  Überlingen,  und  das  dorzft 
gehöret,  on  alles  absiahen  der  nutze,  die  denn  gevallen  sein.  Wir  meinen 
auch  und  wollen  und  gunnen  in,  wenn  sich  das  geburet  und  in  das 
f&gelich  ist,  das  denn  ir  einer  einen  andern  biderben  man  setzen  mag 
an  sein  stat,  der  vollen  und  ganzen  gewalt  haben  sol  zft  richten  über 
leip  und  gftt  mit  banne  und  mit  allen  iren  rechten,  als  ob  ir  einer  selber 
da  zft  gerichte  sezze;  doch  unschedlich  uns  und  dem  reiche  und  aller- 


Überlingen.  43 

meniclich  an  unsem  und  iren  rechton.  Und  gebieten  dorutnb  allen 
fürsten,  geistlichen  und  werltlichen,  graven,  frien,  herren,  dienstlüten, 
rittem,  knechten,  amptlüten,  stetten,  gemeinden  und  allen  andern  unsem 
und  des  reichs  lieben  getrewen  und  undertanen,  das  sie  die  egenanten 
Andres,  seinen  sun  und  ir  erben,  wider  diese  unser  brieve  und  gnade 
nicht  besweren,  hindern,  dringen  oder  irren  sullen  in  dheine  weis,  sunder 
sie  dabei  getrewlich  behalten  und  darz&  schätzen  und  schirmen  aller- 
menidichen  von  unsem  und  des  reichs  wegen,  als  liep  in  sei  unser 
swere  ungenade  zu  vermeiden,  und  darzü  einer  rechten  pene  zwenzig 
mark  lotiges  goldes.  Der  also  wider  die  obgeschribene  gnade  frevelichen 
tete,  als  ofte  der  dawider  sol  verfallen  sein,  die  halb  in  unser  und  des 
reiches  camer,  und  das  ander  halb  teil  den  egenanten  Andres,  seinem 
8an  und  iren  erben,  die  also  überfaren  werden,  ou  alles  minnernuzze 
sollen  genzlich  gevallen.  Mit  urkund  ditz  briefs,  versigelt  mit  unser 
RAmischen  kunigUchen  maiestat  ingesiegel,  der  geben  ist  zu  Präge,  nach 
Orists  geburte  dreizenhundert  jar  darnach  in  dem  achtundsibenzigsten 
jare  an  sante  Gallen  tag,  unser  reiche  des  Behemischen  in  dem  sech- 
zehendem  und  des  Rftmischen  in  dem  dritten  jar. 

Orig.  Perg.  mit  sehr  gut  erhaltenem  kaiserlichen  Majestätssiegel  an 
einem  Pergamentstreifen.    St.-A,  Abt.  III,  Nr.  50. 


f'  XV. 

:l    Andreas  Eob  jung  verkauft  das  Ammannamt  an  die  Stadt  Über- 
/  lingen  um  150  U  h. 

1383  November  10.    (Ohne  Ort.) 
I  Ich  Andreas  Kob,  bi  den  ziten  statamman  zu  Überlingen,  Andreas 

Koben  seligen,  ouch  wilunt  statamman  ze  Überlingen,  elicher  sun,  ouch 
burger  ze  Überlingen,  künde  und  veriech  mit  disem  brief  ofiFenlich 
allermenglich  für  mich  und  fiir  alle  min  erben  urab  daz  ammanampt 
daselbs  zu  Überlingen  mit-dem  banne  und  gemainlich  mit  allen  rechten, 
ehafti,  nutzen,  gewonhaiten  und  zügehftrden,  wie  ald  wa  daz  alles 
genant,  gelegen,  ald  geschaffen  sie,  daz  in  pfandes  wise^  von  dem 
balligen  Rflmschen  riebe  nach  lutung  und  sag  der  brief  und  Urkunde, 
8o  ich  daramb  inne  hatt,  mir  zftgeh&rt,  bekenne  ich  mich  mit  guter 
wissent,  daz  ich  mit  zitlicher  vorbetrachtung,  mit  wolbedachtem  müt, 
mit  gunst  und  mit  g&tem  willen  aller  der,  die  darzft  nottürftig  warent, 
durch  min  redlich  notturft  und  mines  bessern  nutzes  wegen  dasselb 
ammanampt  zfi  Überlingen  mit  dem  bann  und  gemainlich  mit  allen 

^  Im  Orig.:  «wie»  ohne  es»,  offenbar  Schreibfehler. 


44  Überlingen. 

rechten,  ehafti,  nutzen,  gewonhaiten  und  zügehfirden  und  genaainlich 
min  und  aller  miner  erben  ansprach  zu  wart-,  vorderung  und  rechtuDg 
darz&  und  daran  recht  und  redlich  aines  schlechten,  ewigen  und  st&tea 
koffes  hau  verkoffet,  und  ze  koffen  gegeben,  und  ze  koffen  gibe  mit 
Urkunde  diz  briefs  den  fürsichtigen  wisen,  dem  burgermaister,  dem  raal^ 
allen  burgern  gemainlicb,  und  allen  iren  erben  und  nächkomen  in 
pfandes  wise  von  dem  hailigen  Rfimschen  rieh,  alz  vorbeschriben  stitt. 
Der  koff  beschehen  ist  umb  anderthalb  hundert  pfunt  haller,  der  ich  garw 
und  ganzlich  von  inen  in  minen  g&ten  fromen  und  nutz  also  bar 
gewert  und  bezalt  bin.  Darumb  so  han  ich  mich  verzigen  und  verzih« 
mich  mit  disem  brief  für  mich  und  für  alle  min  erben  gegen  den  ob- 
genanten,  dem  burgermaister,  dem  raut,  allen  bürgern  gemainlicb  se 
Überlingen  und  allen  iren  erben  und  nächkomen,  dasselbe  ammanampt 
mit  dem  bann  und  mit  allen  vorbeschriben  rechten  und  zügehftrden 
nu  hinnanhin  fürbaß  mSre  in  pfandes  wise  ze  haben,  ze  messen,  ze 
besetzen  und  entsetzen,  wie  in  aller  beste  fügt,  Sn  min,  aller  miner 
erben  und  allermenglichs  von  unsern  wegen  irrung,  sumnuß  und  Wider- 
rede, doch  dem  hailigen  RAmschen  riebe,  sinü  rechte  und  rechtung  zu 
der  losung  vorbehalten  und  bedingt,  an  alle  gewerde.  Und  also  sullen 
ich  und  alle  min  erben  der  obgenanten  des  burgermaisters,  des  rautz, 
aller  burger  gemainlicb,  und  aller  ir  erben  und  nacbkomen  diz  koffes 
umb  das  vorbeschriben  ammanampt  mit  dem  bann  und  mit  allen  vor- 
beschriben rechten  und  zflgehftrden  recht  wern  sin  für  allermenglichs 
von  unseren  wegen  irrung  ^  und  ansprach,  also  waz  irrung  ald  ansprach 
in  von  gaistlichen  ald  weltlichen  lüten  ald  gerichten  von  unsern  wegen 
in  beschehi  ald  widerfüri,  daz  wir  in  daz  enthrihen,  vertretten  und  aller 
ding  richtig  und  unansprechig  machen  sullen  nach  dem  rechten,  daz 
sie  daran  habent  sigint,  an  alle  gewerde.  Ich  verzihe  mich  ouch  hiemit 
für  mich  und  für  alle  min  erben  und  nachkomen  gegen  den  ob- 
genanten von  Überlingen,  und  gegen  allen  iren  erben  und  nachkomen 
aller  hilf  gaistlichs  und  weltlichs  gerichtz,  alles  schirmes,  aller  list,  geverde, 
funde  und  uszüg,  damit  wir  ald  ieman  von  unsern  wegen  hiewider 
wider  disen  koff,  wider  disen  brief,  ald  wider  kain*  artikel  diz  briefs 
komen,  gereden  ald  getün  raöhtin,  und  gelob  bi  guten  trüwen  för  mich 
und  alle  min  erben,  dieselben  von  Überlingen  noch  ir  erben  noch  nach- 
komen zu  und  an  dem  vorbeschribenen  ammanampt  mit  dem  bann  und 
mit  allen  vorbeschribenen  rechten  und  zügehörten  niemer  ze  sumende  noch 
ze  irren,  zu  bekümbem,  noch  ze  bekrenken,  weder  an  recht  noch  mit 
recht,  weder  mit  werten  noch  mit  werken,  weder  mit  r&ten,  noch  mit 

*  Or.:  jirrung. 

*  irgend  ein. 


Überliogen.  45 

ten,  weder  baimlieh  noch  offenlich,  noch  schaffen  getSn  werden  suß 
I  so  in  dehaine  wise.  Were  euch,  daz  die  obgenaut,  der  burger- 
iter  und  der  raut  ze  Überlingen,   ald  der  merere   tail  under  inen 

erkantint  oder  sie  dunkti,  sich  ander  vertgung,  wie  die  genant  were, 

mir  ald  minen  erben  nottürflig  ze  sinde,  die  vertgung  sullen  wir 
I  oach  tan  und  vollef&ren,  wann  sie  daz  an  uns  mutant  und  vor- 
ity  ongevarlich,  doch  under  ir  selbes  kosten  und  schaden,  also  daz 

des  kain  kosten  noch  schaden  haben  sullen,  ungevarlich.  Und  das 
s  zfl  waren  und  offen  Urkunde  hän  ich  obgenanter  Andreas  Kob 
I  aigen  insigel  offenlich  gehenkt  an  disen  brief,  damit  ich  mich  und 
1  erben  binde  aller  vorbeschriber  ding  und  geding  von  uns  an  disem 
ȣ.  DarzA  han  ich  euch  erbetten  den  edeln  hocherbornen  minen 
^gen  herren  herren  grafe  Wolfram,  herm  ze  Neuenbürg,  daz  er 
es  lantgerichtes  in  H6g5w  und  in  Madach  insigel  zu  waren  offen  bezüg- 
ß  aller  vorbeschriber  ding  und  geduig  zu  minem  insigel  auch  heran 
lenkt  hat    Daz  veriechen  euch  wir  obgenanter  graf  Wolfram  herre 

Nellenbuig,  daz  wir  des  vorbeschriben  unsers  lantgerichts  insigel 
rch  bett  des  obgenanten  Andreas  Koben  zu  ainer  bezügnuß  der  ding, 
3h  uns  Sn  schaden,  ouch  gehenkt  haben  an  disen  brief,  der  geben 

do  man  zalt  von  gebmi  Cristi  drüzehundert  und  achtzig  jär,  dar- 
3h  in  dem  dritten  jär  an  sant  Martinis  abent. 

Perg.  Orig.  mit  den  Siegeln  des  Andreas  Kob  jg.  und  dem  Land- 
idU  in  Hegau  und  Madach,     St-Ä.  Abt  VI,  Nr,  79. 

An  demselben  Tage  verkauft  auch  die  Witwe  des  früheren  Stadt- 
mannSy  des  Andreas  Kob  aÜy  Lucia,  das  Ammannamt  zu  Ü.  um 
tOwUhhundert  Pfund  gute  Heller  an  Bürgermeister,  Bat  und  Bürger  eu 

Darüber  eine  mit  der  vorstehenden  vöUig  gleichlautende  Urkunde  mit 
t  Siegein  des  Oheims  der  Witwe  Kob,  des  Vogts  Konrad  Mangolt  von 
nstanjgy  und  dem  Landgericht  in  Hegau  und  Madach.  St.-A.  AU.  VI, 
.  78.  

XVI. 
nig  Wenzel  gestattet  denen  von  Überlingen,  schädliche  Leute  auf 
a  Lande  oder  sonst,  die  auf  habhafter  Tat  ergriffen  werden,  oder 
limm  beleumundet  sind,  bei  Missetaten,  aufweichen  der  Tod  steht, 
>h  Ermessen  festzunehmen  und  auch  richten  zu  lassen,  nach  der 
Kenntnis,  welche  der  Bat  von  Überlingen  auf  seinen  Eid  nimmt. 

1384  September  27  Lützelburg. 
Wir  Wenczlaw  v.  G.  g.  Rfimischer  küng,  zu  allen  zeiten  m.  d.  r. 
1  küng  z&  Behem,  bekennen  und  tuen  kund  öffentlichen  mit  disem 
3ve  allen  den,  die  in  sehent  oder  h&rent  lesen,  das  wir  durch  trewer 


46  Überlingen. 

dieoste  willen,  die  uns  und  dem  reiche  die  purgeimaistere,  zunftmaisiere, 
rete  und  purgere  gemainlichen  der  stat  zu  Überlingen  getan  babent, 
und  noch  auch  fürbas  tuen  suUent  und  mfigent,  und  auch  durch  irer 
fleißiger  bete  willen,  als  wir  von  iren  wegen  gebeten  sein,  denselben 
purgermaistern,  zunflmaistern,  reten  und  purgern  unser  und  des  reichs 
stat  zfi  U.  mit  wolbedachtem  mute  und  Rftmischer  künglicher  macht, 
diese  besundere  gnade  getan  haben,  und  tuen  in  die  von  rechter  unsir 
wissen  in  kreften  dicz  brieves,  ouch  an  unser  adir  unser  nachcomen 
am  reiche,  Rftmische  keiser  adir  künge,  widerrufen.  Were  es  sache, 
das  ein  weltlich  man  uf  dem  lande,  adir  sust,  der  in  solichem  gemeinen 
adir  beschribenem  bAsen  Iftmden  adh*  missetat  erfunden,  adir  von  in 
ergriffen  worde,  darumbe  er  den  tod  von  solichir  missetat  mogelichen 
vordient  adir  verschuldet  hette,  und  sich  des  der  rat  zft  U.  uf  ir  eide 
erkenten,  so  m&gen  und  soUent  sie  denselben  ufhalten,  vorechten,  und 
auch  zu  desselben  missetettigen  leibe  richten,  als  recht  ist.  Und  die 
egenanten  purgermaistere,  zunftmaistere,  rete,  piirger  und  stat  z&  ü. 
soUent  daran  nicht  gefrevelt,  vorbflsset,  adir  missgetan  haben  gen  uns, 
dem  heiligen  Römischen  reiche,  adir  sust  gen  dheinirlaie  hoffegerichte, 
lantgerichte,  adir  andir  gerichte  in  dheiner  weis. 

Mit  Urkunde  dicz  brieves,  versigelt  mit  unsir  Römischer  künglichir 
maiestat  insigel.  Geben  zu  Lüczelpurg  nach  Crists  geborte  drizen- 
hundirt  jar  darnach  in  dem  vierden  und  achtzigsten  jare  des  dienstages 
vor  sante  Michelis  tage,  unsir  reiche  des  Beheimschen  in  den  zweiund- 
zwonzigsten,  und  des  Römischen  in  dem  neunden  jarn. 

Orig.  Perg.  mit  Siegel  an  einem  Pergamenfstreifen.  L.  A.  Nr.  411. 
Abdruck  in  Lünig,  a.  a.  0.,  Bd.  14,  S.  541,  wie  alle  Abdrücke  Lünigs 
zwar  inhaltlich  richtig ^  aber  in  der  Schreibweise  ganz  willkürlich. 


XVII. 
Schiedsspruch  zwischen  dem  Grafen  Albrecht  von  Werdenberg  und 
der  Stadt  Überlingen  wegen  der  von  Überlingen  zu  Bürgern  ge- 
machten Heiligenbergischen  Eigenleute. 
(Schiedsrichter:  Sigolt,  Landgraf  zum  Leuchtenberg,  Graf  zu  Hall  etc. 

und  6  Beisitzer.) 
1390  Mai  28  Pfullcndorf. 
[Verschiedene  strittige  Punkte,  wie  Ansprüche  der  Stadt  Überlingen  ge- 
gen den  Grafen  wegen  Zehrungskosten,  Steuer  und  Bürgorrechtsgeld,  femer 
Klagen  der  Stadt  Ü.  gegen  den  Grafen  wegen  Belastung  und  Versetzung 
ihrer  Bürger  und  deren  Güter  bleiben  unerledigt  und  werden  vor  besondere 
Schiedsgerichte  gewiesen.]  .   .  .     Und   als  dan  graf  Albrecht  den  von 


Überlingen.  47 

U.  herwiderumb  ztigesprochen  hat,  daz  si  im  sein  aigen  leut,  sidmalen 
er  ir  burger  ward,  unz  uf  die  zeit,  daz  er  in  abseit,  und  von  der  zeit, 
als  der  krieg  verriebt  ward,  unz  uf  dise  zeit  ze  burgern  empfangen 
habint,  da  habent  wir  uns  erkennet:  dunket  graf  Albrecht,  daz  si  im 
in  der  zeit  kainen  seiner  aigen  man  empfangen  habint,  ir  sige  ainer 
oder  me,  frauwen  oder  man,  daz  er  die  besetzen  mag  mit  zwain  mannen 
und  mit  ainer  frauwen,  oder  mit  zwai  frauwen  und  mit  ainem  mann, 
die  dem,  den  er  besetzen  will,  als  nachsipp  sigint,  daz  si  mit  ainandem 
ze  der  ehe  gegreifen  m Achtint;  und  welchen  er  also  besetzet,  der  soll 
im  beliben  und  sond  die  von  U.  fürbas  nichts  me  mit  ime  ze  schaffint 
hon.  Welchen  er  aber  also  nit  besetzen  mag,  der  soll  den  von  U. 
beliben.  Es  sollint  auch  mit  rechtem  geding  all  genanten  uf  ain 
schlecht  urveht  ledig  sein,  an  alle  geverd.  Und  darumb  .  .  .  disen 
brief,  der  geben  ist  ze  PfuUendorf  an  dem  nechsten  sambstag  nach 
sanct  Urbans  tag,  da  man  zait  von  Christus  geburt  dreizehenhundert 
jar,  darnach  in  dem  neunzigisten  jar. 

Nach  etcei  gleichlautenden  Kopien  aus  dem  Ende  des  16.  Jhdts,    8t,'A. 
AU.  LXXIIl  Nr.  2088  leew.  2089. 


xvin. 

König  Wenzel  erlaubt  den  Städten  Eonstanz,  Überlingen,  Lindau, 
Bavensburg,  Si  Oallen,  Wangen  und  Buchhorn  auf  zehn  Jahre  ein 
Bflndnis  miteinander  zu  haben,  wie  es  schon  unter  seinem  Vor- 
gänger der  Fall  war. 

1390  AngüBt  21  Prag. 
Wir  Wenczlaw  v.  G.  g.  R&mischer  kunig,  zu  allen  zeiten  m.  d.  r. 
und  kunig  zu  Beheim,  bekennen  und  tfin  kunt  oflfenlichen  mit  disem 
brive  allen  den,  die  in  sehen  oder  hfiren  lesen,  das  wir  von  wegen  der 
burgermeister,  stete,  burger,  gmeinlichen  der  stete  Costentz,  Überlingen, 
Lindow,  Ravenspurg,  Sandgallen,  Wangen  und  Büchorn,  unser  und 
d^  reichs  Üben  getrewen,  underweiset  sein,  wie  das  in  seliger  gedecht- 
Dusse  der  allerdurchleuchtigiste  fürste,  unser  über  herre  und  vater,  der 
Römisch  keiser  Karle,  dieweil  er  lebte,  durch  gemeines  nutzes  und 
frides  willen  einen  bunt  in  irem  begriffe  aneinander  zfi  haben  erloubet 
bette,  der  weren  solte  desselben  unsers  herren  und  vaters  lebtage  und 
domach  zwen  ganze  jare,  und  sind  nu  diselbe  zeite  vorgangen  ist,  so 
haben  uns  die  egenannten  tmsre  und  des  reichs  burger  und  stete  mit 
fleisse  gebeten,  das  wir  in  sulchen  bunt  uns  und  dem  heiligen  reiche 
z&   eren   und   zu   nutze   etliche  zeite  zu   haben  gnediclichen  besteten 


48  Überlingen. 

gerbchten.  Des  haben  wir  angesehen  und  eigentlichen  bedacht  des  vor- 
genannten unsers  herren  und  vater  Weisheit  und  ouch  redUche  Sachen, 
die  in  dorzfi  bewegt  haben,  und  ouch  getrewe  nutze  und  unvordrossene 
dinste,  die  uns  und  dem  reiche  die  vorgenannten  stete  getan  haben, 
teglichen  tfln  und  fürbas  tfin  sollen  und  mögen  in  kumftigen  Zeiten,  und 
haben  mit  wolbedachtem  m&te,  rate  unser  fiirsten  und  getrewen,  und 
von  rechter  wissen  denselben  bunt  von  newes  erloubet  und  bestetiget, 
erlouben  und  besteten  in  den  von  Römischer  kuniglicher  mechte  in 
craft  ditz  brives,  also  das  die  burger,  stete,  denselben  bunt  anzflheben 
von  datum  ditz  brives  über  zehen  ganze  jare  in  irem  begriffe  und 
gegende  an  allermeniclichs  hindemusse  haben,  halden  und  des  gebrauchen 
sollen  und  domach  bis  an  unser  oder  unser  nachkumen,  R&mischen 
keisern  oder  kunigen,  widerrfiffen  in  aller  der  masseu  und  weise,  als 
in  den  der  obgenannten  imser  herre  und  vater  derloubet  hat. 

Mit  urkunt  ditz  brives,  versigelt  mit  unser  kunigUchen  maiestat 
insigele,  geben  zfi  Präge  noch  Crists  geburt  dreizehenhundert  jare  und 
domach  in  dem  neuenzigistem  jare  des  suntags  vor  sand  Bartholomes 
tag,  unser  reiche  des  Behemischen  in  dem  achtundzweinzigisteu  und 
des  Römischen  in  dem  funfzehenden  jaren. 

Franciscus  Qlom,  cancellarius. 

Ferg.  Orig.  mit  gut  erhaltenem  Majestätssiegd  des  Kaisers  an  einem 
Pergamentstreifen.    St,-A.  Abt,  /,  Nr.  5. 


XIX. 
Herzog  Leupold  von  Österreich  mmmt  die  Städte  Überlingen,  Lindau 
und  St.  Gallen  in  die  Vereinigung  der  Städte  Eonstanz,  Ravensburg 

u.  a.  auf. 

1395  Juli  28  Baden  (Schw.). 
Wir  Leupold,  v.  G.  g.  herzog  ze  Osterrich,  ze  Stir,  ze  Kemden 
und  ze  Krain,  graf  ze  Tirol  etc.  tun  kunt:  alz  wir  uns  vormalen  zu 
den  erbern  ||  wisen,  unsern  sunder  lieben,  den  burgermaistern,  raten  und 
allen  bürgern  gemainlich  des  balligen  riehs  stetten,  mit  namen  Costentz, 
Ravenspurg,  Wangen  und  Buchorn,  für  den  hochgebornen  fürsten, 
unsern  lieben  herren  und  vettern,  herzog  Albrechten,  unsern  heben 
bruder,  herzog  Wilhalmen,  und  unser  nachkomen  verainet  haben  mit 
unsern  landen  Turgow,  Ergow,  Swaben,  mit  unser  herschafl  ze  Velt- 
kilchen  und  ze  Churwalhen,  und  mit  unsern  stetten,  vesemen  und 
slozzen,  die  in  denselben  unsern  landen  gelegen  sind,  und  wes  si  und 
ouch  wir  uns  gen  in  verschriben  haben,  alz  das  die  brief,  die  darüber 
gegeben  sind,  wisend  und  sagend,  daz  wir  durch  bett  willen   der  vor- 


Überlingen.  49 

genanten  stett  die  erbem  und  wisen,   die  burgermaister,  r&t  und  alle 
bnrger  gemainlich,   rieh  und  arm,   der  stett  Überlingen,  Lindow  und 
Sant   Gallen,   in   die   vorgenant    verainung  empbangen   und  genomen 
haben,  und  versprechen  in  bi  unsem  fürstlichen  trewen,  eren  und  gnaden, 
die  vorgenant  verainung,  und  wes  wir  uns   für  den  egenanten  unsern 
herren  und  vettern,  herzog  Albrechten,  unsem  brüder  und  uns  selb  gen 
den   egenanten    richsstetten   verschriben    haben   für  denselben   unsern 
herren  und  vettern,  unsem  brüder  und  uns,  gen  den  egenanten  von 
Überlingen    und    Lmdow  und   von    Sant    Gallen   und   gen    den  iren 
getrewiich  ze  halten  nach  lut  und  sag  der  brief,  die  den  egenanten 
richsstetten  darumb  gegeben  sind,  und  ze  gelicher  wis,  als   ob  si  in 
denselben  brieven  mit  nemlichen  worten  begriffen  weren  und  verschriben 
ständen,  an  all  gewSrd.     Doch  so  nemen  wir  gen  denselben  richsstetten 
in  diser   verainung  uß  den   erwirdigen  unsem  lieben  fründen,  herm 
Gbfinraten,  bischof  ze  Basel,  die  stat  ze  Basel,  den  erwirdigen  apt  Conen 
KÜ  Sant  Gallen,  den   edeln   unsem  lieben  ohem,  graf  Fridrichen  von 
Toggenburg,  und  euch  des  richs  stett  in  Swaben,  alz  sich  die  sidmals 
zu  uns    verpunden    band,    nach   dem  und   sich   die  vorgenanten  von 
Costentz,  von  Ravenspurg,  von  Wangen  und  von  Buchorn  zu  uns  ver- 
punden hatten.     Mit  urkund  ditz  briefs.     Geben  ze  Baden  in   Ergow 
an  mitwochen  nach  sant  Jacobs  tag,  nach  Cristz  gepurde  drewzehenhundert 
jar  darnach  in  dem  fünfundnewnzigsten  jar. 

Ferg.  Orig.  mit  dem  Siegel  des  Herzogs  Leupold  an  einem  Pergament- 
Streifen.     St.'A.  Abt.  LXr,  Nr.  1854. 


XX. 
König  Wenzel  erlaubt  der  Stadt  Überlingen  Ächter  aufzunehmen. 

1397  Oktober  25  Nürnberg. 
Wir  Wenczlaw  v.  G.  g.  Römischer  kunig,  zfi  allen  zeiten  m.  d.  r. 
und  kunig  z4  Beheim,  ||  bekennen  und  t4n  kunt  offenlichen  mit  diesem 
brive  allen  den,  die  in  sehen  oder  hören  lesen,  das  wir  haben  angesehen, 
dinste  und  trewe,  als  uns  und  dem  reiche  der  burgermaister,  rate  und 
barger  gemainlichen  der  stat  zu  Überlingen  ofbe  und  dicke  nutzlichen 
and  williclichen  getan  haben,  teglichen  tun  und  fürbas  tun  sollen  und 
mögen  in  künftigen  zeiten,  und  haben  in  dommb  mit  wolbedachtem 
mftte,  gutem  rate  und  rechter  wissen  dise  besundere  gnade  getan  und 
tftn  in  die  in  craft  ditz  brives  und  Rfimischer  kuniglicher  mechte,  also 
das  sie  alle  und  igliche  echter,  wie  man  die  nennet,  die  heimlich  oder 
offenbar  echter  sind,  sie  weren  in  vorkundiget  oder  nicht,  ufnenien, 
enthalden,  hawsen  und  hofen,   und  alle   gemeinschaft   mit   in  haben 

OlMRlialnische  Stadtrechte.    U,  2.  4 


50  Überlingen. 

mögen,  als  mit  andern  leuten,  und  sollen  oueh  damit  wider  uns,  das 
reiche,  noch  niemanden  anders  nicht  getan  noch  überfaren  haben,  und 
des  ouch  nicht  weder  an  leibe,  noch  an  gute  engelden,  noch  oueh 
darumb  von  niemanden  mit  dheinen  gerichten  angereicht,  bekumert 
oder  besweret  werden  in  dheine  weis,  doch  also  vernemlichen,  das  sie 
einem  igUchen  cleger,  der  zu  sulchen  echtem,  einem  oder  mere,  ichtes 
zu  sprechen  hette,  und  rechtes  von  in  begeret,  eines  volkomeu  rechtes 
zu  in  unverzogenlichen  beholfen  sein  sollen,  als  recht  und  billich  ist, 
und  als  ofte  sulche  echter  in  die  egenante  stat  kumen,  und  wider  doruss, 
das  sie  niemande  ansprichet  mit  dem  rechten,  das  sol  den  egenanten 
burgern  gemeinlichen  noch  in  besunder  von  der  gemeinschaft  wegen 
keinen  schaden  bringen  in  dheine  weis.  Mit  urkunt  ditz  brieves,  ver- 
sigelt mit  unser  kuniglichen  maiestat  insigel.  Geben  zu  Nurenberg  nach 
Cristes  geburt  dreizehenhundert  iare  und  domach  in  dem  sibenund- 
newnzigisten  iaren,  des  donerstages  vor  sant  Simonis  und  sant  Judas 
tage,  unser  reiche  des  Behemischen  in  dem  funfunddreissigisten,  und 
des  Römischen  in  dem  zweiundzwenzigisten  iaren. 

Ad  relationem  Borziwogii  de  Swinar 
Franciscus  canonicus  Pragensis. 

Perg.  Orig,  mit  Siegel  an  einem  Fergamentstreifen,     L.  A.  No.  434. 
Äbdr.:  Hugo,  a.  a.  0,  S.  392. 


XXL 
König  Wenzel  verpföndet  der  Stadt  Überlingen  das  dortige  Ammannamt 
für  120  Mark    Silbers,  und  verleiht  dem  Ammann  zugleich  den 

Blutbann. 

1397  Oktober  25  Nürnberg. 
Wir  Wenczlaw,  y.  G.  g.  Rf)mischer  kunig,  zu  allen  Zeiten  ra.  d.  r., 
und  kunig  zfi  Beheim,  bekennen  und  ||  tun  kunt  offenlichen  mit  diesem 
brieve  allen  den,  die  in  sehen  oder  hören  lesen :  Wann  der  allerdurch- 
luchtigiste  fiirste  und  herre,  her  Karl,  Römische  keiser,  zfi  allen  zeiten 
merer  des  reichs  und  kunig  zu  Beheim,  etwenn  unser  liber  herre  und 
vater,  das  ammanampte  zu  Überlingen  mit  seinen  zügehorungen  Andresen 
Kob  und  seinen  erben  für  seclizig  mark  silbers  Freiburger  gewichtes 
vorsatzt  hat,  und  wir  darnach  demselben  Andresen,  Cünraden  seinem 
sun,  iren  erben,  uf  dasselbe  ammanampte  ouch  sechzig  mark  silbers 
Freiburger  gewichtes  von  newes  geslagen  haben,  als  das  beide  des 
egenanten  unsers  vaters  seligen  und  ouch  unser  maiestat  brive,  die  in 
doruber  geben  sein,  wol  usweisen,  und  wann  nu  die  bürgere  und  stat 


/ 


Oberlingen.  51 

zfi  Überlingen,  unser  und  des  reichs  lieben  getrewen,  das  egenant  amman- 

ampt   mit   iren   zügehoruugen   an  sich  von   dem    egenanten    Andresen 

redlichen  bracht  und  gelÄst  haben,  als  uns  das  ouch  der  egenant  Andres 

in  unser  hende  mit  seinen  offen  briven  usgesant  und  usgelossen  hat, 

des  haben  wir  angesehen  dinste  und  trewe,  als  uns  und  dem  reiche  die 

egenanten  burger  zu  Überlingen  ofte  und  dicke  nutzlichen  und  williclichen 

getan    haben,    teglichen    tun   und    fürbas   tän    sollen   und    mögen    in 

künftigen  zeiten,   und  haben  darumb  mit  wolbedachtem  mute,  gutem 

rate  unser  fiirsten,  edeln  und  getrewen,  und  von  rechter  wissen  zu  sulcher 

lozunge  des  egenanten  ammanamptes  mit  seinen  zügehoruugen  unsern 

willen  und  gunst  gnediclichen  gegeben,  und  geben  auch  dorzü  in  kraft 

dilz  brives  und  Römischer  kuniglicher  mechte  und  meinen  und  wollen, 

das  die  egenanten   burger  und  die   stat   zu   Überlingen   das   egenante 

ammanampt  bei  in  in  der  stat  mit  seinen  z4gehorungen  für  hundert  und 

zweinzig  mark  Silbers  Freiburger  gewichtes,  dorumb  das  dem  egenanten 

ÄDdresen  und  seinen  erben  von  dem  egenanten  unserm  vater  und  auch 

no8  usgesatzt  was,  in  pfandesweize  inhaben,  halden,  besitzen,  und  des 

gemessen  sollen  und  mögen  von  allermenclich  ungehindert,  als  lange 

bis  das  wir  oder  unsre  nachkomen  an  dem  reiche.  Römische  keiser  und 

kunige,  dasselbe  ammanampte  von  in  für  dieselben  hundert  und  zweinzig 

mark  wider  lozen  an  allen  abslag  der  rente  und  nutze,   die  von  dem 

egenanten  ammanampte  gefallen  sein.     Auch  so  geben  und  leihen  wir 

dem  amman  der  egenanten  stat,  der  nu  ist,  oder  den  die  egenanten 

burger  in   zeiten   setzen  werden,  den   bann   über  das   blüt   zu  richten 

und  recht  zu  tun,  als  billich  und  recht  ist,  unschedlich  doch  uns  und 

dem    reiche    und   allermeniclich   an   unsern   und   iren   rechten.      Und 

gebieten  dorumb  allen  und  iglichen  fürsten,  geistlichen  und  werltlichen, 

grafen,  freien,  herren,  dinstleuten,  rittern,  knechten,  amptleuten,  burger- 

meistern,  reten  und   burgern  geraeinlich  der  stete,  merkte  und  dorfer 

und  sust  allen  andern  unsern  und  des  reichs  undertanen  und  getrewen 

ernstlichen  und  vesticlichen  mit  diesem  brive,    das  sie  die   egenanten 

burger   und   stat   zu   Überlingen,    an    der    egenanten    pfantschaft    des 

egenanten  ammanampts  und  seinen  zügehoruugen  und  ouch  den  egenanten 

gnaden   nicht  hindern   noch   irren    in   dheine   weis,    sunder   sie   dobei 

geruchhhen  bleiben  lassen  und  ouch  hanthaben,  schützen  und  schirmen, 

als  libe  in  sei,  unser  und  des  reichs  swer  ungnade  zu  vormeiden  und  ouch 

ein  pene  zweinzig  mark  lotiges  goltes,   die  ein  iglicher,  als  ofte  er  die 

überfÄre,  verfallen  sein  soll,  die  halbe  in  unsere  kunigliche  caraer,  und 

das  ander  halbteil    den    egenanten   burgern   und   stat    zu    Überlingen 

genzlichen   gefallen  sol.      Mit  urkunt    ditz    brifs,    vorsigelt   mit    unser 

kuniglichen  maiestat  insigel.     Geben  zu  Nurenberg  noch  Cristes  geburt 

4» 


52  Oberlingeii. 

dreizehenhundert  jare  und  domach  in  dem  sibenundneunzigisten  jare, 
des  donrstags  noch  sant  Severin  tage,  unser  reiche  des  Beheimbscheo 
in   dem    funfunddreissigisten,  und  des   Römischen   in    dem    zweiund- 

zweinzigistem  jaren. 

Ad  relationem  Borziwoii  de  Swinar 

Franciscus  canonicus  Pragensis. 

Perg.  Orig.  mit  Siegel  an  einem  Pergamentstreifen.     L.  A.  No.  442. 
Abdr.:  Hugo,  a.  a.  0.  S.  390. 


XXII. 
Stadtrecht.    (St.  n.)' 

Um  1400. 
[1.]^  Wir,  der  burgermaister,  die  zunftmaister  und  die  r&t  groß  und 
klein  der  statt  Überlingen  bekennen  und  tünd  kunt  allen  den,  die  diss 
Satzung  und  abgeschrift  iemer  vernemend,  und  allermenglich  gemainlich, 
daz  wir  mit  gemainem  rät  unzerhollen,  mit  gfiten  fürs&tzen,  die  wir  hier 
innegehebt  haben,  durch  frides  und  früntschaft  merung  willen,  und  daz 
unser  ainer  dester  bazz  bi  dem  andern  beliben  müge,  gesetzt  und 
gebotten  haben  und  setzen  ietz  wissentlich  in  diser  geschrift  in  der 
wis  und  form,  alz  hernach  geschriben  ist: 

§  1- 

(Weiher  an  den  rät  gesezt  wirt.)* 
Item  des  ersten:  welche  an  den  rät  gesetzt  sind,  grossen  oder 
kleinen,  oder  noch  furo  werdent,  daz  die  an  den  rät  komen  sond,*  wenne  inen 
daran  gebotten  wirt,  oder  ze  unzite,  wenne  si  daran  hörend  lüten,anegevirde,^ 
und  sollend  auch  an  dem  rät  sitzen  und  beliben  unz  ze  end  uß  an 
gevärde.  Wer  daz  liberffir,  den  mag^  ain  rät  darumb  bflssen  und 
strafen,  nauchdem  und  daz  gefärlich  oder  ungefärlich  geschehen  ist. 

§2. 
(Weiher  an  dem  rät  seit.) 
Item,  welcher  an    dem  rät  seit,    daz   er   nit   sagen    sol,    und    des 
überkomen  wirt  mit  zwain  erbern  mannen,  der  git   der   statt   40  ^  -J 

^  Obwohl  viele  Artikel  dieses  Stadtrechts  fast  wörtlich  mit  St.  I  übereinstimmen, 
wirJ  es  hier  doch  der  Übersicht  halber  vollständig  mitgeteilt. 

'^  Diese  in  []  gesetzten  Zahlen  bedeuten  die  Blätter  des  Orig. 

'  Wegen  der  Überschriften  s.  die  Bemerkung  am  Schlüsse   dieses   Abschnittes. 

*  Von  spät.  Hd.  korrigiert  in:  die  sollen  an  den  rdt  komen. 

*  Das  «e»  am  Ende  durchstrichen. 

*  Durchstrichen.     Dafür  darüber  von  spät.  Hd.:  soll. 


Überlingen.  53 

and  dorn  amman  sin  gericht,^  und  ist  mainaide  und  sol  jaur  und  tag 
Yor  der  statt  sin  und  niemerme  an  gerichte  noch  an  rät  komen.* 

§3. 
(Weiher  mit  nimpt.) 
Item   welher  überkomen  wirt  mit  zwain  erbern   mannen,   daz   er 
miet  von  des'  gerichtes  oder  rätes  wegen   nimpt,   der  sol  die  grossen 
ainuDg  richten*  und  sol  an  gericht  und  an  rtit  niemerme  komen. 

§4. 
(Wer  Unzucht  tfit.) 
Ir  sond  ouch  wissen :  wer  dehain  unzüht  tut  wider  unser  statt  gewou- 
heit  und  recht*  in  dem  zil,  daz  anfachet  ze  Vischerhüser  und  gät  unz 
zft  Hansen    des   Wächters   bächli,   und   von   dem   bächli    ob    den 
Halden  in  den  ßruggraben,   und  die  Bruggraben  umb  daz  Dorf, 
und  umb  daz  alt  Dorf  und  umb  Ganssen  Gassen,  und  von  Ganssen 
Gassen  für  die  schwöstran  an  der  Wis  unz  zu  der  Siechenprugg, 
und  von  der  Siechenprugg  hinumb  zu  Hainrich  Strebeis  wingarten, 
und  den  weg  hinin  unz  zu  der  Juden  kirchoff,  und  von  der  Juden 
kirchoff  den  weg  hinhinder  unz  zu  Kener  Glafen,*  und  von   Kener 
Olafen*  zö  der  Blaichi  an  den  Sew,  und  von  dem  Sew  unz  an  die 
rinkmur,  der  müß^   die  unzüht*  bessern   und  bössen,^  alz  ob  er  si*^ 
enmitten  in  der  statt  het  getan. ^* 


>  Die  Worte  von  «und»  bis  «gericht»  sind  von  späterer  Hand  durchstrichen.  — 
'  Der  ganze  Absatz  nacbträgl.  durchstrichen.  —  *  Durchstrichen.  —  *  Von  anderer 
Hand  am  Rande  beigefügt:  «das  ist  AO  U  ^».  —  ^  Die  Worte  von  «dehain» 
bis  und  mit  «reht»  sind  durchstrichen  und  dafür  ob  der  Zeile  von  späterer  Hand  ein- 
gefügt: «ainmali  fitzbigat».  —  •  Ein  erstes  «f>  ausradiert.  —  ^  Durchstrichen,  von  anderer 
Hand  beigefügt  «sol». — *  Durchstrichen,  dafür  «die»  in  «das»  korrigiert;  von  späterer 
Hand  korrigiert  in  «dis». —  •  Von  der  ersten  Hand  am  Rande  beigefügt:  «mit  minder 
dann».  —  "  Durchstrichen  über  der  Zeile  von  späterer  Hand:  «das».  —  *'  Die  beiden  letzte- 
ren Worte  sind  von  späterer  Hand  durchstrichen  und  tlafür  «begangen  het»  beigefügt 
worden.  Auf  dergleichen  Linie  folgen  dann  durchstrichen  die  Worte  «desglich  wer  im» . 
Dieselbe  Hand  schiebt  nachstehenden  §  zwischen  §  4  und  5  ein:  «desglich,  wer  im 
etter,  so  weit  der  gat,  durch  fliessend  wunden  oder  in  ander  weg  frevelt,  wie  sich 
das  begibt,  derselb  frevel  sol  von  aim  rat  alhie  gestrafft  werden  nit  minder,  dann 
obs  enmitten  in  der  statt  bescheben  wer;  und  sol  ain  jeder  burger  und  einwoner,  wer 
im  etter  sieht  und  gwar  wirt  jemantz  freflin,  meniglich  darzfl  rflfen  und  schreien  und 
den  oder  dieselben  in  glilpt  nennen,  sich  in  acht  tagen  den  nechsten  alher  in  unser  statt 
ze  stellen  und  darns  nit  ze  komen,  er  sei  dann  darvor  gutlich  oder  rechtlich  mit 
minen  hem  uskomen;  ob  sich  dann  dess  jemantz  sperren  w5lt,  dieselben  sollen  si,  sovil 
si  ir  mechtig  sin,  venklich  annemen  und  ainem  burgermaister  überantwurten ;  alles 
bi  dem  aid,  so  ain  jeder  ainem  b[urgermaister]  geswom  hat». 


54  Überlingen. 

§5. 
(Wer  den  andern  zu  tod  schlecht,  und  ob  einer  einen  unerlich  bi  sinem 

wib  ffinde.) 
Wir  hand  ouch  gesetzt:  wer  den  andern  ze  tod  schleht  in  den  vor- 
genanten ziln,  der  sol  ouch  nach  recht  erschlagen  werden,  es  w&re  denn, 
daz  ain  unser  burger  ainen  fönde^  nachtes  schiäffenden  [diet]'  in  siner 
herberg ;  erschlecht  der  burger  den,  ob  er  in  nit  gehaben  mag,  darumb 
sol  der  burger  mit  erschlagen  werden.  Der  burger  sol  ouch  sweren, 
daz  er  in  nit  gehaben  m6ht,  ald  ob  ain  burger  tags  ainen  fflnde  bi 
sinem  ewib  gefärlich  und  unerlich,  ob  er  den  oder  daz  wib  erschlecht 
oder  si  beide,  darumb  sol  er  nit  erschlagen  werden. 

§6. 
(Wa  ein  gast  einen  burger  schlecht.) 
[2.]  Wir  hand  ouch  gesetzt :  wil  ain  gast  schlachen  ain  burger  mit 
gew&ffnoter  oder  ungew&ffnoter  hand,  wirt  der  gast  von  dem  burger 
erschlagen  und  geschieht  daz  tags,  so  sol  der  burger  bezügen  mit  zwain 
erbern  mannen,  daz  der  gast  des  ersten  mit  b6ser  red  daz  an  in  brächt 
und  sol  der  burger  darumb  nit  erschlagen  werden;  geschieht  es  aber  in 
der  naht,  so  sol  es  der  burger  behaben  mit  siner  ainigen  hande,  und 
sond  im  alle  burger  raten  und  helfen,  und  sol  darumb  nihtzit  bessern. 

§7. 
(Wa  ein  gast  mit  den  burgern  übel  redt.) 
Ist  auch,  daz  ain  gast  [aint]'  ainem  burger  übel  redet,  mag  der 
burger  daz  bezügen,  schlecht  denn  der  burger  den  gast  oder  ieman  von 
des  burger[s]  wegen,  darumb  sond  si  nichtzit  bessren,  und  sol  der 
gast  für  sich  und  den  burger  und  alle  die,  die  darzü  geholfen  hand, 
die  Unzucht  bessern. 

§8. 
(Krieget  ein  gast  mit  den  burgern.) 
Wir  hand  ouch  gesetzt:  krieget  ain  gast  mit  ainem  burger,  wil 
der  gast  den  krieg  und  zorn  mit  ablön,  so  er  ermant  wirt  von  ainem 
burger[maister,  von  ainem  amman,  oder  von  ainem  des  rätes,  grosses, 
oder  kleines,  ald  von  ainem  ratzkneht],*  so  sond  die  burger  allesamend, 
die  zegegen  sind,  an  den  gast  vallen  und''  haben,  unz  er  die  versmicht 
gebessert,  und  sol  der  gast  der  statt  richten  b  U  ^. 


»  Darüber  von  anderer  Hand  «und». 

*  Durchstrichen  am  Rande  von  einer  anderen  Hand  «betredte». 

s  Durchstrichen. 

<  Die  eingeklammerten  Worte  sind  durchgestrichen. 

^  Eine  jüngere  Hand  fügt  am  Rande  bei:  «in  hant». 


Überlingen.  55 

§9. 

(Wa   ein  gast  mit  ungew&pneter  band  einen  burger  scblecbt.) 

Ist  oucb,  daz  ain  ^  [gast  ain   bürger]  *  schlecht  mit  ungewäffnoter 

hande,*  der  riebt  der  statt  2  ff  ^,*  und  sond  alle  burger,  die  zegegen 

sind,  den  gast*  haben,  unz  er  die  unzuht  gericht.     Weiher  burger  des 

nit  tat,  der  git  der  statt  8  ß  ^. 

§  10. 
(Wa  zwen  einandem  schlahend.) 
Wir  band  oucb  gesetzt:  wan  zwen  anander  schlachend,  ob  denn 
ainer  zfi  dem  andern  clegt,  er  hab  in  geschlagen,  und  denn  jener  spricht, 
er  hab  es  angefangen  und  welle  ain  nötwer  war  machen,  tut  er  daz, 
so  rieht  der,  der  daz^  angefangen  hat,  für  si  beid;  [mag  er  aber  die 
nötwer  nit  war  machen,  so  sol  und  mag  der  erst  cleger,  ob  er  wil, 
sweren,  daz  er  es  mit  schlachen  nit  angefangen  hab.]  ^ 

§11. 

(Wa  ein  gast  [zum  burger]®  ze  clagen  het.) 
Wäre  euch,  daz  ain  gast  zt  clagnent  het  zfi  ainem  andern  gast, 
es  wir  umb  rob,  umb  brand,  umb  diepstal,  umb  mord  oder  umb  ander 
missetät,  der  sol  daz  bringen  an  ainen  burgermaister  oder  an  ainen 
amman  und  an  die  rät,  und  daz  mit  dero  rät  verhandeln.  Ist  aber 
ainer  alz  frävel,  daz  er  ainen  selb  anfallet  an  urlob  des  gerichtes,  so 
sol  man  si  beid  heben  zu  dem  rehten;  und  ist,  daz  der  cleger  sin  clag 
mit  reht  nit  voUefören  mag,  so  sol  er  in  semlichen  schulden  sin,  alz 
er  dem  andern  zugesprochen  het. 

§  12. 
(Wer  den  andern  umb  misstät  anfeit.) 

Wer  aber  den  andern  umb  missetät  anfallet  mit  urlob  des  gerichtes, 
und  der  ain  summ  geltz  verbürget,  sin  clag  ze  vollefüren  mit  reht,  ob 
er  daz  nit  getün  mag,  der  rieht  der  statt  die  summ  geltz,  die  er  ver- 
bürget het,  und  ist  damit  ledig  der  statt  halb,  und  waz  er  also  ver- 
bürget het,  so  vil  sol  er  dem,  so  er  angefallen  het,  oucb  schuldig  und 
verfallen  sin. 


^  £r8te  cain»  durch  Abkürzung  in  «ainer»  korrigiert. 

'  Die  eingeklammerten  Worte  durchstrichen;    von  jüngerer  Hand   dafür  «den 
andern  fre?enlich>. 

'  Darüber  von  derselben  jungem  Hand:  «thüt  es  ain  gast». 

*  Desgleichen:  «und  ain  burger  1  U  ^»,  —  ^  Desgleichen:  «hand». 

*  Darüber  von  derselben  jungem  Hand:  «schlahen». 
'  Die  eingeklammerten  Worte  durchstrichen. 

*  Die  eingeklammerten  Worte  radiert. 


56  Überlingen. 

§  13. 

(Wer  den  audem  wundet  und  der  gewundet  stirbt.) 
[3.]  Wir  band  ouch  gesetzt:  wer  den  andern  wundet  mit  gewifF- 
noter  band,  den  sol  man  baben^  zwen  tag  und  sechs  wocben;  und 
gescbSxjh,  daz  der  gewundet  in  dem  zit  stürbi,  so  sol  man  den  andern 
oucb  näcb  rebt  erseblacben.  Ist  aber,  daz  der  gewundet  lebt  die  zwen 
tag  und  secbs  wocben,  so  sol  der  ander  mit  erscblagen  werden;  doch 
sol  er  der  statt  ricbten  6  ff  ^  und  sol  uss  der  statt  fareu^  alz  hienäch 
gescbriben  ist,  und  bet  er  nit  gutes,  daz  er  die  Mfli  gerichten  mftg, 
so  sol  man  im  die  band  abscblacben.  Ist  aber,  daz  es  ain  gast  tAt, 
der  riebt  die  Mfli  zWfalt. 

§  14. 
(Wer  den  andern  mit  gewS-pnoter  band  wundet.) 
Ir  sond  oucb  wissen:  wer  den  andern  wundet  oder  gewirset   mit 
gew&ffnoter  band,  der  riebt  der  statt  6  ff  ^  und  sol  in  vierzeben  tagen 
uss  der  statt  varen,  imd  sol  jaur  und  tag  vor  der  statt  sin. 

§  15. 
(Wer  einen  valsch  begat.) 
Wir  band  oucb  gesetzt:  wer  ainen  valscb  begät,  mit  welcberlaig 
ding  daz  ist,  und  der  valscb  kuntlicb  wirt,  und  wer  aines  mainaides 
überzüget  wirt,  und  bi  welcbem  ain  verborgen  mortmesser  funden 
wirt,  dero  jeglicber  riebt  der  statt  40  ff  ^  und  sol  an  geriebt  noch  an 
rät  niemermer  komen.  Der  valscb  m5cbt  oucb  in  samlicber  m&ß  ge- 
farlicb  an  im  selb  sin,  daz  ain  rät  daz  meren  und  ain  an  lib  und  an 
gut  bössen  mag.^ 

§  16. 
(Ob  ein  burger  des  andern  vind  ist.) 
Ir  sond  ouch  wissen:  ob  ain  unser  burger  des  andern  vigent  ist 
und  in  darumb  ze  tod  schlecht,  oder  in  wundet,  oder  in  sust  schlecht 
und  übelhandlet,  usswendig  uusern  gerichten,  wa  daz  geschieht  von 
Sachen  wegen,  die  sich  in  dem  gericht  erhebt  band,  der  sol  die  Unzucht 
bössen,  alz  ob  es  in  der  statt  geschenhen'  war,  er  möge  denn  bezügen 
mit  zwain  erbern  mannen,  daz  er  vor  mit  im  getrunken  und  geessen 
oder  sust  früntlich  mit  im  gelebt  habe. 

§  17. 
(Wer  den  andern  mit  ungewäpnoter  band  schlecht.) 
Item  wer  ouch  den  andern   friivenlicb   schiebt  mit  ungewiffenter 


*  Von  anderer  Hand  über  der  Zeile  davor:  «band». 

«  Von     anderer    Hand    durchstrichen.      Derselbe    Schreiber   fügt    dann    bei: 
«m6chte». 
»  Sic! 


ÜberlingeD.  57 

band,  der  git  der  statt  1  tf  ^.     Ist  er  aber  ain  gast,  so  ribt  er  die 

frifli  zwifalt.1  ^  ,^ 

9  1^- 
(Wer  den  andern  lasterlicb  scbilt.) 
Wer  ouch  den  andern  lasterlicb  scbilt,  daz  scbeitwort  baissent, 
der  riebt  der  statt  6  ß  ^.    Ist  er  aber  ain  gast,  so  riebt  ers  zwifalt. 

§  19. 
(Wer  uf  den  andern  Mvenlicb  dringt.) 
Item,  wer  uf  den  andern  Mvenlicb  dringet  und  unbillicb,  der  ribt 
der  statt  10  ß  ^,  und  ain  gast  zwifalt. 

§  20. 
(Wa  einr  scbaiden  wil.) 
Item  wer'  oucb  jeman  ierret,  der  krieger  und  zümer  scbaiden  wil, 
der  riebt  der  statt  1  ff  ^. 

§  21. 
(Wa  burger  miteinander  kriegend.) 
Wir  band  oucb  gesetzt:  wir,  daz  debain  unser  burger  miteinander 
kri^nt  und  zen^rfind,  wa  daz  bescbicbt,  ist,  daz  ain  burgermaister, 
ain  amman,  oder  ainer  des  r&tes,  grosses  oder  kleines,  ald  ain  rätzknecbt 
und  ain  jeglicber  unser  burger,  den  die  sach  nit  angät,  debaine  zegegen 
sind,  die  sond  den  kriegern  gebieten  bi  iren  aiden,  daz  si  den  zorn 
und  krieg  ablassind;  und  welcbe  des  mit  geborsam  sind  und  unser 
gesetzt  brecbent,  dero  jeglicber  git  der  statt  40  ff  ^.^ 

§  22. 
(Wer  einen  frid  bricht.) 
Item  wer  oucb  ain  frid  bricbet  mit  worten  oder  mit  werken,   der 
im  gebotten  ist  ze  balten  bi  dem  aide,  der  baisset  und  ist  mainaide  und 
riht  der  statt  40  ff  ^.     Wirt  aber   ain  frid  gebotten  an  gelt  und    nit 
uf  den  aide,  wer  den  frid  bricbet,  der  riebt  daz  gelt,  daran  im  der  frid 
gebotten  ist.     Wirt*  oucb  ain   frid   gebotten  in    der  niriß,    als   der   fiid 
stat,    wer    den   bricbt,    der   ist   mainaide   und  rieht  der   statt  40  ff   ^j. 
Wird  oucb  ain  frid  gemacbet  scblecblich   an  alle  fürwort  und   gebott, 
der  den  bricbet,  der  ribt  oucb  der  statt  40  ff  ^.^ 

§  23. 
(Wer  den  andern  an  einem  ougen  blendt.) 
Wir  band  oucb  gesetzt:  wer  den  andern  an  ainem  ogen  blendet,  der 
git  der  statt  20  ff  ^  [und  dem  amman  3  ff  ^]*  und  sol  jaur  und  tag 

»  Der  ganze  Absatz  von  jüngerer  Hand  durchstrichen. 

>  Von  späterer  Hand  überfahren. 

'  Dieser  Absatz  ist  von  jüngerer  Hand  durchstrichen. 

*  Von  jüngerer  Hand  überschrieben. 

*  Die  eingeklammerten  Worte  durchstrichen. 


58  Überlingen. 

vor  der  statt  sin,  und  siner  helfer  jeglicher  git  ouch  sovil  und  sol  ouch 
jaur  und  tag  vor  der  statt  sin;  wer  aber  den  andern  an  beiden  ougen 
blendet  gefarlich  und  mit  ufs&tzen,  und  wer  ouch  darzö  hilfet,  die 
s611en  alle  ouch  geblendet  werden;  w&re  aber,  daz  jeman  sin  gesiebt 
engieng  von  der  wegen,  daz  er  gestossen,  geschlagen  oder  sust  gewndet 
war,  daz  stät  an  der  r&t  erkantnusse  und  nach  gelegenhait  der  sache. 

§  24. 
(Wer  den  andern  wundet  und  sin  glid  unnütz  würde.) 
Wer  ouch  den  andern  gewirset  [an  dehainem]  *  sinen  gelid,  daz  er 
im  unnütz  wirt,  ön  an  den  ougen,  der  riht  der  statt*  6  ff  ^  und  siner 
helfer  jeglicher  ouch6ff^  und  sol  jaur  und  tag  vor  der  statt  sin,  und 
waz  er  dem  ze  bessrung  tilg,  dem  der  schad  geschehen  ist,  ald  ob  im  ze 
bessren  sie   oder  nit,  daz  stät  denn  ouch  an  aines  rates  erkantnusse. 

§  25. 
(Von  der  burgschaft.) 
Wir  band  ouch  gesetzt,  daz  dehain  erben,  es  sien  wib  oder  kmd, 
sond  geben  dehain  burgschaft,  die  iro  vatter  oder  ir  man  [vehaissen* 
band].* 

§  26. 
(Von  der  vervallen  götter  wegen.) 
Wir  band  ouch  gesetzt:  wi\r,  ob  ain  vatter  sinen  kinden  ir  [ver- 
fallen]* gut  versatzte,  oder  [dehaines  weges]^  verkümberti  an  [des  kindes]^ 
und  siner  nächsten  fründ  urlob,  willen  und  wissen,  daz  daz  den  kinden 
kainen  schaden  bringen  sol. 

§  27. 
(Vom  win.) 
Wir  band  ouch  gesetzt,  daz  dehain    unser   burger  dehainem  gast 
gehalte     dehainen     win,     der    in    unserm     etter     nit    gewachsen    ist; 
wer  daz  briht,  der  rieht  der  statt  5  ff  ^,  es  sie  denn,  daz  das  gut  hie 
verstürt  werd.® 


^  Durchstrichen,  darüber  von  späterer  Hand  «und  schediget  an  ainchem». 
'  Über  der  Zeile  durchgestrichen,  späterer  Zus.  v.  ein.  neuen  Hand  eingeklammert. 
»Sic!  —  *  Die  eingeklammerten  Worte  sind  durchstrichen  und  dafür  von  einer 
späteren  Hand  beigefügt:  «oneverachribung  undverzeihung'schlechtlich  verhaissenhond». 

*  Durchstrichen,   dafür  am   Rande    und    über   der   Zeile:   «verfangen    und  ver- 
fallen». —  ®  Durchstrichen. 

'  Durchstrichen,  darüher  von  anderer  Hand  «ains  rats». 

*  Der  ganze  Absatz  durchstrichen;  zwischen  Art.  27  u.  28  ist  von  spät.  Hand 
bemerkt:  «sind  hinfür  geschriben». 


Oberlingeii.  59 

§  28. 
(Wer  den  lüten  win  gehalt.) 
Wer  ouch  den  lüten  win  gehaltet,  der  in  unserm  etter  wachset, 
und  den  man  nit  verstüret,  der  riht  ouch  der  statt  5  ff  ^.  Ist  aber, 
daz  ain  gast  win  koufet  umb  ainen  burger,  der  mag  in  wol  in  die  statt 
l^en  und  kumpt  darumb  nit  ze  schaden.  Ist  aber,  daz  der  kouf  be- 
schieht  vor  der  stür  und  denn  die  stur  den  win  ergriflfet,  so  sol  der 
gast  den  win  verstüren  nach  unser  statt  gewonhait,  tat  er  des  nit,  so 
rieht  er  der  statt  2  U  ^} 

§  29. 
(Von  des  wins  wegen.) 
[ö.]  Es  sol  ouch  nieman  kainen  win  in  kainem  torgel  hie  uss- 
gewinnen,  der  in  den  garten  wachset,  die  hie  nit  verstürt  werden t  noch 
verdient;  und  an  alz  mengem  ain  torgehnaister  daz  bricht,  da  ist  der 
torgelmaister  von  alz  mengem  verfallen  von  jeglichem  1  ff  ^  [und  dem 
amman  sin  gericht.]* 

§  30. 
(Der  fremden  gericht.) 
Es  sol  ouch  kain  unser  burger  kainen  andern  unsern   burger  nit 
laden  noch  bekümbem  mit  kainen   frftmden   gerichten  unb  kain  sach, 
an  urlob  aines  rätes;  wer  daz  bricht,  der  riht  der  statt  5  ff  ^. 

§  31. 

(Von  dem  pfenden.) 

Wir  band  ouch  gesetzt,  das  dehain  unser  burger  umb  gült  niena' 

pfenden  sol,  er  neme   denn   urlob  von   ainem   burgermaister  oder  von 

dem   rät;   wer  daz  bricht,   der  riht  der  statt  5  ff  ^  und   siner  helfer 

jeglicher  1  ff  ^. 

§  32. 
(Von  des  vals  wegen.) 
Wir  band  ouch  gesetzt:  weler  burger  ain  wib  nimpt  mit  der  ge- 
dingt, das  er  verbürget  oder  ainen  vall  gedinget  ze  geben,  der  git  der 
statt  10  U  ^;  weler  unser  burger  denselben  des  hilfet,  der  sol  dieselben 
bftss  geben  und  sol  fürbazz  enkain^  burgrecht  hän. 

§  33. 
(Wer  den  andern  an  sinen  gütter  schädiget  nachts.) 
Wir  band  ouch  gesetzt:  wer  dem  andern  nahtes  sinen  zun  brichet 
ald  ungetrüwlich  schadgot  in   sinen  garten,    an    sinen  reben,  an  sinen 

^  Der  ganze  Absatz  durchstrichen. 

*  Die  eingeklammerten  Worte  von  späterer  Hand  durchstrichen,  desgleichen 
der  ganze  Absatz. 

•  Dieses  Wort  von  jüngerer  Hand  durchstrichen;  dafür  am  Rande  beigefügt: 
cniemandf.  —  *  Die  Silbe  «en»  von  einer  späteren  Hand  gestrichen. 


60  ÜberliDgen. 

bomen,  [an  sinen  winbern],*  an  sinen  krüttern,  der  rieht  der  statt 
3  ff  ^,  und  ob  er  des  logenen  w61t,  so  mugen  die,  den  schad  beschehen 
ist,  daz  mit  ir  ainigen  band  beheben,  und  den  sol  man  darumb  geloben. 

§  34. 
(Wer  den  andern  nachts  unrfiwig  mached.) 
Wer  ouch   dem  andern   nachtes   sin  venster  zerbricht  oder   mit 
dehainer  ^erung  unröwig  machet,  der  rieht  der  statt  3  ff  ^,  und  mag 
der  daz  mit  siner  ainigen  band  beheben,  find  sol  man  im  geloben. 

§  35. 
(Vom  schaden  tags.) 
Wer  aber  den  andern  tags  schadget  an  den  vorgenanten  dingen, 
der  rieht  der  statt  10  jj  ^  [und  dem  aman  3  jj  ^]^  und  dem,  dem  der 
schad  geschehen  ist,  ouch  3  ß  ..J  und  sol  im  sinen  schaden  [zWgülten.]' 

§  36. 
[Maßregel  zur  Verhütung  von  Feldfreveln.]* 
Es  sol  ouch  menglieh  wissen,  daz  vil  red  und  clag  under  armen 
und  riehen  uferstanden  ist,  daz  die  lüt  gemainlich  hie  ze  Überlingen, 
welche  ünt  uf  dem  veld  band,  grössentlichen  besehadgot  werden  in  dem 
winter  an  Iren  steken  und  an  iren  zünen  und  hegem,  in  dem  sumer 
an  iren  krüttern,  an  iren  gressern,  an  irem  ops,  an  iren  winbem,  und 
daz  ain  grosser  und  kleiner  rät  besorgt  band,  ob  daz  nit  für  komen 
^Vrde,  daz  man  den  grossem  schaden,  sunder  an  den  lüten,  davon 
enpfachen  m6ht.  Und  daz  alles  ze  fürkomen,  so  ist  grosser  und  kleiner 
rät  und  darzü  ain  grosser  ziisatz,  me  denn  noch  ainest  alz  vil,  alz  des 
grossen  rätes  ist,  mit  inen  ze  rät  worden  und  band  gesetzt:  wer  hie 
burger  oder  wonhaft  ist,  der  jeman  sieht  dem  andern  redlichen  schaden 
tun,  w&r  an  daz  ist,  daz  der  denselben  oder  die,  die  den  schaden  tünd, 
es  sig  lüt  oder  vieh,  rfigen  und  sagen  sol,  wenne  und  wie  dik  daz  zö 
schulden  kumpt^  alz  bald  er  denn  darzü  komenlich  komen  mag,  ainem 
stattaraman  oder  ainem  des  rätes  knechten,  weihen  er  allerbest  haben 
mag,  bi  dem  aid,  den  er  der  statt  und  sinem  zunftmaister  gesworen 
haut,  an  alle  gevärde.* 

*  Die  eingeklammerten  Worte  durcbstrichen. 

2  Von  jüngerer  Hand  durchstrichen  und  dafür  gesetzt:  «bekeren». 

3  Eine  Inhaltsangabe  dieses  Art.  am  Rande  fehlt;  dagegen  von  anderer  Hand 
beigefügt:  «non  legatnr:». 

*  Der  ganze  Absatz  ist  durchstrichen. 


Überlingen.  61 

§  37. 
(Welches  redlicher  schad  haist.) 
[6.]  Und*   umb   daz  ir  merkint,  daz  es  nit  gefarlich   noch  in  uf- 
s&tzen,    denn   umb    daz    gemain    gut    grossen    schaden    ze    fürkomen 
geschehen  sige,  so  haben  wir  ainen  underschaid  darin ne  geben,   weles 
redlicher  schad  haisse  oder  nit.    Des  ersten:  wo  ain  frow  oder  ain  man, 
jung  oder  alt,  wandlet  oder  gaut  gewonlich  weg,  die  nit   verzunt  sind, 
ob  da  jeman  wäre,  der  ops  under  ainem  bom  uf  hAbi  ze  essen  und  daz 
Siss,  ald  ob  aines  ainen  trüben  oder  zwen  an  ainem  fürgän  abbr&ch,  und  die 
ouch  uss  der  band  ungefarhch  &8S,  also,  daz  er  weder  ops  noch  trüben  gefar- 
lich in  die  ermel  oder  sek  ald  ander  behaltnüsse  nit  lege  noch  hintrag,  daz 
sol  nit  redlicher  schad  haissen,  und  ist  nieman  gebunden,  daz  zerAgen.^ 

§  38. 
(Von  halten  oder  grasen.) 
Wir  band  ouch  gesetzt:   wer  in  des  andern  garten,  oder  an  den 
/    wegen,  ald  in  den  gassen  haltet  oder  graset,  der  rieht  der  statt  5  ji  ^ 
i     (Und  dem  amman  sin  gericht]'  und  dem,   der  geschadget  wirt,  sol  er 
8inen  schaden  [z\^gülten]*  alz   dik,  so  ers  tut;  und  het  es  der,  der  den 
schaden  tut,  nit  ze  richten,  so  sol  man  fürkomen*  an  den  wirt,  uss  des 
hus  der  schad  beschehen  ist. 

§  39. 

(Vom  schaden  der  friicht.) 

Wer  aber  dem  andern  an  semlichen  gewonlichen  wegen  oder  anders wa 

sin  ops  oder  sin  trüben,  ald  anders  das  sin  abgewinnet,  ufliset,  schütt,  schlecht 

oder  wirfet,  und  daz  behalt  und  hintreit,  oder  anders  damit  gefert,  denn  vor 

ist  beschaiden,  daz  haisset  redlicher  schad  und  sol  man  darumb  rflgen. 

§  40. 
(Wer  über  die  zun  klimt.) 
Wer  auch  dem  andern  über  sinen  zun  oder  wand   inkliraet,  oder 
durch  sin  hag  bricht,  waz  der  da  tut,   der  fr&velt    damit,  und  den  sol 
man  rfigen. 

§  41. 
(Wer  dem  andern  daz  sin  nimpt.) 
Wer*  ouch  dem  andern  sust  an   andern    dingen   daz  sin   nimpt 
gefarlich,  den  sol  man  ouch  rflgen  in  der  miß  alz  daz  vordrig,  an  gev&rde. 

*  Wie  beim  vorigen  Abs.  von  einer  jungem  Hand  am  Rande  bemerkt  «non  legatur*. 
'  Der  ganze  Absatz  ist  durchgestrichen. 

*  Die  eingeklammert.  Worte  von  einer  spätem  Hand  durchfitrich. 

*  Von  späterer  Hand  durchstrichen  und  am  Rande  beigesetzt  «bekeren». 
»  Die  Silbe  tfdr»  von  jüngerer  Hand  durchstrichen;  darüber  «in'». 

*  Bei  diesem  und  den  fünf  folgenden  §§  am  Rande  von  anderer  Hand  bemerkt 
<iMm  legatur». 


62  Überliflgen. 

§42. 
(Nacht  schaden.) 
Wer  aber  jeman  nahtes  schaden  tut,  wie  sich  daz  gefüget,   den 
sol  man  darumb  rfigen,  und  der  sol  daz  bessren  in  der  m&ß,   alz  vor- 
malz umb  naht  schaden  der  statt  gewonhait  und  reht  ist. 

§  43. 

(Fr&venlicher  schad  bi  nacht.) 
Sich  m6ht  ouch  jeman  alz  fr&venlich  in  den  dingen  halten  nahtz 
oder  tags,  daz  man  in  nit  beliben  Hesse  bi  ainer  sohlechten  fräfli,  denn  daz 
man  in  furo  biiste  nach  ains  rautz  erkantnüsse. 

§  44. 

(Verswigen  der  schaden.) 

Wer  ouch,  daz  jeman  den  andern  an  schaden  säch,  und  der  das 

nit  rfigti,  alz  vor  ist  beschaiden,  wä  sich  daz  erfündi,  der  \^rd  darumb 

gesträfet   alz    umb    ain    mainaide,   wann   diss   gebotten   ist   zetänd   bi 

dem  aide. 

§  45. 

(Wa  ein  gast  schaden  tut.) 

Und  wd  ain  gast,  er  sie  dienstkneht,  dienstmagt,  oder  sust  usslüt, 

in  disen  dingen  ze  schaden  gerögt  werden t,  die  richtent  die  fr&vli  z^falt; 

darumb  sol  es  menglich  dem   andern  verkünden,  umb   daz  man  sich 

wisse  vor  schaden  ze  hAten. 

§46. 
[Strafe   desjenigen,   der  sich  mit  Worten  vorstehenden  Bestimmungen 

widersetzt.]^ 
[7.]  Sich  m5cht    ouch  jeman  mit  worten  alz  fr&venlich  hiewider 
halten,  daz  man  den  ouch  bessren  w51t  nach  aines  ratz  erkantnüsse. 

§  47. 
(Wer  usser  der  statt  sinem  herren  dienet.) 
Wir  band  ouch  gesetzt:  wer  sinem  aigem  herren  dienet  uss  der 
statt  haimlich  oder  offenlich  mit  dehaiuen  dingen,  er  schenk  im  denn 
ain  kentli  wines,  den  schirmet  enkain  burgerreht,  denn  alz  verr  die  stur 
gät;  ald  wt\re  ouch,  daz  sieh  jeman  mit  sinem  aigem  herren  satzte,  also 
daz  er  im  jdrliches  ain  genanten  zins  g?ib,  es  war  pfeffer,  wachs,  pfenning, 
oder  welcherlaig  es  wir,  daz  wider  unser  statt  reht  und  gesetzt  wir, 
oder  erb  ald  vSlle  hinussgäbe,  wer  aber*  wider  diser  vorgeschribnen 
stük  [dehains]^  tat  und*  überför,  es  sig  man  oder  wib,  der  ist  ouch  der 

*  Am  Rande  von  anderer  Hand  bemerkt  «non  legatur». 
«  Dieses  Wort  durchstrichen. 

3  Durchstrichen  und  statt  dessen  am  Rand  von  jüngerer  Hand  beigefügt:  «ainchs». 

*  Über  der  Zeile  von  anderer  Hand  «dz». 


Überiingen.  63 

statt  verfallen  aines  drittentails  alles  des  gutes,  so  er  hSt,  es  sig  ligend 
oder  varend  gut  [und  dem  ammau  sin  gericht]^  und  sol  darzu  iemerme* 
usserthalb  dem  etter  sin. 

§  48. 
(Wer  uss  ungehorsami  burgrecht  ufgibt.) 
Wir  band  oueb  gesetzt:  wer  der  ist,  der  unser  burger  ist,  und  der 
von  ungehorsami  wegen  burgerrebt  ufgit  dar  umb,  daz  er  nit  burger- 
maister,  rÄtzberr,  noch  zunflmaister,  noch  ain  seclisundzwainziger  und 
ain  ailiffer  werde,  ob  man  des  an  in  kompt,  welcher  darumb  burkrebt 
ufgit  und  darum  nit  schweren  wil,  daz  er  es  darumbe  nit  tfige,  der  sol 
fünf  jaur  vor  der  statt  sin,  usserthalb  unserm  etter,  und  sol  in  ouch  die 
fünf  jaur  kain  unser  burkrebt  nit  schirmen,  und  sol  ouch  die  fünf  jaur 
unser  burger  nit  haissen  noch  sin. 

§  49. 
(Wer  den  andern  von  zoms  wegen  in  ein  hus  jficht.) 
Wir  band  auch  gesetzt:  wer  den  andern  von  zornes  wegen  in 
dehain  hus  jftchet  und  im  über  die  swell  hinin  nauchlaufet,  er  schlache 
oder  er  schlache  nit,  es  sig  ainer  oder  me,  ald  wie  menger  er  ist,  dero 
sol  j^licher  der  statt  5  flf  ^  geben  [und  dem  amman  sol  von  den 
5  ff  werden  10  (i  ^],*  und  sol  darzü  jaur  und  tag  vor  der  statt  sin 
usserthalb  unserm  etter,  alz  dik  er  daz  tfit;  und  wer  diss  vorgeschriben 
Satzung  überfert  mit  gewäflfnoter  band,  der  rieht  der  statt  10*  ff  ^  [imd 
dem  amman  3  ff  ^],^  alz  dik  ers  t&t,  und  sol  darzü  jaur  und  tag  vor 
der  statt  sin  usserthalb  unserm  etter. 

§  50. 
(Wer  in  das  huß  gej&cht  wirt,  ob  der  wirt  darzü  tat.) 
Wire  ouch,  daz  jeman  also  in  dehain  huse  gej&cht  ^Vrde,  waz 
denne  der  wirt  denne  zümäl  darzü  t&t  on  den  todschlag,  der  sol  dar- 
umb nit  ze  schaden  komen;  doch  so  ist  mit  namen  ufgesetzt  umb 
schädlich  lüt,  ald  ob  jemane  den  andern  wndeti  oder  erschlüge,  dem 
sol  man  näcbloflTen  in  büser  und  ouch  sust  [alz  vormälz]^  er  sie  mit 
dem  gericht  oder  an  daz  gericht,  und  sol  man  in  haben  und  dem 
gericht  antwrten;  in  sol  aber  nieman  schlacheu,  es  wäre  denn,  daz  er 
sich  nit  wftlt  laussen  vachen. 


1  Die  eisgeklammert.  Worte  durchstrichen. 

«  Dieses  Wort  v.  a.  Hd.  durchstrichen  und  darüber  gesetzt:  «ewiglich». 

■  Die  eingeklammert.  Worte  sind  durchstrichen. 

*  Korrigiert  aus:  12. 

*  Die  beiden  eingeklammerten  Worte  sind  durchstrichen. 


64  Überlingen. 

§  51. 

(Wer  gestraft  wirdet  und  daz  äfem  täte.) 

Wir  band  ouch  gesetzt:  wer  gesträfet  wirt  von  kainerlaig  unzucht 

wegen  von  der  gemaind,  von  ainem  kleinen  rat,  oder  vor  gerieht,  wer 

daz  äffern  w&lte  an   ir  aller   kainem,   der    rieht  der  statt   [die  bfiss  in 

aller  der  wis,  alz  es  vorschriben  ist  von  der  fridbr&ehi  wegen]/ 

§  52. 
(Von  den  ligenden  pfänden.) 
[8.]  Wir  band  ouch  gesetzt:  wer  dem  andern  ain  ligend  pfaut 
versetzen  wil,  der  sol  gän  für  unsern  stattschriber  und  sol  im  daz  pfant 
da  versetzen  und  ufgeben,  und  sol  auch  daz  pfant  in  unser  statt  pfant- 
büch  uf  denselben  tag  verschriben  werden,  und  daz  pfant  sol  nit  furo 
versetzt  werden,  denn  dem  ersten,  unschidhch,  und  sol  man  dem  statt- 
schriber 8  ^  geben,  und  sol  kain  andre  versatzung  weder  mit  lut  noch 
mit  briefen  weder  kraft  noch  mäht  nit  enhaben,  wän  die  in  dem 
bfich  stand,  also  daz  daz  buch  vor  allen  dingen  gdn  sol;  und  wer  daz 
buch  velschet,  der  ist  der  statt  verfallen  6  U  ^  und  sol  jaur  und  tag 
vor  der  statt  usserthalb  den  ettern  sin.* 

§  53. 

(Die  aigen  mit  lipding  mit  besw&ren.) 
Wir  band  ouch  gesetzt:  daz  nieman  sin  aigen  mit  lipding  swinren 
sol,  er  welle  denn  sin  kind  gaistlich  damit  versehen.'  * 

§  54. 

(Vom  bifangen  oder  beschalken.) 

Es  sol  ouch  nieman  den  andern  in  unsern  gerichten  bifangen  noch 

beschalken  noch  wider  sinen  willen  daruss  ziehen  an  aines  rautz  urlob; 

wer  es  aber  darüber  tat,  er  war   burger  oder  gast,   der  rieht  der  statt 

10  g  4. 


^  Die  eingeklammert.  Worte  sind  von  einer  jüngeren  Hd.  durchstrichen,  die 
dafür  am  Schlüsse  beifügt:  «40  U  Ay>. 

*  Zwischen  §  52  und  §  53  hat  eine  dem  Anfang  des  16.  Jahrhunderts  angehörige 
Hand  nachstehenden  Eintrag  gemacht:  «Item  meine  herren  setzen  und  wollen  auch, 
das  sich  nu  für  ohin  dhain  burger  mer  hinder  kain  Juden  verschreib,  weder  mit 
noch  one  versatzung,  ligend-  noch  warender  gütter,  dann  welcher  oder  welchi  das 
überfür,  der  oder  dieselben  sollen  alsdann  ir  burgerrecht  dadurch  verwurkt  haben,  und 
darzü  mitsampt  wib  und  kind  uß  der  statt  gericht,  zwing  und  bann  gan,  und  dero 
ir  leben  lang  beraupt  sein.» 

3  Hier  fügt  die  in  Note  '  genannte  Hand  bei:  «actum  Pentecostes  im  XVIII. 
jar»  (-23.  Mai  1518).  Das  Datum  bezieht  sich  auf  den  in  Note  2  abgedruckten  Ein- 
trag und  kam  nur  aus  Mangel  an  Platz  nach  §  53  zu  stehen. 

*  Der  ganze  Absatz  ist  durchstrichen. 


Überlingen.  65 

§  55. 
(Wer  des  bifanges  gewar  wirt.) 
W&lt  ouch  ieman  semlich  ding  in  unsern  gericbten  tfin,  wer  daz 
lenn  sieht,  hftrt  oder  gewar  wirt,  der  sol  darzb  keren  unverzogenlich 
und  daz  wenden  und  den,  der  semlich  Mvel  tun  wftlt,  dem  gericht 
antwrten.  Wftlt  sich  aber  ain  semlicher  nit  laussen  vachen,  wirt  der 
darüber  gewndet  oder  erschlagen,  da  gaut  kein  raut  nach. 

§  56. 
(Wer  in  dem  bifangen  nit  zükerte.) 
Wer  aber  darzu  nit  kerte,   ald  darzu  nit  tat,  daz  semhch  Mve 
gewent  i^de,  so  er  daz  s&ch  oder  geschraig    hftrti,  der  rieht  ouch  der 
statt  10  ff  ^. 

§  57. 

(Im  etter  weder  vahen  noch  bifangen.) 
Wir  band  ouch  gesetzt,  daz  nieman  den  andern  an  der  ratz  oder 
des  meren  tail  des  rötz  urlob  in  unsern  ettem  ienert  fachen  noch  bi- 
fangen sol  in  debain  wise.  W&r  aber,  daz  ieman  den  andern  fienge,  ald 
daz  geschell  ald  geschraig  in  unsern  ettern  \Vrde,  so  sol  menglich^ 
alz  bald  er  daz  hftrt  oder  sieht,  gewar  ald  innen  wirt,  bi  dem  aide  zü- 
schrigen,^  züloffen  [und  darzü  komen  und  tun]*  nauch  aller  ir*  ver- 
mfigen  an  gev&rde.*  Wer  aber  des  nit  ent&t*  und  des  überwnden 
^de,  den  wil  ain  rät  swir  darumb  bessren  und  biSssen. 

§  58. 
(Von  der  stabraiß.) 
Wir  band  ouch  gesetzt,  daz  nieman,  über  den  wir  ze  gebieten 
haben,  kain  stabraiß,  kain  samnug,®  kainen  überzog,  kaiu  gelftff,  noch 
kainerlaig  gezenge'  an  des  rautz  oder  des  meren  tail  des  rätz  urlob  nit 
bruchen,®  machen  noch  tun  sol  umb  kainerlai  sach.  Wer  es  aber  dar- 
über tat,  so  kumpt  der  urs&cher,  alz  menger  der  war,  jeglicher  umb 
5  ff  -^  und  ir  helfer  jeglicher  umb  1  ff  ^  der  statt. 

'  Über  der  Zeile  von  späterer  Hand  «und». 

'  Die  eingekl.  Worte  von  jüngerer  Hand  durchstrichen  und  am  Rande  notiert: 
i    «die  helfen  retten  und  die  retter  der  oberkait  verantwurten». 
»  Von  jüngerer  Hand  korrigiert  in  «irm». 

*  Hier  folgt  von  ders.  jüngeren  Hand  unterhalb  des  Absatzes  folgender  Zusatz : 
«^  würd  jemantz  darüber  gewundet  oder  erslagen,  da  gat  och  kain  rath  nach». 

*  Die  Silbe  «en»  von  späterer  Hand  durchstrichen. 

*  Von  späterer  Hand  korrigiert  in  «versamling». 

'  Durchstrichen,  darüber  von  jüngerer  Hand  «derglich». 
'  Korrig.  ans  «bringen»  von  der  nrsprüngl.  Hand. 
Obenfaeiniflcbe  SUdtrechte.  U,  2.  5 


66  Überlingen. 

§59. 
(Wer  dem  andern  sin  eigen  im  etter  usserhalb  der  stattgerieht  anspricht.) 
Wir  band  ouch  gesetzt:  wer  der  ist,  der  dem  andern  sin  hus,  ald 
hoff,  oder  sin  garten,  oder  dehain  sin  aigen,  daz  in  den  ettem  lit, 
[9]  ansprechet  ||  anderswa,  denn  vor  unserm  gericht  ze  Überlingen,  behebt 
er  daz  iendert  anderswa,  wer  der  ist,  der  daz  koufet,  der  sol  niemerme 
burger  werden  ze  Überiingen;  der  es  ouch  enpfachet  oder  buwet,  der 
sol  die  grossen  ainung  richten,  alz  dik  ers  tut. 

§  60. 

(Von  dem  verbieten.) 

Wer  der  ist,   er   sie  amman,   er   sie  lütpriester,  oder  wer  in  dem 

gericht   sesshaft  ist,   er  sie  gaistlicher  oder  weltlicher,  in  des  gewalt 

mag  man   wol  verbieten,  waz  dehainer  in  ir  gewalt  hSt,  daz  man  sol 

verbieten.* 

§  61. 
(Wa  ein  burger  wider  ein  ander  burger  wirbt.) 
Wer  der  ist,  der  burger  ist,  der  wider  den  burger  wirbet,  daz  der 
statt  schad  ist  oder  ze  schaden  komen  mag,  der  sol  40  tf  ^  geben  und 
sol  zwai  jaur  vor  der  statt  sin  und  sol  dennocht  stän  an  dem  burger- 
maister  und  an  dem  rät  und  an  den  zunftmaistern,  wie  in  die  fürbazz 
bÄssent. 

§  62. 
(Kein  zunftnüwrung  machen.) 
Es  sol  ouch  kain  zunft  noch  hantwerk  noch  nieman  besunder  kain 
nüw  Ordnung  und  gesetzt  under  inen  nit  setzen  noch  machen,  das  ander 
Zünften  und  hantwerken  ald  ieman  anders  anrÄrte,  denn  sie  selb,  &n 
der  rät  und  zunftmaister  urlob,  wissen  und  willen;  ald  wer  daz  überfür, 
der  rieht  der  statt  40  U  ..j.  Ir  mftht  aber  alz  menger  darzü  gehafl  sin, 
ald  es  m5ht  so  gefarlich  und  ufsätzentlich  geschehen,  daz  ain  rät, 
grosser  und  kleiner,  die  furo  darumb  strafen  möchten,  es  w&r  an  lib, 
an  gut,  oder  an  eren. 

§  63. 

(Wer  dem  andern  sin  wib  hinwegfiert.) 

Wir  band  ouch  gesetzt:  wer  dem   andern   sin   ewib  hinwegfliret, 

der  rieht  der  statt  die  grossen  ainung;  vindet  er  aber  dehain   sin  gut 

bi  inen,  wän  si  zu  kirchen  und  ze  Strassen  gät,  so  sol  ers  uf  si  stossen 

alz  uf  ainen  dieb,  und  sol  man  zu  im  richten  alz  zu  ainem  dieb. 


*  Der  ganze  §  ist  von  einer  späteren  Hand  durchstrichen. 


Überlingen.  67 

§  64. 

(Weiher  sinem  vatter  ünt^  nimpt.) 
Wir  band  ouch  gesetzt:  welcher  sinem  vatter  ünt^  nimpt,  es  sie 
wit  oder  wäffen,   daz  er  verspilt  oder  vertrinket,    oder   w&hin  ers  tut, 
w4  si  daz  vindent,  daz  sol  man  in  widergeben  an  alles  Iftsen. 

§  65. 
(Wer  dem  andern  sine  bomm  abhowet.) 
Wir  band  ouch  gesetzt:  wer  dem  andern  sin  b&mm  abböwet,  ald 
sin  reben  usshuwet,  oder  zert*  ald  mutlingen  verbrennet  [und  unwider- 
sagtp  innret  dem  etter,*  mag  er  daz  überkomen  mit  zwain  erbern 
mannen,  und  sin  band  die  dritt  sig,  den  sol  man  von  dem  leben  tbn. 
[10]  [(Ist  aber,  daz  ainer  spräche:  ich  hän  im  widerseit)^  ||  gaut  daz 
aiu  burger  an,  so  sol  ouch  ers  bezügen  mit  zwain  erbern  burgern,  und 
daz  sin  band  die  dritt  sig;  gaut  es  aber  ainen  an,  der  nit  burger 
ist  und  sust  hie  dienot,  den  sol  man  erzügen  mit  denen,  die  dieselben 
dienst  hie  tund,  ald  mit  burgern.  (W&r  aber,  daz  er  es  nit  fürbr&cht, 
alz  die  burger  gesetzt  band,  darumb  w&r  er  nit  ledig;  er  sol  die)*  grossen 
ainung  richten  und  jenem  sinen  schaden  abtun.]'  ® 

§  66. 
(Wa  zwen  vor  gericht  schalklich  kriegten.) 
Wir  band  ouch  gesetzt:  w&r,  daz  zwen  mitainander  kriegotind 
schalklich  vor  gericht,  und  daz  in  der  amman  gebütte  ze  swigen,  t&ttend 
sie  das  durch  des  gebottes  willen  nit,  so  sullend  si  de[m  amraan]^  gen 
2  U  ^  [und  dem  burgern  1  9f  ^];^®  werdent  sie  aber  gegen  ain  ander 
dringen,  so  sullend  si  de[m  amman]^  10  af  ^  [und  den  burgern  5  S[  .,jY^ 
geben;  werdent  aber  sie  schlachen,  wer  es  denn  an  dem  andern  an- 
vieng,  der  s&lt  de[m  amman]"  10  ff  ^  [und  der  statt  ouch  10  ff  ^Y^ 
geben  und  jaur  und  tag  vor  der  statt  sin. 

§  67. 
(Ob  vor  gericht  frid  hotten  würd.) 
Wrde   inen   aber   frid   gebotten    [ald]^^   ze  swigen,  wer  daz  über- 
fÄr,  der  sftlt  daz  richten  in  der  miß,  alz  es  inen  gebotten  w&r. 

*  Durchstrich,  darüb.  v.  and.  Hand  «ichtzit».  —  »  Von  späterer  Hand  über  der 
Zeile  die  Silbe  «us»  zugefügt.  —  '  Die  eingeklammert  Worte  durchstrichen.  —  ^  Eine 
jüngere  Hd.  fügt  bei:  «er  hab  im  darvor  tröwt  und  abgesagt  oder  nit;  hat  er  im  aber 
tiftwt  lollichs  zu  thun  und  thuts  nit,  der  rieht  der  statt  die  grossen  ainung.  —  ^  Das 
in  0  Gesetzte  durchstr.  —  >  Das  in  ()  Gesetzte  von  jüngerer  Hand  durchstr.,  dafür 
»Q  Bande  beigef. :  «bringt  er  dann  das  für,  soll  er  die  .  .»  —  ^  Späterer  Zusatz:  «und 
Wher  nit  gestraft  werden.»  —  •  Die  mit  []  eingeklammert.  Sätze  nachträgl.  gestrich. 
*  Durchstrich.,  «dem»  korr.  in  «der»,  üb.  «amman»  —  «statt».  —  ^^  Die  eingeklammert. 
Worte  durchstr.  —  n  Durchstr.,  korr.  in  «der  statt».  —  "  Die  eingeklammert.  Worte 
durchstr.  —  "  Durchstrichen. 

6* 


68  Oberlingen. 

§  68. 
(Wer  den  andern  an  sinem  aid  velscht.) 
Item  velschet  aber  ainer   den   andern  an  sinem   aid   vor   gericht 
oder  anderswa,  und   mag  daz  nit  ussbringen  nach  reht,  der  rieht  der 
statt  10  U  .^.^ 

§  69. 
(Wer  buwen  wil,  sol  mit  ziegel  decken.) 
Item  wir  haud  ouch  gesetzt:  wer  hinfür  in  unsern  gerichten  buwen 
wil,  daz  der  mit  ziegeln  deken  sol  und  die  wend  bewerfen  mit  pflaster 
oder  mit  laime,  aid  aber  muren;  wer  daz  nit  tit,  der  git  der  statt  10  ff  ^ 
und  stät  dennocht  an  dem  rät  und  an  den  zunftmaistern,  wie  man  in 
fürbass  bissen  sulle. 

§  70. 
(Kind  under  18  jaren  kein  gewalt  haben.) 
[Wir  haud  ouch  gesetzt,  daz  kain  kind,  es  sie  tochter  oder  sun, 
under  18  jauren]*  kainen  gewalt  hat'  ze  tftn,  daz  im*  schädlich*  an 
sinem^  gut  [m&ge  gesin]' mit  kainen  Sachen;  w&r,®  daz  es^  kainer  ding 
nottürftig  war,  so  sol  es^^  mit  sinen^^  gütten  Mnden  und  landlüt** 
für  den  rät  komen  und  [sol  dem]^'  rät  die  sach  fürlegen,  und  waz  inen 
denn  die  r&tgeben  erlobent,  da^*  hat  es"  gewalt  ze  tün.^* 

§  71. 
(Anspr&ch  von  der  ee  wegen.) 
Wir  band  ouch  gesetzt,  wer  dem  andern  sin  kind  zft  der  ee  an- 
sprichet,  es  sien  fröwen  oder  man,  mag  der  sin  reht  nit  fürbringen 
oder  behaben  an  gaistlichem  gericht,  alz  er  durch  reht  sol,  so  sol  er  der 
statt  geben  10  Ä  ^f  ze  bessrung  und  dem  amman  sin  gericht  und  hat 
er  des  gutes  nit  ze  geben,  so  sol  man  im  die  band  abschlachen,  und 
zu  der  büss  sol  er  iemer  ewenclich  vor  der  statt  sin.^' 


1  Von  späterer  Hand  beigef.:  und  ist  dem  andern  sin  reht  nichtzdestminder 
gegen  im  vorbehalten.  —  -  Die  eingeklammert.  Worte  darchstrich.;  statt  dessen  bei- 
gef.: Wir  band  ouch  gesetzt:  wa  [kind]wai8en  in  unser  statt  weren  von  bargeni,  das 
dieselben  an  stund  nach  absterben  vatter  und  niutter  inhalt  der  statt  Satzung  und 
Ordnung  bevogten  werden  und  s&Ilen  für  sich  selbe  on  verwilgeng  ains  rata  nit 
macht  haben,  dieselben  ire  v&gt  wider  ufzesagen;  8i  s&llen  och  ou  gonst  ains  rata  und 
irer  vögt  ....   —    *  Von  jung.  Iland  korrig.  in  «haben».    —    *  Korrig.  in   einen». 

—  *  Üb.  der  Zeile  v.  jung.  Hand,  «möge  sin».  —  •  Durchstrich.,  ersetzt  durch  cirem». 

—  ^  Die  eingekl.  Worte  durchstr.  —  ^  Üb.  der  Zeile  v.  jung.  Hand  coch».  — -  •  Korr. 
in  <si».  ~  "  Korrig.  in:  «wären,  so  seien  si».  — -  »  Durchstrich.,  korr.  in  «iren».  — 
*^  Darchstricben ;  ersetzt  durch  «vögten».  -  ^' Die  eingekl.  Worte  durchstr.  und  ersetzt 
durch  «aim».  —  **  Korr.  in  «das».  —  ^^  Korr.  in  «haben  si».  —  '•  Dieselbe  korrig.  Hd. 
fügt  bei:  «und  sunst  nichtz,  gar  nichtz». 

"  Der  ganze  Art.  v.  jung.  Hand  durchstr.  und  ersetzt  durch  folgende  beiden  Be- 


Überlingen.  69 

§  72. 

(Wa  kind  ander  18  iaren  mannent  oder  wibent.) 
1^11.]  Item,  welches  kind  ouch  under  18  jauren  mannet  oder  wibet 
wider  sines  vatter  und  einer  müter  willen,  diewile  die  in  Hb  sind,  daz- 
selb  kind  mag  vatter  und  müter  wol  enterben  alles  ihres  gutes,  daz  es 
des  nit  me  erb  noch  gefichig  sin  sol,  ob  si  wend,  und  ob  si  das  kind 
nit  enterben  wend,  so  sind  si  doch  nit  gebunden,  im  ünt  ze  geben,  die- 
wile und  si  lebend. 

Ist  aber  ainem  semlichen  kind  vatter  und  müter  abgegangen,  daz 
dero  ames  dennocht  lebet,  und  daz  kind  verfallnes  gutes  wartet,  so  ist 
doch  vatter  und  müter,  welhes  denn  under  inen  in  leben  ist,  nit  ge- 
bunden, diewile  es  lebt,  dem  kind  von  dem  verfallnen  gut  ünt  ze  geben 
[und  ob  auch  daz  kind  wftlte  tailen,  so  mag  es  dennocht  vatter  und 
müter  tun  oder  nit,  weders  si  wend.]^ 

§  73. 
(Wa  ainer  des  andern  kind  gevarlich  uachgät.) 
Wir  ouch,  daz  jeman  des  andern  kind,  knabeu  oder  tochtran, 
gefarlich  nächgienge  und  es  überkam,  daz  es  im  selb  oder  ainer  ander 
personen  sinem  fründ  oder  siner  mümen  ain  ee  verhiess,  an  sines  vatters 
und  siner  müter,  ob  es  die  het,  willen  und  wissen,  ald  ob  es  nit  vatter 
und  müter  het,  an  siner  n&chsten  fründ  und  pfleger  willen,  diewile  es 
under  18  jauren  alt  ist,  der  ist  der  statt  verfallen  40  ff  ^,  und  sol  jaur 
und  tag  vor  der  statt  sin,  usserthalb  den  ettern,  und  wele  darzu  helfent 
und  rätent,  es  sien  man  oder  wib,  dero  ieglichs  ist  ouch  der  statt  ver- 
fallen 40  ff  ^. 

§  74. 
(Daz  sich  niemand  gevarlich  noch  bedachtlich  besamnen  sol  über  den 

andern.) 
Wir  band  ouch  gesetzt  durch  frides  willen,   daz   nieman  sich  ge- 
farlich noch  bed&chtenclich  besamnen  sol  über  den  andern  von  zomes 


ttimmungen:  Wir  band  och  gesetzt:  wer  von  burgern  dem  andern  sin  kind  anspricht 
za  der  ee,  es  seien  frowen  oder  man,  m&gen  dieselben  ir  recht  am  gaistlichen  gericht 
nit  fiirbringen,  die  sollen  gestraft  werden  an  20  ß^  ^  und  sollen  jar  und  tag  vor 
der  statt  sin  und  nachgends  darein  nit  komen,  si  haben  denn  minen  horm  die  20  8  ^ 
davor  abgelegt. 

Würde  aber  ain  dinst  oder  gast  ainem  burger  sin  kind  zu  der  ee  ansprechen, 
der  soll  ain  aid  löblich  zA  got  und  den  haiigen  sweren,  das  er  das  recht  fürderlich 
mit  im  fiimemen  welle,  und  so  das  recht  sin  endschaft  gewinn,  das  er  sich  dann  bi 
demselben  aid  wider  alher  aigner  person  stellen  und  ainem  b[urgermai6ter]  den  sententz 
und  urtel  anzaigen  w6ll. 

1  Von  [bis]  durchstr. 


70  Überlingen. 

wegen  oder  krieges,  also  daz  er  den  andern  überlofFen  welle  in  sinem 
hus  oder  in  andern  hüsern,  ald  an  den  Strassen;  wer  daz  tat  alz  da 
vorgeschriben  stät,  der  git  der  statt  b  U  ^  und  dem  amman  3  (l  ^ 
und  sol  jaur  und  tag  für  die  statt.^ 

§  75. 
(Von  dienenden  lüten.) 
Und  wän  vil  clag  da  hergewesen  ist  von  dienenden  lüten,  daz  si 
von  iren  herren  und  fröwen  anders  gehalten  werden,  denn  liht  billich  sig, 
es  sie  mit  urlob  ze  geben  in  dem  jaur,  ald  gevarlich  nach  ainem  ge- 
dingde  abzesagen,  und  desgelichen  herren  und  fröwen  von  iren  diensten 
ouch  clag  und  gebresten  gehebt  band,  die  beidü  ze  fürkomen  und  daz 
ainen  tail  alz  gelichs  darinne  gescheiche  alz  dem  andern,  so  haben  wir 
gesetzt:  welche  frow  oder  man  ainen  dienst  dinget  und  im  winköf  git 
oder  äne  winkouf  mit  werten  überkomen,  uf  ain  zil  inzegend,  daz  sie 
kurz  oder  lang,  darnach  dazselb  mag  sinen  dienst  wol  absagen  und 
den  winkouf  widernemen  uf  den  tag,  alz  es  gedinget  hat,  und  darnach 
nit,  an  alle  gevärde.  Seit  aber  ain  frow  oder  ain  man  sinem  dienst  ab 
nach  denselben  tagen,  ald  git  im  in  dem  jaur  urlob  an  redlich  ursach,* 
die  es  mit  erbern  lüten  ald  mit  sinem  aid  fürbringen  mag,  so  ist  es 
dem  dienst  sin  ganzen  jaurlon  verfallen;  bringt  es  aber  senüich  redlich 
sach  für,  die  im  daran  lige,  es  sie  mit  lüten  oder  mit  sinem  aid,  daz 
es  im  nit  f&glich  sie,  so  ist  es  dem  dienst  nit  furo  gebunden  ze  geben, 
denn  alz  vil  alz  es  sich  nach  dem  jaur  ergangen  hat  und  nauch  gele- 
genhait  der  Sachen  an  gevärde. 

§  76. 
(Von  den  diensten  gegen  ire  herren  oder  fröwen.) 

Item  und  desgelichen  ist  ouch  den  diensten  gen  iren  herren  und 
fröwen  auch  behalten:  welche  kneht  oder  magt  zu  ieman  dinget,  die 
sond  iren  winkouf  nit  widergeben,  si  rügen  es  denn  uf  denselben  tag, 
alz  si  gedingt  band,  an  gevärde. 

§  77.  ^ 
[Vertragsbrüchige  Dienstboten.] 
[12.]  Seit  aber  ain  kneht  oder  ain  magt  sin  dienst  ab  nach  dem- 
selben tag,  oder  gät  im  uss  dem  jaur  an  urlob  und  an  redUch  sach, 
die  es  wol  fürbringen  mag,  daz  sol  des  jaures  an  kainen  andern  dienst 
hie  zfi  Überlingen  nit  kernen,  und  sol  man  im  umb  daz,  das  es  gedient 
het,  nünt  gebunden  sin  ze  geben. 


1  Der  ganze  §  ist  durchstrichen. 
*  Die  Silbe  «urt  über  der  Zeile. 


Überlingen.  71 

§  78. 
(Von  Absagung  der  dienst.) 
Item  dinget  aber  ieinan  ain  semlich  person,  die  anderswa  iren 
ist  hat  abgeseit,  anders  denn  vor  ist  beschaiden,  oder  die  ainer 
ren  uss  dem  jaur  ist  gegangen,  anders  denn  billich  ist,  und  an 
lieh  sach,  und  dem  wider  ist,  zfi  dem  es  vor  gedingt  hat,  ald  uss 
1  jaur  gegangen  ist,  der  rieht  der  statt  1  9f  ^,  ob  er  im  kunt  wirt 
in,  an  gevärde. 

§  79. 
(Wa  iemand  den  andern  sieht  wunden.) 

Wir  band  euch  gesetzt:  wS  jeman  den  andern  sieht  wunden 
eret  den  zun  unsers  gerichtes,  der  sol  darzu  r&fen  und  schrigen 
(iglich;  ald  t&t  er  des  nit,  wirt  es  des  überzüget  mit  zwain  erbern 
nnen,  so  git  er  der  statt  5  tf  ^,  und  dem  amman  3  ß  ^,  und  mftß 
r  und  tag  vor  der  statt  sin.^ 

§  80. 

(Das  niemand  gelegen  gut  an  die  gotshüsere  geben  sftlle.) 

Wir  band  oueh  gesetzt,  wer  der  ist,  der  unser  burger   ist,  der 

lainem    pfaffen,  gotzhus,    closter,    orden,    dehainem    cappittel    oder 

tal,  ald  dehainer  kirchen  dehain  gut  git,  es  sie  hüser,  garten,  zins, 

:er,  wisen,  bongarten,  ald  dehain  ander  aigen,  wie  es  genent  sie,  daz 

unser  statt  und  in  unser  etter  gelegen  ist,  wer  der  ist,  alz  davor 

lempt  ist,  dem  söliche  gut  und  selgr&t  geben  ist,  der  sol  es  in  dem 

hsten  jaurs  frist  verkoufen  und  ainem  unserm  burger  ze  koufen  geben; 

i  wä  er  daz  übergienge,  daz  er  des  nit  tä,t,  so  ist  dazselb  gut  verfallen 

ler  an  desselben  nächsten  erben,  der  das  gut  geben   hat;   und  wS.r 

:h,  daz  dieselben  erben  nauch  dem  gut  innert  dem  nächsten  mänot 

ich  dem  jaure  sich  des  gutes  nit  underziehen  w61ten   mit  clag  und 

»  andern  rehten,  so  band  wir  gesatzt,  daz  inen*  dazselb  gut  verfallen 

sol  an  die  statt. 

§  81. 

(Das  niemand  die  eigen  gÄter  der  geistlicheit  zu  koufen  geb.) 
Wir  band  ouch  gesetzt,  daz  kein  unser  burger  kainem  closter  noch 
nem  gotzhus,  noch  kainer  kirchen  und  kainem  altär,  noch 
ner  sammung,  noch  kainem  spital,  noch  kainem  veitsiechen, 
n  aigen  gftt  ze  kofifen  geben  sol,  noch  in  kainen  weg  fügen, 
der  umb  sust,  noch  umb  pfenning,  daz  in  unserm  etter  gelegen  ist. 
sol  ouch  kain   unser  burger  kain  sin  kind   ze   closter   beraten  mit 


^  Der  ganze  Abs.  dnrchstr. 
*  Durchstr.;  darüberges.  «dan». 


72  Überlingen. 

kainem  aigem,  daz  in  unserm  etter  gelegen  ist,  also  daz  das  aigen  dem 
closter  iht  belibe.  Wer  der  stuk  dehaines  überfert,  so  sol  dazselb  gut 
der  statt  halbes  verfallen  sin. 

§82. 
(Von  dem  buwen,  wa  zwei  hüser  aneinander  stossend.) 
Wir  band  ouch  gesetzt:  wä  zwai  hüser  oder  zwo  hoffstet  anain- 
ander  stossent,  wedra^  husswirt  da  muren  wil  und  ain  erbern  buw  tfin 
wil,  daz  er  ain  gadem  über  daz  ertrich  mären  wil  des  ersten  jaures, 
so  sol  in  der  ander  laussen  muren  uf  ain  gemain  ertrich,  als  dik  so 
[13.]  er  die  mur  machen  wil.  WJLr  aber,  ||  daz  er  sich  des  übersehen 
w61t,  daz  er  sines  nauchgeburen  ertrich  zu  vil  machen  w&lt  zu  der  mur, 
so  sond  die  rät  ze  ÜberUngen  dar  gan,  und  in  welcher  dike  si  dunkt, 
daz  die  mur  sulle  sin,  nauchdem  sol  er  sines  nauchgeburen  ertrich 
infachen  und  nit  furo,  und  sol  ouch  die  mur  gemain  sin  daz  der,  der 
dem  andern  sin  ertrich  git,  daz  er  uf  dieselben  mur  mure  und  darin 
tröme  und  ouch  daruf  imd  darin  buwe,  wän  es  ain  gemaine  mur  sol 
sin;  w61t  aber  darüber  ainer  trengen  und  benötten,  daz  er  im  hülfe 
buwen,  daz  sol  stän  an  den  rätten,  nachdem  und  der  lüten  Sachen  ge- 
stalt  sind,  die  es  denn  anrüret. 

§  83. 
(Wa  nachpuren  gflter  aneinander  stossend.) 
Wir  band  ouch  gesetzt:  wä  zwen  nächburen  anainander  stossent, 
hus  oder  hoff,  akker  oder  wisen,  wingarten  oder  bongarten,  oder  wie 
daz  genant  sig,  daz  in  unserm  etter  gelegen  ist,  war,  daz  ain  nauchbur, 
den*  an  den  andern*  s61ich  gut  stossen^  hett,*  graben  weite,  uf  sich 
selber  oder  uf  sinen  nächgeburen,  daz  sinen  nächgeburen  dühte,  daz 
er  im  schändlich  wi\r,  haisset  er  im  denn  den  amman  oder  der  r&t  einen 
oder  der  zunftmaister  ainen  ainen  botten  erloben,  und  daz  er  sinem 
nauchgeburen  verhüttet  von  dem  amman  und  von  dem  rat,  daz  er  nit 
me  grabe,  wän  in  duuke,  daz  es  im  schädlich  sie,  grebt  er  denn  furo 
über  daz  gebott,  so  rieht  er  der  statt  \  ft  ^j  und  dem  amman  3  jj  ^, 
und  sond  darnauch  die  rät  und  die  zunftmaister  zu  dem  graben  gän 
unverzogenlich;  und  dunkt  si,  daz  es  sinem  nächgeburen  unschädhch 
sie,  so  sol  er  sin  werk  voUeffiren;  ist  aber,  daz  es  die  rät  und  zunft- 
maister dunkt,  daz  es  sinem  nächgeburen  schädlich  sie,  so  sond  si  im 
verbieten,  daz  er  nit  mc  grabe;  wfilt  aber  er  daz  gebott  übergän  und 
w61t  furo  graben,  so  stät  es  denn  ouch  an  den  rätten  und  an  den  zunf- 
maistem,  wie  si  in  furo  bössent,  ob  er  es  nit  miden  w61t. 

*  Durchstrichen;  darüber  mit  blasserer  Tinte  «welher». 

'  Durchstrichen. 

■  Korrigiert  in  fstosset». 


Überlin^D.  78 

§  84. 
(Wa  Unzucht  in  der  statt  widerfAr,   das  ein  gescbrai   wirdet  und  die 

lüt  züloufend.) 
Wir  band  ouch  gesetzt:  w&r,  daz  debain  unzucbt  in  unser  statt 
widerfdr,  daz  ieman^  geendet  oder  gescblagen  >Vrde,  oder  debain 
ander  Mfli  ieman  widerfAr  in  unser  statt  oder  in  unserm  geriebt,  ist, 
daz  ain  gescbraig  wirt  und  die  lüt  zulofent  und  den,  der  die  fr&fli  getan 
het,  gern  viengent,  w&lt  sich  der  fr&venlicben  weren  und  w61t  sieh  nit 
lassen  vachen,  i^de  der  geendet  oder  erschlagen,  der  die  Mfli  getan 
het,  daz  er  es  durch  mütwillen  getan  bette,  mag  derselb,  den  man  es 
denn  ziehet,  zu  den  hailigen  sich  entscblacben,  daz  er  im  es  durch  nöt- 
wer  sines  libes  getan  habe,  und  daz  er  sich  nit  wölte  lassen  vachen, 
so  sei  [weder  der  amman  nochderrät  debain  geriebt]' zu  im  nemen,'  weder 
zä  sinem  lib  noch  zu  sinem  gut.  W&r  aber,  daz  der,  der  die  fräfli 
getan  het,  alz  da  vor  geschriben  stSt,  für  die  statt  entrinne,  sendent 
im  denn  die  rät  nach,  imd  haissent  in  vachen,  vor  der  statt  und  dem 
gericht  antVIrrten,  w&lte  er  sich  denn  weren  Mvenlicb,  und  w&lte  sich 
nit  laussen  vachen,  wirde  er  darüber  geendet  oder  erschlagen,  und 
w&ltent  denn  sine  fründ  ziehen  den,  der  in  geendet  oder  erschlagen 
het,  daz  er  es  durch  m&twillen  getan  het,  mag  derselb,  den  man  es  denn  ziehet, 
zu  den  hailigen  sich  entscblacben,  daz  er  im  es  durch  nötwer  sines  libes  getan 
hab  und  daz  er  sich  nit  w&lte  laussen  vachen,  so  sol  [weder  der  amman,  noch 
der  rat  debain  gericht]*  zu  im  nemen^  weder  zu  sinem  lib,  noch  zu  sinem 
gut;  Wrde  ouch  ain  zülof  uss  den  garten  uf  den,  der  Mfli  getan  het, 
mag  sich  denn  der,  der  da  zugelöfen  ist  und  in  gev^ndet  oder  erschlagen 
het,  ouch  entscblacben  zu  den  hailigen  in  allem  dem  rebten,  alz  da 
vor  geschriben  stät,  so  sol  [weder  der  am]*  man  [noch  die  burger  debain 
gericht]^  zu  im  nemen®  weder  zu  sinem  lib  noch  zu  sinem  gut. 

§  85. 

(Wer  dem  andern  sin  eigen  oder  pfand  verbüt.) 

Wir  band  ouch  gesetzt:  wer  dem  andern  sin  aigen  oder  sin  pfant 

verhütet,  irret  er  in  darüber  uf  sinem  aigen   oder  uf  sinem   pfant,  der 

git  der  statt  10  ß  ^,  und  dem  amman  3  ß  ^,  und  dem  cleger  3  j^  ^, 


*  ce»  korrig. 

'  Die  Worte  von  [bis]  Bind  durchstr.;  am  Rand  von  a.  Hd.:  «man  nit». 

*  Durchfltr.;  darüb.  v.  der  unter  =*gen.  Hand:  «richten». 

*  Von  [bis]  durcbstr.;  dafür  am  Rande  von  a.  Hd.:  «man  nit». 

*  Dnrchstr.;  dafür  von  der  unter  '  und  '  gen.  Hd.  darüber:  «richten». 

*  Von  [bis]  dnrchstr.:  dafür  am  Rand  v.  derselben  Hand,  wie  oben:  «aber  nit» 
'  Von  [bis]  durchstrichen. 

*  Durchstrichen;  darüb.  v.  d.  obgen.  Hand  «richten». 


74  Überlingen. 

alz  dik  ers  tut;  w&r  aber  daz  er  si  logne,  so  sAl  man  [in  sin  enzügen]^ 
oder  sin  reht  darumb  nemen. 

§  86. 
[14.]  (Die  eigen  girier  mit  zinsen  nit  besw&ren.) 
Wir  band  ouch  gesetzt:  es  sien  wingarten,  wisen,  akker  oder  hoff- 
stett,  daz  die  nieman  furo  sol  swärreu  mit  kainem  zinse,  es  sie  denn, 
alz  verre  daz  er  es  verliclien  welle  ze  hüsern,  so  haut  er  gewalt,  daz 
er  si  wol  verüben  mag;  w&r  aber,  daz  die  hüser  abbrünnen  oder  ab- 
gebrunnen  wären,  so  haut  er  nit  gewalt,  furo  uf  die  hoffstltt  ze  schlachen 
kaineu  zins  ze  marktreht,  er  haut  nit  gewalt  kain  hus  furo  ze  sw&rren 
mit  kaim  zins.  Wer  aber  daz  bricht,  der  rieht  der  statt  3  8f  ^  [und 
dem  amman  sin  gericht].* 

§  87. 
(Wer  dem  andern  tags  oder  nachts  in  sin  hus  gät  und  daz  gesund 

übelhandelt.) 
Wir  band  ouch  gesetzt:  welcher  burger  dem  andern  in  sin  hus 
gät,  es  sie  tags  oder  nahtes,  und  im  sin  wirtinen,  sin  tochter,  oder  sin 
sw&ster,  sin  mömen  oder  sin  erber  gehuset*  schraiet  und  übel  handlet, 
und  si  benötzogen  wil,  wirt  daz  geschrai  also  groß,  daz  er  und  sin 
husgesind  und  sin  nauchburen  sin  geindert  werdent,  so  sol  der,  der  die  Un- 
zucht getan  het,  der  statt  richten  20  U  ^,  und  dem  amman  5  (J  ^,  und  sol  jaur 
und  tag  vor  der  statt  sin ;  tut  es  aber  ain  gast,  der  rieht  der  statt  dieselben 
ainung  zwifalt,  daz  ist  40  &  ^j]  und  ob  der  huswirt,  oder  der,  den  daz 
angieng,  denselben  darumb  strafet  mit  schlachen  oder  mit  stechen  an 
den  tod,  der  sol  damit  nit  gefr&velt  hän,  und  sol  man  im  sinem  aid 
darumb  geloben. 

§88.^ 
[Von  säumigen  Schuldnern.] 
Nota:  burgermaister,  rät  und  richter  sind  ainhellenclich  zu  rat 
worden  und  wfillen  och  daz  nu  fürohin  halten :  wenn  daz  ist,  das  ainer 
umb  ain  schuld  mit  recht  erlangt  wirt,  und  darnach  ain  amman,  ain 
gebüttel,  oder  ainer  dez  rätes  oder  des  gerichtz  zwüschen  demselben  und 
dem  sJtcher  ain  tüding  machet,  und  dann  der,  der  die  schuld  sol,  der  t&ding 
nit  nachkompt,  so  sol  er  zu  pen  ain  pfund  pfenning  geben  und  ver- 
fallen sin. 


1  Von  [bis]  durchatr.;  dafür  darüber:  «zügüus». 

*  Von  [bis]  durchstrichen. 

*  Korr.  aus:  gehusen. 

*  Dieser  und  der  folgende  Absatz  befinden  sich  auf  einem  beigeheftet.  Papier- 
streifen; dazu  V.  spät.  Hand  «Nr.  31»  ges.;  §  89  steht  auf  der  Rückseite,    («Nr.  88»). 


Oberlingen.  75 

§  89. 
[Strafe  für  den  Bruch  des  Gelöbnisses  tan  den  Stab».] 
Si  sind  ouch   mit  dem  merren  ains  worden:  wftlher  an  den  stab 
lobt,   und  dem  nit  nachkompt,  den  sol  man  in  den  thurn  legen  und 
furo  zfi  rat  werden,  waz  er  verschult  hab. 

§  90. 
(Wa  einer  nit  recht  verstürt.) 
Ain  groß  und  klein  rat  hand  sich  geaint  und  gesetzt:  wer  der  ist 
der  an  der  stür  unrecht  und  unredlich  funden  wirt,  waz  der  me  het, 
denn  er  verstürt  het,  daz  alles  sol  ain  rät  im  nemen  an  die  statt;  und 
ist  der  tod,  so  sol  man  es  sinen  erben  nemen;  lebet  aber  ain  sAIicher, 
so  sol  er  ain  erloser  man  haissen  und  sin,  und  sol  an  rät  noch  an 
gericht  niemerme  komen,  und  sol  nieman  weder  gut  noch  schad  sin, 
und  sol  dennocht  an  grossem  und  deinem  rät  stän,  wie  man  in  fürbazz 
bfisse  und  strafe. 

§  91. 
(Wenn  man  sturen  wil,  wie  die  Ordnung  ist.) 
Wir  hand  ouch  gesetzt,  daz  man  alle  jaur  uf  den  aid  sturen  sol, 
fröwen  und  man,  und  wenn  man  den  lüten  den  aid  git,  waz  si  ver- 
stüren  wellen,  so  sol  man  in  denselben  aid  geben,  daz  si  die  stür  richtint 
unz  uf  den  tag,  alz  in  denn  verkündet  wirt;  wer  aber  des  nit  tat,  der 
ist  des  vierdentailz  der  stür,  die  er  richten  sol,  verfallen,  alz  er^  die 
stür  ze  geben  zu  der  rechten  stür  und  sol  unverzogenlich  nauch  dem 
tag,  alz  er  die  stür  solt  haben  gericht,  uss  der  statt  sich  antwurten  und 
darin  uf  denselben  aid  niemerme  komen,  unz  er  die  stür  und  daz  vier- 
dentail  gericht;  welcher  aber  von  der  statt  sesshaft  ist,  der  sol  sich  in 
die  statt  ant^rten  und  daruss  niemer  komen,  unz  er  die  stür  und  daz 
vierdentail  gericht;  wenn  aber  ain  mänot  nauch  dem  tag,  alz  sich  der 
uss  der  statt  oder  darin  solt  haben  geantwurt,  ergangen  hat  und  für- 
kompt,  und  der  die  stür  dennocht  nit  het  gericht,  wes  sich  denn  ie  der 
rat  oder  der  merer  tail  fürbazz  darumb  erkennent,  und  ze  rät  werdent, 
des  sol  man  bi  demselben  aid  gehorsam  sin,  an  all  gevärde;  welher 
aber  für  gericht  nit  käme,  dem  da  fürgebotten  würd,  den  send  die 
wettpfenninger  darnach  unverzogenUch  besenden,  daz  er  swer  und  voile- 
für, alz  denn  urtail  über  in  gegeben  het,  an  alle  gevarde.* 

§  92. 
(Wer  einen  burger  der  eigenschaft  anspricht.) 
[15.]  Item,   wer  ainen   unsern  burger  anspricht,   daz  er  sin  aigen 
aid   sin   unverrehtnoter  amptman   aid   nächjagender  vogtman   sie,  wie 

*  Die  beiden  Worte  durchstrichen. 

'  Der  ^anze  Absatz  durchstrichen,  auch  das  am  Rande  stehende  «non  legatur». 


76  Überlingen. 

man  den  besetzen  sol,  daz  wisent  allwegen  die  ainungen  und  büntnusen, 
so  denn  die  stett  oder  herren  und  die  stett  mitainander  band. 

§  93. 
(Wa  ein  burger  den  gast  für  die  statt  wist  win  ze  koufen.) 
Item,  welcher  wirt,  ald  wer  burger  hie   ist,  dehainen  gast  ienert 
hinfdr  die  statt  wisent,  daz  er  da  win  kof,  der  git  der  statt  von  jedem 
gast  l  U  ^,  und  dem  amman  sin  geriebt,  alz  dik  ers  tut 

8  94. 
(Die  wirt  sollen  nit  gan  mit  den  gesten  win  ze  koufen.) 
Es  sol  ouch  kain  wirt,  noch  nieman  hie  in  der  statt,  mit  kainem 
gast  gän  win  koufen;  welher  daz  bricht,  der  riht  der  statt  b  ^  ^  alz 
dik  ers  tüt.^ 

§  95. 

(Nüwen  und  alten,  roten  und  wisen  win  schenken.) 

Wir  band  auch  gesetzt,  daz  nieman  kain  win  hie  schenken  sol, 

er  baisset  in  vor  an  oflFem  markt  rufen  oflFenlicb  und  daz  ouch  nieman 

ainsmälz  me  win  schenken  sol,  denn  alten  und  nüwen,  wissen  und  röten, 

jetweders  ain  vass.* 

§  96. 
(Die,  so  win  schenkend,  zu  verungelten.) 
Und  wer  win  hie  schenkt,  der  sol  in  all  wochen  w&chentlieh  an 
dem  Samstag  verungelten,  also  daz  [ain]  wirt  unverungelteter  vass  nit  me 
uf  im  haben  sol,  denn  die  er  [in]  ainer  wochen  ussgeschenkt  het  und  sol 
fürbaz  kainen  win  nit  me  schenken,  er  habe  denn  daz  ungelt  vorhin 
gericht,  es  war  denn,  daz  im  an  dem  sarastag  ain  vaß  nit  garuß  wilr, 
ungefarlich;  daz  sol  und  mag  er  denn  wol  also  bestan  laussen  unz  an 
den  nächsten  samstag  darnach  an  gevürde.  Ald  ob  ain  vass  also  ISg, 
daz  man  es  dennzemäl  nit  komenlich  heruß  bringen  möbt  an  schaden, 
daz  sol  im  denn  ouch  nit  schaden  bringen  an  gev&rde.  Wer  der  stuk 
dehaines  überfert,  der  rieht  der  Stadt  i  fi  *f  und  dem  amman  sin 
gericht,  alz  dik  ers  tüt.^ 

§  97. 

(Wie  die  wirt  den  win  verungelten  sAllen.) 

Wir  band  ouch  gesetzt,  daß  alle  gastgeben  und  wirt,  die  gastung 

band,  allen  den  win,  den  si  gesten  geben  wend,  es  sie  ob  mal,  vor  oder 

nauch  dem  mal,   iemeriiie   verungelten  sond,   und  welchen  win   si  den 

gesten  geben  wend,  über  daz  vass  sol  ain  jeglicher  wirt  der  geswomer 


*  Der  ganze  Absatz  durchstrichen. 
'  Der  ganze  Absatz  durchstrichen. 

*  Der  ganze  Absatz  durchstrichen. 


Überlingen.  77 

underköfer  ainen  f&ren  und  ain  paigel  uf  den  win  haissen  stossen ;  und 
of  welchen  pfenning  er  den  gesten  den  win  geben  wil,  alRO  sol  ouch  der 
gastgeb  daz  vass  den  ungeltem  sagen  ze  verschriben,  und  wenn  daz 
vass  usskunpt,  so  sol  er  daz  ze  iche  legen,  und  daz  verungelten  n&ch 
der  statt  Satzung.  Und  wenn  sieh  ain  fronvast  ergaut,  so  sol  ain  jeg- 
licher wirt  und  gastgeb,  der  gest  enpfachet,  zu  den  ungeltem  komen 
und  denen  sin  und  siner  eehalten  bmch  an  dem  win  ze  erkennen  geben, 
waz  er  der  fronvasten  wines  hab  verbrucht,  und  dem  sond  die  ungelter 
an  dem  ungelt  laussen  abgSn  nauch  gelegenhait  sines  bruches;  wftlten 
si  im  aber  nit  laussen  abgän  nachdem  und  in  denn  dücht,  daz  er  der 
fronvasten  an  win  mit  sinem  gesind  het  verbrucht,  so  sol  er  bi  dem 
aid  sagen,  waz  in  dunk,  daz  er  am  win  verbmcht  hab,  ungefarlich,  alz 
vil  sol  im  denn  an  dem  ungelt  abgän,  alz  vil  sich  von  sovil  wines  ze 
ungelt  gebftrt  an  gevirde;  und  sol  ouch  ain  jeglich  gastgeb  j&rliches 
sweren  die  Satzung  zehalten  und  ze  voUeffiren,  alz  vor  geschribeu  staut, 
ungefarlich.^ 

§  98. 
(Wer  sin  burgrecht  ufgeben  wil.) 
[16.]  Wir  hand  ouch  gesetzt:  wer  unser  burger  ist,  es  sien  fröwen 
oder  man,  der  burkreht  hie  ufgit,  und  es  der  raut  von  im  ufnimpt,  der 
sol  sich  nach  dem  tag,  alz  er  burkreht  hie  ufgegeben  haut,  in  den 
nächsten  vieraehen  tagen,  äne  alles  verziehen,  mit  wib  und  mit  kinden 
von  der  statt  usserthalb  unserm  etter  ziehen,  und  darnach  in  den 
n&chsten  fünf  jauren  niemer  hie  sesshaft  werden,  es  wSr  denn,  daz  er 
andrest  burkreht  enpfieng,  und  sol  ouch  derselb  alles  daz  gut,  daz  er 
in  dem  etter  hat,  fürbaz,  diewile  er  nit  burkreht  haut,  in  gastes  wise 
verstüren  und  verdienen,  und  wer  sich  darüber  in  den  n&chsten  vier- 
zehen  tagen  von  der  statt  also  nit  züchet,  alz  dik  er  daz  vierzehen  tag 
überfert,  alz  dik  ist  er  verfallen  der  statt  10  ff  ^  [und  dem  amman  sin 
gericht]  ;•  wer  aber  in  denselben  fünf  jauren  oder  nauch  denselben  fünf 
jauren  wider  burkreht  enpfachen  w61t,  und  den  der  raut  wider  ze  burger 
enpfieng,  der  sol  alles  sin  gut  in  der  statt  buch  verschriben  und  ver- 
dienen uf  den  aide,  alz  lieb  im  daz  ist,  ungefarlich,  und  sol  ouch  burk- 
reht verbürgen,  nauchdem  und  er  denn  gut  haut,  alz  ob  er  nit  burger 
wir  gesin,  an  alle  gev&rde;  w&r  aber,  daz  ainer  sMich  sach  zu  schaffen 
het,  daz  den  rät  dicht,  daz  im  und  der  statt  sin  burkreht  nit  fflgiich 
wir,  von  dem  mag  der  rät  wol  burkreht  ufnemen  an  engeltnusse  der 
vorgeschriben  gesetzte. 


'  Der  ganze  Absatz  durchstrichen. 
*  Rasur. 


78  Überlingen. 

§  99. 
(Wer  den  andern  ze  gast  machet.) 

Wir  hand  ouch  nie  gesetzt:  wer  nu  hinnanhin  von  disem  tag,  alz 
dise  gesetzt  ist  geinachet,  den  andern  hie  ze  Überlingen  nach  der  statt 
reht  ze  gast  machet,  der  mag  daz  dem  amman  verkünden,  daz  er  in 
verbiet,  und  wenn  er  dem  daz  verkündet,  so  sol  der  amman  dem,  der 
ze  gast  ist  gemachet,  gebieten,  daz  er  unverzogenlich  uss  der  statt  geriebt 
ze  Überlingen  vare  und  darin  niemerme  k&me,  denn  mit  des  klegers 
urlob  und  gutem  willen  oder  e^  daz  er  den  cleger  siner  schuld,  dar- 
umb  er  in  ze  gast  haut  gemacht,  ussgericht  haut,  und  mag  darzü  der 
cleger  sinen  Schuldner  und  sin  schuld  mit  andern  gerichten  bekümber* 
und  umb  umbtriben^  an  allen  geltnüss  der  statt;  welcher  aber  darüber 
in  daz  gericht  kumpt,  der  ist  der  statt  l  ü  ^  und  dem  amman  3  |S  ^ 
verfallen,  und  mag  ouch  den  der  cleger  ümb  sin  schuld,  imd  die  statt 
und  der  amman  umb  ir  pen  den  Schuldner  vachen  und  in  den  turn* 
legen,  und  sol  der  daruss  niemer  gelaussen  werden,  denn  mit  des  clegers, 
der  statt  und  des  ammas  *  gutem  willen,  oder  er  aber  den  clager*  umb 
sin  schuld,  die  statt,  den  amman  umb  ir  pen  haut  ussgericht,  und  doch 
also  ist,  daz  in  der  cleger  umb  sin  schuld  in  turn  leit,  der  sol  in  ouch 
versorgen  mit  kost,  des  er  von  hunger  nit  verderbe,  an  gev&rde.  Ist 
ouch  daz  in  die  statt  oder  der  amman  darin  legent,  die  sond  in  ouch 
versorgen. 

§  100. 
(Welche  frow  ze  gast  gemacht  wirdet.) 

Wir  hand  ouch  gesetzt:  welche  frow  ze  gast  wirt  gemachet,  der 
sol  man  ir  gewant  nit  abclagnen  alz  si  zii  kirchen  und  zu  sträß  gät,  an 
gev&rde,  und  sol  ir  bettgewi\t  laussen,  daz  aines  pfundes  wert  ist,  un- 
gefarlich,  und  mag  si  der  cleger  mit  frömden  gerichten  umb  sin  gult 
beclagnen  an  allen  rauth  und  engeltnusst*  der  statt  und  mag  ouch  der 
cleger  dem  amman  verkünden,  daz  er  der  fröwen  uss  der  statt  gebiet, 
daz  ir  ouch  der  amman  äne  vorziehen  der  statt  an  1  ff  ^  und  dem 
amman  an  dri  Schilling  sol  gebieten,  daz  si  uss  der  statt  var;  tut  si 
des  nit  unverzogenlich,  wä  si  denn  darüber  in  der  statt  begriflFen  wirt, 
so  sol  si  der  amman  in  den  turn  legen  und  daruss  niemer  gelaussen, 
e  daz  si  der  statt  1  ff  ,^  und  dem  amman  3  |i  ^  gericht  an  gevSxde. 

§101. 
(Wer  umb  frSfFel  gestrauft  wird.) 
[18.]  Wir  hand  euch  jjjesetzt:  wer  der  ist,  der  ain   frSfli  oder  me 
verschuldet  mit  worten  ald  mit  werken,  darumb  er  umb  pfenning  kumpt, 

*  Durohstrichen.    —  *  Sic!  —  «  «u»  korrigiert  aus  «h». 


80  Überlingen. 

ze  bezalen,  so  sol  man  in  str&fen  an  dem  Hb,  es  sie  ain  hand  abze- 
schlachen,  ald  wie  sich  denn  die  richter  erkennent  n&ch  gelegenhait 
der  sach^ 

§104. 
(Wenn  man  uszücbt  raissen.) 

Wir  hand  ouch  gesetzt:  wenne  wir  ußvarend,  es  sie  raison  oder 
für  vestinen,  ze  lanttagen,  ze  tagen,  oder  ze  pfenden,  oder  welcherlaig 
weg  wir  ußvarend,  wer  denn  die  Satzungen  brichet  und  übergaut,  die 
gesetzt  sind,  und  in  unser  statt  buch  verschriben  sind,  der  rieht  si 
zwifalt,  der  statt  und  dem  amman  drig  |i  ^;  er  mag  dennocht  die  ge- 
setzt alz  Mvenlich  und  alz  schädlich  übergangen  hän,  daz  die  r&t  dar- 
über sond  sitzen  und  ze  rät  werden,  wie  si  in  furo  darumb  bflssint 
und  sträfint ;  weihe  ouch  denn,  so  man  ußvert,  von  den  r&ten  ald  von  den 
zunftmaistern  dargeben  und  gesetzt  sind,  oder  weihe  denn  an  iro  statt 
dargeben  sind,  die  den  andern  gebieten  sond,  wer  denn  den  gebietem 
nit  gehorsam  ist,  daz  si  im  gebietent  und  daz  gebott  übergaut,  der 
rieht  der  statt  die  fräfli,  alz  ob  er  si  in  der  statt  getan  het,  mit  sovil, 
alz  im  denn  die  gebieter  hand  gebotten,  er  mag  ouch  dennocht  daz 
gebott  alz  Mvenlich  und  alz  schalklich  übergangen  hän,  daz  die  r&t 
darüber  sond  sitzen  und  ze  raut  werden,  wie  si  in  furo  darumb  bfissent 
und  sträfint.* 

§105. 
(Das  dehain  burger  in  kein  raiss  äne  urlob  varen  sol.) 

[18.]  Wir  hand  ouch  gesetzt,  daz  dehain  unser  burger  sol  varen 
in  dehain  raise  und  in  kain  urluge  und  nieman  ze  helf  komen,  wan 
unserm  herren,  dem  küng,  und  sinem  vogt  und  pfleger,  äne  unsers 
ammas^  und  des  burgermaisters  und  der  nU  und  ouch  der  zunftmaister 
urlob;  wer  daz  gebott  und  die  gesetzt  brichet,  der  rieht  der  statt  5  ff  ^ 
und  dem  amman  sin  gericht."* 

§106. 
(Wer  pfundwucher  licht.) 

Wir  hand  ouch  gesetzt:  wer  dehain  pfundwucher  liehet,  der  rieh* 
der  statt  5  ff  ^j  und  dem  ammann  sin  gericht,  alz  dik  ers  tut.® 

§107. 
(Wer  dem  andern  icht  zu  kofFen  git,  und  daz  wiederumb  von  im  kouft.) 
Wir  hand  ouch  gesetzt:  wer  dem  andern  git  ze  koufen,  es  sig  kom 
oder  win,  oder  welcherlaig  er  im  git  ze  koufen  und  denn  dazselb  wider- 


*  Der  ganze  Absatz  durchetrichen. 

•  Der  ganze  Absatz  durchstricben. 

*  Sic!  —  *  Der  ganze  Absatz  dnrchbtricben. 

•  Sic!  —  ®  Der  ganze  Absatz  durchstrichen. 


Überlingen.  81 

nmb  inkoufet,  der  rieht  der  statt  ö  tf  ^  uud  dem  amman  sin  gericht, 
alz  dik  er6  tüt.^ 

§108. 

(Wer  icht  zu  koffen  git  und  gelt  darzfi  lihet.) 
Wir  band  ouch  gesetzt:  wer  dem  andern  git  zfi  koufen,  es  sig 
kom  oder  win,    oder  welcherla-ig  er  im  git  ze  koufen  und  im  darzü 
Pfenning  liehet,  der  rieht  der  statt  5  tf  ^  und  dem  amman  sin  gerieht, 
alz  dik  ers  tfit.^ 

§  109. 

(Von  bomm  setzen.) 
Wir  band  oueh  gesetzt,  daz  nieman  dem  andern  kainen  bom  sol 
setzen  in  kainen  wingarten,  daz  sinem  nauchburen  sch&dlich  sie ;  dunkt 
aber  denselben,  daz  er  im  seh&dUeh  sie  ald  im  gefarlich  gesetzt  sie,  so 
sol  er  für  den  raut  gSn  imd  sol  es  denen  fürlegen,  und  sond  die  r&t 
von  dem  rilt  und  von  der  zunft  darsehiken  und  sond  oueh  daz  beiden 
künden,  daz  si  zugegen  sien;  und  erkennent  sich  denn  die  r&t  und  die 
zonftmaister,  die  dahin  gesent  sind,  daz  er  im  seh&d-  und  gefarlich  ge- 
setzt sie,  so  sond  si  es  wider  für  den  rat  bringen ;  und  wes  sich  denn 
nauch;  iro  beiden  red  die  r&t  erkennent,  des  sond  si  beiden thalb  ge- 
horsam sin.  Es  sol  oueh  jederman  in  sin  krutgarten  und  in  sin  bon- 
garten bAm  setzen,  daz  er  sich  versieht,  daz  im  nutz  sie.  Es  sol  ouch 
jederman,  der  wil,  usser  sinen  wisen  und  usser  sinen  &kkem  und  usser 
sinem  wingarten  bAmgarten  machen,  ob  im  dunkt,  daz  es  im  nutzlich 
sie,  an  alle  gev&rde;  wer  aber  des  nit  gehorsam  ist,  alz  da  vor  ge- 
sehriben  staut,  der  rieht  der  statt  1  tf  ^  und  dem  amman  sin  gericht.^ 

§  110. 

(Wer  den  kirehoflF  entwihet.) 

Wir  band  ouch  gesetzt:  wer  der  ist,  der  unsern  kirehoff  entwichet, 

der  zfi  sinen  tagen  komen  ist,  der  sol  schaflFen,  daz  er  wider  gewicht 

werd;   t&t  er  aber  des  nit,  so  sol  er  uss  der  statt  varen  in  aht  tagen, 

und  sol  niemer  in  die  statt  komen,  unz  er  der  statt  den  schaden  abtfit. ^ 

§  111. 

(Wa  ainem  sin  maiden  bresthaft  würde.) 

Wir  band  ouch  gesetzt:  welhem  unserm  burger  sin  maiden  gebrest 

haft  werdent  in  der  statt  dienst^  und  im  ainest  gebessret  werdent,  gänd 

die  furo  in  der  statt  dienst  ab,  die  sol  man  im  nit  furo  bessren,  man 

sol  im  aber  sinen  rosslon  geben.  ^ 

'  Der  ganze  Absatz  durchitrichen. 
Otenbeixilsche  Stadtrechte.  U.  2.  6 


82  Überlingen. 

§  112. 
(Umb  bargelt  oder  pfand  spilen.) 
[19.]  Wir  band  ouch  gesetzt:  wer  spilen  wil  mit  kainerlaig  spil, 
daz  den  pfenning  triflFet,  er  g[e]sig  burger  oder  gast,  daz  der  spilen  sei 
umb  par  pfenning  oder  uf  varende  pfant,  die  da  zegegen  sien.  Es  sei 
ouch  nieman  spilen  uf  kain  aigen,  uf  kain  gewerschaft,  uf  kain  über- 
gewet,  noch  uf  kainen  bürgen ;  wer  aber  daz  darüber  t&t,  der  rieht  der 
statt  1  ff  ^  und  dem  amman  sin  gericht,  und  sol  doch  die  verlust  noch 
der  gewin  kain  kraft  hän  nauch  dem  rehten,  und  welher  gast  daz 
überfert,  der  rieht  die  büss  zwifalt.^ 

§  113. 
(Wa  zwischen  geistlichen  und  unsern  burgern  widerw&rtigkeit  entstünde.) 

So  haben  wir  gesetzt:  war,  daz  dehain  gewicht  oder  gaistlich  man 
oder  frow  oder  dehain  sch&ler  mit  dehainem  unserm  burger  zerwürf  oder 
misseheUig  würd  mit  Worten  oder  mit  werchen,  daz  unzficht  antr&ff,  zu 
dem  sol  der  rät  schiken,  und  wil  der  unserm  gericht  und  unserm  raut 
gehorsam  sin  in  derselben  sach,  so  sol  man  die  sach  ze  frid  bringen  in 
aller  der  wise  alz  gen  den  andern  unsern  burgern;  w&lt  aber  der  gewicht 
man,  frow  oder  schüler,  der  sach  nit  gehorsam  sin  dem  raut  und  dem 
gericht,  waz  im  denn  von  sinem  widersachen  oder  von  sinen  helfem 
darumb  widerfert,  es  sig  im  gericht  oder  usswendig  dem  gericht,  da  sol 
kain  rat  nächgän  an  umb  den  todschlag  in  dem  gericht,  den  sol  man 
rechtvertigen. 

§  114. 
(Weiher  an    den  rät  gesetzt  wirdet,  der  sol  5  jär  burger  gewesen  sin.) 

Wir  band  ouch  gesetzt,  daz  man  nieman  an  dehainen  rät  setzen 
noch  erwellen  sol,  weder  an  grossen  noch  an  deinen  rät,  er  sie  denn 
vor  zu  dem  minsten  fünf  jaur  unser  iugesessner  burger  gewesen. 

§  115. 
(Weihe  roub  koufend.) 
Wir  band  ouch  gesetzt;  welche  röb  koufent,  oder  in  pfandes  namen 
ünt  daruf  lihent  und  in  behaltent,   die  richtent  der  statt  3   ff  ^   und 
dem  amman  sin  gericht. 

§  116. 

(In  welchem  büß  ein  für  ufgät.) 

Wir  band  ouch  gesetzt:  in  welchem   hus  ain   für  ufgaut,  wer  in 

dem  huse  wirt  ist,  ob  der  daz  für  verbergen  wil,  und  die  tür  nit  uftüt, 

und  ouch  nit  schriget,  und  ob  daz  sin  nauchburen  sehent,  daz  er  in 

dehain  wise  daz  für  offnoti,  so  mag  ain  sin  nauchbur  darüber  sweren, 

'  Der  ganze  Absatz  durchstrichen. 


Überlingen.  83 

und  rieht  ain  s&licher,  der  daz  für  verbirget,  der  statt  20  tf  ^  und 
dem  amman  sin  gericht.  Wir  gebieten  ouch,  weihe  zft  dem  für  nit 
ISfent  und  daz  für  nit  helfent  l&schen,  die  richtent  der  statt  1  8  ^.^ 

§  117. 
(Das  unser  burger  niemand  von  ir  herren  wegen  nicht  verheften.) 
Wir  band  ouch  gesetzt,  daz  dehain  unser  burger  dehain  clag  habe, 
oder  ieman  verbiet  ald  heft  umb  dehain  gült  von  den,  die  fail  gflt  fftrent 
in  unser  statt,  oder  win  koufen  und  den  verfAren  wend,  und  die  clag 
tugen  von  ir  herren  wegen;  es  w&r  denn,  daz  si  im  von  aiguer  gült 
oder  von  burgscbafl  gebunden  wären. 

§  118. 
(Wie  man  die  zinsgült  nämlich  1  ß  umb  15  |l  ^  l&sen  mag.) 
[20.]  Wir  band  ouch  gesetzt  ewenclich,  daz  allermenglich,  es  sien 
burger  oder  gest,  die  koufte  zinsgelt  band,  von  hüsem  oder  von  hoff- 
stetten,  es  si  in  der  statt,  oder  vor  der  statt,  die  an  den  stetten  ligend, 
die  mit  uns  stürend,  die  zinsherren  sond  den  zins  wiedergeben  ze  l&sen 
iren  zinsgülten,  1  ^  umb  15  ^,  1  (l  umb  15  ß  ^,  alz  es  sich  gebArt 
nauch  der  vili,  also  daz  die  zinsloser  daz  den  zinsherren  ze  sant  Jaucobs^ 
dult  geben  sond.  Ist  aber  daz  die  zinsherren  daz  versprechen t  uud 
es  nit  nemen  wend,  darnach  sint  die  zinsl&ser  iemerme  ledig  von  dem 
zins,  doch  sind  si  des  hobtgfltz  den  zinsherren  gebunden.  Ist  aber  daz 
die  zinsloser  daz  hobtgut  bringent  nach  sant  Jaucobs  tag,  so  sond  si 
den  zins  desselben  jaures  mit  dem  hobtgüt  den  zinsherren  bringen. 

§  119. 
(Weiher  sin  aigen  zu  leben  machet.) 
Wir  band  ouch  gesetzt:  weia  unser  burger  dehain  sin  aigen  in 
unserm  etter  oder  davor  gelegen  zu  leben  machet,  an  aines  ratz  urlob 
und  gunst,  der  ist  der  statt  verfallen  100  ff  ^,  und  sol  jaur  und  tag 
vor  der  statt  sin  usserthalb  unserm  etter.  Sich  möcht  ouch  ainer  alz 
fr&venlich  darin  halten,  daz  ain  raut  darüber  sitzen  und  in  furo  dar- 
umb  strafen  m&ht. 

§  120. 

(Wa  einem  burger  sin  eigen  oder  leben  angesprochen  wirdet.) 

Wir  band  ouch  gesetzt:  war  daz  dehainem  unserm  burger  dehain 

sin  aigen  oder  leben  angesprochen  oder  angefallen  würd,  und  derselb 

unser  burger  dazselb  sin  aigen  oder  leben  jaur  und  tag  unansprächig 

^  Von  späterer  Hand  beigefügt:  «es  m&chts  och  ainer  so  fre venlich  überfaren, 
ain  rat  bebalt  im  sin  straff  bevort. 
«  25.  Jnü. 

«♦ 


84  Überlingen. 

innegehebt  het,  den  oder  den  fröwen  oder  mannen  suUen  wir  dazselb 
sin  aigen  oder  leben  helfen  vertretten  und  verstAn  mit  dem  rehten,  uf 
der  statt  gemainen  schaden  und  nit  uf  sin.^ 

§121. 

(Wa  ein  Dienst  sondersiech  wirde.) 

Item  wir  band  ouch  gesetzt:   wer  der  ist,  der  gesunt  in  unser 

statt  komet,  und  jaur  und   tag^  ain  unserm  burger   dienstbar  ist,  ob 

da  ain  semlicher  siech  und  ußsetzit  wirdet,  daz  der  unser  pfr&nd  uf  dem 

berg  haben  und  niessen  sol  in  aller  maß  alz  ain  ander  burger,  unge- 

varlich.^ 

§122. 

(Das  niemand  handwerk  trieb  an  urlob  eins  rauts.) 
Ouch  habint  wir  gesetzt,  daz  von  hinnanhin  nieman,  wer  der  ist, 
dehain  antwerk  in  unserm  etter  triben  sol   An  ains  rautz  urlob;   wer 
aber  das  überfAr,  den  mag  ain   rat   darumb   straufen,  nauchdem   und 
das  gefarlich  oder  imgefarlich  beschehen  ist. 

§123. 
(Die  Ordnung  mit  der  lüfrung  in  der  raiß.) 
1420.  Item  wir  habint  ouch  geordnot  und  mit  diser  schrift  entschaiden : 

wenn  das  ist,  das  wir  ußfarent  raisen  und  von  der  statt  spis  gebent, 
das  denn  die  reblüt  des  ersten  kost  und  win  nemen  suUent,  darnach 
die  beken,  darnauch  die  schüchmacher,  darnach  die  küflFer,  darnach  die 
schnider,  darnach  die  metzger,  darnach  die  gärwer',  und  denn  ain 
burgermaister  zuletst. 

Actum  anno  [MCCCC]XXVP. 

§124. 
(Daz  dehain  gotshuß  noch  spitäl  dehainen  pfrÄndner,  der  nit  burger 
ist,  in  dehain  ir  hus  setzen.) 
1428  [21.]  Item    es  band   burgennaister ,   zunftmaister ,   rat,  groß   und 

Febraar  10.  ßl^jjj^  vcst^ncHch  gesetzt  nu  fürbaß  ine  ewenchch  ze  halten,  das  dehain 
gotzhus  noch  spitäl  dehainen  pfrindner,  der  nit  burger  hie  sie,  in  dehain 
ir  hus  in  unserm  etter  gelegen  nit  setzen,  noch  denselben  imsem  burger, 
weder  wib  noch  man,  in  semlichen  h-en  hfisem  nach  tod  nit  erben 
suUen,  wenig  noch  vil,  in  kain  weg;  wer  aber  sach,  das  sich  ieman 
wider  semlich  Satzung  verschrib  ald  verhieß,  das  sol  doch  kain  kraft 
noch  macht  nit  enhän. 

actum  Solastice  anno  [MCCCC]XXVnp. 

*  Der  ganze  Abschnitt  durchstrichen.  —  *  Korrigiert  aus:  «jaur». 

*  Dursohstrichen;  dafür  von  anderer  Hand:  «vischer». 


Überlingen.  85 

§125. 
(Das  dehainer  sinen  nachpuren  mit  der  privat  übersetzen  sol.) 
Wir  haben  och  gesetzt:  wer  nu  fürbaßme  in  unserm  etter  buwen 
wil,  der  sol  sin  nachgepuren  mit  dehainer  privat  übersetzen;  denn  wil 
ainer  ain  privat  machen,  die  sol  er  7  schfich  von  sinem  nachburen  setzen 
ungefarlich;  und  von  der  alten  privaten  wegen,  het  oder  gewfln  da 
ieman  clag  oder  gepresten,  so  sol  man  von  aim  rät  darzfischiben  und 
das  besehen,  und  was  sich  diebekennent,  so  darz&  geschiben  werdent,  dabi 

sol  es  beliben. 

§126. 
(Wer  iestament  und  gemicht  machen  wil.) 

Wir  haben  och  gesetzt:  wer  nu  fürbaßme  .  .  .  ain  .  .  .^  gem&ht 
in  dem  todbett  ald  davor  tun  wil,  es  sie  durch  Gott  ald  ere,  das  er 
darzA  ziehen  und  nemen  sol  zween  des  r&tes,  ald  ob  man  die  nit  ge- 
haben m&ht,  sust  zwen  erber  burger;  wän  was  gemachtes  darüber 
beschehen  und  nit  also  vollefllrt  werden,  die  sollen  weder  kraft  noch 
mäht  haben,  es  weren  denn  versigelt  brief  da,  die  s611en  allweg  bi  iren 
kreften  beliben. 

§  127. 
(Die  Ordnung,  wer  dem  andern  an  sinen  hAlzem  schaden  tat.) 

Item  es  band  min  herren,  burgermaister,  gross  und  ciain  rat  an- 
gesehen semlich  manigvaltig  clag,  so  unzher  oft  und  dik  von  armen  und 
riehen  beschehen  ist,  daz  die  lüt  gar  swarlich  beschaddiget  werdint  tags 
und  nahtz  an  iren  hfilzem,  an  iren  reben,  an  graß,  an  ops  und  andern 
dingen,  dadurch  ze  besorgen  w&r,  das  vil  grösser  unrät  und*  den  lüten 
uferstän  m&ht,  ob  das  nit  fürkomen  würd;  daz  ze  wenden  und  ze  un- 
derstan,  so  band  si  geordnot  und  gesetzt,  und  setzen  ietz  wissentUch 
und  fürbasser  me  ewenclich  ze  halten:  wer  der  ist,  der  den  andern 
schaddigot  an  sinem  holz,  der  sol  von  ie  aiuem  karren  fol  brennholzes 
verfallen  sin  5  (l  ^,  doch  ussgenomen  aichin  holz,  und  sol  dem,  so  in 
ergriffen  hat,  damit  verbüssen.  Item  imd  von  ainem  stumpen  aichis 
brennholzes  1  |J  ^,  alz  menger  der  ist.  Item  von  aichim  zimberholz, 
daz  ainer  uf  ainen  karren  stossen  mag,  von  ainem  stumpen  10  ^  ^, 
und  daz  man  wagnen  mAss,  1  tt  ^.  Item  und  von  nahtschaden  ald 
gehowen  holtz  die  vorgenanten  bfissen  zwifalt,  und  sol  die  bässe  der 
statt  halb  werden  und  jenem  halb,  dem  der  schad  geschehen  ist. 
Item,  und  von  des  andern  schaden  wegen  mainen  si  bi  den  alten 
Satzungen  ze  beliben,  also  waz  die  Satzung  inhalt  gegen  der  statt  bfisse, 
daz  denjenen,  so  der  schad  beschehen  ist,  halb  sovil  werden  sol,   uss- 


^  Vor  and  nach  cain»  je  ein  Wort  wegradiert. 
'  Hier  fehlt  ein  Wort;  etwa:  widerwertigkeit. 


86  Überlingen. 

genommen  berend  bom;  wer  die  dem  andern  ussgrfib,  abhuw  ald  sust 
gebresthaft  mahti,  der  rieht  der  statt  10  ff  ^  und  jemem',  so  der  schad 
geschehen  were,  5  ff  ^;  t&t  es  aber  ain  vich,  so  rieht  der,  des  das  vich 
ist,  der  statt  1  ff  ^  und  dem,  so  der  schad  geschehen  were,  10  ß  >^,  und 
sol  allermenglich  einen  aigen  schaden  rügen  bi  dem  aid,  und  sol  oucb 
demselben  darumbe  ze  geloben  sin;  ouch  so  mAgent  kneht,  mägt  und 
kind,  die  zft  iren  tagen  komen  sint,  iren  herren  und  frowen  schaden 
r&gen,  und  sol  man  denselben  ouch  darumb  geloben,  alles  an  alle 
gev&rd.* 

§  128. 

(Wen  die  banwarten  angebend.) 
Sich  band  ouch  min  herren  burgermaister  imd  r&tte  ainhellenc- 
lieh  erkennet,  wen^  die  banwarten*  angebend,*  es  sien  lüt  oder  vich, 
daz  [die  halb  bfiss  nämlich]^  ain  ieglich  hopt  4^  |l  ^  geben  [sullen; 
wäre  aber,  daz  ainer  ieman  den  an  dem  sinen  selb  vindet,  es  sien  lüt 
oder  vich,  der  kumpt  ain  jeglich  hopt  umb  8  (l  ^;  derselben  sftUen 
4  ß  ^  der  statt  werden  und  die  andern  4  ß  ^  dem,  so  si  angeben 
het,  ungevarUch]®. 

§  129. 

[Von  den  Verschwendern.] 
Item  der  burger  halben,  so  das  ir  unnützlich  verthund,  ist  von 
[22.]  minen  herrn  erraten:  Item  anvenglich;  das  fürohin  kain  derselben 
unser  burger,  so  verhirat  ist,  siner  husfrowen  züpracht  hiratgüt,  ererpte 
und  angefallne  gfitter,  wie  die  an  ain  frowen  komen  w&reu  oder  würden, 
von  ligendem  noch  varendem,  gegen  jemand,  der  si  in  stetten,  markten, 
oder  uf  dem  land  gesessen,  hochs  oder  niders  Stands,  gaistlichen  ald 
weitlichen,  in  ainich  weg  weder  zfi  versetzen,  zu  verkoufen,  zft  ver- 
tuschen, zfi  verschenken,  noch  sunst  in  ander  weg  änzüwerden  macht 
noch  gewalt  haben  solle,  one  ains  rats  gunst  und  verwilligen;  und  ob 
aber  das  über  söllich  verbott,  Statut  und  ansehen  von  jemand  besch&che, 
oder  sich  ainer  one  das  sunst  in  ander  weg  in  sftllich  merklich  schulden 
schliege,  das  er  mit  sinen  gfittern  nit  bezalen  möchte,  so  sol  doch  kain 
glÄbiger  noch  jemand  desselben  der  frowen  zügeprachten  hiratgüts  uß- 
stürung,  morgeugab  und  ererpten  und  angefallnen  gütter,  wie  obstat, 
weder  ligends  noch  varends,  in  dhainen  weg  v&chig  sin. 


*  Sic!  —  *  Der  ganze  Absatz  durchstr.  —  *  Das  <n»  in  «r»  corrig.  v.  späterer 
Hand  u.  am  Rande  beigef.  «an  schaden».  —  *  Beide  Worte  durchstr.;  dafür  am  Band 
von  der  gen.  Hand:  «ergriffen  wirt  und  er».  —  *  Das  «d»  durchstr.;  über  der  Zeile 
«widetf.  —  •  Von  [bis]  durchstr.  —  '  Von  gen.  Hand  corrig.  in  «8»;  über  der  Zeile 
«der  statt».  —  ^  Von  [bis]  durchstr.;  von  der  spät.  Hand  hinzugef.:  «und  sol  dem  be- 
scbedigten  sin  schaden  abthun  nach  ains  rats  erkantnus.    So  dann  glich  ainer  nit  er- 


Überlingen.  87 

Zum  andern :  und  ob  sich  glich  ain  frow  mit  irm  man  obgerflrter 
gestalt  verschribe,  oder  im  darin  bewilligte,  so  sfillen  doch  dieselben 
verschribungen  und  bewilligungen  gar  kain  kraft  haben,  si  bescheen 
denn  mit  gunst,  wissen  und  willen  der  oberkait  und  der  v&gt,  so  jeder 
firowen  dennmals  in  söllichen  v&llen  von  aim  rat  zugegeben  (vom  ain  rat 
zflg^eben)^  und  verordnet  werden  sollen. 

Zum  dritten :  ob  dann  ain  burger,  der  ledig  oder  ain  wittwer  w&r, 
und  dhain  firowen  noch  kinder  het,  das  sin  offenbar  unnützlich  verth&n 
wAllie,  derselb  soll  alsdann  über  sine  gegenwürtigen  und  zbkünfbigen 
ererpten  und  ander  angefallen  gAtter  gar  dhain  Verwaltung  mer  haben, 
sonder  von  ainer  oberkait  bevogtet  werden.  Dieselben  vAgt  sollen  sich 
nachmals  aller  siner  gfltter,  ligender  und  varender,  underziechen,  die  zu 
im  banden  nemen  und  ine  davon  sinem  stat  gemeß  nach  rat  der  ober- 
kait zimUch  underhalten;  und  ob  sich  derselb  binderrucks  der  vftgt,  so 
im  von  aim  rat  zugegeben  weren,  für  sich  selbs  gegen  jemand  umb 
schulden  oder  anders  verschriben,  oder  von  sinen  ligenden  oder  varenden 
gütiem  ichtzit  versetzen,  verkoflFen  oder  in  ander  weg  änwerden  würde, 
dieselben  verschribungen,  verkouf  oder  versatzungen  sfillen  alsdann 
ouch  kain  kraft  haben,  noch  der  jemantz  v&chig  sin,  in  dhainen  weg. 

Zum*  vierten:  ob  dann  ain  burger,  dem  sollich  Statuten  und  1519 
Ordnungen  also  zehalten  nit  anmfitig  sein,  dadurch  sin  burgrecht  ussgen  ^^°*  ^^ 
wölte,  oder  würde,  er  wer  ledig,  verhirat,  oder  ain  wittwer,  und  het 
kinder  oder  nit,  von  demselben  sol  es  in  sollichem  val  nit  ussgenomen 
werden;  und  aber  so  sollen  sich  die  obbemelten  Satzungen  verrer  und 
weiter  nit  strecken,  dann  uf  die  burger,  so  sich  ains  leichtvertigen 
Wesens  halten,  bösen  gesellschaften  anhangen,  und  das  ir,  wie  oblut, 
mit  üppigen  schneden  fröwen,  spUen,  zutrinken,  oder  in  ander  weg  un- 
nützUch  onwerden  und  verthünd,  in  krieg  löfen,  teglichs  in  wirtz- 
heusern  und  trinkstuben  ligen  und  in  ander  weg  handien,  das  der  erber- 
kait  nit  züstat.  Baten  und  beslossen  mit  gros  und  claineu  reten  in 
Pfingsten  anno  [MD]  XVmi. 

§  130. 
(Wenn    die   gelegen   güttem    zu  vällen   körnend,  die   zu  halten   nach 

gemaind  recht.) 
Anno   domini   MCCCC™°  XXXI"'^  band    sich  grösser  und  klain     U3i. 
rftt  ainhellenclich  geaint  und  mit  dieser  Satzung  von  des  verfallnen  gätz 


griffen  würde,  und  es  dannoht  kuntbar  und   offenbar  wer,  das  er   zu  schaden  gang, 
•oll  68  aber  also  gehalten  werden,  wie  oblut t. 

1  Die  eingeklammerten  Worte  durchstrichen. 

'  Dieser  4.  Absatz  ist  später  hinzugefügt. 


88  Überlin^i^n. 

wegen  entschaiden  ewenclich  zft  halten:  wer  die  sint,  die  verfallen  gftt 
innhand,  wenn  denn  der  vall  ganz  besehieht,  es  sig  Mg  oder  spit  in  dem 
jaur,  so  sol  man  daz  halten  nach  gemaind  reht,  als  ob  ainer  semlich 
gflt  zu  gemainden  von  aim  andern  gebuwen  het,  ungevarlich.^ 

§  131. 
(Wer  dem  andern  das  versetzt  pfand  verendert.) 

Item  wer  dem  andern  ain  pfant  versetzet  und  dasselb  pfant  ver- 
ändert an  des  willen,  dem  das  pfant  versetzt  ist,  der  riht  der  statt 
5  tf  ^.^ 

§  132. 
(Von  den  verfallen  güttem  und  öch  der  nutzung  davon,  wie  daz  gehalten 

sol  werden.) 

Wir  haben  och  gesetzt  von  des  verfallnen  gutes  wegen,  so  denne 
den  kindeu  hie  verfallet^  das  man  das  halten  sol  von  der  aigen  w^en 
als  unz  her,  und  wSn  von  der  nutzung  wegen  semlicher  gut  vil  intrags 
komen  und  erwachsen  ist,  das  ze  verkomen  wer,  denne  der  ist,  der 
semlich  verfallen  gut  mit  sin  selbs  gelt  buwet,  als  acker  und  wingarten, 
gät  der  nSch  sant  Johans  tag,  des  TAffers',  ab,  so  sullent  ander  sin  erben 
zft  der  nutzung  griffen,  nach  gemaind  reht  hie  ze  Überlingen;  gaut  er 
aber  vor  sant  Johans  tag  ab,  so  band  die,  den  das  aigen  verfallen  ist, 
den  andern  erben  umb  die  nutzung  nit  zu  antwurten.^ 
1608  [23.]  Nachdem  in  den  fällen  der  gelegen  gütter  mit  der  nutzimg 

oft  irrung  entstanden  ist,  so  haben  klaiu  und  groß  rate  uf  obgemelt 
artikel  der  nutzungen  halb  dise  lüterung  gemacht  und  hinfüro 
ewiglich  zu  halten  gesetzt,  nämlich  also:  wölcher  der  ist,  der  sollich 
verfangen  gütter,  als  acker  oder  wingarten,  mit  sein  selbs  gelt  buwet, 
gat  der  ab  nach  sant  Johanns  des  Töffers  tag,  so  sollen  ander  sein 
erben  zft  der  nutzung  griffen  nach  gemaind  recht  hie  zft  Überlingen, 
doch  die  gfttter  biß  zu  herbst  uf  der  statt  schow  in  eren  halten;  welche 
gütter  aber  zu  gemainden  verlihen  weren,  und  das  abgegangen  dem 
gemainder  gelt  geliehen,  oder  nicht  ald  stecken  in  dieselben  dasselb 
jar  gethon  betten,  so  soll  dem  beliben  stieffatter  oder  Stiefmütter  von 
dem  gemainder  das  gelihen  gelt,  auch  mist  und  stecken,  bezalt  werden, 
und  aber  der  halbtail  der  nutzung  den  kinden  mit  dem  gut  auch  ver- 
fallen sein. 

Item  wfilcher  aber  vor  sanct  Johans  des  Töffers  tag  abgienge, 
so  mag  und  sol  das  überbeliben,  es  sige  stieffatter  oder  Stiefmütter  die 
gütter  dasselb  jar  buwen  und  die  nutzung  nach  gemaind  recht  nemen, 

^  Dieser  Absatz  durchstrichen. 

«  24.  Juni. 

'  Dieser  Absatz  durchstrichen. 


Überlingen.  89 

und  sol  aber  dieselben  gütter  mit  mist  und  stecken  mit  sein  selbs  gelt 
auf  der  statt  geschwomer  schow  in  eren  haben  und  halten. 

Item  zfi  welcher  zeit  aber  der  fal  in  der  pfandschafb  hewsem  oder 
wisen  beschicht,  so  soll  die  nutzung  derselben,  so  dannocht  nit  ergangen 
oder  verfallen  ist,  damit  auch  haimgefallensein. 

Actum  uf  montag  sanct  Jacobs  aubend  anno  domini  XV."*  und 
im  achtenden  jare. 

§133. 
(Wer  ein  geistlich  pfrAnd  stiften  wil.) 

[24.]  Anno  domini  MCCCCXXXII™<X')  so  ist  in  grossem  rät  mit  i*w. 
dem  maisten  beschlossen  und  zfi  ewiger  Satzung  mit  diser  geschrift  ent- 
schaiden:  wer  nu  fdrbaßme  ain  meß  stiften  wil,  das  der  aim  priester 
nit  under  fünfzig  guldin  machen  und  die  gflt  usserthalb  ainer  halb  mil 
an  die  meß  köfen  sol,  und  nit  naher;  wer  daz  überfert,  der  rieht  der 
statt  unlSssenlich  zu  nemen  50  tf  pfenning. 

§  134. 
(Einen  aimer  wins  umb  5  tf  ^  abzölAsen.) 
Item  uf  denselben  tag  so  ist  gesetzt:  wer  winzins  in  imserm  etter     i^ss. 
hat,  das   der  nu  fürbaßme  ain   aimer  abzül&sen  geben  sol  umb  fünf 
pfond  pfenning;  doch  in   dem  etter  und  nit  davor,  und  sol  man  den 
zins  an  den  win  abl&sen  vor  saut  Jacobs  tag,  und  nach   sant  Jacobs 
tag  mit  dem  zins  und  als  daz  umb  den  pfenning  zins  gewonlich  ist.^ 

§135. 
(Das  niemand  den  andern  umb  schulden  an  schaden  legen  sol.) 
Item  uf  samstag  vor  dem  Sonnentag,  als  man  in  dem  ampt  der  ^^l^^^ 
haiigen  meß  singet  letare  Jherusalem,  in  der  vasten  anno  domini 
[MCCCCJXL  tercio,*  so  ist  durch  groß  und  ciain  r&tte  ainhellenklichen 
beschloßen  und  zu  ewiger  Satzung  mit  diser  geschrift  gesetzt  und 
entschaiden  worden,  das  nun  fürbaßmer  dhain  burger  noch  burgerin 
sinem  mitburger  ald  burgerin  umb  kain  sach  schuld  noch  zäspruch, 
an  Juden  ald  schaden  legen,  sonder  in  nach  der  statt  recht  hie  zu 
Überlingen  umb  sin  schuld  und  zusprach  rechtvertigen  s&Ue;  und  wer 
das  überfert,  der  richtet  der  statt  fünf  pfund  pfenning  unlißlichen. 

§  136. 
(Wenn  einr  dem  andern  schaden  t&t  und  doch  nit  ergriffen  würde.) 

Item   uf  fritag  nach  dem  «onnentag,  als  man  in  dem   ampt  der     iws 
haiigen  meß  singet  letare,  anno  etc.  XL  quarto,  so  ist  durch  groß  und 

1  Der  ganze  Absatz  durchstrichen.    —  *  30.  März  1443. 


M&rz  ] 


00  Überlingen. 

clain  r&tte  aiDhelleiiklichen  beschießen  und  mit  diser  gesehrift  zA  ewi- 
ger Satzung  gesetzt  worden:  wä  ainer  dem  andern  schaden  getan  het, 
oder  noch  t&tte,  und  daran  nicht  ergriffen  noch  gerAgt  und  doch  kunt- 
bar  würde,  so  sol  derselb,  der  schaden  getön  hette,  dem  andern  ge- 
recht werden.* 

§137. 

[Von  den  gewerben.] 

1445  Uf  samstag  vor  dem  Sonnentag  Judica  anno  etc.  XL  quinto  ist 

von  der  gewerb  wegen  so  dann  vormals  getriben   und  in   die  zunft, 

inm&ßen  hernach  volget,  beschiben  gewesen  sind»  in  großem  raut  be- 

schloßen  worden  als  hemäch  staut: 

Des  ersten,  das  all  gewerb,  hienach  begriffen,  allain  in  libdings 
wise  sond  verkouft  werden  und  nit  furo,  also  das  ieglicher  in  der  zunft 
beliben  und  darin  dienen  sol,  darin  er  vor  gewesen  ist,  und  sol  ain 
ieglicher  gewerb  nit  türer  noch  niher  geben  werden,  denn  umb  ain  tf  und 
5  (J  ^,  damit  dann  ain  ieglicher  der  zunft,  darin  sfillicher  gewerb  ist, 
gnög  geton  und  fiiro  damit  nichtz  zu  tun  haut  noch  verbunden  sin  sol, 
ungevarlich. 

Item  in  der  beckenzunft  sond  sin  zwen  gewerb,  nämlich  kemer 
und  semmelwer,  und  dieselben  zwen  gewerb  sol  och  die  zunft  zu  ver- 
koufen  haben  umb  die  obgeschriben  sum  geltz. 

Item  in  der  schftchmacherzunfl  sond  och  sin  zwen  gewerb, 
nämlich  krftmer  und  merzler. 

Item  in  der  küfferzunft  sol  sin  ain  gewerb,  nämlich  isen,  stahel 
und  kupfer  ze  verkoufen,  und  sollend  aber  die  scbmid  denselben  gewerb 
nit  triben,  sonder  an  ir  hantwerck  benAgen  lausen. 

Item  in  der  schniderzunft  sol  ouch  sin  ain  gewerb,  nämlich 
gewandschnider,  barchat,  zwilich  und  hotzen,  und  wie  ouch  daz  die  zunft 
vormals  gehalten  haut,  also  sollen  si  ouch  das  nu  hinfür  under  in  selbs 
och  halten. 

Item  und  in  dem  allem  sind  ußgeuomen  allsamen  kftff  und  offen 
markttag;  [die]  s&Uend  gehalten  werden  in  mkß  als  vor. 

§  138. 
(Die  Ordnung  der  fründ,   so  nit  zftsamen  in  den  raut   gesetzt  werden 

sollen.) 
1446^  [25.]  Item,  uf  den  haiigen  pfingstmäntag,  anno  domini  M^^CCCC^XL 

sexto  haut  ain  burgermaister,  zunftmaister  und  ir  mitgesellen  mitsampt 
großen   ritten   [sind    bedauchtlichen  zu  raut  worden]*  darin  der   statt, 


Juni  6. 


^  Der  ganze  Absatz  durch&tricheu. 
•  Von  [bie]  durchstrichen. 


Oberlingen.  91 

nutze  und  ander  billichbait  angesehen  und  zu  ewiger  Satzung  mit  diser 
gesebrift  gesetzt  und  bescblossen,  daz  hienacb  zft  ewigen  zitten  under 
ainem  burgermaister  und  den  zunftmaistern,  so  järlicben  hie  zä  Überlingen 
gesetzt  werdent,  weder  vatter,  sun,  gebruder,  vetter,  noch  geswistergit- 
kinde  züsamen  gesetzt  werden  sftllen,  und  s&Uend  die  zunft  ir  wal  dar- 
nach ansehen  und  fdrnemen,  daz  sfiliicbs  nit  geschehe.^ 

§  139. 
(Wer  sin  gut  zwifalt  versetzt.) 
Item  uf  zinstag  vor  sant  Agnesen  tag  anno  domini  etc.  XLVII1I°°     lus 
80  ist   durch   groß   und   klain  riLte   ainhelliklich   beschlossen    and  mit 
diser  geschrifte  zfi  ewiger  Satzung  gesetzt  worden:  wer  ain  ligend  gAte 
iwivalt  versetzet  und  in  der  nachgenden  versatzung  die  ersten  versatzung 
nit  öffnet,  daz  der  an   gnäd  20  8  .^  zö  unl&ßlicher  büß  vervallen   sin 
sol,  und  ob  er  die  zu  bezalen  nicht  vermAcht,  so  sol  man  im  ain  band 
abschlahen;  und  wer  sini  versetzte  gAter,  die  stünderit  umb  zins  ald 
sonst  umb  schlecht  schulden,  verkoufbe  &n  der  willen  und  wissen,  den 
sie  versetzt  w&rent,  und  sftlich  gelt  zu  sinen  banden  neme,  und  daz  nit 
an  die  ende,  dahin  sie  versetzt  w&rent,  werden  und  volgen  liesse,  den 
8oI  man  an  all  gnäde  zö  toud  ertrenken.^ 

§  140. 
(Das  dehain  pflegere  derselben  pflegnuß  gütere  im  selbs  verkoufen  sol.) 
Item  von  gemainer  statt  nutz  wegen  ist  durch  gross  und  klain 
rät  bed&chtenclich  zu  ftwiger  Satzung  erraten  und  gesetzt,  das  dehain 
pfleger,  es  sigen  spittälpfleger,  oder  ander  pfleger,  weder  Jigends  noch 
/  varends  gut  an  dem  end,  da  er  pfleger  ist,  selbs  oder  durch  ander  lüt 
koffen  sol,  es  werde  im  dann  durch  ainen  gesessnen  rät  erlobt. 

§  141. 
(Welcher  ein  erb  von  diser  statt  ziehen  wil.) 
Item  von  gemainer  statt  nutz  wegen  ist  durch  gross  und  klain 
rat  zu  öwiger  Satzung  engten  und  setzend:  wÄlher  gast  ain  erbe  von 
diser  statt  ziehen  wil,  (ez)*  ligends  oder  varends,  der  sol  den  zehenden 
Pfenning  davon  zu  abzog  geben,  und  ob  er  sftlich  erbe  wfilte  ligen 
lassen  und  in  gastes  wise  verstüren  wfilt,  dennocht  sol  er  den  abzüg, 
den  zehenden  pfenning,  davon  geben  nachdem  und  daz  erb  geschätzt 
wirt. 

§  142. 
[Rebbauordnung.] 
[26.]  1.  Item  umb  die  Ifin  der  werklüten,  die  über  jaurin  den  garten 
wirken t,  haben  wir  geordnot  und  gesetzt:  des  ersten,  daz  man  in  der  zit 


>  Der  ganze  Absatz  durchstrichen.  —  ^  Durchstrichen. 


92  Oberlingeo. 

alz  man  uß  den  torgeln  gaut  unz  an  die  lichtmisse  einem  grabenraiter, 
ainem  spitzer,  ainem  schnider,  6  ^  zA  Ion  geben  sol,  und  ainem 
löser  4  ^. 

Item  und  ainem  rebenleser  5  ^. 

Item  ainem  tunger  und  ainem  erdtrager  7  ^. 

Item  von  schufelwerk  in  derselben  zit  7  ^. 

Item  n&eh  der  lichtmisse  von  spitzen  8  ^. 

Item  von  schniden  8  ^. 

Item  von  rebeniesen  6  ^. 

Item  ainem  tunger  und  erdtrager  9  ^. 

Item  von  schuffelwerk  von  der  lichtmisse  unz  zu  sant  Gerirot  1 
tag,  daz  ist  zA  mittem  merzen,^  10  ^,  und  nauch  sant  Gertrut  tag  udk  ] 
ze  herbst  1  ß  ^. 

Item  von  pfaulen,  von  stossen  14  ff 

Item  von  graben  und  in  den  schlag  zfi  stossen  1  |^  ^. 

Item  von  binden,  heften  und  erbrechen  6  ^;  aber  ainem  ge- 
wächsern  kneht  mag  man  von  heften  geben  8  ^  und  ainen  jetter  6  ^. 

Item  ainem  behower  6  ^. 

Item  ainem  wimner  4  ^. 

Item  ainem  puttentrager  10  ^. 

Item  ainem,  der  mit  dem  karren  gaut,  8  ^. 

Item  ainem  torgelmaister  tag  und  naht  8  ^. 

2.  Und  bi  den  vorgeschribnen  lAn  mag  man  kainem  werkman  nit 
geben  weder  essen  noch  trinken,  an  gevirde,  es  w&r  denn,  ob  ain  werk- 
man oder  me  ze  imbis  in  den  garten  beliben  und  nit  hain  gän  wÄlten, 
den  sol  man  ze  essen  geben  mAß  und  &rbs  oder  ander  warm  kost, 
doch  an  aiger,  an  visch  und  an  flaisch,  und  sond  die  werkman  ir  selbs 
bröt  haben.  Welt  jeman  sinen  winzürnen  ze  imbis  drinken  in  den 
garten  senden,  daz  mag  er  wol  tiin;  doch  daz  er  im  nit  me  send,  denn 
bi  ainer  maß  wins,  wie  vil  er  ouch  werklüt  het;  und  bröt  mag  man 
ainem  winzürnen  ouch  geben. 

3.  Item  den  vorgeschribnen  Ion  von  dem  schuflFelwerk  sol  ouch 
nieman  nemen,  denn  der  18  jaur  alt  ist  und  in  verdienen  mag  an 
gevSxde. 

4.  Und  umb  daz  ussgän  an  daz  werk  und  wider  ingän  von  dem 
werk,  daz  ist  daz  menglich  sich  sol  darnach  gericht  hau,  daz  er  an  sm 
werk  gang,  wenne  man  zu  dem  münster  zu  frAger  mess  zesamen  lüt, 
und  daz  werk  denne  nit  verziehen,  an  gev&rde. 

5.  Item,  so  sol  ouch  ze  naht  nieman  von  sinem  werk  laussen, 
unz  daz  man  daselbs  zu  den  BarfAssen  conplet  lüt,  oder  am  ainem  vier- 

1  2.  Februar  bis  17.  März. 


&. 


Überlingen  93 

anbend  zunft(?)^  zä  dem  münster,  an  gev&rde.  So  wend  ouch  unser 
lierren  die  r&t  ordnen  und  schaffen,  daz  man  die  conplet  über  jaur, 
somer  und  winter,  ordenlich  und  zu  rehter  zit  lüte. 

[27.]  6.  Item,  und  von  des  r&wens  wegen,  daz  man  zu  dem  valgen 
ttt,  haben  wir  geordnot,  daz  an  ainem  tag  vor  im  bis  ainer  wol  ain 
beschaideu  rüw  nemen  mag,  und  ob  ieman  in  dem  garten  ze  morgen 
essen  wil,  der  sol  daz  tun  uf  die  zit,  alz  es  die  röw  nimpt,  ungefarlich, 
and  nauch  dem  imbis,  so  mag  ain  jeglicher  nauchdem  und  es  ains 
schlecht,  nauch  mittem  tag  ouch  wol  ain  schlecht  beschaiden  rAw  nemen, 
in  gev&rde. 

7.  Item  und  ouch  jeman  w&r,  der  sich  daran  übersieh,  es  w&r, 
der  me  nemme  oder  me  g&b,  ald  der  andern  stuk  nient  kains  nit  hielt 
in  der  wis,  alz  vor  ist  beschaiden,  der  rieht  der  statt  8  |J  ^,  alz  dik 
ers  tat,  und  wil  man  ouch  kuntschaft  daruf  haben;  da  wisse  sich  jeder- 
man  vor  schaden  ze  hfiten. 

8.  Item  so  ist  uns  ouch  fürkomen,  daz  grosser  gebrest  sie  in 
dem,  alz  man  garten  ze  gemainden  verlihet;  imd  daz  ze  fürkomen,  so 
band  wir  gesetzt:  welher  ain  gemaind  von  dem  andern  enpfachet  und 
im  denn  darin  nit  tfit,  alz  er  im  verhaisset,  es  sig  an  mist,  an  steken 
oder  an  buwen,  und  sich  daz  erfindet  mit  zwain  erbem  mannen,  der 
rieht  der  statt  1  fi  ^,  und  sol  im  sinen  schaden  abtfin. 

9.  Item  welcher  ouch  den  andern  sumet  an,  sinen  garten  ze  ver- 
oder   ainen   an   gemainden   ze  enpfachen,   der   rieht  ouch    der 

statt  1  ff  ^. 

10.  Item  und  ob  die  reblüt  kain  Satzung  under  in  betten,  die 
wider  disen  stuken  w&r,  die  sullend  si  ablaussen  bi  den  aiden,  die  si 
gesworen  band,  und  ouch  kain  ander  dawider  nit  furo  setzen  noch 
halten  bi  denselben  iren  aiden,  an  der  r&t  willen  und  wissen,  an  alle 
gevärde. 

1 1.  Und  won  wir  bekennen,  daz  uns  und  den  unsern  grosser  schad 
gewachsen  imd  uferstanden  ist  von  dem,  daz  die  unsern  ze  gemainden 
und  in  ander  weg  buwent  die  wingarten  umb  unser  statt  gelegen,  da- 
von uns  kain  hilf  beschicht,  weder  an  unsern  stüreu  noch  an  andern 
diensten,  und  doch  mit  uns  niessent  wun  und  waid,  unser  m&rkt  und 
werklüttorgel  \md  ander  ir  nötturft,  alz  wir  andern,  die  doch  swärlich 
siüren  und  dienen  mAssen;  daz  ze  fürkomen,  so  haben  wir  geordnot  und 
gesetzt:  des  ersten,  daz  nieman,  über  den  wir  ze  gebieten  haben,  kainen 
wingarten,  von  dem  uns  nit  wirt  weder  stür  noch  ander  dienst,  wä  die 
gelegen  sind,  nit  me  ze  gemainden  buwen  noch   enpfachen  sol,  es  sie 

1  So  im  Original. 


94  Überlingen. 

denn  daz  der  oder  die,  dero  die  garten  siud,  davon  sturen  und  dienen 
wellen  nauch  unser  erkantnusse,  an  gev&rde. 

12.  Und  umb  daz  die  unsem  dester  bazz  dabi  bestän  mögen,  so 
mainen  und  setzen  wir,  daz  kain  der  unser  kain  semlich  gemaind  dem 
[28]  andern  ||  nit  abenpfacben  sol,  noch  im  an  siner  gemaind  kainen 
schaden  tun  an  gev&rde;  welher  aber  daz  überfAr,  der  rieht  der  statt 
10  ff  ^.  Wir  aber,  daz  ain  frftmder,  über  den  wir  nit  ze  gebieten 
haben,  den  unsern  semlich  ir  gemaind  abenpfieng,  dem  sol  denn  kaiD 
der  unser  kainen  tagwan  nit  entün,  weder  umb  gelt  noch  umbsust  mit 
sinem  Üb  in  den  reben  ze  wirken,  noch  mit  sinem  vich  uss  oder  in  ünt 
ze  f&ren,  noch  den  win  in  sinem  torgel  ussgewinnen,  noch  kain  ander 
hilf  noch  fürdrung  darzü  nit  tun,  lützel  noch  vil,  an  gevärde;  und  wer 
daz  überför,  der  rieht  der  statt  \  U  ^  und  dem  amman  sin  gericht, 
alz  dik  er  daz  tut. 

13.  Item  es  sol  och  nieman  dem  andern  sin  reben  uflesen,  noch 
sin  steken  haimtragen  an  sin  gunst,  willen  und  wissen;  wer  aber  daz 
überfert,  der  riht  der  statt  dieselben  obgeschriben  bflßen. 

14.  Und*  wann  vil  gepresten  uns  unzher  komen  sint  von  dem, 
das  die,  so  die  garten  zfi  gemainden  empfahen,  den  lehenherren  ir 
garten  ufsenden,  es  sige  frft  oder  spät  in  dem  jaur,  es  sige  von  frost, 
hagel  oder  ungewächst,  daz  zA  verkomen,  so  haben  wir  gesetzt:  wer  der 
ist,  der  ain  gemaind  empfahen  oder  verlihet,  und  die  nit  ufsendet,  oder 
abseit  vor  unser  lieben  frowen  tag,  der  liechtmiß,  daz  der  oder  die  sem- 
lich gemaind  dazselb  jaur  für  ußbuwen  und  davon  nit  stan,  noch  davon 
getrengt  werden  sond  in  kain  weg;  [und  wer  daz  überfert,  der  richtet 
der  statt  b  U  ^,  als  oft  daz  beschiecht]*. 

§  143. 
[Von  der  Steuer.] 
1461  Nota:  es  hand   ouch   burgermaister,   gross  und   ciain  r5t 

Mai  22.  .  .  .  °  ,.  °..  j 

von  ains  geraainen  nutzes  wegen  diser  statt  und  ganzer  ge- 
maind diser  statt  diß  Ordnung  gesetzt,  und  uf  fritag  vor  dem 
hailigen  tag  zu  pfingsten  im  61®  jar*  beschlossen,  und  wollen 
die  gehalten  werden  von  menglichem*. 

Item  und  nachdem  und  vil  lüt  stür,  nutzungen,  ungelt 
und  wettgelt  zu  bezaln  lang  zit  nach  den  zilen  und  wan  die 
vervallen  ist  zu  geben,  verzogen,  und  nit  bezahlt  hand,  und 
vil  gebot  bi  den  aiden  und  sunst  verachtet  hand: 


*  Dieser  Absatz  ist  von  anderer  Hand  überschrieben:  zu  gemainden  buwen. 

*  Von  [bis]  von  anderer  Hand, 
s  22.  Mai  1461. 

*  Die  letzten  2  Worte  auf  Rasur. 


Überlingen.  95 

1.  Item  des  ersten:  wer  der  ist,  der  die  stür  nit  bezalt  in  der  zit, 
als  der  statt  gewohait^  bißher  gewesen  ist,  das  man  dem  oder  den  nit 
mer  bi  dem  aid  erbieten,  sunder  ainen  kn&cht,  zwen  oder  dri,  zu  in 
senden  und  ieden  umb  sin  anzal  der  stür,  sovil  er  schuldig  wirt,  pfenden, 
upd  sovil  pfand  von  im  nemmne,  die  pfand  uf  offen  markt  tragen  und 
das  verkoffen  sol,  sin  gelt  daruss  lösen,  und  das  übrig  dem  sächer  wider 
antwurten. 

2.  Item  desglichen  sol  man  dehain  g^lt  umb  der  statt  nutzung 
Yerköfen,  man  tfige  dann  darumb  mit  gäten  ligenden  pfänden  trostung, 
die  besser  denn  dieselb  nutzung  sie,  und  so  sich  zil  und  tag  ergangen, 
das  man  dann  das  gelt  ervordri,  und  ob  die  gölt  nit  ervolgen  mAge, 
die  pfand  z&  verköfen  und  die  gült  zfl  Iftsen  und  damit  zu  gevarn,  wie  obstat. 

3.  Item  von  des  ungeltes  wegen,  da  sol  man  niemands  mer  weder 
088  der  statt  noch  darin  bieten,  sonder  das  von  in  nemen  alle  samstag 
bar,  als  dann  das  von  alter  herkommen  ist;  wftlhe  das  überfAren,  so 
hat  grosser  rät  klainem  riit  gewalt  geben,  dieselben  fürzfinemen  nach 
irem  gevallen  und  derselben  verschulden. 

[29.]  4.  Item  wölbe  das  wetgelt  nit  richtind  nauch  herkomen  der 
statt,  der  sol  uss  der  statt  gän  und  darin  nit  komen,  er  hab  dann  die 
Btr&f  bezalt,  so  sol  man  in  darumb  strafen  als  ainen,  der  sin  aid  nit 
gehalten  und  überfaren  hat. 

§  144. 
[Autonomie  der  Zünfte.] 

1.  Item  des  ersten,  das  amman  und  richter  in  den  zünften  absin 
und  nit  mer  gebrucht  werden  sond. 

2.  Item  und  sollen  nu  furo  ain  zunftmaister  und  die  ainlif  in 
ieder  zunft  nichtz  straffen  umb  dehain  sach,  das  usserthalb  ir  huse 
beschicht,  es  wir  dann  sach,  das  etwas  sachen  beschehen,  [die]  ir  zunft 
gewerb*  und  hantwerk  anrürte[n],  damit  ir  Ordnung  nit  gehalten  würde, 
doch  mit  den  fürworten,  was  sich  verlüff,  das  ainer  sinen  aide  oder  ere 
übersähe  mit  valsch  gewicht,  gewürz,  schmalz  oder  anderem,  oder  das 
ainer  den  andern  wundoti  oder  messer  zuckti,  das  sol  allwegen  ainen 
Stattamman  und  dem  rSte  haimgesetzt  werden. 

3.  Item  es  mögen  ouch  zunftmaisterer  und  die  ainlif  von  den 
iren  gelüpt  und  aid  innemmen  als  bißher,  in  iren  Ordnungen  gehorsam 
zu  sind,  es  si  zu  ainlifen,  cristafeln,  oder  andern  dingen,  doch  die 
ietzgemelten  stuck  ainem  stattamman  und  dem  rät  behalten,  die  si  nit 
strafen  sollen. 


«  Sic! 

*  Dnrchstrichen. 


96  Überlingen. 

4.  Item  si  m&gen  ouch  den  im  in  irm  huse  gebieten  an  3,  an  5 
oder  an  10  ß  ^,  ob  ainer  ir  Ordnung  irer  zunft  gewerb^  gebott  oder 
hantwerks  überf&re,  die  Mvlin  sol  der  zunft  beliben;  w&r  aber,  das 
ainer  ainen  mit  der  fust  schlügen*,  oder  im  Scheltwort  erbütti,  oder  nit 
ain  cristafel  sin  w&lt,  sölich  fr&flin  dann  irm  huse  halbs  und  der  zonft 
das  ander  halbtail  beliben  sol. 

5  Item  und  ist  das  die  straf,  die  si  nemen  m&gen:  wAlher  ain 
haisset  liegen  oder  fluchet,  so  sol  die  minder  str&f  sin  3  [l  ^,  und  die 
mer  6  ß  ^,'  als  dann  die  wort  an  im  selbs  sind,  doch  möchten  die 
Scheltwort  die  er  ber&ren,  das  ist  dem  amman  und  At  behalten. 

6.  Item  furo:  wölcher  in  siner  zunft  sin  hantwerk,  oder  sinen  ge- 
werb^  nit  haltet,  als  ir  Ordnung  inhalt,  und  ob  der  vom  zimftmaister 
und  den  ainlifen  gestraft  wirt,  dasselb  gelt  sol  gemeiner  zunft  hain  g&D, 
ussgenommen,  das  den  obgeschriben  stuck  berfirt :  valscher  aide,  fridbr&che, 
fliessend  wunden  und  messer  zucken. 

7.  Item  w&lher   den  andern   mit  ungewafihoter^  band  schlecht: 

8.  Item  es  sollen  ouch  die  gesellen,  so  ain  huß  erköft  band,  g^ 
walt  haben,  das  huß  ob  si  wend,  ainem  zu  köfend  z&  geben  oder  nit ; 
doch  w&lher  in  die  zunft  h&rt,  und  unbelündet  ist,  dem  sol  man  das 
huß  geben,  ob  er  si  begert. 

9.  Item  es  s&Uen  ouch  die  gesellen,  so  ain  huß  erköft  band,  ge- 
walt  haben,  daz  hus,  ob  si  wend® 

10.  Item  es  s&llen  gemain  hußgesellen  gewalt  haben,  ob  sich  ainer 
als  ungehorinclich  hielte,  ald  als  unordentlich  sich  zu  erkennen,  in  vom 
huß  zu  wisen  oder  dabi  zä  beliben  lassen,  ain  zit  oder  gar. 

11.  Item  es  sol  ouch  ain  jeglicher  gesell  ains  huses  den  gewalt 
haben,  ain  huß  ufzfigeben  vor  gemainen  husgesellen,  wenn  es  im  eben 
ist,  doch  das  er  das  gelt,  so  er  urab  das  huß  geben  hat  verlorn  hab. 

12.  Item  w5,r  ouch  sacb,  das  etlich,  so  hüser  erköft  band,  dabi 
schuldig  wären;  w&lher  dann  das  huß  ufgeben  w&lt,  der  sol  sin  anzal 
der  gesellen  dennzümäl  hinach  geben. 

13.  Item  ob  ainer  umb  ungehorsam!  gestraft  würd,  es  w5t,  das 
ainer  ain  mit  ungewaflnoter  band  schlug,  Scheltwort  erbütt,  nit  cristafel 

*  Das  Wort  cgewerb»  durchstrichen. 
2  Da«  «n»  durchstrichen. 

'  Über  der  Zeile. 

*  Die  beiden  letzten  Worte  durchstrichen;  darüber  von  anderer  Hand  «Ordnung». 

*  Das  «g»  korrig.  aus  «s». 

^  Dieser  Absatz  bricht  hier  ab  und  ist  durchstrichen. 


Überlingen.  97 

sin  wAlt,  oder  sin  zech  bezaln,  oder  ander  s&liche  stuck,  so  s&llen 
zonftmaister  und  ainlif  gewalt  haben,  demselben  zä  gebieten,  die  pen, 
darumb  er  gestraft  w&r,  zu  geben  an  3,  5  oder  10  (l  ^;  und  ob  er  die 
gebott  verachten  tat,  sol  sölich  pen  dem  büß  halb  und  der  zunfb  der 
ander  halbtail  werden;  und  ob  ainer  dem  allem  ungehorsam  sin  wölt, 
so  8&llen  derselb  zunftmaister  und  die  ainlif  umb  sftlichs  ain  burger- 
maister  und  rat  anrufen  in  hilflich  zfi  sind,  denselben  gehorsam  zu 
.  machen. 

[30.]  14.  Item,  es  sol  euch  ainem  ieglichen  die  oberhand  behalten 
siD,  dabi  man  euch  ainen^  beliben  lassen  sol,  und  die  truw,  so  man 
gewonlichen  nimpt,  sol  ain  nit  irren. 

§  145. 
[Verschiedene  Bestimmungen  über  Trinkstuben,  Modalitäten  b6im  Kauf, 

Gewerbefreiheit  u.  a.] 

1.  Item  dergUch  wil  man  s6Uchs  gegen  den  andern  trinkstüben,  es 
sigen  schinderkn&chten,  becken-,  ktlffer-  und  schmidkn&chten  oder  andern, 
oach  bestellen  und  halten. 

2.  Item  die  usslüt  s&llen  dehain  aigen  trinkstüben  haben,  sonder 
in  ain  trinkstüben,  oder  in  ains  wirts  huß  gan,  und  dehain  irn  aigen 
wio  darin  tragen. 

3.  Item  man  sol  den  wirten  maßen  geben,  derglich  kain  wirt  kain 
kanten  bruchen  sol,'  si  sie  dann  pfS>cht  und  hab  der  statt  zaichen. 

4.  Item  si  setzen  und  wollen,  das  hinfdr  kainer  weder  win,  körn, 
ross,  hüser,  garten,  noch  anders,  nichz  ussgenomen,  mitainandern 
und  zu  ainandem  verköfen  oder  gelt  zu  dewederm  lihen  sollen;  denn 
was  ainer  hinfür  verköfen  wil,  das  sol  er  ainlitzig  und  nit  zwifalt 
verköfen. 

5.  Item  derglich  band  si  gesetzt:  wftlher  unge wonlich  köf  git,  es 
si  kom,  wins,'  roß  oder  ander  ding,  aber  nichz  ussgenomen,  den  w&Uen 
min  harren  strafen,  nachdem  der  köf  an  im  selbs  ungewonUch  ist. 

6.  Item  furo  mainen  si,  das  man  ir  Stattsatzungen  hinfür  halten 
solle,  wie  die  gesetzt  sind;  und  wer  die  überf&r,  das  ain  rat  die  oder 
den  nach  inhalt  der  Satzungen  umb  all  stuck,  die  darin  vergriflfen  sind, 
strafen  mAg,  und  die  nit  mindere. 

7.  Item  si  mainen,  [daz]  ainer,  der  isen  vail  hat,  an  ainer  schinen 
isen,  die  er  dings  git,  5  oder  6  ^  gewins  nemen  sol,  und  darüber  nit. 

^  Korrigiert  ans  «ainem». 
*  Von  anderer  Hand  eingefügt. 
>  Das  «8>  durchstrichen. 
Oberrbeiniache  Stadtrechte.    n,  2.  7 


Mai  10, 


98  Überlingen. 

8.  Item  si  band  ouch  gesetzt,  das  alle  gewerb  ab  und  mengliche 
fri  sin  sMlen,  damit  der  gemain  man,  arm  und  rieh,  sin  narung  dest 
baß  gehaben  mflg. 

9.  Item  der  statt  sol  der  salzköf  beliben;  doch  mag  iedermc 
salz  und  isen  köfen  und  mit  win  daran  stechen,  und  das  hie  wid 
verköfen,  doch  bi  ganzen  schiben  oder  drithalb  meß  für  ain  schilx 
und  sunst  nit.^ 

§  146. 
[Voraussetzungen  zum  Eintritt  in  den  Großen  und  Kleinen  Rat.] 
1463  Item  zinstag  post  dominicam  cantate  anno  etc.    LXIII^  sind  i 

und  riehter  ainbellenclich  zfi  rät  worden,  daz  man'  dehainen  in  gros» 
und  clainen  rate  setzen  sol,  er  sige  dann  vor  10  jär  unser  buiger  g 
wesen  und  daz  besessen  hab,  und  och  leben  oder  aigen  hab. 

§  147. 
(Beken.) 
[31.]  1.  Item  wiewol  daz  ist,  daz  vor  zitten  unsere  vordem  gesel 
und  geordnot  haben,  in  welchem  kouf  des  komes  die  brötbeken  ai 
pfenningwerdig  brSt  bachen,  zwaienwerdig  bröt  bachen  sullend,  so  hai 
si  doch  darin  ussgedingt  und   behalten,  ob  iouch  der  komköf  h5ch 
wS.r,  denn  die  sum  geordnot  ist,  daz  si  doch  darumb  nit  h&cher  bach< 
sond,  denn  si  vor  getan  band,  an  der  r&t  erloben;  darumbe  so  hab( 
wir   ouch   gesetzt,   daz    die   brötbeken   hie   ze  Überlingen  niemer  ka 
zwaigenwerdig  bröt  bachen  sond,  in  welchem  kouf  der  komkouf  sie, 
bringen  es  denn  vorhin  an  die  rät  und  tügen  es  mit  der  r&t  erlobei 
wer  daz  überfur,   der  rieht  der  statt  von  jedem  malter  koms   1  U 
und  dem  aman  sin  gericht. 

2.  Ouch  haben  wir  gesetzt:  in  welchem  kouf  si  bröt  bachent,  < 
sien  zwaigenwerdige  bröt,  oder  pfenningwerdige  bröt,  daz  sond  si  jede 
man  tailen,  wer  daz  begeret,  und  sond  denn  daz  halbes  geben  umb  de 
l)fenning,  alz  denne  darumb  der  kouf  ist,  ungefarlich;  und  weih« 
daz  nit  tat,  alz  dik  er  daz  überfert,  der  kumpt  umb  5  ji  ^  und  dei 
animan  1  (i  -f. 

3.  Wir  band  ouch  me  gesetzt:  waz  brötz  jeglicher  bek  ze  mar! 
bringet,  daz  er  daz  bröt  alles  ze  stund  für  sich  uf  den  bank  legen  sc 
und  daz  jederman  ze  koufen  geben  sol,  und  daz  weder  ob  dem  bau 
noch  darunder,  noch  in  dehaim  geschirre  sol  haben;  welcher  aber  si 
bröt,  daz  er  ze  markt  liet  braucht,  anderswa  denn  vor  im  uf  dem  bar 


*  Am  Rande  «von». 
2  Über  der  Zeile. 


Überlingen.  99 

ligent  het,  alz  dik  er  daz  überfert,  der  kumpt  von  zwaigenwerdigem  bröt 
amb  2  ß  ^,  und  dem  amman  umb  1  ß  ^,  und  von  pfenningwerdigem 
bröt  umb  1  ß  ^,  und  dem  amman  umb  1  ß  ^;  und  welche  daz  gebott 
überfarent,  die  sond  die  brötschöw  dem  wetpfenninger  uf  den  aiden 
sagen  und  schuldig  geben. 

4.  Me  haben  wir  gesetzt:  wen  die  brötschöwer  an  zwaien werdigem 
bröt  schuldig  gebeut,  daz  er  ze  ciain  gebachen  hab,  der  kumpt  umb  2  ß  ^ 
Qod  dem  amman  umb  1  ß  ^;  wen  si  aber  an  pfenningwerdigem  bröt 
schuldig  gebeut,  daz  er  es  ze  ciain  hab  gebachen,  der  kumpt  umb  1  ß  ^ 
und  dem  amman  umb  1  ß  ^. 

5.  Darzfi  haben  wir  ouch  me  gesetzt,  daz  der  brötbeken  zunftmaister 
und  sin  ainlif  under  im  alle  und  jeglicher  besunder  vor  dem  rat  ze 
Überlingen  sweren  sond,  daz  si  an  des  rätz  wissen  und  willen  kain 
sonder  gesetzt  von  brötz  wegen  under  in  gesetzt  haben  oder  halten  wellen, 
und  daz  dehainer  des  andern  weder  mit  altbachem  noch  mit  nüwbachem 
bröt  dehain  schönung  hab,  und  daz  der  zunftmaister  und  die  ainlif 
jirlichen  drig  under  irem  hantwerk  erwellen  sond,  dieselben  drig  vor 
dem  raut  sweren  sond^  daz  si  versehen  und  versorgen,  daz  der  markt 
fai  bröt  nit  ensig,  und  wem  dieselben  drig  under  irem  hantwerk  ver- 
kündenty  daz  er  bache,  daz  sol  er  tun;  wä  der  des  nit  t&t  und  bröt  uf 
dem  markt  nit  het,  unz  uf  die  stund,  daz  im  daz  verkündet  war,  un- 
gefarlich,  der  kumpt  umb  1  U  ^  und  dem  amman  umb  3  ß  ^J,  alz 
[32.]  dik  II  daz  besch&ch,  und  sond  ouch  dieselben  3  uf  ir  aid  sagen, 
an  gev&rd,  weihe  daz  überfaren;  welher  aber  under  den  drin  sich  daran 
übers&ch  und  daz  nit  t&t,  der  ist  ouch  die  p&ss  verfallen. 

6.  Wir  band  ouch  gesetzt:  wer  bröt  uf  der  achs  herbringet,  der 
sol  ouch  daz  uf  der  achs  verkoufen,  und  wer  bröt  ze  scheff  her  bringet, 
der  sol  ouch  daz  in  dem  scheff  verkoufen,  imd  daz  in  dem  scheff 
haben,  unz  er  daz  verkouft;  es  wir  denn,  daz  unwetter  anfiel,  so  mag 
er  daz  usser  dem  scheff  tun  und  daz  ze  gnaden  verkSfen,  an  all  gevirde. 

7.  Wir  hand  ouch  gesetzt:  welher  brötbek  vail  bröt  uf  den  markt 
bachen  wil,  der  sol  kain  körn  koufen,  daz  er  wider  ze  pfragen  welle 
verkoufen;  wer  daz  überfert,  der  rieht  der  statt  1  fi  ^  und  dem 
amman  sin  gericht,  alz  [dik]  er  daz  überfert. 

8.  Wir  hand  ouch  gesetzt,  daz  die  kornköffer  sond  ouch  kain  gemaind 
mitainander  haben  von  des  pfragens  wegen ;  welher  daz  bricht,  der  rieht 
der  statt  1  tf  ^,  und  dem  amman  sin  gericht,  alz  dik  er  daz  überfert. 

§  148. 
(Müller.) 
1.    Item  das  ir  kainer  kain   meß   in  siner  müli  nit  hab,  weder 
gr&ss  noch  ciain  meß,  denn  das  der  burger  brand  hab. 


100  Überlingen. 

2.  Item  das  die  imm,  bi  denen  si  Iren  lön  nement,  beliben  in  der 
m&ß,  alz  unzher  daz  fünf  .  .  ^  imi  ain  viertal  tügen,  und  das  ouch  si 
bi  denselben  imin  den  lön  nemen,  als  er  von  alter  gesetzt  ist;  doch  das 
si  die  imin  gestrichen  nemen  und  nit  furo,  und  das  si  desselben  messes 
haben  halbe  imin  und  vierentail  und  halbe  vierentail. 

3.  Item  das  si  ouch  haben  gerechte  imin,  dero  vierü  ain  viertail 
tünd,  und  bi  denen  messen,  was  si  verköfent,  ald  den  lüten  geben,  und 
das  si  bi  denselben  imin  kainen  lön  nit  nemen. 

4.  Item  das  si  den  wannerlön  nemen  von  ainem  malter  vesen  ze 
girwen  1  ^,  und  von  ainem  schöflfel  mögent  si  ain  heller  nemen,  un- 
gevarlich,  und  das  ouch  si  denselben  wannerlön  erfordrint  an  menglich, 
wenn  si  gi\rwent,  ald  ze  müli  holent;  und  wer  inen  denn  den  wanner- 
lön git,  das  si  dem  denn  nünt  furo  nemen,  denn  den  rehten  lön. 

5.  Ob  aber  ieman  den  wannerlön  nit  geben  w&lt  an  gelt,  das  si 
denn  dafür  nemen  mügen,  das  ir  ainen  bedunkt,  ain  glichs  dafiir  ze 
sint,  bi  sinem  ayd  ungevärlich. 

6.  Item  das  si  die  mühnen  in  eren  haben  mit  gestain,  mit  richten, 
mit  billen  und  mit  andren  dingen,  die  dem  mülwerch  zAgehören,  un- 
gevärlich, und  das  si  iederman  das  sin  widergeben,  und  davon  nünt 
entfrömden,  an  allain  den  rehten  und  gesetzten  lön,  als  vor  beschaiden  ist. 

7.  Item  und  welhes  sähe  oder  gewar  würde,  es  wir  ain  man  von 
sinem  wib,  oder  von  sinen  diensten,  ald  von  andern  lüten,  ald  ain  wib 
von  irem  man,  ald  von  iren  diensten,  ald  von  andern  lüten,  ald  ain 
kneht  oder  ain  magt  von  iren  maistern,  oder  iren  fröwen,  ald  er  mit 
diensten,  ald  von  ieman  anders,  das  man  jeman  me  neme,  denn  den 
rehten  lön,  dasselb  sol  das  rfigen  und  fürbringen  ainem  stattamman 
oder  ainem  räteskneht,  als  dik  und  das  zeschulden  kumpt,  an  verziehen, 
ungevärlich,  die  man  und  mannesnamen  bi  iren  aiden,  die  si  darumb 
gesworen  band,  und  die  fröwen  und  fröwennamen  bi  iren  trüwen,  die 
si  an  rehter  gesworner  aid  statt  darumb  geben  und  gelopt  band  lüt- 
erlich,  an  all  gevarde. 

8.  Und  wäre,  das  der  stuk  ieman  kains  überfflre,  das  wil  man 
darumb  strafen,  als  umb  ain  mainenaid,  und  nach  ains  ratz  erkantnuß. 

§  149. 
(Brimelwer.) 
[33.]    1.  Item  und  von  der  briemelwer  wegen,  in  welchem  köf  si 
das  briemelw  geben  suUent,  ist  gesetzt,  daz  si  dehain  imin   brimelwes 
nit  türo    geben   sullent,   dann    als   si  ain  viertail  haberns  ungevärlich 
köfent. 


*  Ausradiert:  «halb». 


ÜberÜDgen.  101 

2.  Notum,  es  hat  aiu  groß  und  ciain  rät  uf  mentÄg  vor  Hilari  ^^^ 
anno  etc.  XXVII^  ainhellenclich  gesetzt:  wernu  hinnanfüran  der  bröt- 
Bchow  ze  klain  fanden  und  schuldig  von  den  schöwern  gegeben  wirt, 
das  der  koroen  sol  umb  2  |i,  und  dasselb  bröt  legen  uf  die  zwen  und- 
rosten  benk  gegen  dem  stad  werd,  und  desselben  brötz  zwai  umb  drig 
haller  geben,  und  das  alles  herfürtragen,  und  auch  nieman  versagen; 
welcher  aber  des  nit  entüt,  der  sol  an  gnäd  umb  fünf  Schilling  pfenning 
komen,  imd  sAUent  das  die  schöwer  dem  wettpfenniger  angeben, 
ungefarlich. 

§  150. 
(Metzger.) 

1.  Des  ersten,  daz  si  sullend  gereht  wagen  und  gewicht  haben, 
und  daz  si  dabi  wegen  sond  alles  flaisch,  daz  si  verkoufen  wend,  uss- 
genomen  allain  rehte  milchlember  und  milchkitzi\  daz  mögend  si 
nauch  dem  ougen  verkoufen,  und  euch  ussgenomen  hopter  und  swm- 
ruggcn,  die  sullend  si  nit  bi  der  wag  verkoufen. 

2.  Item  wenne  si  wirst  machent  und  verkoufen  wend,  so  sond  si 
den  braten  wegen  an  die  d&rm,  also  daz  die  därm  nit  sullend  gewogen 
werden. 

3.  Item  und  waz  si  flaisches  band,  es  sie  rindrin,  swini  ald  anders, 
des  sullend  si  jederman  geben,  alz  vil  alz  er  denn  vordret,  es  sig  1  ^, 
^/«  Ä,  lützel  oder  vil,  und  sullend  es  darumb  nieman  verzihen,  ob  ains 
lützel  wil,  und  sunderlich  des  brätz  zä  den  wirsten  sond  si  nieman  me 
geben  ains  mälz  denn  5  ^,  umb  daz  andern  lüten  ouch  werde;  und 
allediewile  und  si  den  brät  vor  in  band,  so  sond  si  menglich  davon 
geben  und  daz  nieman  verziehen,  an  alle  gevärde. 

4.  Item  welher  ouch  flaisch  verkouft,  es  sig  lützel  oder  vil,  daz 
sol  er  ouch  enweg  geben  und  nit  hindersich  henken,  wän  alledie- 
wile und  es  da  hanget  oder  Ht,  so  sond  si  es  geben,  wer  des  begert. 

5.  Item  waz  ouch  flaisches  hie  geschlagen  wirt  und  an  die  schow 
kumpt,  daz  sol  ouch  jegUcher  under  der  metzi  hie  verkoufen  und  nit 
ustragen,  noch  anderswahin  senden  ze  verkoufen,  es  w&r  denn,  daz  die 
drig  sich  bekantint,  daz  es  hie  nit  nötturftig  wir,  und  es  erlobtint,  so 
m&hte  es  ainer  wol  anderswahin  senden. 

6.  Item  daz  si  drig  under  in  wellen,  die  sweren  zu  den  hailigen, 
die  metzig  ze  versorgen,  also  daz  die  drig  je  mit  inen  reden  und  si 
haissen  schlaihen  nach  nötturft,  daz  nit  gebrest  an  flaisch  werd,  un- 
gefarlich, und  daz  in  kainer  des  andern  schone  mit  houwen  noch  mit 
andern  dingen,  denn  daz  si  ungefarlich  hauwen,  wenn  es  geschätzt  werde. 

>  Die  Worte  Fon  «rechte»  bis  hier  auf  Kasnr. 


102  Überlingen. 

[34.]  7.  Item  und  daz  si  kain  flaisch  türo  geben,  denn  es  gesch&tzt 
wirt. 

8.  Item  waz  si  vich  hie  uf  unser  waid  bringent,  und  daz  unz  an 
den  dritten  tag  hie  uf  unser  waid  g&i,  es  sig  groß  oder  dein  vich,  daz 
sol  denn  ir  kainer  anderswahin  verkoufen  an  ains  rätz  urlob,  es  sie  ge- 
saltzen  oder  grfin. 

9.  Item  und  daz  si  kain  flaisch  schrenken,  denn  daz  jeglich  flaisch, 
daz  ains  ist,  bi  ainander  hange;  welcher  daz  bricht,  der  rieht  der 
statt  ain  U  ^. 

10.  Item  wir  haben  ouch  gesetzt:  wer  der  war,  der  dehain  hobt 
klain  oder  groß,  dehainen  swinin  ruggen  und  hamman  ieman  wfig,  oder 
ieman  dehainen  braten  mit  den  därmen  wfig,  daz  der  der  statt  an  gnäd 
schuldig  und  verfallen  sin  sol  5  (l  ^. 

11.  Item  si  suUend  ouch  nieman  me  brätz  ainsmälz  wegen  denn 
5  0f,  und  allediewil  und  si  den  brät  vor  in  band,  so  sond  si  den  nieman 
versagen  sunder  aim  1  ff,  V21  2,  3,  4  geben;  und  welcher  das  nit  entit, 
rieht  die  vorgenant  bflß. 

12.  Item  und  uf  diß  inzenemen  und  ze  Iflgen  würden  die  schöwer 
beide,  vorschöwer  und  nächschöwer,  sweren  zu  den  hailigen:  von  welem  si 
das  innen  würden,  der  der  vorgesetzten  stuk  ains  oder  me  brechen  und  über- 
faren  het,  daz  si  den  ainem  wetpfenniger  angeben  sftlten;  doch  wenn  die 
metzger  daz  den  ussern  schöwern  Seiten,  so  sftlten  si  genüg  getan  hän 
und  iren  aid  damit  enbunden. 

13.  Item  daz  si  schJifflinflaisch  nebend  dem  rindrind  geben  sullend. 

14.  Si  sollen  och  nieman  dehain  geliber  noch  höpter  mit  dem 
flaisch  wegen ^  geben,  es  si  denn  sin  guter  will. 

15.  Item  desglichen  sollen  si  nieman tz  [raten  noch]*  kalb  flaisch 
versagen,  ob  er  nit  ain  höpt  krftß  oder  föss  darzü  nemen  w&lt,  es  sige 
denn  sin  will;  alz  dik  si  aber  aim  daz  uf  sölichs  versagen,  so  wil  man 
si  darumb  strafen. 

16.  Item  es  sSUen  dehain  pfarren  vor  sunt  Michels  tag  an  der 
metzgen,  sonder  davor  [schlahen]  und  ain  ff  geben  umb  2  ^  und  nach 
sant  Michels  mögen  si  die  wol  in  der  raetzg  schlahen  und  usswegen, 
nachdem  und  si  geschätzt  werden. 

§  151. 
(Vischer.) 
[35.]    1.   Wir  habent  ouch   gesetzt:    wer  truken   visch  herbringet 
und  die  man  truken  verköfet,  es  sigint  burger  oder  gest,  die  sond  alle 
*  Dieses  Wort  durchstrichen.        *  Durchstrichen  von  [bis]. 


Überlingen.  103 

die  visch,  die  si  herbringet,  ze  zwain  malen  ze  markt  bringen,  und  sol 
euch  nieman  dehain  visch  vor  dem  ersten  fronzaiehen  verköfen;  und 
zue  welcher  zit  er  an  dem  tag  nach  dem  ersten  fronzaiehen  visch  her- 
bringet, die  sol  er  ze  stund  unverzogenlich  ze  markt  bringen ;  und  wer 
ouch  visch  an  dem  markt  salzen  wil,  der  sol  inen  allen  die  schwenz 
abhöwen;  wer  aber  der  stuk  ains  ald  me  überfert,  als  dik  er  das  tut, 
als  dik  rieht  er  der  stast  8  ß  ^. 

2.  Item  wir  habint  ouch  gesetzt,  das  nu  hinnanfür  nieman  dehain 
lögenen  von  unser  statt  fflren  sol  noch  verköfen,  an  ains  rStz  urlob,  willen 
und  wissen;  wer  das  aber  bricht,  der  rieht  der  stattl  Sf  ^  als  dik  ers  tut. 

3.  Item  es  sol  öch  nieman  dehain  visch  köfen  in  den  zil,  daz  ist 
TOD  der  Mainow  und  gen  Uldingen  engegenüber  von  Blüssenhüser  und 
unz  an  den  bach  gen  Süssen,  und  dazwischen  unz  zu  der  statt;  wer 
aber  daz  bricht,  der  riht  der  statt  1  ff  ^  als  dik  ers  tut. 

4.  Item  wir  habent  auch  gesetzt,  daz  nieman  weder  burger  noch 
gist  gesalzen  hürling  furo  uf  unsern  markt  nicht  vail  haben  sfiUent; 
und  wer  daz  überfert,  der  richtet  der  statt  1  ff  ^  als  oft  ers  tut. 

5.  Item  sich  hat  ain  burgermaister  und  ain  rät  erkent:  wer  der 
ist,  er  sie  burger  oder  gast,  der  visch  herbringet  und  die  usser  den  ziln 
kJpfet,  so  vor  stand,  daz  er  die  wol  verköpfen  und  vail  haben  mag  an 
engeltnuß  der  zunft. 

6.  Wir  habent  ouch  gesetzt,  daz  dhain  gemaind  under  den  vischern 
sin  solle,  weder  mit  visch  koufen  noch  verkoufen,  ußgenomen  zwen 
mÄgent  ungevarUch  visch  mitainander  gemain  haben,  doch  daz  die  ußer 
den  obgeschriben  zilen  gekouft  werden;  und  wer  daz  überfert,  der  richtet 
der  statt  1  ff  ^,  als  oft  er  daz  tut. 

7.  Item  der  gendzüg,  und  welhz  z4  ainer  segi  gehörent,  mögent 
irol  gemain  mitainander  haben,  die  visch,  so  si  mit  demselben  züg 
\rahent,  und  sust  ouch  nit  dhains  wegs,  bi  der  obgeschriben  pen. 

8.  Item  es  sol  ouch  under  den  obgeschriben  gemaindern  nu  der 
ain  und  nicht  baide  ir  gemaind  visch  vail  haben,  bi  der  selben  pen. 

Item  es  band  ain  burgermaister,  grosser  und  clainer  rät,  die 
schfichmacher  und  gärwer  mitainander  entschaiden  von  des  wegen,  daz 
die  schfichmacher  mainten,  daz  inen  die  gSrwer  g&rwen  s&Iten,  alz  vil 
si  wAlten;  item  also,  daz  die  g&rwer  den  schüchmachern  nünt  gärwen 
sond,  denn  die  hüt,  so  si  ungevarlich  schlachten  und  iro  helbling,  wie- 
vil  der  wir,  ungevarlich;  doch  so  hat*  ain  raut  im  selb  hierin  behalten, 
daz  si  daz  mindern  oder  meren  mflgen,  es  sie  über  kurz  oder  lang. 
Actum  secunda  ante  pentecostes  anno  domini  millesimo  CCCC^XXIIP. 

^  Über  der  Zeile. 


1423 
Mal  21. 


104  Überlingen. 

§  152. 

(Schnider.) 
[36.]    1.  Item   von  zwain   schlechten    hossen    ungefAtert  und  an 
läppen  5  ^. 

2.  Item  von  zwain  gefilterten  an  läppen  6  ^,  und  mit  läppen 
hinnan  und  vornen  8  ^,  doch  ungelftchert 

3.  Item  und  von  ainem  schlechten  anligenden  knöpfloten  hiß 
gefütert  unz  an  die  gfirtel  14  ^,  gefiltert  durchuß  18  ^. 

4.  Item  von  ainer  schlechten  kn&pfloten  juppen  ungefiltert  1  jl  ^, 
und    von  ainer  witten  juppen   bi  4  oder    4*/,  aln  gefiltert  umb  die  ' 
brüst  18  ^, 

5.  Item  von  ainem  schlechten  ainfalten  mansmantel  obnan  ge- 
filtert 18  ^,  und  von  ainem  zwifidten  2^2  ß  den. 

6.  Item  und  von  ainem  schlechten  anligenden  wamsal  mit  uf- 
genägten  nesteln  3^/2  ^  ^  und  von  obem  anligenden  schöpen  4Vs  ß  ^' 

7.  Item  von  ainer  schlechten  ainfalten  kappen,  die  bi  ainer  ein 
ist,  gefitert  under  ögen  6  ^  von  ainer  zwifalten  bi  zwain  einen  1  jl  ^, 
und  bi  drin  einen  18  ^. 

8.  Item  von  ainem  schlechten  tapphartrok  geffitert  uf  das  kniw 
ald  dabi,  ist  er  wuUi,  2^2  |J  ^,  ist  er  arrassin,  3^2  P  -4^  und  von  ainem 
langen  tapphart  uf  den  ffiß,  wulli  4  |J,  arrassin  6  ^  den. 

9.  Item  von  ainem  schlechten  rok  uf  das  kniw,  obnan  gef&tert 
den  man  mit  gefild  füllen  wil,  2  |i  ^j. 

10.  Item  von  ainem  anligenden  fröwenrok,  abgeschlagen,  alz  man 
si  ietz  machet,  vom  Rin  4  |S  ^j,  von  Mächein  5  ji  ^;  und  von  ainem 
schlechten  fröwenrok,   an  glenk  und  an   brisinen,   bi  6   oder   7  einen 

2V2  |5  ^. 

11.  Item  und  von  ainem  sclilechten  fröwenmantel  vom  Rin  2V2  ^  -Ji 
von  Mächein  3^2  ß  -tf- 

12.  Item  von  ainer  fröwenbarchart  mit  glenken  und  mit  brisi,  an 
ermel  2  ß  ^J,  und  mit  ermein  2^2  ji  ^' 

13.  Item  ainen  kneht  6  ^,  ainen  lernkneht  4  ^,  ainen  maister 
1  |i  ^j  und  an  dem  virtagen  nieman  ze  essen;  pena  5  ji  ^,  er  geb 
oder  nem. 

14.  Item  von  den  reht  grossen  kappen  und  umb  zadrocht  zerhöwen, 
gewand  umb  die  wamsal  mit  Iftchlin  und  daruf  man  schnir  nagt,  und 
umb  die  gelöcherten  hossen  ist  kain  Ordnung. 

15.  Item  es  mag  ir  ieglicher  haben  3  kneht  und  ainen  lernknaben, 
oder  aber  zwen  kneht  und  2  lernknaben,  und  er  und  sin  wib. 


Überlingen.  105 

16.  Item  welcher  das  hantwerk  triben  wil  mit  der  nädel,  der  sol 
oft  gewant  schniden  noch  vail  hän  weder  wllis,  barchart,  zwilich  noch 


17.  Item  es  sol  euch  kain  schnider  mit  kainen  gewantschnider 
oit  gemain  Mn,  noch  sust  zwen  gewantschnider  ouch  nit  mitainander 
gemain  han. 

18.  Item  si  sond  ietz  sagen,  welchen  gewerb  ir  ieglicher  triben 
wfill,  and  wele  daz  hantwerk  triben  wend,  die  sond  ir  gewant,  daz  si 
ietz  band,  vertriben,  unz  zu  der  nächsten  herbstmeß  und  dazwischen 
kains  me  köfen. 

§  153. 
(Von  gewantschnidern.) 

1.  Item  was  fr&mder  gest  gewant  herbringen  ze  verköfen,  daz  die 
über  jaor  mflgent  vail  h&n  an  dem  zinstag  und  zwen  tag  der  wochen 
daizu,  ain  vor  und  ain  nauch,  oder  zwen  nach,  weders  si  wellent  dar- 
oinb,  das  gest  dester  gerne  herkoment;  aber  die  von  Costentz  und  die 

'    bi  ainer  mil  wegs  hieumb  gesessen  sint,   daz   die   durch  das  jaur  ze 
wochenm&rkten  nit  anders  vail  haben,  denn  in  der  m&ß  alz  vor. 

2.  Item  zu  jaurm&rkten,  das  denn  menglich  mfiht  gewant  vail 
haa  unz  an  den  vierden  tag  sunderlich  uf  der  Gred  und  nit  anderswa 
of  benken. 

3.  Item  was  ouch  gewandes  herbraucht  wirt  ze  verköfen,  das  das- 
sdbe  gewant  kain  ander  gewantschnider,  er  sie  burger  oder  gast,  noch 
nieman  anders,  der  es  furo  verköfen  ald  verschniden  w61t,  nit  ufköfen 
8ol  in  den  vier  tagen,  diewil  der  markt  werot;  wenn  aber  der  markt  uß- 
wirt,  so  mag  menglich  ganzü  ticher  köfen;  was  aber  hie  geschnitten 
w&r,  daz  sol  ouch  nieman  ufköfen  hie  in  der  statt,  noch  davor  in- 
wendig ainer  wil  wegs. 

4.  Item  brächt  aber  ieman  tüch  her  in  der  wochon,  was  denn 
ze  markt  und  ze  bank  geleit  wirt,  daz  sol  nieman  furo  ze  pfragen  uf- 
köfen; was  aber  nit  ze  markt  geleit  wirt,  daz  mag  man  wol  ze  pfragen 
and  furo  ze  verschniden  köfen. 

5.  Item  und  wer  daz  überfür,  er  war  burger  oder  gast,  der  rieht 
der  statt  5  fZ^  ^  alz  dik  ers  tat. 

[37.]  6.  Item  es  band  groß  und  ciain  rät  anno  domino  MCCCCXIX'»« 
sich  geaint  und  gesprochen  von  der  schnider  wegen:  welchem  kneht 
man  der  wochen  1  (J  tf  geb,  das  si  den  ußlihen  mügen  des  tags  umb 
8  ^,  und  welchem  kneht  man  darunder  geb,  das  si  den  lihen  mögen 
des  tags  umb  6  ^,  und  das  si  nieman  kain  kneht  lihen,  noch  ze  hus 
«etzen  süllen,  welchem  si  under  6  ^  der  wochen  geben. 


1419. 


106  Überlingeiu 

§  154. 
[Verletzungen  bei  Turnieren.] 
1464  Item  uf  samstag  vor  dem  sontag  Reminiscere  im  LXIV  jaur  so 

Februar  26.  jjg^^  gross  üud  claiu  rät  gesetzt:  wenn  ain  gest&ch  alhie  zu  Überlingen 
ist,  w&lher  dann  besch&digot  an  sinem  lib  oder  leben  wirdet,  es  dgen 
zblflger  oder  die  stechend,  von  denen,  so  dann  den  heim  ufgebunden 
händ,  das  d&rn&ch  dehain  rach  noch  straf  ^in  sol;  würde  öch  ain 
sticher  von  dem  andern  fürs,  daz  si  baid  die  heim  ufgebunden  hetten, 
beschädiget,  oder  zä  tod  gestochen  oder  gerennt,  da  sol  aber  dehain 
räch  nachgän. 

§  155. 
[Frist  zur  Bezahlung  der  Geldstrafen.] 
Item  uf  den  gemelten  tag  haben  aber  gross  und  ciain  rat  gesetzt: 
w&lcher  ain  fräfli  verfallet,  die  under  b  U  ^  oder  5  U  ist,  die  sAlleo 
dieselben  frSfli  in  acht  tagen  den  n&chsten  richten  und  bezaln,  oder 
usser  der  statt  gan  und  nit  darin,  emäls  und  si  die  fräfli  gericht  hand; 
waz  aber  ob  5  fl^  .»^  ist  an  fräfli,  da  sol  ain  clainer  rat  zil  z&  geben 
gewalt  haben. 

§  156. 
[Zuteilung  der  Spengler,  Maler  und  Hafner  zur  Küferzunfk.] 
1426  Item,  anno  domini  millesimo  CCCC^XXVP  an  mittwochen  in  der 

April  8  österwochen  so  sind  die  zwo  zönft,  die  schuchmacher  und  die  kflfifer, 
entschaiden  von  der  spengler,  der  mäler  und  der  haffner  wegen,  under 
welchi  die  drü  hantwerk  gehören  sollen ;  darumb  ain  burgermaister  und 
die  zunftmaister  verhört  hand  vierzehen  erber  mann,  von  ietwederem 
tal  siben,  und  bi  geswornen  aiden,  und  nauchdem  und  si  das  befunden 
hand,  so  hand  si  sich  darumb  ainhellenclich  erkent,  daz  die  drü  hant- 
werk billich  nu  hinnanfür  under  die  köffer  gehören  und  derselben 
zunft  dienstlich  haißen  und  sin  suUent,  ungesumpt  der  schuchmacher- 
zunft,  doch  also,  das  die  spengler  nit  vail  habint  anders,  denn  si  selber 
machent  und  zu  dem  spengelwerch  gehöret,  ungevarlich. 

§  157. 

[Beschränkung  der  Konkurrenz  durch  Frauen  im  Schneidergewerbe.] 
Item  nota:  als  derschnider  zunftmaister,  die  ainlif  und  gemain  zunft 
für  ain  burgermaister,  zunftmaister  und  raut  bracht  und  sich  clegt  hand,  wie 
si  gross  beswärde  in  ir  zunft  nemen  von  den  fro wen,  so  ir  antwerk  triben,  und 
sich  mit  der  nadel  begangen,  dero  ain  tail  nit  zunft  noch  burkreht  haben,  ain 
tail  lemtochtran  setzen  und  sich  understauden,  wullis  zu  nSgen,  das  si 
unzher  nit  getan  haben  etc.,  haben  sich  ain  burgermaister,  zunftmaister 


\ 


Überlingen.  107 

und  rät  daramb  aigenlich  underredt  und  die  Sachen  bedaucbt;  des 
ersten  von  dero  wegen,  die  hie  sitzen  und  weder  zunft  noch  burk- 
idit  haben,  das  die  furo  in  unser  statt  und  in  der  statt  etter  nünt 
nigen  noch  ir  antwerk  triben  sond  in  kain  weg.  Item  von  dero  wegen, 
die  Bimders&ssent  sind  und  aigen  husrftchi  band,  daz  dieselben  alle 
fiirbaßme  under  der  schnider  zunft  h&ren  und  dienen,  und  damit  der 
vcM^iigen  zunft  ledig  sin  sond.  Nun  von  dero  wegen,  so  also  sitzen 
und  nSges  pflegen,  euch  mann  haben  und  under  ander  zunft  dienen, 
daz  semlich  wol  n&gen  mAgen  lini  gewand  und  dehain  wullis  nit,  doch 
daz  ir  kain  nit  me  denn  ain  lertochter  hab;  w&It  aber  ain  semliche 
ainsmals  me  denn  ain  lertochter  halten,  so  sol  si  die  zunft  als  umb  ain 
gewerb  abl^en,  doch  aim  raut  darinne  behalten,  daz  zu  mindern  oder 
zft  meren,  ungevarlich. 

§  158. 
[Weinkontrolle  für  Wirte.] 
[38.]  Wir  band  euch  gesetzt,  das  alle  gastgeben  und  wirt,  die 
gastung  band,  fürbaß  iemerme  allen  den  win,  so  in  zu  herbst  wirdet, 
€8  sie  uf  ir  aigen  ald  sust,  alsbald  der  herbst  usskomet,  allen  in  ge- 
main,  roten  und  wissen,  sond  lassen  verschriben  und  die  vaß  bailen; 
und  uf  welchen  pfenning  ainer  den  gesten  den  win  geben  wil,  das  sol 
er  sagen  der  ungelter  aim,  ald  in  beiden,  ob  er  si  gehaben  mag,  die 
OQch  denen  den  win  aber  also  verschriben  sond;  und  wenn  der  uss- 
komet,  so  sol  er  in  verungelten  in  m&ß,  als  das  verschriben  ist;  und 
was  im  öch  wines  also  ze  herbst  verschriben  und  gebaiolt  wirt,  dieselben 
yaß  alle  sol  er  öch  zu  Ich  legen,  und  das  ungelt  davon  richten,  es  were 
denn,  das  er  sament  aim  gast  ünt  davon  verköft,  und  dabi  die  ungelter 
iien  kneht  gehept  betten,  so  vil  sol  im  denne  an  dem  verschriben  win 
und  an  dem  ungelt  abgSn;  furo  so  suUen  si  niemerme  dehain  win 
wa  ald  von  wem  si  den  verköfen  in  ire  hüser,  noch  gewalt  bringen, 
noch  füren,  er  sie  in  denn  vor  gebaiolt  und  verschriben,  wie  vil  des  sie, 
und  wenn  er  den  schenken  welle;  und  wenn  ain  vaß  ußkomet,  so  sol 
er  das  ze  iche  legen,  ob  es  vor  nit  geichot  were,  und  das  verungelten 
nach  der  statt  Satzung;  und  wenn  sich  ain  fronvast  ergät^  so  sol  ain 
i^licher  wirt  und  gastgeb,  der  gest  erapfacht,  zu  den  ungeltern  komen, 
Qnd  denen  sinen  und  siner  ehaltern  brüch  an  dem  win  ze  erkennen 
geben,  als  das  vor  in  der  alten  Satzung  begriffen  ist. 

§  159. 
[Normierung  des  Gewinns  am  Weinumsatz  für  Wirte.] 
Und  won  daher  vil  red  gewesen  ist,  das  die  wirt,  so  von  der  band 
schenken,  den  win  vast    türo  geben,  denn  si  den  verköfen^  damit  die 
tot  arm  und  rieh  vast  besch&tzt  werden,  das  ze   verkomen,   so  haben 


108  Überlingen. 

wir  ouch  geordnot:  wenn  das  ist,  das  man  win  schenket,  und  das  pfen- 
wert  git,  das  denn  kainer  an  aim  ffider  nie  gewinnes  nemen  sol,  denn 
ain  pfund  und  fünf  Schilling  pfenning  zu  dem  meisten,  und  nit  darüber; 
ist  aber  das  ainer  win  schenkt,  da  er  das  pfenwert  nit  git  noch  geben 
mag,  denn  ain  becher  umb  zwen  pfenning^  als  umb  vier  Schilling,  dri- 
schilliug,  vier  und  drig^  Schilling  etc.,  da  sol  und  mag  er  an  ainem  füder  ze 
gewin  nemen  zwai  ff  fünf  Schilling  ^,  öch  zu  dem  maisten,  und  nit  me. 

§  160. 
[Standgeld  uf  dem  Tuc^imarkt.] 
Item  uf  den  markten,  so  git  ainer,  der  uf  dem  huß  vail  h&t,  von 
ainem  Mächeischen  tüch,  von  ainem  Lamparschen  tüch,  von  iedem  tftch, 
alz  vil  ainer  dero  hat,  von  aim  1  (i  ^  und  von  ainem  Einsehen  tüch, 
alz  vil  ainer  hat,  von  iedem  tüch  6  ^  und  von  grawen  gewand  von 
Horw,  von  Rotwil  von  aim  tüch  4  ^,  und  von  aim  Nördlinger,  alz  vil 
ainer  hat,  von  aim  tüch  3  ^;  und  ist  sach,  daz  ainer  die  tüch  alle 
schnit,  so  er  hat,  so  git  er  dehain  pfunt  zoll,  denn  5  ji  ^  ze  stattgelt; 
und  verschnitt  er  dehains,  als  vil  ganzer  tüch  er  denn  hat  nach  dem 
markt,  so  git  er  von  aim  tüch  6  ^  und  den  pfundzoll;  so  git  och  ain 
iecUch  ball  mit  gewand,  die  fürgät,  ain  ieclichen  Staffel  18  ^;  verköf 
ainer  ain  tüch  ganz,  oder  alz  vil  er  ganzer  tüch  verköf,  von  aim  tüch 
6  ^  und  den  pfundzoll,  er  verköfs  oder  vertuschs. 

§  161. 
[Schaffner  und  Pfleger  der  Chorherren  von  Constanz  sind  von  der  Mit- 
gliedschaft des  Rats  und  Gerichts  ausgeschlossen.] 
juni^  ^^^^    ^^^   donrstag    iu    der   hailigen    pfingstwochen   anno  domini 

M^CCCCLXXI  ist  durch  einen  burgermeister,  zuntfmeister  *,  gros  I 
und  dein  rät  durch  frommen  nutz  und  billichkeit  willen  einbirlich 
erraten  und  angesehen  und  zu  ftwigen  ziten  gehalten  sol  werden, 
das  ein  ieder,  so  der  Chorherren  von  Costentz  Schaffner  und  pfl^r 
hie  in  dieser  statt  ist,  zu  öwigen  ziten  weder  an  gros  noch  dein  r&t, 
noch  an  das  gericht  gesetzt  sol  werden,  sonder  zu  halten  in  maß  und 
die  ander  fünf  hüsere. 

§  162. 
[Miete  von  Häusern  und  Läden  ist  nur  auf  Georgi  (23.  April)  kündbar. 

Kauf  bricht  Miete.] 

[39.]    Item  so  haben  gros  und  dein  rät  angesehen  und  erraut«^' 

wer  der  ist,  der  hüser  oder   laden  verliehen   oder   bestän  wil,  da  ^^S 

der,  der  das  verlihet,  oder  der  das  bestät,  umb  einen  zins  dem  sS^^^^^ 

vor  sant  Jörgen  tag  das  wol  wider  abkünden;  doch  nach  sant  J*^^^ 

TTTt.         ^  'Sic! 
*  Auf  Rasur.  -^ 


110  Überliogen. 

und  swesterkind,  von  ainem  leib  geboren,  ir  seien  vil  oder  wenig,  an- 
statt irer  vatter  oder  mutter  für  ain  person  zugelassen  und  gezellt  werden 
sollen. 

§  165. 
[Übergangsbestimmung.] 
Was  aber  erbfall  vor  diser  Ordnung  und  Satzung  gefallen,  gehanddt 
und  besebehen  seind,  und  davon  nit  geappelliert  ist,  wollen  groß  und 
klain  rate,  das  es  mit  denselben  allen  und  ieden  dem  bemelten  alten 
brauch,  gewonbait  und  recht  nach  gehalten  werden,  und  niemands  [40.] 
dise  newe  Ordnung  und  Satzung  der  ||  vergangen  erbfäll  halb  fürtrag^, 
noch  sich  iemands  derselben  derhalben  in  dbain  weise  behelfen  solle. 

§  166. 
[Gesetzliche  Dauer  der  Verfangenschaft  bei  beerbter  Ehe.] 
Doch  so  w&Uen  meine  herren:  so  sich  begibt,  das  ain  egemächit 
vor  dem  andern  mit  tod  abgeet  und  erstiirbt,  und  eelich  kinder,  ains 
oder  mer,  und  auch  darneben  kindskind  verlasset,  das  dann  die  verlassen 
hab  und  gütter  dem  oder  denselbeP  kinden  und  auch  den  kindskinden 
weiter  oder  lenger  nach  diser  statt  recht  nit  verfangen  sein  soll,  dann 
dieweil  des  abgegangen  egemächits  kind,  ains  oder  mer,  im  leben  be- 
leiben; so  aber  das  oder  dieselben  kind  alle  vor  dem  beliben  eege- 
mäcliit  absterben  würden,  so  sol  des  abgegangen  egemächits  verlassen 
hab  und  gut  den  kindskinden  weiter  nit  verfangen  sein,  sonder  darnach 
in  der  erbschaft  dem  rechten  gemäß  gehalten  werden. 

§  167. 
[Ausschluß  naher  Verwandter  aus  dem  Kleinen  Rat.] 
1B12  1.   Item  uf  mitwoch  vor  der  hailigen  uflFart  unsers  herren  Jesu 

Mal  19.  ciiristi  anno  eiusdem  fünfzehenhundert  und  zwölf  haben  mine  hern 
burgermaister,  zunftmaister,  klain  und  groß  rät  vor  der  besatzung  des  nüwen 
regiments  die  alten  Ordnung  und  Satzungen  anzaigent,  wienach  die  fründ- 
scliaft  in  klainen  rat  zusamen  gesetzt  werden  sollen,  für  ougen  genomen 
und  nach  ermessung  aller  notdurft  sich  entschlossen,  liinfüro  disen  artikel 
dermässen  zu  halten,  wie  hernach  volget:  also  das  hinfüro  hie  zu  Über- 
lingen vatter  und  sun,  bruder  und  geschwistergit  kind,  deßgleichen  zwen 
schweher,  Schwäger  und  toclitermann  nit  zusamen  in  klainen  rat  gesetzt 
werden  söllent,  doch  in  dem  ußgenomen :  der  weiber  finindschaft  in  an- 
gezaigter  linien  sol  also  mit  gerechnet  werden;  weihe  aber  ainandem 
zun  dritten  kinden  oder  weiter  nit  fründtschaft  verwandt  sind,  dieselben 
mögen  wol  in  klainen  rät  zusammen  gesetzt  und  erweit  werden. 

'  Sic! 


Überlingen.  111 

2.  Ditz  Satzung  und  Ordnung  in  raten  ist  von  meinen  heren  wider-  j^J^\^  . 
b  emewert,  die  strenclich  gegen  meniglich  zehalten.    Actum  Nicolai 

21.  jar. 

3.  Item  80  haben  sich  dann  meine  hem  mit  dem  austretten  in^  ^^^^ 

Desemb.  28. 

m  diser  Ordnung  ze  halten*  entschlossen:  welcher  dem  andern*  zun* 
rten  kinden  und  necher  mit  freundschaft  verwant  si,  den  der  handel 
ür,  der  söl  davon  austretten  und  nit  bleiben  sitzen;  was  freundschaft 
1  aber  streckt  biß  uf  die  vierten  linien  und  weiter,  dieselben  und 
;h  die,  so  die  obbemelten  nechin*  der  freundschaft  nit  aigentlich 
tsen  möchten,  sollen  bleiben  sitzen  und  thün  als  vil  als  ander. 
Actum  montags  nach  Thome  apostoli  anno  etc.  XXI. 


Beilage  zu  St.  IL' 

§1. 
(Wer  sine  guter  zwifalt  versetzt.) 

[1.]  Item  es  band  groß  une  klain  rät  einhellenclich  beslossen  und 

t  diser  geschrift  z4  öwiger  Satzung  gesetzt:  Wer  ein  ligend  gut  zwivalt 

rsetzt  and  in  der  nachgenden  versatzung  die  ersten  versatzung  nit 

het,  das  der  ön  gnäd  20  flf  ^  zu  unabl&siger  büs  vervallen  sin  sol; 

d  ob  er  die  zfi  bezalen  nit  vermftcht,  so  sol  man  im  ein  band  ab- 

)lahen;  und  wer  sine  versetzte  gflter,   die   umb   zins  ald   sust  umb 

ilecht  schulden  verköfte  öne  der  willen  und  wissen,  den  si  versetzt 

ren,  und  solich  gelt  zii  sinen  banden  neme,  und  das  nit  an  die  end, 

hin  si  versetzt  werent,  werden  und  volgen  liesse,  den  sol  man  ön  alle 

ad  zä  tod  ertrenken. 

§2. 
[Veränderung  eines  Pfandes.] 
Item  wer  dem  andern  ain  pfand  versetzt  und  dasselb  pfand  nach- 
Qds  verendert,  one  des  willen,  dem  das  pfand  versetzt  ist,  der  rieht 
r  statt  b  U  ^. 

§3. 
(Schaden  rflgen.) 
Item  es  sol  jeglicher  sinen  aigen  schaden  rAgen;  der  gUche  sine 
id  und^  wib,  und  sine  dienst  in  acht  tagen  den  nechsten,  nachdem 
der  schad  gescheen  ist.     DesgUch  sol  jederman  dem  andern  sinen 
laden^  rügen  bi  sinem  eid^  ungevarlich. 


*  Auf  Rasur.  —  '  Korrigiert.  —  *  Siebe  Bemerkung  am  Schlüsse  dieses  Äb- 
mittet.  —  <  DuTcbstricben.  —  *  Über  der  Zeile  von  späterer  Hand  cocb». 


112  Überlingen. 

§4. 
(Burgrecht  ufgeben.) 
Item  wer  der  wäre,  der  burgrecht  ufgeben  w61t,  der  sol  das  thön 
vor  einem  gesessen  raute,  nach  der  statt  gewonhait  und  herkomen. 

§5. 
(Mit  dem  baner  in  daz  veld.) 
Item  wir  band  och  gesetzt:  wenn  man  mit  dem  paner  in  das  veld 
züchet,  w&lcher  dann  von  dem  paner  flucht^,  dem  sol   man  öne  gnad 
das  hopt  abschaben.  i 

§6.  .      ■ 

(Die  stur  ze  richten.) 

Item  wer  der  ist,  der  die  stür  alweg  uf  Sonntag  mittvasten  nit 
bezalt,  das  der  bi  sinem  aide  usser  unser  statt  gerichten,  zwingen  und 
bennen  gan  sol  und  darin  nit  mer  ze  kommen,  er  hab  dann  die  stür  vor 
hin  usgericht  und  bezalt. 

§7. 
(Von  der  pfandtschaft.) 
Wir  haben  ouch  gesetzt  von  der  pfandtschaft  wegen,  das  die  pfandi 
Schaft  in  der  stür  als  varend  gut  verstürt  werd  und  in  dem  erbfal  vallen 
und  gehalten  sol  werden,  als  ander  gelegen  verfangen  gfit. 

§8. 
(Daz  die  kind  vatter  und  müter  nit  zum  tail  drengen.) 

Item  wa  zwai  egemächit  sind,  und  ir  eins  vor  dem  andern  mit 
tod  abgät  und  elich  liberben  von  in  geporen  verlassend,  das  dann  die- 
selben ir  kind  und  liberben,  jung  oder  alt,  weder  vatter  noch  mflter 
zum  tail  nit  drengen  sollen  noch  mögend. 

§9. 
(Articlelus*  der  appellatz.) 
Ma1^8  Item  welher  burger  sich  von  der  urteile,  so  am  undergericht  oder 

am  obern  Stattgericht  gesprochen  wirdet,  beruft  und  appelliert,  das  der 
sweren  wirdet  einen  liplichen  eide  zu  Gott  und  den  heiigen,  das  er 
sÄlicher  appellatz  notturftig  sige,  und  die  nit  tue  zu  verzüg  der  wider- 
parthie  an  sinem  rechten;  tut  er  den  eide,  das  dann  im  der  appellatz 
gestattet  werd. 

Actum  donrstag  nach  dem  heiigen  pfingstag  anno  etc.  LXXXVF. 


'  Von  späterer  Hand  über  der  Zeile  beigefügt:  «und  dem  hoptman  nit  gehorsam 
ist».  —  •  Sic! 


Überlingen.  113 

§  10. 
[Verbot,  neue  Torkelbäume  aufzustellen.]* 
Es  habend  och  min  herrengros  und  dein  rät  erraten,  das  fürohin 
niemand  torgelbomm  in  dis  statt  und  vorstett  zieehe  und  die  ufrichte, 
ön  verwillgung  gros  und  dein  rät,  da  vor  kainer  gewesen  ist 

§11. 

[Verbot,  Häuser  abgehen  zu  lassen.] 
Es  sol  och  fürohin  niemand  weder  in  der  statt  noch  in  vorstetten 
ire  büser  und  hofraitin  nit  lassen  abgan  und  unnütz  werden,  noch  die 
abprechen  öne  gunst  und  willen  gros  und  dein  rät. 

§  12. 
[Verbot,  einem  Fremden  ein  Haus  in  der  Stadt  zu  verkaufen.] 
[2.]  Es  sol  ouch  fürohin  dehain  burger  dehainem  gast  hüser  hie  in 
der  statt  z&  köfen  geben,  es  wftUe  dann  der  gast  sich  in  jars  frist  lier- 
äechen  und  burger  werden.* 

§  13. 
[Auch  im  Wege  der  Erbschaft  soll   kein   Haus  an  einen  Nichtbürger 

kommen.] 
Es  sol  ouch  fürohin  dehain  huß  hie  verkouft  werden,  dann  gegen 
einem  burger,  weder  in  der  statt  noch  in  den  vorstetten;  wo  die  aber 
durch  ieman  frftmden,  die  nit  burger  wären,  ererpt  würden,  so  sftUten 
die  in  kain  frftmd,  sonder  in  ains  burgers  hand  verköft  werden  und 
änderst  nit. 

§  14. 
(Wan  ainer  dem  andern  zethünd  ist  und  onbezalt  hinweg  gat.) 
Item  wenn  das  ist,  das  einr  dem  andern  zetönd  ist,  es  sige  von 
pfandtschaft,  Zinsen,  hußinsen  oder  was  schulden  die  sien,  und  der 
Schuldner  hinweg  gat,  wenn  dann  der  Schuldner  zwen  monat  uss  ist 
und  hie  nit  erschint,  so  mag  der,  dem  dann*  der  Schuldner  zetfind  ist, 
des  Schuldners  hab  und  gut  heften  und  den  haft  nach  der  statt  recht 
rechtvertigen,  und  bedarf  dem  Schuldner  witer  nit  verkünden,  dann  an 
das  end,  da  dann  der  Schuldner  am  letzsten  zu  herberg  gewesen  ist. 

§  15. 
[Freie  Wahl  zum  Großen  und  Kleinen  Rat.]  mAh>. 

Es  haben  och  gros  und  dein  rät  erraten  und  gesetzt,  das  in  der 
besetzung  grosser  und  deiner  rS,t  die  fri  wal  sin  sol ;  welher  dann  unser 
;er  an  gros  oder  deinen  rät,  desglich  von  den  zünften  erweit  und 


*  Dieter  wie  auch  der  folgende  Absatz  sind  mit  blasserer  Tinte  geschrieben. 
'  Der  ganze  Absatz  nachträglich  wieder  gestrichen.  —  '  Korrigiert  aus  «dem». 
Oberrheinische  Stadtrechte.    U,  2.  8 


114  Überlingen. 

gesetzt  wirdet,  das  derselb  darinne  gehorsam  sin  sol,  das  och  der 
die,  so  also  erweit  werden,  in  der  herren  und  gotshüser  dienst 
hüsere  in  diser  statt  nit  sin  sol;  und  welber  söliehen  dienst  an 
genomen  het,  das  der  sieh  des  von  stund  an  verzihen  sol.    Actum  f 
vor  der  crützwochen  anno  etc.     LXXXXIP. 

§  16. 
juni^li.  [Beschränkung  der  Ratsmitglider  in  der  Übernahme  fremder  Dien 
Es  haben  och  gros  und  dein  rät  erraten  und  gesetzt,  das  in 
besetzung  grosser  und  deiner  r&t  die  fri  wal  sin  sol,  und  welher  i 
burger  an  deinen  rät  und  gericht  erweit  und  gesetzt  wirdet,  das  de 
darinne  gehorsam  sin  sol;  das  och  der  oder  die,  so  also  erweit  wei 
in  der  herren  und  gotshüser  dienst  und  hüsere  in  diser  statt  nit  sir 
und  welcher  s&lichen  dienst  an  sich  genomen  het,  das  der  sich  des 
stund  an  verzihen  sol.  Es  sol  och  der  oder  die,  so  von  grossen  i 
in  sftliche  hüser  und  dienst  körnen,  sich  keinr  ander  gesch&ft  noch  sa« 
nit  beladen  noch  annemen,  dan  allain  das,  so  sinen  dienst  und  i 
berieret.     Actum  sampstag  vor  Johannis  Baptiste  anno  93. 

§  17. 
jj^^^JJ^  23  [Nachträgliches   Bekanntwerden   der  Leibeigenschaft  zieht  Verlust 

Bürgerrechts  nach  sich.] 
Och  habend  min  hen-en  gros  und  dein  rät  errauten  und  ges 
weihe  die  sien  die  burger  sind,  oder  burger  werden,  die  erfui 
werden,  das  si  oder  ire  wib  und  kind  eigen  weren  oder  nachjaj 
vftgt  hetten,  das  si  dann  ir  burgrecht  und  zunft  verloren  habend; 
welher  och  in  m5ß,  wie  obstet,  also  erfunden  wirdet,  der  sol  in  mo: 
frist  nechst  von  diser  statt  gän  und  fürter  darinne  nit  sin.  A( 
sampstag  vor  Katherine  anno  LXXXXIII. 

§  18. 
[Schutz  des  einheimischen  Weines.] 
Wir  band  auch  gesetzt,   das  dhain   unser  burger   dhainem 
gehalte  dhainen  wein,  der  in  unserm  etter  nit  gewachsen  ist;  wer 
bricht,  der  rieht  der  statt  f)  /?  ^;  es  scic  dann,   das  das  gut  hie 
stewrt  werde. 

§  19. 
[Steuerpflicht  für  den  Wein.) 
Wer  auch  den  Icuten  wein  gehaltet,  der  in  unserm  etter  wac 
und  den  man  nit  verstewret,  der  rieht  auch  der  statt  b  U  ^.     Ist  t 

*  Der  ganze  Absatz   ist    wieder   durchstrichen;   vgl.    den  folgenden,    von 
gleichen  Hand  geschriebeneo. 


Überlingen.  115 

das  ain  gast  wein  kaufet  umb  aineu  bfirger,  der  mag  in  wol  in  die 
statt  legen  und  kumpt  darumb  nit  zfi  schaden.  Ist  aber,  das  der  kauf 
bescliieht  vor  der  stewr,  und  dann  die  stewr  den  wein  ergreifet,  so  soll 
der  gast  den  wein  verstewren  nach  unser  statt  gewonhait;  th&te  er  deß 
nit,  so  rieht  er  der  statt  2  U  ^. 

§  20 

[Beschränkung  in  der  Benutzung  des  Überlinger  Torkels.] 

Es  soll  auch  niemand   kainen  wein   in  kainem   torgel  hie  auß- 

gewinnen,  der  in  den  garten  wachset,  die  nit  hie  verstewrt  werden  noch 

verdient;  und  als*  raenigem   ein  torgelmaister  der  bricht,  do  ist  der 

torgelmaister  von  als  menigen  verfallen  1  ff  ^j. 

Orig.  Perg,  Band  von  51  Blättern,  22  cm,  hr.,  32  cm.  l,  davon  42 
Rotier  beschrieben,  der  Rest  unbeschrieben,  St.  Ä,  Abt.  VIII  Nr.  ISO. 
Das  vorliegende  Stadtrecht  bezeichnen  mr  mit  St.  IL  Nach  der  starken 
Abnützung  und  einzelnen  Randbemerkungen,  wie  «wow»,  ^non  tegatun^  zu 
sddießeny  war  das  vorliegende  Exemplar  das  amtliche,  das  alljährlich  bei 
der  Verlesung  der  Stadtgesetze  an  Pfingsten  auf  der  Gred  benützt  wurde. 

Die  Einträge  stammen  von  ganz  verschiedenen  Händen:  Bl.  1  bis 
20a  van  Hd.  A  (Anfang  des  15.  Jhdts.)  mit  wenigen  Ausnahmen,  die 
jetceils  besonders  vermerkt  sind.  Auf  Bl.  20b  und  21a  folgen  Einträge 
ms  den  Jahren  1426,  1428  von  verschiedenen  Händen.  Bl.  21b  folgt 
«iederum  eine  nette  Hand.  Bl.  22b  enthält  Einträge  aus  dem  Jahre  1431. 
Bl.  23  und  24a  dagegen  weiseft  eine  bereits  dem  16.  Jhdt.  (1508  bczxv. 
1509)  angehörende  Hand  auf.  Die  ersten  Einträge  von  Bl.  24  a  ge- 
hören ins  Jahr  1432  und  stammen  von  derselben  Hd.,  wie  der  erste  Ab- 
sat2  auf  Bl.  22b  (1431).  Die  nächsten  Einträge  aus  den  Jahren  1443, 
1444,  1445,  1446,  1449  gehören  einer  und  derselben  Hd.  an.  Bl.  26— '28a 
iceisen  wieder  Einträge  von  Hd.  A  auf;  Bl.  28  a  enthält  außer de^n  solche 
m  der  1.  Hd.  auf  Seite  24a  (1432).  Bl.  28b  bis  Bl.  30b  sind  von 
einer  Hd.  besdirieben  (1461);  der  letzte  Absatz  Bl.  32b  stammt  aus  dem 
Jahre  1463.  Auf  Bl.  31a  bis  33  stammen  wieder  sämtliche  Einträge  von 
Hd.  B.  Auf  den  folgenden  Bl.  wechseln  die  Handschriften  sehr  oft,  fast 
jeder  Absatz  rührt  von  einer  anderen  Hd.  her.  Das  Datum  der  Auf- 
stdlung  der  einzelnen  Gesetze  ist  fast  immer  im  Text  selbst  erwähnt.  Der 
in  der  €  Beilage^  wiedergegebene  Text  befindet  sich  auf  einem  in  das 
hrgamemÜibdl  des  St.  II.  irrtümlich  als  Blatt  2  und  3  eingebunden  ge- 
^ßesenen  Doppelblatt.  Die  Schrift  ist,  soweit  nichts  anders  bemerkt  ist, 
rftca  gleichzeitig  mit  der  oben  mit  Hd.  A  bezeichneten. 


^  Dnrehstrichen;  darüber  can». 


8* 


1 


116  Überlingen. 

Die  Überschriften  stammen  fast  aUe  von  einer  Hd.y  sie  ist  identisch 
mit  derjenigen^  weiche  die  Einträge  aus  den  Jahren  1443  ff.  El.  24 
geliefert  hat. 

Die  Paragraphierung  rührt  von  Bearbeiter  her,   ebenso  die  Inter-  \ 
pimktion^  die  im  Origifwl  durchweg  fehlt. 


xxm. 

König  Sigismund  verpftodet  der  Stadt  Überlingen  die  Reichasteoer 
von  jährlich  850  Pfund  Heller  um  5000  Gulden  Bheinisch. 

1415  April  18.  Ohne  Ort 
Wir  Sigmund,  v.  G.  g.  Romischer  kung,  zft  allen  ziten  merer  des 
richs,  und  ze  Ungern,  Dalmacien,  Croacien  etc.  kung,  bekennen  und  tfin 
kunt  offenbar  mit  disem  brief  allen  den  die  in  sehen  oder  hftren  lesen. 
Wann  wir  unsern  und  des  heiligen  Romischen  richs,  und  nemlich  des 
heiligen  concili,  das  man  gegen wArtiklich  in  unserer  stat  zfl  Costencz 
haldt,  anligunde  und  notdurftige  Sachen  und  geschefte  mit  großem  fliße 
und  sw&rer  zerunge  und  koste  getriben  und  gearbeit  haben,  t^Iich 
triben  und  arbeiten,  und  des  mit  Gots  hilfe  nach  allem  unserm  ver- 
mögen fürbaß  zu  tän  ganzen  und  vesten  willen  haben;  und  wann  uns 
die  burgermeister,  rate  und  burger  gemeinlich  der  stat  zu  Überliog, 
unsere  und  des  richs  liebe  getrfien,  von  Iren  rehten  tröen  und  gftten 
willen  und  ouch  von  unser  sunderlicher  begerung  wegen,  funftusend 
Rinischer  guter  guldin  gelihen  haben,  und  die  ouch  in  unsere  und  des 
richs  und  der  egenanten  sache  scheinbaren  nutzen  gewant  und  komen 
sint,  und  wir  sunderlich  begerend  sin,  si  derselben  guldin  sicher  und 
gewis  zu  machen,  als  das  ouch  billich  ist,  darumb  haben  wir  mit  gfiter 
Vorbetrachtung  und  rate  unser  und  des  richs  getrüen,  für  uns,  unsere 
nachkomen,  Romische  keiser  und  kunige,  denselben  burgermeistern,  rate 
und  burgern  der  stat  zu  Überlingen  und  iren  nachkomen,  burgermeistern, 
raten  und  burgern  doselbs  die  gewonliche  stewre,  uns  und  dem  riebe 
iarlieh  uf  sant  Mertins  tag  doselbs  vallend,  der  mit  namen  vierdhalb- 
hundert  pfunt  haller  ist,  für  die  vorgenanten  funftusent  Rinischer  guldin 
ingesetzt  und  in  eins  rechten  pfandes  wise  ingegeben,  setzen  und  geben 
in  die  also  in  craft  diß  briefs  und  Romischer  kuniglicher  machtvol- 
kumenheit  und  meinen  und  wollen,  daz  si  die  also  in  pfandes  wise  für- 
baßmere  unwiderruflich  innehaben  und  alle  iar  uf  sant  Martins  tag  uf- 
heben  und  in  iren  nutz  keren  und  wenden,  und  damit  tun  und  lassen 
mögen,  was  in  fi'iglich  ist,  von  uns,  unsem  nachkomen  und  aller- 
meniglich  ungehindert,  und  daz  si  ouch  daruf  unser  und  derselben 
unser  nachkomen  quittbrief  nicht  vordem  oder  warten  bedürfen,  als  lang 
und  biß  uf  die  zit,  das  wir  oder  unser  vorgenante  nachkomen  an  dem 


Überlingen.  117 

icbe  die  vorgenante  stewr  omb  die  egenanten  funftusend  Rinischer 
uldin,  genger  und  g&ber,  von  in  oder  iren  nachkomen,  burgermeistern, 
ate  und  burgern  der  vorgenantenNstat  ze  Überling,  on  allen  abslag  der 
i6tze,  die  si  in  der  zit  und  die  nit  gelöst  ist,  davon  innemen  und  haben 
werden,  gar  und  genzlich  geledigt  und  gelftst  und  si  oucb  derselben 
linftusend  Riniscber  guldin  gewert  und  bezalt  haben,  und  wir  sagen 
i  ouch  für  uns  und  unsere  nachkomen  an  dem  riebe,  Römische  keisere 
nd  künge,  der  vorgenanten  stewer  eins  iglichen  iars,  bis  das  solhe 
)8Tmg  beschehen  ist,  quitt,  ledig  und  loß  mit  disem  brief  und  meinen 
nd  sprechen,  daß  sie  unser  und  unserer  vorgenanten  nachkomen  quitt- 
rieve,  als  lange  und  alldiewile  und  dieselb  stewer  nit  gelftst  ist,  zu 
emen  oder  zfi  haben  nit  phlichtig  sin  sollen  in  kain  weiß;  und  ob  ouch 
)mands  brief  über  dieselbe  stewer  zfi  Überling  gegeben  weren,  oder  von 
eigessenheit  oder  ander  sache  wegen  geben  würden,  meinen  und  setzen 
m  mit  disem  brief,  das  die  denselben  von  Überlingen  und  der  stat 
n  der  obgenanten  stewer  und  pfantschaft  keinen  schaden  bringen  in 
Ihdn  weiße.  Ob  in  aber  darüber  iemands  dheinerlei  ansprach,  vordrung 
der  ander  sach  zuziehen  würde,  darumb  wollen  wir  ir  fürstand  und 
^wer  sin,  als  oft  in  des  not  beschiht,  und  si  uns  darumb  ermanen. 
)Qch  sollen  die  vorgenanten  burgermeister,  rat  und  burger  gemeinlich 
ier  statt  zfl  Überling,  uns  und  unseren  nachkomen  an  dem  riebe  der 
orgenanten  losung  der  stewer  zu  Überling  umb  die  obgeschribene 
umm  ftinftusent  Rinischer  guldin  an  alles  verzihen  und  widersprechen, 
Uezit  stat  tun.  Mit  urkund  diß  briefs,  versigelt  mit  unser  kuniglichen 
nhangenden  maiestat  insigel,  der  geben  ist  nach  Cristi  geburt  vier- 
ehenhundert  iar  und  dornach  in  dem  funfzehendem  iare  am  nechsten 
lonerstag  vor  sant  Jftrgen  tag,  unser  riebe  des  Ungrischen  etc.  in  dem 
leunundzweinzigisten,  und  des  Romischen  in  dem  fünften  iaren. 

Ad  mandatum  domini  regis  Jodocus  Rftt  Canonicus  Basiliensis. 

Perg,  Chig.  mit  Siegel.  L,  A.  Nr.  576.  AbgedrucJct  in  Z.  0. 
Srf.  J22,  S.  29f.  Reg.  in  Altmann^  Die  Urkunden  Kaiser  Sigmunds,  Im- 
ml  1896—1900,  Nr.  1623. 

XXIV. 
^nig  Sigismund  verleiht  der  Stadt  Überlingen  als  Reichspfandschaft 
ieReichsmttnzstätteund  andere  Ffandschaften,  welche  die  imManns- 
bunme  ausgestorbenen  von  Hohenfels  vormals  besessen  hatten. 

1415  Juni  30  Konstanz. 
Wir  Sigmund,  v.  G.  g.  Romischer  künig,  zu  allen  ziten  merer  des 
chs  und  zu  Ungern,  Dalmatien,  Croatien  etc.  küng,  bekennen  und  ||  tun 
unt  offenbar  mit   disem   brief  allen   den,   die  in   sehen  oder  boren 


118  ÜberÜDgen. 

lesen:  als  den  edeln  .  .  .^  von  Hohenfels  unser  und  des  richs  inftntze 
und  mülene  mit  Iren  zögehorungen  und  ouch  etliche  zinsen  zft  Über- 
lingen von  unsem  vorfarn  an  dem  riebe  vor  ziten  versetzt  und  ve^ 
pfendet  ist,  widerlosung  nach  Inhalt  der  brieve,  doruber  gegeben,  das 
uns  fürkommen  ist,  das  die  vorgenanten  von  Hohenfels  mansgeslehte 
von  todes  wegen  all  abgegangen  sin,  und  das  die  vorgenant  unser  uiid 
des  richs  mAntze  von  in  in  langer  zit  nicht  geschlagen  si,  als  sich  ge- 
bAret  hette;  wann  wir  nu  nit  meinen,  das  solich  mAntze  lenger  ver- 
altet und  verlegen  belibe,  sunder  fürbassmere,  mitsampt  anderer  vo^ 
genannten  pfantschaft,  uns  und  unsem  vorgenanten  nachkomen  in 
redlichem  wesen  behalden  werde,  und  nemlich,  wann  wir  wol  underrichtet 
sin,  daz  die  bürgere  der  vorgenanten  stat  Überlingen  die  vorgenant  mftntze 
und  pfantschaft  in  redUchem  wesen  allerbast  behalden  mögen,  und  wenn» 
uns  ouch  doruf  tusent  Rinischer  guldin,  die  wir  in  unsem  und  des 
richs  knntUchen  nutze  gewant  haben,  bereit  gelihen  haben,  zA  dem, 
dorumb  solich  pfandschaft  vor  versetzt  ist,  dorumb,  mit  wolbedachtem 
mute,  gutem  rate  und  rechter  wissen,  haben  wir  denselben  bürgern  und 
der  stat  zu  Überlingen  bevolhen,  gegunnet  und  erloubet,  bevelhen, 
günnen  und  erlowben  in  ouch  von  Rfimischer  künglicher  macht,  in 
craft  diß  briefs,  das  si  die  vorgenant  mAntze  und  mülene,  mitsampt 
iren  rechten,  nutzen  und  zAgehörungen,  und  ouch  zinsen  und  anders, 
das  den  vorgenanten  von  Hohenfels  daselbs  zu  ÜberUngen  versetzt  ist, 
nach  Inhalt  der  briefe,  dorüber  gegeben,  an  unser  stat  und  von  unsem 
und  des  richs  wegen,  umb  solich  summe,  als  si  dann  den  vorgenanten 
von  Hohenfels  versetzt  sind,  losen  und  die  ouch  in  pfandswise  für  die- 
selben summe  und  dorzü  die  vorgenanten  tusend  guldin  innehaben, 
und  011  allen  abslag  der  nutze,  davon  fallende,  innehaben,  nutzen  und 
niessen  sollen  und  mugen  als  lange,  biß  das  wir  oder  unser  nachkomen 
an  dem  riebe  solich  pfantschaft  umb  die  vorgenant  smnme,  darumb 
si  den  von  Hohenfels  versetzt  ist,  und  ouch  die  vorgenanten  tusend 
guldin  von  denselben  von  Überlingen  ledigen  und  losen  werden,  solicher 
losunge  si  ouch  uns  und  denselben  unsern  nachkommen  allzit  gestatten 
und  gehorsam  sin  sollen,  welich  zite  im  jare  das  ist.  Mit  urkund  diC 
briefs,  versigelt  mit  unserer  küniglichen  maiestat  insigel.  Geben  zu 
Costentz,  nach  Gristi  gehurt  vierzehenhundert  jare  und  darnach  in 
dem  fünfzehendem  jare,  des  nechsten  suntags  nach  sant  Peters  und 
Pauls  tag,  unserer  riebe  des  Ungrischen  etc.  in  dem  XXIX,  und  de^ 
Romischen  in  dem  fünften  jaren. 

Ad  inaudatuni  domini  regis  Michael  de  Priest 
canonieiis  Wratislaviensis. 
>  Punkte  im  Original. 


Überlingen.  119 

Terg.  Orig.  mü  gut  erhaltenem  Majestätssiegd  König  Sigismunds. 
L  Ä.  Nr.  588.  Abgedruckt  Z.  0.  Bd,  22.  S.  31  f.  Reg.:  Altmann  a.  a.  0. 
Nr.  1795.  

XXV. 

König  Sigismund  versetzt  an  die  Stadt  Überlingen  die  Biedmühlen 
und  die  Mühlen  am  Oraben. 

1417  März  18  Eonstanc. 
Wir  Sigmund,  v.  G.  g.  Römischer  küng,  zö  allen  ziten  merer  des 
richs,  und  zu  Ungern  Dalmacien,  Croacien  etc.  küng,  bekennen  und 
ton  kont  offenbar  mit  disem  brief  allen  den,  die  in  sehen  oder  hören 
lesen:  Wann  uns  die  burgermeister,  rete  und  bürgere  der  stat  zö  Über- 
lingen, unser  und  des  Richs  heben  getrüen,  durch  unser  sunderlichen 
b^erung  willen  ein  summe  gelts,  mit  namen  tusent  Riniseber  gülden, 
af  die  mühnan,  genant  die  Rietmülin,  und  die  mülinan  an  dem  Graben 
lü  Überlingen  gelegen,  und  ouch  uf  den  küngzins  *  daselbs  gelihen 
haben;  und  wann  wir  denselben  von  Überlingen  gegunnet  und  erloubet 
haben,  dieselben  mülinen  und  küngzins,  die  unser  und  des  richs  eigen, 
und  etwann  den  von  Hohenfels  und  eim  Truchsessen  von  Walpurg 
umb  genant  summe  marke  silbers  vor  ziten  ouch  versetzt  geweßt  sind, 
an  sich  und  die  statt  Überiingen  umb  dieselben  summen  der  versatzung 
zft  Iftßen,  nach  inhalt  der  itzgenanten  unser  vorfarn  briefe  denselben 
von  Hohenfels  und  Truchsassen  dorüber  gegeben.  Und  wann  die  itz- 
genanten von  Überlingen  die  vorgenanten  mülinan  und  küngzinse  von 
der  vorgenanten  von  Hohenfels  erben  an  sich  gelftßt  und  also  ußge- 
geben  haben  von  erste  hundert  mark  lötigs  silbers,  die  seliger  gedecht- 
nÜ88  küng  Rudolf  etwann  den  von  Hohenfels  uf  den  vorgenanten 
RietemüUnan,  und  darnach  küng  Adolf  hundert  und  zwenzig  mark 
Silbers  ouch  uf  denselben  Rietmülinan  gegeben  und  verschriben  hatten, 
und  domach  hundert  marke  silbers,  die  keiser  Ludwig  eim  Truchsassen 
von  Walpurg  uf  den  vorgenanten  mülinan  an  dem  Graben  und  küng- 
zinse gegeben  und  verschriben  hat,  die  die  vorgenanten  von  Hohen- 
fels vor  ziten  ouch  an  sich  gelößt  haben;  das  alles  zusamen  machet 
dreihundert  und  zwenzig  mark  silbers.  Doramb  sollen  und  mftgen  die 
vorgenanten  von  Überlingen  die  vorgenanten  mülinan  und  küngzinse 
förbaßmere  in  pfandewise  von  uns  und  dem  riebe  innehaben,  und  die 
nützen  und  niessen,  als  dann  die  vorgenanten  von  Hohenfels  und  ir 
erben  bisher  getan  haben,  von  allermenglich  ungehindert,  als  lang,  bis 
das  wir  oder  unser  nachkomen,   Römisch  keiser  oder  küng,  dieselben 


^  Korrigiert  aas:  küngeczins. 


120  Überlingen. 

müllDan  und  küngzinse  vou  den  vorgenanten  von  Überlingen  umb  die 
vorgenanten  tusend  rinische  gülden,  und  ouch  die  vorgenanten  dri- 
hundert  und  zwenzig  mark  lötigs  Silbers  ön  abslag  der  nütze,  die  si 
dann  davon  empfahen  und  haben  werden,  ledigen  und  l&ßen,  s&licher 
Iftßuug  si  ouch  uns  und  s&lichen  unsern  nachkomen  allzit  gestatten 
und  gehorsam  sin  sollen,  zft  welcher  zit  im  jare  das  ist.  Mit  urkuud 
diß  briefs,  versigelt  mit  unser  künglicher  maiestat  insigel.  Geben  zu 
Costentz  nach  Crists  geburt  vierzehenhundert  jare  und  dornach  in 
dem  sibenzehenden  jar,  an  dem  aehtzehenden  tage  des  mondes  Mertzen, 
unser  riche  des  Ungrisehen  etc.  in  dem  drißigsten  und  des  Römischen 
in  dem  sibenden  jaren. 

Orig.  Ferg.  mit  anhängendem  haiserlichen  Siegd  (zerbrochen).   St,  Ä. 
Abt.  IV  No.  59.     Reg.:  Altmann  a.  a.  0.   Nr.  2119. 


XXVI. 
König  Sigismund   erlaubt  Bürgermeister,   Bat  und  Bürgern   der 
Stadt  Überlingen  mit  Stimmenmehrheit  für  ihr  Oebiet  verbindliche 

Satzungen  zu  machen. 

1429  September  U  Preßburg. 
Wir  Sigmund  v.  G.  g.  Romischer  kunig,  z.  a.  z.  m.  d.  r.  und  zu 
Hungern,  zu  Beheim,  Dalmatien,  Croatien  etc  kunig,  bekennen  und  tun 
kund  offenbar  mit  disem  briefe  allen  den,  die  in  sehen  oder  hören 
lesen,  daß  wir  angesehen  und  gütlich  betrachtet  haben  getrüe  und  an- 
neme  dienste,  die  uns  und  dem  heiligen  riche  die  burgermeister,  rate 
und  burger  der  stat  zu  Überlingen,  unsere  und  des  reichs  lieben  ge- 
trden,  ofte  und  dicke  getan  hant,  teglichen  tön  und  fürbaß  zu  tun 
willig  und  bereit  sind  und  wol  tun  sollen  und  mögen  in  künftigen 
Zeiten,  und  haben  dorumb  mit  wolbedachtem  mute,  gutem  rate,  unser 
und  des  richs  getrüen  denselben  von  Überlingen  und  iren  nachkomen 
dise  besunder  gnad  getan  und  freiheit  gegeben,  und  in  gegunnet  und 
erloubet,  tun,  gunnen,  erlouben  und  geben  in  die  von  Romischer  kunig- 
licher  machtvoUkomenheit,  mit  rechter  wissen  in  craft  diß  briefs,  das 
die  burgermeister  und  rate  derselben  stat  zu  Überlingen,  die  jetzund 
sind  und  in  künftigen  zeiten  sein  werden,  oder  der  merer  teil  under 
in  in  derselben  stat  und  in  iren  zugehorungen,  gebieten  und  etter 
in  allen  Sachen,  setzen  und  ordinieren  mögen,  was  si  nach  erkentnus 
des  rates  daselbst  oder  des  merern  teils  under  in  uf  ir  eide  notdurft 
und  besser  getan  dann  gelassen  wirt,  dünken  sein;  und  was  si  denne 
also  setzen,  ordnen  und  erkennen,  das  soll  in  der  stat  zu  Überlingen 
und  in  derselben  stat  gebieten  und  etter  bei  in  von  jedermann  gehalten, 


Überlingen.  121 

volfÄret  und  gegeben  werden  one  Widerrede,  intrag  und  alle  hinder- 
nuße  eins  iglicben,  unsehedlich  doch  uns  und  dem  riebe  und  sust 
iedermann  an  seinen  reebten.  Mit  urkunt  diß  briefs,  versigelt  mit  unser 
hmglichen  maiestat  insigel.  Geben  zfi  Preßpurg  nacb  Crists  geburt 
viizehenbundert  jar  und  dornach  in  dem  neunundzweinzigisten  jare  an 
dem  heiligen  creuz  tag  exaltationis,  unser  riebe  des  Hungrischen  etc. 
in  dem  dreiundvirzigisten,  deß  Romischen  in  dem  neunzehenden  und 
des  Behemischen  in  dem  zehenden  jaren. 

Ad  mandatura  domini  regis 
Caspar  SUgk. 
Perg.  Orig.  mit  Siegel  an  einem  Pergamentstreifen,    L,  A,  Nr.  661, 
Ahdr.:  Lünig,  a.  a,  0.  Bd.  14,  S.  542.   Reg,:  Altmann  a.  a.  0.  Nr.  7426. 


xxvn. 

übereinkommen  König  Sigismunds  mit  der  Stadt  Überlingen  über 
die  Behandlung  der  Judenschaft  wegen  der  Ermordung  eines  Knaben. 

1430  Juli  14  Wien. 
Wir  Sigmund,  v.  G.  g.  Romischer  kunig,  zu  allen  zeiten  merer 
des  reichs  und  zä  Ungern,  zfi  Behem,  Dalmacien,  Kroacien  etc.  kunig, 
bekennen  und  tun  kunt  offenbar  mit  disem  brief  allen  den,  die  in 
sehen  oder  boren  lesen:  als  die  judischeit  in  unsern  und  des  reichs 
steten  in  Swaben,  nemlich  zu  Ravenspurg,  Überlingen,  Costentz,  Lindaw 
und  in  andern,  durch  mordes  willen,  den  si  an  einem  knaben  be- 
gangen haben,  in  gefenknuß  komen  sein  und  durch  soliche  zeugnuß 
und  bewisung,  die  uf  si  gescheen  ist,  daz  si  solicbs  mordes  schuldig 
sein,  als  wir  underwist  sein,  uns  und  dem  heiligen  Romischen  riebe 
leibs  und  güts  verfallen  sein,  und  als  nu  etliche  stett  über  ire  Juden 
doramb  gericht  haben,  also  sein  wir  mit  unsern  und  des  richs  lieben 
geträen,  dem  burgermeister,  rat  und  burgern  der  stat  zu  Überlingen, 
die  ir  volmechtig  botschaft  dorumb  zu  uns  getan  haben,  umb  soHchen 
feil,  als  uns  dann  die  judischeit  bei  in  leibs  und  güts  verfallen  ist, 
genzlicb  überkomen  und  eins  worden,  daz  si  uns  dorumb  ein  ganz 
genugd  getan  haben,  also  daz  wir  denselben  burgermeister,  rat  und 
burgern  ganzen  gewalt  und  macht  geben  in  craft  diß  briefs,  daz  si 
uiit  denselben  Juden  und  judinnen,  die  ietzund  bei  in  und  in  irer  stät 
sein,  handeln  und  faren  mögen  und  sollen,  als  recht  ist,  und  als  sich 
das  heischen  und  gebAren  wirt.  Sunderlich  mit  aller  irer  hab  und 
gut,  es  sei  ligend  oder  farend,  pfandschuld,  oder  was  das  sei,  nichts 
ußgenomen,  sollen  und  mögen  si  in  iren  und  irer  stat  nutz  wenden 
und  damit  handeln  und  tun,   als  wir  das  selber  getun   mochten  und 


122  Überlingen. 

sollen,  wie  in  das  gefallen  wirt  und  wir,  noch  iemand  von  unsern 
wegen  sol  si  doran  hindern,  noch  in  dorein  greifen  in  dhein  weis, 
sunder  wir  sollen  derselben  Juden  und  ires  güts  ganz  ledig  sein.  Es 
ist  ouch  sonderlich  beredt  worden:  wer  sache,  daz  man  über  die  Juden 
bei  in  richten,  oder  aber  si  umb  ir  hab  und  gut  schätzen  wfirde,  also 
daz  si  nimmer  daselbs  zö  Überlingen  wonen  und  sein  würden,  so  geben 
wir  von  Romischer  kuniglicher  macht  in  craft  diß  briefs  dem  spital 
zum  Heiligen  Geist  zu  Überlingen  und  den  armen  leuten  dorin  wonen- 
den  durch  gotes  und  unserer  sele  selikeit  willen  alsdann  der  freithof 
oder  die  stat  der  begrebnuß,  do  sich  die  Juden  daselbs  zfl  begraben 
pflegen,  also  daz  si  damit  t&n  und  handeln  nach  nutz  des  spitals  ob- 
genanten.  Und  wir  gebieten  dorumb  allen  und  iglichen  unsern  und 
des  heiligen  reichs  undertanen  und  getrüen,  in  welichem  adel,  wirden 
oder  wesen  die  sind,  ernstlich  und  vesticlich  mit  disem  brief,  daz  si, 
die  egenant  von  Überlingen  an  solichen  unsern  bevelhnußen  nit  hindern 
noch  irren  in  dhein  weis,  sunder  in  dorinne  behülflich  und  fürderlich 
sein,  als  lieb  in  sei,  unsere  und  des  richs  swere  ungnad  zö  vermeiden. 
Mit  urkund  diß  briefs  versigelt  mit  unserer  kunigUchen  maiestat  insigel. 
Geben  zfi  Wienn,  nachs  Crists  geburt  vierzehenhundert  jar  und  domach  in 
dem  dressigisten  jare,  am  fritag  nach  sant  Margarethen  tag,  unserer 
riebe  des  Ungrischen  etc.  im  vierundvierzigisten,  des  Romischen  im 
zweinzigisten,  und  des  Behemischen  im  zehenden  jaren. 

Ad  mandatum  domini  regis 
Caspar  Sligk. 
Perg.  Orig.  mit  Siegel  an  Pergamentstreifen.  St.  Ä.  AU.  V.  Nr.  66. 
Vidimiis  des  Rats  von  Konstanz  v.  1441    Reg.:  Altmann  a,  a.  0.  Nr.  7726. 


XXVIII. 

König  Sigismund  spricht  die  von  Überlingen  von  allen  Forderungen, 

die  er  an  sie  der  Juden  wegen  hat,  los. 

14)U  Januar  20  Konstanz. 
Wir  Sigmund,  v.  G.  g.  Römischer  kunig,  z.  a.  z.  m.  d.  r.  und 
zu  Ungern,  zu  Behem,  Dalraacien,  Croacien  etc.  kunig,  bekennen  und 
tun  kunt  offenbar  mit  disem  bief  allen  den,  die  in  sehen  oder  hören 
lesen:  Als  wir  etliche  Zuspruch  und  vordrung  an  die  burgermeister,  rat 
und  bürgere  der  stat  zu  Überlingen,  unsere  und  des  richs  liebe  getrüen, 
gehabt  haben  als  von  der  judischeit  wegen,  die  si  verbrant  haben,  und 
von  des  frithofs  wegen,  also  haben  si  unser  gnad  und  huld  gefunden, 
daz  wir  mit  in  dorumb  und  ganz  verriebt  sein,  und  sollen  in  des  hin- 


Überlingen.  123 

für  in  Ungnaden  nit  gedenken,  und  si  sollen  ouch  bei  den  gaben  be- 
leiben, die  wir  in  vormals  zu  Wienn  gegeben  haben.  Und  dorumb,  so 
sagen  wir  die  egenanten  von  Überlingen  alle  und  ir  iglichen  besunder 
aller  solicher  vordrung  und  züsprüch  für  uns  und  unsere  nachkomen 
und  alle  unser  amptleut  quid,  ledig  und  loze  mit  disem  briefe.  Mit 
urkund  diß  briefs  versigelt  mit  unserer  kuniglichen  maiestat  insigel. 
Geben  zö  Costencz  nach  Crists  gebürt  vierzehenhundert  jar  und  dornach 
in  dem  einunddrissigisten  jare,  an  sant  Sebastiani  und  Fabiani  tag, 
unserer  riebe  des  Ungrischen  etc.  in  dem  vier  und  vierzigisten,  des 
Romischen  in  dem  einundzweinzigisten,  und  des  Behemischen  in  dem 
eiUten  jaren. 

Ad  mandatum  domini  regis  houptmarschalk  de  Pappenheim  referen. 

Caspar  Sligk. 

Perg,  Orig,  mit  abgerissenem  Siegel,    St.  Abt.  V.  Nr.  67.  Ebenda 
eine  vom  Bat  jzu  Konstafus  vidimierte  Kopie.  Reg.:  Altmann  a.  a.  0.  Nr.  8239. 


XXIX. 
Kaiser  Sigismund  bestätigt  die  Befreiung  der  Stadt  Überlingen  von 
fremden  und  auswärtigen  Gerichten. 

1433  Oktober  30  Basel. 

Wir  Sigmund,  v.  G.  g.  Romischer  keiser,  z.  a.  z.  m.  d.  r.  und  zu 

Hungern,  zö  ßehem,   Dalmacien,   Croacien  etc.   kunig,   bekennen   und 

tuen  kund  oflFembar  mit  disem  brief  allen  den,  die  in  sehen  oder  hören 

lesen,  das  zu  uns  gesandt  haben  unsere  und  des  reichs  lieben  getrüen, 

der  burgermeister,  rat  und  burger  der  stat  zu  Überlingen  ir  erbere  bot- 

schafl  und  haben   uns  fürbringen  lassen:   wiewol  si  und  die  stat  zu 

Überlingen  von  alters  her  von  unsern  vorfarn,  Romischen  keisern  und 

kunigen  gefriet  und   begnadet  sein,  das  niemands,  wer  der  sei,  der  zu 

iren  burgern  doselbst  zö  sprechen  hat  oder  gewinnet,   das   der   recht 

von  in  nemmen  sol  vor  einem  rat  doselbst  zu  Überlingen;  jedoch  so 

werden  si  und  ir  gemein  stat  zu  zeiten  fürgenommen  und  mit  fr6mden 

gerichten   bekömert,   nemlich    wanne  soHche  sachen    gemein    stat   an- 

triffet,  und  haben  uns  demöticlich  angerufen   und  gebeten,   si  und  ir 

gemein  stat  dafür  ouch  zu  frien  und  zu  begnaden,  damit  si  soUcher 

intreg  überhaben  werden.    Des  haben  wir  angesehen  solich  ir  demütig 

bete  und  ouch  anneme  getrüe  dienst,   die  si  uns  und  dem  reich  getan 

haben  und  hinfür  tun  sollen  und  mögen,  und  haben  in  dorumb  von 

Römischer  keiserUcher  macht  dise  gnad  und  freiheit  getan  und  gegeben, 

t&n  und  geben  in  die  von  Romischer  keiserlicher  macht  und   gewalt 


124  Überlingen. 

in  craft  diß  briefs:  also  das  niemands,  in  welchen  wirde,  State  und 
eren  der  sei,  die  gemein  stat  z&  Überlingen  fiir  frftmde  gerichte,  wo  die 
sind  fürheischen,  fordern,  oder  laden  solle  noch  möge,  sunder,  wer  zt 
gemeiner  stat  zu  sprechen  hat,  der  soll  recht  nemmen  und  suchen  vor 
unser  und  unser  nachkomen  Romischer  keiser  oder  kunig  maiestat, 
oder  vor  eins  reichs  lantvogt  in  Swaben,  der  die  zeit  sein  würde,  oder 
vor  einem  rate  diß  nachgeschriben  reichs  stete  einer,  nemlich  Costenz, 
Lindow  oder  Ravenspurg,  an  derselben  vorgeschriben  stet  einer,  die 
vorgenanten  von  Überlingen  einem  iglichen,  der  zft  in  von  gemeiner 
stat  wegen  zu  sprechen  hat,  des  rechten  gesteen  und  uswarten  sollen, 
und  mindert  anderswo.  Ouch  von  sunderlichen  unsern  keiserlichen 
gnaden  haben  wir  den  obengenanten  burgermeister,  rat,  burgern  und 
stat  z&  Überlingen  dise  besunder  gnad  getan  und  freiheit  gegeben,  tnn 
und  geben  in  die  von  der  egenanten  unser  keiserlichen  macht  und 
gewalt  in  craft  diß  briefs:  wer  zu  ir  gemeiner  stat  eigen  lüten  oder 
derselben  stat  burger  eigen  lüten,  und  die  in  der  stat  Überlingen  ge- 
richten  sitzen,  zu  sprechen  hat,  das  der  recht  von  ir  nemmen  sol  vor 
den  geriehten,  dorinne  dieselben  ir  aigen  lüte  sitzen,  und  nindert 
anderswo,  es  wer  dann,  das  dem  cleger  oflFentUch  recht  in  denselben 
gerihten  versagt  würde,  so  mag  der  cleger  anderswo  das  recht  furba8 
sfichen  an  den  steten,  do  das  billich  ist.  uns  haben  ouch  die  itz- 
genante  burgermeister,  rat  und  burger  der  stat  zfi  Überlingen  fürbracht, 
wie  sie  ein  Wechsel  umb  ctlich  gut  an  Ramßperg  gehörend,  das  von 
uns  und  dem  reich  pfand  ist  nach  lut  der  brief  dorüber  gegeben,  ge- 
tan haben,  gen  den  von  Jungingen,  Benzen  von  Kunigsegk,  und 
Mollin  Truchsessen,  und  uns  demfiticlich  gebeten,  unsern  willen  und 
verhengnuß  dorzü  zu  geben.  Des  haben  wir  angesehen  solich  ir  bete, 
und  das  si  das  dem  reiche  zu  nutz  getan  haben,  und  haben  dorumb 
unseren  willen  und  verhengnuß  darzue  geben,  geben  von  Romischer 
keiserlicher  macht  in  craft  diß  briefs  beheltnuß  alzeit  dem  reich  der 
lozung  nach  lut  keiserlicher  und  kuniglicher  brief  dorüber  gegeben. 
Und  wir  gebieten  dorumb  allen  und  iglichen  fürstcn,  geistlichen  und 
wertlichen,  graven,  frien,  herren,  rittern,  knechten,  lantrichtern,  richtern, 
vogten,  amptlüten,  schultheissen,  burgenneistern,  reten  und  gemeinden 
und  sust  allen  andern  unsern  und  des  reichs  undertanen  und  getrüen 
von  Romischer  keiserlicher  macht  und  gewalt  ernstlich  und  vesticlich 
mit  disem  brief,  das  si,  die  vorgenante  burgermeister,  rat,  bürgere  und 
stat  zu  Überlingen  an  den  vorgeschriben  unsern  gnaden,  freiheiten, 
verhengnuß  und  willen  nicht  hindern  oder  irren  in  dhcin  weiß,  sunder 
si  der  getrulich  gebruchen  und  geniessen  lassen,  als  lieb  in  sei,  unser 
und  des  reichs   swere  ungnade  zu  vermeiden.     Mit  urkund  diß  briefs, 


Überlingen.  125 

veisigelt  mit  unser  keiserlichen  maistat  insigel.  Geben  z&  Basel  nach 
Ciists  geburd  vierzeheuhundert  jar  und  dornach  in  dem  drei  und  drissi- 
gisten  jare  am  freitag  nach  Simonis  und  Jude  tag,  der  heiligen 
zwelifboten,  unser  reiche  des  Hungerischen  etc.  im  siben  und  vier- 
zigisten,  des  Römischen  im  vier  und  zweinzigisten,  deß  Behemischen 
im  vierzebenden,  und  des  keisertumbs  in  ersten  jaren. 

Ad  mandatum  domini  imperatoris  Caspar  Sligk  miles,  cancellarius. 

Perg,  Orig.  mit  Siegel  an  schwarzgelhcr  Seide,  L.  A,  Nr.  694. 
Äbdr.:  Lünig,  a.  a.  0.  Bd.  14,  S.542.   Reg.:  Altmann a.  a.  0.  Nr.  9717. 

XXX. 
Von  den  Pflegern  und  dem  Meister  des  Spitals  zu  Überlingen  fest- 
gestellte Satzungen  mit  Straf  bestimmungen  der  spitälischen  Gerichte 
in  einigen  spitälischen  Dörfern  bei  Überlingen. 

15.  Jahrhundert. 

Sematingen. 

Anno  domini  etc.  XLIIIo.  1443. 

Das  gericht  ze  Sematingen,  zwing  und  benn,  wunn  und  waid 
ÖDt  des  spitauls ^ 

Die  pfleger  und  der  spitalmaister  ze  Überlingen  hont  das  gericht 
ze  Sematingen  mit  zwßlf  gesworen  richtern,  die  da  richten  sont  dem 
annen  als  dem  riehen  ungevarlich,  und  mögent  och  si  widerrufen,  wenn 
Ä  wend,  fln  menglichs  von  ir  wegen  irrung. 

Es  hont  öch  die  pfleger  und  maister  des  spitals  dis  nachgeschriben 
Satzungen  gemachet  und  geordnet;  wä.r  die  überfert,  der  sol  busfellig 
sin  als  hienäch  geschriben  stat. 

1.  Die  erst  Satzung  ist:  wer  den  ander  mit  gewafneter  band 
schlecht,  der  ist  dem  spital  3  ff  ^  vervallen. 

2.  Die  ander  Satzung  ist:  wer  den  andern  überloft  in  sinem  hus 
oder  uf  dem  sinen  nachtes  önwiderset,  der  ist  dem  spital  10  ff  ^ 
vervallen. 

3.  Die  dritt  Satzung  ist:  wer  uf  den  andern  messer  oder  ander 
Waffen  zukt  oder  erhebt,  der  ist  3  ff  ^  dem  spital  vervallen. 

4.  Die  vierd  Satzung  ist:  wer  dem  andern  sin  kom  ald  sin  wisen 
nacht  oder  tags  abschnit  oder  fretzet,  alder  sin  winber  abbricht,  oder 
sin  ops  aed  sin  holz  abhowet,  was  in  sin  gut  gehört,  ald  ainer  dem 
andern  sin  vich  ze  tod  schlecht,  der  ist  dem  spital  3  ff  ze  rechter  büß 
und  pen  vervallen. 

5.  Die  fünft  Satzung  ist:  war  mist,  hftw,  stro  oder  holz  verkoft, 
der  kumpt  umb  ieden  karreu,  als  dik  er  daz  tot,  umb  10  jj  ^. 

1  ^  Hier  ist  die  Schrift  vollständig  abgerieben. 


126  Überlingen. 

6.  Die  sech8[t]8atzung:  w&r  der  ist,  der  dem  andern  uf  ein  aig 
oder  lehen  stelt,  der  ist  10  ff  ^  vervallen. 

7.  Es  ist  öch  mit  gemainer  urtail  aller  richter  gesetzt:  w&r  ( 
ist,  der  den  richtern  oder  iren  ainem  besunder  von  des  gerichts  weg 
an  ir  er  ret  oder  tot  mit  Worten  oder  mit  werken,   der  ist  dem  spi 
vervallen  3  ff  ^,  und  den  richtern  oder  dem  er  an  sin  er  ret,  och 
rechter  pen  und  büß  3  ff  ^. 

8.  Es  ist  och  furo  me  mit  gemainer  urtail  des  gerichts  geset 
war  der  war,  der  den  andern  heißet  liegen,  es  sig  an  gericht  oi 
anderswa,  und  sich  denn  erfint,  das  er  disem  unrecht  getön  hat,  ( 
ist  .  .  .^  vervallen  dem  spital  und  richtern  8  ß  ^.* 

9.  Item  es  ist  gesetzt:  welher  win  schenken  wil  in  dem  dorf,  • 
sol  mit  der  richter  willen  schenken,  und  sol  &llü  jar  die  miß  ph&ch 
und  den  brand  ofFenlich  daran  hän;  w&r  aber,  daz  ainer  ain  ze  kh 
m?iß  het,  und  den  lüten  nit  das  recht  und  die  rechte  m&ß  gab,  < 
ist  dem  spital  10  ff  ^j  vervallen. 

10.  Item  me  setzent  wir:  wenn  man  die  richter  weit,  und  si  ( 
gericht  schwerent,  das  si  denn  in  denselben  aid  nement:  wa  si  hfire 
das  sich  ze  unfrüntschaft  zühet  oder  sehent,  es  si  wort  oder  w^erk,  o( 
eß  kSm  si  suß  für  haimlich  oder  offenlich,  es  werd  klegt  oder  nit,  aim 
richter  oder  me,  oder  dem  der  an  des  spitals  statt  hie  in  dem  hus  i 
so  sond  si  frid  gebieten,  si  all  oder  ieglicher  besunder,  es  wachs  1 
von  wiben  oder  mannen,  an  15  ff  ^j,  das  si  frid  schaffint  und  geb 
ze  beden  siten  für  sich  und  für  menglich  von  ir  wiegen  uf  ain  rec 
Und  wer  och  \vj\r,  der  des  überwunden  würd  am  rechten  nach  erka 
nüß  der  richter,  der  rieht  die  büß,  als  vorgeschriben  stät,  und  wdrt  d< 
spital  10  ff  ^,  und  den  richtern  5  ff  ^J  oder  dem  dorf,  oder  w&r  s( 
haft  ist  daruf,  und  von  dem  dorf  wichet. 

11.  Item  w^er  der  ist,  der  schenkt  erkoft  wdn,  der  ist  dem  spi 
verfallen  1  malter  haber.^ 

12.  Item  wir  setzent  öch:  wenn  der  richter  ze  gericht  gesessen  ist,  \ 
denn  der  ist,  der  den  andern  haist  liegen  offenlich  an  dem  gericht,  u 
des  überwunden  wirt  am  rechten,  der  richts  mit  1  ff  ^;  da  wirt  d 
si)ital  15  jS  ^  und  den  richtern  b  ^  ..j. 

13.  Item  me  setzent  wir:  w^a  ains  das  ander  haist  liegen  in  üns< 
gerichten,  zwingen,  oder  bennen,*  und  das  ze  klag  kumpt  für  ain  rec 
der  rieht  es  mit  9  jj  „j,  dem  spital  mit  G  ji  ..J  und  den  richtern  mit  3  ß 

*  Hier  sind  einige  Worte  ausradiert.  —  ^  Der  ganze  Absatz  ist  durcbstricl 
'  Dieser  Absatz  von  anderer  Hand,  ebenso  die  beiden  folgenden.  •—  *  Am  Rand:  ^ 
oder  waid. 


Überlingen.  127 

14.  Wir^  zimren  wil  und  was  er  rimerholz  hßwet  zft  sant 
Martis  tag,  das  sol  zu  sant  Walpurg  tag  verzimert  sin,  und  was  er  howet 
zfi  sant  Walpurg  tag,  daz  sol  verzimert  sin  zu  sant  Jacobs  tag,  und 
was  er  howet  zu  sant  Jacobs  tag,  daz  sol  zu  sant  Martis  tag  verzimert 
MD,  und  alz  dik  er  daz  Übersicht,  derkompt  ön  gnäd  umb  l  U  ^. 

15.  W&r  der  ist,  der  da  schenkt  und  win  koft,  der  sol  an  ainem 
ßder  gewinnen  in  dem  summer  30  ß  ^,  5  ß  ^  minder  oder  mer  an 
gevird,  und  an  dem  winter  2  0f,  5  (J  ^  minder  oder  mer  an  gevärd, 
und  sol  die  m&ß  uf  den  tisch  setzen  und  so  dik  er  daz  übervert,  den 
sol  ain  gericht  strafen  umb  1  0f  ^  an  gnäd. 

16.  W&r  der  ist,  der  den  andern  übereret  oder  überzünt  über  offen 
marken,  der  rieht  1  0f  ^  ön  gnäd  dem  dorf  und  dem  spital  sine  recht. 

17.  W&r  der  w&r,  der  an  dez  dorfs  alman  stiessi,  oder  dem  dorf  daz 
sin  anvieng  oder  rüti  öne  ainen  undergang,  der  ist  verfallen  \  U  ^, 

18.  W&r*  der  ist,  der  da  ain  varit  pfand  vor  ainem  geschwornen 
amptmann  insetzt,  der  dez  nit  halt  in  allen  ünsern  gerichten,  der  ist 
dem  spital  verfallen  3  £  ^. 

19.  Wir  der  ist,  der  da  ain  ligend  pfand  vor  ainem  geschwornen 
amptmann  insetzt,  und  daz  nit  halt  in  allen  ünsern  gerichten,  der  ist 
dem  spital  verfallen  10  !?  ^. 

Disendorf. 

Dis  sint  die  benn  dez  gerichtz  ze  Disendorf: 

1.  Die  erst  Satzung:  w&r  verkoft  ainen  karren^  mit  mist,  der  ist 
vervallen  dem  spital  5  ji  ^. 

2.  Wir  verkoft  ain  burdi  hßw  alder  ain  burdi  strow,  der  ist  6  ^ 
vervalfen. 

3.  Item   wir  verkoft    ainen   karren  mit   holz,    der    ist  vervallen 

4.  Die  vierd  Satzung:  w&r  ainen  karren  mit  aichin  holz  verkoft, 
der  ist  vervallen  10  ß  ^. 

5.  War  ain  burdi  holz  verkoft,  der  ist  vervallen  6  ^.* 

6.  Item  w&r  ainen  karren  mit  hftw  alder  strow  verkoft,  der  ist 
vervallen  5  ^  ze  büß  und  pen. 

7.  W&r  den  andern  mit  den  fünsten  schlecht  mit  truken  straichen, 
der  ist  verfallen  l  U  ^  etc. 

8.  W&r  den  andern  schilt  mit  scheltworten,  der  ist  vervallen  5  ji  ^. 

^  Dieser  und  die  folgenden  Absäize  sind  von  späterer  Hand  nachgetragen  und 
sieben  im  Original  hinter  den  Bestimmungen  für  Ematsreute,  wohin  mit  einem  Zeichen 
▼erwiesen  ist.  —  "  Die  beiden  folgenden  Absätze  von  verschiedenen  Händen.  —  '  Auf 
Karor.  —  *  Dieser  Absatz  ist  durchstrichen. 


128  Überlingen. 

9.  Item  w&r  uf  den  andern  mit  gewafnater  band  schlecht,  der 
ist  dem  spital  vervallen  3  f(  ^, 

10.  Item  w&r  den  andern  schlecht  mit  fünsten  und  truken  straicben, 
der  ist  1  0f  ^  vervallen. 

11.  Item  w&r  der  ist,  der  dem  ander[u]  bi  nacht  oder  bi  nebel  sin 
graß  oder  körn  absehnit,  oder  ops  abiist,  oder  winber  abschnit,  der  ist 
verfallen  3  0f  ^. 

12.  Und  die  zwing  und  benn  gand  als  verrals  ir  tart,  wun  oderwaidgäi^ 

13.  Item  wer  der  ist,  der  dem  andern  das  sin  fretzet,  es  sig  kom, 
gras  etc.  bi  nacht  und  bi  nebel,  der  ist  vervallen  5  fif  ^.* 


Denkingen. 

1496  Dis  sint  die  Satzungen  des  gerichtes  ze  Denkingen,  als  der  spital- 

maister  von  Überlingen  und  der  jung  Nübrunner  von  PfuUendorf  gesetzt 
und  versetzt  hont  anno  Domini  MCCCC<>LXXXXVP. 

1.  Die  erst  Satzung  ist:  w&r  dem  andern  in  sinen  gebannen,  wisen 
und  gerden  und  akkers  vert  und  etzet  und  schaden  tut,  der  kumpt  von 
iedem  höpt  tags  umb  2  ji  ^',  nachts  umb  3  ji  ^,  als  dik  er  daz  tftt 
was  hoßlkker  und  wisen  haissend  und  sind,  es  sig  an  samen  in  den 
witraitenen  oder  in  den  hofäkkern. 

2.  Item  die  ander  Satzung  ist:  war  den  andern  schelkt  mit  bfisen 
Worten  und  red,  der  ist  dem  gericht  vervallen  5  (J  ^. 

3.  Item  die  drit  Satzung  ist:  war  den  andern  schlecht  mit  truken 
streichen  an  gewafnet  band,  [das  er  blütrünsig  wirt],*  der  ist  dem 
gericht  vervallen  P  'S  ^j. 

4.  Die  vierd  Satzung  ist:  w5t  den  andern  schlecht  mit  gewafnater 
band,  daz  er  blütrüsig  wirt,  der  ist  dem  gericht  veiTallen  3  fC  ^. 

5.  Item  die  fünft  Satzung  ist:  welhem  richter  an  dem  abent 
fürgebotten  wirt,  und  an  das  gericht  geruft  wirt  und  nit  kumpt,  der  ist  3  J  ^ 
vervallen,  es  w&r  denn,  das  er  ehafti  not  mftcht  und  künd  erschainen. 

6.  Item  die  sechs  Satzung:  war  der  war,  der  den  richtern  gemain 
oder  ainem  besunder,  an  ir  er  retti  oder  sprächi,  oder  daz  gericht  valschti, 
und  verschmachti,  der  ist  vervallen  10  U  ,*jy  als  dik  er  es  tut. 

7.  Item  die  sibent  Satzung  ist:  wer  holz  verkoft,  der  kumpt  von 
ieglichem  karren  vol  umb  3  jj  ^,  alz  dik  er  es  tut. 

8.  Die  acht  Satzung  ist:  war  in  den  bauh61zer[n]  holz  howet,  der 
kumpt  von  ainem  karren  vol  umb  3  |J  .J,  alz  dik  er  es  tfit. 

»  Dieser  und  der  vorhergehende  Absatz  von  anderer  Hand.  Der  letztere  ist 
durchstrichen.  —  ^  Von  anderer  Hand.  Ein  weiterer  Absatz  ist  vollständig  ausradiert.  — 
^  Auf  Rasur.  —  *  Die  Worte  von  [bis]  durchstrichen.  —  *  Auf  Rasur. 


Überlingen.  129 

9.  Item  die  niind  Satzung:  wer  gen  dem  andern  dringet  Mven- 
lich  An  zuken,  der  ist  verfallen  10  ß  ^^. 

10.  Item  die  zehent  Satzung  ist:  wer  über  den  andern  wäffen  zukt 
oder  erhept,  der  ist  verfallen  1  6f  ^. 


TtC 


iE 


Bambergen.' 

Es  ist  ze  wissent  allermenglich,  das  Hans  Bessrer  und  Ulrich  Griner  j^^^^^  ^g 
liant  entschaiden  uf  sant  Hilarien  tag  im  XXXII  jaur,  das  unser  vier 
maiger  ze  Banbergen  sftllent  nit  me  denn  ainer  sechs  karren  vol  mist 
füren,  als  si  denn  es  gef&ren  mflgent  mit  iren  rossen  in  ir  aigen  wingerten. 
Och  mflgent  si  wol  strow  behalten,  damit  si  ir  reben  ufgeheften  mügent, 
und  das  übrig  sftllent  si  uf  den  güttem  beliben  laussen;  das  band  die 
vier  maiger  verhaissen  und  gelopt  für  sich  selber  und  für  alle  ire  hus- 
gesint  ze  halten  etc. 

Bambergen.' 

Die   zwing   und    benn    ze   Bambergen   sint   gesetzt   als   hie   ge- 
schriben  stat  etc. 

1.  Wer  verkoft  ainen  karren  mit  mist,  der  ist  vervallen  dem 
spital  5  ß  ^. 

2.  Item  wer  ainen  karren  vol  holz  verkoft,  der  ist  vervallen  3  ji  ^. 

3.  Item  wer  verkoft  ainen  karren  mit  aichin  holz,  der  ist  ver- 
vallen 5  (J  ^. 

4.  Item  die  vierd  Satzung:  wer  verkoft  ain  burdi  holz,  der  ist 
vervallen  6^. 

5.  Item  w&r  verkoft  ainen  karren  vol  strow  alder  hftws,  der  ist 
vervallen  5  (i  ^. 

6.  Die  sechs  Satzung  ist:  wfir  den  andern  schilt  mit  scheltworten, 
der  ißt  vervallen  5  ji  ^. 

7.  Item  w&r  den  andern  schlecht  mit  gewafnater  Hand,  der  ist 
vervallen  3  ff  ^  tags,  es  si  messer,  k&nten,  tremel,  stangen,  stain,  isen 
oder  holz*.   . 

8.  Item  wer  der  ist,  der  dem  andern  das  sin  fretzet,  es  sig  körn, 
gras  etc.,  bi  nacht  und  bi  nebel,  der  ist  vervallen  5  U  ^^ 

9.  Wer  ain  burdi  mit  strow  oder  hftw  verkoft,  der  ist  dem  spital 
6  ^  vervallen. 


>  Dieser  Abtatz,  ebenso  der  nächste,  von  anderer  Hand.  —  >  Dieser  Absatz  von 
»aderer  Hand.  —  •  Von  „es  si**  von  anderer  Hand.  —  ♦  Das  folgende  wieder  von 
der  ursprünglichen  Hand.  —  >  Dieser  Absatz  von  anderer  Hand. 

Oberrheinische  Stadtrechte.  H,  2.  9 


180  Überlingen. 

Item   wer  den  ander  überloft  nachts  mit  gewafnoter  hand,  oder 
ain  sin  tören  Mvellichen  ufstosset,  der  ist  vervallen  dem  spital  \0  fi  ^K 


Siggingen. 
Der  spital  von  Überlingen  het  die  zwing  und  benn  ze  Siggingen  nnd 
mag  daz  gerieht  besetzen  mit  12  gesworen  richtem,  wenn  man  richten  will. 
Item  diß  sind  die  Satzungen  des  gerichts  ze  Siggingen: 

1.  Die  erst:  wer  den  andern  schlecht,  er  sig  frow  oder  man,  mit 
truknen  streichen,  der  ist  verfallen  dem  spital  1  U  ^. 

2.  Item  die  ander:  wer  den  andern  schlecht  mit  gewäfihoter  band, 
der  ist  dem  spital  verfallen  3  £  ^. 

3.  Item  die  dritt:  wer  dem  andern  sin  graß  oder  körn  absdmidet 
bi  nacht  und  bi  nebel,  der  ist  verfallen  dem  spital  3  ff  ^. 

4.  Item  die  vierd:  wer  den  andern  überloft  in  sinen  hus,  oder 
sinen  türen  uflFstosset  Mfelich,  der  ist  dem  spital  verfallen  10  ff  ^, 

5.  Item  wer  der  ist,  der  den  richter  allen  [oder]  ieren  aim  be- 
sunder  an  sin  er  redti,  der  ist  verfallen  dem  spital  10  ff  ^. 

Item  die  zwing  und  benn  ze  Hernatzrüti  sind  des  spitals  mit 
den  nachgeschriben  Satzungen  des  gerichts  ze  Hernatzrüti,  ut  sequitur, 
und  sol  daz  gericht  besetzen  mit  12  richtern. 

1.  Die  erst  Satzung  ist:  w&r  verkoft  ainen  karren  mit  mist,  der  ist 
vervallen  5  jj  ^. 

2.  Item  wer  verkoft  ainen  karren  mit  holz,  der  ist  vervallen  3  jj  ^. 

3.  Item  war  verkoft  ainen  karren  mit  aichim  holz,  der  ist  ver- 
vallen 10  ji  ^. 

4.  Item  wer  verkoft  ain  burdi  holz,  der  ist  vervallen  6  ^.* 

5.  Die  fünft  Satzung:  wer  verkoft  ainen  karren  mit  strow  oder 
mit  höw,  der  ist  vervallen  5  (i  ^. 

6.  Item  die  sechts  Satzung:  war  verkoft  ain  burdi  mit  strow  alder 
mit  hftw,  der  ist  vervallen  6  ^. 

7.  Item  wSj  den  andern  schilt  mit  scheltworten,  der  ist  vervallen 
[der  ist  verfallen]^  &  |i  tf- 

8.  W&r  den  andern  schlecht  mit  gewafnater  hand,  der  ist  ver- 
vallen 3  ff  ^. 

Orig,  FergamenÜihdl  mit  10  Blättern,  davon  9  beschrieben.  Auf  der 
Eückseite  steht:  Dorffofnung,  Spital- Archiv  Überlingen,  Abt.  L  Nr.  2, 
Abdr.  Z.  0.  Bd.  17  S.  149  ff. 

^  Ein  folgender  Absatz  stimmt  mit  dem  ersten  über  «Bambergen»  mitgeteilten 
wörtlich  überein,  ist  deshalb  im  Original  durchstrichen. 

«  Dieser  Absatz  ist  durchstrichen.  —  *  Von  [bis]  durchstrichen. 


Überlingen.  131 

XXXI. 
Schlichtung  von  Spännen  zwischen  dem  Grafen  Johann  von  Werden- 
berg und  der  Stadt  Überlingen  wegen  Gericht^  Zwing  und  Bann. 

1456  Juli  1  (ohne  Ort). 

Wir,  diß  nachbenempten  Hanns  von  Liustetten,  der  zit  vogt  zum 
Hailigenberg,  Hanns  Ruch  und  Ulrich  Blaurer,  bald  burger  zu  Costentz, 
bekennen  öffentlich  und  tund  kunt  allermenklich  mit  disem  brieve  von 
der  spenn  und  zwitracht  wegen,  erwachsen  und  uferstanden  entzwischen 
dem  wolgebornen  herren  grauf  Johannsen  von  Werdenberg,  herre  zum 
Hailigenberg  etc.  unserm  gn&digen  herren,  ainstails,  und  den  fürsich- 
tigen und  wisen  burgermaister  und  r&te  der  statt  Überlingen,  deß  andern 
tails.  gericht,  zwing  und  benn  berürende,  so  dann  die  gemelten  von 
CrberUngen  und  die  iren  zu  der  herrschaft  zum  Hailigenberg  ligen  band, 
und  der  ietzgemelt  unser  gn&diger  herr,  grauf  Johanns  von  Werdenberg, 
den  von  Überlingen  vorgenant,  als  si  vermainen,  inen  mit  den  hohen 
gerichten  in  ire  niedem  gericht  griffen  hab  witer,  denn  im  zu  tünd  ge- 
pÄre,  da  aber  sin  gnaud  deß  nit  vermaint,  das  wir  mit  baider  parthien 
gunst,  willen  und  wissen  und  och  von  ir  gepett  wegen  so  vil  darzfi 
geredt  und  si  umb  sftUich  ir  spenn  in  der  gütUchait  bet&diugot  haben, 
uf  form,  so  hernach  begriffen  staut: 

Des  ersten:  als  die  von  Überlingen  in  mainung  gewesen  sind,  das 
der  wolgebom  herr  grauf  Johans  von  Werdenberg  etc.,  unser  gnädiger 
herre,  mit  den  hohen  gerichten  inen  in  ire  nidern  gericht  griffen 
hab  witer,  denn  sich  zu  tünd  gebore,  da  aber  sin  gnaud  vermaint:  nain, 
da  haben  wir  beredt  und  bet&dingot,  das  der  genant  grauf  Johans  von 
Werdenberg,  sin  nachkomen  oder  sin  vögt,  mit  den  hohen  gerichten 
richten  und  straufen  miigent,  alles  das,  das  ainem  mentschen  an  sin 
lib  und  leben  und  an  sin  ere,  oder  zu  hut  oder  zu  haur  gaut. 
Danne  von  der  herlichait  och  deß  vorsts  und  wiltpands  wegen,  da 
sol  es  beliben  und  bestan,  als  das  von  alter  herkomen  ist.  Furo 
denn,  als  von  der  nidern  gericht  wegen,  haben  wir  aber  beredt,  das 
die  von  ÜberUngen  in  iren  gerichten  mügent  haben  bott  und  verbott, 
vmd  mfigent  och  in  irem  dorfetter  all  fräfiinen,  fliessend  wunden  wol 
straufen,  ussgenomen  das,  so  in  den  hohen  gerichten  zugehört,  und 
in  den  ussern  etter,  als  verr  ir  zwing  und  benn  griffent  und  gänt, 
mflgent  dieselben  von  Überlingen  och  all  fräflinen  wol  straufen,  uss- 
genomen fliessent  wunden  und  das,  so  denn  die  hohen  gerichten 
zfigehftret,  und  das  sol  und  mag  der  oftgenant  unser  gnädiger  herr, 
grauf  Johans  oder  sin  nachkomen  und  v6gt  in  dem  ussern  etter 
straufen.  Und  als  denn  die  von  Überlingen  vermainend,  das  sie  gefrigt 
sigend   von   Römischen   kaisern  und  künigen,    das   si  zu  schädlichen 

9* 


132  Überlingen. 

lütten  usserthalb  ir  statt  griffen,  die  darin  fauhen  und  ziehen  mflgend, 
und  mit  den  gefaren  nach  recht,  da  aber  der  wolgeporn  grauf  Johanns 
yermaindt,  das  sin  graufschaft  in  sAlicher  maß  herkomen  sige,  das  inen 
das  zft  tünd  nit  gepüre  in  siner  herrlichait,  von  des  stucks  und  arückels 
wegen  haben  wir  nichtzit  beredt  noch  betSdinget  und  wftUent  in  mainung 
sin,  das  das  nit  not  nott^  sie.  Und  won  baid  parthien  vorgenant  diser 
unser  gfitUchen  sprach  und  entschidung  willig  und  benügig  gewesen 

sind,  uffzenemen diesen  biefe,  der  geben  ist  uf  domstag  nach 

sant  Petters  und  Pauls  tag  der  haiigen  apposteln  in  dem  jaure,  als 
man  zalt  von  der  gepurt  Cristi,  unsers  heben  herren,  thusent  vierhundert 
sechsundfunfzig  jaure. 

Ferg,  Orig.  mit  4  Siegeln  der  hetden  Tädingsleute  und  der  beiden 
Parteien,  je  an  einem  Pergamentstreifen,  St  Ä,  Abt.  LXXIIL  Nr.  2097. 

Regest  im  Fürstenbergischen  Urkundenbuch  (F.  ü.)  Bd.  6.  S.  177. 


xxxn. 

Hitglieder  des  Bats  von  Eonstanz  schlichten  Streitigkeiten  zwischen 

dem  Grafen  Johannes  von  Werdenberg  und  denen  von  Überlingen 

wegen  der  Gerichte^  Zwinge  und  Banne. 

1459  Februar  15  Überlingen. 

Wir,  dis  nachbenempten  Ulrich  Blarer,  burgermaister  zu  Costentz, 
und  Conrat  Schatz,  des  rauts  daselbs,  bekennen  ofFenUch  und  tönd 
kund  allermenglich  mit  disem  briefe:  Als  dann  z wüschen  dem  wolge- 
pornen  herren  grave  Johannsen  von  Werdenberg  etc.,  unserm  gn&digen 
herren  an  einem,  und  den  ersamen  wiseu  burgermaister  und  raute  der 
stät  Überlingen,  unsern  guten  fründen,  des  andern  tails,  etwas  spenn 
und  zwiträcht  erwachsen  sind  von  wegen  gericlit,  zwing  und  binn,  so 
dann  die  vorgenanten  von  Überlingen  in  der  gräfschaft  zum  Hailigen- 
berg ligen  händ,  das  wir  baid  obgenant  zwüschen  baiden  vorgenanten 
parthien  von  bevelhens  wegen  unser  herren  und  guten  fründe,  ains  rautz 
zu  Costentz,  euch  von  baider  parthie  gebette  wegen,  ainen  früntUchen 
unverbunden  gütUchen  tag  uf  hüt,  den  tag,  als  diser  briefe  geben  ist,  ab- 
gerett  und  gen  Überlingen  in  die  stät  gesetzt,  so  vil  zwüschen  in  ge- 
rett,  und  si  umb  sölich  ir  spenn  in  der  gütliche  und  mit  irm  wissen 
verainet,  und  umbe  dis  nachgeschriben  stuck  betädingt  haben  uf  die 
form,  so  hernach  geschriben  staut: 

Des  ersten,  als  dann  der  vorgenant  unser  gnadiger  herre,  grave 
Johanns  von  Werdemberg,  vermaint  hat,  das  die  vischentz  in  der  Ach 

>  Sic! 


Überlingen.  133 

zü  Siggingen  in  zwing  und  in  b&nn  sinen  gnaden  zfigehAren  sftlt,  ist 
bereit,  das  der  spittaul  zu  Überlingen  nach  lut  eins  briefs  dabi  beliben,  und 
der  genant  unser  herre,  grave  Johanns  von  Werdemberg,  denselben  spittal 
daran  ungehindert  laussen  soI.  Und  als  dann  der  jetzgenant  unser  gnädige 
herre,  grave  Johanns,  vermaint  hat,  im  solle  das  gericht  zu  Kriewangen 
zAgehftren,  ist  aber  berett  und  get&dingt,  das  es  gen  Siggingen  und  dem 
ber&rten  spittal  zugeh&ren,  und  in  daran  ungesumpt  laussen  suU.  Furo, 
als  dann  unser  gn&diger  herre,  grave  Johanns,  aber  vermaint  und  vor 
im  gehept  hat,  sin  gnäd  s511e  die  pl&tz  in  der  von  Überlingen  gerichten 
in  der  gräfschaft  zfim  Hailigenberg  gelegen  besetzen  und  entsetzen,  ist 
sin  gnäd  erbetten,  das  er  davon  gestanden  ist,  und  hinfür  die  jetz- 
genanten  von  Überlingen  und  die  iren  daran  ungesumpt  wil  laussen. 
Und  als  dann  die  vilgenanten  von  Überlingen  bisher  in  irn  zwingen 
und  b&nnen  von  des  genanten  unsers  herren,  grave  Johannsen,  v&gten 
und  amptlüten  in  underg&ngen  gehindert  sind  mit  dem,  das  si  vermaint 
haben,  si  sfilten  den  underg&ngem  den  aid  geben,  ist  berett,  das  der 
von  Überlingen  amptlüt,  an  wftlhen  enden  es  in  not  wirt  zu  under- 
gän,  zwüschen  inen  und  den  iren  in  dem  iren  den  aide  geben  s611ent 
unegesumpt  des  benanten  unsers  gnädigen  herren,  grave  Johannsen, 
siner  vftgt  und  amptlüte,  es  were  dann,  das  si  oder  die  irn  an 
ander  lüten  gfite  stiessen,  die  nit  die  im  weren,  so  sollen  si  ainem 
vogt  oder  amptmann  gen  dem  Hailigenberg  enbieten,  die  sftUen  une 
hinderungj  zü  dem  undergang  keren,  die  aide  geben,  und  sunst  dehain 
gebotte  dabi  thün.  Ob  si  aber  nit  kommen  oder  hindrung  darinne 
tun  wWten,  so  sftUen  der  gemelten  von  Überlingen  amptlüte  dannzümäl 
di  aide  der  v&gt  und  amptlüte  halb  zCim  Hailigenberg  ungestraft  geben, 
damit  der  undergang  nit  gehindert  werde.  Dann,  als  unser  gnädiger 
herre  obgenant  in  mainung  gewesen  ist,  das  die  von  Überlingen  vor- 
genant in  iren  gerichten  dehain  aventüre  ußgeben  sölten,  dann  mit 
siner  gnaden  erloben  von  dem  stuck,  wir  sin  gnäd  aber  gütlich  gewiset 
haben,  und  mögen  die  von  Überlingen  in  iren  gerichten  wol  tun.  (Der 
nächste  Punkt  betriflfl  einen  speziellen  Rechtsfall  zu  Siggingen.)  Dann 
von  des  vorsts  wegen,  antreffend  das  voglen  ist  berett,  das  unser  gnädiger 
herre  die  von  Überlingen  damit  gnädiglich,  die  yon  Überlingen  sich 
ouch  beschaidenlich  halten  sollen,  als  dann  von  alter  herkomen 
ist.  Als  dann  von  der  berenden  bÄm  wegen  haben  wir  aber  sovil 
zwüschen  inen  in  der  güthche  gerett  und  si  betädingt,  das  die 
von  Überiingen  und  die  iren  berend  bftm,  haimsch  oder  wild,  uf 
im  aign  leben-  oder  zinsgütern  abhowen  mögen  ungestraft,  uß- 
genomen  in  den  fronwälden  und  uf  gemain  merken,  da  sollen  si  es 
miden,  es  sige  dann  mit  siner  gnaden,  oder  siner  vögten  und  amptlüten 


134  Überlingen. 

willen  und  erlöben.     W&r  ouch  oflFenlich  und  tags  über  offen  marken 
sei,  graset,  zunt,  schuldet  oder  mäit,  das  sol  in  die  nidern  gericht  zu 
strafen  geh&ren  und  nit   den   hochen   gerichten;   wä  aber  das  anders 
gescMche,  das  sol  den  hochen  gerichten  gehören.   Von  des  hofs  Wegen- 
furt, so  unser  herre,  grave  Johanns  obgenant  maint  im  in  sine  gericht 
gehftr,  dawider  aber  die  von  Überlingen  mainen,  das  es  inen  und  gen 
Ramsperg  gehftrt,  ouch  das  bisher  in  nutzlicher  gewerr  inngehept  haben, 
ist  aber  berett,  das  sich  unser  gnädiger  herre,  grave  Johanns  vorgenant 
darumb  erfaren  sol,  mag  er  dann  die  von  Überlingen  vordrang  nit 
erlaussen,   darumb   sollen  si  sinen   gnaden  glicher  billiger  recht  sin. 
Und  als  dann  die  vilgenanten  von  Überlingen  fiirgewendt  und  in  clag 
gehept  händ,  das  in  und  ire  amptlüten  bisher  mengerlai  intr&g  von  den 
amptlüten   zum  Hailigenberg  mit   bott   und  verbott  in  irn  gerichten, 
zwingen  und  b&nnen  der  nidern  gericht  beschechen  si,  die  inen  doch 
nach  lut  ir  brief  zfigeh6ren,  ist  berett,  das  si  hinfür  daran  von  dem 
obgenanten  unserm  gnädigen  herren,  grave  Johannsen,  sinen  vfigten 
und  amptlüten  ungehindert  beliben  sollen,  es  were  dann  sach,  das  es 
die  hochen  gericht  antr&ff  und  berürte.    Es  sol  ouch  dem  jetzgenanten 
unserm   gn&digen   herren  grave  Johannsen   von   Werdemberg  sin  ge- 
rechtikait  zu  dem  hüfnagel  zu  Hagnow  von  der  hochen  gericht  wegen 
behalten  sin.   Furo  und  zum  letsten  ist  berett,  das  die  richtung  zwuschen 
dem  gemelten  unserm  herren,  grave  Johannsen  von  Werdemberg,  und 
den  von  Überlingen  zu  Salmenschwilen  durch  etlich  begriffen  bi  iren 
creften  beliben  und  bestan  sol.   Und  ob  sich  dehainerlai  unwile  zwuschen 
baiden  vorgemelten  parthien   und  den  iren  sölicher  spenn  halb  bis  uf 
hüt,  disen  tag,  gemacht  het,  der  sol  ouch  ganz  tod,  ab  haissen  und  sin, 
und  deweder  tail  den  andern  des  hinfür  engelten  laussen.     Und  wann 
baid  obgenanten  parthien  diser  unser  gütlichen   entschidung  imd  be- 
redung willig  und  benügig  gewesen  sind  ufzenemen,  und  uns  gebetten 
händ,  inen  der  urkund  und  brief  zu  geben,  darumb  und  des  alles  zft 

warem  urkund diesen  brief,  der  geben  ist  uf  dornstag  vor  dem 

samtag,  als  man  in  der  hailigen  kirchen  in  dem  ampt  der  hailigen  meß 
singet  reminiscere  in  der  vasten,  in  dem  järe  so  man  zalt  von  gottes 
gepurt  tusend  vierhundert  fünfzig  und  in  dem  nünden  jaure. 

Ferg.  Orig,  St.  A.  AU,  LXXIII,  Nr.  200S.  Sämtliche  4  Siegel,  die 
der  beiden  Tädingsleuie,  des  Grafen  vofi  Werdenberg  und  der  Sta^t 
Überlingen  sind  abgefallen.  Vid.  Copic  des  Rats  von  KonMan^  mit  wohl- 
erhaltenem  Siegel  vom  28.  Januar  1472:  St.  A.  Abt.  L XXIII  Nr.  2099. 
Heg.  in  F.   U.  Bd.  6\  S.  177. 


Überlingen.  135 

XXXIII. 
Stadtsatzung  Aber  Steuer.üngeld^  Straf gewalt  der  Zunftmeister  u.  a.  m. 

1461  Mai  22. 

Nota.  Es  band  oucb  burgermaister,  gross  und  clain  rat  von  aius 
gemainen  nutzes  wegen  diser  statt  und  ganzer  gemaind  diser  statt  diß 
Ordnung  gesetzt  und  uf  fntag  vor  dem  bailigen  tag  zfi  pfingsten  im 
LXI  jar  beschlossen,  und  wollen  die  gebalten  werden  von  menglicbem : 

Item  und  nauchdem  und  vil  lüt  stür,  nutzungen,  ungelt  und  wet- 
gelt  z&  bezaln  lang  zit  nach  den  zilen,  und  man  die  verfallen  ist  z& 
geben,  verzogen  und  nit  bezalt  band,  und  vil  gebott  bi  den  aiden  und 
8U8t  verachtet  band; 

item  des  ersten:  wer  der  ist,  der  di  stür  nit  bezalt  in  der  zit,  als 
der  statt  gewonhait  bißher  gewesen  ist,  das  man  dem  oder  den  nit 
mer  bi  dem  aide  bieten,  sunder  ainen  kn&cht,  zwen  oder  dri,  zu  in 
senden  und  ieden  umb  sin  anzal  der  stür,  sovil  er  schuldig  wirt,  pfenden, 
und  Bovil  pfand  von  im  nemen,  die  pfand  uf  offen  markt  tragen  und 
das  verkoffen  sol,  sin  gelt  daruss  l&sen  und  das  übrig  dem  sächer  wider 
antwurten. 

Item  desglichen  sol  man  dehain  gült  und  der  statt  nutzung  ver- 
koffen, inan  trüge  dann  darumb  mit  guten  ligenden  pfänden  trostung, 
die  besser  denn  dieselb  nutzung  sien,  und  so  sich  zil  und  tag  ergangen, 
das  man  das  gelt  ervordre  und  ob  die  gült  nit  ervolgen  müg,  die  pfand 
zu  verkoffen  und  die  gült  zfi  lösen  und  damit  zCl  gefaren,   wie  obstat. 

Item  von  dez  ungeltz  wegen,  da  sol  man  niemands  mer  weder 
uß  der  statt  noch  darin  pieten,  sondern  das  von  in  nemen  alle  samstag 
bar,  als  dann  das  von  alter  herkomen  ist;  und  wftlche  das  überffiren, 
80  hat  grosser  rät  clainem  rät  gewalt  geben,  dieselben  fürzunemen  nach 
irm  gefallen  und  derselben  verschulden. 

Item  wftlche  das  wettgelt  nit  richtind  nach  herkomen  der  statt, 
der^  sol  uß  der  statt  ^n  und  darin  nit  komeu,  er  hab  dann  die  straff 
bezalt;  so  sol  man  in  darumb  straffen  als  ainen,  der  sin  aid  nit  ge- 
balten und  überfstren  hat. 

Item  si  band  gesetzt,  das  amman  und  richter  in  den  zünften  ab 
sin  und  nit  mer  gebrucht  werden  sond. 

Item  und  sollen  nu  furo  ain  zunftmaister  und  die  ainUf  in  ieder 
zunft  nichtz  straffen  umb  dehain  sach,  das  usserhalb  ir  huse  beschicht, 
es  wir  dann  sach,  das  etwas  Sachen  besch&hen,  [die]  ir  zunft  und 
hantwerk  anrfirten,  damit  ir  Ordnung  nit  gehalten  würde,  doch  mit  den 

»  Sic! 


136  Überlingen. 

fürworten,  was  sich  verlüflF,  das  ainer  sinen  aide  oder  ere  übersähe 
mit  falschem  gewicht,  gewurz,  schmalz  oder  anderm,  oder  das  ainer 
den  andern  wundoti  oder  messer  zuckti,  das  sol  allwegen  ainem  statt- 
amman  und  dem  rate  haimgesetzt  werden. 

Item  es  mftgen  ouch  zunftmaister  und  die  ainUf  von  den  iren 
gelüpt  und  aide  innemen,  als  bißher,  in  iren  Ordnungen  gehorsam  zu 
sind,  es  si  zft  ainlifen,  cristaflFeln  oder  andern  dingen,  doch  die  jetz- 
gemelten  stuck  ainem  stattaman  und  dem  rät  behalten,  di  si  nit 
straffen  s&llen. 

Item  si  mügen  ouch  den  im  in  irm  huse  gebieten  an  dri,  an  fünf, 
oder  an  zehen  Schilling  pfening,  ob  ainer  ir  Ordnung,  ir  zunftgebott 
oder  hantwerks  überfAre.  Die  frSflin  sol  der  zunft  beliben;  wäre  aber, 
das  ainer  ainen  mit  der  fust  schlflge  oder  im  Scheltwort  erbütti,  oder 
nit  ain  cristaffel  sin  wölt,  s&lich  fräflin  dann  irm  huse  halbs  und  der 
zunft  das  ander  halbtail  beUben  sol. 

Item  und  ist  das  die  straff,  die  si  nemen  m&gen:  wMher  ain 
haisset  hegen  oder  fluchet,  so  sol  die  minder  straff  sin  3  ß  ^  und  die 
mer  5  ß  ^,  als  dann  die  wort  an  im  selbs  sind;  doch  m&chten  die 
Scheltwort  di  er  ber&ren,  das  ist  dem  amman  und  rät  behalten. 

Item  furo:  wftlcher  in  siner  zunft  ain  hantwerck  und  Ordnung 
nit  haltet,  als  ir  Ordnung  Inhalt,,  und  ob  der  vom  zunftmaister  und  den 
ainlifen  gestrafft  wirt,  dasselb  gelt  sol  gemainer  zunft  haimgän, 
ußgenomen,  das  die  obgeschriben  stuck  berürt:  valscher  aide,  fridbriche, 
fliessend  wunden  und  messerzuckten.  ^ 

Item  w61her  den  andern  mit  ungewaffnoter  hand  schlecht:  zehen 
schiling  pfening. 

Item  es  sollen  ouch  die  gesellen,  so  ain  huß  erkofft  hand,  ge- 
walt  haben,  das  huß,  ob  si  wend,  ainem  zu  koffend  ze  geben  oder  nit; 
doch  w61cher  in  die  zunft  h6rt  und  unbelündet  ist,  dem  sol  man  das 
geben,  ob  er  si  begert. 

Item  es  sollen  gemain  husgesellen  den  gewalt  haben,  ob  sich  ainer 
als  ungehorsamlich  hielte,  ald  als  unordenlich  sich  zu  erkennen,  in 
von  huß  zu  wisen,  oder   in  dabi  zu  beliben   lassen,  ain  zit  oder  gar. 

Item  es  sol  ouch  ain  jeglicher  gesell  ains  huses  den  gewalt  haben, 
ain  huß  ufzügeben  vor  gemainen  husgesellen,  wenn  es  im  eben  ist; 
doch  das  er  das  gelt,   so  er  umb  das  huß  geben  hat,  verloren  hab. 

Item  Wi\r  ouch  sach,  das  etlich,  so  hüser  erkofft  hand,  dabi  schuldig 
wi\ren,  wftUier  denn  das  huß  ufgeben  wölt,  der  sol  sin  anzal  der  ge- 
sellen dennzumal  hinach  geben. 

»  Sic! 


Überlingen.  137 

Item  ob  ainer  umb  ungehorsam!  gestrafft  würd,  es  wäre,  das 
ainer  ainen  mit  ungewaffnoter  band  schlÄg,  Scheltwort  erbütt,  nit 
cristaffel  sin  wMt,  oder  sin  zech  nit  bezaln,  oder  ander  s&Hche  stuck, 
so  sftlleii  zunflmaister  und  ainUf  gewalt  haben,  demselben  zu  gebieten, 
die  pen,  darumb  er  gestrafft  w&r,  zft  geben  an  dri,  5  oder  10  ß  ^;  und 
ob  er  die  gebott  verachten  tit,  sol  sftlich  pen  dem  huß  halb  und  der 
zunfl  der  ander  halbtail  werden;  und  ob  ainer  dem  allem  ungehorsam 
sin  w&lt,  so  sftUen  derselb  zunflmaister  und  die  ainlif  umb  s&Iichs  ain 
burgermaister  und  rät  anrflfen,  in  hilflich  zu  sind,  denselben  gehorsam 
zji  machen. 

Item  es  sol  euch  ainem  ieglichen  die  oberhand  behalten  sin,  dabi 
man  ouch  ainen  ieglichen  beUben  lassen  sol,  und  die  trAw,  so  man  ge- 
wonlichen  nimpt,  sol  ain  nit  irren. 

Item  derglich  wil  man  s61ichs  gegen  den  andern  trinkstuben,  es 
sien  Bchinderknichten,  hecken-,  küffer-  und  schraidkn&chten  oder  andern 
ouch  bestellen  und  halten. 

Item  die  ussliit  sollen  dehain  aigen  win^-trinkstuben  haben,  sunder 
in  ain  trinkstuben  oder  in  ains  wirts  huß  gän  und  dehain  irn  aigen 
win  darin  tragen. 

Item  man  sol  den  wirten  massen  geben,  derglich  dehain  wirt  kain 
kanten  bruchen  sol,  si  sie  dann  pfficht  und  hab  der  statt  zaichen. 

Item  si  band  ouch  gesetzt  und  wollen,  das  hinfür  kainer  weder 
win,  roß,  hüser,  garten  noch  anders,  nichtz  ussgenomen,  mitainandem 
und  zu  ainandem  verkoffen,  oder  gelt  zu  dewederm  lihen  sollen;  denn 
was  ainer  hinfür  verkoffen  wil,  das  sol  er  ainitzig  und  nit  zwifalt  verkoffen. 

Item*  dergHch  band  si  gesetzt:  wölher  ungewonlich  k&ff  git,  es 
si  kom,  win,  roß,  hüser,  garten  noch  anders,  nichtz  ussgenomen,  den 
wftUen  min  herrn  straffen,  nachdem  der  koff  an  im  selbs  ungewonlich  ist. 

Item  si  setzen  aber,  das  man  ir  Stattsatzungen  haben  sol,  wie  die 
gesetzt  sind,  und  wer  die  überfert,  das  ain  rat  die  oder  den  nach  In- 
halt der  Satzung  umb  alle  stuck,  die  darin  vergriffen  sind,  straffen 
mfig,  und  die  nit  mindere. 

Item  si  wftUen  och^,  [das]  ainer,  der  isen  vail  hat,  an  ainer  schinen 
i8en,  die  er  dings  git,  5  oder  6  ^  gewins  nemen  sol  und  darüber  nit. 

Item  si  band  ouch  gesetzt,  das  alle  gewerb  ab  und  menglichem 
fri  sin  sollen,  damit  der  gemain  mau,  arm  und  rieh,  sin  narung  dester 
baß  gehaben  müg. 


j 


*  Dieses  Wort  über  der  Zeile. 

'  Hier  beginnt  die  Rückseite  des  Rodels. 

*  Dieses  Wort  über  der  Zeile. 


138  Überlingen. 

Item  aber  setzen  und  w&Ilen  si,  das  der  statt  der  salzkoff  belib, 
doch  mag  iederman  salz  und  isen  kofifeu  und  mit  win  daran  stecheOf 
und  das  hie  wider  verkoffen,  doch  bi  ganzen  schiben,  oder  drithalb 
mess  für  ain  schiben  und  sunst  nit. 

Oriflf. Vergamentrodd87,2cm lang, SlMmbreit  StA.AhU VIILNr.131. 


XXXIV. 
Das  Gericht  zu  Pfullendorf  entscheidet  Streitigkeiten  zwischen  dem 
Grafen  Jörg  zu  Werdenberg  und  Heiligenberg  und  der  Stadt  Über- 
lingen wegen  der  HiatersaAen. 

1468  August  6  (ohne  Ort). 
....  Das  dero  von  Überlingen  aigenlüte  hinder  minem  gnä- 
digen herren  grave  Jfirgen  von  Werdemberg  in  sinen  gerichten,  zwingen 
und  binnen  gesessen  demselben  grave  Jörgen  mit  dienen  und  raisen 
gehorsam  sin  sollen,  als  ander  sin  aigenlüte,  doch  den  von  Überlingen 
an  ir  gerechtikait  der  aigenschaft  halb  unschädlich  und  unvergriffenlich.^ 
Dergelich  sollen  mins  gnädigen  herren  grave  Jßrgen  von  Werdemberg 
aigenlüt  hinder  den  von  Überlingen  in  iren  gerichten,  zwingen  und 
bannen  gesessen  denselben  von  Überlingen  mit  dienen  und  raisen  als 
ander  ir  aigen  lüte  gehorsam  sein,  ouch  minem  gnädigen  herren  an  siner 
gerechtikait  der  aigenschaft  halb  unschädlich  und  unvergriflFenlich. .  .  . 
Samßtag  vor  Sant  Affren  tag  nauch  Cristi  unsers  lieben  herren  gepürt 
vierzehenhundert  und  im  achtundsechzigosten  jauren. 

Perg,  Orig.  Siegel  des  Stadtammanns  von  Pfullendorf,  Jakob  Hänüing, 
abgerissen.    St,  A,  Abt  LXXIII  Nr.  2102.  Reg.  in  F.  U.  Bd.  6.  S.  179. 


XXXV. 

Richtung  zwischen  der  Stadt  Überlingen  und  den  Bewohnern  des 

,,Dorfs'':    Aufnahme    der   Dörfer    in    den    Rat    von    Überlingen; 

Schlichtung  der  Streitigkeiten  mit  dem  Hause  Mainau. 

1469  Mai  21  Konstanz. 
Wir  nachbenempten  Ulrich  Blarer  burgermaister,  Conrat  Grdnem- 
borg   des   richs   vogt,   Ulrich   Lind,   Ludwig   Schilter,    Jfirig  Engenlin, 
Cristan   Denckel   und  Hans  Schwänninger,    alle   des  ratz   zu  Costentz, 

*  Diese  „gerechtikait  der  aigenschaft"  wurde  in  einem  Erläateningsarteil  des 
Gerichts  zu  Pfullendorf  (St.- A.  Abt.  LXXIII,  Nr.  2102)  dahin  bestimmt,  daß  nur  „sturen, 
väll,  geläß,  und  nit  ander  dienst**  darunter  verstanden  werden  sollten. 


Überlingen.  139 

Banns  Waltkilch,  alt  burgermaister  zCi  Schaflfhusen,  und  J6rig  Gm&nder, 
alt  burgermaister  zu  Sant  Gallen,  tünd  kund  allen  den,  so  disen  brief 
aiisechen,  lesen  oder  hören: 

Nachdem  sich  etwas  unwille  zwüschen  den  ersamen  wisen  burger- 
maister und  raute  zft  Überlingen,  unsern  sondern  guten  fründen  an 
ainem,  und  den  dftrfem,  irn  burgern,  am  andern  tail  erhabt  hat,  dar- 
rürende  der  spenn  halb  zwüschen  dem  comithur  des  huses  zä  Mainow 
von  der  sinen,  der  von  UflFkirch  wegen  und  den  dfirfern  antreffende 
tratt  und  waid,  der  si  zä  baider  sit  uf  ainen  gemainen  mit  glichen  züsatz 
kommen  und  etlich  sprüch  geben,  die  den  dörfern  wider  gewesen  sind, 
aud  darinne  mitsampt  irn  vier  vorgenger  von  dörfern  gerett  hond, 
daran  dann  ain  rät  zft  ÜberUngen  ain  mißvallen  gehebt  und  darumb 
zu  im  drien  von  den  vier  vorgenger  griffen  laußen  und  in  vangknus 
genommen  und  sich  deßhalb  menglich  verloffen  hat,  so  zu  beschriben 
nit  not  ist,  uf  das  der  mertail  von  dörfern  von  dannen  gewichen  sind 
und  in  gAtem  in  die  statt  Costentz  kommen,  und  so  nu  unser  fründ 
7on  Costentz,  Schaffhusen  und  Sant  Gallen  sölh  unainikeit  vernommen, 
ä  sorg  gehept  haben,  daz  die  ding  noch  erger  werden  möhten,  das 
lach  dem  allerbesten  zu  verkommen  sige,  wie  jeglicher  bott  von  sinen 
runden  zu  den  spennen  geordnet  und  gesendt,  und  ist  uns  von  in  mit 
^mst  bevolhen,  hochen  vlis  an  den  Sachen  zu  keren,  damit  die  sach 
rüntlich  hingelegt  wiirde;  also  haben  wir  uns  uf  sölich  bevelh  als  die 
gehorsamen  zwüschen  baid  parthien  getan  und  si  sölichs  ires  Unwillens, 
darüber  sich  der  gemacht  het,  von  ainem  an  das  ander  vernommen 
md  si  daruf  mit  ir  wissen  und  willen  in  der  gfitlichait  früntlich  gericht 
md  zft  ainikait  bracht  in  maßen  hernach  stat: 

Des  ersten,  nachdem  und  dann  bisher  die  dörfer  von  in  vier  zu 
rorgengern  und  pflegem,  die  in  ir  Sachen  handelten,  genommen  haben, 
las  da  hinfüro  öwiglich  ain  burger  ^  und  rät  zu  Überlingen  den  dörfern 
ier  pfleger  usser  und  von  denselben  dörfern  geben  sol,  die  si  dann 
larzü  togenlich  sin  beduchte,  und  ob  under  den  vieren  ainer  des  tS,g- 
ichen  ratz  ist,  der  sol  von  den  vieren  der  dörfer  pfleger  und  ain  für- 
Qunder  gen  aim  raute  sein,  was  si  anzubringen  haben;  w&r  aber  under 
len  vieren  ainer  nit  des  täglichen  ratz,  so  sollen  die  dörfer  sechs  usser 
lem  täglichen  rät  zu  Überlingen  erwöllen,  usser  denselben  sechsen  sol 
in  t&glicher  rat  ainen  pfleger  den  dörfern  zu  den  vieren  geben,  der 
a  ir  Sachen  fiirtrag  und  äne  dieselben,  so  des  ratz  und  ir  pfleger  sint, 
Wien  die  andern  pfleger  noch  dörfer  nicht  fürü^mmen  weder  ainungen, 
epoit,  noch  verpott,  doch  mftgen  die  vier  mit  rät  der  dörfer  ir  werinen 


^  Soll  wohl  heißen:  burgermaister. 


140  Überlingen. 

und  wacht  besetzen,  wie  von  alter  herkomen  ist^  und  was  ouch  also 
die  vier  pfleger  und  die  fürmünder,  so  in  von  aim  rät  geben  wirt  oder 
von  dem  mertal  under  in  angeseehen  und  verlaußen  wirdt,  dem  sol 
nachgangen  werden;  und  wenn  die  vier  dem  fünftmane,  der  in  von 
ainem  raut  zfi  fürmünder  geben  ist,  zu  in  embieten  zu  kommen,  ob  er 
denn  zu  in  nicht  kS,me,  so  mögen  noch  dann  die  andern  vier  mit  den 
dftrfem  äne  den  fünften  irn  fürmünder  die  Sachen  ouch  ußrichten,  &n 
all  b6ß  gevSxd.  Furo  hat  ain  rät  gewalt,  die  thor  im  dorf  zu  versechen, 
doch  daz  ain  rät  die  thorbeschliesser  in  dem  dorf  neme,  die  sie  darzb 
bedüchte  togenlich  sein,  und  die  ouch  ain  rät  mit  irn  aiden  vertigen 
sol,  die  thor  zu  beschliessen  und  ufzetün,  nachdem  und  dann  ain  rät 
nach  gelegenhait  der  16ff  bedücht  not  sin,  ungev&rd. 

Item  nachdem  die  d6rfer  bisher  gepfendt  band,  m&gen  si  furo  tiin, 
ob  si  wend;  doch  ob  in  daruf  icht  uferstiind,  sol  des  ain  rät  und  die 
statt  zu  Überlingen  unengolten  sein. 

Item  von  der  entschaidnüs  wegen  der  waid  und  der  tratt  sol  ain 
rat  zfi  Überlingen  den  comithur  in  der  Mainow  mitsampt  der  von 
Costentz  bottschaft  ernstlich  und  vlissig  bitten  von  den  Sprüchen  und 
der  entschaidnüs  vormals  geben  zu  laußen,  und  der  sach  der  waid 
halb  anderwert  zu  recht  Z&  kommen;  und  sait  er  daz  Z&,  als  wir  das 
in  ganzer  hoflfnung  seind,  so  sol  der  comithur  von  der  sinen  der  von 
UflFkirch  wegen  zwen  nemmen  und  die  dftrfer  ouch  zwen,  vor  den  vieren 
si  dann  ir  spenn  der  waid  halb,  darumb  si  dann  st&ssig  sind,  fürtragen 
sollen;  die  sollen  si  dann  entschaiden,  und  mögen  die  vier  sich  ains 
meren  mitainandern  ainen  wol  und  gut;  ist  des  nit,  so  sftUen  dieselben 
vier  ainen  obmann  usser  den  sechs  stellen  ainer,  nämlich  Costentz, 
Lindow,  Ravenspurg,  Wangen,  Isni  und  ßüchorn,  nemmen,  und  wie 
si  dann  die  fünf  oder  der  mertal  under  in  mit  recht  entschaiden,  derbi 
sollen  si  baidersit  beliben,  dem  nachkommen. 

[Der  nächste  Punkt  betrifft  einen  einzelnen  Streitfall  wegen  des  Weidgangs.] 

Item  und  als  dann  ain  rät  zu  Überlingen  [von]  den  d5rfern  etlich 
brieve  zu  sein  banden  hat,  die  sol  er  inen  ouch  wider  zu  irn  banden 
geben  und  antwurten,  und  uf  sölicli  underschaidlich  richtung  und 
artikel  sollen  si  z&  baider  sit  sölicher  vorgemelten  vergangen  Sachen 
und  Unwillens  halb  mitainandern  früntlich  und  gütlich  ganz  gericht 
und  gut  fründ  haißen  und  sin,  und  s51icher  sach  ainandern  furo  zu 
argen  nit  gedenken,  sonder  die  dftrfer,  so  von  sölicher  sach  wegen  von 
dannen  gewichen  sint,  äne  all  straff  und  engaltnüs  aller  Sachen  jetz 
und  öwiglich,  ganz  an  allen  dingen  widerumb  in  ir  haimwesen  gen 
Überlingen  gelaußen  werden,  und  daruf  die,  so  si  in  vanknüs  genommen 


Überlingen.  141 

haben,  ir  vangenschaft  uf  ain  alt  schlecht  urfecht  Sne  alle  straflf  irs  libs 
und  gfits  an  allen  Sachen  jetz  und  hernach  ledig  sein;  doch  daz  die, 
so  von  d6rfern  gewichen,  auch  die,  so  in  vanknuß  gelegen  sind,  ir 
zerung,  atzung  und  cost  selbs  ußrichten  sond  und  darinn  nicht  zfiwort 
haben,  in  dem  allen  b6ß  argenlist  und  geverd  genzlich  ußgeschaiden  und 
hindangesetzt.  Und  uf  s61ichs  so  haben  die  personen,  so  von  d&rfern 
gewichen  und  gen  Costentz  komen  sind,  in  min,  des  obgenanteu  Ulrich 
Blarers  burgermaisters,  band  mit  irn  band  gegeben  guten  trüwen  für 
sich  und  alle  die,  so  von  ir  wegen  zft  der  sach  hast  gewandt  und 
darander  verdaucht  sind,  gelobt  und  versprochen,  sölicb  richtung,  wie 
die  mit  im  puncten,  clauselen  und  artikeln  vorbegriflfen  ist,  nach- 
zekommen,  dabi  zu  beliben  und  dawider  nit  ze  tünt  noch  schaffen 
getan  werden,  jetz  noch  hernach  in  dehainen  weg.  Desglich  haben  die 
vorgenanten  burgermaister  und  r&te  zu  Überlingen  sftlich  richtung  zu 
halten  und  dawider  nit  zu  tund  euch  zugesagt,  und  uns  daruf  zu  baider 
Sit  ernstlich  gebetten,  z&  bestattung  diser  richtung,  und  daz  der  in 
künftig  zit  nicht  vergessen  werd,  inen  des  versigelt  urkünd  und  brief 
zft  geben.  Hierüber  zu  anged&chtnus  diser  richtung,  den  gegenwirtigen 
und  künftigen,  so  haben  wir  ....  (wie  in  der  Einleitung  der  Urkunde) 
unsere  insigel  .  .  .  offen  gehenkt  an  disen  brief,  der  zwen  in  glicher 
lut  geschriben  und  geben  sind  zu  Costentz  uf  den  balligen  pfingstag 
nach  Cristus  gepurt  vierzechen  hundert  sechtzig  und  nun  jären. 

Nach  eitler  gleichzeitigen  Kopie  in   dem   Quarthand   ,,Prothocdllum 
widriger  sacken'',     St.-A.  Abt  LXXXX,  Nr.  3506. 


XXXVI. 

Bündnisbrief  der   Reichsstädte  Überlingen,   Lindau,  Ravensburg, 

Wangen  und  Buchhom^ 

1470  November  22  (ohne  Ort). 
In  dem  namen  der  heiligen  unzertailten  Drivaltigkait,  des  Vatters, 
des  Sims  und  des  Heiligen  Geists.  Wir,  die  burgermeister,  r&te  und 
alle  burger  gemainlich,  rieh  und  arm,  diser  nachbenempter  des  heiligen 
B&mischen  reichs  stett  mit  namen  Überlingen,  Lindow,  Ravenspurg, 
Wangen  und  Büchorn,  an  dem  Bodensew  gelegen,  bekennen  offenlich 
mit  disem  briefe  und  tuen  kunt  allen  den,  die  in  ansehen  oder  hören 
lesen:  wann  wir  vormals  vil  zits  und  jare  in  guter  früntschafl,  ainung 


*  Vergleiche  den  Aufsatz  von  Roth  von  Schreckenstein:  Der  Bund  der 
Städte  Überlingen,  Lindau,  Ravensburg,  Wangen  und  Buchhorn,  1470—1495,  in  Z.  0. 
Bd.  22,  S.  225  fr. 


142  ÜberÜDgen. 

und  puntnusse  bi-  und  mitainander  gewesen  und  uns  in  gemainem 
nutze  die  zite  von  den  gnaden  des  allmächtigen  gottes  gelfleklich  und 
wol  gegangen  und  gewesen  ist,  und  in  gutem  fride  und  gemach  beliben 
sind,  und  hinfür  mit  gottes  hilfe  och  sol  bescheen,  so  haben  wir  be- 
trachtet der  schw&ren  herten  und  ungetruwen  Iftflfe,  so  laider  vil  zites 
umb  und  bi  uns  manigvaltencUch  gew6sen  und  noch  sind,  uns  fti^ 
genomen,  uns  der  zu  widersetzen  nach  dem  und  wir  alle  gemainclich 
und  insonder  zu  fride  und  gemainem  nutze  genaigt  sind,  insonder  das 
wir  gemainclich  und  alle  die  unsern,  so  uns  und  den  unsem  zu  ver- 
sprechen stand,  dester  furo  in  friden,  ruw  und  gemach  an  dem  aUer- 
durchlichtigsten,  unüberwintlichsten,  allergrosmächtigsten  fürsten  und 
herrn,  herrn  Fridrichen,  RAmischen  kaisern,  zu  allen  ziten  merer  des 
reichs,  herzog  zu  Österich  etc.,  unserm  rechten  und  allergnidigsten 
herren  und  sinen  nachkommen,  Rftmischen  kaisern  und  kAnigen,  und 
an  dem  heiligen  Römischen  rieh  unzertrennt  beliben  besten,  und  in  dem 
witwen,  waisen,  bilgrin,  kofflüt,  gotshüser,  lantfarer  und  anderer  erber 
lüte,  gaistlichs  und  weltlichs  stäts,  in  unsern  kraisen  und  gebieten  dester 
sichrerer^  werben,  wandeln  und  beschirmt  werden;  och  das  wir  und  die 
unsern  unredlicher,  mutwilliger  zügriff,  gewalts  und  ander  unbillicher 
Sachen  dest  furo  absin  m&gen,  und  darumb  so  haben  wir  obgenannten 
stett  alle  mit  wolbedachtem  sinne  und  miit  beratenlich  und  mit  gAtem 
willen,  so  wir  züsamen  haben,  dem  almächtigen  gott  zu  lob,  unserm 
obgenannten,  unserm  allergnädigsten  herren,  den  Rftmischen  kaisern 
und  dem  heiligen  Römischen  rieh  zu  wirden  und  eren,  uns  selbs,  unsern 
liben  und  guten  und  gemainen  nutz  zu  fride  und  zu  gutem  gemach, 
und  sonderlich  durch  der  vorberfirten  Ursachen  willen  uns  mitainander 
veraint,  züsamen  getan  und  ain  püntnuß  mit  geswornen  aiden  zösamen 
versprochen  und  gemacht,  machon  und  versprechen  die  also  züsamen 
von  hüt  dato  diß  briefs  bis  zu  sant  Jörgen  tag,  des  heiligen  martrers 
allernechst  komende,  und  von  dem  ietz  nechstkomenden  sant  Jörgen 
tag  zwai  ganze  jar  die  nechsten  nacheinandern  zu  erzellen,  dieselben 
jar  und  zit  uß  alle  stäteclich  und  vestenclich  bieinander  zu  beliben 
und  einandern  in  allen  Sachen,  so  dann  ein  icde  statt  zfi  tund  oder 
gewönnet,  getrülich  mit  lib  und  gut  zu  rattend  und  zu  helfende  in  aller 
wiß  und  mäße,  als  hernach  und  underschaidenlich  geschriben  stät;  doch 
usgelassen  offen  angelassen  krieg  und  vindtschaft;  doch  nämlich  und 
vor  allen  dingen  mit  behaltnuß  dem  vorgenanten  unserm  allergnidigsten 
heren,  dem  Römischen  kaiser  und  dem  heiligen  Römischen  rieh  alle  ir 
recht  zö  behalten  und   ze  tünd,   ön    alle  geverde,    und  och  also   und 

'  Sic! 


Überlingen.  143 

mit  sftlicher  bescheidenheit :  wäre,  das  udb  die  vorgenanten  stett  alle 
gemainlich,  aine  oder  me,  under  uns  besonder,  oder  die  unsem,  und 
die  uns  z&  versprechen  stand,  iemands,  wer  der  wäre,  angriffe  oder 
bescb&digeti  an  lib  oder  an  gut,  uf  wasser  oder  uf  dem  land,  es  war 
mit  brand,  mit  mord,  mit  rob,  mit  vanknüsse,  oder  mit  unrechtem  wider- 
sagen; oder  wer  der  wäre,  der  uns  gemainlich  oder  besonder  von  unsern 
fSrihaiten,  rechten  und  g&ten  gewonhaiten  nemen  oder  von  dem  heiligen 
R5mischen  rieh  triben  oder  trengen,  versetzen  oder  verkoffen  wölte,  oder 
wie  oder  weihe  wise  wir  oder  die  unsern  also  wider  rechts  beschädiget 
oder  angegriffen  würden,  die  oder  dieselben  stett  oder  statt  under  uns 
sftllent  und  mAgend  denn  wol  zu  frischer  getat  darzA  keren  und  ton 
von  einem  mittentag  unz  z&  dem  andern,  ob  si  bedunkte,  und  sich 
der  meren  tail  derselben  stett  oder  statt,  das  si  das  zu  frischer  getät 
geirüwteden  z&  erobern  erkenneten,  und  s&Uen  wir  ander  stett  allen  den 
alsdann  darzfi  und  darinne  bi  den  aiden  getniwlich  beraten  und  be- 
holfen  sin,  was  si  darum  angät,  ungevarlich.  W&r  aber,  daß  sAlich  sach 
und  angriff  also  geschaffen  w&rend,  das  sich  die  r&t  derselben  stett 
oder  statt,  oder  der  merere  tail  under  in  erkann  tend,  das  si  das  zä 
frischer  getät  nit  sAlten  noch  möchten  erobern,  so  sollend  dieselben 
stett  oder  statt,  die  dann  die  sach  also  angen  oder  anrüren  würde,  uns 
die  vorgenanten  stett  alle  züsamen  manen  an  sAlich  stett,  die  si  dann 
bedunkt  und  erkenneten,  das  es  uns  andern  stetten  allerbekomenlichest 
si,  ungevarlich;  und  uf  denselben  tag,  so  dann  ein  ieglich  statt  under 
uns  besonder  ir  bottschaft  mit  vollem  gewalt  unverzogenlich  schicken 
und  senden  und  si  bi  den  aiden  da  beliben  und  niendert  von  dannen 
komen,  es  werde  dann  vorhin  der  clagenden  statt  gesprochen  und  erkennt 
und  werde  zfi  raut,  wie  man  ir  helfen  wftUe,  oder  was  darzü  ze  tänd 
si.  Und  wes  wir  uns  andern  stett  also  gemainlich  under  uns  erkennen 
und  z&  rät  werden,  es  si  mit  hilf  oder  mit  andern  sachen,  das  darzü 
ze  tond  sie,  das  sond  sich  die  andern  beschädigiten  stett  oder  statt 
und  die  iren  wol  lassen  benAgen.  So  sollen  wir  vorgenannte  stett  alle 
dem,  was  wir  also  gemeinclich  oder  der  mertail  under  uns  erkennet 
und  zfi  rät  werden,  oder  wamit  wir  ain  ieglich  statt  haisend  dienen, 
nachdem  dann  in  ain  sach  ainer  ieglichen  statt  under  uns  gelegen  ist, 
gnflg  tfin  und  darinne  gehorsam  sin  und  och  bi  den  aiden  vollstrecken 
und  volleffiren,  das  unser  dehaini  si,  si  sige  gros  oder  ciain,  dehainen 
iren  vortail  darinne  nit  sfichen  noch  triben  sol  in  keinen  weg,  ön  alle 
geverde.  Darzft  so  sol  die  nechst  statt  der  clagenden  statt  dem  oder 
denen,  die  den  schaden  also  getan  hatten,  uf  denselben  tag  für  uns 
verkünden,  das  die  oder  der  kome  und  sich  vor  uns  verantwurten  und 
den   schaden   und  angriff  früntlich    und  gfitlich  ablegen   und   wider- 


144  Überlingen. 

kern  w&lte,  och  der  oder  die  das  tun,  das  s&lt  dann  die  clagende  stett 
oder  statt  wol  ben&gen,  doch  also,   das  dann  an  uns  andern  stetten 
stan  sol  umb  die  fr&fli,  die  der  oder  die  damit  begangen  hetten,  wie 
si  das  uns  und  den  clagenden  stetten  oder  statt  och  ablegend  und 
bessrend,  ungevarlich.   Und  insonder  ist  beredt:  war  sach,  das  ain  statt 
gen6tiget  oder  angriffen  würde,  und  die  nechsten  statt  ilens  umb  hilf 
mante,  und  dieselb  gemant  statt  hilf  zusandte,  es  war  zu  roß  oder  zu 
füß,  das  dann  s&lich  zerung,  die  zimlich  ist,  und  die  sÄlich  gesellen  un- 
gevarlich verzarten,  uf  gemain  stett  gerechnet  werden  sol,  und  sust  kain 
sold ;  doch  das  die  stett,  so  sftlichen  costen  dargeben  het,  zu  der  rechnung 
bi  dem  aide  darlegen  sol.   W&r,  ob  iemands  söliche,  die  uns  also  angriffe 
oder  beschädigte,  nach  dem  angriff  gevarUch  schiermte,  huste  oder  hofete, 
essen  oder  trinken  gebe,  oder  mit  iren  knechten  oder  mit  irem  hamasch 
uf  uns  dientend,  oder  ire  pferd  darlihend,  und  sich  das  küntlich  erfiinde, 
gegen  denselben  sollen  wir  einandern  getrülich  beraten  nnd  beholfen  sin, 
und  die  darumb  angriffen  und  beschädigen  zu  gUcher  wise  als  den  oder 
die,  die  den  schaden  selber  getan  band.    Kem  och  derselben  ir  ainr 
oder  mer  in  dehain  statt  unsers  punds,  der  oder  dero  IIb  und  gflt  sol 
dann  dieselb  statt  beheften,  ob  ir  das  zu  wissen  ist,  es  si  mit  manung 
oder  ön  manung,  und  die  darzfi  halten,   unz  das  si  den  schaden,  den 
si  getan  band,   genzlich    widerkerend   und  ablegend,    und    darzfl  die 
schmächait  und  fräfli  bessrind,  die  si  damit  begangen  band,  als  vor- 
geschriben  stät.     Besch&ch  es  och,  das  gott  nit  wolle,  das  dehain  statt 
under  uns  von  iemands  besessen  oder  übervallen  wiirde,  oder  also  be- 
kümbert,   das  si  uns  andern    stett  nit  gemanen  mftcht,  alsbald  dann 
wir  stett  des  innen  und  gewär  werden,  es  beschee  mit  manimg  oder  ön 
manung,  so  sSUen  wir  unverzogenlich  züsamen  keren  an  sÄlich  stett, 
die  dann  den  sachen  allergelegnest  sind  und  uns  da  erkennen  und  zu 
rät  werden,  wie  der  belegnen  und  übervallnen  statt  beholfen  werden, 
oder  was  darzü  ze  tund  sie,  oder  wie  die,  die  also  vor  der  statt  ligend 
oder  in  der  statt  w&rend,  und  alle  ir  helfer  widerumb  anzügriffen  und 
zö  beschädigen  sien;  und   wes  wir  uns  gemainclich  oder  der  mertail 
under  uns  erkennent  und   zö  rät  werden,  dem  sollen  wir  dann  also 
gemainclich  oder  ein  ietliche  statt  under  uns  besonder  genüg  tön,  und 
darinne  bi  den  aiden  gehorsam  sin,  öne  geverde.     War  och,   das  wir 
vorgenante  stett  alle  in  der  zit  diß  bunds  von  der  obgenanten  stuck 
und  artikel  wegen  iemands   besitzen  und  ein  geleger  machen  wurden, 
es  war  vor  bürgen  oder  vor  stetten,  so  sol  ein  ietUche  statt  under  uns 
und  besonder  die  nechsten  statt  gebunden  sin,  allen  iren  gezug,  wie  der 
genant  ist,  der  zu  sSlichen  sachen  gehört,  darlihen ;  darzü  sond  die  stett 
oder  statt,  von  der  wegen  mau  also  zu  veld  liget,  alle  cost,  die  über 


Überlingen.  145 

irerchlüt,  tagdienster,  oder  über  ander  buw,  oder  über  ander  kuntschaft 
gSt,  och  darlihen,  und  das  aigentlich  bi  dem  aid  versehriben  unz  uf 
die  zit,  das  das  geleger  oder  das  ges&ß  zfi  end  komet;  und  wenn  das 
bischicht,  welieh  stett  oder  statt  dann  under  uns  sAlich  oder  ander  cost 
oder  gelt  uf  unser  aller  nutz  oder  notturfl  darlichent  oder  usgebent,  die 
mflgent  dann  uns  ander  vorgenant  stett  darumb  manen,  an  weihe  statt 
si  bedunkt,  da  es  aller  bekomenlichest  sie,  dahin  dann  wir  alle  unser 
erber  bottschaft  mit  vollem  gewalt  senden  und  schicken  sftUen,  dasselb 
gelihen  gelt  und  alle  ander  cost,  die  uf  uns  gemein  stett  also  gegangen 
und  usgeben  ist,  zu  rechnen  und  anzulegen  nach  ietlicher  statt  gewon- 
licher  stür  und  anzal.  Und  nämlich  ist  herinne  beredt,  das  die  stett 
sust  ein  gut  vertruwen  zu  ainander  s&Uen  haben.  Würden  sich  krieg 
machen  und  der  kuntschaft  halb  an  die  stett  brächt,  die  ander  z& 
haben,  dann  obgeschriben  stat,  das  dann  werd  vergunnet,  was  billich  ist. 
Ob  aber  ein  statt  vor  emals  und  si  das  an  die  andern  stett  bringen 
m&cht,  kuntschaft  hette,  das  si  dann  aber  ein  gut  vertruwen  zä  den 
andern  stetten  haben  sol,  das  geleit  werd,  was  zimlich  sie,  und  wenn 
oder  alsbald  das  alles  in  massen,  wie  vor  stät,  angeleit  und  verrechnet 
wirt,  was  dann  ainer  ieglichen  statt  under  uns  besonder  gepürt  zu  be- 
zalen,  das  sol  si  in  zwain  monaten,  den  nechsten  darnach,  unverzogen- 
lich  bi  den  aiden  bezalen  und  usrichten  den  stetten,  den  man  da 
schuldig  wirt,  oder  mit  irem  willen  überwerden  ön  alle  geverde,  doch 
mit  namen  und  rechten  gedingten  werten,  das  in  s&lichem  anlegen  wir, 
die  von  Überlingen  und  Lindow,  ietliche  statt  insonder  bi  drithalbhundert 
pfund  haller,  Ravenspurg  bi  hundert  und  fünf  und  sibenzig  pfund 
haller,  Wangen  bi  hundert  pfund  haller  und  wir  von  Büchoru  bi 
sechzig  pfund  haller  geleit  werden.  Wann  och  das  also  zu  schulden 
kerne,  oder  sich  gepurte,  das  wir  ain  geleger  und  ein  ges&ß  machen 
würden,  es  w&r  vor  bürgen  oder  vor  stetten,  so  ist  unser  mainung, 
das  vnr  einen  offen  rfif  haissent  tun ;  weihe  sich  danne  darinne 
oder  daruf  fr&venUch  land  besitzen,  zwingen  oder  nöten,  werden 
die  gewunnen  oder  gefangen,  das  man  zfl  in  richten  wolle  nach  des 
richs  recht,  öne  geverde,  oder  nach  bekantnüß  der  stett,  öne  geverde, 
oder  ir  des  merentails,  die  denn  zumal  im  veld  sind;  doch  das  daran 
ein  ietliche  statt,  so  man  darumb  fraget,  nit  mer  stimmen  sol,  denn  als 
gemain  stett  sust  bi  einander  sitzend  und  hernach  geschriben  stat  und 
merklich  begriffen  ist,  ungevarlich.  Darzü  wollen  wir  mit  namen,  das  vor 
dehainer  vesti  oder  statt  von  niemands  dehain  ufbruch  beschee  bi  den 
aiden,  die  wir  darumb  liplich  zö  den  heiligen  gesworen  haben,  der 
ufbruch  beschee  dann  mit  erkanntnuß  der  stett  gemainclich  oder  dem 
meren  tail,  die  denn  uf  dem  veld  sind,  ön  alle  geverde.   W&re  och,  das 

OberrheiniBche  SUdtrechte.  II,  2.  10 


146  Überlingeo. 

dehain  volk  oder  iemand  wider  dehain  statt  unsers  bands  täten,  oder 
sich  in  ir  ruck  niderschliegent,  erkanutend  sieb  dann  der  mertail  der 
rät  derselben  stett  oder  statt,  das  si  dasselb  volk  mit  hilf  einer  statt 
oder  mer  ge wüsten,  beschidigen  oder  niderlegen  m&ehten,  die  mag  dann 
wol  und  hat  des  vollen  gewalt  ein  statt  under  uns  oder  mer  oder  uns 
alle  gemainclich  zu  ir  manen,  zu  der  wir  dann  unverzogenlich  bi  ge- 
swomen  aiden  ietliche  statt  nach  irm  vermögen  und  nach  gestalt  der 
sach  ziehen  s611en  und  den  mit  lib  und  gut  hiläich  und  beraten  sin,  ge- 
trülich   und   ön  alle  geverde.     Besch&ch  och,  das  uns   einsmals  mer 
dann  ein  statt  umb  hilf  manete,  als  vorbeschaiden  ist,  wes  sich  dann 
der  rät  oder  der  mertail  under  den  gemainen  stetten  bekennent,  weihe 
statt  der  hilf  allernotturftigest  si,  zu  der  sol  man  dann  ziechen  und  in 
hilflich  sin,  als  vorgeschriben  ist.    Damach  sol   man  dann  der  ander 
manung  och  genug  t&n,  nach  erkantnuß  der  gemainer  stett  oder  ir  des 
merentails,  ungevarlich.     W&r  och,  das  uns  stetten  gemainclich  oder 
besonder  iemands,  wer  der  w&re,  vehen  oder  hassen  w&lten  nach  usgang 
dis  bunds  umb  s&lich  Sachen,  die  in  in  diser  puntnuß  bescheen  weren, 
denselben  stetten  oder  statt  s&Uen  wir  andern  stette  alle  bi  guten  träwen 
und  bi  geswornen  aiden  dannocht  nach  usgangs  diß  bunds  getrülich 
beraten  und  beholfen  sin,  als  lang  und  unz  uf  die  zit,  das  die  sach 
genzlich  erobert  und  usgetragen  wirdet,  öne  geverde.    Wir  haben  ocb 
darumb  einandern  zu  manen  und  zfl  versprechen  in  allen  vorgeschriben 
rechten.     Och  haben  wir  uns  verbunden:   wäre  es,  das  es  nun  hinnet- 
hin,  dieweil  dis  puntnüß  weren  sol,  dehain  statt  under  uns  mit  einander 
stössig  oder  irrig  würden\  das  ein  ganze  stat  angieng,   das  dieselben 
stfts  und  Sachen  nit  anders  gegen  ainandern  verhandeln  noch  furo  arges 
darzü  tun,   dann  das  si  zu  beider  sit  für  uns  ander  stett  bi  geswornen 
aiden   früntUch   bringen  und  uns  darum  zu  ainandern  mannen  sftUen, 
und  wes  wir  uns  dann  darumb  nach  beider  tail  red  und  widerred  und 
nach  brief  und  kuntschaft,  lut  und  sag,   ob  die  da  sind,  gemainclich 
oder  mit  dem  mererntail  under  uns  erkennend   und   zö  dem    rechten 
sprechend;  dabi  s611ent  si  dann  zu  baider  sit  beliben,  ön  alle  geverde. 
Welich   stett  oder  statt  aber   solichen   unsern   Sprüchen  nit  gehorsam 
w61ten  sin  und  die  verziechen,  es  wSren  groß  oder  ciain  stett,  so  sollen 
wir  ander  stett  dem  gehorsamen  tail  bi  geswornen  aiden  zulegen  und 
wider  den  ungehorsamen  tail  beholfen  sin,   und  den  darzu  halten,  das 
er  gehorsamen    werd,    und  der  stett  Spruch  und  erkantnuß  gnüg  tue, 
öne  geverde.  Ob  sich  och  begeben  würde,  das  ein  statt  unser  verainung 
Zuspruch  und  clag  zu  den  andern  gemainen  stetten  gewinne  und  über- 

1  Sic! 


Oberlingeo.  147 

kein,  danimb  si  die  zu  rechtvertigen  vermeinte,  das  dann  die  andren 
stett  der   clagenden  statt  in    vierzehen  tagen   den  nechsten,  dri  erber 
statt  des  richs  furschlahe,  under  den  drien  stetten  sol  die  clagende  statt 
eine  erkiessen;  vor  derselben  statt  dann  die  andren  stett  der  clagenden 
statt  nftrag  des  rechten  sien,   und  was  dann  alda  mit  recht  erkennt 
wirdet,  dem  nachzekommen  und  dabi  ze  beliben.    Es  sollen  och  die 
clagende  statt  und  die  andren  stett  unverzogenlich  umb  annemung  der 
sach    bitten.     Wir  och,  davor  gott  si,  das  st5s  oder   zerwürfnüß  uf- 
erstünden in  unser  der  vorgenanten  stett  dehainer,  der  ain  rat  derselben 
statt  nit  gewaltig  noch  mächtig  sin  m&chte,  alsbald  wir  andern  stett  des 
innen  oder  gewar  werden,  so  sAUen  wir  unser  erber  bottschaft  von  unsem 
Äten  darzü  senden  und  dieselben  stfts  richten  zu  minn  oder  zu  recht, 
als  verr  wir  mögen,  ungevarlich ;   und  weder  tail  in  der  richtung  nit 
gehorsamen  sin  wfilt,  so  sollen  wir  bi  den  aiden  dem  gehorsamen  tail 
zfilegen  und  hilflich  sin  in  der  wise,  als   vorgeschriben  stat,   ön  alle 
geverde.     Gewunne  aber  sust  dazwüschen  ein  burger  zfl  dem  andern 
icht  zu  sprechen,  es  w&ren  prelaten,  herren,  ritter  oder  knecht,   oder 
ander,  die  unser  burger  hiessent  oder  w&rent,   der  ieglicher  sol  dem 
andern  nachvaren  in  die  statt  und  gericht,  da  dann  der  antwurter  burger 
ist,  den  man  da  ansprechen  will  und  sich  eins  rechten  davon  im  be- 
iiflgen  lassen,  doch  usgenommen  verbrieft  schulden,  unlogenbSre  göt, 
zios  und  häpgelt;  darum  mag  iedermann  angriffen,  pfänden  und  n&ten, 
ab  von  alter  herkommen  ist,  öne  geverde,  und  och  mer  ainer  ietlichen 
statt   ander  uns   iren  gaistlichen  bürgern   ir  gaistlich   Sachen   hindan 
gesetzt;  doch  ist  beredt:  war,  das  in  zit  dis  bunds  dehain  statt  under 
uns  Zuspruch  gewinne  zft  dehainem  herren,  rittern   oder  knechten,  die 
uns  nit  gehortend,  si  wären  gaistlich  oder  weltlich,  w61ten  dann  dieselben 
herren,  ritter  oder  knecht  derselben  ir  stfts  und  züsprüch  komen  uf  uns 
andern  stett  zum  rechten,  das  sond  sich  dieselben  stett  oder  statt  under 
uns  wol  lassen  ben&gen,  und  sfillen  wir  si  darzü  halten  und  wisen,  das 
si  das   ufnemen  und  dabi  beliben.     Desglichen:   w&r  es,  da^  zwüschen 
dehainem  ritter  oder  knecht,  die  also  zu  uns  gehorteud,  dehainerlei  st&s 
und  Zuspruch  gewünnen  zft  ainer  gemainen  statt,  und  das  ein  gemain 
statt  angienge;  wftlten  dann  dieselben  herren,  ritter  oder  knecht  die- 
selben  ir  stfis  kommen   uf  uns  andern  stett  zum  rechten,   des  sollen 
dieselben  stett  oder  statt  under  uns  aber  beniigen  und  das  ufnemen  ön 
widerred.     Wftlten   si  aber  ir  sach   kommen  uf  einen   gemainen,   und 
mftchtend  sich  des  mitainandern  nit  geainen,  so  sollen  wir  inen  aiuen 
erbem  schidlichen  mann  uß  den  stetten  oder  ab  dem  land,  uf  dem  si 

»  Sic! 

10  ♦ 


148  Oberlingen. 

ir  Sachen  berecbtend  und  ustragen,  und  der  in  öch  dann  in  monads 
Mst  dem  nechsten  derselben  ir  8t6s  end  und  ustrag  geben,  on  alle 
geverde.  Wir  wollen  och  mit  namen,  das  in  zit  dis  bunds  und  ver- 
ainung  dehain  statt  under  uns  enkainen  herren,  prelaten  noch  convent, 
zfi  burger  innemmen  noch  empfahen  sol,  es  si  dann  unser  aller  oder 
des  meren  tails  under  uns  gunst  und  guter  wille.  Wol  mag  ein  ietlich 
statt  under  uns  einen  schlechten  edelmann  oder  einen  priester  zu  burger 
innemmen,  als  iede  statt  herkommen  ist,  öne  geverde.  Sunderlich,  so 
wollen  wir,  das  da  zwüschen  dehain  statt  under  uns  dehain  frowen  öd 
im  elichen  mann,  ob  si  den  hat,  zu  burger  nit  innemmen  noch  empfahen 
sol,  in  keinen  weg.  Dann  von  der  pfaulburger  wegen  ist  unser  mainuDg, 
das  sich  ein  ietliche  statt  under  uns  deshalb  halten  sftllen  in  sftlicher 
beschaidenhait,  als  si  sich  darinne  getrüwet  zu  verantwurten.  Ob  aber 
doch  ein  statt  hienäch  von  s61icher  pfaulburger  wegen  angelangt  würde, 
was  dann  die  andern  stett  under  uns  gemaincUch  und  einhellenclich 
erkennet  und  zä  raut  werden,  ob  dieselb  statt  darbi  gehandhabet  werden 
solle  oder  nit,  dabi  sol  es  dann  beliben.  Wir  sollen  och  niemands,  wer 
der  si,  dehainen  sinen  aigen  mann  noch  unverrechneten  amptmann 
oder  die  sluchts&mi  verbürget  oder  verschworen  band  oder  nachjagend 
vogtmann  zu  burger  och  nit  innemmen  noch  empfahen.  Besch&ch  es 
aber  darüber  uns  unwissentlich  durch  verschwigen  derselben  lüt  und 
also  hushäblich  in  unsern  stetten  säßen,  so  ist  unser  mainung,  das  man 
die  besetzen  mag.  Also  wil  ainer  ain  besetzen,  das  er  sin  aigen  si,  das 
sol  er  tun  in  jars  frist  dem  nechsten,  nachdem  und  derselb  enpfangen 
wirdet  mit  zwain  rechten  mütermaugen  und  mit  sin  selbs  band,  das 
die  die  dritt  si.  Wil  aber  ainer  ain  besetzen  für  sin  unverrechnoten 
amptmann,  oder  das  er  im  hab  verbürget  oder  verschworen,  das  mag 
er  aber  wol  tun  in  jars  frist,  dem  nechsten,  mit  zwain  erbern  unversprocheu 
mannen,  den  er  nit  zu  gebieten  hab,  si  sien  uß  den  stetten  oder  ab 
dem  land,  also  das  aber  sin  band  die  dritt  si,  und  zu  den  heiigen 
schweren,  das  er  sin  unverrechnoter  amptmann  sige,  oder  im  slucht- 
sämi  verbürget  oder  verschworen  hab;  damit  sol  dann  der  bewisung 
genüg  gescheen  sin  und  sol  man  sich  der  oder  dero  furo  mit  annemmen. 
Aber  umb  nachjagender  vogtlüt,  der  sol  mann  iedermann  gestatten  zu 
beheben,  doch  also  und  in  sftlicher  wise,  das  der  ietlicher  selbdritt 
erberer  mann,  den  er  nit  hab  zu  gepieten,  si  sien  ab  dem  land  oder 
uß  den  stetten,  schweren  sol,  das  er  die  vogti,  darin  der  oder  die  ge- 
hören^ die  er  dann  besetzen  wil,  von  alter  und  mit  dem  rechten  hab 
herbracht,  das  die  sin  und  siner  vordem  recht  und  nachjagende  vogti 
haiß  und  sie,  also  war  die  lüt,  die  da  sitzent,  immer  hinkomend,  das 
si  im  dennocht  diensthaft  und  sin  uachjagent  vogtlüt  haissent  und  sient. 


Überlingen.  149 

Sn  alle  geverde.     Damit  ist  dann  der  besatzung  aber  genug  bescheen, 
and  8ol  man  sich  dann  der  furo  aber  nit  annemmen.     Und  ob  das 
besch&ch,    das  sölich   bewisung  der  drier  artikeln   ainen  graven   oder 
herren  anrfirte,  der  mag  sinen  amptmann  darstellen,  der  von  sinetwegen 
besetzt  und  entsetzt,  und  die  bewisung  an  sins  herren  statt  tun  in  der 
wis,   als  vorgeschriben   ist,    ungevarlich.     Aber  gotzhus  lüt  mag  man 
wol  zft  burger  innemraen  und  empfahen,  als  von  alter  herkommen  ist, 
ön  geverde,  doch  also,  das  dieselben  also  hußhäblich  in  unsem  stetten 
ffltzent  und  gehalten  werden  sond,  als  von  der  pfaulburger  davor  merklich 
ist  entschaiden,  ungevarlich.   Wir  wollen  och  durch  merer  und  besserer 
fräntschafb  und  frides  willen,   das  die  in   unsern   vorgenanten  stetten 
gemeinclich   und  insonder,   die   zit  und   dis    verainung  und    puntnüß 
zwäschen  uns  weret,  gehalten  werd,  als  dann  wol   merklich   begriffen 
und  geschriben  stät  von  aignen  lüten,  von  nachjagenden  vogtlüten  oder 
unverrechneten  amptlüten,  oder  die  fluchts&mi  versworen  oder  verbürget 
hettint,  wie  man  die  besetzen  sol  und  mag,  also  iemands,  in  welhem 
staut,  adel  oder  wesens  der  wäre.     Nachdem   und  sftlich  lüt  in   den 
stetten  bejaretend,  sich  verlftgnetend,  das  man  in  söüch  lüt,  wib  oder 
man,  sonder  oder  sampt,  zft  burger  ingenommen  oder  empfangen  het, 
das  der  zft  land  nit  enw&r  gewesen,  oder  das  er  nit  gewißt  hab  und 
danimb  tot,  das  recht  ist,  und  daruf  einer  besatzung  mutet  und  begert, 
daa  dann   ein  ietliche  statt  under  uns  derselben  aber   der  besatzung 
statt  tun  sol  und  der  gehengen  in  der  wise  und  maß,  als  von  der  be- 
satzung obgeschriben  ist,  ön  alles  widersprechen,  verziechen  und  irren, 
öne  geverde.   W&r  och,  das  iemands  in  dis  puntnüsse  begerte  zu  kommen, 
oder  sich  iemand  mit  uns  verainen  oder  zfi  uns  verbünden  w&lte  mit 
etlichen  stucken  oder  mit  einer  genannten  sumen,  oder  wUr  es,  das  von 
dem  obgenanten  unserin  allegn&digsten  herren,  dem  Römischen  keiser, 
oder  von  iemands  andern  dehainer  mutung  oder  Werbung  besch&ch  an 
uns  vorgenanten  stett,  darumb  haben  wir  uns  veraint,  das  niemands 
nuder  uns  besunder  das  verantwurten  noch  ufnemen  sol,   dann  sftüchs 
vorhin  an  uns  vorgenanten  stett  alle  bracht  und  zu  wissen  getan  werden 
sol,  und  was  wir  uns  dann  alle  gemainclich  erkenneton  und  zu  raut 
«werden,  das  sol  einen  fürgang  haben  und  dabi  beliben,   öne  geverde. 
Wir  och,  das  dazwüschen  dehainer,   wer  der  wfir,   in  unsern  stetten 
flüchtig  würd,  und  den  lüten  darinne  das  ir  entruge  oder  entragen  w&lte, 
den  mag  dehain   ander  statt  under  uns  zö  burger  och  nit  innemmen 
noch  empfalien.   Besch&ch  es  aber  darüber  und  würd  verswigen,  so  sol 
nch   doch  dasselb  ir  burgrecht  noch  dehain   ander  frihait  noch  sach 
iavor  nit  schirmen,  dann  wa  man  s51ich  ergrifft  und  ankörnet,  man  die 
iaramb  wol  bekümbern,  heften  und  nöten  mag,  als  ander  rechtlos  lüt. 


150  Überlingen. 

öne  geverde.   Und  wann  wir  daher  vil  gepresten  under  uns  selbe  gehepi 
und  vil  stuck,  darumb  wir  gemant  werden,  verzogen  haben,  danis  cost 
und  arbait  gewachsen  ist,  dasselb  zu  fürkommen,   und  das  iedermann 
von  uns  dest  richtenclicher   usgericht  werde,   so  haben   wir   uns  des 
geaint:  wenn  das  beschicht,  das  wir  zfi  einander  gemant  werden,  wammb 
das  ist  oder  vie  vil  der  stuck  sint,  das  wir  uns  dann  allweg  daheim  in 
unsem  raten  darumb  in  sölicher  maß  underreden   sollen  und    w&Uen, 
wenn  wir  zusammen  kommen  uf  den  tag,  als  wir  gemant  werden,  das 
wir  och  bi  einander  beliben  bi  den  aiden,  und  von  einandern  nit  komen 
sAUen.  Dieselben  stuck,  darumb  wir  dann  gemant  sind,  si  sigend  vorhin 
genzlich  usgericht  und  gerechtvertiget,  und  sfiUen  der  dehains  ufschieben 
noch  verziechen,  es  si  dann,  das  wir  uns  uf  unser  aid  erkennen,  das 
das  sftUche  eh&ftige  stuck  sien,  die  wir  uf  die  zit  nit  usgerichten  kftnnen 
und  mögen,  und  billich   ufzeschieben  sien.     Und  darumb  so  mainea 
und  w&llen  wir,  das  in  allen  unsem  erkantnüssen  und  urtailn  zu  mina 
oder  zu  recht  in  allen  unsern  Ordnungen  und  legungen,  die  wir  also 
durch  unser  r&t  mit  dem  meren  tail  anlegend,  ordnend,  rechtsprecheni 
oder  erkennend,  das  minder  dem   meren   bi  unsem  geswomen  aidem. 
volgen  und  nachhengen  sol,  doch  usgenomen,  das  wir  die  zit  diser* 
puntnüß  uß  bi  einandern  beliben  und  von  dem  bunt  unser  obgenanteim 
stette   dehain   bi  unsem   eren   und   aiden   mit  ablausen  noch   darvoim 
tretten  sollen  durch  dehains  vortails  noch  ander  not  und  sacben  w^ea. 
in  keinen  weg,  es  gesch&che  dann  mit  gemainem  unser  stett  einhelligen» 
erkennen,  gunst  und  willen.   Und  och  aber  herin   usgenomen,   das  eir» 
ietliche  statt  under  uns  belib  bi  allen  iren  frihaiten,   rechten,   briefen, 
gnaden  und  guten  gewonhaiten,  die  wir  band  und  herbrächt  haben  voa 
dem  heiligen  stül  zu  Rom,  von  Römischen  keisern  und  kftnigen,    und 
das  ein  ietlich  statt  under  uns  mag,  ob  si  wil,  beliben  bi  ir  müntz,  als 
si  die  ietzo  haltet  und  davon  wider  irn  willen  mit  dehainem  maisteu 
keins  wegs  sol  oder  mag  gedrengt  werden.    Das  och  dehain  statt  under 
uns    mit   dehainem    maisten    in    kain    witer   puntnüß,    noch   über   die 
artikel,   so   diß   puntnüsse   iunhalt,    weder   zu   herren,    zu   stetten   oder 
communon,   noch  zu  keiner  ussern  fr&mden  hilf  wider  iren  willen  nit 
getrengt  werde  in  kainen  weg.  Und  wenn  und  wie  dick  och  das  beschicht, 
das  wir  obgenanten  stett  zu  ainandern  genant  werden,  so  haben  wir 
uns  des  ietzo  veraint,  das  dann  wir  obgenanten  von  Überlingen,  Lmdow 
und  Ravenspurg  iethch  statt  zwo  Timmen,   und  wir,   die  von  Wangen 
und   Büchorn  ietlich  statt  ain  stimm   und   nit  mer  haben  sollen,   die 
ander  frag  sond  gezelt  werden,  öne  geverde.     Und  also  haben  wir  ob- 
genante  burgermaister,  zunftmaister,  groß  und  ciain  rat  der  vorgenanten 
stett  für  uns  und  alle  die  unsern  lipUch  zu  gott  und  den  heiligen  mit 


Überlingen.  151 

u^hepten  vingern  und  gelerten  worien  aide  gesworD,  die  puntnüß  und 
yerainang  mit  allen  den  Stacken,  puncten,  mainungen  und  artikeln,  als 
in  disem  brief  begriffen  ist  und  geschriben  stat,  gegen  ainander  frünt- 
lieh  und  getrülich  zA  halten,  ze  laisten  und  zu  voUfieren  ön  alle  arge- 
iist  und  geverde.  Und  des  z&  warem  offem  urkund  und  st&ter  vester 
Sicherheit  aller  diser  vorgeschriben  ding,  das  die  ungevarlich  von  uns 
allen  in  ganzen  trüwen  gehalten  werde,  so  haben  wir,  die  obgenanten 
gtett  alle  und  ietliche  insonder  unser  statt  gros  insigel  offenlich  gehenkt 
an  disen  briefe,  der  geben  ward  an  donrstag  vor  sant  Katherinen  der 
heiligen  junkfrowen  tag  im  jare  von  der  gepurt  Cristi,  unsers  lieben 
herren,  vierzehenhuudert  und  sibenzig  jare. 

Perg.  Orig.  mit  den  Siegeln  der  fünf  vertragschließenden  Städte  je 
an  einem  Pergametiistreifen,     SL-A.  Abt,  LXV,  Nr.  1862. 


xxxvn. 

Spitalordnung. 

1473  Dezember  13. 
Dis  nachgeschriben  Ordnung  im  spittal  ze  halten  ist  durch  min 
herren  errauten  und  angesehen  an  mitwoch  nach  Lucie,  anno  etc.LXXIII®: 
Item  von  der  libdinger  wegen  im  gotzhuß  etc.  ist  von  minen 
berrer^  erraten,  das  man  furo  kainem  Ubdinger  weder  gelt,  kom,  noch 
win  zfi  Ubding  koufen  geb,  sonder  die  40  lib.  den.  nachwart  an  ge- 
legnem gut  beliben  lauß,  und  darumb  sust  kain  libding  ze  koufen  geb; 
doch  ob  ain  raut  ze  rät  wiird,  gelt  zu  libding  ze  koufen  geben,  das 
dann  1  lib.  den.  umb  16  lib.  geben  werd. 

Item  das  ain  ieder,  der  pfründner  ist,  furo  nit  mer  reben  buwen 
sol,  dann  dri  hofstett  reben. 

Item  das  fürohin  niemand  im  spittal  weder  win,  brott  noch  anders, 
weder  lützel  noch  vil,  daruß  tragen  sol,  noch  nieman  das  geben  hinuß 
ze  tragen,  und  sol  iedes  das  ander  darumb  rügen  bi  dem  aide.  Wer 
das  überfert,  den  wfillent  min  herren  umb  die  pfründ  striifen  und 
usser  dem  gotzhus  schUessen. 

Item  als  dann  etlich  frowen,  die  pfrfindnerin,  gefrit  sien,  das  si 
nit  in  die  garten  gangen  und  arbaiten,  da  ist  errauten,  fürohin  der  ding 
halb  kain  frowen  ze  frien. 

Item  als  die  pfrfindner  täglichs  zerung  haben  mit  ir  zech  und  den 
win  uß  der  statt  in  das  gotzhus  raichen,  ist  ouch  erraten,  das  das  füro- 
hin nit  gescheen  sol. 

»  Sic! 


152  Überlingen. 

Item  [da]  zu  essends  ziten  ain  überlouf  in  das  gotzhus  [ist],  ißt 
errauten,  das  zii  fürkomen,  und  [das]  zö  den  ziten  daz  gotzhus  allweg 
beschlossen  sin  sol. 

Aus:  y,ProthokoUum  widriger  sachm'\  St.-A.  Abt.LXXXX.Nr.  2506, 


XXXVIII. 
Bebstecken-Ordnung. 

1475  Dezember  14. 

So  habend  min  herren  ain  Ordnung  angesehen  die  rebstecken  zft 
schöwen  an  dornstag  nach  Lucie  anno  etc.  75.: 

Item  das  man  darüber  schöwer  setze,  und  sol  nieman  kein  stecken 
abzellen,  si  sien  dann  vorhin  geschowet.^ 

Item  wenn  ainr  rebstecken  koufen  will,  so  mag  er  ainen  stecken 
uß  ainr  burdin  nemmen,  und  mit  dem  furman  uf  die  lengin  desselben 
stecken  sich  koufs  verainen. 

Item  das  die  schöwer  sondern  fiiss  ankeren  zä  besehen,  ob  icht 
gevarlichait  darin  erfunden,  es  sien  ful  stecken  oder  die  kurzen  under 
die  langen  vermischt  betten,  das  die  schöwer  den  gewalt  haben,  was 
der  fürman  im  dafür  thün  solle. 

Item  das  iede  burdin  25  stecken  haben  s611,  und  wa  darinne 
minder  erfunden  würde,  das  si  aber  gewalt  haben  und  damit  die  er- 
füllet werden. 

Item  das  ouch  niemand  dehain  stecken  bestellen,  noch  koufen 
sol,  enials  die  uß  dem  schiff  getragen  sien,  und  och  nieman  stecken 
kouf,  anders  dann  wie  die  schow  daz  zit.  Und^  wa  die  schöwer  die 
ding,  wie  obstat,  nit  also  gehandelt  erfinden,  s611en  si  minen  herren 
angeben. 

Und  sind  die  schöwer  gevertiget  bi  irn  aiden,  so  si  minen  herren 
burgermeister  gesworn  hand.^ 

Aus:  ,,Prothokollum  widrujer  saclim'\  St.-A.  Abt.  LXXXX,  Nr.  2506. 

*  Am  Rande   von  a.  Hd. :     Diser  artickel   ist  usser  Ordnung   gelassen  anno  81. 

2  Dieser  und  der  folgende  Satz  von  der  in  Anm.  »  genannten  Hand. 

3  Diese  Rebstecken-Ordnung  ist  das  Ergebnis  zweier  Konferenzen,  welche  die 
Weinbauinteressenten  am  Bodensee  einige  Jahre  vorher  abgehalten  hatten.  Die  Be- 
schlüsse sind  in  demselben  Faszikel  wie  obige  Rebstecken -Ordnung  mitgeteilt  und 
haben  folgenden  Wortlaut: 

1.  Uf  sambstag  nach  sant  Agten  tag,  anno  etc.  LXX^o  (Sic!)  (=  9.  Februar  1470^ 
ist  von  ietlichen  herren,  stetten  und  andern  umb  den  Bodensee  gesessen  von  gemains 
lands  wegen  ain  Ordnung  der  rebstecken  halb  fürgenommen  und  angesehen. 

Also  das  die  herren  und  stette  und  ander  iren  stetten,  slossen,  zwingen  und 
bennen  geschworen  schöwer  ordnen  und  setzen  sollen  und  den  bevelhen:   wenn  stecken 


ÜberliDgen.  153 

XXXIX. 
Vertrag  zwischen  Heiligenberg,  Salem,  M ainau,  Eonstanz  und  Über- 
lingen wegen  der  Fischerei  auf  dem  Bodensee.^ 

1481  Juli  12  Konstanz. 

Der  vischer  Ordnung  in  dem  Obernsee,  so  zu  Costentz  uf  donrstag 
nach  sant  Kilianustag  des  jars,  als  man  zalt  von  der  gepurt  Cristi, 
unsere  lieben  harren,  vierzechenhundert  und  in  dem  ains  und  achtzigisten 
järe  durch  des  wolgebornen  herren  grave  Ge&rgen,  graven  zu  Werdem- 
berg  und  zum  Hailigenberg  etc.,  des  erwirdigen  in  gott,  herrn  Johannsen, 
abbte  des  wirdigen  gotzhuses  zfi  Salmenswilr,  des  erwirdigen  herren, 
des  commenthurs  des  huses  der  Mainow,  der  fürsichtigen,  ersamen  und 
wisen  burgermaistern  und  rätte  der  statt  Costentz  und  Überlingen,  und 


kommen,  das  si  die  dann  aigentlich  besehen,  und  wo  si  ful  stecken  oder  die,  so  nit 
h6pter  händ,  oder  kurz  stecken  under  den  langen  gefärlicli  fünden,  oder  das  die  kurzen 
I  under  die  langen  gefärlich  gestelt  würden,  so  sollen  si  s&Uicb  stecken  nit  laussen 
verkonfen,  und  s&llichs  den  lüten  sagen,  divs  die  nieman  köf,  und  mag  ain  fArman 
die  stecken  alsdann  wider  haim füren. 

Wölten  aber  die  fürman  die  fulen  stecken  oder  die,  so  nit  h&pter  händ,  von 
den  guten,  desglich  die  kurzen  stecken  usser  den  langen  glichlich  zusammenthün,  und 
^e  kurzen  burdinen  von  den  langen  stellen,  also  das  glich  bi  glichem  war,  das  m&gen 
li  thftn;  doch  so  sollend  die  schower  das  aber  schöwen;  und  findet  sich,  das  söllich 
inhalt  der  Ordnung  beschuhen  ist,  so  mögen  si  sMlich  stecken  laussen  verkoufen. 

Wer  aber  s&lich  stecken,  so  inhalt  der  Ordnung  von  den  schöwern  nit  be- 
schöwet  wären,  kofte,  so  sol  der  köffer  von  iedem  verkouften  tusend  stecken  fünf  ß  ^ 
ZQ  bflß  geben,  als  dik  daz  beschicht. 

Item  welher  burdinen  5ch  nit  die  rechten  zal  haben,  nämlich  an  ainer  burdin 
25  stecken,  so  sol  der  verkftfFer  für  iedeo  stecken,  des  zu  lützel  an  ainer  burdin  ist, 
«wen  stecken  geben. 

2.  Üf  sambstag  vor  sant  Hilarientag  annodomini  etc.  LXXII«  (=  11.  Januar  1472) 
ist  zÄ  mainung(?)  zö  Costentz  des  rebzimers  halb  von  der  herren  und  stett  hotten  am 
Bodensee  ain  Ordnung  angesehen  und  zu  halten  vcrlaussen: 

Des  ersten,  das  es  bi  der  fürgenommen  Ordnung  vor  angesehen  mit  dem  under- 
schaid  und  der  übrigen  bei iben  sol:  also  wo  ful  stecken,  oder  die,  so  nit  h&pter  händ, 
onder  den  guten  funden  werden,  desglichen  kurz  stecken  under  den  langen  vermischet 
werden,  sol  (Sic!)  sol  der,  so  s&llich  stecken  gebraucht  haut,  die  burdinen,  darin  man 
sölliche  gevarlich  vindet,  widerumb  bi  dem  aid  haim  füren. 

Item  es  s6llen  ouch  die  fürlüt,  so  die  stecken  ffiren,  glich  laug  burdinen  zö- 
flamenstellen,  und  wenn  sie  die  gestelt  händ,  erfündet  sich  denn  hernach  gevarlich, 
das  kurz  burdinen  under  die  langen  gestelt  sind,  so  s&llen  si  die  kurzen  budinen,  so 
under  den  langen  stand  ouch  widerumb  bi  dem  aid  haimffiren.  Item  weihe  burdin 
euch  nit  die  rechten  zal  hat,  namblich  25  .  .  .  (wie  unter  Ziffer  1). 

'  Über  die  in  diesem  und  dem  später  zu  erwähnenden  Vertrag  von  1589  erwähnten 
fifchereitechnischen  Ausdrücke  vergl.  Stoffel,  Die  Fischereiverhiiltnisse  auf  dem 
Bodensee,  Bern  1906. 


154  Überlingen, 

des  vesten  Ulrichs  von  Helmstorff  volm&chtig   anwält  und  sendbotten, 
angesechen,  gemacht  und  ainhellenklich  beschlossen  worden  ist: 

Item  es  sol  hinfür  niemant  mer  dehainen  hAchen'  fachen,  denn 
der  das  meß  und  di  lenge  hat,  wie  das  hieb]  bezaiehnet  stat^;  wa  aber 
ainer  buchen  fachet,  die  das  meß  und  die  lenge  nit  haben,  vU  oder 
wenig,  sol  er  dehainen  essen,  verkoufen,  noch  in  den  wiger  lassen,  sunder 
ain  jetlicher,  sobald  er  dero  ansichtig  wirt,  sol  er  die  zu  stund  bi  sinem 
aid  ußwerfen,  si  sigint  lebendig  oder  tod,  ungevarlich. 

Item   es  sol  och   hinfüro  niemant  mer  dehain  seien*  fachen  in 
dehainen  weg  durch  das  ganz  jär  uß,   weder  zu  essent,  zö  verkoufent,   i 
noch  zfi  verschenkent.    Wa  aber  ainer  seien  fachet  vil  oder  wenig,  die 
sol  ain  jetlicher,  sobald  er  dero  ansichtig  wirt,  bi  sinem  aid  och  uß- 
werfen, wie  die  buchen. 

Item   es  s&llen  ouch  alle  die  riser,  so  in  den  hernach  bemelten 
zilen  und  kraissen  allenthalben  in  dem  Obernsee  gestossen  sind,  uß- 
gezogen  werden,  so  denn  den  genden  züg  irrent  an  den  höptzügen,  und 
dehain  riser  mer  hinfüro  daselbs   hingestossen  werden,  die  standint  uf 
der  halden  oder  uf  dem  land,  und  sollen  die  riser  also  ze  besechen, 
weihe  den  genden  zflg  irrint,  von  ainer  jeden  gegni  ain  erber  person^ 
die  sich  der  ding  verstand,  so  denn  uf  den  obvermelten  gehaltnen  ta^ 
sind,  erschinen,  geschiben  und  geordnet  werden,  und  die  sich  och  deniB. 
darumb  erkennen,  was  riser  also  beliben  oder  dannen   getan    werden, 
sollen,  und  was  si  ouch  sftllicher  riser  also  dannen  ze  tänd  sich  erkennen, 
die  sollen   alsdann   on   widerred  dannen  geton  und   dehains   mer  von 
ieraand,  wer  der  ist,  in  den  hernaehbemelten  zilen  und  kraisen  begriffen, 
gestossen  werden. 

Item  es  sol  öch  hinfüro  niemant  mer  nachts  von  der  sunnen 
nidergang  biß  zu  der  sunnen  ufgan^  triben  in  dhain  wiß   noch  weg. 

Item  und  das  ouch  hinfüro  niemant  mer  dehain  straifen*  durch 
das  ganz  jär  ußziechen  sol,  doch  ußgenomen  von  dem  donrstag  nach 
der  äschrigen  mitwuchen  biß  zu  Ostren.  So  mag  die  die  zit  ain  ider 
wol  ziehen  an  dem  bomm  und  sust. 

Item  es  s511en  ouch  hinfüro  die  lantwatten"^  durch  das  ganz  jär 
uß  nit  mer  uf  das  land  zogen  werden,  dann  mit  aim  bereu  ^  der  anderthalb 
ein  lang  si,  hinder  den  blachen^  und  sowit  als  das  brittli  ist,  so  darzü 
von  den  gesendten  hotten  und  anwfdt  obern  in   s511icher  Ordnung  be- 

*  Hecht.  —  ^  Am  Ende  des  Blattes  ein  Strich  22  ^'j  cm  Länge.  —  *  Junger 
Blaufelchen.  —  *  Netz  in  Form  eines  Sackes.  —  *  Enge,  große  Netze,  die  an  der 
Halde  auf  den  Grund  gesetzt  und  aus  Land  gezogen  wurden,  daher  für  den  Laich 
sehr  gefährlich  waren.  —  «  Her  ist  ein  korbartiges  Netz.  —  '  Eine  Gattung  Garn. 


Überlingen.  155 

^ffen,  gegeben  wirdt,  und  sol  söllicher  ber  ufrecht  stpon  on  sein  schnür 
md  enmitten  umbgebunden  sin,  alles  ongevarlich. 

Item  und  das  öch  sÄllich  Ordnung  von  allen  den,  die  ber&rent  und 
Q  disen  hernach  bemelten  zilen  und  kraissen  gesessen,  so  denn  die 
raidni  der  vischeri  jetz  bruchen  sind,  oder  die  hinfür  das  nach  bestimpt 
it  bruchen  w&llen,  also  gehalten  soll,  wie  obstat,  fünf  jär  die  nächst- 
omenden,  bi  dem  aid,  den  ain  ieder  darumb  schweren  wirdet  an  den 
ndem,  wie  das  hernach  volgt. 

Item  es  soll  Seh  dis  Ordnung  also  ze  halten  anfachen  zu  Visch- 
»ach^  und  von  Vischbach  den  Obernsee  allenthalb  ab  und  ab  gan  biß 
;en  Bödmen*,  und  von  Bödmen  widerumb  beruf  biß  gen  Costentz  in 
len  Obemsee  hinuf,  so  serr  denn  daselbs  hinuf  die  waidni  der  vischeri 
k'OQ  denen,  so  in  den  obbestimpten  zilen  und  kraissen  begriffen  sind, 
vorgebracht  worden  ist,  und  die  anfachen  also  ze  halten  und  verschworen 
Verden  uf  sonntag  nächstkomend  von  allen  denen,  so  die  waidni  jetz 
brachen  sind. 

Item  und  uf  das  alles  so  s&llen  alle  die,  so  in  den  obbestimpten 
zilen  und  kraissen  gesessen  und  begriffen  sind,  die  denn  di  waidni  der 
vischeri  jetz  bruchent,  oder  hinfüro  bruchen  wollen  fünf  jär  die 
nichstkomenden,  s&lUch  Ordnung,  wie  obstat,  also  ze  halten  und  der 
oachzekomen,  aid  liplich  zu  gott  und  den  hailigen  schweren  und  in 
denselben  aid  nemen,  ob  dehainer  jetzo  sun  oder  knecht  het,  oder  hin- 
füro in  dem  bestimpten  zit  der  fünf  jär  überkam  und  gewünn,  die 
lillich  Ordnung  nit  geschwom  betten,  das  si  die  waidni  der  vischeri  ze 
»ruchen  nit  f&ren  noch  bruchen  lassen  wöllint,  die  habint  söllich  Ordnung 
enn  vor  wie  si  ouch  geschworn  ze  halten  und  der  also  nachzükomen, 
ie  obstat;  und  söllicher  aid  sol  beschechen  und  iugenomen  vor  und 
on  ains  ieden  obern  in  den  bestimpten  zilen  und  kraissen  begrififen, 
ad  also  bi  der  Ordnung  durch  sin  bottschaft  gewesen,  oder  von  denen, 
e  denn  dieselben  ir  obern  darzü  ordnent,  und  den  si  das  ze  tun  be- 
3lhet,  alles  ungevarlich. 

Original  Papierblatt  St.-A.  Abt.  XXXX,  Nr.  976.  Außerdem 
ehrere  Kopieen. 

Die  eigejUiichen  ,,Fischcrordnungen'^  werden  hier,  weil  reine  Zunft- 
icheUy  nicht  mitgeteilt.  Das  St.-A.  Überlingen  besitzt  mehrere  solcher 
Ordnungen^^;  so  eijie  vom  17.  Juli  1536  mit  107  Artikeln;  vom  Jahre 
}53  hezw.  1555  (nach  Einführwig  der  ,,Hase^i-Ordnung^^ ;  s.  u.)  eine  solche 
;  einem  Papierlibell  von  88  beschriebenen  Seiten.     St.-A.  wie  oben. 


*  Fischbach,  Ort  westlich  von  Friedrichshafen. 

s  Bodman,  Ort  am  westlichsten  Ende  des  Überlinger  Sees. 


156  Überlingen. 

xxxx. 

Kaiser  Friedrich  tut  der  Stadt  Überlingen  in  Erwägung  der  gegen 
Herzog  Karl  von  Burgund  und  König  Mathias  von  Ungarn  geleisteten 
Kriegsdienste  die  besondere  Gnade,  zur  Besserung  ihrer  Mauern» 
Gräben  und  Türmen  usw.  in  ihrem  ganzen  Gebiete  Beichssteuem 
und  sonstige  An-  und  Auflagen  erheben  zu  dürfen. 

1482  AuguBt  8  Wien. 

Wir  Friederich,  von  gottes  gnaden  Rftmischer  keiser,  zu  allen 
Zeiten  merer  des  reichs,  zu  Hungern,  Dalmacien,  Croacien  etc.  künig, 
etc.  etc.  bekennen  offeniich  mit  disem  brieve  und  tun  kund  allen,  die 
ine  sehen  oder  hören  lesen :  nachdem  sich  unser  uud  des  reichs  heben 
getrewen  burgermeister,  rate  und  gemeinde  der  stat  ÜberUngen  in  den 
kriegsleufen,  der  sich  weilent  herzog  Karl  von  Burgundi  vor  verschinen 
Zeiten  und  itzo  künig  Mathias  zu  Hungern,  als  unser  und  des  heiligen 
reichs  veind  und  widerwertiger  zu  abpruch,  Zerrüttung  und  nider- 
druckung  des  heiligen  Römischen  reichs  und  deutscher  nacion  gebraucht, 
mit  irer  und  der  iren  schweren  costung,  wagnuß  und  daratreckung  leibs 
und  gftts  uns  uud  demselben  reiche  zu  ere,  rettung  und  behaltung  uud 
in  ander  wege,  als  unser  und  des  heiligen  reichs  undertan  allezeit  in 
getrewer  gehorsamkeit  beweist  und  erzeigt,  und  hinfür  in  künftig  zeit 
wol  tun  mögen  uud  sollen,  so  haben  wir  mit  wolbedachten  mut«,  guten  rat 
und  rechter  wissen  denselben  von  Überlingen  und  iren  nachkomen  zu  er- 
gözlichkeit  und  belonung  sölichs  ires  schweren  costen  darlegens  und 
Schadens,  und  damit  si  deshalben  nit  in  abnahmen  und  verderben 
kommen,  sonder  die  gemelt  stat  Überlingen  uns  und  dem  heiigen  reich 
zu  aufenthalt  mit  mauren,  ti'irnen,  graben  und  andern  notdürftigen 
weere  dester  bas  gopessorn,  vor  unbilliclier  beschwerung  und  beschedi- 
gung  aufenthalten  und  verhütten,  und  die  iren  dest  stathafter  befriden 
und  beschirmen  mögen,  dise  besonder  gnad  getan  und  freiheit  gegeben, 
auch  gegönnet  und  orhuibet,  tun,  geben,  gönnen  und  erlauben  ine  von 
Römischer  keiserlicher  machtvolkomenheit  vissentlich  in  kraft  dis  briefs, 
also  das  si  zu  stcier  der  obeslimhten  zweier  rai.sen  und  nu  hiefür  zu  ewigen 
Zeiten,  wann  und  als  oft  si  von  uns  oder  unsern  nachkomen  am  reich, 
Römischen  keiseren  oder  künigeu,  umh  hilf  und  beistand  in  raisc  oder 
ander  wege  mer  ervorderet,  oder  sust  zu  den  genielten  gepewen,  oder 
andern  derselben  stat  Überlingen  anligenden  notdürften  und  beschwer- 
ungen  dürftig  w^erden,  auf  alle  und  jegliche  personen,  die  iren  und  der 
iren  gerichten,  zwingen,  pennen  und  gebieten,  so  si  ietzo  haben,  oder 
künfticlich  in  kauf,  tausch,  salz,  oder  ander  weise  zu  iren  und  der 
obgemelten  stat  banden  pringen,   underworfcn,  zügehörig,  oder  sust  zu 


Überliogen.  157 

versprechen  steen,  wo  die  gesessen  sein,  ziemlich  anlegen  und  auflege 
tun  und  machen,  solches  von  denselben  erforderen,  einnemen  und  auf- 
heben, und  die,  so  sich  dawider  setzen,  widern,  oder  darin  ungehorsam 
erzaigen  würden,  bei  billichen  und  zimlichen  penen,  straffen  undpflssen, 
das  wir  ine  hiemit  unser  macht  und  gewalt  geben,  darzfi  zwingen  und 
halten  und  zfi  gehorsam  pringen  mögen,  und  s&llen  damit  wider  uns, 
das  heilig   reich,    noch    sust    iemand  anderen    nit  gefrevelt,    gehand- 
let noch  getan  haben   in  einich   weise,  getrewlich  und   ungeverdlich; 
doch  ims  und  dem  heiligen  reich  an  unserer  oberkeit,  auch  den,    so 
dieselben  ir  hindersessen    mit  leibeigenschaft  zögeh&ren,   an   iren    ge- 
rechügkeiten  derselben  leibeigenschaften  unvergrifiFenlich  und  unschedlich ; 
und  gebieten  darauf  allen  und  iglichen  curfürsten,   füi*sten,  geistlichen 
und  werltlichen,  preleten,  graven,  freien,  herren,  rittern,  knechten,  haubt- 
leuten,   ambtleuten,  vitzt&mben,  vftgten,    pflegern,    verwesem,   schult- 
heissen,  burgermeistern,  richtern,  reten,  burgern  und  gemeinden,  und 
sust  allen  andern   unsern  und  des  heiligen  reichs  undertanen  und  ge- 
trewen,  in  was  wirden,  states  oder  wesens  die  seien,  und  besonder  allen 
und  iglichen  in  iren  und  der  iren  gerichten ,  zwingen ,  pennen  und  ge- 
bieten gesessen  und  zfigeh&rig,  von  Römischer  keiserlicher  macht  ernst- 
lich   und   vesticlich   mit  disem   brieve,    daß  si  die  vorgenannten  von 
Überlingen  und  ir  nachkommen  an  difen  obgeschriben  unsern  keiser- 
lichen  gnaden,  freiheiten,  vergönnung  und  erlaubung  nit  hindern  noch 
irren,    sunder   si    der   berülich  gebrauchen,   geniessen,   genzlich  dabei 
bleiben,  und  also  inpringen  und  nemen  lassen,  sich  auch  des  nit  setzen 
noch  widern,  und  hiewider  nit  tun,  noch  imands  zu  timde  gestatten  in 
dhein   weise,  als  lieb  einem  iglichen   sei  unser  und   des   reichs   swere 
ungnad  und  verliesung  einer  pene,  nemlich  fönzig  mark  lötigs  goldes 
zu  vermeiden,  die  ein  jeder,  sooft  er  freveulich  hiewider  tette,  halb  in 
unser  und    des   reichs    camer,    und    den   andern    halben    teil  den  ge 
nanten  von  Überlingen  unableßlich  zu  bezalen  verfallen  sein  soll.    Mit 
orchund  des   briefs,  besigelt  mit  unserm  keiserlichen  maistat  anhangen- 
dem insigel.     Geben  zu  Wienn   am   achten  tag  des  moneds  Augusti, 
nach  Cristi  gepürd  vierzehnhundert  und  im  zweiundachtzigisten,  unserer 
reiche  des  Römischen  in  dreiundvierzigisten ,   deß  keisertumbs  im  ein- 
unddreissigisten,  und  des  Hungerischen  im  vierundzweinzigisten  jaren. 

Ad  mandatum  domini  imperatoris  proprium. 
(Ohne  Unterschrift.) 

Perg,    Orig.   mit   Siegel  an  roter  Seide.       L.  A.   Nr.  945,     Abdr.: 
Lünig,  a.  a.  0.  S,  544. 


158  Überlingen. 

XXXXI. 

Kaiser  Friedrich  gibt  der  Stadt  Überlingen  ein  Privileg  wegen  der 

Pfahlbürger. 

1483  Dezenaber  28  Wien. 

Wir  Friederich  v.  g.  g.  Römischer  keiser,  zu  allen  Zeiten  mera" 
des  reichs,  zfi  Hungern,  Dalmacien,  Croacien  etc.  künig,  herzog  z& 
Osterreich,  zu  Steir,  zu  Kerndten  und  zu  Crain,  grave  zu  Tirol, 
bekennen,  daz  unser  und  des  reichs  lieben  getrewen  bürgermaister  und 
rate  der  stat  Überlingen  färbringen  haben  lassen,  wiewol  si  in  craft 
gemeiner  beschribner  rechte,  auch  nach  aufsatzung  der  guidein  bulle 
uit  schuldig  weren  in  iren  und  der  iren  gerichten  und  gebieten  pfal- 
bfirger  zu  halten,  so  würden  si  doch  an  menigen  enden  irer  und  der 
iren  gerichte  und  gebiete  unbillicher  weise  damit  beladen,  daraus  ine 
und  gemeiner  stat  merklich  beschwerung  und  schaden  entstAndon,  und 
uns  diemflticlich  anrfifen  und  bitten  lassen,  si  hierinne  gnediclich  zu 
fürsehen;  und  wann  wir  nu  denselben  von  Überlingen  umb  ires  ta- 
uchen getrewen  verdienens  willen  mit  besondern  gnaden  geneigt,  auch 
solich  beswerung  an  in  selbs  unbillich  und  im  rechten  und  unserer 
guidein  bulle  verbotten  sein,  so  haben  wir  denselben  von  Überlingen, 
über  das  si  des  selbs  macht  hatten,  unser  sonder  gewalt  und  macht 
gegeben,  und  geben  auch  von  Römischer  keiserlicher  machtvolkomen- 
heit  wissentlich  in  craft  diß  briefs,  also  das  si  alle  und  iegliche  pfal- 
burger,  so  itzo  in  iren  und  der  iren  gerichten  und  gebieten  sitzen,  oder 
sich  hinfür  darein  ze  setzen  understeen  würdene,  Urlauben,  si  daselbs 
ferrer  ze  enthalten  oder  gedulden  nit  schuldig  sein,  und  welich  sich 
des  widern  oder  setzen  würden,  die  mit  gewalt  aus  denselben  iren  und 
der  iren  gerichten  und  gebieten  treiben  mögen,  und  damit  wider  uns, 
das  heilig  reiche,  und  auch  die  personen  in  was  wirden,  states  oder 
Wesens  die  weren,  den  dieselben  pfalbürger  zugehörten,  nicht  gefrevelt 
noch  gehandelt,  noch  in  darumb  ichts  schuldig  sein  sollen  in  kein 
weise,  und  gebieten  darauf  allen  und  ieglichen  fürsten,  geistUchen  und 
weltlichen,  prälaten, . .  .(wie  in  Nr.  XXXX.)  und  wollen,  das  si  die  genannten 
von  Überlingen  wider  diß  unser  keiserlich  gnad  und  erlaubung  mit 
pfalbflrgern  noch  in  ander  wege  nicht  dringen  noch  besweren,  noch 
dawider  tun,  noch  iemants  ze  tünde  gestatten,  sonder  si  von  unser  und 
des  heiligen  reichs  wegen  getrewlich  dabei  hanthaben,  schützen  und 
schirmen,  als  lieb  einem  ieglichen  sei  unser  und  des  reichs  ungnad  und 
straf  zu  vermeiden.  Daran  tun  si  unser  ernstlich  meinung.  Mit  ur- 
kund  diß  briefs  besigelt  mit  unserm  keiserlichen  aufgedruckten  insigel. 
Geben  ze  Wien  an  achtundzweinzigisteu  tag  des  monats  december,  nach 


Überlingen.  159 

Cristi  gepurt  vierzehenhundert    und   im    drewundachtzigisten,    unsere 
keiserthumbs  im  einunddreistigisten  jaren. 

Ad  mandatum  domini  imperatoris. 
Perg.   Orig.   mit  Fragmenten  des  rückwärts  aufgedrückten  Siegels. 
LA.    Abgedruckt  in  Z.  0.  Bd,  22,  S.  270  f. 


XXXXII. 
König  Hazimilian  schafEt  eine  bisher  in  Überlingen  im  Widerspruche 
zum  gemeinen  Recht  gültig  gewesene  Gewohnheit  hinsichtlich  des 
Erbrechts  der  Enkel,  auch  Bruders-  und  Schwesterkinder  auf  Vor- 
trag des  Magistrats  von  Überlingen  endgültig  ab. 

1496  Oktober  17  Lindau. 
Wir  Maximilian,  v.  G.  g.  Römischer  kunig,  zu  allen  zeiten  merer 
des  reichs,  ....  bekennen  ofTenlich  mit  disem  brief  und  tun  kund 
allermeniglich ,  das  uns  unser  und  des  reichs  lieben  getrewen  burger- 
meister  und  rate  der  stat  Überlingen  durch  ir  erber  potschaft  haben 
fürbringen  lassen :  wiewol  bisher  bei  inen  zu  Überlingen  gewonheit  sei, 
das  eniklin  zft  ir  anherrn  und  anfrawen,  desgleichen  brflder-  oder 
swesterkinder  nach  absterben  irer  vater  und  müter  zu  derselben  irer 
vater  oder  müter  geswistergiten  gelassen  hab  und  gittern  neben  den 
rechten  geswistergiten  derselben  ir  anherrn  und  anfrawen,  auch 
vettern  oder  mftmen  nit  zugelassen  worden  wern,  so  würden  doch 
solich  gewonheit  und  herkomen,  wo  die  an  ander  und  hfther  gericht  zu 
rechtvertigung  kemen  zu  zeiten  mit  recht  aberkant,  das  inen  iren  mit- 
burgem  und  den  iren  zfi  merklichen  costen  und  scliäden  raiche,  und 
uns  darauf  diemütiglichen  angerufen  und  gebetten,  das  wir  als  RAraischer 
kunig  in  solichem  zfi  fürsehen  und  vor  schaden  zu  verböten  gnedig- 
lichen  geruchten.  Und  wann  nu  nach  Ordnung  und  Satzung  gemeiner 
geschribner  recht  die  eniklin,  auch  bröder-  und  swesterkinder  irer  vater 
und  mfiter  erbschaft  und  teil,  so  die  zu  fall  kumen  mit  den  geswister- 
giten, derselben  irer  vater  und  muter  gleich  erben,  haben  wir  angesehen 
ir  zlmlich  bete,  auch  die  annfimen  getrewen  und  nützlichen  diust,  so 
si  uns  und  dem  heiligen  reiche  oft  williglichen  getan  haben,  und  hin- 
fur  in  künftig  zeit  wol  tfin  mögen  und  sullen.  Und  darumb,  auch 
dieweil  solichs  als  vorberört  dem  gemeinen  geschribnen  rechten  gleich- 
f&nnig  und  gemeß  ist,  mit  wolbedachtem  mfite,  gutem  rate  und  rechter 
wissen,  solich  ir  obgemelt  alt  herkumen  und  gewonheit  verendert  und 
in  nachgeschriben  massen  gesetzt,  geordnet,  declarieit  und  erclert,  ver- 
ändern,  setzen,  ordnen,  declariren  und  erklären  auch  von  Römischer 


160  Überlingen. 

küniglicher  machtvolkumenheit  wissentlich  in  kraft  diß  briefs,  also  das 
nu  hinfür  in   ewig  zeit  in   der  gemelten  stat  Überlingen   die  eniklen, 
brfider-  und  swesterkinder    an    stat   irer    vater   und   müter.  zu  irer  an- 
herrn  und  anfrawen,  auch  irer  vater  und  müter  leiblich  geboni  brftdern 
und  swestern  gelassen  hab   und  gfittern  mitsambt  derselben  irer  vater 
und   müter    vettern  mümen   eelichen  geswistergiten  als   den   neclistge* 
sippten  rechten  natürlichen  erben   nach  Ordnung  und  Satzung  der  ge- 
meinen geschriben  rechten  gelassen  werden,  die  annemen,   innhaben, 
besitzen,  nutzen,  gebrauchen  und  niessen,  und  so  die  berürt,  nach  einich 
ander  stattut,  herkumen  noch   gewonnheit  daran   nit   irren  noch  ver 
hindern  suUen  noch  mügen  in  kein   weise;  doch  das  in  solichen  die 
eniklin,  brüder-  und  swesterkinder  von  einem  leib  geborn,  ir  weren  vil 
oder  wenig,  an  stat  irer  vater  und  müter  für  ein  person  zugelassen  und 
gezelt  werden,  auch  alle  erbföll,  so  vor  außgang  diser  unser  kuniglichen 
Ordnung,    Satzung  und   declaracion   auf  solich    der.  vorgenannten  stat 
Überiingen   herkumen   und  gewonheit  biß  auf  dato  diß  briefs  gefallen, 
gehandlet  und  beschfehen,    und  davon  nit  geappellirt  ist,  alles  bei  sein 
wirden   und   kreften  beleiben  und  dieselben  unser  kuniglich  Ordnung, 
declaracion  und   erklerung   denen  keinen  abpruch,   schaden,  noch  Ver- 
letzung bringen  suUen  noch  mügen  in  dhein  weise,  getrewlich  und  un- 
gevarlich.     Und   gebietten  etc.    (wie  gewönlich.     Strafe:  vierzig  mark 
lötigs  goldes.)     Mit  urkunt  diß  briefs,  besigelt  mit  unserm  kuniglichen 
anhangendem    insigel.      Geben   zu   l^indaw    an   sibenzehenden   tag  des 
monets   ottobers,   nach  Cristi   ^eburt  viorzchenhundert  und    im   sechs - 
undnewnzigisten,  unser  reiche  des  Romischen  im  eilften,  und  des  Hung^ 
rischen  im  sibenden  jaren. 

Ad    mandatum   domini   regis   proprium    Bertoldus    archiepiscopuir 

Moguntiensis,  arehicancellarius. 

(Unterschrift  des  Königs  fehlt.)* 

Perg,  Ori(j.  an  hlau-tceiß-roter  Seide.     L.  A.  Nr.  1035. 

XXXXIII. 
Malefizgerichtsordnung. 

10.  Jhdt. 
Worbei  zue  wißen,   daß  der  bittel,  wann  er  in  das  malefizgerichi 
verkündet,   mit  dem  knöpf  seines  steckens  ahn  eines  jedwederen  raths- 
verwandten  thüer  8  mahl  nacheinunder  klopfen  und  dann  für  das  tach- 

*  Maximilian  war  an  diesem  Tage  persönlich  nicht  in  Lindau  anwesend.     Vgl- 
Z.  0.  Bd.  22.  S.  261. 


2 


\ 


Oberlingen.  XQt 

trauf  heraußgebn  und  bei  dem  aid  auch  3  mahl  gebiethen  soll,  anderen 
tags  auf  bestimbte  zeith  bei  dem  malefizgericht  zue  erscheinen. 

Item  das  malefizgericht  solle  vermög  habender  Privilegien  bei  ver- 
schloßenen  und  verrigleten  thüeren  und  fensteren  (welches  der  jüngste 
Zunftmeister  thuen  soll,)  gehalten  werden. 

Item  sollen  die  bauherren  dem  bittel  befehlen,  daß  er  den  armen 
Sünder  von  dem  thurn  herab  und  unter  die  leuenthüer  hohlen  laße;  dem 
ratbsknecht  sollen  sie  befehlen,  daß  er  die  Sturmglocken  leithe,  dem 
bettelvogt,  daß  er  die  taffei  vortrage ;  dem  nnchrichter  sollen  sie  sagen, 
was  das  urthel  vermag  und  wie  er  den  armen  sünder  richten  solle. 

Der  canzleiverwalter  solle  das  urthel  auf  dem  trippel  verleßen  und 
aolle  der  ambtsburgermeister  neben  ihm  auf  der  rechten,  der  alte  burger- 
meister  auf  der  linken  seithen  und  der  stattammann  neben  dem  alten 
burgermeister  stehn;  der  umbgelterknecht  solle  nach  verleßenen  urthel 
folgends  außruefen: 

«Hört,  hört  ihr  herren,  reich  und  arm! 
diße  sach  solle  niemand  äfferen  ahn 
meine  herren  die  burgermeister,  ahn 
meinen  herren  den  stattamann,  ahn 
meine  herren  die  Zunftmeister,  ahn 
meine  herren  die  richter  und  räthe; 
wer  das  überfehrt,  der  soll  in  des 
armen  manns  fueßstapfen  gestellet 
werden. » 
Item    wann   man  einen  armen   sünder  außführet,   solle  der  bittel 
'öit  geladener  bix  hinter  ihm  hergehn. 

Das  maleflz-gericht  aber  ist  folgendermaßen  zu  halten: 

Nachdem  man  Sessionen  genommen,   zaigt  der  amtsburgermeister 

^hn,  daß  ain  armer  sünder  in  der  gefangenschaft,  zue  welchem  2  von 

dem  rath   geschickt   seien   worden,    die    haben   einem    ehrsamen  rath 

^Unterbracht,   waß  sie   bei  ihme  gefunden,   woraufhin  seie  dem  armen 

Münder  auf  heuth  ein  rechtstag  ernennet  worden. 

Alsdann  begehret  der  stattammann  zue  wißen,  w^elches  die  2 
thuruherren  seien,  welche  der  stattammann,  nachdem  sie  ihm  vom 
ambtsburgermeister  namhaft  gemacht  worden,  fragt,  waß  sie  bei  dem 
nrmen  sünder  gefunden. 

Die  geben  mündlichen  bericht  und  dan  die  bcschriben  urgicht 
ffin,  welche  auf  des  stattammanns  begehren  verleßen  wird. 

Alßdann  fragt  der  stattammann  beede  thurnhcrren  weither  bei  ihren 
ehr-  und  aiden,  ob  sie  dieße  urgicht  und  bekanntnuß  von  dem  armen 
Sünder  selbsten  persöhnlich  gehört? 

01)errheiDl9che  Sladlrechtc.  II,  2.  11 


162  Überlingen. 

Die  geben  bericht. 

Der  stattammann  fraget  widerumb,  ob  der  arme  sünder  gebeichtet 
«nd  versechen  sei  worden? 

Die  thurnherrn  geben  antworth. 

Nach  dißem  fragt  der  stattammann  den  ambtsburgermeister,  ob 
man  mit  dem  gericht  führfahren  wolle  oder  nicht?  auch  ob  etwer  für 
den  armen  sünder  gebetten  habe? 

Der  bürgermeister  gibt  antworth. 

Darauf  fragt  der  stattammann  umb,  und  so  das  mehrere,  daß  mau 
mit  dem  malefizgericht  fürfahren  soll,  erinneret  der  stattammann,  daß  man 
nach  Inhalt  habender  kais.  Privilegien  die  thüeren  verriglen  und  fenster 
verspehren  solle,  welches  dan  von  dem  jüngsten  Zunftmeister  beschichet, 
wornach  beschicht  durch  den  stattammann  bei  erinnerung  eines  jeden 
aid  die  umbfrag  auf  das  urthel;  dann  folget  nach  dem  mehreren  das 
urthel  und  befilcht  der  ambtsburgermeister  denen  bauherren  zue  thueo, 
was  hieroben  vermeldet  ist. 

Nach  einer  Kopie  aus  dem  18.  JhrhdL     St.  Ä.  •  AhL  VIII.  NrJ64a. 


XXXXIV. 
Bestimmungen  über   den  bei  der  Wahl   eines  Bürgermeisters  zu 
Überlingen  einzuhaltenden  Modus,  Formeln  für  die  Ansprachen  des 
Stadtschreibers,  die  Eidesformeln  sämtlicher  Überlinger  Angestellten.^ 

Anfaug  des  16.  Jahrhunderts. 
[l.J     Nota,   so  man  ainen    bur^ermaister  im  Refental  er- 
weleu   sol,    so   redt   aiii    stattsclirciber   mit    grossen    raten    als 
hernach   stet   etc.: 

»  Ülier  die  4  verachiedcuon  Fassungen  siehe  am  Schlüsse  dieses  Kapitels. 
Handschrift  B  trägt  auf  dem  Umschlag  folgende  Aufschrift: 
Regimentß-et  Rats-Ordnung. 
Wie  zur  zeit  der  heil,  pfingsten  die  herrcu  hürgermeister,  rät  und  richtet  er- 
wählt sollen  werden  und  derselben,  sambt  aller  der  ambtsherren  und  andern  bedienten 
der   statt   Überlingen,    vom  höchsten  biß   auf  den    nidersten,  fertigungen  und  aidea, 
worauf  ein  jeder  nach  seiner  Verwaltung  züe  schwären   hat,   mit  beivermerkten  un- 
derrichtung  der  zwing  und  bann,  auch  der  güeter,  so  in  das  spittelambt  gehörend,  das 
einem  spitel,  so  man  im  fertiget,  fürgehalten  wirdt. 
Auf  der  ersten  leeren  Seite  steht  folgende 

Lew 

Keblewt  1502 
Becken  1503 
Schuhmacher   1504 
Küofer 
8chn(^ider 
Metzger 
Vischer 


Ordnung 
der  zunften : 


Überlingen.  163 

Fürsiclitigen,  ersamen  und  wisen  all  meine  berren,  darumb  üwer 
wisshait  zfi  disera  mal  alher  beruft',  das  ist  von  wegen  der  endrung 
aines  burgerraeisters,  wie  dann  dem  löblichen  brach  nach  diser  statt 
järlichen  uf  diß  zeit  zft  thün  gepflegen  wirdet,  darumb^  so  sol  ain  ieder 
bi  dem  aid,  so  er  gesworn  bat,  raten  an  ainen,  der  in,  der  statt  önd 
den  lüten  diser  statt  darzCi  tougenlich,  nütz  und  gbt  bedunkt,  niemen 
zu  lieb  noch  zfi  laid,  weder  durch  müet,  noch  durch  gab,  durch  frünt- 
schaft,  noch  durch  vindschaft,  noch  besonder  durch  kains  andern  ge- 
nieß oder  vortails  willen,  uugefärlich.  Es  soll  ouch  ain  ieder  ver- 
swigen,  das  zfi  verswigen  ist,  und  allhie  geredt  oder  geraten  würt  bi 
dem  virbestimpten  aid. 

Uf  das  so  fragt  dann  ain  stattschriber  darumb  die  zunftraaister, 
und  wann  die  geraten  so  stet  der  oberstzunftmaister  und  ain  zunft- 
maister  mit  im  uf,  und  nemen  von  grossen  raten  die  fragen  und 
stimmen  in;  dieselbigen  stimmen  werden  dann  geöffnet  und  mit  den 
merem  stimmen  ain  burgermaister  erwölt. 

Und  wann  also  ain  burgermaister  erweit  ist,  so  sol  dann  vor- 
bestimpter  massen'  geraten  und  geredt  werden  von  ains  alten  burger- 
maisters  wegen,  wie  dann  das  von  meinen  herrn  zunftmaistern  und 
grossen  raten  erraten  ist,  und  deßglichen  so  sol  uf  dieselben  zeit*  ain 
stattamman  im  Refental  ouch  erwölt  und  [aber  derselb  und  ouch  der 
alt  burgermaister]^  nit  geöffnet  werden  bis  uf  donrstag  darnach. 

[2.]  Und  so  das  alles  volbracht  würt,  so  sol  dann  ain  statt- 
schriber grossen  raten  verkünden^,  daz  alle  zünften  bi  iren  aiden  uf 
denselben  tag,  so  also  ain  burgermaister  erwölt  ist,  vor  vesper  zeit  ire 
zünftmaLster  ouch  erwölen  sollen,  wie  dann  desshalben  der  bruch'  und 
gewonhait  ist,  ungeverlich. 

Darnach  geen  meine  herren  zunftmaister  usser  dem  Refental  uf 
das  rathus  nach  baiden  bürgermaistern  und  clainen  raten,  die  dann 
alle  komen  in  das  Refental,  und  wann  die  dahin  körnen,  so  redt  ain 
stattschriber  zfi  dem  alten  burgermaister,  der  desselben  jars  gewest  ist, 
und  danket  im  von  meiner  herren  wegen,  als  hernach  steet: 

Herr  der  burgermaister  1  meine  herrn  zunftmaister,  ciain  und  gros 
rate  haben  mir  bevolhen,  üwer  wisshait  zu  danken,  üwer  müe,  fliß  und 
arbait,  so  ir  dann  vormals  und  insonder  diß  jars  mit  inen  und  den 
iren  gehapt,  und  das  ir  sie  und  die  iren  allweg®  früntlich  und  gütlichen 


*  A:  gebotten.  —  •  In  A  folgt  hier:  all  min  herren.  —  '  Diese  beiden  Worte 
fehlen  in  A.  —  *  In  A:  und  uf  die  zit  sol  .  .  .  -  *  Die  Worte  von  [bis]  fehlen  in 
A.  —  '  In  A;  So  sol  man  ouch  alsdann  ainem  großen  raute  verkünden.  —  ^  A:  wie 
dann  das  in  gebruchung  .  .  .  —  ^  A:  «so>. 

11* 


164  Überlingen. 

empfangen  und  tissgericlit  hond,  und  erbieten  sich^,  wo  sie  das  ieteo 
und  in  künftig  zeit  umb  ücli  und  alle  die  üwern  beschuldeu*  und  ver- 
dienen künden,  das  sie  allweg  willig  und  berait  erfunden'  werden  wollen, 

Darzü  gibt  dei*  alt  burgermaister  antwurt. 

Uf  das  redt  furo  ain  stattschrib«'  mit  ime  also: 

Herr  der  burgermaister!  so  hond  meine  herrn  zunftmaister,  ciain 
und  gros  rate  mir  fürbass  befolhen  üch  zu  bitten,  das  ir  inen  helfen* 
bitten  den  ietzerwölten  meinen  herrn  burgermaister  N,  den  meine  herrn 
zunftmaister  und  gros  rate  uf  diss  jar  zu  ainem  burgermaister  erwölt 
liaben,  das  er  darzü  willig  si,  angesehen,  das  meine  herrn  ain  gut  ver- 
trüwen  zu  ihm  band  und  wol  erkennen,  das  er  sie  und  die  iren  vor- 
mals allweg  gütlich  und  wol  empfangen  hat,  und  das  und  anders  wol 
waisst^  zu  ermessen®  und  zu  versehen. 

Und  so  dann  der  alt  burgermaister  mit  dem  nüwerwölten  burger- 
maister uf  das  redt,  und  der  nüwerwölt  burgermaister  antwurt  gibt,  so 
würt  wither  mit  demselbigen  geredt': 

Herr  burgermaister!  lassen  üch  die  sach  nit  swär  sein  und  seind 
willig,  so  wollen  üch  meine  herren  zusetzen  und  üch  hilflich  und  be- 
ratenlich  sein  in  hoffnung^,  das  ir  die  Sachen  dester  ringer  und  fürder- 
lieber  mögen  vollbringen  und  verwesen. 

Uf  das  sol  dem  nüwerwölten  burgermaister  der  nachfolgende  aid 
in  dem  Refental  vorgelesen  und  gegeben  werden,  nämlich  also^  ^^: 

Herr  der  burgermaister,  ir  werden  swören  der  statt  und  den  lutea 
diser  statt  gemainlich,  armer  und  riclier,  imlz  fromen  und  eere  zöi 
fürdern,  iren  schaden  und  unere  zu  wenden  und  zu  warnen  on  gevenl- 

[4.]  Und  besonder,  das  ir  uf  dis  jar  ain  gemniner  richter  sein  wollen^* 
dem  armen  und  dem  riehen,  ainem  nls  dem  andern,  niemanden  zfi 
lieb  noch  zu  laid,  durch  dehains  genieß  oder  vortails  willen^*. 

Item  das  ir  ouch  ^^  witwcn  und  waisen  schirmen  und  bi  der  statt 
frihaiten,  gewonhaiten  und  rechten  handhaben  wollen^'*. 

Item  das  ir  ouch^^  die  zunftcn  bi  iren  gewonhaiten  und  rechten 
nach  irem  herkomen  behaben  und  behalten  wöllen^^,  als  vil  das  an  üch 
ist,  und  ir  das  mit    eeren   und   nach   üwer  erkantnus  gethiin  mögen^^ 

*  A:  und  beveUhen  mir  fleh  zu  sagen.  ...  —  *  A:  verschulden.  —  ^  A:  all» 
weg  darinne  willig   erfunden.  ...    —    -^  B:   «helfen  ze  bitten».  ...    —    *  A:   wisse. 

*  A:  zu  verwesen.  —  "^  A:  Zu  dem  nüwen  burgermaister  wirdet  also   geredt: 

*  A:  beräteulich  erschienen,  das  si  hofVeu.  ...  --  *  A:  Den  aid,  dem  burger- 
maister im  refental  ze  geben.  —  ^'^  Am  Rande  von  anderer  Hand  bemerkt:  <?on>. 
"  A:  sieu;  («wöllen^>  fehlt).  -  '2  A:  zfi  laid,  noch  von  kaius  \orteils  willen.  —  «^  Diese 
3  Worte  fehlen  in  A.  —  ^*  A:  und  rechten  ze  beheben.  —  ^^  A:  ze  beheben  und  ze 
behalten.  —   '*^  A  fügt  hinzu:  one  geviird. 


Überlingen.  165 

Und  ob  sich  begeben,  das  in  zeiten  üwers  ampts  etwas  vorhanden 
war,  oder  fürfiel,  dardurch  zwüschen  ainem  erbern  rät  und  ainer  erbern 
gesellschaft  oder  zunft,  darin  ir  gehorten,  spenn  oder  irrung  sich  uf- 
erheben würden,  das  ir  dann  der  gesellschaft  oder  zunft,  darin  ir  gehören, 
in  demselben  kainen  rät,  hilf  noch  bistand  thün,  sonder  bi  ainem 
rät  beliben  und  daselbst  alles  das,  so  ains  räts  und  gemainer  statt  lob, 
nutz  und  er  sin  mög,  helfen,  raten  und  handien  wöllent,  nach  üwerm 
besten  verston  und  vermögen,  alles  trüwlich  und  ungefarlich,  es  w^äre 
dann,  das  sölichs  üwer  aigne  fründschaft  in  sonderhait  anträff*,  sölts 
gehalten  werden,  wie  unzher  die  Ordnung  der  fründschaft  halb 
gewesen  ist*. 

Item  was  ir  ouch  fravenlich  Unzuchten  und  geschichten  sehen 
oder  üch  clagt,  oder  ir  sunst  gloupUch  bericht'  werden,  daruß  der  statt 
flrävel  mag  gefallen,  das  ir  das  rügen  bi  dem  aid,  den  ir  ietzo  *  swören 
werden. 

Item  was  diß  jars  Sachen  bi  üch  hie  gescheen,  die  büsswirdig 
uud  zii  rechtvertigen  sind,  das  ir  die  bi  üch  rechtfertigen,  als  verr  ir 
mögend  mit  hilf  der  zunfbmaister  und  rate,  die  zu  üch  gesetzt  werden, 
und  das  ir  daz  gevärlich  nit  verziehen  noch  niemand  andern*  nach 
euch  sparen  wollen. 

Daruf  so  soll  der  burgermaister  seine  finger  ufheben  und  dem 
stattschriber  disen  gelerten  aid  nachreden  und  swören:* 

[5.]  «Als  mir  hie  vorgelesen  und  mit  worten  entschaiden  ist,  das 
^11  ich  stät  halten  und  getrülich  volfüren  on  alle  gevärd ;  also  bitt 
ich  mir  gott  zu  helfen  und  all  haihgen.»^ 

[10.]  Darnach  am  donrstag  redt  der  stattschreiber  also:^ 

Fürsichtigen,   ersamen  und  wisen  all  meine  herrn!  darumb  üwer 

wisshait  ietzo  alher  gebotten,  daz  ist  von  enderung  wegen  meiner  herrn 

rate  und  richter,  wi  dann   bisher  (wie  ir  wissen  habt)  üwer  gewonhait 

gewesen  ist,    darumb  so  sol  ain    ieder  uf  das,   so  er  gefragt  würdet 

1  Am  Rande  von  anderer  Hand  <daz>. 

'  Der  ganze  Absatz  von  einer  anderen  späteren  Hand  als  der  vorhergehende 
Absatz  (Hd.  B)  fehlt  daher  in  A  und  B.  Am  Rande  von  demselben  Schreiber  bei- 
gefügt :  c beschlossen  von  minen  herrn  zunftmaistern  und  grossen  raten  2^  post  petecosten 
aoctc.  Xm  mo  im  Refental.»  (17.  Mai  1413.) 

'  Die  Worte  von  «oder»  bis  «bericht»  fehlen  in  A  und  in  B. 

*  Dieses  Wort  fehlt  in  A  und  in  B. 

*  Statt  dieser  Überschrift  in  A  und  B:  Juramentum. 

*  Blatt  5  sonst  unbeschrieben;  gleicherweise  Blatt  6—9. 
'  Am  Rande  von  anderer  Hand  «im  Revental». 


166  Überlingen. 

raten   an  ainen,   der  ine  dann  zu  dem,   darumb  er  gefragt  würt,  der 
nützest  und  der  best  bedankt^  bi  dem  aide,  so  er  geswom  hat* 

Darnach  am  sonntag  uf  der  Gred  redt  der  stattschriber  also:* 

Fürsichtigen,  ersamen  und  wisen  all  meine  herrenl  üch  allen  ist 
wissend  die  enderung,  so  dann  järlichen  uf  diß  zeit  mit  meinen  herrn 
burgermaister ,  araman,  raten  und  richtern  gepflegen  würdet,  die  nu 
ietzo  abermals  (als  ich  zu  gott  verhofiF)  gemainer  statt  und  den  lüten 
darin  löblich,  eerlich  und  nützlich*  bescheen  und  volbracht*,  und  ist 
also  uf  ditz  jar  zu  ainem  burgermaister^  erwölt  mein  herr  N.,  der  sich 
dann  hievor  in  allen  ämptern,  so  ime  von  meinen  herrn  zunftraaistem, 
klainen  und  grossen  raten,  von  gemainer  statt  nutz  wegen  bevolhen 
worden  sind,  so  ussrichtig®,  löblich  und  wesenlich  gehalten  und  erzaigt 
hat,  das  im  meine  herren  uß  denselben  Ursachen  also  zu  ainem  burger- 
maister erwölt  hond. 

So  ist  uf  ditz  jar  alter  Ijurgermaister  N. 

So  ist  uf  diß  jar'  zö   ainem  stattammann   erwölt  mein  herr  N. 

[11.]  So  waist  ouch  iedermann  seinen  zunftmaister  wol,  der  ime 
uf  ditz  jar  gegeben  ist. 

Den  und  andern  meinen  herrn  raten  und  richtern  wolle  gott  der 
allmechtig  geben  wishait,  glück  und  hail,  söliche  ire  ämpter  und  all 
ander  ir  und  der  statt  sachen  ze  handeln  und  ze  werben,  das  gott  dem 
allmechtigen  gefallig  und®  löblich,  der  statt  und  den  lüten  diser  stat 
nützlich  und  inen  eerlich  si.^    Daruf  volget  der 

Eid   der   Räte. 

So  werden  ir  meine  herrn  des  clainen  rats   swören  uf  ditz  jar  zu 

richten  und  zu  raten  in  den  Sachen,  die  für  üch  komen,  das  best  und 

gerechtest,  das  sich  dann  üwer  ieglicher  erkent  nach  unser  statt  gewon- 

hait  und  recht,   weder  durch   müt  noch  durch  gab,   niemand  zu  lieb 

^  In  A  folgt  hier:    es  si  an  rät  und  richtern,  und  das  sol  jeglicher  rauten.  .  . 
'  A  hat  außerdem :  niemand  zu  lieb,  noch  zft  laid,  weder  durch  miet,  durch  gab, 
früntschaft,  vindtschaft,  noch  von  kainer  ander  eache  wegen,  ungefaurlich. 
'  A:  Nota:  uf  der  Gred  red  also. 

*  Diese  2  Worte  fehlen  in  A. 

*  A  fügt  bei :  einholliglich. 
^  Dieses  Wort  fehlt  in  A. 

^  Das  Wort  «ainbarlich»  in  A  ist  durchstrichen. 
®  Diese  beiden  Worte  fehlen  in  A. 

*  In  A  und  B  folgt  hier  noch  folgender  Absatz;  «Uf  das  sol  ainem  burger- 
maister sine  vorgeschribne  artickel  lürgelesen  werden,  und  wiewol  er  in  dem  refen- 
tal  gesworn  hat,  so  sol  er  uf  der  Gred  [nichtdestminder  dieselben  artickel]  ouch  sweren». 
Diese  Worte  von  [bis]  stehen  nur  in  B,  sind  aber  von  anderer  Hand  in  A  am  Bande 
beigefügt. 


Oberlingcn.  167 

noch  zfi  laid,  noch  durch  kains  andern  vortails  willen,  on  alle  geverd, 
und  das  ir  gehorsam  sein  wollen^  geholten  und  andern  endrungen, 
und  die*  rate  und  anders,  das  zu  verswigen  ist,  verswigen,  und  ge- 
mainlich  der  statt  und  der  lüten  diser  statt  nutz,  fromen  und  ere 
fardem,  iren  schaden  und  unere  wenden  und  warnen  wollen,  alles 
on  gevärd. 

Were  ouch,  das  ir  dhainest  zu  unziten  hörten  an  den  rat  lüten, 

üch  ward  gebotten  oder  nit,   das  Ir  dann  komen  und  an   dem  rat  he« 

üben  wollen.' 

[12.]    Und  insönderhait*,   das  ir  kainen  Juden  noch  jüdinen  in 

üwer  statt  schirm  noch  hurgrecht  nemen  wollen'^,  als  vil  als  an  üch  ist, 

und  ir  das  wenden  mögen  on  gevärd. 

Eid  des  Ammanns. 

Herr  der  amman!  so  werden  ir  swören  das  ammanampt  und  das 
gerichte  von  gemainer  statt  wegen  uf  ditz  jar  zu  besitzen  und  ain 
glicher  richter  zft  sein  dem  armen  als  dem  riehen,  und  dem  burger  als 
dem  gast,  nach  diser  statt  gewonhait  und  recht,  niemand  zu  lieb  noch 
zft  laid,  [weder  durch  müt  noch  durch  gab]®,  noch  durch  kains  [andern 
geniess  oder]®  vortails  willen,  on  geverd. 

Item  was  ouch  unzücht  clägt  werden,  oder  was  ir  unzücht  sehen 
b^een,^  daruß  der  statt  fraveln  gefallen  mögen,  das  ir  die  fürgeben 
und  rügen  und  mit  dem  rät®  straffen  und  gevärlich  nit  verziehen,  noch 
niemand  nach  üch  sparen,  ouch  one  geverd. 

Auch  das  ir  rät  und  haimlichait  der  rät,  ob  ir  der  innen  werden, 
verswigen,  und  was  zu  verswigen  ist,  on  geverd. 

[13.]  Weiter*  wärden  ir,  mine  herren  der  altburgermaister  und  J^^i3 
ßtattamann  bald  schwerren,  ob  sich  begaben,  das  in  zeiten  üwers  ampts 
etvas  vorhanden  war  oder  fürfiel,  dardurch  zwüschen  ainem  erbern  rat 
und  ainer  erbern  gesellschaft  oder  zunft,  darin  üwer  ieder  gehorte, 
spenn  und  irrungen  sich  uferheben  würden,  das  ir  dann  der  gesellschaft 
oder  zunft,  darin  ir  gehören,  in  demselben  kainen  rat,  hilf  noch  bistand 
thiln,  sonder  bi  ainem  rat  beliben,  und  daselbst  alles  das,  so  ains  räts 
und  gemeiner  statt  lob,  nütz  und  er  sin  mög,  helfen,  raten  und  handien 
wöllent,  nach  üwerm  besten  versten  und  vormögen,  alles  trüwlich  und 
UDgefarlich,  es  wäre  dann,  das  söUichs  üwer  aigne  fründtschaft  in  son- 


»  Fehlt  in  A.  —  2  Statt  fdie»  in  A:  «das  ir».  —  »  Dieses  Wort  fehlt  in  A; 
dafür  «one  gfärd».  —  *  A:  «mit  sonderhait».  —  *  Fehlt  in  A.  —  »  Die  eingeklammerten 
Worte  fehlen  in  A.  —  ^  Am  Rande  v.  and.  Hand:  «ald  ir  sonst  glaubwürdig  bericht 
werden».  —  ^  A  und  B:  mit  hilf  der  rät.  —  '  Dieser  und  der  folgende  Absatz  von 
Band  B  geschrieben;  fehlen  in  A  und  B. 


Mai  16. 


168  Überlingen. 

d erhalt  anträff,    dann   sölts  gehalten  werden,  wie  untzher  die  Ordnung 
der  fründtschaft  halb  gewesen  ist. 

Ist  beschlossen  von  minen  herren  zunftmaistern  und  grossen  raten 
montags  im  pfingstfirren,  anno  etc.  XIIl™^  im  Refental. 

Eid   der  Richter. 

So  werden  ir  meine  herrn  die  richter  die  obbeschriben  puncten 
und  artikel,  so  meinen  herrn  den  raten  vorgelesen  und  geoflFnet  sind, 
sweren,  und  sovil  mer,  das  ir  kain  sach  von  dem  undren  gericht  für 
den  rat  schiebend ,  es  sie  dann ,  das  ir  üch  bi  üwern  aiden  mit  dem 
merern  tail  erkennet,  das  es  ain  sölich  sach,  üch  zu  schwer  und  under- 
ßchaid  darin  zu  erhoUen  nottürftig  seien,  on  geverd. 

[14.]  Item  wann  minen  herren  den  rätten  und  richtern  ir  ver- 
tigungen  gelesen  werden,  so  sollen  sie  swören  und  darnach  sollen  die 
burger  gefertiget  werden^. 

Eid  der  Bürger. 

[15b.]  All  mein  herrn!  wissend,  das  meniglich  sweren  soll  under 
ainen  burgermaister  ald  under  ainen  zunftmaistjer  der  zunft,  under  der 
er  vor  gewesen  und  in  die  er^  geschiben^  ist,  und  under  kainen  andern, 
on  ains  räts  urlob;  wer  aber  das  nit  thät,  der  rieht  der  statt  5  8^*, 
darzü  frävelt  er  an  meniglichem  und  niemand  frävelt  an  im!  Diß 
Satzung  haben  wir  langezit  gehalten  und  wellen  ouch  dieselben  und 
ander  Satzungen,  wie  bisher*  für  basser  halten;  hiemit  man  üch  warnet 
das  ir  üch  vor  schaden  wissen  zu  verhüten. 

[16.]  Auch  wissend,   were",  das  under  dem  burgermaister,  ald  den 
zunftmaistern,  aiuer  dem  andern  mit  dem  rechten  ainichen  abbehielt''', 
das  er  under  im  sin  s51te,    war  in  dann  behept,   dem  sol  er  gehorsam 
sein  bi  dem  aid,   den  er  hie  sweren  wirdet,  und  soll  im  das  den  aid, 
so  er  vorgesworen  hat,  nit  berüren**. 

Sonder,  so  merkend,  was  ir  ietz  zumal  schweren  werden,  das  ist^ 
das  ir  gehorsam  seien  dem  buigermaister,  den  zunftmaistern  und  den 
raten  allerding,  so  sie  alle,  ald  der  raerer  tail  under  inen,  die  dann 
zumal  biainander  sind,  ze  rat  werden,  ungevarlich;  und  were,  das  ü wer 

^  Der  letzte  Absatz  von  einer  späteren  Hand  C;  fehlt  in  A  und  B. 

*  Diese  3  Worte  fehlen  in  A. 
3  A:  «beschiben». 

^  In  A:  und  dem  aman  sin  gericht.     Später  durchstrichen. 

*  In  A  und  B:  die  wir  bisher  gehalten  haben,  .  .  . 

*  Die  beiden  letzten  Worte  durchstrichen;  darüber  von  Hand  B:  «ob  sich  begebe». 
^  A:  anhüb.  B:  abbehüb. 

®  In  B  ist  von  späterer  Hand  am  Rande  bemerkt:  Aid  der  burger  alhie  an- 
zuheben und  inen  den  vorzulessen  uf  das  kürzest. 


Überlingen.  169 

dhainer  icht  verneme,  das  diser  statt,  ald  den  lüten  diser  statt  koramer 
ald  gebresten  machten  ald  bringen  möcht,  oder  das  sich  der  statt  ald 
den  lewten  zfi  ungemaeh,  zu  unfriden,  zö  widerparthien  ald  zu  uflöwfen 
ziehen  ald  scliieken  möcht,  das  soll  er  bringen  für  ainen  burgermaister, 
oder  für  ainen  zunftmaister,  ald  für  ainen  deß  räts  unverzogenlich^  on 
all  geverd. 

Dis  gelupt  werden  ir  halten  unz  üf  den  nechstcn  sant  Johanns 
tag  ze  sonnwenden  und  von  dannen  über  ain  ganz  jär  ongeferd. 

Also  hebend  auf  und  sprechen  mir  nach:  als  mir  hievor  gelesen 
UDd  mit  Worten  beschaiden  ist,  das  will  ich  stett  halten  und  getrewlich 
voUfüren,  on  all  gefärd;  also  bitt  ich  mir  gott  zu  helfen  und  all 
hailigen. 

[18.]  Zu  wissen*  uf  ditz  zeit,  so  man  under  ainen  burgermaister 
schweren  will,  das  dann  durch  den  büttel  den  ußlewten,  in  unsren 
gerichten  seßhaft,  nämlich:  üflFkirch^,  Goldpach'^  Brunispach*,  und. 
Burgkberg*.  verköndt  werd,  her  in  die  statt  und  uf  die  Gred  zö  komen, 
und  alsdann  under  ainen  burgermaister  ouch  zu  schweren. 

Legantur  statuta. 

[19b.]     Eid  der  Mitglieder  des  großen  Rats. 

Aide  der  grossen  rät,  den  schweren  sie  in  der  ratstuben  und  sollend 
alle  deß  grossen  räts  sweren: 

All  mein  herrn!  es  haben  mein  herrn  mir  bevolchen,  euch  meinen 
heim  deß   grossen  räts   zö  eroffnen  etlich  puncten  und  artikel,    die  ir 
werden  schweren  zu  halten  und  den  getrewlich  nachzekomen  ungevarlich**. 
[20.]    So  werden  ir  sweren,   das  ir  gehorsam  seien  dem  burger- 
maister,   den  zunftmaistern  und  raten  aller  ding,    so  sie  alle,  ald  der 
ßierer  tail  under  inen,  die  dann  zumal  biainander  sind,  ze  rat  werden 
Ungevarlich,  und  were,  das  ainer  iemer  ichtzit'  vernäm,  das  dieser  statt 
kommer  ald  gebresten  machen   ald  bringen  möcht,   oder  das  sich  der 
statt  ald   den  lewten  ze  ungemaeh,   ze  unfriden,  ze  widerparthien,  ald 
ze  uflöwfen  machen  ald  schicken  möcht,  das  sol  er  bringen  für  ainen 

*  Dieser  Absatz  steht  in  AundB  als  erster  Absatz  unter  folgender  Überschrift: 
Detar  iaramentum  universaliter.    Legantur  statuta. 

«  Aufkirch 

<  R  •*     '  b    h     ^^^^^  Weiler  im  Gebiet  der  Gemarkung  Überlingen. 
»  Burgberg 

•  Am  Rande  von  späterer  Hand  bemerkt:  «die  grossen  räth». 
^  In  A:  ünt;  von  späterer  Hand  dafür:  ichtzit. 


170  Überlingen. 

burgermaister  ald  für  ainen  zünftmaister,  oder  für  ainen  deß  räts  un- 
verzogenlich,  on  alle  geferd.^ 

Und  besonder,  so  sollen  ir  ditz  jar  raten*  in  den  Sachen,  die  für 
euch  komen,  nach  ewerm  besten  versteen,  und  das  so  zu  verschwigea 
ist,  verswigen,  ungevarlich. 

Diß  nachgeschriben  underrichtung  der  zwing  unnd 
benn,  und  das,  so  in  das  büttelampt  gehört,  wirdet  aineiix 
büttel,   so  man  in  vertiget,  fürgehalten: 

Gericht,  Zwing  und  Banne. 

Item  von  erst  vahet  das  an  und  gand  so  weit,  als  das  ettcr  greifet, 
hohe  und  nidere  gericht 

Item  so  gehörend  gericht,  zwing  und  bann  her,  so  weit  die  drei 
herden  der  statt,  dörfer  und  mülliner  tratt,  wunn  und  waid  haben  und 
bruchen,  und  darzö  Reutin  der  hoflF',  ouch  so  weit  wunn,  tratt  und 
waid  gat,  und  die  mülUnen  zu  Rüti*  gehört  nit  in  der  statt  gericht, 
zwing  und  bann,  das  schaidet  das  kilchspel,  wann  Reutin,  der  hoff, 
gehört  her,  und  die  müllinen  gen  Pfaffenhofen*  in  die  kirch  höre,  und 
die  gericht  der  mülline  gen  Bamberg.* 

Item  Regnatzhawsen  ^  der  hof  gehört  her. 
Item  Burgberg®  gehört  her. 
Item  der  hof  zu  Hellwang*  gehört  her. 
Item  Uffkirch  gehört  her. 
Item  der  StolP^  gehört  her. 
Item  Brünlispach. 

Item  Goldpach.  An  den  enden  allen  hat  ain  rat  ze  richten  und  umb 
fräflinen,  ußgenoraen,  was  den  hohen  gerichteu  iugehört  und  hawt 
und  har  anrürt. 

Denen  sol  man  verkünden,  under  ainen  burgermaister  zu  swören:" 
Goldbach     mit  den  diensten 
Brünispach  » 

Der  StoU 

Hellwang  > 

Uffkirch 


*  Darunter  v.  d.  spät.  Hd.:  cNota  den  . . .  (unl.)  frevel,  bussen,  straffen,  Unzuchten». 
2  A:  Und  diß  jaur  ze  rauten  .  .  .—  ^  Keutchöfe,  nordöstlich  von  Überlingen-Andels- 
hofen.  —  *•  Reutemühle  nördlich  der  Reutehöfc.  —  *  Pfaffenhofen  jetzt  Dorfteil  von 
Owingen,  nördlich  von  Überlingen,  früher  Name  des  ganzen  Ortes.  —  ®  Bambergen, 
Dorf  nördlich  der  Reutehöfe.  —  ^  Heute  Rengoldshausen,  östlich  von  Überlingen,  bei 
Deisendorf.  —  »  Burgberg,  siehe  oben.  —  »  Höllwangen,  Hof  bei  Hödingen,  nördlich 
von  Überlingen.  —  *^  Weiler  zwischen  Sipplingen  und  Goldbach  am  Bodensee. 
"  Dieser  Abschnitt  stammt  von  späterer  Hand,  fehlt  daher  in  A  und  B. 


ÜberlingeD.  171 

Rütin  mit  den  diensten 

Regnatzhasen  » 

Burgberg  » 

Sanct  Lienhart*         » 

Sanct  Katherina*       » 

Sanct  Ulrich'  » 

Blaichin  *  » 

Hußwürt  in  Salmswiler  huß  an  der  wiß  mit  den  diensten. 
In  das  gebüttelampt  gehört  diß,  alles^  hernach  stat  : 

Jltem  zwo  wisen  bi  Beuren  an  der  Ach,*  aine  enenthalb,  die  ander 
berdischalb. 
Item  sechs   maden   hörend  darz&,   und   sol  der  büttel  der  ander 
sein,  an  seinen  maden  zu  mäien. 

Item  vor  Hellwang  bei  dem  hof  ligt  ain  halb  juchart. 
Item  hinder  dem  hof  ligt  oueh  ain  acker. 

Item  ain  acker  leit  enhalb  Hedinger  Tobel,^   ist  ain  wenig  mer 
daDD  ain  halb  juchart. 

Item  zu  Hedingen  vor  den  linden,  da  der  steig  gät  gen  Lengen- 
feld, ligt  ain  halb  sattel. 

[26.]    Item  uf  dem  Nellenbach®  ligend  dri  juchart^  acker;  an  dem 
ainen  ligt  ain  wislin,  hört  darzu. 

Item  ob  den  wisen,  an  Erlach,  ^®  ligt  ain  acker,  ist  ain  groß  juchart. 
Item  ain  halb  juchart  under  Lugen  *^  herab,  ob  dem  Schindelberg, 
ligt  an   der  siechen  acker,   der  da  gehört   gen  Pfaffenhofen ,    in   der 
siechen  hoff. 

Nota. 
Item  wann  ain  gepüttel  von  seim  dinst  abtritt,  ist  der  wisen  und  Novemb.  so. 
acker  halben,  die  in  das  pittelampt  gehörig  sin,  von  meinen  herren 
angesehen  und  erraten  worden,  das  dem  abgestandnen  püttel  die  äcker, 
die  er  selbs  gesät  und  geböwen  habe^*,  desglich  die  wisen,  die  er  selbs 
gemät,  genossen ''  und  nit  verlihen  hat,  uf**  dasselb  jar  zuschneiden, 
zu  nutzen  und  zu  niessen  verfallen  sollen. 


'  St.  LeoDhord  östlich  von  Überlingen,  Kapelle  und  Pfründnerhaus. 
I  <  St.  Katharina  bei  St.  Leonhard. 

I  '  Früher  Kapelle  bei  den  Mühlen  im  Osten  der  Stadt. 

^  Bleiche  bei  den  Mühlen.  —  ^  A  und  B:  als. 

*  Beuren  an  der  Ach,  wohl  Grasbeuren  an  der  Aach. 

'  Schlacht  von  Hödingen  bis  Süssenmühle,  westlich  yon  Überlingen. 

»  Fließt  durch  Überlingen.  —  »  Fehlt  in  A  und  B.  —  '®  Gewann  bei  Über- 
lingen. —  *'  Lagenhof,  nördlich  von  Überlingen.  -^  *'  Durchstrichen.  —  "  Durchstrichen. 
**  Dorcbstricbeo. 


172  Überlingen. 

Und  aber,  was  er  von  ackern^  nit  selbs  gesät  und  gepüwen, 
sonder  verlihen,  disglich,  was  er  von  wisen  verlihen  und  nit  selbs  gemftt 
hab,  dieselben  äcker  und  wisen  sollen  dem  newen  gepüttel  gehören 
und  züston. 

Actum  Andree  im  XI  jar*. 

[28b.]  Des  Büttels  Lohn. 

Item  von  erst,  so  gibt  man^  von  ainem  fürbot  am  undern  und 
obern  gericht  1  ^j*,  oder  so  der  pütel  ainem  sust  in  kraft  seiner 
Ordnung  ain  schuld  erfordert,  1  ^,  und  aim  gast  2  ^. 

Item  von  jeden  zeugen  zu  gebieten  am  undern  und  obern  gericht 
von  ainem  burger  1  ..j,  von  ainem  gast  2  ^^. 

Item  von  undergängen  nichts. 

Item  wann  er  ainem  burger  zu  hus  rieht,  wann  er  dann  rieht, 
daran  der  cleger  ain  benügen  hat,  so  gibt  man  im  4  ^,  er  seie  burger 
oder  gast. 

[29.]  Item  von  güeter  spenen  oder  pfenden  1  |i  ^,  er  seie  burger 
oder  gast. 

Item  von  inzeschriben  1  ^  dem  schriber,  und  das  mein  herrn 
ainen  darauf  bestellen. 

Item  von  ainem,  der  in  meiner  kerrn  fangnus  kompt  etc.,  welcher 
umb  schuld  in  fangnus  kompt,  und  so  er  ledig  wirdet  mit  miner  herrn 
willen  und  wissen,  der  gibt  5  jj  ^,  und  welcher  umb  Unschuld  in 
fangnus  kompt,  da  geben  weder  meine  herrn  noch  der  gefangen  nichts. 

Item  von  schedlichen  leuten,  was  man  bi  den  findet,  und  im  zu 
sinen  banden  wirdet,  es  seie  schubgelt  oder  anders,  das  soll  er  an  meine 
herrn  bringen  und  inen  das  offnen,  oder  mit  miner  herrn  willen  be- 
halten, und  hat  ain  büttel  kain  gcrechtigkeit  darzü,  ußgenomen  gürtel, 
gewand,  und  was  daran  hanget  von  waffen. 

Item  und  sollen  meine  herrn  in  ußrichten  von  dem,  so  sie  bi  im 
finden  umb  thurn,  löß  und  atzuug,  und  ob  sie  sovil  bi  im  nit  finden, 
so  soll  ain  rät  in  daunocht  darumb  ablegen,  und  soll  der  züchtiger 
davon  ouch  ußgericht  werden,  ob  das  vorhanden  ist,  das  überig  mag 
ain  rät  Scheiben  den  fründen  oder  den  hailigen ,  oder  wo  sie  bedunkt 
gut  sein. 

*  Die  beiden  Worte  von  derselben  Hand  über  der  Zeile. 
-  Diese  Nota  stammt  von  späterer  Hand  D. 

'  Durchstrichen  und  am  Rande  von  anderer  Hand  beigefügt:  <.ain  burger». 
■*  Durchstrichen,  dafür  das  folgende  von  anderer,  jung.  Hand,  E,  mit  blasserer 
Tinte  angefügt,  fehlt  daher  ia  A  und  B, 

*  In  A  und  B:  lA 


Überlingen-  173 

Item  wann  meiner  lierrn  knecht  gefangen  bringen,  sie  seien  veind 
r  ander,  was  sie  dem  oder  den  nemcn  und  bi  im  findent,  es  seie 
;,  nomen  oder  anders,  darumb  band  sie  dem  büttel  nichtz  zil  ant- 
rten,  und  mögen  mine  herrn  das  werden  lassen  und  sclieiben  nach 
erkanntnus,  [und  sollen  die  knecht  süllichs  minen  herrn  über- 
wui-ten.]^ 

Item  wann  ainera  büttel  ain  gefangen  geantwurt  wirdet,  so  soll  er 
lerschaid  ^ron  ainem  rat  nemen^,  wie  er  den  halten  soll  mit  essen, 
sei  schädhch  oder  unschädüch. 

[30.]  Item  von  ainem  hafl  etc.,  wann  ain  burger  kompt  zum  büttel, 
1  an  im  begert,  im  die  kettenen,  genant  den  hund,  inzeschliessen, 
T  in  das  schiff  leit,  sol  man  im  davon  G  ^  geben,  und  so  menig 
das  in  haft  hgt,  iedes  tags  4  .^j ;  kompt  dann  der,  dem  das  sein  in 
X  gelegt  ist,  und  bitt  meine  herrn  umb  teding,  so  sollen  die  ding 
meinen  herrn  darumb  steen,  und  vom  ußschhessen  gibt  man  im  nichts. 

[Item  wann  er  usserhalb  die  statt  gen  must  \md  denen,  so  für 
sem  Stab  gehören,  fürbott  thut,]*  von  ainem  ieden  0  ^j,  imd  ob  er 
1  ußman  hie  in  der  stat  beträt  und  fürbot  thet,  dri  tag  vor  dem 
httag,  oder  zwen,  ald  ainen  tag,  davon  2  ,•]. 

Wenn  aber  er  ussrhalb  unsern  st^  gerichten  verkündt  in  der  nähin, 
soll  im  von  ieder  person  1(J  ^|  gegeben  werden;  ob  er  aber  weiter^ 
ras  wit  verkünden  müßte,  so  soll  der  Ion  und  fürpottgelt  an  ainem 
it  ston.^ 

Item  wenn  ainer  ainem  vaß  wein  verpfenden  will,  davon  6  ^j. 

Item  wa  ain  burger  oder  ains  burgers  kind  selbs  cost  im  thurn 
Iten,  sollend  dannocht  dem  büttel  deß  tags  4  ^j  werden. 

Item  wo  pfle;?ere  oder  cristaflFel,  ir  seie  zwen,  dri  oder  mer,  ainem 
bieten  wellen,  da  sollend  die  pflegere  oder  cristaffel  dem  büttel  vom 
bott  1  ^j  geben,  und  wo  der  büttel  das  bott  Überseche,  so  soll  er 
n  andern  fürbott  nichtz  nemeu. 

Item  wo  ain  arman  roß  und  karren  in  der  statt  het,  und  ain 
rger  im  das  verheften  wellt,  so  sol  der  burger  mit  dem  büttel  zfi  dem 
len  mann  gan  und  söllich  schulde  an  in  vordem,  und  ist  er  im  der 
uld  bekanntlich,  so  mag  er  im  dos  verheften  und  darzü  richten 
ih  der  statt  recht.* 

*  Von  [l)is]  Dicht  in  A  und  B. 

*  Am  Rinde  von  anderer  Hand  bemerkt:  «wahin  es  den  legen  und». 

'  Durchstr.;  am  Rande  v.  derselb.  Hd.  wie  unter  ^  beigefügt;   «und  trinken  er?. 

*  Anstatt  des  Eingeklammerten  von  [bis]  in  A  und  B:  Item  zil  fürbotten  den 
itten  ...  —  *  Durchstrichen.  —  ^  Durchstrichen.  —  ^  Dieser  Absatz  von  anderer 
d,  C,  fehlt  daher  in  A  und  B.  -  «  Dieser  Absatz  ist  vom  Schreiber  des  nächst- 
enden  Absatzes  durchstrichen. 


174  Überlingen. 

Item  und  ob  ain  annerman^  in  die  statt  trüge  ain  armbrosi 
mantel  oder  ander  waffen ,  ußgenommen  das  gürtel  begreife,  mag  de 
büttel  dem  burger  umb  sein  schulde  darzfi  richten  nach  der  statt  recht. 

[30.]  Item  wa  ain  gast  roß  und  karren  oder  ander  war  in  de 
statt  het,  die  mag  ime  der  burger  durch  den  püttel  um  sein  schuk 
verheften  und  darzö  richten  lassen  nach  der  statt  recht;  het  er  abe: 
eingesetzt  und  wollt  wider  uß  der  statt  farn  oder  reiten,  mag  ine  dam 
der  burger  underm  thor  noch  ergreifen,  hat  er  macht,  ime  ain  roß 
zwai,  drei,  sovil  im  geliept,  für  sich  selbs  ufzftsetzen,  deßgleich  aii 
reitenden  wider  abzusetzen,  und  dieselben  roß  wider  herein  in  ain  win 
huß  zfl  fürn,  und  si  also  um  sein  schuld  damit  zu  verheften. 

Item  wenn  das  ist,  das  mein  herrn  den  partien  rechttag  setzei 
und  inen  fürgepotten  het,  wa  dann  der  verzüg  deß  rechttags  an  minei 
herrn  were,  und  der  rechttag  durch  meine  herrn  verzogen  würde,  s 
soll  der  büttel  den  parthien  zu  den  andern  rechttagen  fürgebieten  un< 
davon  nit*  nemen;  deßglich  soll  gegen  den  zeugen  och  gehaltei 
werden,  so  den  fürgebotten  würde,  und  die  sach  durch  meine  hern 
verzogen*,  das  dann  der  büttel  zfi  den  andern  fürbotten  mit  näm*. 

Item  das  holz,  so  mein  herrn  dem  stattamann  und  richtern  gend  u 
das  brothus,®  das  soll  ain  büttel  oder  die  sinen  uftragen. 

Item  wenn  der  büttel  ainen  beschliessen  w^ürd,  so  soll  er  komei 
zu  ainem  burgermaister  und  im  sölichs  zu  erkennen  geben,  und  sc 
dabi  sagen,  das  von  minen  herrn  angesechen  seie,  das  ain  burgerraaiste 
darzfi  Scheiben  soll ,  damit  die  hab  angeschriben  werd,  und  von  der 
allen  ganz  nichtzit  nemen,  noch  iemand  davon  nichtzit  schenken,  noc 
ander  leut  davon  lassen  nemen  dhains  wegs. 

Item  ob  es  sich  begibt,  das  die  hab  an  der  gant  verkouft  soll 
werden  dem  haft  nach,*^  das  alles  an  die  gant  lassen  komen,  und  in 
selbs,  noch  sinen  verwandten,  noch  niemand  andern  an  der  gant  nich 
koufen,  noch  andern  bevelchen,  das  an  siner  statt  zfi  thund,  und  wa: 
daruß  gelöst  wirdet,  das  alles  soll  er®  aigentlich  von  stuck  zu  stuct 
ufzeschriben^  und  dann  damit  zu  ainem  burgermaister  oder  statt 
haltcr  fürderlich  zukehren^®  und   im  sölichs  zu   erkennen  geben,  dami 


*  Durchstrichen,  darüber  v.  d.  folj^eod.  Hand  «gast». 

'  Der  ganze  Absatz  ist  späterer  Zusatz  von  Hand.E. 

«  Durchstrichen;  darüber  «nichts».  —  *  A.  u.  H  fügten  bei:  wurde. 

^  Die  beiden  letzten  Worte  durchstrichen  von  der?.  Ild.  wie  unter  »  beigefüj^t 
«nichts  neme».  —  '  Durchstrichen  am  Kande  v.  and.  Hd.  korrig.  in  «gerichthus».  - 
'  Seil:  80  sei  er  .  .  .  —  ^  Über  der  Zeile.  —  *  Die  Silbe  «ze»  durchstrichen.  —  ><>  Di 
Silbe  «zu»  durchstrichen. 


OberÜDgen.  175 

mn    der   burgermaister   darzu   scheib,  damit  ^   das   gelt  an  statt  zu 
cherhait  gelegt  werd. 

Item  deO  büttels  Ions  halb  berürend  die  gant  und  das  ufschriben, 
)  er  im  hus  thftt,  dem  haft  nach  wellend  meine  herrn  dir  darumb 
ndenicbtung  geben;  die*  ist  also:  was  uf  ainen  tag  vergantet  wirdet, 
)vil  deß  ist,  so  soll  von  allen  tailen  dem  büttel  18  ^  geben  werden, 
nd  nit  mer,  deßgleich,  so  er  nach  ains  absterben  desselben  verlassen 
ab  und  gfit  ufschreipt,  soll  ime  auch  18  ^  davon  gelangen*. 

Item  min  herren  wollen  dir  hinfür  weder  vom  zol,  noch  sunst 
ichts  mer  zfi  geben  schuldig  sin,  dann  in  deiner  bestallung*. 

Item  meine  hern  wollen  och,  das  man  dir^  hinfüro  weder  vom 
oll  noch  sunst  niclits  zu  geben  schuldig  sin,  dann  das,  so  [dir^] 
Nie  [jetz  gebort,]^  in  sin  dienst  gehört.® 

Diß  obgemelt   des   büttels    belonuug  soll  zu    der    nach-     i6ii 
folgenden    deß   büttels   vertigung   gesetzt    werden,   und    die^^^ruste 
baide  allweg  aufeinander  gelesen.* 

Uf  des  nüwen  pütels  anbringen  der  wisen  und  äcker  halb  in  das 
pütlelampt  gehörig,  haben  min  herren  burgermaister  und  zunftmaister 
darara  geredt,  das  dem  abgestanden  püttel  die  äcker,  die  er  selbs  ge- 
saigt und  gepuwen  hab,  söUent  volgen  das  jar  zu  schniden  und  zft 
nutzen,  aber  die  andern,  die  er  nit  selbs  gesäet  oder  gepuwen,  sonder 
verliehen  hat,  das  die  dem  nüwen  püttel  zügeherent,  und  also  fürohin, 
wenn  daz  zum  fal  kompt,  ouch  dermassen  gehalten  werden  soll. 

Actum  mitwoch  prius  Lorenti  anno  etc.  XI™". 

Deßglich  ist  uf  fri^®  sampstag  vor  Andree  a^  etc.  XI™"  von  minen      i^n 
herren  burgermaister,  raten  und  richtern  der  wisen  halb,  so  ins  bittel-^^^'"'^  ' 
ampt  gehören,  der  entschid  geben,  das  dem  nüwen  pütel  die  wisen,  so 
der  alt   püttel   verliehen   und  nit  selbs  gemät  hat,    billich  zusten   und 
gehören  sollen.*^ 


*  Korrigiert  in  cdas». 

'  Die  Worte  von:  cdie  ist  also»  bis:  «und  nit  mer»  rühren  in  A  von  anderer, 
etwas  späterer  Hand  her. 

"  Die  Worte  von  «deßgleich»  an  stehen  am  Rande  und  rühren  von  Hand  £; 
lie  fehlen,  ebenso  wie  die  beiden  folgenden  Absätze,  in  A  und  6. 

*  Von  Hand  D  und  mit  blü-sserer  Tinte;  nachträglich  wieder  durchstrichen. 
'  Durchstr.  und  darüber  von  Hand  E:  «ainem  pütel». 

*  Durchstr.  von  Hand  E  durchstrichen;  dafür  «im». 

'  Diese  2  Worte  von  derselb.  Hand  durchstrichen;  dafür  oblut. 

*  Dieser  Absatz  stammt  von  Hand  D. 

*  Beide  folgenden  Absätze  stehen  nicht  in  A  und  B. 
'"  Durchstrichen. 

»"  Beide  Absätze,   der  letztere  von  derselben  Hand,  aber  später  beigefüsjt,  sind 
orcbst  riehen. 


176  Überlingen. 

Eide  des  Büttels. 
Item  du  wirdest  schweren,  der  statt  eer,  nutz  und  fromen  zil 
fürdern  und  zfl  schaffen,  und  irn  schaden  und  unere  zfi  wenden  und 
zu  warnen  nach  dinem  besten  versten  und  vermögen,  ouch  minen  herrn 
allerding  gehorsam  zft  sein  und  zft  richten  dem  armen  als  dem  riehen, 
und  das  kainem  zu  versagen,  besonder,  wann  er  will  und  es  am  zit* 
ist,  ungevarlich. 

2.  Was  dir  ouch  fräv(4  oder  Unzucht  fürkompt  oder  clegt  wirdet, 
oder  du  selbs  siechest,  das  du  dasselbig  inschriben  lassest,  und  dannocbt 
nichtdestminder  aincni  burgorniaister^  ouch  zu  erkennen  geben  wellest, 
[und  nämlich  das  du,  so  die  umbew  angeben  werden,  dieselben  orden- 
lich, und  wie  die  beschechen  sin,  aigentlichen  ufzaichen  wollest.]* 

[33.]  3.  Das  du  ouch  der  statt  gefangen  versorgen^  und  also 
verwaren  wellest,  damit  du  dieselben  widerumb  antwurten  mögest, 
und  ob  du  oder  diu  husfrow,  von  den  gefangen  ichtzit  vernemen,  das 
du  dann  dasselb  fürderlich  ainem  burgermaister  oder  Statthalter  zu  er- 
kennen geben  wellest,  [und  besonder  kainen  gefangen  one  erlaupt  aus 
kainer  vengnus  verendern  noch  anderßwahin  zu  legen,  dann  wie  im 
Süllichs  iederzeit  von  ainem  burgermaister  oder  Statthalter  bevolchen 
würdet.)^' 

4.'  Da  solt  ouch  bi  dir  in  deß  thurns  behusung  kain  gastung  haben 
und  niemand  frömbden  enthalten,  dergleich  one  erlopt  ains  burger- 
maisters  niemand  zu  den  gefangen  lassen. 

f).  Wo  du  ouch  körnest  zu  misshellung  oder  kriegen,  die  sollt  du 
stillen  und  als  verr  du  magst,  nidorlegon. 

0.  Iteni  du  solt  auch  in  craft  der  newen  Ordnung  ainen  jeden 
burger,  biwoncr  und  gast  sin  fürderlich  recht  ergon  lassen,  und  die'^ 
uf  die  pott,   so  du  ainem  jeden  thüst,   Üeissig  ufmercken  haben,   und 

»  Hand  B  fügt  hier  an :  uiigefaurlich,  und  der  gericht  und  recht  erlangt,  das 
dorn  richtest,  wenn  er  des  begert,  und  enkaiiicn  über  ainen  manot  des  versaget,  be- 
sonder, wenn  er  will  .  .  . 

^  A:  an  dem  zil  .  .  .  B:  an  zeit  .  .  . 

3  Am  Rande  von  Hand  F  bemerkt   «das  hinderlich». 

*  Von  [bis]  nicht  in  A;  in  IJ  von  derselb.  Hd.  mit  bhlsserer  Tinte  später  zugefügt. 
^  A  fügt  hier  an:   «und  was  dir  gefangner  geantwurt  werden,  das  du  die  ve^ 

sorgest  in  niauß,  das  du  die  wieder  antworten  mögest  j.     Alles  folgende  fehlt  in  A. 

*  Von  [bis]  von  and.  Hd..  später  zugefüg^,  fehlt  daher  in  A  und  B. 

^  Anstelle  dieses  Absatzes,  der  in  A  und  B  fehlt,  steht  in  A:  «Item,  was  du 
anzüchten  sehest,  dardurch  minen  hcrron  frävol  gan  mag,  das  du  türbringen  damit 
die  gestrauft  werden». 

**  Durchsl riehen. 


Überlingen.  177 

)ald  ainer  dieselben  Übergang,  ine  darumb  einsehreiben  und  meinen 
rn  anzaigen,  alles  bi  dem  aid,  so  du  ges^  sweren  wirst*. 

7.  Du  sollt  ouch  weder  spilen  noch  karten,  [noch  in  ainichen  weg 
1  oder  gemain  an  dem  spil  haben],'  allediewil  du  in  miner  herrn 
^nst  bist,  und  besonder  so  sollt  du  ouch  schweren,  one  urloub  ains 
rgermaisters  oder  Statthalters  von  diser  statt  nit  z&  gan,  alles  ge- 
wlich und  ungevarlich  *. 

8.  Item  was  du  ouch  gehaimer  rate  oder  anschlage  verstündest 
er  vememest,  das  du  dann  dasselbig  verswigen  und  besonder,  so  du 
fangen  annemest,  derselben  gut,  gürtel,  mitsampt  dem  seckel  und 
derm  daran  hangend,  wie  du  das  erfindest,  ainem  Statthalter  one  alle 
nderung  antwurten  wollest. 

Und*  wenn  du®  dins  diensts  halb  nit  zfi  schaffen  habest  ^  ufain 
rgermaister  wartest®. 

9.  Du  solt  auch  getrewlichen  ob  der  wacht  diser  statt  und  be- 
ider darob  sein,^  so  es  wäet,  das  du^**  dann  dieselb"  mit  umbgeenden 
echten  und  in  ander  weg  stattlichen  versechen  werde  ^*. 

Hie^'  soll  dann  dem  büttelouch  gelesen  werden  sin  nutzung  und 
sioldung,  auch  wie  er  es  mit  der  gant  halten  soll,  findt  man  an  den 
3hsten  3  blettren  hievor  nechstgeschriben.^* 

10.  Item  deßgleichen,  das  du  insonders  ain  rock  meiner  hem 
rb  machen  lassen  imd  damit  gerüst  warten  wollest. 

Item  zfi  welcher  zeit  du  dich  och  meinen  herni  nit  gefeilig  hieltest, 
Uen  meine  hem  inen  vorbehalten  und  am  selben  ort  weiten  weg 
ben,  ire  dinst  nach  irm  gefallen  zu  verleihen  ^'^. 


'  DarchBtrichen.  —  *  Der  ganze  Absatz  von  späterer  Hand  D,  fehlt  also  in  A 
IB.  —  '  Von  [bis]  fehlt  in  A,  in  B  am  Rande  von  derselb.  Hd.  mit  blasserer  Tinte 
gefügt.  —  *  Die  folgenden  Absätze  Nr.  8,  9,  10  fehlen  in  A.  —  *  Durchstrichen 
i  ander.  Hd.;  am  Rande  bemerkt  «deßgleich».  —  *  Von  ander.  Hd.  über  der  Zeile.  — 
urcbstrichen;  von  derselben  Hand  wie  sub  •  darüber  gesetzt  «hast».  —  '  <st> 
'chstrichen;  daneben  am  Rande  von  Hand  A  «wollest»;  der  ganze  Absatz  fehlt  in  B.  — 
>ie  beiden  letzten  Worte  von  Hand  D  durchstrichen  und  dafür  hinter  «statt»  «sein» 
gesetzt.  —  10  Über  der  Zeile.  —  "  Durchstrichen.  —  "  Die  drei  letzten  Worte 
chstrichen;  dafür  «selbs  versehest».  Dieser  Absatz  lautet  also  endgültig:  «Du  solt 
h  getrewlichen  ob  der  wacht  diser  statt  sein  und  besonder,  so  es  wäet,  das  du 
n  selbs  ufstandest  und  dieselb  nacht  die  wacht  mit  umbgeenden  knechten  und 
Inder  weg,  und  was  in  die  dienst  gehört,  selbs  stattlichen  versehest.»  —  ^^  Dieser 
atz  fehlt  in  B.  —  »*  Dieser  Absatz  ist  durchstrichen  von  derselben  Hand  D,  von 
^her  der  nächste  Absatz  stammt.  —  ^'  Dieser  Absatz  fehlt  in  B. 

»berrhelnische  Stadtrechte.    I!,  2.  12 


178  Überlingen. 

Fertigung  der  Ehefrau  des  Büttels.^ 

[34.]  [Item  es  soll  ouch  allweg  ains  pütteis  frow  gefertiget]  •  w^en', 
das  so  sie*  von  den  gefangnen  ie  zu  ziten  hören  würden,  niemand 
dann  dem  burgerraaister  oder  dem  püttel  zä  sagen,  auch  den  gefangen 
kain  meidung  oder  raichung  zu  th&nd  noch  zu  geben,  derglich  das  sie 
one  erlopt  ains  burgermaisters  niemand  zu  den  gefangen  komen  lassen 
wollen  one  gevärd*. 

Item  min  herren  wollen  dir  hinfür  weder  vom  zol  noch  sonst 
nichts  zu  geben  schuldig  sin,  denn  das,  so  in  din  dienst  gehörte^. 

Und  soll  uf  das  hernach  volgen  die  vertigung  ains  ganters,  die 
er  alle  jar  ouch  schwem  soll. 

Item  es  sollen  ouch  all  knecht  unverzogenlich,  nämlich  ain  ieder 
iusonders,  ain  rock  miner  herrn  färb  machen  lassen,  und  damit  gerüst 
warten. 

Item  zu  welcher  zit  sich  die  knecht  minen  herrn  nit  gefeilig 
hielten,  so  wollen  sie  inen  Witten  weg  haben  und  behalten,  ire  dienst 
nach  irm  gefallen  zu  verlihen. ' 

[35.]  Und  soll  uf  das  hernach  volgen  die  vertigung  ains 
ganters,  die  er  alle  jär  ouch  sweren  soll.® 

Item  ain  gantknecht  sol  schweren  gemainer  statt  und  auch  der 
lüten  diser  statt  nutz  und  fromen  zu  fürdem  und  schaden  zu  warnen 
und  zu  wenden  nach  pestem  seinem  versten  und  vermögen,  und  das 
er  menglich  sein  war,  so  im  einhendig  gemacht  wirt,  alliclich  an  offnen 
gantmarkt  komen  lassen,  usserhalb  der  gant  ieraands  ichzit  zfischeibea 
und  alßdann  daselbs  zum  getrewlichisten  und  fleissigisten  verkoffen 
und  mit  dem  r&f  iemands  hindern  noch  fürdern,  besonder  ainem,  wie 
dem  andern,  un verschont  ob  er  reich  oder  arm,  oder  wer  der  sei, 
rufen,  und  darin  ainich  geferd  bruchen. 


*  Dieser  Abschnitt  fehlt  in  A  und  B. 

*  Von  [bis]  von  Hand  D  durchstrichen,  dafür:  «Ir». 

*  Am  Rande  von  Hand  D :  «geben  ewer  trew  an  aids  statt»,  das  von  derselbeo 
Hand  wieder  durchstrichen  wurde;  dafür  «sweren». 

*  «sie»  von  Hd.  D  durchstr.  dafür:  «ir». 

*  Die  3  letaten  Worte  von  Hand  D. 

*  Dieser  Absatz  von  Hand  F. 

'  Die  4  letzten  Absätze  durchstrichen. 
^  In  A  lautet  dieser  ganze  Eid: 
Ganter,  der  an  der  gant  verrüft,  ist  sin  aid : 

Item  was  er  uf  der  gant  verrüft,  da   sol  er  nit  mer  nemeu,  dann  von  iedem 
U  den.  6  den. 

Es  sol  och  weder  er  noch  iemand  ander  von  sinen  wegen  mit  an  der  gant  konfen. 


Überlingen.  179 

Und   das  er  fümamlich  weder  an  gantmärckten,   noch  usserhalb 

selbs  noch  den  seinen  gar  nichtzit  koffen  noch  zflscheiben,  noch  och 

terhalb  seins  bestimpten   Ions  iemands  weiter  beschweren,  besonder 

b   in   dem  allem  halten  welle,   wie  im  wol  z&stand,  getrewlich  und 

all  geverd. 

Und  ist  sein  Ion  vom  tf  6  ,*f ,  [von  15  |l  9  hllrJS  under  15  ß  bis 
10  a  4  -^,  10  ß  3  ^,  zwüschen  10  ß  und  5  |l  2  ^,  5  f  3  hUr,  un  was 
der  5  ß  ist,  1  ^  *. 

Weiter  noch  mer  sol  er  nit  nemen,  noch  auch  weder  zerung  oder 
der  schaden  nit  thün  noch  auftriben,  kainswegs,  [kain  zerung  witter 
riben  noch  nemen].' 

Wo  er  aber  iemand  auf  sein  selbs  begem  und  nit  nach  recht- 
ber  erfolgung  sein  war  an  offnem  marke  verkoufen  würd,  des  er  sich 
on  zfi  thün  nit  sperren  noch  verwidem,  so  sol  man  im  ain  tag  20  kr. 
d  zimblich  essen  und  trinken^,  mer  nit  ze  geben  schuldig  sein.^ 

Eid  der  Säckelmeister. 

[38.]  Ir  als  die,  so  uf  ditz  jar  von  meinen  herm  in  das  stüblin 
«rollt  sind,  werden  schwern,  miner  herm  und  gemainer  statt  nutz, 
»men  und  eere  zä  fürdern  und  zä  schaffen,  und  im  schaden  zfi 
urnen  und  zfi  wenden,  nach  üwerm  vermögen  und  besten  verstau, 
trewlich  und  ungevarlich. 

Item,  das  ir  ouch  alles  ^eli,  das  euch  von  meinen  herm  und  der 
itt  wegen  geantwiurt  würdet  und  ir  empfaehen,  wie  sich  das  begibt, 
trewlichen  versorgen  und  in  üwer  innemen,  deßglichen  das  ir  uß- 
ben,  in  üwer  ußgeben  aigentlich  schriben  lassen  wollen,  damit  ir 
jinen  herrn  darumb  wissen  erber  rechnung  zfi  geben  und  zu  thun. 

[39.]  Das  ir  ouch  alles  das  gelt,  das  euch  ingeantwurt  wirdet, 
er  ir  sunst  empfaehen  oder  innemen^  allain  in  meiner  herm  und  ge- 
liner  statt  nutz  anlegen  und  wenden  wellen  ungevarlich. 

Deßglichen  so  werden  ir  schwem,  alle  jar  jerlichen  zfi  viermaln 
5  müllinen  mitsampt  den  buwherm  zu  besichtigen,  und  was  ir  an 
er  in  ainer  oder  mer  unrecht  erfinden,  ainem  erbem  rat  diser  statt 
erkennen  zfi  geben  ungevarlich. 


»  Von  [bis]  fehlt  in  D. 

s  Bis  hierher  stammt  der  ganze  Abschnitt  von  einer  anderen  Hand. 

'  Von  [bis]  von  anderer  Hand,  ist  wieder  durchstrichen. 

^  In  D:  und  weder  essen  noch  trinken  nit  mer  zu  geben  schuldig  sein. 

^  Von  späterer  Hand. 

•  Steht  nicht  in  A. 

18* 


180  Überlingen. 

Item  so  ir  auch  gebieten,  minen  herm  und  gemainer  statt  ir 
schulden,  zins  und  gelt  bi  aidspflicht  oder  an  gelt  zfi  geben  and  si 
bezalen,  so  sollen  ir  allweg  die,  so  dem  bott  ungehorsam  erschinen,  bi 
üwem  aiden  rügen  und  ainem  erbem  rat  zfi  erkennen  geben. 

Das  ir  ouch  die  schulden  diser  statt  getrewlichen  inbringen  und 
besonder  in  inbringung  der  besetzten  galt  kain  enderung  on  ains  rats 
wissen  und  willen  thün  wellen. 

Der  Ungelder  Eid. 

Ir  werden  schweren,  meiner  herrn  und  der  statt  nutz  und  fromen 
zö  schaffen  und  irn  schaden  zu  warnen  und  z&  wenden,  getrewlich 
und  ungevarüch. 

Item  das  ir  ouch  alle  wochen  uf  ainen  tag  an  dem  ungelt  sitzen 
und  das  getrewlichen  berechnen  und  emphachen  und  ouch  furter  das 
empfangen  gelt  den  seckelmaistern  ^  überantwurten  und  darz&  aigent- 
lieh  ingeschrift  setzen  wellen,  damit  ir  meinen  herm  darumb  wissen 
erber  rechnung  z4  thün. 

DeßgUchen,  das  ir  wettpfenninggelt  getrewhchen  inbringen  und 
darin  one  ains  erbem  rats  verwiUigung  kain  nachlassen  thün  oder  zu 
geben,  und  was  desselben  gefeilt  und  üch  ingeantwurt  wirdet,  den  seckel- 
maistern überantwurten  und  darzö  aigentlich  inschrift  setzen  wollen, 
damit  ir  ouch  darumb  wissen  rechnung  zu  thun  und  alles  gelt,  so  euch 
vorgelütter  weise  ingeantwurt  wirdet,  in  kainen  andern  weg  anz&legen 
oder  zu  bewenden,  dann  in  miner  herrn  und  gemainer  irer  statt  nutz 
und  fromen,  ungevarlich  *. 

Item  so  ir  ouch  gebieten,  meinen  herm  und  gemainer  statt  ire 
schulden,  zins  oder  gelt  bi  aidpflieht  oder  an  gelt  zu  geben  und  zä 
bezalen,  so  sollen  ir  allweg  die,  so  dem  bott  ungehorsam  erschinen,  bi 
üwern  aiden  rügen  und  ainem  erbern  rät  zu  erkennen  geben. 

Ir  sollen  auch  mitsampt  den  bawhern  all  fronfasten  all  wagen  und 
gewicht  allenthalben  bei  meniglich,  wer  sieh  der  allhie  in  unser  statt 
gebrucht,  uf  heben  und  besichtigen,  und  nämlich  den  man  bei  seinem 
aid,  ainem  burgermaister  geschworen,  und  die  frowen  bei  gütten  trewen 
an  aid  statt  vertigen  und  daruf  erfordern  all  wagen  und  gewicht,  so 
si  haben  euch  darzulegen  und  nichtz  zu  verhalten,  und  bei  welchem  ir 


^  A:  «den  etOblinelüten». 

2  In  A  lautet  (iieser  Absatz  folgendermaßen: 

Und  deseglichen  wettpfeiiin^gelt,  bo  dann  gevelt  und  üch  ingeben  und  ge- 
antwnrt  wirt,  das  och  in^'eschrift  ze  setzen  und  den  stttblinslüten  zö  antwurten  und 
darumb  rechnung  ze  tdnd  und  das  gelt  alles  in  kainen  andern  weg  zii  bewenden, 
dann  in  miner  hern  nutz  und  fromen  ungevarlich. 


Überlingen.  181 

alsdann  ainen  valsch  oder  gefar  erfinden  würden,  fürter  dasselb  an 
stund  ainem  burgermaister  und  rat  zfi  erkennen  geben;  deß  oder  der- 
selben straf  soll  alsdann  alwegen  an  aim  rat  ston,  dieselben  zfi  bietzen, 
den  ainen  am  leib,  den  andern  am  gät,  nachdem  ains  jedes  gefarlich 
oder  ungefarlich  gebandelt  bat^ 

Ir  sollen  ouch*  mitsampt  den  bawhem  allen  wierten  ain  mal  im 
jar  und  nämlich  umb  sant  Jörgen  tag  ire  massen  uf  heben  und  pfechten. 

[44.]  Eid  der  Spitalpfleger. 

Ir  werden  schweren,  des  spittals  nutz  und  fromen  ze  schaflFen  und 
ze  fürdem  und  im  schaden  ze  warnen  nach  ewerm  besten  vermögen 
und  das  gelt,  so  ir  uss  kom,  wein  imd  anderm  lösen  und  empfachen, 
das  ir  das  weder  in  ewerm  aigen  nutz  bruchen,  noch  sunst  in  ander 
w^  verleichen,  sonder  allain  in  deß  spittals  nutz  anlegen  und  bewenden ; 
das  ir  auch  kain  gelt  weder  an  leibding,  zins  oder  gütter '  noch  ligende 
gütter  anders  anlegen  wellen,  dan  mit  wissen  und  verwiiligung  ains  rats; 
deOglich  das  ir  deß  spittals  vleißeg  warten  und  dem  getrewlich  zösechen, 
auch  all  ewer  einnemen  und  ussgeben  in  ewer  rechnung  ordentlich 
setzen  und  komen  lassen,  und  all  wochen  vom  maister  deß  spittals  alles 
seins  einnemens  und  ussgebens  gute  raitung  nemen,  und  so.  ir  bi  im 
oder  andern  ichzit  argwannigs  erfimden,  dasselb  meinen  hern  aim  rat 
unverzogenUch  z&  enkennen  geben*  wollen,  alles  getrewlich  und  un- 
gefarlich^. 

Eid  der  Bauherren.* 

Ir  werden  swem,  das  bawampt  mit  allem  dem,  das  darzü  dient, 
getreuwlicb  und  mit  höchstem  fleis  zu  versechen  und  gemainer  statt 
nutz  und  fromen '  zu  fürdern  und  im  schaden  und  abgang  zu  warnen 
und  zu  wenden  nach  allem  ewerm  vermögen. 

Das  ir  ouch,  so  sich  spenn  in  bewen  umb  guter  in  unser  statt  ge- 
legen oder  deren  gerechtigkait  halben  begeben  würden,  uf  ansuchen 
der  partheien  unser  burger  und  bewoner  in  sollichen  irn  spennen  aigent- 
lich  und  nach  notturft  gegen  ainander  verheren,  si  fürter  nach  ewer 
besten  verstentnus  deren  rechtlich  entschaiden  und  darin  glich  richter 
sein  wollen  dem  armen  als  dem  reichen,  ainem  wie  dem  andern. 


*  Dieser  and  der  folgende  Absatz  von  anderer  Hand  E,  stehen  also  nicht  in 
A  nnd  B. 

*  Über  der  Zeile. 

*  Diese  beiden  Worte  sind  durchstrichen. 

*  Die  Stelle  von  «und  so  ir>  an  bis  cgeben»  ist  durchstrichen. 

'  Dieser  Absatz  von  einer  anderen  Hand,  steht  nicht  in  A  und  B. 

*  Dieser  «Eid»  steht  weder  in  A  noch  in  B. 
'  Über  der  Zeile  «darinn». 


182  ÜberÜDgen. 

Und  ob  euch  in  sollichem  etwas  beschwärlichs  begegnen  und  fiir- 
fallen  wurde,  das  ir  das  ainem  ersamen  rat  fürderlich  fürtragen  und 
zö  erkennen  geben,  und  am  selben  ort  weiter  beschaids  erwarten. 

[45.]  Derglichen  das  ir  mitsampt  den  ungeltem  allen  wierten  und 
gesselierem  ain  maul  im  jar,  und  nämlich  umb  sanct  Jörgen  tag,  iie 
massen  ufheben  und  pfechten  wollen. 

Item  das  ir  ouch  mitsampt  vermelten  ungeltem  all  fronfasten  all 
wagen  und  gewicht  allenthalben  bei  mengelich,  wer  sich  der  alhie  in 
unser  stat  gebrucht,  auch  ufheben  und  besichtigen  und  nämlich  den 
man  bei  seinem  aid  ainem  burgermaister  geschwom,  und  die  firowen 
bei  glopten  truwen  an  aidsstat  vertigen  und  daruf  erfordern  wollen,  all 
wagen  und  gewicht,  so  sie  haben,  euch  darzelegen  und  nichtz  zu  ve^ 
halten,  und  bei  wölchem  ir  alsdann  ainen  valsch  oder  gefar  erfunden 
würden,  fürter  dasselb  an  stund  ainem  burgermaister  und  rat  zfi  er- 
kennen geben,  deß  oder  derselbn  straf  soll  alsdann  al wegen  alwegen^ 
an  aim  rat  ston ,  dieselben  zu  bietzen ,  den  ainen  am  lib,  den  andern 
am  gfit,  nachdem  ain  jedes  gefarlich  oder  ungevarlich  gehandelt  hat. 
Und  auch  sunst  alles  das  thün  wollen,  das  euch  amptzhalben  zsütat, 
und  ir  zu  thfin  schuldig  sind,  alles  getruwlich  und  unngevarlich.* 

Desglichen,  das  ir  alle  jar  jerlichen  zu  vier  malen .  mitsampt  den 
seckelmaistem  die  muUnen  besichtigen,  und  was  ir  an  oder  in  ainer 
oder  mer  unrecht  erfinden,  das  ir  das  ainem  erbern  rat  diser  statt  zu 
erkennen  geben.  ^ 

Auch  gar  dhain  holz  noch  spen  nit  mer  nemen,  besonder  sich  der 
bandnüß  und  epfel  uf  irn  costen  zu  haimen  beniegen  lassen. 

Auch  von  amptz wegen  dhain  rittgelt  nemmen,  es  werd  dann  ainer 
sonderlich  verordnet  vom  rat  zu  ritten. 

Auch  dhain  rittgelt  über  8  tag  ansteen  lassen;  welcher  das  aber 
nit  in  solcher  zit  empfacht,  dem  werden  die  seckelmaister  dannach 
nichtz  geben.* 

Eid  der  Ungelderknechte. 

(Ir  werden)  du  würdest  ^  schweren,  miner  herrn  und  geraainer  irer 
statt  nutz  und  frommen  zu  fürdern  und  zu  schaffen,  und  irn  schaden 
zu  warnen  und  zu  wenden,  und  meinen  herrn  burgermaister,  zunft- 
maistern  und  den  raten  aller  ding  gehorsam  zu  sein,  und  ouch  uf  ainen 
burgermaister  zii  warten,  ungevariich;  derglich  all  gehaim  und  das  dir 

*  Doppelt. 

*  Bis  hierher  der  ganze  Abschnitt  von  Hand  E. 

*  Dieser  Absatz  von  Hand  D. 

*  Die  beiden  letzten  Absätze  von  einer  anderen  Hand. 

*  Die  beiden  ersten  Worte  stehen  umittelbar  über  den  beiden  folgenden. 


Überliogen.  188 

z&  verschwigen  und  z&  handln  bevolchen  wirdet,  nach  miner  herm 
befelch  zu  handhi  und  zu  verschwigen.^ 

Item  das  (ir)  du  all  wochen  das  ungelt  von  den  wierten  ufschriben, 
und  alle  sonntag'  bi  den  ungeltern  sitzen  und  das  ungelt  (wollen)  wollest' 
helfen  rechnen,  nachdem  und  (ir)  du^  das  angeschriben  (band),  hast,  das  (ir) 
du  ouch  die  becher  so  (ir)  du  ußlichest,  allwegen  anschriben  und  am 
Sonntag'  sovil  der  an  dem  ungelt  gebrucht  sind,  uf  das  räthus  ant- 
wurten  wellest  (wellen). 

Item  und  das  (ir)  du  am  ungelt  die  ungelter  kain  gelt  innemen 
innemest^  wollest. 

Item  wann  ain  wiert  win  in  sinen  keer®  ziehen  will,  das  (ir)  du 
dann  denselben  wein  aigentlich  ufzaichest  und  anschribest,  (ufzaichnen 
und  anschriben^,    [ee  der  win  in  den  kern  kompt].® 

Item  (ir)  du  (werden)  würdest  ouch  schwem,  aller  der  vaß  eich,  so 
an  die  eich  komen,  anz&schriben ,  und  wann  die  wiert  (üch)  dir  ain 
eiche  angeben,  das  (ir)  du  dann  die  eich  aigentlich  ufschriben  (wellen) 
wellest;  [und  so  man  iehet  das  du  selbs  dabi  siehst  bis  zu  end].® 

Item  wann  (ir)  du  ouch  becher  (ußleihen)  ußlihest,  das  (ir)  du  dann 
denjenen,  die  sie  bruchen  wellen,  (sagen)  sagest,  so  sie  ußgeschenkt 
haben,  das  sie  dann  die  becher  mitsampt  dem  ungelt  [am  nechsten 
Sonntag,  nachdem  der  win  ußgeschenkt  ist,  uf  das  rathus]®  bringen 
(wellen)  wellest^®,  so  die  glok  zwölfe  schlecht,  ist  es  ain  mansperson,  bi 
sinem  aid,  ist  es  ain  frowenbild,  bi  irer  trew  an  aidsstat.^^ 

Item  das  (ir)  du  kainen  becher  geben  (wellen)  wellest,  er  sage  (üch) 
dir  dann  bi  trewen  an  aidsstat  zö,  das  er  damit  kainen  win  schenken 
welle,  der  ains  gasts  sie. 

Deßglichen  (sollen)  ir  solltu  kainer  frowen  oder  kind,  die  ainen 
eeman  oder  vatter,  der  anhaim  ist,  haben,  ain  becher  geben ;  [(ir  söllent) 
du  sollt  ouch  kainem  priester  kainen  becher  geben,  er  habe  dann  ainen 


*  In  A  lautet  dieser  Absatz: 

Item,  dn  würdest  sweren,   minen  herren,  burgermaister,   Eunftmaistern   und 
raten  gehorsam  ze  sind  und  uf  ainen  burgermaister  wartest!  ungevarlichen. 

*  In  A  ursprünglich:  samstag;  von  spät  Hd.  durchstr.  und  darüber:  sonntag. 

'  Diese  3  Wörter  sind  folgendermaßen  geschrieben:  ungelt  <^^  ,,  ^' 

wollest, 

*  Ähnliche  Schreibweise  wie  unter  *. 

*  Dieses  Wort  von  Hand  D  durchstrichen,  von  der  das  folgende  Wort  stammt. 

*  keer  =  Keller. 

'  Dieser  Absatz  in  A  durchstrichen. 

*  Von  [bis]  von  Hand  E,  fehlt  in  A  und  B. 
»  Von  [bis]  fehlt  in  A. 

'"  Diese  2  Worte  durchstrichen. 

^^  Die  folgenden  8  Absätze  fehlen  in  A. 


184  Überlingen. 

burger,  der  minen  Herrn  urab  den  becher  und  das  ungelt  verspreche, 
und  soll  ouch  derseib  burger  von  (üch)  dir  gewertiget  werden,  wie  ander 
burger,  so  becher  nemen].^ 

Item  dass  du  auch  unverzogenlich  ain  rock  meiner  heren  färb 
machen  laßen  und  damit  gerist  warten  wellest.^ 

Des  Bauknechts  Eid. 

Item  du  würdest  schwem  miner  herrn  und  gemainer  irer  statt 
nutz  und  fromen  zu  fürdern  und  zu  schaffen,  und  irn  schaden  zft 
warnen  und  zu  wenden,  ouch  minen  herrn  und  ouch  den  buwherm 
aller  ding  gehorsam  zu  sin. 

Item  alles,  das  dir  von  der  statt  wegen  ingegeben  wirdet,  es  seie 
gelt  oder  anders,  an  kain  ort  ußzügeben,  anders  dann  den  seckel* 
maistern  getrewlichen  und  fürderlicheu  zfi  überantwurten. 

Item  [das  du  ouch  kain  holz  der  statt  zugehörig  in  dinen  nutz 
bewenden  lassen  wollest,  sonder]*  was  du  siebest  der  statt  zft  unnütz 
ligeu,  dasseibig  zum  besten  zu  versechen  und  zu  haimsen  [und  in  dinen 
aigen  geschefften  usser  der  statt  nit  zu  gan,  one  erloubung  ains  burger- 
maisters  oder  der  buwherm].* 

Item  du  wirdest  och  schwern,  das  du  alle  sampstag  den  rechnem 
die  werkleut,  so  dann  der  statt  gearbait  haben,  angeben,  auch  zft  der 
statt  buwen  und  werkluten  getrewlichen  sechen  wollest. 

Item  das  du  ouch  ain  glicher  uuderkoufer  sin,  und  darinne  nicht 
durch  müet,  noch  gab  handln,  sonder  darin  getrewlich  und  ungevarlich 
underreden  wellest,  als  sich  gepürt,  und  vom  burger  nit  mer  under- 
kouf  nemen,  dann  von  2S  ..j  1  hlr.,  vom  gast  vom  fi  ^  l  hlr.,  und 
mag  solchs  wol  mindern.* 

Item  das  du  ouch  bi  dem  Ion  deß  underkowfs,  wie  dann  dir  der 
gesetzt  ist,  beliben  und  niemand«  höher  staigen  wollest,  auch  kain  spil 
tliün  und  weder  tail  noch  gemain  daran  haben,  dieweil  du  in  miner 
herren  dienst  bist.  * 

Und  git  der  burger  von  zwaien  pfänden  ain  haller,  und  der  gast 
von  ainem  pfund  ain  haller  zu  underkouf,  es  sige  im  angeben  oder  nit, 
ald  er  sige  dabi  oder  nit.^ 

*  Von  [bis]  in  ß  von  anderer  Hand  beigefügt. 

2  Dieser  Absatz  von  Hand  E;  fehlt  in  A  und  B. 
»  Von  [bis]  fehlt  in  A. 

*  Die  Worte  von  «und  vom  burger»  an  sind  späterer  Zusammensetzung;  nach- 
träglich wieder  durchstrichen,  fehlt  in  A  und  B. 

*  Die  Worte  von  «auch  kain>  an  derselben  Hand  wie  sub  *  beigefügt,  fehlt 
in  A  und  B. 

«  Dieser  Absatz,  sowie  alles  folgende,  fehlt  in  A  und  B. 


Überlingen.  185 

Du  solt  auch  getrüwlich  ob  den  wacbtem  sin,  das  die  wacht 
ordenlich  fQrsehen  werde,  derglich  solt  du  darob  sin,^  wann  es  wärt, 
das  dann  die  wacht'  mit  umbgendön  knechten  stattlich  fürsehen  werde' 
Sv  du  auch  unfur.^ 

[48.]  Item  es  sollen  ouch  all  knecht  unverzogenlich,  nämlich  ain 
ieder  insonders^  ain  rock  miner  herm  färb  machen  lassen  und  damit 
gerüst  warten  •  wollest.  "^ 

Item®  zÄ  welcher  zit  dich®  du  dich^^  miner  herrn  nit  gefellig 
hieltest,  so  wollen  sie  inen  Witten  weg  haben  und  behalten,  im  dienst 
nach  irm  gefallen  zfi  verlihen  [und  nit  schuldig  sin,  ursach  zu  sagen]^^ 
(darumb  z&  sagen  und  anzfizaigen).^' 

Ir  sollen  auch  dhainem  gast  weder  holz,  stain,  koU  noch  anders 
der  statt  zfigehörig  nichts  zfi  koufen  geben,  dann  umb  bar  gelt  und 
den  bürgern  uf  borg  also  das  ir  dem  burger  sagen,  das  er  bis  nehsten 
sontag  daz  erkouft  bezallen  und  zu  ewern  oder  kalchknecht  banden 
antwurten  soll;  dann  wa  daz  nit  bescheche,  musten  ir  dieselbigen  bi 
ewern  ambtz  geschworen  aid  den  funfen  angeben,  die  werden  ainen  ieden 
darumb  um  10 |i^  unabläslich  bezallen^'  straufen. 

Und  was  ir  also  einnemen^'  verkoufen,  es  werd  bezallt  oder  nüt, 
aigentlichen  aufschriben,  und  was  üch  bezalt  wirdt,  all  sontag  den 
seckelmaistem  in  bisein  ains  bauherrn  lutter  abraiten,  und  die  büchs, 
darin  ir  alweg  daz  bar  gelt  stossen,  überantworten  sollen^'  [auch  sonst 
die  ausstend  klain  und  groß  fürderlich  unverzogenlich  einbringen,  und 
darumb  auch  gepürende  raitung  thun  sollen]  ^*.  Derglichen  solle  er  die 
spen  und  abholz  zum  nützisten  verkoufen,  auch  das  gelt  darauß  gelöst 
alweg  in  die  büchs,  darzü  gehörig,  stossen  und  alsdann  überantwurten. 
Und  ist  sin  sold  wochenlich  8  (J  9  ^.  (Item  und  alles,  das  du  von  der 
statt  wegen  verkoffst,  dasselb  aigentlich  ufzaichnest,  und  alles,  das  du 
innemest,  alle  sambstag  minen  herrn  söckelmaistern  darum  rechnung 

*  Diese  beiden  Worte  darchstrichen ;  am  Rande  von  and.  Hd.  «die  wacht». 

'  Die  letzten  4  Worte  durchstr.;  von  Hand  F  am  Hände  beigefügt:  «selbe 
persenlich». 

*  Darchstrichen. 

*  Durchstrichen;  auf  Bl.  48  von  derselb.  Hd.  beigefügt:  «oder  ander  un- 
Kimblichait  [ebenfalls  durchstr.]  was  auch  mine  herrn  in  verpott  setzen,  wo  dasselb 
verbrochen  wurde,  das  du  dasselb,  so  du  deß  gewar  werdest,  rügen  und  angeben 
wollest». 

*  Die*  Worte  von  «Es  sollen»  an  durchstrichen^  darüber  von  anderer  Hand 
«das  du  och  unverzogenlich». 

•Von  einer  ander.  Hd.  —  ^  Von  Hand  D.  —  ®  Darüber  «und».  -  *  Durch- 
strichen. —  *°  Auf  Rasur.  —  "  Durchstrichen.  —  "  Von  [bis]  von  Hd.  C,  das  übrige 
von  (bis)  von  derselb.  Hd.  wie  ♦.  —  "  Durchstrichen  —  "  Von  [bis]  am  Rande  von 
einer  späteren  Hand. 


186  Überlingen. 

thüest  und  überantwuriest,  und  das,  so  rainen  berm  bi  dinem  ver- 
koffen  ußstünde,  forderlich  nacb  miner  herrn  seckelmaister  befelch  in- 
bringest,  und  dasselb  auch  überantwürtest  und  rechnung  dammb  thüest.)^ 

Kid  des  Knechts  im  cstüblin». 

Item  (ir  werden)  du  wirdest  schwern,  miner  herrn  und  der  stat 
nutz  und  fromen  zA  fürdern  und  z&  schaffen,  und  im  schaden  z& 
warnen  und  zä  wenden,  ouch  denselben  minen  herrn  gehorsam  zu  sdn, 
und  haimlich  rate,  so  (ir  vememen)  du  vememest  zu  verschwigen  [und 
deß  stublins  zu  allen  zeiten  geflissen  ze  warten].' 

Item  alles  das  so  (üch)  dir  ingegeben  wirdet,  es  sei  an  gelt,  bücher, 
briefen  oder  anderm,  was  das  ist,  getrewlichen  zu  fürsechen,  damit  (ir 
wissen)  du  wissest,  das  minen  herrn  widerumb  zu  antwurten. 

Item  das  gelt,  so  (ir)  du  umb  die  salzschiben  oder  uß  dem  meß' 
empfachen,  in  den  stock  und  sunst  uiendert  hinzuthün  und  zfl  stossen.* 

Item  das  (ir)  du  ouch  uß  der  statt  nit  geen  (wollen)  wollest,  one 
mins  herm  burgermaister  sund  (üwer)  diner  herrn  seckelmaister  *  urloub 
und  vergönnen. 

[50.]  Item  das  (ir)  du  ouch  alle  wochen  die  meß  deß  salz,  so  (ir)  du 
dem  salz  knecht  (inmessen)  inmessest,  aigentlich  in  schrift  nemen  (wollen) 
wellest,  damit  (ir)  du  du  im  stüblin  (wissen)  wissest,  darumb  rechnung 
zu  thün,  das  (ir)  du  ouch  den  salzknecht  kain  saltz  (lassen)  lassest  nemen, 
(ir)  du  (haben)  habest  im  das  dann  zuvor  gemessen.  (Ir)  du  (sollen)  sollt 
ouch  weder  spilen  noch  karten,  [diewil  (ir)  du  au  disem  miner  herm 
dienst  sind  bist].^ 

Item  das  (ir)  du  ouch  niemands  (lassen)  lassest  salz  schiben  nemen 
weder  umb  bargelt,  noch  uf  bait,  sonder  sölichs  selb  (thuen)  thuest 
und  (versechen)  versechest,  das  (ir)  du  ouch  das  gelt  selbs  in  den  stock 
(stossen)  stossest. 

Item  (ir)  du  (sollen)  sollt  ouch  weder  burgern  noch  gesten  anders 
dann  umb  bargelt  salz  geben,  dann  mit  erloubung  der  seckelmaister® 
[und  dasselb  gelt  auch  in  den  stock  stossen].^ 


*  Von  (bis)  auf  einem  ])e8on(leren  losen  BJatt  von  Hand  C. 
»  Von  [bis]  von  Hand  D,  fehlt  in  A  und  B. 

*  Die  4  leUten  Worte  über  der  Zeile  von  ander.  Hd.,  fehlen  in  B. 

*  Der  ganze  Absatz  durchstrichen. 

Mn  A:  stflblinslttt.  —  «  Von  [bis]  fehlt  in  A. 

'  Der  ganze  Absatz  durchstr.  von  Hd.  C,  von  der  auch  der  folg.  Absatz  stammt. 

»  In  B:  stüblinslüte.  -  »  Von  [bis]  fehlt  in  B. 


Überlingen.  187 

Item  auch  kain  gelt  ußgeben  oder  ußlichen  one  ains  burgermaisters 
oder  seckelniaister  befelch.  * 

So  auch  gebotten  wirdet,  gelt  oder  schulden  der  statt  zfi  bezalen, 
das  (ir)  du  dann  die  ungehorsamen  bi  (ewerm)  dinem  aid  rügen  (wellen) 
wellest. 

Item  wann  (ir)  du  ouch  gelegne  guter  (verganten)  vergantest,  so 
(sollen  ir)  sollt  du  mit  der  gant  nit  eilen,  sonder  den  ersten  rfif  th&n, 
so  die  glok  ^wölfe  schlecht,  darnach  zwüschen  ainem  und  zwaien  den 
andern  röf,  und  so  die  glok  drew  schlecht,  den  dritten  und  letsten 
ruf  thün«. 

Item  es  sollen  ouch  all  knecht  unverzogenUch,  nämlich  ain  jeder 
insonders  ain  rock  miner  herren  färb  machen  lassen,  und  damit  gerüst 
warten '. 

Item  zu  welcher  zit  du  knecht*  dich*  minen  herren  nit  gefellig 
hieltest,  so  wollen  sie  inen  witten  weg  haben  und  behalten  iren  dienst 
nach  irm  gefallen  zfi  verlihen ;  und  solt  er*  nit  macht  haben  urlob  zu 
nemen  noch  ain  rat  wither  zu  staigen  und  wann  man  im  urlob  geben 
wöll,  soll  man  im  zwen  monat  vorhinab  künden*. 

Sin  bestallung  ist  im  ratsbüch  geschriben* 

[51.]    Item  nachts  nit  uß  siner  herberg  zfi  sind*. 

Derglich  nit  ze  gast  zu  essen  one  miner  herren  seckelmaister  gönnen 
und  erloben.* 

Item  ir  sollen  ouch  hinfür'  kain  gelt,  das  min  herren  zugehört, 
niendert  anderswa  empfahen,  dann  im  stüblin  bi  dem  buch,  und  das 
dann  inschriben  und  das  den  seckelmaistern  fürderlich  anzaigen. 

Item  min  herren  wollen  auch  hinfür  vom  zol  noch  sun>st®  nichts 
mer  schuldig  sin  dann  mit  der  bestallung*. 

Item  min  herren  wollen  auch,  das  du  im  stiblin^  kain  zeh  noch 
ürti  ufrichtest^®  noch  habest^^  darunden  im  hus^*  mit  niemants  nit 
ouch  kainen  überloflF  ins  stüblin  weder  von  wib  noch  kinden  gestattet; 
desglichen  das  salz  selbs  zerstössest  und  redest  und  dazu  demselben 
kainen   knecht  anstellest,   on  erlobnuß  diner  herren  der  seckelmaister; 


^  Dieser  Absatz,  sowie  alle  folgenden,  fehlen  in  A. 

*  Der  ganze  Absatz  durchstrichen. 

'  Am  Rande  bemerkt  <non>.   Dieser  und  alle  folgenden  Absätze  fehlen  in  ß. 

*  Durchstrichen.  —  *  Dieses  Wort  zum  Teil  («d»)  auf  Rasur. 

*  Durchstrichen,  darüber  von  derselben  Hand  cir». 
'  Von  der  gleichen  Hand  über  der  Zeile. 

8  Die  4  letzten  Worte  über  der  Zeile.  —  •  Über  der  Zeile  von  einer  and.  Hd. 

^^  €st»  korrig.  aus  «en».     —  "  Die  beid.  Worte  von  derselb.  Hd.  über  der  Zeile. 

"  Die  drei  letzten  Worte  durchstrichen. 


188  Überlingen. 

ZU  dem  das  du  dich^  schickest  wol  zfi  warten  im  saltzhus,  und  in- 
sonder  zinstag  und  sampstag  vom  morgen  bitz  zu  abent,  und  in  allem 
dem,  des  du  von  den  seckelmaistern  gemainer  statt  notturftig  zft  ihond 
beschaiden  wirdest  trüwlichen  gehorsam  und  willig  siest,  damit  man 
dich  nit  allweg  suchen  maß.' 

[65.]   Eid  des  Knechts  auf  dem  Rathaus  und  seiner  Hausfrao. 

Item  ir  baide*  wirden*  schwem  minen  herrn  burgermaister,  zunftr 
maister  und  raten  gehorsam  z&  sin^  und  der  statt  eere,  nutz  und 
frommen  zu  fürdem  imd  zu  schaffen,  und  im  schaden  und  uneer  zi 
warnen  und  zfi  wenden,  nach  ewerm  vermögen  getrewlich  und  un- 
gevarlich. 

Das  ir  ouch  deß  rathuses  gät  acht  haben  und  zft  nacht  nit  daroß 
sin  wellen  on  wissen  willen  und  erlouben  ains  burgermaisters;  und 
wann  brunsten  oder  sunst  ufrären  bi  nechtlicher  weile  beschechen,  das 
ir  dann  den  tigel  anzinden  und  dem  wachter  uf  dem  glokenthum, 
wo  er  deß  sunst  nit  gewar  oder  erinnert  worden  were,  zürüefen  und 
söllichs  endecken,  ouch  bi  dem  hus  beliben  und  mit  höhen  und  liechtem 
wol  verwart  sein  wollen. 

Auch  war  üch  *  fenglich  in  daz  rathus  geantwurt  wirdet,  den  oder^ 
dieselbigen  sollest®  annemmen  und  verwarn,  auch  an  stund  ainem 
burgermaister,    wie  verrer  mit  inen  gehandelt  werden  solle,  anzaigen*. 

[54.]  Was  ouch  üch  im  rathus  ingeantwurt  wirdet,  das  ir  das 
versorgen,   damit  ir  das  meinen  herrn  widerumb  wissen  zu  antwurten. 

Ir  sollend  auch  alwegen  zu  den  hüsern  in  rat  bieten  und  nit 
im  rathus  oder  uf  der  gassen,  und  sein  mitgsellen  selbs  ouch  ansagen.  ^*^ 

Item  was  ir  hainilicher  rate  vernemen,  das  ir  die  bi  dem  aide 
verschwigen  und  behalten  wellen. 

Item  das  ir  dhainen  ratsherrn  und  richtere,  deßglich  miner  herrn 
knecht  gegen  dem  andern  versagen  noch  verlaidigen  wollest  in  kainen  weg. 


•  Über  der  Zeile. 

'  Der  ganze  von  and.  Hd.  stammende  Absatz  von  «desglichen»  an  durchstrichen. 

•  Die  Rückseite  von  ßl.  51,  BI.  52  und  die  Vorderseite  von  BI.  53    sind  un- 
beschrieben.   Mit  BI.  53b  beginnt  wieder  die  ursprüngliche  Hand. 

•  Über  der  Zeile. 

»  «ir»  und  die  2.  Silbe  von  «wirden»  auf  Rasur;  ursprüngl.  «du  wirdest». 

•  Durchstrichen,  darüber  «dir». 

'  Die  beiden  letzten  Worte  über  der  Zeile. 
8  Über  der  Zeile. 

•  Der  ganze  Absatz  von  anderer  späterer  Hand,  fehlt  in  A  und  B. 
*°  Dieser  Absatz  von  späterer  Hand,  fehlt  in  A  und  B. 


ÜberliDgen.  189 

Item  wo  du  zerwurfnus  der  lewten  in  der  statt  sechest  das  du 
dann  zükerest  und  die  zum  furderlicbesten  stillest  nach  dinem  ver- 
mögen. 

Item  das  du  allwegen  uf  ainen  burgermaister  warten  und 
weder  spilen  noch  karten,  noch  auch  schiessen  wollest,  [noch  daran 
weder  tail  noch  gemain  haben].^ 

Du  solt  dich  och  allwegen  mit  aim  eehalten  fürsehen,  der  meinen 
herm  och  gefeilig  sei,  und  die  [ir]*  dem  amptman  anzaigen.  • 

Item  das  ir  uf  dem  rathuß  kain  schnider,  kursener  noch  nägerin 
nit  haben ^,  noch  ander  zuker  haben ^  on  erloben  ains  ratz.® 

Item  das  du  och  das  brennholz  den  knechten,  so  dir  jedesmals 
von  minen  hern  zugeben  werden,  sampt  dinr  hussren  und  magt,  sovil 
da  dins  dinsts  halben  fügUch  darzu  komen  mögest,  wollest  helfen  us- 
tragen. ' 

Item  wann  mine  herm  uf  dem  rathus  essend,  was  dann^  cost 
überblibet,  das**  du  dieselben  den  kücheleuten  antwurten  wellest,^®  auch 
den  kuchelütten,  Statthaltern,  noch  amptherren  nichts  noch  jemand 
andrer  nichts  schicken  noch  schenken  wollest,  es  werd  üch  dann  be- 
volhen  zA  thun  und  enmerndrigs  gUchlutter  abraiten  und  meniglich 
desselbigen  tags  bar  bezallen.  ^^ 

Item  wann  meine  herrn  zunftmaister  uf  dem  rathus  essend,  so 
sollt  du^*  ainen  jeden  knecht  allweg,  als  oft  als  den  andern,  nämlich 
ainen  nach  dem  andern  nach  Ordnung  laden  alda  zu  essen. 

Item  das  ir  ouch  weder  nachts  noch  tags  hofstuben  noch  gastung 
one  verwiUigung  ains  burgermaisters  uf  dem  rathus  haben  wollen  in 
kaiuen  weg. 

Item  das  du  och  one  haissen,  verwiUigung  und  z&lassen  ains 
burgermaisters  oder  Statthalters  von  gemainer  statt  wegen  ^'  niemands 
frembd schenken  wellest^*,  auch  wem  und  wieviel  du  jedem  win  schenken 


*  Von  [bis]  fehlt  in  A  und  B.  —  *  Durchstrichen.  -  •  Die  Worte  bis  «sei» 
stammen  von  Hand  D.,  der  Rest  von  der  mehrfach  Blatt  53/54  genannten  späteren 
Hand.  —  *  Von  der  ursprünglichen  Hand  herrührend.  —  *  Mit  blasserer  Tinte  von 
derselben  Hand  wie  die  späteren  Zusätze  in  Nr.  2  der  Regiments-  und  Ratsordnung 
Yon  1502|1504  (Abt.  Vni  Nr.  138).  —  •  Von  späterer  Hand.  —  »  Dieser  Absat« 
stammt  von  Hand  D,  fehlt  in  A  und  B.  —  *  Am  Rande  von  einer  spätem  Hand 
beigefügt  «win,  brot  und  ..».  —  •  Über  der  Zeile  von  derselben  Hand  wie  unter 
'  «ir».  —  '®  Durchstrichen.  —  "  Der  Passus  von  «auch»  an  ist  von  derselben  Hand, 
wie  unter  *  genannt,  beigefügt,  fehlt  in  A  und  B.  —  "  Über  der  Zeile  «ir».  — 
"  Die  letzten  vier  Worte  von  derselben  Hand  D  am  Rande  beigefügt.  —  **  Durch- 
strichen, darüber  von  anderer  Hand  «wellest». 


190  Überlingen. 

würdest  dasselbig  Eigentlich  ufscbriben  und  daz  register  (sampt  siner 
vertigung)  ^  ußgang  jares  für  mine  herren  legen  *. 

Item  ^  wann  man  Herrn  oder  andern  *  schenkt,  so  sollt  du  nit  mer 
nehmen  dann^  ainen  crützer®  von  ainer  kanten,  und  ob  dir  ain  herr 
oder  ander ^  gast  in  sonder  gelt  geben,  sollt  ^  du  bi  dinem  aid  das  nit 
nemen,  und  ob  die  herrn  dich  zu  tisch  laden  thäten,  so  solltu  das  nit 
thfin,  und  wo  die^  gesellschafben  gehalten  werden,  und  man  denselben 
schankte,  so  ist  man  dir  davon  ^®  nichts  schuldig  ze  geben ;  ob  aber  die 
gesellschaft  dir  etwas  gebe,  daran  sollt  du  benügen  haben. 

Würdest  du  aber  an  offen  herbergen  ainem  graven,  frihem,  ritter, 
vom  adel,  prelaten  oder  andern  gaistlichen  ^S  oder  vogt  und  amptman 
denselben  zügehörig  schenken,  wamit  dich  alsdann  dieselben  ver- 
eren,  dasselb  magst  du  wol  nemen,  und  nichtzdestminder  ist  dir  der 
wirt  von  jeder  kanten  darzö  1  er   ze  geben  schuldig.^* 

Wo  du  aber  nit  an  offen  herbergen,  sonder  an  ort,  do  man  dir 
kain  schenkgelt  zu  geben  schuldig  ist,  schenken  würdest,  wo  dir  dann 
dasselb  mer  dann  ain  crützer  schenkgelts  von  ainer  kanten  wirdet,  so 
sollt  du  dasselbig  ainem  burgermaister  anzaigen ;  [du  solt  aber  gefarUch 
uf  dasselbig  nit  warten].^* 

Item  wa  aber^*  kaisern,  königen  oder  fürsten  geschenkt  wirdet, 
wamit  alsdann  die  knecht  hin  wider  vereret  werden,  dieselb  vererung 
sollen  si  den  seckelmaistern  überantwurten  und  fuerer  an  minen  hem 
stan,  sollichs  gemainer  statt  zu  behalten,  oder  aber  gar  oder  zum  tail 
under  inen  uszütailen  nach  irm  gefallen. ^^ 

Item,  du  oder  die  Imsfrow  sollen  euch  kain  sonder  wösch  für  üch 
selb  uf  dem  rathus  haben,  doch  so  man  ains  rats  hussgewet  oder  linwat 
zu  weschen  uf  dem  rathus  nottürftig  were,  und  dasselb  thäte,  alsdann 
so  mögen  du  und  din  husfrow  mit  wissen  der  buwhern  üwer  plunder 
ouch  damit  weschen  lassen  ungevarlich. 

Item  du  solt  ouch  ganz  kainerlai  gastuug  oder  mäler,  weder  mit 
den  knechten  oder  andern  uf  dem  rathus  haben,  es  were  dann,  das 
den  knechten  ungeverlicli  ain  supp  vereret  würde,  die  mögen  sie  uf 
dem  rathus  essen;  wann  sie  aber  darzü  mer  zu  essen  züwegen  bringen. 

*  Am  Rande  von  wieder  anderer  Hand.  —  ^  Der  Schluß  des  Absatzes  von  «welltest 
auch»  an  von  der  unter  ^^  vors,  genannten  Hand  steht  in  A  und  B.  —  •  Über  der  Zeile 
von  Hand  D  «und».  —  *  Diese  beiden  Worte  durchstrichen;  darüber  von  Hand  D: 
«von  stetten  an  offnen  herbergen».  —  *  Über  der  Zeile  von  Hand  D  «vom  wirten»,  — 
•  In  B:  6  v>.  —  ^  Beide  Worte  durchstrichen;  daneben  von  D  «und».  —  *  Über 
der  Zeile  von  D  «wolte».  —  ^  In  A  und  B:  «hin».  —  »«  Über  der  Zeile  von  D 
«och».  —  "  Die  vier  letzten  Worte  am  Rande.  —  ^'^  Der  ganze  Absatz  von  Hand 
D;  fehlt,  ebenso  wie  alle  folgenden  Absätze,  in  A.  —  *^  Von  [bis]  fehlt  in  B,  ebenso 
alles  folgende.   -    "  Durchstrichen.   -   "  Dieser  Absatz  stammt  von  Hand  D. 


Überlingen.  191 

.  56.]  und  ain  mal  damit  zurichten  wollen,  so  sollen  sie  söUich  mal 
uf  dem  rathus,  sonder  in  ir  ains  huß  haben. 

Item  zö  welcher  Zeit  ir  (ich  minen  herren  missfellig  hielten,  so 
lalten  mine  herren  inen  weiten  weg  üch  ze  urloben.^ 

Und  ist  die  besoldung  des  jars  II  Sf  ^,  salz  und  ersen,  feur 
1  liecht* 

Ain  rock  miner  herren  färb  machen. 

Die  stund  im  rathus  wider  richten  und  warten.* 

Von  den  Verehrungen  (Geschenken),  die  fallen,  wenn  die 
Ratsherren  den  Fürsten  schenken.* 

Item  es  sollen  ouch  all  knecht  unverzogenlich,  nämlich  ain  jeder 
onders  ain  rock  miner  herren  färb  machen  lassen  und  damit  gerüst  warten. 

Item  zu  wölcher  zit  sich  die  knecht  minen  herren  nit  gefellig 
Iten,  so  wollen  si  inen  witten  weg  haben  und  behalten,  ire  dienst 
;h  irm  gefallen  zö  verlihen.  * 

Item  meine  herren  haben  sich  von  wegen  der  vererungen,  so  dem 
i^necht,  wan  er  schenkt,  geschenkt  würden,  entschlossen,  was  mit 
lem  und  seitzen  geschenkt  würdet,   sole  dem  ratzknecht  beleiben/ 

Wa  aber  kaisem,   kingen  oder'  fürsten  oder  andern  in  fassen,  in 
ßken  oder  anders  uf  wägen®  geschenkt  rürdt,  und®  die  selber  widerumb 
Lenken,  das  sölb  mügen  meine  hern  nach  irem  gütbedunken  under 
knecht  tauen.  ^^ 

Eid  des  Knechts  im  Salzhaus  und  seiner  Hausfrau. 
[58.]  Item  ir  baide"  werden  schweren  den  salzkoufe  getreulichen 
fürsechen,  und  darin  und  ouch  sunst  in  all  ander  weg  miner  herrn 
i  gemainer  statt  nutz  und  frommen  zu  fürdem  und  zu  schaffen,  und 
schaden  zu  warnen  und  zu  wenden,  getreulich  und  ungevarlich. 
Das  ouch  du  oder  die  husfrow  alletag,  firtag  und"  Werktag,  nach 
tagmeß  in  dem   laden   seien,   und  alda  warten  und  die  leut  mit 
D   saltzkoufe  vertigen^*,  imd  am  zinstag   und   am   sambstag  solt  du 
3S  in  dem  laden  warten  und  die  lüt  vertigen.^* 


*  Dieser  Absatz  rührt  von  Hd.  C  her.  —  •  Zusatz  von  Hand  D.  —  » Die  beiden 
ätze  von  anderer  Hand.  —  *  Dieser  Abschnitt  steht  nur  in  A.  —  ^  Der  ganze 
latz  durchstrichen.  —  *  Der  ganze  Absatz  durchstrichen.  —  '  Über  der  Zeile, 
Hand  D.  —  »  Die  Worte  von  coder»  bis  «wägen»  besonders  durchstrichen.  — 
urchstrichen ;  über  der  Zeile  von  Hand  D  «wamit».  —  ^^  Auch  dieser  Absatz 
hträglich  durchstrichen.  —  Blatt  57  und  die  Vorderseite  von  Blatt  58  sind  un- 
chrieben.  —  **  Dieses  Wort  über  der  Linie  von  Hand  C.  — •  "  Diese  beiden 
rte  fehlen  in  A.  —  ^s  Am  Rande  von  Hand  F:  «und  früntlich  und  tügenlich 
«en  und  empfahen».  -  ^*  Der  Passus  von  «und  am»  an  stammt  von  Hand  C; 
t  in  A  und  B. 


192  ÜberliDgen. 

Item  das  ir  ouch  alles  das  gelt,  das  du  und  die  husfrow  im  sali- 
huse  oder  laden  empfacben,  von  stund  an  in  den  stock  stossen  und  sunst 
nit  secklen  wellen  S  noch  an  euern  aignen  nutz  verwenden  wollen. 

[59.]  Item  das  ir  ouch  kain  salz  selbs  uß  dem  salzhus  nemen, 
sonder  dir  oder  diner  husfrowen,  das  den  stüblinsknecht  inmessen 
lassen  wollest. 

Das  ir  ouch  das  salz,  so  ir'  also  vom  stüblinsknecht  ingemess^ 
wirdet,  flisslich  und  fiirderlichen  an  die  hölzer,  so  ir  baid  gegen  ain- 
ander  haben,  anschniden  wollen.' 

Item  das  du  ouch*  zö  kainen  ziten  in  die  ürtinen  gan,  ouch  weder 
spilen  noch  karten  wellest,  diewil  du  an  disem  dienst  bist. 

Das  du  ouch  den  klainen^  zoll  getreulichen  insamlen,  und  deß  warten 
wollest  und  was  dir  davon  wirdet,  dasselb  von  stundan  in  die  büchsen 
zä  stossen,  und  an  kain  ander  ort  und  end  zö  bewenden  oder  zu  thun 
anders,  dannden  amptlüten  in  der  büchsen  zu  überantwurten. 

Item  zfi  wölcher  zeit  ir  üch  auch  minen  herren  missfellig  hielten, 
behalten  mine  herren  inen  weiten  weg,  üch  ze  urloben  und  im  dienst 
in  ander  weg  zu  fürsehen.  ^ 

Item  es  sollen  ouch  all  knecht  unverzogenlich,  nämUch  ain  jeder 
insonders,  ain  rock  miner  herren  färb  machen  lassen  und  damit  gerüst 
warten.  "^ 

[60.]     Fertigung  eines  Salzknechts  und  seiner  Hausfrau.® 

Ir  baide  werden  schwörn,  das  saltzhauß  und  den  salzkauf  ge- 
treulich zu  fürsehen  und  darin  und  auch  sunst  in  all  ander  weg  meiner 
herren  und  gemainer  statt  nutz  zu  fürdern  und  zu  schaflFen,  und  im 
schaden  zft  warnen  und  zii  wenden  getreulich  und  ungevarlich. 

Das  auch  du  und  dein  husfrow  an  baiden  orten  im  salzhuß  und 
salzladen  all  tage  und  sunderlich  im  salzladen  feirtag  und  Werktag 
nach  der  tagmess  geflissen  warten  und  meniglich  mit  dem  salzkauf 
vertigcn  wollen. 

Das  du  auch,  so  wägen  mit  salz  kernen,  die  von  meinen  herren 
seckelmaistern  zu  losen  angenommen  werden,  dieselben  mitsampt  den 
knechten,  so  dir  meine  herren  jederzeit  zügeben,  fürderlich  wollest  helfen 


*  Durchstrichen  von  Hand  D,  von  der  die  folgenden  Worte  stammen,  die  in 
A  und  B  fehlen.  —  *  Auf  Rasur.  —  ^  Fehlt  in  A;  ist  in  B  von  anderer  Hand 
später  eingeschoben.  —  *  Über  der  Zeile  «ir».  —  *  Über  der  Zeile.  —  «  Dieser 
Absatz  fehlt  in  A  und  B.  —  ^  Die  ])eiden  letzten  Absätze  von  Hand  C.  Der  ganze 
Abschnitt  ist  nachträglich  durchstrichen;  an  dessen  Stelle  scheint  der  folgende 
getreten  zu  sein.  —  ^  Dieser  Abschnitt  ist  von  Hand  K,  fehlt  in  A  und  B. 


Überlingen.  193 

entladen,  und  nachmals  ins  salzhuß  tbfin,  das  prochen  salz  stossen^ 
und  in  casten  getrewlich  einmessen  und  was  von  ganzen  Scheiben  sind, 
das  du  dieselben  allweg  im  fuststapfen'  klocken  und  probieren  wollest 
ob  die  vol  und  werschaft  seien  oder  nit,  und  wa  du  mangel  erfündest, 
dir  alßdann  dieselben  darvor  wider  füllen  lassest,  und  nachmals  ain 
salzkauf  abziehest  und  uf  ain  jede  schiben  des  ffirmans  namen  mit 
rotelstain  verssaichnen ;  ob  du  auch  jemands  in  der  wöchen  salz  uf  borg 
geben  würdest,  es  weren  ganz  Scheiben  oder  beim  mess,  haimschen  oder 
frömbden,  das  du  dasselb  aigentlich  ufschreiben  und  kainem  frömbden^ 
den  du  nit  erkennest  oder  trost  haben,  das  du  von  im  bezalt  werden 
mögest,  ichtzit  geben  wollest,  er  vertröste  dir  dann  mit  ainem  einge- 
sessnen  bürgert 

Item  das  du  auch  kain  salz  für  dich  selbst  uß  dem  salzhuß 
nemmen,  besonder  dir  oder  deiner  husfi'o\fen  das  allwegen  der  seckel- 
maisterschreiber  einmessen  lassen  wollest,  und  was  dir  oder  deiner  hus- 
frowen  also  jederzeit  eingemessen  wirdet,  dasselb  fleissig  und  fürder- 
lichen  an  die  holzer,  so  ir  bald  gegen  ainander  haben,  anschneiden 
wollen. 

Item  das  auch  du  und  dein  husfrow  alles  das  gelt,  so  ir  im  salz- 
huß oder  laden  empfahen,  von  stund  an  in  den  stock  stossen  und  sunst 
nit  secklen  noch  an  ewem  aignen  nutz  bewenden^  wollen;  [das  du  och 
kain  zech  noch  irtin  im  saltzhus  mit  niemand  ufrichten  wollest].^ 

Deßgleich  das  du  alles  körn,  so  der  statt  von  im  vogteien  und  in 
ander  weg  jarlichs  eingat,  ordenlich  empfahen,  getreulich  verwarn, 
fleissig  ufschreiben,  und  den  seckelmaistern  anzaigen,  auch  im  jar, 
wann  und  sooft  es  die  notturft  erfordert,  das  körn '  umbkern  und  kain 
kom  von  jemand  anemmen  wollest,  es  sei  dann  kaufmansgüt  und 
werschaft. 

Item  das  du  auch  zu  kainen  zeiten  in  die  ürtinen  gan,  auch  weder 
spiln  noch  karten  wollest,  dieweil  du  an  disem  dienst  bist. 

Deßgleich  das  du  fürderlich  ainen  rock  meiner  herren  färb  machen 
lassen,  und  damit  gerüst  warten  wollest^  [und  sonst  alles  das  thon 
wollest,  das  du  von  meinen  hern  und  den  seckelmeistern  gemainer  statt 
notturftig  zfi  thünd  beschaiden  wirdest].* 


*  Darüber  von  B:  «und  reden»,  (roden  =  sieben.)  -  *  Am  Rande  von  HandD 
beigefQg^t:  €und  on  erloben  der  seckelmaister  kainen  knecht  darzü  anstellen».  — 
•  Faststapfen  =  Faustknüttel.  —  *  Am  Rande  von  späterer  Hand:  bemerkt  «diser 
artikel  soll  heraussen  gelassen  werden».  —  *  Am  Rande  von  Hand  D  beigefügt: 
«oder  usleihen».  —  *  Das  Fingeklammerte  ist  Zusatz  von  Hand  D.  —  '  Diese  beiden 
Worte  über  der  Zeile,  von  Hand  D.  —  »  Durchstrichen.  —  •  Der  Passus  von  [bis] 
«und  sonst»  an  stammt  von  Hand  D. 
O^errhdiaUche  St&dtrechte.  I[,  2.  13 


194  Überlingen. 

Ir  sollen  auch  fürohin  von  dhainen  ffirleuten  dbain  wein  nemeD 
noch  holen  laussen^ 

[61]  Item  zä  wölcher  zeit  ir  euch  auch  meinen  herren  missfellig 
hielten,  behalten  meine  herren  inen  weiten  weg,  euch  ze  urloben  und 
im  dienst  in  ander  weg  zu  fürsehen  irs  gefallens. 

Eid  der  Zoll-Salzknechte*. 

Weiter  so  werden  ir  baide  schweren  gemainer  stat  nutz  un  fromeo 
ze  fürdern  und  Iren  schaden  z&  warnen  und  zA  wenden  nach  ewenn 
bössten  verston  und  vermügen. 

Das  ir  auch  den  zoll  Inhalt  des  zetels  euch  von  meinen  henn 
überantwurt  one  allen  abgang  und  nachlaß  getrewUch  einsamlen,  an 
stund  in  die  büchs  stossen,  und  an  ewem  aignen  nutz  nit  bewenden, 
noch  ichtzit  darvon  außleihen  noch  on  werden,  und  ainem  jeden  sein 
boliten  dargegen  ordenlichen  außgeben  und  gfit  achtung  haben,  das 
euch  dieselbigen  boliten  am  sambstag  zu  aubendt  von  den  thorhietem 
wiederumb  geantwurt  werden,  und  also  jedes  sambstags  ordenlich  be- 
sichtigen, ob  ir  minder  oder  mer  boliten  dann  ir  aufgeben  heten, 
widerumb  empfachen,  und  so  enderung  oder  minderung  gespürt,  das- 
selbig  dergleichen,  ob  ir  ainichen  abgang  in  der  Gred  an  dem  zoll 
Josen  Ronbühels,  oder  an  ainicher  war,  hab  oder  guter,  so  nit  in  die 
verzaichuus  komen  wer,  bei  jemandz  erfinden  würden,  daz  ir  dasselbig 
an  stund  den  stüblinßhern,  gredmaister,  oder  zoller  anzaigen  und  zfi 
wissen  thun  sollen,  auch  alle  8  tag  die  boliten  enderen  und  abwechseln, 
und  insooderhait  al wegen  die  büchs  am  sontag  den  stüblinßheren  über- 
antwurten;  dergleichen  zu  welcher  zeit  ir  euch  meinen  hern  mißheilig 
hielten,  so  mügen  sie  sölichen  zoll  aim  andern  bevelhen. 

[(32b]   Der  Unterkäufer  Eid^ 

Ir  werden  schweren  miner  herrn  und  gemainer  irer  statt  nutz  und 
frommen  zu  schaffen,  und  irn  schaden  zu  warnen  und  zu  wenden, 
getrewlich  und  ungovarlich. 

Item  das  ir  ouch  den  undcrkouf  gemain  mit  einander  treiben, 
halten  und  haben  wollen,  gegen  burgern  und  gesten,  armen  und  reichen, 
und  nemlich  von  ainem  burger  8  ^j,  und  von  ainem  gast  1  ß  ^,  von 
ainem  fuder  wins  ze  nemen,  und  nit  mer  zu  fordern,  ungevarlich;  das 
ir  ouch  von  demselben  gelt  der  statt  ir  recht  geben  wollen. 

>  Dieser  Absatz  von  Hand  C.  -  ^  Der  ganze  folgende  Absatz  von  Hand  C, 
steht  nur  noch  in  1).  —  *  Blatt  62a  ist  unbeschrieben ;  der  folgende  stammt  wieder 
von  der  ersten,  anfänglichen  Hand  A. 


Überlingen.  195 

[63.]  Item  es  soll  ouch  üwer  jeglicher  zu  dem  underkouf  gan 
ann  er  darzu  erfordert  würdet,  und  sich  üwer  dhainer  gevarlichen 
ivoD  Scheiben. 

Ir  werden  ouch  schwern,  weder  müet  noch  gab  weder  von  bürgern 
»ch  gesten  zft  nemen,  noch  ouch  sich  die  gest  laden  zu  lassen  und 
t  mit  denselben  zA  essen;  deßglichen  weder  zä  spilen  noch  zA  karten, 
>ch  tail,  noch  gemain  daran  zA  haben,  diewil  ir  in  miner  herm 
3nst  sind. 

Deßglichen,  das  ir  die  zit,  so  ir  in  miner  herm  dienst  sind,  kain 
en  ürtin  thun  wellen,  anders  dann  in  offen  trinkstuben,  und  aber 
i  zinstag  und  donstag  ganz  kain  ürtin  thAn,  sonder  der  wagerlüt 
d  des  underkoufs  warten  wellen^. 

Ir  sollen  ouch  weder  in  wierts-  noch  gesselier-hewser  kain  male  essen'. 

[63b.]  Wann  ir  ouch  wein  verkoufen,  so  soll  der  verkoufer  kainen  win 
dem  oder  den  vassen  nemen  oder  geben,  der  win  sie  dann  zAvor 
belassen  oder  gebailet*. 

Item  wo  ouch  die  gest  den  underkouf  nit  bar  bezallen,  das  dann 
,  so  das  glaß  tragen,  dieselben  schulden  für  bar  gelt  rechnen  sollen. 

Es  soll  ouch  üwer  dhainer  von  der  statt  gan  one  ains  burger- 
isters  urloub'. 

Das  ir  ouch  niemands,  der  win  koufen  will,  den  win  in  gläßem 
jr  anderm  geschirr  vor  und  ee  der  kouf  beschlossen  ist,  uß  den 
jren  tragen  lassen ;  deßglichen,  kain  frowen  die  ainen  eeman  hat,  über 
r]  die  wein  die  zu  koufen  füren  wellen,  der  mann  seie  dann  nit  in  land. 

Ir  sollen  ouch  üwem  fründen  weder  win  koufen  noch  verkoufen*, 
dhainen  weg*. 

Das  ir  ouch  alle  kouf,  so  ir  wierten  und  gesselieren  helfen  koufen, 
r  und  umb  welchen  ouch  von  wein  der  kouf  beschechen  seien,  dem 
gelterknecht  von  stund  an  amgeben  wollen,  und  ob  ir  verstünden, 
5  gevarüchait  in  den  koufen  von  inen  gebrucht  würde,  es  were  mit 
chlassen  an  der  koufsumma,  oder  mit  merung  oder  zAgeben  deß  wins 
dem  kouf,  das  sollen  ir  bi  üwem  aiden  ainem  Statthalter  anzaigen.^ 

Ir  sollen  euch  och  vom  herpst  bis  wihennächten  im  weinkoffen 
ein  der  nepflin  und  dhains  glas  gebruchen;  und  ob  sich  aber  ain  gast 
B  glas  der  underköffer  oder  aigner  glöser  für  sich  selbs  gebrauchen 
Ute,  darzA  hat  der  gast  dieselben  zeit  und  ouch  durch  das  ganz  jar 
iten  weg.'' 


»  Dieser  Absatz  fehlt  in  A  und  B.  —  «  Fehlt  in  A  und  B.  -  »  Alle  folgenden 
lätze  fehlen  in  A  und  B.  —  *  Von  Hand  F;  fehlt  in  A  und  B.  —  »  Die  letzten 
i  Worte  von  anderer  Hand.  —  •  Dieser  Absatz  ist  in  B  von  späterer  Hand  ein- 
igt. —   '  Dieser  Absatz  stammt  von  Hand  D;  fehlt  auch  in  B. 


196  Oberlingen.  v 

Item  wann  ir  ouch  die  gest  ainem  in  sin  keer  füren,  und  die  mit 
im  trinken,  so  sollen  ir  getrüwen  fliss  brachen,  demselben  den  win  di 
[64]  verkoufen,  und  die  gest  eemals  sie  die  kouf  ganz  abschlacben,  ge- 
varlich  nit  hinuß  in  ander  keer  und  über  ander  win  ftiren.^ 

Ir  sollen  auch  jemand  anzaigen  wie  vil  weins  jederzitt  alhie  noch 
unverkoffl  ligend  sie.* 

Item  ir  werden  ouch  schwern,  das  ir  die  gotzpfenning,  so  von  dem 
underkouf  gefallen,  getrewlichen  insamlen  und  witter  nit  verendem  oder 
anders  nit  anlegen  oder  bewenden  wollen,  dann  alle  sampstag  in  die 
büchs,  so  die  seckelmaister  haben,  stossen  wollen  damit  die  allejarao 
die  kerzen  und  in  ander  weg,  wie  sich  gepürt,  angelegt  werden.* 

Item  es^  sollen  ou<fh  all  knecht^  unverzogenlicb,  nämlich  ain 
jeder  insonders  ain  rock  miner  herren  färb  machen  lassen  und  damit 
gerüst  warten. 

[65]  Item  zu  welcher  zit  sich  die  knecht^  minen  herren  nit  ge- 
feilig hielten,  so  wollen  sie  inen  witen  weg  haben  und  behalten,  ire 
dienst  nach  irm  gefallen  zu  verlihen. ' 

Der  Kornmesser  Eid. 

[67b]  Ir  werden  schwern,  miner  herm  und  gemainer  statt  nutz 
und  frommen  zu  fürdem  und  zu  schaffen,  und  im  schaden  zA  warnen 
und  zu  wenden,  und  inen  allerdings  gehorsam  zu  sein. 

Item  das  ir  ouch  in  miner  herm  gescheften,  wie  uch  die  bevolchen 
werden,  gehorsam  sin,  ouch  das  gellt,  so  üch  überbeleipt,  an  dem,  so 
üch  gegeben  wirdet,  wann  ir  geschickt  werden,  von  stund  an,  so  ir 
komen,  widerumb  in  das  stüblin  antwurten  wollen. 

Item  das  ir  ouch  one  miner  herm  oder  ains  bürgermaisters 
urlob  von  der  statt  nit  gan  wellen. 

[68]  Item  von  monntag  nacht  biß  an  donnstag  an  morgen  kain 
zäch  noch  ürtin  weder  in  trinckstüben  noch  anderswa  zu  thfind,  sonder, 
so  einer  trinken  wolle,  das  soll  er  in  sinem  hus  für   sich   selbs  thfin.' 

Das  ouch  üwer  kainer  weder  spilen,  karten,  noch  kain  tail  an  dem 
spil  haben  wolle,  allediwil     er  in  miner  herm  dienst  ist. 

Item  das  ir  ouch  die  gest  getrewlichen  vertigen,  es  sie  morgends 
oder  aubends  und  inen  dasselb  mit  kainen  geferden  verziechen  wollen. 


^  Dieser  Absatz  fehlt  auch  in  B.  —  *  Hand  C;  fehlt  auch  in  B.  —  •  Die  beiden 
folgenden  Absätze  fehlen  auch  in  B.  —  *  Durchstrichen,  darüber  von  späterer  Hand  «ir>. 
—  *  Beide  Worte  durchstrichen.  -  •  Die  drei  letzten  Worte  durchstrichen ;  darüber  von 
anderer  Hand:  «ir  euch  och».  -  ^  Die  beiden  letzten  Absätze  sind  von  der  ersten  Hand, 
aber  etwas  später,  diesem  Abschnitt  beigefügt  worden.  —  Blatt  65  ist  sonst  unbeschrieben, 
ebensoBlattÖBunddie  Vorderseite  von  Blatt  67.  —  »  In  A  und  B  lautet  dieser  Absatz: 
citem  am  zinstag  uffdem  markt  kain  zech  noch  ürtin  ze  thfind,  bis  der  markt  ergangen  ist». 


Überlingen.  197 

[68b]  Item  das  ir  ouch  das,  so  ir  zA  ziten  hören  im  thum  mit 
D  gefongen  handeln,  ouch  haimlich  rate,  wie  ir  die  verstanden,  oder 
ich  mine  herm  mit  üeh  gehandelt  werden,  verswigen.^ 

Item*  ir  sollen  ouch  kain  kom  messen,  ir  haben  dann  zfivor  den 
of  desselben  koms  erfraget,  mid  denselben  den  marktversehem  an- 
sagt. 

Item'  ir  sollen  ouch  kain  dingskouf  messen  vor  dem  mitwoch  ze 
ttag,  und  aber  den  kouf  den^  versechem  ansagen. 

[69]  Deßglichen  anschlage,  so  durch  die  houptleut  oder  ander  uß 
reldi  miner  herrn  mit  üch  geschechen,  verschwigen  und  dhains  wegs 
Bobam  wellen. 

Item  das  ir  och  kain  vierteil  in  der  Gred  ußlihen  wellen,  one  ur- 
I  der  märktversecher,  und  wo  frömbde  viertail  in  die  Gred  kernen, 
I  ufzeheben  und  den  marktversechern  anzflzaigen. 

Item  das  ir  ouch  allen  Ion,  so  von  dem  kornmessen  von  üch  allen 
nainlich,  oder  üwer  ainem,  oder  mer  insonder,  es  seie  an  wochen- 
Irkten  oder  sunst,  in  der  wochen  gewunnen  wirdet,  an  gemainem 
l  komen  lassen  wollen. 

Item^  es  sollen  ouch  allweg  die  zwen,  so  usser  üch  am  zinstag 
haber  Gred  verordnet  sind,  oder  werden,  acht  haben  uf  die  dri  kouf, 
jeder  zinstag  zA  nacht  oder  darnach  am  mitwochen  am  morgen  den 
melbschowem  sagen  und  endecken. 

Item  das  ir  ouch  am  zinstag  zu  morgen  bi  der  Gred  alle  sament- 
I  warten  und  flis  haben  wellen,  damit  karren  und  wagen  von  dem 
;  komen.* 

Item  die  kommesser^  haben  an  mine  herrn  gebracht,  nachdem 
*  allwegen  under  inen®  zwen  erkiessen  zft  wochnern,  und  dann  in  der- 
ben zit  der  wochen  becken,  müUer,  hußlüt  oder  ander  komen,  und 
I  die  wochner  angestrengt^®  inen  kom  zu  messen,  und  in  Ion  davon 
rdet,  so  wolten  sie",  dasdasselbig  allain  den  wochnern  belibe;  deß- 
jhen  und  herwiderumb,  ob  ainer,  der  nit  wochner  were,  zu  sölichem 
oft  würde,  und  alda  kom  meß  und  gelt  gewünne,  das   dann   der- 


'  Das  letzte  Wort  Hand  G.  —  ^  Dieser  und  die  folgenden  2  Absätze  fehlen 
l  und  B.  —  *  Durchstrichen.  —  ^  Am  Rande  von  einer  späteren  Hand  beigefügt: 
trkt».  —  *  Dieser,  sowie  alle  folgenden  Absätze  fehlen  in  A.  —  '  Dieser  Absatz 
B  von  anderer  Hand  eingefügt,  alles  folgende  fehlt  in  B.  —  '  Durchstrichen, 
iber  von  einer  andern  Hand  cals  ir  dann».  —  >  Durchstrichen^  darüber  von 
erer  Hand  cir  euch»,  das  2te  Wort  indessen  nachträglich  wieder  gestrichen.  — 
■rchstrichen,  daneben  von  anderer  Hand  «euch».  —  ^o  Die  Silbe  «ge»  durch- 
dien und  korrigiert  in  «anstrengten».  —  >^  Durchstrichen,  darüber  «ir». 


198  Überlingen.  ^ 

selbig  sölich  sin  verdienten  Ion  den  wochner  halben  gebe,  ist  ineuM 
von  minen  herrn  geantwurt  die  mainung,  das  sie  dasselbig*  zä*  lassen- 
wollen^,  so  lang  und  es  minen  herrn  gefällig  ist  und  nit  lenger. 

Item  dem  püttel^  gehorsam  zu  sind. 

Item  es^  sollen  auch  all  knecht^  unverzogenlich,  nämlich  ain 
jeder  insonders,  ain  rock  miner  herren  färb  machen  lassen  und  damit 
gerüst  warten. 

Item  zfl  wölcher  zeit  sich  die  knecht^  minen  herren  nit  gefällig 
hielten,  so  wollen  sie  inen  witen  weg  haben  und  behalten,  Ire  dienst 
nach  irem  gefallen  zu  verlihen. 

Item  es  sol  hinfür  under  den  trögein,  kommessem  und  schüton 
alwegen  einer  bi  dem  zuber  pliben,  bis  der  zoller  oder  der  gredmaister 
darzü  komen  mag,  und  ir  gelt  enpfahen  mügen. 

Item  wöUcher  under  den  kommessem,  trögein,  oder  schütem  von 
min  herren  geschickt  imd  geprucht  wirdt,  dem  sol  sin  Ion  in  der  Gred 
nichts  desto  minder  werden;  doch  sollen  si  ain  andern  knecht  an  des 
stat,  der  gschickt  oder  geprucht  wird,  bestellen,  der  sol  das  von  des 
tail,  der  geschickt  ist,  bezalt  werden,  und  das  übrig  im  oder  siner  hus- 
frauen  volgen  und  werden.* 
1614  Uf  domstag  nach  sant  Appolonien,  der  hailigen  junkfrowen,  tag 

anno  etc.  XIV*®  haben  mine  herrn  burgermaister  und  rät  irer  knechten 
der  trögel,  messer  und  schütter  halb  dise  nachgeschribne  Ordnung  hin- 
füro  zö  halten  angesehen  und  beschlossen,  nämlich  also:  Weiher^®  furo- 
hin  under  denselben^*  knechten  von  minen  herrn  in  gemainer  statt  ge- 
Schäften  ihenderthin  gebrucht  und  geschickt  wirdet,  das  demselben  ge- 
schickten sin  Ion  in  der  Gred  nichtz  destminder  aller  maß  ,  als  ob  er 
anhaimsch  wer,  on  widerredt  der  andern  knechten  verfolgen  und 
gediehen  soll,  imd  ob^*  ainichs  mals  an  markttagen  die  zit,  so  der  ge- 
schickt knecht  noch  nit  anhaim  komen,  ains  knechts  an  sin  statt  not 
[71]  dürftig  war,  das  dann  die  andern  knecht  uf  ir  aller  gemainen  costen 
an  des  geschickten  statt,  damit  nit  mangel  erschin,  ainen  knecht  be 
stellen  imd  denselben  bestelten  knecht  all  gemaialich  von  irem  gemainer 


Februar  16. 


*  DarchstricheD,  darüber  von  anderer  Hand   «euch».  —    *  Die  letzten   sech« 
Worte  durchstrichen.    —    •  Von  anderer  Hand  über  der  Zeile  «ge»   beigefügt.  - 

*  Durchstrichen.  —  *  Am  Rande  von  fremder  späterer  Hand  beigefügt  «und  buw 
knecht».  —  *  Darchstrichen ;  darüber  von  anderer  Hand  «ir#.  -  '  Durchstrichen.  - 
®  Die  drei  letzten  Worte  durchstrichen,  darüber   von   anderer   Hand    «ir  euch».   - 

•  Die  beiden  Absätze  von  HandF;  der  2 te  durchstrichen  von  der  folgenden  Hand. - 
1**  Am  Rande  von  anderer,  jüngerer  Hand:  «Item  meine  herren  wollen  och».  - 
^*  Durchstrichen,  am  Rande  von  anderer,  jüngerer  Hand  «euch».  —  ^^  Darüber  vo 
anderer  Hand:  «man». 


Oborlingen.  199 

gdt^  versolden,  und  was  sich  darüber  iro  jedem  zfl  sinem  teil  gepürt, 
0ovil  dem  geschickten  ouch  verfolgen  lassen,  und  wo  derselb'  ir  taiP 
uf  die  hitt  ir  tailung  noch  nit  anheim  komen  war,  siner  hußfrouen 
einen  gepürenden  tail  on  mindrung  überantwurten  sollend.^ 

Der  Träger  Eid. 

[73]  Item  ir  werdent  schwem,  miner  herm  und  gemainer  statt 
nutz  und  frommen  z&  furdern  und  zfi  schaffen  und  im  schaden  zä 
warnen  und  zu  wenden,  und  inen  allerding  gehorsam  zu  sin. 

Item  das  ir  ouch  in  miner  herrn  gescheften,  wie  euch  die  bevelchen 
werden,  gehorsam  sin,  ouch  das  gelt,  so  euch  überblipt  an  dem,  so 
üch  g^[eben  wirdet,  wann  ir  geschickt  werden,  von  stund  an,  so  ir 
komen,  widerumb  in  das  stübUn  antwurten  wollen. 

Item  das  ir  ouch  one  miner  herm  oder  ains  burgermaisters  ur- 
loub  von  der  statt  nit  gan  wellen. 

Item  vom  montag  zA  nacht  biß  uf  donstag  am  morgen^  kain 
zech  oder  ürtin,  weder  in  trinkstuben  noch  anderswa  zu  thünd,  sonder 
wil  ainer  trinken,  das  soll  er  in  sinem  hus  für  sich  selbst  thun. 

Das  ouch  üwer  kainer  weder  spilen  noch  karten,  noch  dhain  tail 
an  dem  spil  haben  wolle,  allediewil  er  in  miner  herrn  dienst  ist. 

Item  das  ir  ouch  der  gest  getrewlichen  vertigen,  es  seie  morgends 
oder  aubends,  und  inen  des  mit  kainen  geverden  verziechen. 

Item  das  ir  ouch  das,  so  ir  je  zu  ziten  hören  im  thurn  mit  den 
gefangen  handeln,  ouch  haimlich  rate,  wie  ir  die  verstanden,  oder  durch 
mine  herm  mit  uch  gehandelt  werden;  deßglichen  anschlage,  so  durch 
[74]  die  houptlüt  oder  ander  uß  bevelch  miner  herrn  mit  üch  geschechen, 
versehwigen  und  dhains  wegs  offenbarn  wellen. 

Item  das  ir  ouch  den  markt versehern  gehorsam  sin  wollen,  es 
sie  mit  kom  vassen  oder  laden,  ouch  in  allem  dem,  so  sie  mit  üch  in 
üwer  hanthierung  in  der  Grede  verschaffen,  wie  sich  das  haischen  und 
gepüren  würdet. 


'  Am  Rande  von  derselben  Hand:  <aß  der  büchs». 

*  Darflber  von  derselben  Hand:  «uff»  wieder  darchstrichen. 

*  Beide  Worte  durchstrichen. 

*  Der  ganze  Absatz  von  einer  von  der  ersten  verschiedenen  Hand.  —  Eine 
neae,  wohl  gleichzeitige  Hand  fügt  am  Schlüsse  bei:  «hüner-,  hennen-,  caponen-, 
easel-,  roß-  and  sowen-schäden  vor  der  Gred  und  darin  bim  aid  riegen».  —  Der 
Rest  von  Blatt  71  ist  unbeschrieben;  ebenso  Blatt  72. 

^  In  A  und  B:  «Item,  am  zinstag  uf  dem  markt  ....  bis  der  markt 
vergangen  ist». 


200  Überlingen. 

Item  das  ouch  ir  all  und  ewer  ieder  besouder  allen  Ion,  so  ir  zi 
märkttägen  und  ouch  sunst  in  der  wochen  gewinnen,  an  gemainen  taile 
komen  lassen  wollen.^ 

Das  ir  ouch  am  montag  nach  mittag  bi  der  Gred  warten  und  fliss 
haben  wollen,  damit  die  karren  und  wägen  von  dem  weg  komen,  und 
am  zinstag  all  und  üwer  ieglicher  besonder  darob  und  dabi  sin,  damit 
die  karren  und  wägen  obgelauter  wise  gefertiget  werden. 

Item  nachdem  ir  die  knecht  etwan  von  den  gesten  geilet  und  ver- 
erungen  ald  schenkinen  von  inen  empfangen,  haben  mine  herm  er- 
raten, sollen  ouch  in  den  aid  nemen,  das  hinfiiro  kain  knecht  mer 
geilen  noch  schenknen  fordern  sollen;  ob  aber  jemand  uß  &ien  willen, 
one  ir  ansuchen,  den  knechten  zum  g&ten  jar  ald  sunst  etwas  schenken 
würde,  dasselb  alles  sollen  sie  an  die  tailung  in  die  büchs  stossen  und 
inen  selbs  nit  behalten. 

[75]  Item  sie  sollen  ouch  hinfüro  bi  ainander  gastung  oder  mäler 
haben  in  kainen  weg,  sonder  das,  so  jedem  mit  der  tailung  würdt,  in 
sinem  hus  mit  wib  und  kinden  gebnichen.* 

Item  was  ouch  der  büttel  *  mit  tich  fürnimpt,  das  derselb,  so  von 
dem  büttel  erfordert  würdet,  one  widerred  gehorsam  sei. 

Item  es  sollen  ouch  all  knecht  unverzogenlich,  nämlich  ain  ieder 
insonders  ain  rock  miner  herren  färb  machen  lassen  und  damit  gerüst 
warten. 

Item  zu  welcher  zit  sich  die  knecht  minen  herren  nit  gefeilig  hielten, 
so  wollen  sie  inen  witten  weg  haben  und  behalten,  ire  dienst  nach  irm 
gefallen  zu  verlihen. 

Trägerlohn:* 

Item  uß  den  scheflFen  in  die  Gred  von  ainem  malter  körn  dri  haller 
und  von  ainem  malter  licht  körn  zwen  pfenning. 

Item  von  ainem  malter  körn  in  kästen  zu  arbaiten  4  ^. 

Item  von  ainem  malter  uß  dem  kästen  hinab  zu  arbaiten  3  ^. 


*  In  A  folgt  hier  nachstehender  Absatz:  «Item,  wa  ir  sehent  dem  luten 
schaden  thun  von  luten  oder  vihe,  das  sollen  ir  rügen,  und  das  vich,  wa  ir  das  annemen 
mögt,  in  die  statt  in  ains  wtirt  hus  triben».  Alle  folgenden  Absätze  fehlen  in  A 
und  6.  In  B  ist  noch  von  anderer  Hand  angefügt:  «Das  ir  auch  am  montag  nach 
mittag  bei  der  Gred  warten  und  fleiß  haben  wollen,  domit  die  karren  und  wägen 
von  dem  weg  kommen». 

2  Dieselbe  Hand  wie  auf  Blatt  71  fügt  bei:  «hüner-,  hennen-,  caponen-,  essel-, 
roß-  und  sawen-schaden  riegen  bim  aid,  daz  gescheche  in  der  Gred  oder  davor». 

*  Am  Rande  von  anderer,  jüngerer  Hand  beigefügt:  «und  buwknecht». 

*  Dieser  Abschnitt  steht  nur  in  C. 


Item  von  den 
gestriptben : 


ÜberliDgen.  201 

Doch  80  lassen  mine  herrn'  die  lön  usser  der  Gred  in  die  scheff 
bliben  wie  bißbar. 

[76]  Auf  den  Jabrmärkten:  ^ 

Item  von  der  grössensten  ballen  tüeb  uf  und  ab  z&  arbeiten  8  erützer. 

Item  von  ainer  metteln  ballen  uf  und  ab  6  kr. 

Item  von  der  mindern  4  kr. 

Item  welche  darunder  ist,  davon  sollen  sie  nemen,  was  zimblieh  ist. 

Item  was  ballen  aber  hieunden  ufgethon  werden,  davon  soll  den 
tregeln  der  obgemelt  Ion  geben  werden. 

Item  von  ainer  Frankfurter  ballen,  sie  sige  groß  oder  klain,  in 
die  scheff  zfi  laden  1  ß  -«l- 

von  den  grösten:  8  ^. 
von  den  metteln:  6  ^. 
von  den  mintsten:  4  ^. 
Item   von   dem   zentner  gut   in   die  Ored   oder  schmalz  von  dem 
Zentner  2  ^.    Ist  dann  die  für  da,  so  git  er  nit  me  dann  die  2  ^.,  ist 
aber  die  für  nit  da,  deshalb  man  den  zentner  darnach  laden  muß,  so 
git  der  zentner  aber  2  ^. 

Item  und  von  dem  zentner  an  den  markt  beruf  zfi  arbeiten  3  ^. 

[77]  Item  von  ainem  tröglin  mit  geschmid,  daran  zwen  tragend, 
uf  und  ab,  2  kr.;  ist  es  aber  minder,  sollen  sie  nach  zimlichait  nemen. 

Item  von  ainer  salzschiben  in  das  scheff  von  dem  gast  sollen  sie 
nemen  1  ^. 

Item  was  aber  mine  herrn  zfi  arbeiten  hond,  geben  mine  herrn, 
was  sie  wollen. 

Und  umb  dise  stück  werden  mine  herrn  inen  ain  obman  geben. 

Item  die  büchsen  sollen  sie  lassen  umbgan. 

Item  die  tregel  sollen  ouch  die  schefflüt  mit  laden  vertigen.* 

[79bl  Der  Schütter  Eid.» 

Ir  werden  schwern,  miner  herrn  und  gemainer  irer  statt  nutz  und 
frommen  za  fürdern  imd  zfi  schaffen,  und  irn  schaden  zu  warnen  und 
zfi  wenden,  und  inen  aller  ding  gehorsam  zfi  sin. 

Item  das  ir  ouch  miner  herrn  gescheften,  wie  üch  die  bevolchen 
werden,  allerding  gehorsam  sin,  und  weder  spilen,  noch  karten,  noch 
ouch  kainen  tail  an  ainichem  spil  haben  wollen,  so  lang  ir  in  miner 
herm  dienst  sind. 


1  Aach  dieser  Abschnitt  steht  nur  in  C. 

«  Die  Rückseite  von  Blatt  77,  sowie  Blatt  78  und  die  Vorderseite  von  Blatt  79 
sind  unbeschrieben. 

>  Dieser  Abschnitt  steht  nicht  in  A ;  in  B  von  der  späteren  Hand  geschrieben. 


202  Überlingen. 

Das  ir  ouch  die  gast  getrewlichen  vertigen,  es  seie  am  morgea 
oder  aubend  und  inen  dasselb  mit  kainen  geverden  verziechen  wollen. 

[80]  Item  wann  der  verkoufer  üch^  im  ußlern  und  schütten  be- 
helfen  ist,  so  soll  er*  üch  vom  malter  ainen  haller  Ions  geben,* 

Wann  aber  die*  verkoufer  üch  mit  schitten  oder  leren  nit  beholfen 
ist,  so  soll  er  üch  vom  malter  ainen  pfenning  Ions  geben.^ 

Item  von  den  sacken  zu  entladen,  oder  wo  das  kom  in  vassen 
ist,  das  ußzöleren  und  in  sack  zu  füllen  ie  von  ainem  sack  1  heller^  ^. 

Und  soll  aber  ewer  kainer  macht  haben,  den  verkoufer  zu  drengcD, 
das  er  in  laß  entladen,  ußleren  oder  schütten;  so  er  aber  üch  gfits 
willens  brucht,  so  soll  er  üch  den  obbestimpten  Ion  geben. 

Item  was  ir  verdienen,  das  sollen  ir  alle  in  gemaine  büchs  stossen 
und  under  ainander  zä  gleichen  tailn  tailen. 

Item  wann  ain  gast  sin  kom  selbs  nit  ußleren  oder  schütten  wil, 
so  soll  er  üch  bruchen  und  sunst  niemands  andern,  es  were  dann,  das 
er  ainen  andern  vergebens  bruchte;  wo  aber  ainer  ainen  andern  umb 
gelt  bruchte,  so  soll  er  nicht  desterminder  üch  den  Ion  geben.'' 

Dem  büttel®  gehorsam  zu  sind.® 

Item  es  sollen  ouch  all  knecht  unverzogenlich,  nämlich  ain  ieder 
insonders  ain  rock  meiner  herren  färb  machen  lassen  und  damit  ge- 
rüst  warten. 

Item  zu   wölcher   zit  sich   die   knecht  minen  herren  nit  gefeilig 
hielten,  so  wollen  sie  inen  witten  weg  haben  und  behalten,  ire  dienst 
nach  irm  gefallen  zu  verlihen. 
1620  Item  allen  knechten  in  der  Gred  ist  uf  ir  anbringen  von  meinen 

hern  zi^gelassen,  das  si  im  jar  von  der  manvaßnacht  bis  sant  Gallen  tag 
an  der  mittwoch  in  iren  lieusern  wol  mit  und  bei  ainander  den  imbis 

»  Diese  4  Worte  durchstrichen;  über  «wann»  von  einer  andern  Hand  «vom». 
'  Die  5  letzten  Worte  durchstrichen;  über  der  Zeile  von  anderer  Hand  «sei  man». 
'  Die  4  letzten  Worte    durchstrichen;  darunter  von  anderer  Hand  «ist  ain 
pfenig»  (durchstrichen)  «ain  pfenig  Ions  geben». 

*  Verbessert  in  «der».  —  *  Dieser  Absatz  durchstrichen.   —  •  Durchstrichen. 

^  unten  auf  der  Seite  von  derselben  Hand  bemerkt:  «und  wann  [si  daz]  (durch- 
strichen, darüber  «ir»)  saltz  abladen,  und  [si]  (durchstrichen)  erfordert  werden  ein 
zö  [lad]  tragen  sollen  [si]  ir  schuldig  sein,  2  schiben  oder  sovil  salz  umb  1  haller 
einzutragen»,  darunter:  «hüner-,  hennen-,  caponen-,  essel-,  roß-  und  sauen-schäden, 
so  in  der  gred  oder  darvor  beschechen,  bim  aid  riegen». 

»  Am  Rande  von  anderer  Hand  «und  buwknecht». 

•  Von  Hand  F  beigefügt:  «in  dem.,  das  in  sin  dienst  von  der  stat  wegen 
gehört».    Dieser  und  alle  folgenden  Absätze  fehlen  in  ß. 


Überlingen.  208 

nemen  mögen,  doch  das  sis  zimlich  halten,  und  lenger  nit,  dann  so 
lang  es  meinen  hern  fügt,  ists  inen  zugelassen. 

Actum  Johannis  im  XX  jar.^ 

Fertigung  der  Weinlader*. 

Ir  [und  ist  die  also,  das  si]'  werden  schweren  ainen  aid  liplich  z& 
gott  und  den  hailigen,  alles  das  gelt,  das  euch  von  winampt  wirdt,  bei 
ainem  pfening  minder  und  mer  in  die  büchß  zu  stossen  und  dazselb 
gelt  bei  demselben  aid  in  dehainen  andren  weg  nicht  zu  bewenden, 
sonder  allw^en  in  acht  oder  vierzehen  tagen  und  uf  daz  höchst  in 
ainem  monat  die  büchß  mit  dem  gelt  uf  das  rathaus  zu  tragen  und 
nach  anzal  des  jars  mit  dem  gelt  minen  herren  zu  bezaln,  und  ob  etwas 
äbrig  da  sein  würde,  so  ir  minen  herren  nach  anzal  der  jars  betzalt 
haben,  dasselbig  gelt  mögen  ir  under  ainandem  tailen,  und  das  an 
ewem*  nutz  bewenden,  und  ob  aber  des  gelts  minder  in  der  büchs 
wer,  das  ir^  meinen  herren  nit  bezalen  möchten  nach  anzal  des  jars, 
so  [soll  in]*  dieselb  summ  gelts  ufgeschriben  [werden]^  von  ainem 
halben  jar  zfi  dem  andern,  und  das  ir  vertrösten,  dieselben  summ  gelts 
ieder  insonders  sein  anzal  uf  dieselben  zeit  zfi  geben  und  ußzfirichten ; 
and  ob  ainer  von  schulden  wegen  oder  ander  sachen  halb  von  diser 
statt  komen  würde,  so  soll  der  oder  dieselben,  als  lang  und  si  von  diser 
statt  sind,  des  diensts  und  ampts  ganz  verschalten  sein  und  in  von 
dem  dienst  ganz  nicht  verfolgen,  ußgenomen,  wenn  ainer  in  der  statt 
dienst  wer,  und  soll  auch  kainer  kain  gelt  behalten;  es  soll  auch  ain 
i ^lieber  in  den  zwain  jaren  minen  herren  gehorsam  sein  in  der  statt 
dienst  furo,  wa  ir  [bi]^  mit  der  bezalung  sum[i]g  würden,  wie  obstat, 
so  mügen  meine  herm  die  geverten  darumb  fürnemen  und  anlangen, 
so  lang  bis  si  genzlich  ußgericht  sind,  oder  mit  hotten  nach  ir  statt 
bruch.  Und  darumb  zfi  guter  [zu  guter]®  sicherliait  so  haben  die  geniwten 
winlader  ieder  insonder  minen  herrn  trostung  [thon]^  gethon. 

Item  [so  habend  meine  herm  beratten,  das]^®  uß  den  vassen,  so 
[si]**  in  die  schiff  oder  us  den  schiffen  uf  die  wegen  laden,  ganz  kainen 
trinkwin  daraus  nemen  [sollend]^.  Furo  so  soud  si'^  kain  wein  me 
tragen  oder  schicken  uß  den  kelem,  der  inen**  wirt,  wenn  man  ablat 
von  gastwirten  und  burgern ;  besonder  so  soll  der  win  da  ußgetrunken 


*  Der  letzte  Absatz  von  anderer  Hand.  Später  wieder  darchstricben.  -- 
*  Dieser  ganze  Abschnitt  fehlt  in  A  und  B.  —  '  Von  [bis]  durchstrichen.  —  *  Auf 
Rasar.  —  '  Durchstrichen;  dafür  von  Hand  D:  cwirdet  euch».  —  «  Durchstrichen. 
-  '  Durchstrichen.  —  *  Doppelt.  —  »  Durchstrichen.  —  »<>  Durchstrichen,  dafür  von 
Hand  D:  «ir  sollend  och».  —  "  Durchstrichen,  dafür:  «ir>.  —  "  Durchstrichen, 
dafür:  «euch». 


204  Überlingen. 

werden,  [furo  so  sond  si]^  den  knecht,  den  si'  bestellent  uf  den  icl 
brunen,  denn  si'  sond  [ir]  si'  lassen  bei  dem  brunnen  und  soll  di 
ußschwenken,  und  ob  er  bilf  bedürft,  so  sond  si'  die  vaß  selbs  vei 
siglen  ungevarlicb  [furo  ob  sach]'  und  den  gesten  die  vaß  versoigei 
Furo,  ob  sach  es  wer,  das  ain  burger  aigen  wein  bei  under  aim  halber 
ffider,  und  wellt  den  in  ain  andern  ker  füren,  t&t  er  das  mit  sii 
aigen  hab,  so  ist  er  den  winladern  nüz  schuldig;  hat  aber  ainer  üb< 
ain  halb  füder,  so  soll  er  inen  den  Ion  gen. 

Item  der*  winlader  [halb  ist  inen  fürgehalten]',  [welcher  der  we 
der]  sich  och^  in  den  2  jaren  unzimlich  hielte,  und  ungeschickt  we 
so  band  mine  herren  inen  vorbehalten,  das  si  in  mögent  urlob  gebe 
im  jar,  wenn  si  wend,  oder  all  wochen,  und  mugent  in  geben  nac 
anzal  des  jars  oder  der  wochen.  Furo,  so  soll  auch  kainer  in  de 
2  jaren,  dieweil  und  er  an  dem  dienst  ist,  weder  spilen  noc 
karten,  es  si  tag  oder  nacht,  noch  zu  niemand  legen,  dessgleichen  sol 
ist  knecht  soll*  auch  weder  spilen  noch  karten,  noch  zu  niemand  legei 
noch  teil  haben.     [Diß  2  artickel  werden  si  in  die  vertigung  nemen.] 

Item  dessgleichen,  wo  si  ain  [unrechten]^  unrecht!  ich  finden t  i 
den  fassen,  es  wer  ze  vil  oder  lützel,  das  si  die  faß  bei  zwen  aiden  it: 
ein  weg  ^  wöUent  Ion  und  das  vorhin  anzögen  aine^  burger[mai8ter] 
oder  Statthalter  oder  den  seckelmaister. 

Fertigung  der  Eicher. 

Item  [das  sie]*®  die  vaß  die  [für]^  üch  fürkomend,  [sollend]^  [zö] 
ichen,  [bei  den  aiden,  die  si  schweren  werdent]  *^  dem  burger  und  dei 
gast  und  [daz  er]^*  vleis  haben,  das  die  ichen  eben  ufgeschniten  werdei 
und  sollen  kain  vaß  schwenken,  bis  das  es  schier  lär  sei,  das  es  i 
den  züber  mug,  denn  die  klainen  vaß,  die  da  sind  under  siben  aimei 
die  mugend  ir  wol  schwenken  und  sollend  die  wagenleut  und  seege.« 
glich  vertigen  und  sollend  auch  gefiissenlich  warten,  damit  das  allwe 
ainer  bei  der  statt  sie,  das  man  die  gest  allweg  fertigen  mög,  das  si 
on  clag  seiend;  und  ob  [inen]*^  unsubri  vaß  fürkomend,  dieselbige 
sollend  [si] "  minen  herren  von  stund  an  zögen  und  söllichs  zu  erkenne 
geben  bei  dem  aid,  so   [si]**  schwerend;  dessgleichen  sollend  die  ges 


*  DurchBtricben,  dafür:  «und».  —  »  Durchstrichen,  dafür:  «wir».  —  '  Durcl 
strichen.  —  *  Von  gleicher  Hand  eingeschoben.  —  *  Durchstrichen,  dafür:  «wölcher 
—  •  Von  Hand  D  eingeschoben.  —  ^  Von  [bis]  durchstrichen.  —  •  Durchstriche] 
dafür:  «hinweg».  —  •  Siel  —  '**  Durchstrichen,  dafür:  «ir  werden  swern».  —  "  Darcl 
strichen.  —  *•  Von  Hand  D  eingeschoben.  -  »»  Durchstrichen,  dafür:  «euch».  - 
**  Durchstrichen,  dafür:   «ir>. 


Überlingen.  2(M> 

binder  kain  vaß  under  aim  tachtroff  lassen  ston,   und  vleiss  ankern, 
und  vorhin  lugen,  das  die  vaß  suber  seind,  ee  si  die  z&binden^. 
Dis  gehört  in  den  grossen  zoll: 
Item  ain  iedes  füder  win,  das  hin  oder  her  gat,  geit  6  ^. 
Item  von  ie  ain  malter  koms,  es  sei  vesen,  roggen,  haber,  gersten, 
firbs,  ald  welcherlai  kom  das  ist,  der  gast  kauf  oder  verkauf,  1  ^. 

Item,   von  ainem  roß  4  ^;   sind  es  aber  zween  gest,   so  geit 
ieglicber  4  ^. 

Item  von  velen  gerbt  oder  raw  von  dem  hundert  6  ^. 
Item  was  ain  gespaltnen  f&ß  hat,  geit  dem  köffer  und  verköffer  1  ^. 
Item  ain  esel  8  ^. 
Item  ain  Scheiben  salz  1  ^. 
Item  ain  krätli  salz  3  ^. 
Item  ain  rörli  6  ^. 
Item  von  ainem  schaff  1  heller. 

Item  von  iedem  geladnen  wagen,  der  durch  die  statt  gaut,  6  ^ 
and  von  ainem  karren  3  ^. 

Item  uf  sant  Niclaus  tag'  geit  ain  ieglich  kromer  von  ainem  redlichen 
krom,  den  ainer  zu  rüggen  dret,  2  ^,  und  ain  tellertrager  geit  nütz. 

Item  uf  sant  Niclaus  tag  geit  das  tenni  geschier  1  ^  ^,  gaut 
der  drittail  in  den  grossen  zoll. 
Item  ain  grabstain  4  ^. 

Item  ain   ieder  tuchmann  geit  6  ^  in  den  grossen  zoll  uf  sant 
Nidans  jarmarkt. 

Item  hüng,  öl  von  zehen  Schilling  pfenning  1  ^  zoll. 
Item  ain  stick  öpfel  geit   1   ^  der  kauft  oder  verkauft,  und  an 
sant  Niclaus  tag  ain  iegliches  stick  ain  imi'  öpfel. 

Item  welcher  an  sant  Niclaus  tag  käß  vail  hat  in  zuber  oder   uf 
karren,  der  geit  4  ^. 

Item  ain  rind  oder  ain  ku  1  ^. 

Item  so  man  isen  verkauft,  von  ainem  pfund  pfening  geit  man  2  ^. 


^  In  A  lautet  diese  Fertigang  folgendermaßen:  (fehlt  in  B  ganz) 

Item  ir  werden  sweren,  das  ir  ichen  wollen  dem  gast  und  dem  bnrger  ge- 
trawlich  and  mit  vHß  ze  bandeln. 

Item  kain  vaß  ze  leben,  es  sie  dann  gans  vol  binden  and  yomen  and  ebnen 
verzapfnet 

Item  ob  ir  zwifels  haben  wurden,  an  dem  so  ir  ain  vaß  gelebt  betten,  das 
ir  dann  das  vaß  wider  fCÜlen  lausen  und  es  widerumb  lebend. 

Item  das  ir  die  icbz&ber  fftrecht  stellend  und  sooft  die  gebunden  werden, 
si  aladenn  wider  ze  pfkcbten  und  die  iche  darine  su  stellen. 

Item  kain  vaß  zezaicbnen,  das  da  rint  in  kainem  wege. 

*  Dezember  6.  —  '  iini  =  Maßbezeichnung,  der  neunte  Teil  eines  Viertels. 


206  Überlingen. 

Itetn  von  bächin  flaisch  von  ainem  pfund  pfening  geit  man  2  ^. 

Item  von  ainem  mülstain  4  ^. 

Item  von  ainer  tunnen  bäring  von  ainem  pfund  pfening  2  ^,  der 
gast  kauf  oder  verkauf. 

Item  von  scbmalz,  winstain,  häfen,  fedran,  gam  und  anders  dess- 
gleicb  von  iedem  pfund  ^  2  ^. 

Item  von  ainem  imm  1  ^,  si  wie  ciain  er  wöU. 

Item  und  wann  ain  imm,  der  10  ji  ^  gilt,  auch  1  ^,  gilt  er 
1  tf  ^  oder  mer,  so  geit  man  von  ainem  tf  ^  2  ^. 

Item  von  wachs  von  ainem  ff  ^  2  ^. 

Item  von  ainem  hundert  sicblan  4  ^. 

Item  von  ainer  bürdi  raif  am  steckenmarkt  l  haller. 

Item  von  ainem  krutschiff  4  ^. 

Item  welcher  roß  uf  ain  wochenmarkt  vail  hat,  geit  4  ^.^ 

Der   Brotschauer  Eid. 

1.  Ir  werden  schweren,  das  brott  zu  schowen  in  der  becken  heusea 
alle  tag  durch  das  ganz  jar,  am  morgen^  und  an  12  potten  oder  anderer 
gebannen  aubenden,  zfi  zwaien  maln',  wie  sich  dem  komkouf  nach 
es  sie  mit  der  weisse,  grosse,  figure,  durchzogne,  wie  von  alter  herfcommer^ 
ist,  gepürt,  und  das  ir  darin  niemands  durch  kains  vortails  oder  genied 
willen   verachonen,   sonder   wo   es   üch   bußwirdig   bedunkt,   dasselbi^ 
straffen  wellen,   [und  sollen  nämlich  all[weg]*  tag  nach  der  frümes  de^- 
becken   am  markt  warten,   und  von  welchen   ir    uf   dieselben   zeit    ze 
schowen  nit  erfordert  werden,  dem  sollen  ir  uf  denselben  tag  bi  ewerc 
aiden  weiter  nit  mer  schowen].^ 

2.  Und  naralich,  so  habend  irgewalt,  das  ir  zwai  brott  urab  dri 
haller,  oder  wie  üch  nach  gestalt  deß  kornkoufs  gut  bedunkt,  schetzen 
mögen;  was  ir  ouch  also  straften,  das  sollen  ir  haissen  uf  die  newen 
brottbenk  tragen  und  das  daselbs  zä  verkoufen  und  nit  höher  z&  geben, 
dann  es  von  üch  geschetzt  ist. 

[84]  3.  Item  ir  sollen  ouch  denen,  so  ir  also  straffen,  sagen,  das 
sie  das  brott,  so  ietzgelutter  wise  von  üch  geschetzt  und  gestraft  ist, 
weder  wierten  in  die  trinkstüben  uf  das  land,  noch  iemands  anderm 
geben,  sonder  allain  uf  den  gemelten  benken,  wie  es  geschetzt  ist, 
und  nit  anders  verkoufen  sollen,  bi  der  straff  1  ^   .j. 

4.  Welcher  ouch  also  gestrafft  ist,  den  sollen  ir  den  wettpfenningern 
angeben,  so  dick  das  geschieht,  und  sooft  ain  jeder  umb  10  ^  ^  ge- 
strafft worden  [ist], 

»  Dieser  Abschnitt  steht  nur  in  C.  —  ^  Am  Rande  von  Hand  D :  «nach  der  frümes». 
'  Am  Rande  von  Hand  D:  «wan  ir  deß  von  dem  becken  ervorderu  werden». 
*  Durchstrichen.  —  *  Von  [bis]  von  Hand  D,  steht  nicht  in  A  und  B. 


Überlingen.  207 

5.  Ir  sollen  ouch  in  den  hüsern  kain  brott  schowen,  es  sie  dann  zu 
vor  wol  zerl^^  und  alles  brott,  so  uf  den  pfragen  gebachen  wirdet, 
es  sie  mutzschellen,  bretzen,  dinneton  oder  anders,  das  sollen  ir  schowen. 

6.  Wann  ir  ouch  das  brott  in  den  hevsem  ain  mal  geschowet 
hond,  so  bedürfen  ir  dasselb  brott  in  den  hüsern  nit  mer  schowen; 
ward  üch  aber  sölich  schow  am  markt  gevarlich  bedünken,  so  mögen 
ir  das  brott  am  marckt  ouch  schowen. 

7.'  Deßglichen  so  sollen  ir  ouch  üwer  ufmercken  haben,  das  alles 
brott,  so  ir  uf  das  benken  schowen,  alda  verkouft  werde,  und  ob  ir 
verstünde,  das  dasselbig  nit  bescheche,  so  sollen  ir  den  uberfarer  darumb 
rüegen  und  den  ungeltem  angeben. 

8.  Und  namUch,  so  sollen  ir  ouch  ainem  jedem  becken,  dem  ir 
sin  brott  uf  das  benklin  schowen,  gebieten,  dasselb  brott  niemands  zu 
geben,  noch  z&  verkoufen,  der  das  widerumb  bi  dem  pfenning  wert 
oder  sunst  widerumb  hingibt,  oder  verkouft,  noch  ouch  siner  husfrowen, 
Mnden  oder  diensten  sölichs  zu  thfln  zu  gestatten;  welcher  aber  sölich 
Verbott  verachten  würde,  den  sollen  ir  ouch,  wie  obsteet,  rüegen. 

9.  Item  wann  ouch  ain  beck  zwen  schütz  gebachen  hat  und  der 
^n  die  schow  behalt  und  der  ander  nit,  so  sei  er  dasselb  brott,  so  die 
Bchow  also  nit  behalten  hat,  uß  dem  huß  tragen  und  uf  den  benken 
Verkoufen,  wie  hernach  volgt. 

10.  Item  die  brotschower  mögen  ouch  in  der  schow  wol  zwai  oder 
drew  brott  zerschniden,  so  vil  üch  nodt  bedunkt  und  die  dann  beschowen. 

11.  Item  ir  sollen  ouch  in  dem  schowen  allweg,  so  dick  ir  schowen, 
den  becken  oder  den  maister  knecht,  oder  ire  sön,  bi  dem  aid  und  die 
frowen  bi  der  trüw  ermanen,  alles  das  brott,  so  sie  uf  den  pfragen  ge- 
bachen haben,  an  die  schow  zö  legen,  und  das  sie  sunst  kains  mer 
haben,  dann  das  sie  an  die  schow  legen. 

[86]  12.  Ordnung  wegen  des  Brots,  das  auf  das  tbenklin» 

geschaut  wird. 
Uf  sant  Jörgen  tag,  anno  etc.  septimo  haben  mine  herrn   erraten  Aprii  23. 
und*  den  becken  strenglich  zu  halten  gebotteu,  das  das  brott,  so  uf 
das  benklin  geschowet  wirdet,  von   dem   maister   oder  von  siner  hus- 
frowen, und  nit  von  den  diensten  oder  kinden  uf  dem  benklin  verkouft, 

*  Dieser  Absatz  ist  von  Hand  D  folgendermaßen  geändert:  c.  .  .  hüsern  bi 
ewem  aiden  jedes  schutzbrot  besonders  schowen  und  euch  allwege  jedes  scbntzbrot 
z&vor  wol  zerlegen  lassen  und  darob  und  daran  sein,  das  die  becken  bi  iren  aiden 
jedes  schutzbrot  besonders  legen  und  nit  under  ainander  vermischen». 

'  Dieser  und  der  folgende  Absatz  sind  in  B  von  späterer  Hand  nachgetragen, 
aUe  folgenden  Absätze  fehlen  in  B.    In  A  steht  dieser  Eid  in  kürzerer  Form. 

•  Anstatt  der  Worte  von  cUf»  fbis  erraten  und  am  Rande  von  einer  spätem 
Hand:  c Meine  herrn,  ain  erbarer  rath  haben  auch». 


208  Überlingen. 

und  wann  also  brott  uf  das  benklin  gescbowet  wirdet,  so  sollen  dii 
scbower  von  stund  an  gebieten  dem  mann  bi  dem  aid,  und  der  frowei 
bi  der  trüw,  dasselb  brott  alles  von  stund  an  uß  dem  hus  ze  tragei: 
und  uf  dem  benklin  fall  zu  balten,  was  dann  desselben  tags  nit  ver- 
kouft  wurde,  das  sol  nit  widerumb  in  die  büser  getragen,  sonder  undei 
die  brotloben  in  die  trog,  so  von  minen  berm  darza  geordnet  sind, 
gelegt  und  bebalten  und  dann  darnach,  wie  verlut,  uf  den  benken  gai 
verkouft  werden;  und  soll  aber  derselb  beck  witter  kain  brott  bachen, 
biß  söUicb  brott  uf  dem  benklin  gar  verkouft  würdet. 

13.  Item  es  soll  oueh  kain  beck  vor  der  scbow  über  ains  Schillings 
wert  brott  verkoufen^  und  an  denselben  samenthaft  nit  über  6  pfenning 
wert  ainsmals  sonder  ainzächtig  hingeben. 

14.  Daruf  sollen  die  scbowerlüt  irer  vertigung  ufsechen  haben.^ 

[88b.]   Der  Fleischschauer  Eid.» 

15.  Ir  werdent  schweren,  die  metzig  ditz  jars  mit  der  nachgeenden 
schow  zu  versechen,  und  alle  tag,  wann  flaisch  fall  ist,  zft  schowen 
nämlich  allwegen,  so  man  das  erst  zaichen  leutet  und  nit  ee,  und  in 
herpst  früer,  ungevarlich. 

Item  ir  sollen  ain  pfund  guts  wolgemeschtz  ochßenflaisch  uml 
4  ^  •,  und  wölches  ochßenflaisch  aber  nit  wol  gemeschtz  oder  gefürt  ist 
umb  ain  crützer  oder  neher  nach  gestalt  siner  güete  schätzen  und  erloben 

Deßglichen  ain  pfund  göts  rindsflaisch  umb  3^2  ^*»  und  welchei 
rindfleisch  nit  wol  gefürt  ist,  umb  3  ^  ^  welches  aber  die  dri  pfenninj 
nit  ertragen  mag,  umb  fünf  haller  [schetzen]^  und  was  fünf  haller  ai 
der  schaw  nit  behalten  mag,  an  stund  in  Sew  schawen  und  verschafien 

[89.]  Und  sollen  [aber  diß]  ^  schow  strenglich  halten  und  nemblicl 
also,   wann  die  metzger  das  vich  von  Costentz  ald  andern  orten  alhe 


»  Die  Absätze  Nr.  12,  13  und  14  feblen  in  A. 

'  Dieser  ganze  Eid  lautet  in  A: 
Itemir  werden  sweren,  die  metzgt  ditz  jars  mit  der  nacligenden  scbowe  zi 
versehen  alletag,  wann  flaisch  vail  haut,  so  man  das  erst  zaichen  lutet  und   nit  ee 
und  in  dem  herpst  fruer,  ungevarlichen. 

Und  sonder  das  ir  das  best  üaische  schätzend  nach  der  Ordnung,  und  dai 
ander  ouch  nach  sinr  gfite,  one  gevärde,  und  das  ir  niemands  darin  schonend  durcl 
kains  vortails  willen,  und  ob  ir  sächend  oder  vernämend,  das  ir  ainr  flaisch  türe 
gäbe,  ouch  swine  hopthor,  rüsel,  harnen,  oren  und  swinerüggen  wäg,  das  ir  dei 
ainem  wettpfeninger  angäbend  ouch  one  gevärde,  und  wenn  ei  sunst  üwer  bedürfei 
in  dem  tag  kelber  ald  schäflf  ze  schowen,  das  ir  och  dem  gehorsam  sien,  ouch  da 
die  metzger  die  nieren  in  den  kelbern  nit  ufziechen,  ouch  sollen  ir  das  gliber  schowen 

*  In  B:  «umb  ain  crützer».  —  Mn  B:  umb  3  ^.  —  »  In  B:  umb  5  h<ller. 

•  Durchstrichen  von  Hand  D,    die  auch  den  ganzen  folgenden   Satz  einfQgte 
»  Von  Hand  D  durchstrichen  und  dafür:  «in  der»  gesetzt. 


Überlingen.  209 

biiDgen,  das  ir  dann  dasselbig  alles  vor  und  ee  es  geschlagen  wirdet, 
euch  lebendig  fürfüren  lassen,  und  so  es  üch  also  fürgefüret  wirdet, 
dasselbig  alles  und  jedes  insonder  mit  flis  besichtigen  und  schowen, 
und  ob  ald  kuen  oder  ander  schadhaft  viech,  das  üch  ansieht,  der  be- 
räerten  schow  ungemeß  ouch  dem  gemainen  mann  unnützlich  sin,  üch 
fürgefürt  würden,  das  sollen  und  mögen  ir  die  metzger  haissen^  weg- 
Mn  und  inen  an  fünf  pfund  pfenning  gebieten,  dasselbig  alhie  nit 
zu  metzgen  und  zfi  verkoufen.* 

Was  ir  aber  z&lassen  in  metzgen,  das  sollen  dannocht  nicht  dest- 
minder  darnach  tod,  obgeschribner  Ordnung  nach,  strenglichen'  schowen; 
doch  welches  fleisch  ir  lebendig  zulassen  zfi  metzgen,  das  sollen  ir  in 
der  nachgenden  schow  tod  nit  haissen  wegthfin*. 

Welchem  metzger  ir  ouch  obgelutterwise  gebieten  würden,  das  vich 
wegzfithün  und  alhie  nit  zu  verkoufen,  und  derselbig  dem  nit  lepte, 
den  sollen  ir  bi  üwern  aiden  den  wettgeltem  angeben. 

Deßglichen,  so  sollen  ir  das  best  kalbflaisch  umb  dri  pfenning, 
und  welches  ringer  und  doch  koufmannsgCit  ist,  umb  fünf  oder  vier 
haller,  nach  gestalt  des  flaischs  schowen,  welches  kalbflaisch  aber  vier 
haller  nit  ertragen  mag,  oder  der  nit  wert  ist,  so  sollen  ir  dasselb 
talb  mitsampt  allem  sinem  ingewaid  in  den  See  zu  werfen  verschafien, 
und  darzfi  den  metzger,  des  das  kalb  gewesen  ist,  den  wettpfenningern 


Der  gestalt  sollen  ir  es  ouch  mit  den  metzgern,  davon   ir  das 
rindflaisch    umb  2  ^    schetzen,  halten,  also  das  ir  dieselben  den  wett- 

1  Am  Rande  von  HandC:  «bi  derselben  tagzeit  ain  meil  wegs  von  der  statt». 

*  Hier  fögt  Hand  D  an:  «Ir  sollen  och  fürohin  allweg  am  freitag  zu  nacht 

^i  gfiter  zeit  nnd  volliglich  ain  gute  stond,  eemaln  das  vich  aber  See  konipt,  am 

8«e  warten  und  die  metzger,  sovil  euch  möglich,  surdern ;  desgleichen  uf  ander  tag 

in  der  wochen,  wann   si  diß  notturftig  sind;  und  begern  och  und  soll  fürohin  dhain 

schawer  allain  nichtz  schalen,  sonder  allwegen  den  gesetzten  schower  von  handwerk 

bi  im  haben  und  zu  im  berufen,  oder  ob  er  nit  vorhanden  wer,  ain  andern  maister 

(ieß  handwerks  und  ob  sich  derselb  deß  weeren  und  setzen  wollt,  soll  or  in    diß 

ennanen  bi  sinem  aid,  ainem  b[argermaister]  gesworn,  daruf  er  im  schuldig  sein  sol, 

gehorsam  zfi  sein,  oder  ob  der  verordnet  schower  deß  handwerks  freuntschaft  halb, 

oder  daz  er  mit  demselben  ain  gmainer  wer,  davon  geen  müsste,   soll  er  abermals 

mit  ainem  deß  handtwerks  gelert  ersetzt  werden,  in  gestalt  wie  oblut>. 

»  Von  Hand  A  eingefügt:  coch». 

*  Hand  D  fügt  hinzu:  und  was  fünf  haller  an  der  todten  schow,  [«die  gewonlich 
schaw»  von  anderer  Hand]  nit  ertragen  mag,  soll  fürderlich  in  See  verschaft  und 
geworfen  werden,  der  Ordnung  nach,  wie  oblut,  und  deshalben  die  lebendig  schow 
die  todten  schow  nit  irren  [«noch  hindern»  von  derselben  andern  Hand],  sonder 
bald  gehalten  werden  in  gestalt,  wie  obbegriffen. 

^  Dieser  ganze  Abschnitt  ist  eingeklammert. 
Oberrheinische  Stadtrechte.    II,  2.  1^ 


210  Überlingen. 

pfenningern  ouch  angeben  sollen,  und  soll  ain  jeder,  sooft  das  be 
Schicht,  umb  fünf  j^  ^  gestraflft  werden.* 

Ir  werden  ouch  schweren,  das  ir  in  sölichem  niemands  durch 
ainichs  genieß  oder  vortails  willen  verschonen  wollen,  und  ob  ir  sehen! 
oder  vernement,  das  ainer  flaisch  tewrer  gebe,  dann  es  geschowet  were, 
ouch  schwinehoupter,  riessei,  hamman,  stötzlin,  oren  und  schwinerügken 
wege,  das  ir  dann  denselben  den  wettpfenningem  angeben  wollen  und 
sollen,  nämlich  die  metzger,  die  schwinen  rügken  ußhowen  und  die, 
wie  obsteet,  bi  den  ougen  verkoufen. 

Ir  söUent  ouch  das  geliber  schowen  und  daran  sin,  damit  die 
metzger  die  niern  in  den  kelbem  nit  ufziechen,  und  wann  sie  sunst 
in  dem  tag  üwer  bedürfen,  kelber  oder  schaff  zu  schowen,  darin  ouch 
gehorsam  sin,  alles  ungevarlich.  * 

Und  sollen  die  schöwer  alles  das,  so  rügbar  ist,  rügen. 

Und  ^  wöUichen  ir  also  das  leben tig  vich  hinweg  zi\  tun  gebieten*, 
den  sollen  ir  den  wettgeltem  angeben  und  soll  derselb  um  5  jj  ^  darumb 
nicht  destminder  auch  gestrafift  werden. 

Item  es  soll  auch  alles  rindflaisch,  so  alher  zu  failem  kof  gebrucht 
wirdet  in  der  wochen,  darin  man  es  metzgen  will,  vor  und  ehe  es 
geschlagen  wirdet,  den  schowern  lebentig  zu  schowen  fürgefürt  und  von 
den  schowern  beschowet  werden,  bi  peen  10  tf  -^.  Ob  aber  iemanl 
erfunden  würde,  der  ain  oder  mehr  vihe  lebentig  also  onbeschowet  und 
onzügelassen  schlahen  und  metzgen  würde,  nachdem  dann  meine  hem. 
sollichs  für  ain  trug  halten  und  achten,  so  dann  meine  herrn  des  gewai 
und  bericht  wurden,  wölln  meine  herrn  denselben  nach  gestalt  dei 
trügs  ernstlich  straffen  und  sollen  die  schower  des  rügen. 

Item  es  soll  auch  kain  kalb  lebentig,  auch  weder  kelberin  nocl 
ander  flaisch  in  den  hüßern  besonder  allain  in  der  metzg  nach  dei 
Ordnung  verkouft  werden. 

Item  es  soll  auch  hinfüro,  bis  auf  ains  rats  witter  bevelch  dei 
schower,  so  von  ainem  rat  darzu  verordnet  ist,  den  andern  schowern 
die  todtenschow  auch  helfen  thün  und  volbringen. 

[91b]  Eid  der  Fischschauer. 

Ir  werden  schweren,  ditz  jar  den  vischmarkt  mit  der  schow  zi 
fürsechen  und  nämlich,  wo  ir  sehend  visch  an  dem  vischmarkt,  die  ni 
frisch  oder  geb  sind,   und  die  also  in  ewer  erkanntnus  erfunden,   dai 


^  Dieser  ganze  Abschnitt  ist  durchstrichen. 
2  Die  folgenden  Abschnitte  stammen  von  Hand  C,  fehlen  in  B. 
'  Die  nächsten  4  Abschnitte  stehen  auf  einem  hier  eingelegten  losen  Blatt. 
*  Von  Hand  D  eingefügt:  «oder  welches  rindflaisch  an  der  todten  schow  di< 
gewonlich  schow  nit  ertragen  mocht,  deshalben  es  in  See  verschafft  wurde». 


-3^=. 


Überlingen.  211 

ir  dann  dem  oder  denen,  so  dieselbigen  visch  haben,  verbietend,  die 
fail  zu  haben  und  ouch  darz&  den  oder  dieselben  darumb  den  wett- 
pfenningem  angeben  wollen. 
^^1  Wo  ir   ouch  horten   oder  sehent,   das  man  trucken  visch  alher 

brächte  und  die  verkoufen  wollte,  so  sollen  ir  wissen,  das  dieselben  zu 
ainem  mal  zfi  markt  gebracht  werden  sollen;  deßglichen  so  sollen  die, 
80  visch  an  dem  markt  salzen  wellen,  oder  ab  dem  markt  tragen,  den 
i  C'  vischen  die  schwenz  alle  abhowen,  darumb  wölcher  dero  stuck  ains 
oder  sie  baide  überfüre,  soverr  ir  das  horten  oder  sehen,  so  sollen  ir 
^  ^      dasselbig  rüegen  und  den  wettpfenningem  angeben. 

Item*  was  todten  felken  oder  gangfisch  an  den  markt  von 
haimischen  oder  frömbden  gebracht  werden,  die  sollen  nit  ab  dem  markt 
den  wierten  haimgetragen  werden,  sie  sien  dann  zuvor  an  dem  markt 
und  nit  in  den  hewsern  von  den  wierten  oder  irn  diensten  erkouft; 
ob  aber  ainer  die  visch  hinweg  nemmen  oder  unverkouft  tragen  lassen 
wölte,  denselben  soll  man  die  schwenz  abhowen. 
pjj^  Item    was  visch  ouch*    am    aubendt   vor  mitternacht    gefangen 

werden,  die  nit  lebendig  sind,  die  sollen  mornends  nit  uf  dem  visch- 
markt,  sonder  hieruß  uf  dem  benklin  verkouft  werden,  die    aber  nach 
mittemacht  gefangen  werden,  mögen  wol  an  dem  markt  verkouft  werden. 
22J  Item  wer  ouch  visch  in  den  nachgeschribeu  ziler  kouft  oder  ver- 

kouft, die  sollen  ir,  wie  obsteet,  ruegen,  imd  sind  aber  das  die  ziler 
von  Mainow  biß  gen  Uldingen  hinüber  und  darnach  den  See  ab,  von 
blassenhewser  und  unz  an  den  bach  gen  Süessen  und  dazwuschen  unz 
zft  der  statt,  es  were  dann,  das  ain  biderman  an  sie  füre  und  visch 
zu  sinem  husbruch  koufle,  darumb  sind  ir  nit  schuldig  den  vischer 
3^       zfl  ruegen. 

Item  ir  sollen  ouch  ruegen,  wo  die  vischer  gemainder  sind  mit 
kr  visch  koufen  oder  verkoufen,  anders  dann  zwen,  die  mögen  ungevar- 
Üchen  wol  visch  miteinander  gemaind  haben,  doch  das  sie  die  visch 
osserhalb  der  obgeschriben  ziler  verkoufen,  und  also  das  under  den- 
selben gemainder  nun  aber  der  ain  und  nit  sie  baid  ir  gemain  visch 
fail  haben;  dann  wo  sie  baid  fail  betten  und  ir  das  sehen  oder  warlich 
bericht  würden,  so  sollen  ir  dasselbig  ruegen. 

Deßglichen,  wo  frömbd  vischer,  so  mitainander  gemainder  sind, 
visch  alher  bringen,  so  soll  nun  der  ain  usser  inen  fail  haben,  wo  aber 
das  nit  bescheche,  so  sollen  ir  dasselb  ouch  ruegen. 


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>  Dieser  und  der  folgende  Absatz  fehlen  in  B. 

*  Von  Hand  C  eingefflgt  am  Rande:    «von   sanct  Jörgen  tag  biß  auf  sanct 
OtUen  tag». 

14* 


212  Überlingen. 

Item  SO  ir  ouch  sehen  oder  erfinden,  das  ain  vischer  tod  und 
ungeb  gangfisch  unden  in  das  geschirr  und  oben  die  lebendigen  oder 
geben  legte,  oder  die  todten  und  ungestalten  visch  under  die  zainen 
verberge,  so  sollen  ir  dasselbig  ouch  rüegen. 

Wa  ouch  die  vischer  stüben  under  gangfisch  haben,  so  sollen  sie 
in  dem  ußzellen  die  stüben  von  den  gangfischen  schidigen  und  gang- 
fisch  für  gangfisch,  deßglichen  stüben  für  stüben  rufen  und  verkoufen, 
und  aber  in  dem  nit  ufschlagen. 

Deßglichen  wo  sie  umb  ungerad  gelt  visch  rüefen  lassen,  so  sollen 
sie  allweg  den  ^j^  vierdUng  umb  den  minder  tail  deß  gelts  geben. 

Es  soll  ouch  kain  unverkoufter  visch  anders  dann  uf  dem  markt 
zu  stucken  gemacht  werden,  und  aber  kain  vischer  kainen  visch  vor 
dem  züsamenlütten  zu  den  früen  ampt,  deßglichen  vor  dem  ersten 
zaichen  zu  der  vesper  machen  oder  machen  lassen. 

Es  sol  ouch  kain  vischer  am  morgen  frue  vor  der  achtenden  stund 
visch  ruefen  lassen.  Was  gangfisch  ouch  man  am  morgen  oder  am 
aubendt  vahet,  derselben  halb  lassen  mine  herrn  den  vischschower  zu 
der  ding  in  der  schow  zum  besten  zu  fürsechen. 

Was  visch  aber  tod  und  übernächtig  sind,  die  sollen  die  vischer 
uf  ainem  sondern  bank  fail  haben;  welcher  das  nit  thäte,  die  sollen 
ruegen,  und  wirdet  derselbig  um  ö  tt  ^  gestrafft. 

Item  von  ostern  biß  uf  sanct  Gallen  tag  soll  kain  geflosseter 
felch,  kilch  oder  gangfisch  uf  dem  markt,  sonder  hierussen  uf  dein 
benklin  verkouft  werden;  sie  möchten  aber  so  ungeb  erfunden  werden, 
die  schower  möchten  damit  wie  mit  andern  handlen.  ^ 

Deßglichen,  so  sollen  ir  die  geflosseten  velchen,  so  dannocht  kouf- 
mansgut  sind,  uf  demselben  bank  ouch  fail  lassen  haben. 

Item  wo  ungeb  visch  under  geben  erfunden  wurden,  oder  die 
vischer  sunst  ungeb  visch  uf  den  markt  brächten,  so  sollen  ir  die 
vischer  dieselben  nit  verkoufen  lassen,  sonder  inen  dieselben  visch  alle, 
wie  ir  die  finden,  in  den  See  schütten  und  dannocht  den  oder  die  vischer 
nicht  destminder  rüegen. 

Item  man  mag  ouch  zu  herpstzit  vor  dem  ersten  zaichen  zu  dem 
früen  ampt  wol  visch  koufen. 

Item  die  vischer  mögen  ouch  die  laich viscli,  die  sie  selbs  faheu, 
von  ainer  mitternacht  zft  der  andern,  so  sie  gefangen  sind,  uf  dem 
markt  wol  verkoufen;  doch  so  sollen  sie  von  kainem  andern  vischer 
die  koufen,  und  ouch  nach  verschinuug  der  bemelten  zit  weder  uf 
dem  markt,  noch  sunst  kainen  laichvisch  nier  verkoufen;  welcher  aber 


*  Dieser  Absatz  feblt  in  B. 


Überlingei),  218 

das  nit  ibäte,  den  sollen  ir,  so  ir  daß  gewar  werden,  rüegen,  deßglichen 
welche  frömbden  laichvisch  alher  bringen,  so  sollen  sie  dieser  Ordnung 
ouch  leben  und  von  den  vischschowern  bi  den  aiden,  so  sie  im  herm 
geschwom  haben,  daruf  gevertiget  werden. 

Item  ir  sollen  ouch  die  häring  schowen,  dergestalt,  das  ir  die 
tonnen  zA  baiden  bödmen  ufschlachen,  und  an  jedem  ort  etwevil  ge- 
legd  ufheben,  imd  dann  darnach,  soweit  ir  mögen,  in  die  tonnen  hinab 
griffen  und  daselbs  die  häring  ouch  besichtigen,  und  wo  ir  die  arg- 
wöQung  erfinden,  so  mögen  ir  die  in  ain  gelten  schütten,  gar  oder  zum 
tail,  und  ob  ir  dann  daruf  ainichen  mangel  oder  gebresten  in  den 
häringen  erfinden,  so  sollen  ir  damit  gefaren,  wie  dann  das  bisher  ge- 
pfl^en  ist,  und  nämlich  also,  wann  der  kowfer  deß  kuntschaft  begert, 
so  sollen  ir  im  dieselben  zösampt  dem  boden  uf  sinen  costen  z& 
frischer  that  geben. 

Es  soll  ouch  kain  haimische  frow  uf  dem  vischmarkt  visch  fall 
haben;  wo  aber  das  bescheche,  so  sollen  ir  dasselbig  ruegen  und  ist  die 
baß  deß  und  ander  obgeschriben  stuck  halb,  do  kain  pen  sonderbarlich 
ußgedruckt  ist,  4  ^  ^} 

Der  Unbauschauer  Eid.* 
[97.]     Ir    die  unbuwschower  sollen   bi  den   aiden,    so  ir  ainen 
burgermaister  geschworen  haben,  wann  iemands  zfi  üch  kompt  und 

'  Von  Hand  C  ist  folgender  Absatz  angefügt: 
citem,  was  todter  visch  von  sanct  Jörgen  tag  biß  auf  sant  Michels  tag 
vonnittag  gefangen  werden,  die  mögen  am  vischmarkt  vor  mittag  verkofft  werden; 
1W8  aber  derselben  vor  mittag  nit  verkoflft  werden,  die  söUin  zum  vespermarkt 
lieraoß  uf  dem  benklin  und  nit  am  vischmarkt  verkofft  werden.  Ist  gebotten 
an!  ff  J[. 

Item  von  sanct  Gallen  tag  biß  uf  mitfasten  söllin  kaine  grösit  gefangen 
werden,  bi  pen  b  U  Jl.  Actum  montags  nach  Mathes  anno  etc.  Vnivo.  (1508 
September  18.) 

Von  Hand  D  stammt  der  folgende  Absatz:  «Es  soll  ouch  weder  von 
frembden  noch  haimschen  dhain  visch,  die  z&  vailem  kof  alher  komen,  niendert  in 
^er  statt  in  heusern  noch  under  den  thoren  verkofft  werden,  dann  an  aim  vischmarkt 
bi  straff  l  U  JL,  Doch  ist  den  wirten  zugelassen,  so  inen  gest  einfielen,  das  si  als- 
dan  morgens  und  nachts  wol  vor  der  erlobten  zeit  koffen  mögen,  doch,  wie  oblüt, 
oiendert,  denn  am  vischmarkt.  Actum  montags  nach  Medardi,  anno  etc.  XXI. 
(1526  Juni  10.) 

Von  späterer  Hand  ist  folgender  Absatz  angefügt:  c[Jnd  wann  sich 
aber  begebe,  daz  kain  geordneter  vischschawer  vorhanden  were,  so  sol  ain  ieder 
viscber  der  alhie  burger  ist,  schuldig  sein,  die  visch,  so  also  zä  vailem  kauf  zft 
markte  komen,  zu  schowen  auf  die  Ordnung,  so  den  schawern  geben  ist,  und  ge- 
meinen zunftigen  der  viscber  vorgetragen  werden  sol,  bi  seinem  aid  meinen  herrn 
burgermeistem  geschworn». 
<  Steht  nicht  in  A, 


214  Überlingen. 

üch  pitt,  mit  im  zA  sinem  wingarten  komen  und  den  unbuw,  so 
vermaint  darin  beschechen  sin,  zfi  schowen,  das  ir  dann  mit  der 
selben  dahin  keren  und  den  buw  mit  flis  und  trewlichen  schow< 
wollen;  und  ob  ir  erfinden,  das  in  demselben  unbuw  oder  mißbrui 
gepflegen  were,  so  sollen  ir  üch  darüber  erkennen,  was  der,  der  d< 
unbuw  gethon  hat,  dem  andern,  der  sich  deß  beclegt,  für  sölichen  u 
buw  und  mißbruch  thün  solle. 

Und  sollen  darzä  denselben  den  fünften  angeben  mit  underrichtui 
gestalt  der  sachen,  damit  allweg  söUich  unbuw  und  mißbruch  gestra: 
werden. 

Und  wann  ir  ouch  unbuw  und  mißbruch  vorgelutter  wiß  erfinde 
wann  ir  dann  uß  dem  etter  gebrucht  werden,  so  soll  der,  der  den  u; 
buw  gethon  hat,  üch  2  jj  ^,  und  so  ir  nit  uß  dem  etter  gebruc 
werden,  l  ji  ^  zu  geben  schuldig  sin. 

Ob  aber  kain  unbuw  und  mißbruch  erfunden  wirdet,  so  soll  de 
der  üch  gepetten  hat  zu  schowen,  obgelutter  wise  2  oder  1  jj  ^  s 
geben  schuldig  sin. 

Ob^  und  wan  sich  auch  zutregt,  das  gestinen^  komen  und  ieraanc 
sein  erd  oder  buw  uf  den  garten,  an  die  aleen,  bawweg  oder  Strasse 
fiesen,  alsdan  sollen  ir  uf  der  partheieu  erfordern  zükern,  und  di 
Inhaber  sölUcher  guter  um  dieselben  erd  oder  buw,  wem  die  zügehöri 
sein,  und  wie  die  getailt  werden  solle,  nach  gestalt  gelegenhait  der  güt( 
und  zimblichen  billichen  dingen  antschaiden,  dabei  auch  die  parthie 
alsdann  unverwegert  bliben  sollen. 

Eid  der  Mistschauer^ 
Ir  werden  schweren  uf  dis  jar  allen  denen,  die  üch  darumb  e 
ersftchen  oder  tiwer  begern,  ire  niist  getrewlich  zii  schowen  und  namlic 
in  nachgeschribner  maß  und  gestalt,  wann  aiuer,  wer  der  ist,  er  bu 
ainen  garten  zu  aigen,  zii  gemainden  oder  an  den  kübel,  der  mit  dei 
geding  mist  kouft,  das  man  im  den  mist  für  den  garten  antwurte 
solle,  so  soll  derselbig  köwfer,  wann  im  der  mist  für  die  garten  g 
antwurt  wirdet,  den  mist  nit  intragen  oder  intragen  lassen,  er  wen 
dann  zuvor  geschowet. 

Es  soll  ouch  ain  ieder  in  vier  tagen    den  ncchsten,  nachdem    ii 
der  mist  geantwurt  ist,  üch  erfordern  den  mist  zii  schowen,  und  so 
dann  den  mist  also  geschowet  haben,  so  sol  dbainer  den  mist  intrage: 


*  Diefler  Absatz,  von  anderer,  späterer  Hand,  steht  nicht  in  B. 
'  gestinen  =  schäumende  Wogen,  Überschwemmung. 
'  Steht  nicht  in  A. 


I 


Überlingen.  215 

er  bab  dann  zfivor  die  schow  angenomen  uud  och  umb  üwern  Ion, 
wie  hernach  bestimpt  ist,  ußgericht. 

Item  was  und  wiewil  gelts  ir  üch  ouch  an  söücher  schow  zu  ab- 
gang  am  mist  erkennen,  dasselbig  und  sovil  soll  ouch  der,  der  den 
mist  ouch  kouft  hat,  am  kouf  innbehalten,  und  sol  üch  namUch  von 
iedem  karren  voll  mist,  1  ^  zu  schowen  gegeben  werden,  dasselbig 
gelt  sol  der  köwfer  geben. 

Wer  es  ouch,  das  sich  begebe,  das  nit  jeder  karren  voll  mists  in- 
sonder  möcht  geschitt  werden,  sonder  das  derselbig  uf  ainem  hufen 
geschitt  würde,  so  mögen  ir  dannocht  nichtdestminder  den  mist  am 
hufen  ouch  schowen. 

Item  wann  ir  ouch  also  ainen  mist  geschowen,  so  haben  ir  dann 
daruf  macht,  dem,  der  den  mist  kouft  hat,  zfi  gepieten,  denselben  nach 
gestalt  deß  mists  in  ainer  zit  inzötragen,  welchem  gepott  ouch  ain 
jeder  gehorsam  sin  soll;  welcher  das  nit  thäte,  den  sollen  ir  angeben, 
und  dann  derselbig  nach  lut  deß  bots  gestrafft  werden,  deßgUchen,  wo 
ir  vememen ,  das  mist,  der  obgeluter  wise  kouft  were,  vor  und  ehe  er 
geschowet  wer,  intragen  würde,  das  ir  dann  dasselbig  ouch  rüegen  und 
den  wettgeltem  angeben. 

Der  Breimehlschauer  Eid^ 

Ir  sollen  bi  den  aiden,  so  ir  minen  herrn  geschworen  hond,  das 
brimelb  nachgeschribner  Ordnung  nach  getrewUchen  schowen,  nämlich 
also,  das  ir  ie  ain  imin  brimel  2  ^  neher  schowen  wellen,  dann  ain 
viertail  haber  am  nechsten  zinstag  darvor  in  mittlem  kouf  erkouft  und 
gegeben  ist. 

Und  damit  ir  aber  desselben  mitlen  koufs  zu  ieder  zit  grund 
haben  mögen,  so  hond  ir  macht  allwegen,  die  brimelber  bi  im  aiden 
der  drier  köwf,  so  jedes  zinstags  darvor  umb  der  haber  gewest  sind, 
zu  erlernen,  die  ouch  schuldig  sind,  üch  dieselben  dri  köwf  dergestalt 
2&  sagen  und  zu  eröffnen ,  und  dann  uf  das  dem  mitlern  kouf  nach 


1  In  A  lauten  die  ersten  Absätze  dieses  Abschnitts,  die  in  C  fehlen,  folgender- 
maßen: 

Item  wenn  man  ain  malter  habem  kouft  umb  ain  pfand  pfening,  so  gepürt 
sich  das  vierentail  brimel  3  den.,  und  ob  das  malter  gülte  1  27  5  ß  den.,  so  gepürl 
das  yierentaile  1  crQtzer  und  würdet  also  dem  malter  nach  und  nach  an  dem  koufe 
allwegen  uf  die  5ß  den.  ufschlags  1  heller  an  dem  vierentail,  desglich,  wenn  der  habern 
abschlecht,  so  gepürt  sich  zu  abschlag  der  5  ß  1  haller  am  vierentaile  abzu- 
Bchlahen;  also  werden  die  schower  ir  ufmerken  alle  wochenmärkt  haben,  wie  man 
das  malter  koufe  und  dann  obgerierter  Ordnung  nach  das  brimel  schowen. 

Item  wenn  aber  der  habern  umb  5  ß  haller  uf-  oder  abschlecht,  so  sollen  die 
schower  dann  demselben  nach  an  dem  halben  ime  den  haller  uf-  oder  absetzen. 

Und  ist  söUich  Ordnung  gesetzt  uf  den  gemainen  habernkoufe. 


216  Überlingen. 

das  brimel  vorgeluter  wise  geschowet  werden ;  würden  ir  aber  erfindeo, 
das  ain  brimelber  üeh  in  söUiehem  die  warbait  verhielte,  so  sollen  ir 
denselben  angeben,  damit  er  darumb  gestrafft  werd. 

Deßglicben  so  sollen  ir  alle  zinstag  die  zwen  kornmessen,  so  in 
die  habergred  verordnet  werden,  ouch  uf  ire  aide  erlernen,  was  die  dri 
kouf  umb  den  haber  gewest  wern. 

Item  welcher  selbs  brimelb  wil  lassen  machen,  von  demselben 
sol  der  milier  nit  mer  Ions  nemen,  dann  von  dem  vierteil  haber  zu 
thörren  und  zu  brimelb  zu  machen  2  ^. 

Item  es  mögen  ouch  die  gest  uf  üwer  verwilligung  das  mußmel 
fall  haben  in  der  Gred  und  under  den  lowben. 

Item  es  lassen  ouch  mine  herrn  zu,  das  die  gest  das  mußmel  am 
zinztag  2  ^  neher  geben  sollen,  dann  die  burger;  were  es  aber,  das  die 
gest  üwer  erkantnus  nach  das  brimel  als  gut  und  geh  gemacht  hetten, 
als  unser  burger,  so  mögent  ir  dieselben  bi  der  schow  wie  unser  burger 
beliben  lassen.^ 

Item  wo  ir  erfinden,  das  das  brimel  nit  geb  und  gerecht, 
sonder  mit  haber,  sprüer  oder  in  ander  gestalt  undermist  were,  so  hond 
ir  macht,  das  brimel  nach  sinem  werd  zu  schowen  oder  zä  verschaffen, 
dasselbig  besser  und  anders  zft  machen ;  welchen  ir  ouch  also  erfinden, 
denselben  sollen  ir  den  wettpfenningern  angeben. 

Item*  was  brimel  unser  burger  machen,  das  sollen  sie  nit  under- 
koufen,  ir  haben  dann  dasselbig  zuvor  geschowet;  welcher  aber  dasselb 
nit  thäte,  denselben  sollen  ir  rüegen  und  den  wettgeltern  angeben  und 
sollen  weder  sie,  noch  ir  dienst  das  brimel  oder  muß  an  kainera  andern 
ort  verkoufen  denn  under  der  brottlowben. 

Item  ir  sollen  ouch  alle  zinstag  alle  dri  der  schow  warten  und 
haimschen  und  frembden  das  brimelb  schowen.^ 

Und  nachdem  den  müllern  und  brimelbern  bi  irn  aiden  bevolehen 
ist,  den  stoub  und  das,  so  in  das  ))rimel  nit  gehört,  mit  dem  windror 
zu  steubern,  so  sollen  ir  acht  daruf  haben,  damit  demselben  gelept 
werde;  und  wo  ir  söllichs  anders  erfinden,  das  sollen  ir  den  wettgeltern 
angeben  und  rüegen. 

Item  ir  sollend  ouch  bi  den  fröuibden  brimelbscliowern  darob  sin, 
das  si  ir  brimelb  obgeschribner  massen  mit  dem  windror  ouch  steubern 
und  ouch  also  halten. 


*  A  fügt  hier  ein:  Item  das  die  schower  das  brimel  haimschen  und  fremden 
an  den  wochenmarkt  schawen  Bollen. 
«  Dieser  Absatz  fehlt  in  B. 
'  Alle  folgenden  Absätze  fehlen  in  A. 


Überlingen.  217 

Und  ist  die  büß  iedes  obgeschribens  artikels  5ß^.^ 
Und  als  aber  hinfüro  mine  herrn  das  brimelben  für  ain  gewerb 
und  nit  für  ain  gelert  handwerk  haben  und  haben  wollen,  so  mag 
meniglich  soHchen  gewerb  uf  die  schow  und  vailen  kouf  under  der 
loben  und  sunst  niendert  triben  und  gebrachen,  und  solle  aber  ain 
jeder,  der  söllichen  gewerb  tript,  allweg,  so  er  zfi  failem  kouf  under  der 
brotloben  stat,  haberkernen  bi  dem  brimelb  vail  haben  und  nichtzit 
yerkoufen,  es  sie  im  dann  zfivor  gesehowet  und  für  göte  werschafl  er- 
kennt; doch  welcher  sölichen  gewerb  tribt  und  die  zunft  nit  bette, 
derselb  sol  die  zunft  umb  den  gewerb  mit  10  (i  ^  ablegen. 

Und  werden  die  müUer  des  brimelbens  ganz  stillsteen,  anders 
dann  allain  das,  so  sie  in  irn  müllinen  gewinnen,  das  mögen  sie  allain 
linder  der  loben  und  sunst  niendert  verkoufen,  und  so  sollen  die  schower 
inen  das  nit  schowen,  aber  sie  sollen  dargegen  jedes  imin  brimelbmus 
oder  haberkeraen  2  ^  neher  dann  die  brimelber  geben. 
Ist  alles  an  5  a^  ^  gepotten. 

Item  welches  brimelb  dem  habernkouf  nach  die  schow  mit  behalt, 
das  soll  bi  deß  Giggers  brücklin  und  sunst  niendert  verkouft  werden, 
wie  es  dann  die  schower  erloben,  und  sollen  die  brimelber  dasselb 
brimelb  bi  dem  ime  und  darunder,  aber  nif  darab,  hingeben    noch 


Item  welchem  brimelberer  ouch  sein  brimelb  also  die  schow  nit 
behalt,  der  sol  von  den  schowern  den  wettgeltern  angegeben  werden, 
nnd  sollen  dann  die  wettgelter  denselben  straffen  umb  5  jj  ^. 

Item  ir  sollen  auch  kain  brimelb  in  den  secken  beschowen,  es 
sige  dann  zuvor  biß  uf  üwer  benügen  uß  den  secken  gelert. 

^  Alle  folgenden  Absätze  fehlen  in  13.  Dagegen  enthält  ein  dem  Libell  hier 
eingebunder  zettel  folgenden  Text: 

Uf  zinstag  vor  Sant  Johannis  ta^  Baptiste  anno  etc.  secundo  (1502  Juni  21), 
ist  allen  brimelbern  gesagt,  wie  hier  nachvolgt,  nämlich: 

Am  ersten,  das  sie  zu   irem   gewerb   gcsworn    knecht,    die  des  breimelbens 
bericht  seien,  haben,  oder  aber  dasselbig  selbs  und  in  aignen  personen  thun  sollen. 
Zum  andern  so  sollen   sie  den   habern   mit  dem   sib    und    der  wannen    wol 
senbern,  und  so  das  beschicht,  den  habern  allen  sieden. 

Item  zum  dritten,  so  der  haber  wol   geseubert  und   auch   gesotten    scie,   so 
sollen  sie  den  habern  schauen  lassen,  ob  er  genugsam  zügericht  seie  oder  nit. 

Und  uf  das  alles  so  ist  dann  den  müUern  an  5  ^  den.  gebotten  worden,  das 
gestippt  and  den  nachkernen   uß  dem   muß   hinweg  zu  thün  und  dabei  den  brei. 
melbern  uf  ir  aid  bevolhen,  dasselb  gestippt  nit  in  das  muß  zu  thün. 
Actum  et  publicatum  ut  supra. 
Inen  ist  auch  gesagt,  haberkernen  neben  dem  zunmelb  und  dem  brothenmüss 
zfi  haben. 


218  ÜberÜDgen. 

Item  und  sollen  aber  jedesmals  die  brimelber  uf  die  zit  der  b^ 
schowung  sich  zu  der  schow  selb  verfügen.^ 

Der  Schmalz-  und  Unschlittschauer  Fertigung.^ 
Der  merzler  halb. 

Wie  si  das  unschlitt  koffen,  so  sollen  si  an  ainem  pfuud  zu  liechtem 
gemacht  1  ^  und  nit  mer  gewinen-  und  kaine  andere  dan  allain  pfennig, 
und  hallerwertige  liechter  nach  dem  koff  uf  das  pfimd  machen,  damit 
sich  die  hechter  dem  pfennig  und  haller  wert  nach  dem  gelt  deß  pfunds 
vergleichnen. 

Item  si  sollen  ouch  sölliche  lichter  bi  dem  pfund  und  halben 
pfund  nach  willen  deß  köflfers  um  das  bargelt  hingeben. 

Item  an  einem  pfund  unschlitt,  das  si  nit  Hechten,  mögen  si  1  ^ 
und  nit  mer  gewinnen,  und  sollen  aber  dasselb  zö  pfunden  und  halben 
pfunden  den  begerenden  hingeben. 

Item  an  ainem  pfund  schmer  mögen  si  2  ^  und  nit  mer  gewinnen, 
und  sollen  das  bi  pfänden,  halben  pfunden',  Vierlingen  und  halben 
Vierlingen  ußwegen,  und  mögen  aber  die  pfennig  wert  auch  geben, 
doch  nit  anders,  dann  das  pfennigwert  dem  vierdlig  gleich  und  gemäß. 

Item  si  sollen  ouch  hinfüro  kain  schmer  beröchen,  sonder  das, 
wie  es  inen  würt,  beüben  lassen. 

Item  si  sollen  ouch  in  das  schmer  nichts  thün,  so  nit  darein  ge- 
hört, und  ob  si  es  darin  funden,  so  sollen  si  es  rügen  und  den 
schowern  angeben,  bi  wölchen  merzlern  aber  das  funden  würde,  und 
er   selb   nit  angegeben  hette,  den  wollen  meine  hern  darumb  straffen. 

Item  an  ainem  pfund  specks  oder  schmelzigs  mögen  si  1  ,.j  und 
nit  mer  gewinnen,  und  sollen  aber  luttern  speck  und  nit  kuchschmalz, 
flaisch  oder  rippi  darin  verkoufen  noch  ußwegen. 

Item  von  wannen  her  schmelzigs  schmalz  und  schmer  alher  prachi 
würdet,  das  sol  nit  ussge wogen  werden,  es  seie  dann  zuvor  geschowei 
und  gftt  koffmansgüt  von  den  schowern  erkent  und  nach  der  Ord- 
nung erlobt. 

Item  es  sol  auch  ain  ieder  frcrabder,  der  also  schmelzigs  uuc 
schmer  alher  bringt,  bi  seinem  aid  behalten,  das  es  gut  koffmansgüi 
seie.  Was  aber  die  schower  nit  koffmansgüt  erfinden,  das  sollen  s: 
ainem  Statthalter  ansagen. 

Item  wie  die  schmelzler  das  schmalz  zu  Costantz  erkoffen,  so  mögen 
si  an  ainem  pfund  ain  pfening  und  nit  mer  gewinen,  doch  so  sol  kainer, 


*  Diese  beiden  Absätze  stammen  von  Hand  C. 

'  Die  ersten  6  Absätze  des  folgenden  Abschnitts  stammen  von   Hand  E,  die 
übrigen  von  anderer  Hand,  fehlt  auch  in  B. 


ÜberllDgen.  219 

n- f&r  sich  selbs  kofft,  weder  zigerkäß,  noch  anders  darein  dingen; 
er  aber  uf  die  statt  Costantz  kofft,  was  dann  die  statt  Costantz  von 
broalz  darein  dingt  oder  kofTt,  das  mag  er  auch  thön. 

Item  so  si  dann  dasselb  schmalz  alher  bringen,  sollen  si  bi  iren 
len  den  kofT  desselben  dem  pütel  ansagen,  und  darnach  meinen 
ren  geordenten  schower  inen  erloben  und  sagen,  wie  si  das  pfund 
)en  sollen  und  inen  an  ainem  pfund  1  ^  und  nit  mer  gewinns  lassen. 

Item  es  sollen  auch  die  schmelzler  kain  schmalz  usswegen  noch 
koffen,  inen  seie  dann  zfivor  der  koflf  von  den  schowern  erlobt. 

Dise  obgeschriben  artickel  sind  all  und  ieder  insonders  an  5  S»  ^ 
>otten;  doch  so  möchte  ainer  in  den  dingen  so  gefarlich  handien 
ar  verbrechen,  ain  erberer  rat  würde  in  weiter  darumb  straffen. 

Item  es  wollen  auch  meine  heren  si  all  getrewlich  gewarnet  haben, 
:  wagen  halb  die  suber  zfi  halten  und  zu  verkören,  der  hivor^ 
nacht  strags  und  geflissenlichs  zu  leben  und  nachzäkommen. 

Item  meine  heren  wollen  auch,  das  die  merzler  mit  den  schissein 
r  wagen  all  wegen  am  andern  tag  abwechseln  und  die  verkören  und, 
er  die  wagen  anders  oder  hocher  nit  henken,  dann  nach  der  baiel, 
)  ains  zwerchen  fingers  dick  sein  sol,  wie  inen  die  angezaigt  würdet, 
d  sol  darzü  die  zung  mer  nit,  dann  ain  solichen  finger  für  das  haüs 
D,  so  die  Schüssel  mit  dem  gwicht  ufstat.  Welcher  aber  das  anders 
Iten  würde,  den  wollen  meine  hern,  wie  si  bedunkt  gut  sein,  ernst- 
h  darumb  straffen  und  in  solichem  ir  ufsechen  haben  lassen,  damit 
m  also  mit  henken  und  verkeren  der  schusseln  gelept  werde. 

Die  schower  sollen  die  überfarer  bi  iren  aiden  rügen,  ^  und  ainem 
ittel  angeben  one  Verzug. 

Eid  der  Spendpfleger. 
Item  ir  werdent  schwern,  der  spend  nutz  und  frommen  ze  schaffen, 
I  schaden  zu  warnen  und  zu  wenden,  nach  üwerm  besten  verm6gen, 
d  das  gelt,  so  üch  von  der  spende  zügeantwurt  wirdet,  das  weder  in 
^em  aigen  nutz  noch  sunst  in  ander  wege  zu  bewenden  noch  ußzö- 
en,  sonder  das  an  der  spend  nutz  anzulegen  und  die  sprüer,  so  von 
n  körn  vallend,  zu  verkoufen  und  das,  so  ir  daruß  lösen,  in  üwer 
lernen  zfi  setzen  und  zfi  verrechnen,  und  wann  ir  die  jarrechnung 
zen,  so  mögen  ir  bi  ainander  essen  und  sunst  kain  zerung  noch  male 
der  spend  costen  nit  habend ;  ^  das  ir  euch  von  der  spend  gut  kain 
t  anlegen,  anders  dann  mit  verwilligung  ains  rats,  und  auch  anders 
,  denn  umb  kom  gelt. 


>  Statt  dieses  Wortes  von  Hand  D:  «och  deshalben». 

'  Dieser  Satz  ist  von  Hand  D.  —  '  Alles  Folgende  fehlt  in  A. 


220  Überliogen. 

Ir  sollen  ouch  all  wegen  zfi  den  ziten,  so  üwer  pflegnuß  förter 
dann  zu  andern  ziten  wart  haben  muß  und  gebrueht  wirdet,  bi  d« 
statt  beliben  und  derselben  warten,  und  tich  an  demselben  aigen  ge- 
schäfl  oder  gewerb  nit  irren  lassen,  ungevarlich ;  welcher  sich  aber  ge- 
varlich  von  der  statt  zö  denselben  ziten  thäte,  den  wollen  mine  herm 
nach  gestalt  siner  Verhandlung  straffen.^ 

Eid  der  Heiligenpfleger  und  der  Pfleger  des  Armen- 
hauses «zu  Fischenhäuser». 
Item  ir  werden  sweren,  den  hailigen  und  im  gotzheusern  nutz 
und  frommen  zu  fürdern  und  irn  schaden  zu  wenden,  und  was  üch 
allen  und  üwer  jeglichen  besonder  der  hailigen  und  der  kirchen  gute 
inwirdet,  dasselb  ouch  wider  an  irn  nutz  und  frommen  oder  nach  ains 
rats  erkanntnuß  bewenden,  und  der  hailigen  gut  und  gelt  zu  üwerm 
aigen  nutz  nit  bewenden  noch  hinzehchen,  one  miner  herrn  wissen 
und  willen,  alles  ungevarlich. 

Schuhmacherordnung.^ 

Nachdem  sich  bisher  an  den  jarmärkten,  auch  sunst  vilmaln  zu- 
getragen, das  die  frembden  schüchmacher  allerlai  gemachte  arbait  al- 
her  zu  verkaufen  gefürt,  und  aber  under  derselbigen  arbait,  den  meren- 
tail,  die  nit  verschaft,  sonder  allain  auf  den  kauf  und  schein  gemacht 
worden  ist,  dardurch  dann  der  gemain  mau,  so  solche  arbaiten  kauft, 
etwas  betrogen  und  seins  koffens  nit  befrünet  werden  mögen:  solichem 
fürzekomen,  so  ordnen,  setzen  und  wellen  wir  mit  ernst,  das  den  fremb- 
den irc  arbaiten,  so  si  alher  auf  die  jarmerkt  und  andere  merkttag  zii 
verkaufen  bringen,  hinfürter  fleissiglichen  durch  die  alhieigen  verord- 
neten geschwornen  schauer,  schüchmacher  handwerks,  beschawet  werden, 
und  sollen  darvor  garnichts  verkaufen,  und  was  dann  inen,  den  frömb- 
den,  an  irer  arbait  für  unwerschaft  erkendt  und  abgeschaut  wirdet, 
dieselbig  arbait  soll  inen  durch  die  schawer  genomen,  auch  nach  ge- 
stalt der  Sachen  gestrafft  werden,  und  sodan  die  frembden  maister 
schüchmacher  handwerks  von  den  jarmärkten  alliic  widerumb  haim  hin- 
weg wellen,  so  inen  alßdann  ir  genommne  abgeschaute  arbait  widerumb 
liiewegzefaren  geben  und  zugestelt  werden. 

Dessgleichen  setzen  und  wollen  wir  auch,  das  ermelte  schauer  der 
alhieigen  maistern  schüchmacher  handwerks  ire  arbaiten  zu  ungewissen 
tagen,  wie  si  dasselbig  gefertigt  werden  sollen,  in  iren  heusern  gleicher 
gestalten  schauendt  und  was  inen  dünn  auch   an  der  schaw    für    un- 


^  Dieser  letzte  Absatz  in  ß  von  späterer  Hand  zugefügt. 
3  Der  ganze  Abschnitt  von  Hand  E,  fehlt  also  in  H  und  B. 


Überlingen.  221 

rschaft  erkent  würdet,  das  sollen  si  womöglich,  und  si  dasselbig 
mden  bekern  und  bessern,  doch  weiter  niemand  zu  kaufen  geben, 
ßhe  arbait  sie  dann  zfivor  widerumb  werschaft  gemacht  und  erkent, 
1  sollen  kaine  schuch  noch  stifiel  nit  verkaufen,  die  sien  dann,  wie 
s  angezaigt  ist,  geschawet. 

Und  sind  daz  die  furnemesten  mengel,  darauf  die  schaw  be- 
lehen  würt: 

Item  so  die  solen  der  schfich  oder  stifel  zu  dinn,  dise  stück  seien 
ich  gestopplet  oder  ainfach. 

Item  wo  die  übergschiech  auch  zu  dine  und  das  leder  nit  z&  ain 
iftch  gebraucht  würd,  da  es  billich  hingehorig. 

Item  do  das  leder  nit  recht  berait  were. 

Item  wo  die  arbait  nit  sauber  noch  recht  genet,  also  das  etwan 
r  drat  z&  klain  oder  zu  weit  gestochen  were. 

Item  auch,  wo  engerich  löcher,  die  nit  recht  verstochen  oder  ver- 
lebt wem. 

Item  es  solle  auch  kain  schdchmaeher  kain  fldternen  inneen,  die 
I  dann  geschmürbt. 

[133.]  Item  es  solle  auch  kain  schüchmacher  kain  schuch  noch  stifel 
u^en,  das  leder  sie  dann  geschmürbt  ausserhalb  deren,  die  über  die 
stückten  laist  gemacht  werden. 

Item  wo  das  leder  zu  stifel  und  schüchen  ungeschmürbt  und  nit 
cht  noch  genugsam  berait  were. 

Item  die  frawenstifel  sollen  mit  dem  drat  ufgestochen  sein  und 
a  kerdel  darin  gelegt  sein,  und  nit  mit  der  nadel,  darzu  ain  reinsti  leder. 

Item  die  rama  zu  den  dopplaten  schüchen  mügend  wol  russe  sein, 
•er  geschmürbt. 

Item  die  weite  der  mansbar  stifel  und  auch  frawenstifel  sol  auch 
schawet  werden. 

Item  es  sol  auch  auf  mannen  und  frawenstifel  und  schlich  ain- 
'h  ain  klemfleck  gelegt  werden. 

Man  wirt  auch  nit  allain  obgeschriben,  sonder  andere  mengel, 
I  an  den  maistern  schfichmachern  handwerks  sein  möchten, 
massen  schowen  und  straffen,  besonder  auch  den  schiichknechten 
T  gesellen,  wie  die  genant  sein,  ir  arbeit  besehen,  und  wo  in  dem 
lalben  etwas  hinlessigkait  oder  mangel  befunden  würde,  dieselbigen 
dcbknecht  gleicher  gestalt  nach  ir  jedes  unfleis  und  beschehnen  ver- 
mos  straffen,  wie  sich  gepürt. 


222  Überlingen. 

Eid  der  Lederschauer.* 
Ir  werden  schweren,  das  künftig  jar  das  leder  der  nachgeschriba 
Ordnung  und  schow  nach  zu  schowen,  und  lut  nämlich  die  Ordnung  also 

Es  ist  gesetzt  über  die  iedergerber,  das  sin  ainer  ieglichen  häute 
so  si  gerben  wollen,  sollen  gerben  vier  newe  law  und  nicht  minder,  uim 
sol  ouch  niemand  kain  leder  koufen  noch  verkoufen,  noch  kain  gl 
werket  haut  verschniden,  ee  das  es  die  schawer,  die  darüber  geseMI 
sind,  geschowend,  und  dann  inen  das  erlouben;  were  aber,  das  es  ^ 
schower  nit  gut  noch  fremdgab  bedeuchte,  also  das  man  dasselb 
mit  mer  cost  und  arbait  widerbringen  mochte,  so  soll  man 
leder  wider  instossen,  mer  arbait  und  zeug  daran  legen,  als  lang 
das  es  widerkompt;  bedankte  die  schower,  das  das  leder  [als  ung 
gab]*  were,  das  man  es  nit  wider  bringen  möcht  mit  kainen 
oder  so  man  das  änderst  ingestossen  hette  nach  der  andern 
das  sie  auch  das  alsdann  aber  schowen  lassen  sollen;  aber  wo  [dasi 
unfrendtj'  gab  würde,  so  soll  man  dasselb  leder  von  hinnen 
und  in  der  statt  nit  verkoufen,  und  darzü  soll  man  von  jeglicher 
zu  besserung  geben  an  die  statt  2  ß  ^  und  sollen  ouch  gaißfäle,  1 
fille  wol  und  erberlich  werken,  als  von  alther  her  gewonlich  ist  ge? 
und  soll  man  das  ouch  beschowen ;  thäten  sie  das  nit,  so  soll  man  i 
besserung  geben  an  die  statt  von  jeglichem  gaißfUle  4  ^,  und  von  j^ 
liebem  schaffäle  und  kalbsfäle  2  ^,  und  söliches  den  ungeltem  ang 

Es  sol  ouch  kain  gerber  kain  leder  usscr  siner  Werkstatt  ald 
geben,  es  sie  denn  zuvor  geschowet  ungevarlich.  . 

[115]     Item  ir   sollen    dhain   leder  schowen,   diewil  es    naß   fr 
sonder  wann  es  trucken  ist.  . 

Item   wann  üch  och  leder  fürkompt,   das  nit  gnüg  gärbt  ist,  ^t 
sien  heut  oder  f&le,  so  sollen  ir  es  haissen  instossen  bis  es  gnüg 
doch  das  es  üch  darnach  wider  zu  banden  komm;  ist  es  dann 
sollen  ir  daruff  des  zaichen  stossen. 

Item  wann  üch  aber  lonleder  fürbracht  wirdet,  das   verderpt 
und  man  im  nicht  mer  helfen  kau,  das  sollen  ir  dann  hinsei 
ainem  rate. 

Item  wann  ouch  ainer  leder  uß  dem  hus  gebe,  das  nit 
were,   wo  ir  deß   bericht  würden,   so  sollen  ir  dasselb  ouch  ain« 
haimsetzen  ungevarlich,  doch  sollen  ir  den  oder  dieselben  thäter  deß 

Item  ir  sollen   ouch  den   frömbden  ir  leder,  so  sie  her 
markt  bringen,  ouch  schowen,  und  wo  ir  erfunden,  das  dif. 

'  In  A  unter  der  Überschrift:  Ordnung  der  echow  der  0' 
'  Von  Hand  I)  durchstrichen,  dafür:  «verderbt  und  T 
'  Von  Hand  D  durchstrichen,  dafür:  «dai  ver«' 


^'4 


riehen  were,  oder  suns:  uv.  i-^rt 
id  von  (ich  gerüegt  weräfL 

Item   wann  die  gä?i  i'd-s. 
acher  desselben  kain.s  zer-e:.:. 
howet.  und  W"  ir  daran  erti::  üi 
tiem  ende,  dannen  her  r-   r. 
y-wer  daran  vrnnden,  so  s-liti 

ll,'*    DeiJ -•*.::■": .».-n  wo    ULft' 
i  s^'I  mii  der  s::.  -w  also  «-i.  : 

Er  ist   c*i  :.   von  niineL   .  •. 
dtr  :i  -i:.  ':.:?  -r^ien  solle,  tr-  £ 
a  Lrr;:eso:-i:k:.  -rs  werde  üa::i 
>!»rL  grs::.vw-r:.       l-zT  CS  sfie   V.Ti 
nd  Lu'.-r  irrs-rl'-L  scliowe  Zi.:,^- 

ICc  l-r  lr>:*:.:"5«"er  sölleii  •  „.. 
Dcii«it:l:  Tr'ir:'.:  erfundoL    .,.• 
fts-C-i:.  ri-ir   lij  l::  zaiclinei.    •. 
»:  -r:  Irr  :  =:i:vr. .   süllen  s:-  rr 
iöc.  zinl::':.  i.vj«  und  liekfrui. 

1  -rr    '':.  ::-chr«'ii'v:-- 
l*-i  "r.:^^-:   r.hweren  a::.   ^. 
■  uri:-::—---"':^---  stallUiuirr. 
-..  1  r.  .:.'•::- 1.  alhk  z 
:.  :r.i^    :-  '.  ir^-wertii:  ;.    - 


•  11 

l)i 
cr- 

i^he 

llen 

•upt- 
ider- 
issen 


oren 
stür. 


ber- 

den, 

un- 


i'iter 
zu 
nd, 
len, 
ocli 
■hen 
'die 

Hand 


224  Überlingen. 

canzlei  an  ir  iedes  gepürend  ort  alweg  unverzogenlich  legen,  behalten 
und  versorgen,  dannit  du  die  ieder  zeit  min  herren  und  dem  stattschriber 
widerumb  unerkent  antwurten  megest  und  wissest ;  derglich  auch  iemands 
über  der  statt  noch  stattschribers  register,  bücher,  brief,  Schriften,  copien, 
prothocollen  noch  verzaichnussen,  sich  darin  zu  ersechen,  zft  erlernen 
noch  ainich  behelf  darauß  zfi  neraen,  zu  verzaiehnen,  noch  abschriben 
ze  lassen,  noch  geben,  noch  auch  durch  dich  selbs  noch  andern  nit 
abschriben,  behalten,  hinschiben  noch  tragen,  denn  das  alles  mit  e^ 
lobung  ains  Statthalters  und  stattschribers.  [Was  dir  auch  ieder  zit 
von  min  herren  im  rat,  gericht,  thurm  in  erkundigung  und  sunst  usser- 
halben  zft  lesen  oder  zu  schriben  zu  verzaichen  und  zfi  vertigen  bevolhen 
wirdet,  sölhs  alles  und  iedes  solt  du  von  stund  und  on  alles  verhinderen 
williglichen  und  vlissiglichen  thun  und  volstrecken  und  das  volzogen 
und  verfertigt  alweg  ainem  stattschriber  und  in  seinem  abwesen  ainem 
Statthalter  unverzogenlich  anzaigen,  darmit  fürter  volfaren,  nichtzit 
[118]  angehenkt  noch  vergessen  beliben,  auch  alles  das,  so  von  rat 
oder  gerichts  wegen  ußgat,  in  der  statt  oder  stattschribers  bücher, 
register  und  rödel  ordenlich  zu  gedächtnus  registrieren  und  prothocol- 
lieren  und  in  ains  Statthalters,  rats  oder  stattschribers  zuvor  abhören, 
nichtzit  ußgeen  lassen  noch  ververtigen,  besonder  ain  iede  sach  irem 
befelch  nach  volstrecken,  und  die  registratur,  was  rat  oder  gericht 
berürte,  über  ain  nacht  nit  anstellen,  noch  inen  noch  iren  burgern,  ald 
den  iren  ainich  brief  noch  Schriften  über  3  tag  ungemacht  nit  ligon 
noch  nacher  laufen  lassen,  dann  mit  sonderm  vorwissen  und  w^illen  ains 
Statthalters  oder  stattschribers,  auch  insonderliait  in  abwesen  ains  statt- 
schribers, des  rats,  gerichtz  und  canzlei,  für  ander  zit  getruwlichen  zü- 
gewarten  und  raeniglichen  mit  schriben  fürdern  und  abfertigen.  Auch 
fürnamblichen  in  der  canzlei  zii  dhainer  zeit  dhain  gselschaft  noch 
versamlung  einziechen,  haben  noch  halten  mit  iemandts,  dann  mit 
denjenigen,  so  in  die  canzlei  gehörend,  darzü  gelopt  und  geschworen, 
oder  vom  stattschriber  erloupt  sind  oder  werden;  doch  alles  zimlichen 
und  züchtiglichen  sonder  gsind.]^  Begebet  sich  auch,  das  sich  ainich 
Sachen  verloufen  in  der  zitt,  und  du  alhie  bim  stattschriber  in  dinst 
bist,  darumb  du  vermaintest  mine  herren  und  gemaine  statt  Überlingen, 
auch  ire  burger,  stattschriber  und  die  iren,  so  inen  und  den  iren  zu 
versprechen  zu  recht  vertigen,  das  du  dann  mine  herren  und  gemain  ir 
statt  Überlingen  bi  recht  nach  irer  frihait  sag  und  ire  burger  vor  statt- 
gericht  und  die  iren  vor  dem  gericht,  darin  si  gesessen  und  gehörend, 
behben  lassen  und  mit  frömbden  gerichten  noch  rechten  nit  bekömberen, 

*  Von  [bisj  fehlt  in  A. 


Überlingen.  225 

ibtriben  noch  anfechten  sollest  noch  wellest  m  dhain  weg,  alles  uf- 
ibt,  redlich,  getrüwlich  und  ungfahrlich. 

Untergänger  Eid. 

Item  ir  werden  schweren  zu  undergan  in  der  statt  und  vor  der 
tt,  und  darinne  nit  anzflsechen  weder  fründschaft,  veindtschaft,  müet, 
oe  noch  dhainen  andern  vortaile,  dann  nach  der  parthien  fürgeben, 
•ffiiung  und  kuntsehaft  nach  üwerm  besten  versteen,  ungevarlich. 

Item  ir  sollen  ouch  kainen  undergang  thün,  es  sie  dann  den 
rthien  darzü  verkündt. 

Item  wo  ir  verborgen  marken  erfinden,  die  sollen  k  angeben  bi 
em  aiden,  es  möcht  dann  ainer  bi  sinem  aide  sagen,  das  er  die  ver- 
i^en  marken  nit  gewißt  hette,  sodann  ist  er  nit  straffbar. 

Item  wo  ir  ouch  dem  undergang  nach  bott  thflnd,  und  dann  ainiche 
rihi  sOKchem  bott  nit  lepte  und  üch  dasselb  erclagt  würde,  so  sollen 
den  ungehorsamen  den  wettgeltern  angeben. 

Item  wann  ir  ouch  zfi  undergang  gebieten,  es  sie  den  houpt- 
^em  oder  kuntschaftern,  und  derselben  ainer  oder  mer  zum  under- 
Dg  nit  erschinen,  den  oder  dieselben  sollen  ir  obbemelter  massen 
xh  rüegen. 

i\h]  Die  Häuser-  und  Gartenschätzer^ 

sollen  bi  im  aiden,  so  sie  dem  burgermaister  und  raten  geschworen 
»nd,  schetzen,  nach  gelegenhait  und  gute  der  gütter  und  nit  uf  die  stür. 

22]  Eid  eines  Hauswirts  im  Salmans- 

weiler Haus  cauf  der  Wise».^ 
Er  soll  schweren  meiner  herren  burgermaisters  und  rats  zu  Uber- 
igen  und  irer  statt  nutz  und  fromen  zft  fürdern  und  schaden  zfi  wenden, 
trülich,   minem  herrn  von   Salmenschwiler   am    aid   im  gethon,  un- 
hedlich  und  unvergriffenlich. 

23]  Fertigung  der  Weissbäcker.* 

Ir  werden  schwören,  das  handwerk  der  weissbecken  mit  guter 
)ldigner  hab,  wie  von  alterher  zfi  allen  zeiten  zu  versorgen  und  zu 
tBechen,  damit  gemainer  statt,  och  dem  handwerk  kain  schad  zfistand, 
d  das  ir  darin  allen  möglichen  fieiß  ankeren  und  bruchen, 
ch  all  Wochen  zwai  frische  newe  hab  machen,  und  ob  uf  mittwoch 
3r  domstag  in  der  wochen  ain  feirtag  keme,  das  ir  dieselben  wochen 
i  new  haben  machen,  und  wann  ir  ain  new  hab  machen,  das  ir  die 


*  Fehlt  in  A  und  B.  —  «  Von  Hand  C,  fehlt  also  in  A  nnd  B.  —  »  Von  Hand 
fehlt  also  in  A  und  B. 

OberrtMinitche  SUtdtiechte.    U,  2.  16 


226  Überlingen. 

alten  darumb  nit  ußschitten,  noch  hinweg  thftn  wellen,  ir  haben  dann 
gut  wissen,  das  ir  der  newen  gnftg  haben.  Ir  sollen  auch  kain  alte 
hab  ander  die  newen  nit  schitten,  noch  das  den  ewern  verwilligen  oder 
zulassen,  sonder  ain  jedes  insonder,  wie  hernach  volgt,  hingeben :  ersüich 
wann  ir  ain  newe  hab  gemacht  habeü,  die  sollen  ir  am  ersten  hingeben, 
es  begere  dann  ainer  der  alten,  und  darinne  kainen  für  den  andern 
fordern  noch  hindern,  sonder  welcher  der  erst  ist,  zum  ersten  geben; 
wann  ir  auch  der  newen  hab  nit  mer  haben,  so  sollend  ir  kainem  der 
alten  geben,  ir  haben  im  dann  z&yor  auzaigt  und  eröffnet,  das  ir 
kain  new  hab  mer  haben,  darüber  mag  ers  mit  der  alten  wagen  oder 
nit,  damit  der  beck  dannocht  gewamet  si^.  Ir  sollen  auch  kain  hab 
usser  unser  statt  nit  hingeben  noch  verkoufen,  ir  haben  dann  in  gfitem  ; 
wissen,  das  das  handwerk  allerding  vei^sorgt  sei  und  kainen  mangd ; 
noch  nachtail  habe;  ir  sollen  och  weder  ewer  husfrowen,  magt  noch 
ander  wibspersonen,  so  die  mit  ir  nattürUchen  krankhait  beladen  sind, 
nit  über  die  hab  lassen,  noch  die  jemands  derselben  zeit  hinzugeben 
vergönnen.  Und  ob  es  sich  begeh,  das  jemantz  zu  unzeiien  hab  begerte, 
dem  ze  pachen  nit  gepotten  were,  dem  sollen  ir  dieselben  nicht  dest 
minder  geben;  doch  das  von  stund  an  und  bei  derselbigen  tagzeit 
ainem  zunftmaister  oder  dem  obersten  der  zunft  anzaigen  und  ru^[en 
ist  ain  jedem  sein  gegenred  vorbehalten,  alles  getrewlich  und  ungefarlidi. 
Eid  derjenigen,  die  das  Bürgerrecht  aufgeben.^ 
Item  ir  werden  schweren  ainen  liplichen  aide  zfi  gott  und  den 
hailigen,  was  sach  sich  verloufen  hab  in  der  zit  und  ir  burger  gewesen 
sind,  darumb  ir  dann  zu  minen  herrn  burgermaister  und  rate  und  z4 
unser  gemainen  statt  züspruch  vermainten  zfi  haben,  sie  bi  recht  bliben 
zfi  lassen,  nach  diser  statt  frihait,  namblich  uf  Costentz,  Lindow  oder 
Ravenspurg,  der  drier  stett  aine,  und  ir  burger  vor  irm  stab  diser 
statt,  und  die  minen  herrn  zu  versprechen  stond,  in  den  gerichten, 
darin  sie  sitzend  oder  darinn  sie  gehörend,  und  sie  mit  frömbden  ge- 
richten nit  fürnemen  noch  bekömern,  kainswegs  und  in  14  tagen  den 
nächsten  mit  wib  und  kinden  von  diser  statt  usserhalb  diser  statt  etter 
ziehen,  und  in  den  nechsten  fünf  jare  hie  nit  mer  seßhaft  werden,  es  were 
dann,  das  ir  das  burgrecht  anders  empfiengen  und  würdet  ouch  üch  io 
disem  aide  verpflicht  und  ingelipt,  das  ir  von  diser  statt  mit  üwerm 
üb  nit  komen,  ir  haben  dann  üch  mit  den  Schuldnern,  den  ir  züthund 
sind,  vorhin  vertragen. 

Und  ob  üch  das  burgrecht  ufgehalten  würde  dannocht  nicht 
destminder,  so  sollen  ir  die  Schuldner  vor  üwerm  abzug  bi  üwerm  aid 
zii  benügen  ablegen. 

^  Fehlt  in  A  and  ß. 


ÜberÜDgen.  227 

Bines  Bettelvogts  oder  Seelmeisters  Fertigung 
und  Besoldung.^ 

Item  du  wirst  schweren  ain  aid,  des  Seelbaws  nutz  und  fromen 
fordern  und  schaden  ze  warnen  nach  dinem  besten  vermegen;  auch 
2h  haws  und  alles  daqenig,  so  dir  darin  überantwurt  ist,  es  sie  bett, 
rätt,  hußrat  oder  anders,  vlissig  bewam,  versorgen  und  in  gutem 
a  und  unzergenglichem,  sovil  im  meglich,  halten  und  haben,  und 
ii8  in  sein  aigen  nutz  nit  bruchen,  auch  den  armen  lüten  mit  vUß 
echen  und  inen  getrüwlichen  pflegen,  wie  du  dann  des  nach  auß- 
lung  der  stiftbrief  zA  th&n  schuldig  bist. 

Wann  den  armen  lüten  imdem  thoren  einzulassen  vergönt  wirt 
d  im  Seelbaws  über  nacht  hüsin  begern,  denen  solt  du  ainem  iedeu 
i  stuck  prott,  ainich  muß  und  erbsen  im  spittal  hollen.  Doch  soll 
kainem  armen  menschen  kain  hund  mit  im  hinein  lassen. 

Du  solt  auch  kainem  armen  mintschen  in  gedachtem  Seelhaws  mer 
an  ain  nacht  herberg  geben,  es  werd  hn  dann  von  der  oberkait  ver- 
einen. Du  solt  auch  den  armen  lütten  zu  gepürender  zeit  für  und 
dit  nach  irer  notdurft  geben.  Wann  du  die  armen  lütt  nachts 
laffen  fürest,  solt  du  darob  sein,  das  ain  iede  person  zuvor  vor  dem 
icifiz  5  pater  noster,  5  ave  maria  und  ain  globen  betten,  gott  dem 
rren  zä  lob  und  der  Stifter  und  allen  glöbigen  seelen  z{l  trost.  Du 
i  auch  den  armen  lütten  kain  claider  noch  haß  mit  inen  in  die  camer 
linlassen,  besonder  sollen  si  es  heraussen  abziechen,  es  wäre  dann 
ih,  das  ain  frowenbild  zfl  ker  notdurft  etwas  haben  muß,  mag  er  der- 
ibigen  ain  hembd  oder  anders  darzä  gehörig  mit  ir  hinin  lassen,  darmit 
)  bett  dester  seuberer  bUben  mögen.  Du  solt  auch  darob  und  daran 
n,  das  die  armen  lütt,  denen  man  herberg  gipt,  weder  in  der  statt 
ch  auf  dem  kirchofi*  das  almüsen  samlen,  es  werd  inen  dann  erloupt, 
id  so  es  inen  schon  erloupt  würd,  solt  du  inen  doch  anzaigen,  das 
nit  in  die  hewser  gangen,  noch  auch  kains  offen  schaden  aufbinden 
11;  welcher  aber  dem  nit  geleben  wollt,  sultu  der  oberkait  anzaigen 
E&stellen. 

Wann  auch  die  armen  lütt  kinder  mit  inen  prächten,  soltu  die 
t  stro  und  küsselin  und  anderm  darzu  gehörig  in  die  wiegen,  so  alda 
D,  wie  von  alter  auch  beschechen  ist,  versechen. 

Wa  auch  armlüt  in  sollich  hawß  kämen,  es  warn  frowen  oder 
nnpersonen,  die  argwönig  oder  sich  sunst  ungepürlich  hielten  ald 
Aren  hetten,  die  soltu  riegen  und  von  stund  an  ainem  burger- 
ister  anzaigen. 


1  Von  Hand  £,  fehlt  also  in  A  und  B. 

16» 


228  Überlingen. 

Du  bistu  auch  schuldig,  alle  tag  täglich  zCi  allen  thoren  zu  gea 
zfi  erfaren,  was  für  arm  lütt  vorhanden  seien,  deßglichen  den  thorhütem 
anzezaigen,  darmit  si  kaine  armen  leut  one  erloupt  herinlassen. 

Du  solt  auch  alle  tag  2  mal  in  der  statt  allenthalben  umbgOD 
und  dem  vlissig  ufmerken  haben,  ob  arme  lütt  herumb  gingen,  das 
almosen  samein,  und  wa  du  die  also  betrette,  solt  du  iedes  fragen,  ob 
im  erlopt  sei  in  die  statt  zu  geen,  und  so  du  erfürest,  das  im  nit  erlopt 
were,  soll  er  es  zfi  dem  thor,  dardurch  es  herinkomen  were,  wider 
hinaußfüren  und  nochmals  von  demselben  thorhütter  solch  einlassen 
dem  bawherren  anzaigen. 

Du  solt  auch  alltag  in  der  statt  hermnb  gon,  und  zä  allen  rünßen^ 
ob  bäw,  mist,  oder  anders  darin  lag,  derglich  zfi  allen  grünen,  ob 
unsubre  gschier,  es  wären  kübel,  gelten,  schob  oder  anders  unsuberkait 
darin  lägen,  dem  vlissig  ufmerk  haben.  Und  wa  du  solchs  ald  de^ 
glichen  erfindest,  dasselbig  all  wegen  anzaigen  und  die  gschier  nicht- 
destminder  dem  pawknecht  überantwurten. 

Du  solt  auch  allwechen  die  brottloben,  stadloben  und  die  brott- 
loben  suber  fürben  imd  insonderhait  ob  der  brottloben  das  schfichbauß 
uf  die  jarmarkt  auch  fürben. 

Du  solt  auch  am  sontag  und  andern  feirtagen  und  ie  zu  zittea 
an  den  Werktagen  sein  ufmerken,  damit  die  armen  lüt,  die  seien  frömbd 
oder  haimsch,  jung  oder  alt,  weder  uf  dem  kirchoff  noch  in  der  kirchea 
kain  unfüren  haben,  besonder  soltu  die  stillen. 

Du  solt  auch,  wann  man  gen  ßiernow  mit  dem  crütz  gat,  den. 
priestern  zfi  den  Barfüssem  ir  beraitschaft  zum  meßhalten  hinauß  und 
wider  herin  tragen.  Dargegen  solt  du  dann  desselbigen  tags  den  imbis 
daselbst  zfi  den  barfüssen  innemen  und  haben. 

Wann  und  zfi  welcher  zitt  der  salzknecht  dein  notdürftig  sein  würd, 
salzschiben  helfen  einzfitragen,  auch  salz  zerstossen,  und  körn  auf- 
ziehen, des  alles  solt  du  dich  nit  widern,   besonder  helfen  volbringea- 

Wann  der  stattwerkmaister  am  grund  oder  anderschwa  steen  macht, 
der  statt  zügehörig,  die  solt  du,  so  dir  das  angezaigt  wirt,  zesamen  häufec 

Wann  man  im  spittal  das  muß  oder  brott  außgipt,  solt  du  alweg 
aigner  person  darbi  sein,  ufmerken  haben,  wem  man  es  geh,  und 
wievil  ains  kinder  hab. 

Du  solt  auch  alweg  nach  den  jar-  und  wochenmarkten  in  der  statt 
ufmerken  haben,  wa  die  cromer  uf  der  gassen  vor  den  hüsern  schrägen 
oder  britter  steen  oder  ligen  lassen  hetten,  dieselbigen  ufheben  und  in 
das  schragenheuslin  versorgen. 

Du  solt  auch,   wie  von  alterher,  am  zinstag  mit  der  blatterbüchs  r- 
das  almüßen  in  den  wirtzheusern  insamlen. 


Überlingen.  229 

Wann  die  pfleger  holz  koufen,  dasselbig  solt  du  in  das  bauß  ver- 
igen, und  80  es  nit  geschitten  were,  helfen  schitten  one  widerred. 

Da  solt  auch  uf  die  sondersiechen  sechen,  darmit  die  nach  irer 
innng  allain  am  sambstag  in  der  statt  ze  samlen  eingelassen  werden, 
td  nachmals  wider  hinaußkemen. 

S7.]     Eines  Bettelvogts  oder  Seelmaisters  Besoldung.^ 

ErstUch  haben  du  und  dein  haus&au  muß,  erbsen  und  allerlai 
ppen  on  flaisch,  das  du  oder  die  deinen  alle  tag  täglich  im  spittal 
lie  hollen  und  nemen  mögen. 

Mer  hastu  auß  dem  spittal  alle  wochen  2  rüggin  laib  brots. 

Mer  geben  dir  meine  herren  im  sttiblin  wechenUch  4  ß  ^. 

Mer  von  der  spend  all  fronfasten  3  fiertail  kernen  von  dem  schüch- 
B  ob  der  brottloben  zd  färben,  die  du  dann  alweg  uf  die  jarmarkt 
fürben  schuldig  bist,  gibt  man  dier  iedes  fürbens  6  ^  ze  Ion. 

Und  wann  man  die  spend  gibt,  soll  man  dir  alweg  für  dich  selbs 
brott  für  sein  Ion  geben,  und  so  du  kinder  bettest,  so  du  si  dann 
gerest,  soll  man  dir  ainem  ieden  kind,  sovil  du  der  bettest,  auch  ain 
Ott  zA  deinen  4  brotten  geben,  wi  andern  armen  lütten. 

Derglichen,  so  man  sunst  ander  spenden  gipt,  es  sie  in  kilchen 
ler  im  rathus,  gipt  dir  auch  4  brott,  wie  vorstatt. 

Mer  gebend  dir  die  pfleger  ain  gantz  jar  für  bestrichen  und  waschen 
q8  |i  ^. 

Mer  für  2  katzen,  die  du  alwegen  in  solhem  hauß  underhalten 
It,  damit  das  gefider  und  bettgwätt  vor  miß  und  ratzen  destbas  ent- 
dten  werden  mög,  6  kr.,  damit  sold  du  inen  milch  koufen. 

Mer  geben  dir  die  pfleger  auch  holz  und  salz  ieder  zitt  nach 
aner  und  der  armen  lütt  notdurft,  und  so  du  hast,  denselbigen  gibt 
ich  die  nottdurft. 

28.]  Fertigung  deren,  die  Schweine  zu  häufen 

in  der  Stadt  feil  haben  und  verkaufen  wollen  (Händler)'. 

Die  sollen  loben  und  bi  iren  aiden,  so  si  irn  obern  gesworn  haben, 
gen,  das  under  irn  suwen  in  dem  nechsten  halben  jar  vor  diser  ge- 
)ang  ganz  kain  tödlicher  gebrest  gewesen,  auch  kain  suw  in  sollicher 
t  imder  irn  suwen  presthaftig  gestorben  sige,  item  und  das  an 
3  orten,  do  ire  schwin  gangen  sind,  das  halb  jar  in  ainer  halben 


^  Zwischen  dieser  Überschrift  and  dem  ersten  Absatz  steht  von  derselben 
id  E  geschrieben  der  caid  ains  wttrtz  in  salmannswiler  huß  uf  der  wisen»;  ist 
r  wieder  durchstrichen,  da  er  schon  oben  steht.  Der  ganze  Abschnitt  fehlt  in 
ind  B. 

*  Die  beiden  folgenden  Abschnitte  von  Hand  £,  fehlen  also  in  A  und  B. 


230  Überlingen. 

milwegs  geriügswiß  umb  under  dem  vech  kain  prest  oder  sterbend  ge-- 
wesen  sige. 

Fertigung  der  Selbstzüchter. 
Item  das  sie  bi  im  aiden,  so  si  im  obem  geswom  haben,  sagen 
und  darzft  geloben,  das  under  den  swinen,  die  sie  verkoufen  wollen, 
in  sechs  wochen  und  drien  tagen  kain  tödlicher  prest  under  inen  ge- 
wesen, auch  kain  swin  presthaftig  gestorben,  und  das  sie  weder  uf  waid, 
käß  oder  trenken  zu  den  presthaftigen  oder  denselben  harden  in  der 
zeit  gegangen  sigen. 

Des  Zollers  und  seiner  Hausfrau  Fertigung.^ 

Item  ir  werdent  schweren  gemainer  stat  nutz  und  fromen  zu  fürdem 
und  iren  schaden  zu  warnen  und  zb  wenden  nach  ewerm  hosten  verston 
und  vermügen ;  das  ir  auch  den  zoll  inhalt  des  rodeis  euch  von  meinen 
hem  überantwurt,  on  allen  abgang  und  nachlas  getreulich  einsamlen,  an 
stund  in  die  büchs  stossen,  und  an  ewem  aignen  nutz  nit  bewenden, 
noch  ichtzit  darvon  ausleihen,  noch   onwerden,  und  alwegen  am  sontag 
die  büchs  den  stüblinsherrn  überantwurten ;  und  ob  ir  in  der  Gred  aia 
gredgelt  oder  bei  dem  zoll  Hansen  Wemen,  dem  salzknecht,  und  seiner 
husfrawen,  einzüsamlen  bevolhen,  oder  an  ainicher  hab  war  oder  guter, 
so  nit  in  die  verzaichnus  komen  wer,  bei  jemandz  ainichen  abgang  er- 
finden würden,  das  ir  dasselbig  an  stund  den  stüblinsherrn,  gredmaister 
oder  Wernen  anzaigen  und  zu  wissen  thfin  wellen,  und  insonderhait 
ain  getrew  aufsehen  haben,  das  bei  den  thoren  und  allenthalben  mit 
den  boliten  vleissig  und  wol  gehandelt  werde. 

Ir  sollen  auch  weder  mit  kernen,  haber,  noch  anderm  körn  kain 
gewerb  noch  gemainscbaft  haben,  noch  ainichen  kofF  oder  verkoff  steuren^ 
hindern  noch  fürdern. 

Auch  von  der  stat  one  erloptnus  ains  burgermaisters  oder  seins 
stathalters  nit  zügaun. 

Dergleichen  sollen  ir  alle,  dieweil  ir  in  meiner  herrn  dinst  sind, 
weder  spilen  noch  karten,  noch  daran  weder  tail  noch  gemain  haben. 
Und  zu  welcher  zeit  ir  euch  meinen  herrn  nit  gevellig  hielten,  behalten 
sie  inen  weiten  weg  iren  dinst  nach  irem  gevallen  zu  verleihen. 

Dergleichen  sollen  ir  Jon  Ronbühel*  in  sölichem  dinst  schuldig 
und  verbunden  sein,  sampt  ainem  bittel  oder  bauknecht,  das  verzaichnet 
standgelt  helfen  inzüziechen  und  dasselbig  alweg  von  stund  an  on  ab- 
gang getrewlich  in  das  stüblin  antwurten. 


»  Von  Hand  E.  fehlt  also  in  A  und  B. 
'  Durchstrichen,  dafür:  «Martin  Joch». 


Überlingen.  281 

Der  Steokenschauer  Fertigung^ 

Die  steckenschower  sollen  bei  iren  aideo,  so  si  geschworen  haben, 
zfi  allen  zeiten,  so  si  zft  der  schow  erfordert  werden,  die  stecken  laut 
d«  Ordnung  getreulich  schowen,  und  das  gefarlich  niemand  verzeichen, 
Damblich  das  si  gleich  zu  gleichem  stützen  auch  darob  und  daran  sein, 
das  söllichs  beschech.  So  auch  etwas  gefar  darinnen  gepraucht  würde, 
sollen  si  solchs  allwegen  ainem  burgermaister  als  Statthalter  anzaigen. 

Item  si  sollen  auch  niemand  dann  inen  selb  stecken  weder  kaufen 
nodi  bestellen  in  kainem  weg. 

Dann  wölcher  steckenmann  die  stecken  nit  gleich  zu  gleichem 
stützten  und  solchs  die  steckenschower  erfunden,  sollen  si  es  rüegen  und 
angeben,  und  ain  ieder  steckenmann,  so  oft  es  gefarlich  erfunden  würd, 
iedesmals  umb  3  tf  >^  gestraft  werden. 

Dergleichen,  so  soll  auch  kain  burger  noch  einwoner  kain  stecken 
kaufen,  die  seien  dann  beschowt  und  durch  die  steckenleut  nach  der 
Ordnung  gestützt,  bei  straff  1  tf  >^. 

Item  die  ligenden  bederschen(?)  sollen  die  steckenleut  aufrichten, 
aber  nit  verkaufen,  bis  das  die  widerumb  durch  die  verordneten  schower 
besehen  und  geschont  werden. 

Item  und  an  bürdinen  soll  ain  ieder  25  stecken  und  auch  iede 
bfiidin  gleichlich  gepunden  sein',  also,  da  nit  lang  imd  kurz  stecken 
zQsamen  gepunden  und  gethon  werden,  bei  obgemelter  straff  der  3  ff  ^. 

Item  und  zu  dem  allem,  ob  sich  zu  wenig  stecken  an  bürdinen, 
oder  in  bürdinen  faul  oder  brüchig  stecken  erfunden  würden,  so  sollen 
die  steckenleut  schuldig  sein,  dieselbigen  bürdinen  wider  mit  andern 
stecken  erstatten. 

Und  ob  die  steckenschower  ichtzit  diser  Ordnung  nit  gemeß  straff- 
pars  erfunden,  das  si  dasselbig  rüegen  und  ainem  burgermaister  oder 
Statthalter  angeben  sollen. 

Eid  der  Substituten  des  Stadtschreibers.^ 

Ir  werden  sweren  minen  herren  burgermaister,  zunftmaistem*  und 

ifttten  gehorsam  ze  sind,  imd  diser  gemainen  statt  und  uusers  statt- 

schribers  nutz,  fromen  und  eer  ze  werben  und  ze  schaffen,  und  im 

schaden  ze  wenden  und  ze  warnen,  nach  ewerm  vermögen,  getrüwlich 

und  ungevarlich,  ouch  alle  und  iegliche  miner  herrn  haimliche  rätte, 

80  ir  dabi  sien  oder  sunst  verstanden,  zu  öwigen   ziten  zu  verswigen 

und  besonder  ouch  alle  und  iede  der  statt  unser  verainung  manung, 


1  Von  Hand  £,  fehlt  in  A  und  B.  —  >  Am  Rande  Ton  anderer  Hand  «unge- 
fsnrlicli».  —'Von Hand  E fehlt  in  B;  in  A  von  späterer  Hand,  vergleiche  oben:  «des 
ttatiachribert  Substituten  aidpflicht».  —  *  Von  Hand  eingefügt:  «richtem». 


232  Überlingen. 

wie  die  irs  inhalts  erschinen  und  ußgeen,  ouch  zft  öwigen  ziten  zä  v* 
swigen,  und  die  briefe,  wie  üch  die  von  minen  herm  oder  dem  sta 
schriber  ingegeben,  oder  üch  sunst  zfikomend  ald  geantwurt  werde 
deßglichen  nottürfdg  copien  und  büchere  in  unser  schreiberie,  als  si 
gepürt,  zu  versorgen,  damit  ir  wissen,  die  minen  herm  und  dem  sta 
schriber  wider  zä  antwurten^.  Ob  sich  ouch  begäbe,  das  sich  aini 
Sachen  veriufen  in  zit,  und  ir  hie  wären,  darum  ir  vermainen,  min  hei 
und  gemain  statt,  auch  ir  burger  und  die  im,  und  die  inen  zu  v 
sprechen  standen,  zu  rechtvertigent,  so  dann  mine  herm  und  gem^ 
ir  statt  Überlingen  bi  recht  beliben  laußen,  nach  ir  frihait  sag,  und 
burger  vor  irm  Stattgericht  und  die  im  vor  dem  gericht,  darin  si  { 
hörend,  und  mit  frömbden  gerichten  nit  bekümbem  noch  anfachte 
in  dehainem  wege,  alles  ungevarlich. 

Eines  Gredmeisters  und  seiner  Hausfrauen  Fertigung.* 

Item  ir  werden  schwören  gemainer  statt  nutz  und  frommen  : 
fürdern  und  irn  schaden  zu  warnen  und  zu  wenden  nach  üwerm  best« 
verston  und  vermögen,  das  ir  ouch  der  Gröd  zu  ieder  zeit  und  sond( 
lieh  in  der  wochen  am  montag,  zinstag,  mittwoch  imd  dornstag  n 
uf  und  zöschliessen  und  in  ander  weg  auch  der  leuten  gütter  dar 
frembder  und  haimscher  vieissig  und  wol  warten,  dem  allem  getreuli( 
zusehen,'  ouch  das  grödgelt,  wie  ir  das  in  ainem  rodel  ordenlich  i 
gezaichnet  haben,  on  allen  nachlaß  und  abgang  ordenlich  empfah 
und  kain  böß  verpotten  gelt,  sonder  allain  Überlinger  werschaft  nem 
und  das  nach  dem  empfang  an  stund  in  die  büchs  legen  und  an  ewe 
aignen  nutz  nit  bewenden,  noch  sunst  in  anderweg  ichtzit  davon  i 
lihen,  noch  verendren,  sonder  allwegen  am  sontag  den  stüblinshe 
überantwurten,*  so  ir  ouch  zu  ainicher  zeit  in  der  Gröd  säuen,  eesel  oc 
ander  schadhafte  thier  sehen  oder  gewar  werden,  das  ir  dasselbwend( 
der  Gröd  eüssern  und  söllichs  in  allweg  fürkommen,  damit  niema 
schad  zügefiegt  werd;  deßglich,  so  ir  bi  iemands  am  zoUe^  ainichen  i 
gang   erfinden   und   erlernen   würden,   das   ir  dasselb   an  stund   [d< 


*  Am  Hand  von  Hand  F:  «Und  was  ir  im  thurn  hören,  zä  verswigen,  und  k 
kopien,  die  der  stat  oder  dem  schiber  zfthören,  hinausnämen  und  geben». 

2  Dieser  Abschnitt  ist  von  Hand  E,  fehlt  in  A  und  B. 

*  Am  Rande  von  Hand  D:  «och  allwegen  baide  zöberhus  samenhaft    und 
ains  an  das  ander  ufschliessen,  sonder  wann  daz  ain  ufgeschlossen  sei,  das  ir  alsdi 
das  ander  och    ufthun. 

*  Am  Rande  von  Hand  D:  und  inen  alsdann  allwegen  das  ratzöHgelt,  so  ii 
der  wochen  ußgeben  haben,  dabi  och  zu  verston  geben. 

*  Am    Rande  anstelle  des  von  derselben  Hand  gesetzten:    «Ronbuhels  i 
Hanns  Wernen»  von  anderer  Hand:  «Martin  Jochen». 


Oberlingen.  283 

loller]^  anzaigen  and  zu  erkennen  geben  wollen,'  alles  getrewiich  und 
imgevarlich. 

Es  soll  ouch  ainem  jeden  grödmaister  befolhen  werden,  das  er 
linen  hond  enthalt. 

Wann  gredmaister  uß  dem  huß  zu  gesten  oder  .  .  .^  gat  oder 
erlopt,  sei  er  beschaid  hinder  im  lassen,  wo  er  zä  finden.  Er  sol  auch 
stain  noch  bau  uüstellen  oder  uf  die  brugk  werfen  lassen,  er  wiß  dann 
kuD,  wems  zAgehör,  oder  daz  er  solchs  verantwurte. 

Eines  Wagmaisters  und  seiner  Hausfrau  Fertigung^ 

Lr  werden  schwören,  gemainer  statt  nutz  und  fromen  zu  fürdem 
Qnd  ir  schaden  und  abgang  zu  warnen  und  zö  wenden,  nach  ewerm 
besten  versten  und  vermögen,  das  ir  ouch  am  zinstag  und  mitwoch 
biß  zfi  mittentag  vleißig  warten  und  ob  sich  in  der  wochen  begeben, 
das  man  zfi  der  großen  wag  ewer  nottürftig  sein  würd,  das  ir  alßdan 
aber  darzü  gehorsam  und  wärtig  und  allwegen  anzaigen  wollen,  das 
man  üch  wiß  zu  finden;  deßgUchen,  das  ir  die  großen  wag  im  schmalz- 
hnß  und  in  der  Gröd  selbs  versehen  und  sunst  niemands  anderm  zu 
thfin  befelhen  und  von  der  großen  wag  vom  zenthnar  nemen  wollen, 
wie  hernach  volgt:  nämlich  vom  burger  und  gast  von  dem  verköufer 
swen  Pfennig,  würde  aber  etwas  uf  der  großen  wag  tailt  und  gewogen, 
80  gibt  der  zenthnar  aber  2  ^  oder  nach  anzal  deß  zentlmars,  und 
was  euch  von  der  fronwag  also  gefeilt,  das  sollen  ir  bi  ewer  aidspflicht 


*  Dorchstrichen  dafür  am  Rande  von  derselben  Hand :  inen  oder  den  stublinß. 
uCfen. 

'  Von  Hand  D  angefügt:  «Ir  sollen  auch  all  zfiber  getrewiich  allwegen  einsliessenf 
ond  kainen  hemssen  lassen,  och  kainem  kainen  geben,  bis  man  die  zügeben  uf' 
iefalflistt,  es  were  dann,  das  ainer  kernen  in  vassen  brechte,  oder,  so  ainer  nali  körn 
in  secken  hette,  denen  mög  ir  wol  züber  geben  und  sollen  aber  niemands  kain  züber 
of  den  secken  behaft  sten  lassen.  Item,  das  ir  och  das  Gredhus  unden  und  oben 
nber  halten  und  all  monat  den  bnw  und  schoren  usfüren  und  weder  in  der  Gred 
ooch  dem  gesslin  kain  buw  noch  schoren  machen,  sonder  allweg  vor  der  Gred  haben 
ond  dieselben,  wie  oblut,  all  monat  rumen,  und  lenger  nit  ansten  lassen,  och  all 
lilber  in  ewer  zal,  wie  euch  die  eingezelt  sind,  haben  wollen,  und  ob  euch  mit 
Itainen,  vassen  oder  anderm  in  der  Gred  gespör  oder  Irrung  gemacht  würde,  sollen 
ir  darob  sin,  damit  die  Gred  gerumpt  werd,  ob  den  jemand  euch  hieran  Verhinderung 
ttiit,  das  sollen  ir  den  buwhem  ansagen,  die  sollen  sollichs  fürter  abwenden.  Ihr 
sollen  och  weder  mit  kernen,  haber,  noch  anderm  kern  |kain  gewerb  haben ;  der- 
^cfaen  in  der  Gred  gar  kain  gastung,  noch  ouch  weder  hünt  noch  tuben  halten,  und 
ooe  der  bnwhem  erlobnus  kain  buw  in  die  Gred  ligen  lassen.  Derglich  sollen  ir, 
*Uedieweil  ir  in  meiner  hem  dinst  sind,  weder  spilen  noch  karten,  noch  daran  weder 
tail  noch  gemain  haben,  und  zft  welcher  zeit  ir  euch  meinen  hern  nit  gefellig  hielten, 
^>öhilten  sie  inen  weiten  weg,  im  dinst  nach  irm  gefallen  zö  verleihen.  —  » Unlesbar. 

*  Von  der  gleichen  Hand,  wie  der  vorhergehende  Abschnitt;  fehlt  in  A  und  B. 


234  ÜberliDgen. 

an  stund  in  den  stock  stossen  and  mögen  ir  an  der  clainen  wag  1 
und  darunder  wegen  aber  nit  darüber. 

Item  ob  euch  dann  die  schmelzler  umb  ewer  arbait  thetten 
griessen,  es  wäre  mit  ainem  badgelt  oder  von  abschabenden,  das 
an  der  clainen  wag  euch  zügehören,  und  was  obgelutter  gestalt  alsc 
den  stock  geföllt,  davon  sollen  euch  die  zwen  tail  und  der  statt 
drittail  verfolgen,  z&  dem  gibt  man  euch  von  der  statt  järlichs  sold  1  fli 

Item  was  Schmalzes  oberhalb  Lindow  dohin  komende  zA  Lin< 
erkouft,  daselbs  gewogen  und  alher  gefiert  wirdet,  das  mag  ainer 
koffen,  wie  er  vermaint,  daß  zu  gemessen;  aber  das  schmalz,  so  ai 
underhalb  Lindow  und  näher  uf  diser  stattwag  erkouft  und  alher  brii 
da  soll  jeglich  pfund  an  der  großen  wag  ains  hallers  näher  dann 
der  clainen  wag  gegeben  werden.* 

Ir  sollen  auch,  alledieweil  ir  in  meiner  heren  dinst  sind,  w€ 
Spillen  noch  karten,  noch  daran  weder  tail  noch  gemain  haben;  i 
zft  welcher  zeit  ir  euch  meinen  heren  nit  gefeilig  hielten,  behaltei 
inen  weiten  weg,  im  dinst  nach  irem  gefallen  zu  verliehen.' 

Ir  noch  ewer  verweser  sollen  auch  dhain  schmalz,  schmelzig  i 
Schmer  iemand  außwägen,  es  si  denn  zuvor  durch  geordnet  scho 
geschowet  und  für  koufmansgut  erkannt. 

Item  das  ir  auch  weder  schmalz,  unschlitt,  schmer,  harz  n 
andere  war,  so  alher  zu  verkuwfen  praeht  werden,  nit  aufkaufen  s« 
dann  allain  sovil  ir  das  zu  ewenn   handwerkverprauch   notdürftig  si 

Und  sollen  ewern  dienst  durch  euch  selbs  und  nit  mit  den  kind 
und  eehalten  versehen. 

Item  wann  speck,  schmalz  oder  ander  derglichen  war  von  fi-ei 
den  hierher  kompt,  sollen  ir  dasselbig  den  schowern  anzezei 
schuldig  sin.* 

Fertigung  eines  deutschen  Lehrmeisters. 

Nachdem  und   ir  von   meinen   hern   aim  ersamen  rath  zu  air 

teutschen  lermaister  bestelt  und  angenomen  worden  sein,  so  werdei 

schweren,  meiner  hern  und   gemainer  statt   Überlingen  er,    nutz   i 

fromen  zu  fürdern  und  im  schaden  und  uner  zu  warnen  und  zu  wen 


»  Hier  von  späterer  Hand  zugefügt :  «Der  ragmaister  soll  auch  dhain  sc 
schmalz  nach  schmeltzigs  unslitt^  so  vom  . .  .  (unles.)  herkompt,  uÜwegen,  nocl 
das  schmaltzhauß  lassen,  in  dhainem  weg». 

•  Von  späterer  Hand  zugefügt:  «Item  und  was  von  unsern  burgern  für  wa 
den  pfragen  beim  zentner  alhie  erkofft  würdet,  davon  sollen  si  den  gewonlichen  w 
Ion  darz&  balbtail  gredlons  geben». 

•  Von  späterer  Hand  beigefügt:  «ist  im  nachgelassen». 
^Dieser  Absatz  von  einer  späteren  Hand. 


r 


Überlingen.  285 

nach  ewerm  höchsten  vermögen,  inen  auch  wie  ander  biwoner  pot  und 
verpot  halten,  in  allweg  getrew,  gehorsam  und  gewertig  zu  sein  und  die 
baigers  kind,  so  man  zd  euch  in  die  1er  gon  lassen  wirdet,  mit  ge- 
trewem  and  bestem  fleiß  zu  underwisen  und  zft  lernen,  auch  band,  so 
TÜ  an  euch  sei,   ob  inen  ze  halten  und  ob   ir  kunfbiglich  über  kurz 
oder  lang  umb  Sachen,  die  sich  in  der  zeit,  und  ir  meiner  hem  diener 
geweet  weren,  begeben  und  verloffen  hatten,  zA  meinen  hem  aim  er- 
SRmen  rath  gemainer  stat  im  burgern,  den  iren  oder  denen,   die  inen 
oder  den  iren  zügehören  und  zu  versprechen  stunden,  spruch  oder  vor- 
drang betten,  als  gewunen,  darumb  ir  si  rechtens  nit  vertragen  möchten, 
das  ir  si  alsdan  bi  früntlichem  rechten  pleiben  lassen  wollen,  nämlich 
meine  hem  lut  ir  freihält  sag  vor  der  dreier  stet  ainen,  Costentz,  Ldndow 
oder  Rafenspurg,  ir  burger  vor  irm  odenlichen  gerichzstab  hie  zu  Uber- 
lingra  und  die  ander  ir  hindersassen  und  verwanten  jeden  in  den  ge- 
richten,  darin  si  sitzen  oder  darein  si  ordenlich  gehören.     Und  das   ir 
auch  aller  und  ieder  brief  und  Schriften  in  unser  stat  stillston  und  die 
weder  frembden  noch  haimschen,  si  standen  gemainer  stat  Überlingen 
au  versprechen  oder  nit,  imib  ainich  besoldung  oder  veremng  hie  in 
unser  stat  machen  wollen,  noch  das  zu  thün  iemands  befelchen.    Deß- 
glich  das   ir  die  schul  und  behusung,  so  euch  von  meinen  hem  zu 
nnderhaltung  ingeantwurt  worden  ist,  in  zimlichen  wesenlichen  em  und 
trewen  halten  wollen,  alles  imd  iedes    getrewlich  und  on  all  geferd. 
Dagegen  ist  auch  von  aim  rath  zugelassen,   das  ir  steur,  wacht,  rais- 
gelt  und  aller  anderer  usslegungen  und  beschwerungen  fri  sitzen  sollen, 
6B  b^ebe  sich  den,  das  meine  hem  gemaine  stat  mit  ir  selbs  leiben, 
oßziehen  und    raisen  würden,  alsdan  sollen  ir  inen  im    selben   auch 
gdiorsam  und  sovil  schuldig  sein,  alß  ein  ander ;  wie  dan  ander  unser 
burger  dennmals  mit  der  liferung  der  besoldung  gehalten,  dermaßen 
sollen  ir  och  gehalten  werden,  oder  ob  ir  fürohin  ligende  guter  im  ether 
gel^n  überkomen  würden,   die  sollen  ir  alsdan  auch  wie  ain  anderer 
burger  versteuren. 

Ordnung  der  Schlüßler,  wie  sie  auf-  und  zuschließen  sollen. 

Item  die  schlüßler  zum  Oberthor  sollen  zuschliessen,  wann  man 
das  ave  maria  lit,  und  allwegen  ain  ruf  oder  zwen  thün,  und  ob  in 
iemands  entsprech,  sollen  si  mit  dem  zfischliessen  nit  ilen  und  uf- 
sdiliessen,  wannn  man  das  zaichen  uß  der  früen  tagmeß  lüt,  und  dem 
Wächter  riefen,  auch  das  usser  thor  nit  uf  thün,  er  entsprech  in  dann. 

Item  die  schlüßler  zum  Heithor,  nämlich  der  zum  türlin,  soll  uf- 
8chließen,    wann   man    das   tagglöglin  lüt  und  nit  von  dann  gon,  der 

'  Von  Hand  E;  fehlt  in  A  und  B. 


286  Überlingen. 

thorhütter  sei  dann  da,  und  soll  zflbeschliessen,  wann  man  spetwacht 
lut,  und  ob  er  lüt  oder  wagen  herte,  sol  er  mit  dem  bescbliessen  nit 
ilen,  und  die  schlüßler  zum  großen  thor  sollen  zäschliessen,  wann  man 
das  ave  maria  in  der  pfarr  litt,  und  uf  wann  man  das  zaichen  uß  der 
frien  tag  meß  litt. 

Item  die  schülßler  zum  Wetzenstain  sollen  ufsebliessen,  wann  sie 
ervordert  werden. 

Item  die  scbülßler  zur  alten  radstuben  sollen  oueh  ufsebliessen, 
wans  ervordert  worden. 

Item  die  scblüßler  zum  obern  und  imdern  gatter  an  der  alten 
Gred  sollen  zöbeschliessen,  wann  man  das  ave  maria  in  der  pfar  lit 
und  ufthAn. 

Item  die  schlüßler  z&  baiden  thoren  an  der  newen  Gred  sollen  zu- 
schliessen,  wann  man  das  ave  maria  in  der  pfar  lit,  und  ufsebliessen, 
wann  man  das  zaichen  uß  der  frawen  tagmeß  lit. 

Item  in  der  alten  Gred  sollen  si  ufsebliessen,  wann  si  ervordert 
werden. 

Item  die  schlüßler  zum  stadtgatter  und  thor  sollen  züscbliessen, 
wann  man  ave  maria  in  der  pfar  leit,  oder  aber  nebel  leg  oder  leut  uf  dem 
8ee  Sechen  oder  horten,  sollen  si  mit  dem  bescbliessen  nit  ilen,  oueh 
sollen  si  vor  ain  rftf  oder  zween  thün,  und  sollen  am  morgen  da  sein 
und  ufsebliessen,  sobald  man  uß  der  früwen  tagmeß  lüt,  und  besonder 
uf  wochenmerkten. 

Item  die  schlüßler  zum  spittalthor  sollen  uf  und  züscbliessen 
morgenz  und  abentz,  wann  man  ave  maria  in  der  pfarr  litt. 

Desglich  sollen  die  schlüßler  zum  gatter  bei  der  metzig  oueh  thün. 

Item  die  schlüßler  bei  des  spittals  bad  sollen  ufsebliessen,  wann 
si  ervordert  werden,  und  sollen  züthün  nach  altem  bruch. 

Item  die  schlüßler  zu  Rüdolfsthor  sollen  züscbliessen,  wann  man 
ave  maria  litt  in  der  pfarr,  und  ufsebliessen,  wann  man  das  zaichen 
zur  früwen  tagmeß  litt. 

Zum  schlachthauß  sollen  si  irem  alten  bruch  nach  zft  und  uf 
schUessen. 

Item  die  schlüßler  zu  sant  Cristoffels  thor,  und  ist  nit  mer  dann  ait: 
Schlüssel,  sollen  züscbliessen,  wann  man  ave  maria  in  der  pfarr  litt 
und  ufsebliessen,  wann  man  das  zaichen  uß  der  frien  tagmeß  litt. 

Item  die  schlüßler  zu  Barfüßer  thor  sollen  uf  und  züschliessea 
wie  die  zu  sant  Cristoffels  thor. 


Überlingen.  237 

Item  die  schlüßler  zum  Wißthor  sollen  ouch  ufschließen,  wie  die 
ZQ  sant  Cristoffels  thor,  doch  sollen  si  rufen  und  wann  sie  wägen  o[der 
Ifit]^  an  der  nechin  herten,   sollen  si  mit  dem  besch[liessen]  ^  nit  ilen. 

Item  der  zmn  thürlin  soll  nach[z]^  ufschliessen,  wann  er  von 
ainem  burgermaister  ervordert  wirt. 

Item  die  schlüßler  zum  mittelthor,  nämlich  der  zum  thürlin,  soll 
ulschliessen,  wann  man  das  tagglöcklin  lit  und  nit  von  dannen  gon, 
der  thorwart  sie  dann  da,  und  die  zum  grossen  thor  sond  züschliessen, 
wann  man  ave  maria  in  der  pfarr  lüt,  und  allwegen  rufen ;  ob  si  iemand  an 
der  nächin  herten,  sollen  si  mit  dem  beschliessen  nit  ilen,  und  schliessen, 
wann  man  das  zaichen  uß  der  tagmeß  leit. 

Item  die  schlüßler  zum  Ganzen  thor  sollen  züschUessen^  wann 
man  ave  maria  in  der  pfarr  lüt,  und  ufthün,  wann  man  das  zaichen  uß 
derfrüwen  tagmeß  lüt. 

Desglich  sollen  die  schlüßler  zu  Vischenheuser  thor  ouch  zä  und 
afschliessen. 

Die  schlüßler  zu  Sückengraben  und  gatter  sollen  ufschliessen,  wann 
si  ervordert  und  ermant  werden,  und  züschliessen,  wann  man  ave  maria  lüt. 

Die  schlüßler  zum  gerberthor  sollen  züthün  und  ufschliessen,  nach 
irem  brach. 

Schlüßler  zum  steckenmarkt,  zur  Stegen  und  zum  gatter  beim 
kalchhauß  sollen  züschliessen,  wann  man  ave  maria  lüt,  und  ufthün, 
wann  man  das  zaichen  uß  der  früwen  tagmeß  lüt. 

Desglich  sollen  die  schlüßler  zum  gatter  zur  müllin  am  See,  die 
schlüßler  zum  müllin  thor,  die  schlüßler  zu  sant  Ulrichs  thor,  die 
schlüßler  züs  nachrichters  thor  und  die  schlüßler  zu  hirten  thor  ouch  zu 
und  ufschliessen. 

Und  soll  finfüro  kainer  mer  zu  oder  ufschliessen,  er  hab  dann 
hoeen  und  wammes  an  und  die  wör  bei  im,  damit  si  nit  mer,  wie  dann 
zft  Zeiten  beschechen  ist,  also  ploß  in  den  hemedern  imd  one  wör  dahin 
komen,  deß  wellen  sich  meine  herren  zu  inen  versechen  und  zu  ge- 
schechen  verlaßen. 

Des  Büttels  Lon.* 

Item  von  erst  so  git  man  von  ainem  fürbott  am  undern  und  obern 
gericht  1  den. 

Item  von  iedem  zügen  zu  gebieten  am  undern  und  obern  gericht 
von  ainem  burger  1  den.,  von  ainem  gast  1  den. 


^  An  dieser  Stelle  ist  von  dem  Blatt  ein  Stück  abgerissen. 
*  Diese  und  sämtliche  folgenden  Abschnitte  fehlen  in  C  und  D;  mit  Ausnahme 
bietet  ersten  Abschnittes,  der  in  A  und  B  steht,  fehlen  alle  auch  in  B. 


288  Überlingen. 

Item  von  undergängen  nütz. 

Item  wenn  er  ainem  burger  zu  hus  rieht,  wann  er  dann  rieht, 
daran  der  cläger  ain  benügen  hat,  so  git  man  im  4  den.,  er  sie  burger 
oder  gast. 

Item  von  gütter  spenen  oder  pfenden,  1  ^  den.,  er  sie  barger 
oder  gast. 

Item  von  inzeschriben  1  den.  dem  schriber,  und  das  min  herren 
ainen  daruf  bestellen. 

Item  von  ainem,  der  in  miner  herren  vanknuß  kompt,  oder  welher 
umb  schuld  in  vanknuß  kompt,  und  so  er  ledig  wirdt,  mit  miner 
herren  willen  und  wüssen,  der  git  5  |i  den.,  und  wellicher  umb  Unschuld 
in  vanknuß  kompt,  da  geben  weder  min  herren  noch  der  gefangen  nichts. 

Item  von  schädlichen  lütten:  was  man  bi  den  vindet  und  im  zu 
sinen  banden  wirdet,  es  sie  schüb,  gelt  oder  anders,  das  sol  er  an  min 
herren  bringen  und  inen  das  ofi&ien,  oder  mit  miner  herren  willen  be- 
halten, und  hat  ein  büttel  kain  gerechtikeit  darzft,  ußgenommen  gürtel, 
gewand,  und  was  daran  hanget  von  wäffen. 

Item  und  sönd  min  herren  in  ußrichten  von  dem,  so  si  bi  im 
fünden,  umb  tumlöß  und  atzung,  und  ob  si  sovil  bi  im  nit  finden, 
so  sol  ain  raut  in  danuocht  darumb  ablegen,  und  sol  der  züchtiger 
davon  euch  ußgericht  werden,  ob  das  vorhanden  ist;  das  übrig  mag 
ain  raut  schiben  den  fründen  oder  den  haiigen,  oder  wo  si  bedunkt 
gut  sin. 

Item  wenn  miner  herren  knecht  gefangen  bringen,  si  siend  vind 
oder  ander,  was  die  dem  oder  den  nämen  und  bi  in  vindent,  es  sie 
gelt,  nomm  oder  anders,  darumb  hant  si  dem  püttel  nütz  ze  antwurten, 
und  mögen  min  herren  das  werden  laussen  und  schiben  nach  irerkanntnuß. 

Item  wenn  ainem  püttel  ain  gefangner  geantwurt  wirdt,  so  sol 
er  underscheid  von  ainem  raut  nämen,  wie  er  den  halten  soll  mit  essen, 
er  sie  schädlich  oder  unschädlich. 

Item  von  ainem  haft,  oder  wenn  ain  burger  kompt  zum  püttel 
und  an  in  begert,  im  die  kettenen,  genannt  den  hund,  inzeschliessen, 
oder  in  das  schiff  leit,  sol  man  im  davon  6  den.  geben,  und  so  menig 
tag  in  haft  liget,  iedes  tags  4  den. ;  kompt  dann  der,  dem  das  sin  in  haft 
geleit  ist,  und  bitt  min  herren  umb  täding,  so  sollen  die  ding  an  minen 
herren  darumb  steen,  und  vom  ußschliessen  git  man  im  nichts. 

Item  zu  fürbotten  den  ußlütten  von  ainem  ieden  6  den.,  und  ob 
er  den  ußman  hie  in  der  statt  beträt  und  fürbot  tat,  dri  tag  vor  dem 
rechttag,  oder  zwen  ald  ainen  tag,  davon  2  den. 

Item  wenn  ainer  ainem  vaß  win  verpfenden  will,  davon  6  den. 


Oberlingen.  239 

Item  wa  ain  burger  oder  ains  burgers  kind  selbst  cost  im  thurn 
/leiten,  sollend  dannocht  dem  püttel  des  tags  4  den.  werden. 

Item  wä  pflegere  oder  cristafel,  ir  sie  zwen,  dri  oder  merer, 
einem  furbieten  wollen,  da  sollend  die  pflegere  oder  cristafel  dem  püttel 
vom  fürbott  1  den.  geben,  imd  wä  der  püttel  das  bott  übersehe,  sol  er 
zum  andern  förbott  nüt  nämen. 

Item  wo  ein  armann  ross  und  karren  in  der  statt  het,  und  ein 
böiger  im  das  verheften  wollt,  so  sol  der  burger  mit  dem  püttel  zfi 
dem  arman  gan  und  sölich  schulde  an  in  vordem;  und  ist  er  im  der 
schuld  bekanntlich,  so  mag  er  im  das  verheften  und  darzft  richten  nach 
der  statt  recht. 

Item  und  ob  ein  arman  in  die  statt  trüge  ein  armbrost,  mantel 
oder  ander  waufen,  ußgenommen,  das  gürttel  begriffet,  mag  der  püttel 
dem  burger  umb  sin  schuld  darzü  richten  nach  der  statt  recht. 

Item  wenn  das  ist,  das  min  herren  den  parthien  rechttag  setzen 
und  inen  fürgebotten  het,  wa  dann  der  verzog  des  rechttags  an  minen 
herren  wäre,  und  der  rechttag  durch  min  herm  verzogen  würde,  so  soll 
der  püttel  den  parthien  zfi  den  andern  rechttagen  fürgebieten,  und 
davon  nüt  nämen.  DesgUch  soll  gegen  den  zügen  ouch  gehalten  werden, 
80  den  fürgebotten  würde,  und  die  sach  durch  min  herren  verzogen 
würde,  das  dann  der  püttel  zu  den  andern  fürbotten  nüt  näm. 

Item  das  holz,  so  min  herren  dem  stattamman  und  richtern  gend 
uf  das  Grethus,  das  sol  ein  püttel  oder  die  sinen  uftragen. 

Item  wenn  der  püttel  einen  beschliessen  würd,  so  sol  er  kommen 
zA  einem  burgermeister  und  im  söUchs  ze  erkennen  geben,  und  soll  dabi 
sagen,  das  von  minen  herren  angesehen  sige,  das  ein  burgermeister 
darzfl  schiben  söU,  damit  die  hab  angeschriben  werd  und  von  dem  allem 
ganz  nüt  nämen,  noch  iemand  davon  nicht  schenken,  noch  ander  lüt 
davon  laussen  nämen  dehains  wegs. 

Item  ob  es  sich  begibt,  das  die  hab  an  der  gani  verkofft  sollt 
werden  dem  haft  nach,  das  alles  an  die  gant  lassen  kommen,  und 
im  selbs,  noch  sinen  verwandten,  noch  niemand  andern  an  der  gant 
mcht  koufen,  noch  andern  befelhen,  das  an  siner  statt  ze  tfind,  und 
was  daruß  gelost  würdet,  das  alles  eigenlich  von  stuck  zfi  stuck  ufze- 
schiiben,  und  dann  damit  zfi  ainem  burgermeister  oder  statthallter 
firderlich  zokeren  und  im  sölichs  zfi  erkennen  geben,  damit  dann  der 
burgermeister  darzfi  schib,  damit  das  gelt  an  statt  zfi  Sicherheit  geleit 
werd. 

Item  des  pütteis  Ions  halb,  berürend  die  gant  und  das  ufschriben, 
90  er  im  hus  tfit  dem  haft  nach,  wollend  min  herren  dir  darumb 
^derrichtung  geben.     [Die  ist  also:  was  uf  einen  tag  vergantet  wirdt 


240  Überlingen. 

sovil  des  ist,  so  sol  von  allen  tailen  dem  püttel  18  den.  geben  werdes 
und  nit  mer].* 

Eide  der  Zehender. 

Von  der  zechender  wegen  schwert  ainer,  den  zechenden  ze  erfordern 
und  ze  sammeln,  als  das  von  alter  herkommen,  sit,  gewonheit  und  prucht 
ist;  und  ob  das  war,  das  sich  iemand  dawider  satzte  und  das  nit  tan 
wollt,  das  er  dann  den  richtern,  so  daräber  geben  und  gesetzt  werden, 
angeben  und  sagen  wöU  ön  all  gevärd. 

Steuer-Eid. 
Item  so  werden  ir  schweren,  bi   der   stür   ze   sitzen,  die  aid  in- 
zenemmen  und  die  stür  anzelegen,  ze  rechnen  und  darinne  gemein  ze 
sin  dem  armen  und  dem  riehen. 

Der  Söldner  Eid. 

Ir  werden  schweren,  der  statt  und  den  bürgern  ze  dienend  ain 
jär  mit  (ich  selb,  mit  hengst  und  mit  harnasch  wider  aller  menglich, 
und  in  dem  der  statt  nutz  und  ere  ze  fördern,  im  schaden  und  unere 
ze  wenden,  als  vil  ir  mögen  ungefaurlich. 

WÄr  ouch,  ob  üch  in  dem  zil,  oder  wie  lang  ir  hie  dienend  oder 
wonend  wären  üt  widerfüre  von  iemand,  [der]  der  statt  oder  unsem 
pundgenossen  zügehörte,  das  ir  üch  darumb  ains  rechten  hie  oder  aber 
eins  rautz  spruch  benügen  laussen  und  nit  furo  darzu  tuen. 

War  ouch,  das  ir  in  dem  zil  mer  innemmend,  dann  man  üch 
schuldig  würd,  das  ir  das  bekerend,  wenn  das  zil  ußsige,  oder  aber  mit 
ains  rautz  willen  überwerdent. 

War  ouch,  ob  üch  hengst  und  harnasch  in  der  statt  dienst  ab- 
giengen,  das  ir  üch  dafür  laussend  benügen  in  der  maß,  als  man  uch 
das  schätzen  wirdet. 

Item  ob  ir  ainem  angriff  tätten,  das  ir  dann  mit  nommen  und 
gefangen  den  rätten  gehorsam  sien. 

Item  wann  ir  mit  iemand  ritend,  das  sollen  ir  in  üwerm  costen 
tun,  es  wäre  dann,  das  ir  einen  knecht  verwäsend. 

Des  Spitalmaisters  Eid. 

Item,  ir  werden  sweren,  des  gotzhus  spittals  nutz  und  ere  ze  werben 
und  ze  schaffen,  sinen  schaden  ze  wenden  ^  nach  üwern  besten  versteen  und 
vermögen  fürzekerren,  ze  wenden  und  ze  warnen,  getruwlich  one  gevärde. 


»  Von  [bis   von  anderer,  aber  gleichzeitiger  Hand. 
«  Darchstrichen. 


Überlingen.  241 

Item  des  spittals  pflegere  gehorsam  ze  sind  und  mit  inen  des  gotz- 
hos  Sachen  ze  handeln  zum  besten  ungevarlich;  deßglich  in  notturftigen 
geburlichen  dingen  mit  den  ämptern  im  gotzhus  die  Sachen  och  ze 
handhi  ungevarlichen. 

Item  den  dürftigen  armen  lüten,  ouch  den  pfrundnem  ge- 
trawlich  ze  th&nd  und  zu  bescheen,  verschaffen  und  ien  ze  thün  und 
erfolgen  lasse,  nach  angesehen  dingen. 

Item  wa  knecht  an  der  ehalten  oder  pfrundner  sich  in  ungehor- 
sami  erzögten^,  das  für  die  pflegere  ze  pringen. 

Item  darob  ze  sind  nach  üwerm  besten  vermögen,  das  von  meng- 
lichem im  gotzhus,  es  sie  ob  tisch  oder  zu  allen  andern  ziten,  togenlich 
stilligkait,  zucht  und  zimlich  gebärde  halten  thue. 

Item  das  bargelt,  so  üch  vom  gotzhus  ingeantwurt  würdet,  ge- 
tmwlicben  versorgen,  und  die  Ordnungen,  von  minen  herren  gesetzt, 
die  rechnnngen  zu  beschriben  und  also  nach  irm  inhalt  ze  halten  und 
lechnuDg  ze  thünd,  damit  ir  wissen,  das  bargelt  und  anders,  [so]  üch 
ingeantwurt  ist,  zu  antwurten  und  [zfi]  verrechen. 

Item  des  gotzhus  bargelt  niemand  zelihen  one  mins  herm  wissen 
und  willen. 

Ordnung  der  Schau  der  Gerber.* 

E2s  ist  gesetzt  über  die  ledergärber,  das  si  ain  jeglichen  hüte,  so 
8i  gärben  wollen,  sollen  geben  vier  nüwe  low  und  nicht  minder;  und 
8ol  ouch  niemand  kain  leder  koufen  noch  verkoufen,  noch  kain  ge- 
werchet  hut  verschniden,  ee  das  es  die  schower  die  darüber  gesetzt 
sind,  geschowend  und  dann  inen  das  erlouben;  wäre  aber,  das  es  die 
schower  nit  gut  noch  fruntgäb  beduchte,  also  das  man  dasselb  leder 
mit  mer  mit*  cost  und  arbait  widerbringen  möcht,  so  sol  man  dasselb 
leder  wider  instossen,  mer  arbait  und  züg  daran  legen,  als  lang  unz  das 
es  wider  kompt  Beduchte  aber  die  schower,  das  das  leder  als  un- 
fruntgäb  wäre,  das  man  es  nit  widerpringen  möcht  mit  kainen  dingen, 
oder  so  man  das  änderst  ingestossen  hette^  nach  der  andern  schowe, 
alO  81  ouch  das  alsdann  aber  schowen  lausen  sollen;  aber  wa  das  so 
Onfruntgäb  würde,  so  sol  man  dasselb  leder  von  hinan  füren  und  in 
der  statt  nit  verkoufen,  und  dazu  sol  man  von  ieglicher  hut  ze  bessrung 
geben  an  die  statt  2  (i  ^,  und  sollen  ouch  gaißfele,  kalbsfele,  schaufele, 
wol  und  erberich  werk,  als  von  alter  her  gewonlich  ist  gewesen,  und 
»1  man  das  och  beschowen ;  tätten  si  das  nit,  so  sol  man  zfi  bessrung 


*  €ögt»  auf  Rasur.  —  '  Daneben  stebt  von  späterer  Hand:  «Ir  werden  sweren, 
^  ir  das  leder  der  nacbgescbriben  Ordnung  und  scbaw  nacb  zfi  scbawen». 

*  Dorcbstricben. 

Obeirheiniiche  Stadtrechte.  U,  2.  16 


242  Überlingen. 

geben  an  die  statt  von  jeglichem  gaißfele  4  ^,  und  von  jeglich  schaf- 
feie  und  kalbsfele  2  ^,  und  soUichs  den  ungelter  angeben. 

Item  es  sol  ouch  dehain  gärber  dehain  leder  uß  siner  Werkstatt 
ald  bruse.nit  geben,  es  sie  dann  vor  geschowet  ungevarliche. 

Item  das  si  ouch  ^  dehain  leder  schowen,  diewile  es  naß  ist,  sonder 
wenn  es  trucken  ist. 

Item  wenn  inen^  ouch  leder  fürkompt,  das  nit  genüg  gärbt  ist, 
es  sien  h&t  oder  vele,  so'  haissen  si  es*  wider  instossen,  bis  es  gnfig 
haut,  doch  das  es  inen'  darnach  wider  zflhanden  kome;  ist  es  dann 
gut,  so  stossend  si^  daruf  das  zaichen.^ 

Item  wenn  inen*  aber  lonleder  fürpr&cht  würdet,  das  verderbt  ist 
und  man  ime  nicht  mer  helfen  kan,  das  setzend'  si  dann  hin®  za 
ainem  raute. 

Item  wenn  ouch  ainr  leder  uß  dem  huß  gäbe,  das  nit  geschowet 
wäre,  si*  des  bericht  würden,  satztend  si^®  das  ouch  ainem  raute ^^  haim 
ungevarlich:  doch  sollen  si*  den  oder  dieselben  tattere  des  rügen. 

Item  so^*  ist  den  schowem^'  bevolchen,  den  frömbden  ir  leder,  so 
her  uf  den  markt  pringen,  och  ze  schowen,  und  wa  si*  erfunden,  das 
daz  leder  gestrichen  wäre,  oder  sunst  nit  gerecht,  die  sollen  dann 
darumb^*  strauft  und"   gerügt  werden. 

Item  wenn  die  gest  leder  herbringend,  das  dann  die  schficb- 
macher  desselben  leders  kains  zersniden,  es  sie  dann  vorhin  von  unsem 
schowern^®  geschowet,  und  wä  unser  schower^^  daran  erfindend,  daz  dasselb 
leder  vorgeschowet  wäre  an  dem  ende,  dannenher  es  komen  ist,  und 
das  zaichen  derselben  schow  daran  erfunden,  das  sollen  si*®  lassen  be- 
üben;  deßglichen  wa  uns  schüchmacher  leder  herpringend,  das  sol  mit 
der  schow  also  ouch  gehalten  werden,  wie  vorsteet. 

Es  ist  ouch  von  minen  herren  errauten,  das  kain  schüchmacher 
leder  in  sin  huß  neme,   es  kome  her  uf  den  markt,  oder  es  werde  im 


*  Die  beiden  letzten  Worte  durchstrichen;  darüber  von  anderer  Hand(B)  «ir  sollen». 
2  Durchstrichen;  darüber  von  Hand  B  «euch». 

'  Von  Hand  B  hier  über  der  Zeile  geschrieben  «sollen  ir  es». 

^  Die  beiden  letzten  W^orte  durchstrichen. 

*  Durchstrichen;  darüber  von  Hand  B  «sollen  ir». 

*  Von  Hand  B  beigefügt  «stossen». 

^  Die  beiden  letzten  Worte  durchstrichen;  darüber  von  Hand  B  «aollen  ir». 
®  Von  Hand  B  über  der  Zeile  geschrieben  «setzen». 

*  Durchstrichen;  darüber  von  Hand  B  «ir». 

"  Beide  Worte  durchstrichen;  darüber  von  Hand  B  «so  sollen  ir». 

"  Über  der  Zeile  «dasselb».  —  ^^  Durchstrichen;  darüber  «es».  —  "  Beide  Worte 
durchstrichen;  darüber  «euch  auch».  —  **  Von  Hand  B  über  der  Zeile;  durchstrichen; 
dafür:  «vest».  —  "Über  der  Zeile  «von  euch».  —  »«Beide  Worte  durchstrichen;  darüber; 
«euch».  —  "  Oto;  darüber  «ir».  —  »*  Durchstr. ;  darüber  von  Hand  B  gescbr.  «ir». 


Überlingen.  243 

heigeschickt,  es  werde  dann  zevor  in  der  Grede  oder  in  der  sebäch- 
macher  huse^  beschowet,  oder  es  sie  vor  geschowet,  emalen  das  her- 
komen  sie,  und  hab  derselbig  schowung  zaicben. 

Feilträger  Eid. 

Item  so  sol  ihm  von  ieden  pfimd  pfenning,  so  er  lost,  sechs 
pfening  werden,  wie  lang  er  das  im  laden  hat. 

Item  wer  der  ist,  der  under  sinen  rechten  jaren  ist,  von  dem  sol 
er  nichtz  annemen,  dann  mit  verwilgung  vater,  müter  und  pfleger. 

Desglich  von  ainer  efrowen  nicht  annemmenn,  dann  mit  willen 
des  emans. 

Item  von  den  dienstmägten  und  knechten  nit  annemmen,  ir 
habend  dann  ein  recht  wissen,  das  daz  ir  aigen  gut  sie. 

Item  ob  üch  etwas  furkera,  es  sie  von  silber,  gold,  cleinet,  oder 
von  dem,  so  der  kirchen  z&gehörte,  oder  wölcherlai  üch  fürkem,  das 
üch  argwönig  beduchte,  das  sollen  ir  ainem  burgermaister  zft  erkennen 
geben  onverzogenUch. 

Ordnung  des  Bauschauens  in  den  Weingärten. 
So  haben  min  herren  von  gemains  nutz  willen  erraten  und  ange- 
sehen: also  wer  der  ist,  der  vermaint,   das  im  in  sinen  wingarten  un- 
buw   und  missbruch  gescheen  wer,   und  derselb  zfi  den  buwschowern 
kompt,    und  si   bitt,   im    in    sinen    wingarten  ze  keren    und  den  buw 
flchowen,  und  ob  da  unbuw  und  misspruch  gepflegen  war,    und  sich 
die  buwschowere  des  erkennen,   so  sol  der,  der  den  unbuw  getan  hat, 
den  buwschowern  geben  2  (J  ^  oder  zwai  halbi  viertel  wins,  und  sollend 
sodann  die  buwschower  sich  erkennen,  was  der,  der  den  unbuw  getan 
bat,  dem  andern,  der  sich  des  beclagt  hat,  für  solichen  unbuwe  und 
misspruch  tfin  solle,  und  ist  der  oder*  die  söUchen  unbuw  getan  haben, 
der  reblüt  zunft,  so  sollen  die  schower  den  iren  Zunftmeister  augeben 
und  den  für  die  ailf  stellen  den  ze  straffen ;  dieselb  strauf  sol  dann  der 
reblüt  zunft  beliben  und  zügehören;  ob  aber  der  oder  die  so  den  un- 
buw getan  betten,  einr  andren  zunft  wäre,  so  sollen  die  buwschower 
die  den  fiinfen  angeben  mit  underichtung  gestalt  der  sach;   dieselben 
fiinf  sollend  dann  den  oder  die  umb  den  unbuw  und  misspruch  nach 
siner  gestalt  straffen,  die  strauf  dann  minen  herren  zügehören  sol,  und 
sol  doch  alleweg  einem  rate  als  der  oberhand  herinne  nach  gestalt  ieder 
sach  sin  recht  und  strauf  vorbehalten  sin.     Ob  aber  kaiu  unbüw  und 
misspruch  erfunden  wird,  dass  dann  der,  der  die  buwschower  gebetten 
bat  zeschowen,  die  2  ß  ^  oder  die  zwai  halbi  viertel  wins  den  buw- 
schowem  geben  sol. 

>  Die  vier  letzten  Worte  durchstrichen;  darüber  von  Hand  B  <uf  dem». 

16* 


244  Überlingen. 

Der  Torkelmeister  Fertigung.^ 
Ir  werden  schweren,  daz  ir  die  zehenden  nach  laut  und  inbalt 
der  vertrag  richten  wellen,  namblich  den  ailfben  aimer  nach  dem  tretten; 
waeß  den  ailften  aimer  deß  weisen  weins  nit  ergreift,  daß  ir  von  dem 
sechsten  aimer  ain  halben  aimer  geben,  und  wa  eß  under  oder  ob  sechs 
aimer  würdt,  daz  ir  aber  nach  der  zimlichait  die  zehenden  richten 
wollen. 

Item  von  deß  nachtruck  wegen,  wann  die  zehenden  nach  inhalt 
der  vertrag  gericht  sind,  daz  ir  von  dem  nachtruck  geben,  namblich 
von  sechs  aimer  weins  ain  halben  aimer  wein,  deßgleichen  daz  ir  von 
seihen,  acht,  neun,  zehen  aimer  auch  nit  mer,  dann  ain  halben  aimer, 
und  waß  den  ailften  aimer  ergreift,  ain  ganzen  aimer  weinzehenden 
geben  wellen. 

Item  und  wievil  weins  ir  von  dem  gutz  nemen,  daz  ir  denselben 
wein  in  den  weisen  wein  schüten. 

Item,  ir  sollen  auch  von  allen  zehenden  wein  in  daz  vaßlia 
ervordem. 

Item  und  welcher  sith  gefarlich  mit  den  zehenden  hielte,  oder  die 
nit  richte  nach  laut  der  vertrag,  oder  dem  wein  von  aller  zehenden 
nit  weite  in  daz  feßlin  geben,  daz  sollen  ir  dem  obern  zechenden- 
knecht  angeben. 

Item  ir  sollen  auch  darob  sein,  daz  der  wein  usser  dem  vaßlin 
zimlich  gepraucht  werde,  denn  es  mecht  derselbig  so  gefarlich  gepraucht 
werden,  meine  herren  würden  den  darurab  strafen. 

Deßgleichen  so  sollen  ir  auch  dhainen  zins-  oder  leibding-wein 
usser  der  statt  hinweg  füeren  lassen,  es  sei  dann  zuvor  verzollet  und 
dem  zoller  angezaigt  worden. 

Item  ir  sollen  auch  niemand  kainen  wein  in  dhainem  torkel  hie 
ußgewinnen,  der  in  den  garten  wechset,  die  nit  hie  verstert  werden 
noch  verdiant;  und  an  als  manigen  ir  daz  prechten,  von  als  machen 
sind  ir  zuo  puoß  verfallen  ain  pfund  pfenuig. 

Item  ir  sollend  auch  darob  und  daran  sein  und  mit  den  stocken 
nit  eilen,  sonder  daz  dieselben  sauber  ußgetruckt,  damit  jedem  werden 
mag  daz,  so  im  zuogehert. 

Es  soll  auch  ain  jeder  torkelmaister  bei  seinem  aid  am  und  deß 
herbsts,  so  er  die  torkelbött  ußpfrundt,  waß  frembder  zeuber,  die  seinem 
torkel  nit  zügehem,  in  seinem  torkel  wehren,  daran  sein,  daz  dieselben 
züber  denen  weiderumb  haimgeantwürt  werden,  denen  sei  zuogehem, 
und  ob  ain  torkelmaister  die  züber  nit  erkannte,  wem  sie  zuogehorten, 


*  Alle  folgenden  Fertigungen  stehen  nur  in  D. 


Überlingen,  245 

SO  sollen  [sie]  doch  dieselben  züber  zum  Ölberg  lassen  tragen,  damit 
amem  jeden  seine  zeuber  weider  werden  megen. 

Ir  sollen  auch  bei  ewem  aiden  dhain  frembden,  er  sei  gaistlich 
oder  weltlich,  so  nit  burger  allhie  ist,  dhainen  wein  nit  trucken  noch 
torgeln,  er  brüng  euch  dann  zftvor  kuntschaft  von  der  stat  seckel- 
maister,  daz  er  meinen  herm  all  uOsteend  steuren  und  bodenzinß  er- 
legt, und  sei  dero  bezalt  habe. 

Dieweil  der  tag  kurz  ist,  und  vielleicht  etwelch  notürft  ervordert, 
die  trauben  nachts  einzflfäeren ,  derhalben  haben  meine  herrn  zuoge- 
lassen,  welcher  deß  nott  ist,  und  bei  tag  under  dem  thor,  dardurch  er 
herinföert,  anzaigen  [macht],  desselben  sollen  zwischen  thoren  gewartet 
und  nachts  eingelassen  werden;  welcher  sich  aber,  wie  vorsteet,  nit  an- 
zaigt,  derselb  soll  nit  ingelassen  werden. 


Eid. 

Wie  uns  vorgelesen  und  mit  Worten  entschaiden  ist,  daz  haben 

^    wir  gehert  und  verstanden,  wellen  demselben  geleben  und  nachkomen, 

also  schwern  wir  getrewlich,  one  alle  geferd,  bei  gott  und  seinen  heiligen. 


Fertigung  der  Torkelmaister  zu  Hagnau.  i678 

Oktober  1. 

Und  wiewol  vor  alten  und  bis  anhero  nit  gebrauchen  noch  in 
Qbung  gewesen,  daz  die  torgelmaister  zuo  Hagnaw  gevörtiget  oder  be- 
aidiget  worden,  dardurch  aber  veil  und  mancherlai  mißordnungen  und 
nnglichaiten  im  raiten  deß  zehenden  und  ander  entstanden,  deßhalber 
ain  ersamer  wolwaiser  rath  deß  hailigen  reichs  stat  Überlingen  von 
oberkait  wegen  für  nutzlich  und  guot  und  nothwendig  angesehen,  daz 
f&rohein  die  torgelmaister,  nachdem  sei  erbiet  und  der  sachen  erfaren 
befunden  worden,  durch  den  vogt  zuo  Itendorf  neben  und  in  beisein 
deß  aman  und  veir  außer  den  veirundzwanzigen  zuo  Hagnow  volgender 
gestalt  gevörtiget  werden  sollen: 

Erstlich  werden  ir  schweren,  daz  ir  die  zehenden  nach  laut  und 
inhalt  der  vertrag  getrewlich  außzellen  und  richten  wellen,  namblichen 
den  ailften  aimer,  alß  daz  allwegen  deß  gefallnen  weinzehenden,  die 
zwen  geleuthen  und  der  dritteil  nachtruck  sein  soll;  do  auch  roten 
wein  gemacht,  sollen  ir  auch  roten  wein  darvon  geben  zehend. 

Item  daz  ir  die  wein  von  jedem  stock  insonders  durchaus  messen, 
darvon  der  zehend,  wie  oben  vermeldet,  für  und  für  rüchten,  und  wenn 
die  zal  im  ausmessen  den  ailften  aimer  nit  verraicht,  alßdann  von  sechst- 
halb aimer  und  von  ailf  vierteln  wein  ain  viertel  zehenden  geben;  do 


246  Überlingen. 

aber  die  zal  im  ausmessen  daz  ailA  viertel  nit  verraicht,  sollend  ir  auch 
kain  zehenden  darvon  nit  zuo  geben  schuldig  sein. 

Item  und  welcher  sich  gevarlich  mit  dem  zehenden  hielt,  oder  die 
nit  richte  nach  lauth  der  vertrag,  die  sollend  ir  dem  oberzehendknecht 
jederzeit  anzaigen. 

Item  ir  sollend  auch  fürohin  jemandts  weder  zinO-  noch  schulden- 
wein,  außer  dem  .  .  .^  nit  geben,  es  sei  dann  zuovor  der  zehend  darvon 
trewlich  erstatet  worden;  darneben  aber  soll  euch  nit  benomen  sein, 
wan  die  renn  unß  voUgelofen  und  ir  nit  hilf  heten,  daz  ir  die  wol  in 
aim  ander  stand  überschaffen  mögen. 

Item  und  letstlich  sollend  ir  auch  darob  und  daran  sein,  daz  mit 
den  stecken  nit  geeilt,  sonder  daß  dieselben  sauber  außgetruckt  [werden], 
damit  jedem  werden  möge  daz,  so  ime  zuogehert. 

Eid. 

Als  uns  vorgelesen  und  mit  worten  fürgehalten,  daz  haben  wir 
wol  verstanden,  daz  getrewlich  halten  und  dem  nachkomen  ohn  alles 
geferd,  darzuo  biten  wir  uns  gott  zu  helfen  und  all  hailigen. 

Decretirt  und  beschlossen  in  senatu  calend.  octobris,  actum  13mo 
osculto  Herman  Notuitano  tunc  temporis  iurato  gramatco.  Actum  1573. 

Eid  der  Garnschauer. 

Ir  werden  schweren,  das  künftig  jar  das  gam  und  tuch  der  nah- 
geschsibnen  Ordnung  und  schaw  nach  reichen  und  armen,  gaistlichen 
und  weltlichen,  zuo  schawen  und  zuo  wegen,  wie  hernach  volgt: 

Erstlich  so  sollen  ir  nun  hinfürter  allen  und  jeden  maistern,  so 
sich  deß  weberhandwerks  allhie  geprauchen  wellen,  von  ainer  fronfasten 
zu  der  andern  all  ir  geschirr  und  gestüel,  zu  sollichem  handwerk  ge- 
hörig, beschawen  und  besichtigen,  ob  sie  dasselbig  mit  dem  blat  und 
sonst  in  der  weite  und  braite  haben,  wie  gemainer  stat  alt  herkomen 
maß  begreift  und  in  sich  halt. 

Und  ob  ir  ainem  oder  mer  geschirr  und  gestüel  mangel  befinden 
würden,  sollen  ir  alsdann  ainen  jeden  umb  fünf  Schilling  pfening 
strafen,  es  were  dann  sach,  daz  ainer  in  demselben  so  gevarlich  be- 
funden würd;  so  soll  alsdann  die  erkanntnus  bei  euch  steen,  wie  der 
maister  darumben  zu  straffen. 

Zum  dritten  sollen  ir  auch  jedermeniglichem,  reich  und  arm  alles 
garn  und  daruß  gewürkt  tuch,  inhalt  euch  gegebner  Ordnung  mit  vleiß 
und  ordenlich  wegen  und  schawen,  auch  niemands  über  daz  gesetzt 
weg-  und  schaugelt  weiter  beschweren,  sonder  jederman,  frembd  und 
haimsch   darbei  pleiben  lassen,  die  mit  güeter  freundlicher  beschaiden- 

*  Hier  ist  im  Original  eiu  Stück  abgerissen. 


Überlingen.  247 

haii,  sovil  euch  möglich,  jederzeit  befürdern  und  nit  auf  halten ;  sonder- 
lich aber  ir  die  polliten  oder  zaichen,  wem  ir  dieselben  und  uf  waß 
tag  g^eben,  sampt  deO  auch  deß  webers  namen,  er  sei  haimscb  oder 
frembd,  wivil  daz  gam  gewogen,  ordenlich  in  ain  sonderbar  buch  ver- 
zaichnen,  die  polliten  vleissig  bewaren  und  guot  achtung  geben,  daz 
euch  dieselbigen,  wan  daz  tuoch  gewürkt,  sampt  dem  gewürkten  tüch 
weiderumb  an  die  schaw  und  wag  gepracht  und  überantwurt,  auch 
deaselben  nam  im  bfich  usgethon  werd.  Wa  ir  dann  hemacher  an 
dem  tfich  mangel  befinden,  ald  daz  jemands  angefenglichs  sein  gam 
nit  wegen  lassen  oder  der  weher  die  polliten  nit  antwurten  würde,  das 
alles  sollen  ir  Inhalt  der  Ordnung  strafen. 

Un  waß  also  von  obbestimpter  wag  und  schaw  auch  andern  ob- 
berüerter  Ordnung  ewer  .  .  .*  strafen  und  .  .  -S  von  ainem  zu  dem 
andern,  auch  eingehn  und  gefallen,  wie  du  daz  alles  sollen  ir  bei  ob- 
bestimpten  ewem  geschwomem  aid  ordenlich  einziehen,  die  btißwürdigen 
strafen,  daz  gelt  samentlich  in  ain  sonderbar  büchs  thuon,  zä  welcher 
die  stüblinsherrn  den  schleusel  und  ir  die  büchs  haben,  und  nichzit 
darvon,  weder  haller  noch  pfennig,  in  ewern  aignen  nutz  verwenden, 
sonder  alle  fronfasten  die  büchs  sampt  dem  gelt  in  daz  stüblin  zfi 
banden  der  stübUnsherm  überantwurten,  doch  sollen  ir  all  wegen  daz 
stapelt,  wievil  desselben  gefallen,  ordenlich  verzaichnen  und  dieselben 
verzaiehnus  neben  der  büchs  überantwurten ;  und  zuo  ergetzlichen  ewerer 
müehe  und  arbeit  ist  euch  von  meinen  herm  ditz  jars,  doch  nicht 
lenger  dann  es  inen  gelegen,  vergönnt,  zuo  der  fronfasten  von  sollichem 
geföU  deß  wag-  und  schaugelts  den  halbthail  volgen  zuo  lassen. 

Eid  der  Strohschauer. 

Ir    die    stroschawer    sollen   bei  den  aiden,   so  ir  ainem  burger- 

naaister  geschworen  haben,  auf  ditz  jar  schawen  allen  denen,  so  euch 

daramb  ersuochen.  erfordern  und  ewer  begeren,  namblich  alles  daz  stroh 

an  schouben    in    daz    meß,    so  euch  insouderhait  von  meinen   herren 

ainem  ersamen    rath   gegeben   und   verordnet  worden,   dasselbig  alles 

auch  niemands  verwegern  noch  abschlagen  bei  vorbestimptem  ewerm  aid. 

Und   ob  jemands  stro  allher  zuo  fallen  markt,   oder  sunst  ainem 

bnrger  oder  einsassen  kaufweise  pringen  und  ir  zuo  der  schow  desselben 

stroB  nit  berüeft   würden,    so   sollen  ir  ain  soUichs  jederzeit  den  wett- 

pfennigeni    angeben,    damit   keufer   und    verkeufer   von    solliches   nit 

scbowens  wegen  inhalt  der  newen  ordnuug  darumben  gestrafft  werden. 

Wenn  ir  nun  ainem  gehorter  gestalt  schob  geschawet  haben,  und 

ir  an  dem  meß,  deßgleichen  der  lengi  des  stroes  ald  daz  weiderwertigs 


^  unleserlich  infolge  Abreibung. 


248  ÜberÜDgen. 

under  ainander  vermischt  worden  were,  so  nit  zuosamen  gehörte,  befunden, 
darumben  sollen  ir  auch  bei  obberürten  eweren  aiden  erkennen,  was 
dem  verkeufer  an  dem  stro  abgezogen  worden,  darbei  es  dann  baide 
thail,  keufer  und  verkeufer,  unverwegert  pleiben  lassen  sollen,  jedoch 
aber  mag  der  keufer  den  abgang  darumben  .  .  .^  erkanntnus  gethon  an 
dem  kauf  vol  inbehalten  .  .  .*. 

Und  ist  ain  jeder  keufer  euch  allwegen  von  hunder[t]  schouben 
zwen  pfennig  und  also  uf  und  ab,  je  nach  der  anzal  und  vile  deO  stros 
zu  verrechnen,  schaugeld  zuogeben  schuldig.  , 

1584     Rebbauschauer-Eid.   Fertigung  mit  angeschlossener  Rebbau-    \ 
^P'^^  ^^-  Ordnung.  ] 

Ir  werden  schwören,  ditz  jar  alle  diejenigen,  so  von  ainem  burger  i 
oder  einsessen,  ald  pflegnussen,  oder  der  gotzheusern  von  newem  zu 
gmainden  bawen,  unangesehen  sie  haben  darvor  allhie  reben  zu  pawen 
oder  nit,  dessgleichen  auch  die,  so  torgelmaister  allhie  sein,  wann  euch 
solche  Inhalt  new  fürgenomner  und  publicierter  Zunftordnungen  für- 
gepracht  und  dargestelt  werden,  ordenlich  und  mit  vleiß  examinieren 
und  probieren  wollen,  ob  ain  jeder  zuo  dem,  so  er  geherter  gestalt  zft 
triben  begert,  geschickt  und  taugenlich  oder  nit,  und  welcher  rebknecht 
onangesehen  er  sei  burger  oder  in  der  michi,  in  der  prob  nit  besteen» 
sonder  von  euch  für  untauglich  und  der  Sachen  unerfarn  abgestellt 
würd,  der  oder  dieselben  sollen  ir  gleich  alsbald  bei  bestimptem  ewerm 
aid  ainem  erbarn  rath  zu  erkennen  geben,  damit  sie  nach  gepür  und 
vermög  obangeregter  Ordnung  gestrafft  werden. 

Zum   andern  sollen   ir  auch  nunhinfüro,   solang  ir  an  dieser  Ver- 
waltung und  schow  sein,  alle  esch  und  werk  dreimal  im  jar,  namblich 
das  erstmal,  wann  man  gar  nachgeschniten  und  pfalet  hat,  item    zum 
andernmal  zu  der  maienfalg,  und  dann  zum  driten  nach  der  herpstfalg 
mit  ordenlichem  vleiß  besehen  und  alle  vier  esch  durehgeen,   wie  man 
zu  ainem  jeden   falg  insonderheit  gesclmiten,   pfalet   und  gerait,    deß- 
gleichen  grabet,   gefalget,  als  ob  ain  jeder  zö  hoch  oder  teif,   oder  wie 
man   sonst  eingelegt  hab;   und  an  welchem  baw  oder  werk  ir  mangel 
sehen  und  befunden  würden,  alsdann  solches  den  lehenherrn  anzaigen 
und  volgendts  nach  ewer  erkanntnus  den  gemainder  gegen  dem  lehen- 
herrn zfl  gevärlichen  abtrag  anhalten,   auch   daruf  den  gmainder  nach 
gestaltsame  der  sachen  strafen  und  darinnen  nichzit  ansechen,  noch  euch 
verhindern  lassen,  weder  frenndschaft  feindschaft,  müet,  gaab  noch  ich- 
zit  anders,    daß   ainiche    sauninus    oder    Verhinderung  hieran   geperen 
mecht,  überal  in  dhainerlai  weise. 


^  Hier  ist  ein  Stück  abgerissen. 


Überlingen.  249 

Es  mecht  aber  ainer  so  gevarlich  bawen,  so  sollen  ir  schuldig 
sein,  solliches  ainem  ersamen  rath  anzäzaigen,  und  darnach  bei  ainem 
lath  ste^i,  wie  derselbig,  so  unbaw  gethon  hat,  mit  Verweisung  der 
stat,  oder  in  ander  weg  darumb  gestrafft  werd. 

Zum  driten,  dieweil  auch  Ordnung  fürgenomen  worden,  daz 
Qunhinfurter  alle  gmainder  im  lehenherren  die  ordenliche  zal  und  dar- 
2Q0  die  überzahl  der  stecken  in  die  güeter  bezalen  sollen  und  müessen ; 
werde  dann  ain  gmainder  ain  oder  mer  garten  und  gät  allein  uf  ain 
oder  zwai  jar  lang,  minder  oder  mer,  bawen,  und  von  sollicher  ursach 
der  überzal  wegen  die  stecken  in  güetem  abgen  lassen  und  nit  er- 
füllen, dessgleichen,  wo  ir  befinden,  daz  ain  gmainder  in  seinen  leheu- 
güeiem  usser  jetzerzelter  ursach  järlichs  deß  minder  raite  oder  einlegte, 
80  sollen  ir  alsdann  in  beeden  vehlen  euch  darumb  erkennen,  waß  der 
gmainder  dem  lehenherm  für  abtrag  ze  thün  schuldig,  und  dannoch  zu 
thun  nichzit  destminder  von  euch  noch  weiter  umb  jedes  verprechen 
insonderhait  nach  der  gepür  gestrafft  werden. 

Und  gibt  man  euch  für  sollich  ewer  mühe  und  arbait  alle  drei 
nmbgeng  mit  ainander  zfl  ainer  ergetzlichait  von  gemainer  stat,  und 
zwidnzig  pfund  pfening  und  zwelf  laib  brott  auß  dem  spital,  doch  nit 
lenger  dann  es  ainem  rath  gelegen  ist,  die  müegen  ir  zu  obbestimpten 
dreien   umbgengen   mitainander   in   frieden  und    freud   verzeren.      Ir 
sollen  aber  nit  mer,  wie  bißher  beschechen,  mit  ainander  zu  imbis  essen 
noch  ainander  mit  hausen  zu  losen   füeren,    ald   derwegen  sonderbare 
meler    ufiichten,    sonder  wenn   ir    obgeherterweise  zuo  gesetzter  zeit 
ainen  umbgang  thun  wellen,  ain  jeder  anhaimsch  zu  morgen  essen,  und 
nach  barfuoser  tagmeß   zuosamen  komen   und    den   eschen  nach  mit- 
ainander deß  ußgangs  verglichen,   auch   volgends  zum  zaichen  in  die 
fri^ness  ußgehn  und  ungevarlich  biß  ain  oder  zwo  uhm  nachmittag  in 
den  eschen  herumbziehen ,  dieselben  mit  ordenlichen  vleiß,  wie  oblaut, 
beschawen,   und    allererst  zu  nacht  ze  ewerer  gelegenheit  mitainander 
essen,  alles  one  geverd. 

Item  wann  ainer  oder  mer,  so  reben  an  gemainden  oder  für  sich 
gelbsten  baut,  strafbar  erfunden  würde,  daß  er  der  Ordnung  nit  gemeß 
gebawen  hat,  oder  sonsten  unbaw  gethan  hat,  der  oder  dieselbigen  sollen 
durch  die  unbawschawer  sambt  dem  herren  zunftmaistern  im  Wolf,  so 
derselben  zeit  im  ambt  ist  und  den  stab  halten,  soll  gestraft  werden. 
Item  sollen  auch  die  rebbawschawer,  so  oft  sei  ain  umbgang 
thfin,  diejenigen,  welche  sei  strafbar  befinden,  glich  bald  nach  voll- 
endten  derselbigen  umbgang  und  zuvor  und  ehemaln  sei  den  andern 
oder  dritten  umbgang  thün,  fürstellen  und  strafen,  und  die  strafen 
von  zwaien  oder  dreien  umbgangen  nit  züsamen  komen  lassen. 


250  Überlingen. 

Item  wan  dann  aineroder  mer  wieder  die  rebbauordnung  baute,  oder 
sonsten  unbew  thet,  und  doch  die  rebbawschower  sehen  und  erkennen 
künden,  daz  es  ungevarlicher  weis  beschehen,  die  oder  dieselbigen  soUct 
sei  beschicken  und  inen  solliche  unbew  ainmaln  undersagen  und  ver- 
warnen, daz  sei  solliche  unbew  bei  inen  abschafen  und  verbessern,  den 
da  sei  dasselbig  nit  thün  und  hernachen  mer  also  erfunden  werden, 
sollend  sei  darumb  gestrafft  werden. 

Item  do  auch  zwischen  den  dreien  ordenlichen  umbgangen  die 
rebbauschower,  ainer  oder  mer,  für  sich  Selbsten  in  daz  veld  gehend 
und  dann  zuomaln  bei  ainem  oder  dem  andern  solliche  unbew  fiinden, 
die  sollen  sei  nit  weniger  zuo  rüegen  schuldig  sein,  als  wan  sei  sollicbe 
unbew  in  den  ordenlichen  umbgengen  gefunden  heten,  dieselbigen 
sollen  alsdann  auch  fürgestelt  und  umb  solliche  unbew  gestrafft  werden. 

Item  dieweil  ain  jeder  gemainder  die  ganz  anzal  der  stecken  in 
die  reben  zu  geben  schuldig  und  aber  den  verordneten  fürkumen,  das 
etliche  lehenherrn  den  gemaindern  die  stecken  nit  kaufen  und  den 
gemaindem  dieselben  nichzit  dester  weniger  aufrechnen,  daz  soll  nun 
fürohin  nit  mer  gescheen,  und  welcher  lehenherr  die  stecken  nit  kauft,  } 
die  sollend  auch  den  gemaindern  zuo  bezalen  nit  ufgerechnet  werden, 
noch  sei  dieselbigen  zu  bezalen  schuldig  sein.  \ 

Actum,  mitwochs  nach  quasimodo  geniti  anno  etc.  84.  "^ 

Nota:  Hierzuo  geherd  auch  die  new  rebbawordnung,  beratschlagt  ; 
und  fürgenomen  montags  vor  Laurentii  anno  etc.  80.^ 
1553     Fertigung   der  sog.  «Zweier»,   die   zur  Aufrechterhaltung  der 
Februars.  nächtlichen  Ruhe  auf  die  Gassen  verordnet  wurden. 

Ir  werden  schwereu,  daz  ir  meinen  herrn,  burgermaister  und  rath 
gehorsam  sein  und  nun  hinfüro  biß  uf  ir  meiner  herrn  widerabschafen, 
alle  nacht  zuo  gewonlicher  zeit,  wan  man  sonst  uf  die  wacht  leutet, 
allenthalben  in  der  stat  lierumbgehn  und  uf  die  Unzuchten,  so  sich  bis 
daher  mit  boldern,  siugen,  jutzgen,  schreien  und  anderweg  ganz  un- 
zeimblicher  weis  erheben,  ewer  gefleissen  aufmerken  und  getrew  achtung 
geben  wellen ;  welchen  ir  nur  aubends  nach  geschlagner  zehenden  stund, 
er  seieheman,  junggesell,  dienst,  frembd  oder  haimsch,  ohne  ain  brennend 
Hecht  sehen  oder  betreten,  den  sollen  ir  in  verzaichnus  und  kundschafl 
nemen  und  sei  volgends  dem  pitel  ereffnen  und  anzaigen.  Ob  sich 
aber  ainer  oder  mehr,  vor  ald  nach  bestimpter  zeit  der  zehenden  stund 
mit  singen,  jauchzgen  und  polderu  ungeschickt  und  unbeschaiden  halten 
und  erzaigen  würd,  alsdann  [den]  oder  dieselben  abermals  nit  weniger, 
dann  wie  ob,  in  verzaichnus  und  kundtschaft  nemen  und  dieselben  dem 
pitel  anzaigen  und  fürbringen,  und  so  ir  nun  zuo  obbestimpter  zeit  uf 

»  1580  August  8. 


Überlingen.  251 

die  wacht  kaamen,  sollen  ir  zuvor  und  ehe  es  ains  geschlagen  hat,  nit 
neidemmb  davon  ab  und  anhaimsch,  noch  auch  darz weischen  in  ainich 
iimkstaben,  wierz-  oder  gessUerheuser  gehn  und  darinnen  zechen,  ganz 
Hberall  in  dhainerlai  weise. 

Wa  ir  auch  in  bemelten  heusern  unbeschaidenlich  geschlög  oder 
lofiraor  erhörten,  welches  zuo  ungemach  und  weitleifigkait  dienen  mecht, 
flo  aoUen  ir  euch  in  dieselben  gast-,  würts-,  oder  gesslierheuser  thün, 
effirang  begem  und  solliche  unhändel  und  angefangen  ufrürn  abstellen, 
fieid  machen  und  pieten;  welcher  oder  welche  aber  sollich  ewer  freid- 
pieten  [mißachten],  weiter  handeln  und  denselben  nit  halten  weit  oder 
irOrde,  alsdann  den  oder  die  fänkhch  greifen  und  die  umbsteenden 
pereonen,  wa  ir  für  euch  selbs  nit  stark  genuog  weren,  zuo  heilf  er- 
Doanen  und  morgens  darnach,  wie  obgehert,  clagen  und  anzaigen. 

Insonderhait  aber  sollen  ir  nun  hinfürter  bei  vorbestimptem  ewerm 
■id  zuomahl  bei  den  hochzeiten  oder  sunst  lenger  nit  mer  tanzen  noch  die  speli 
gdm  lassen,  den  biß  die  glogg  neune  geschlagen  hat,  sonder  wan  solliche  zeit 
Dngevarlich  fürüber  und  verschinen  ist,  alsdann  dasselbig  alles  bei  den  hoch- 
Mit-  und  andern  leuten  in  namen  ains  ersamen  raths  tugentlichabschaflfen ; 
ob  aber  dazselbig  jemands  übertreten  und  nit  halten  würd,  alsdann 
»ollen  ir  schuldig  sein,  ain  sollichs  zuo  rüegen  und  fürzuobringen. 

Zum  andern,  ob  ir  bei  der  nacht  jemandts  gehn,  ichzit  tragen, 
steigen  oder  anders  über  und  handien  sehen,  welches  allerlai  argwon 
UDd  besen  verdacht  uf  ime  tragen  mecht,  sollen  ir  ain  sollichs  nach 
geetalt  der  Sachen  gleich  alsbald  mit  ernst  rechtvertigen  und  gegen  den 
verdachten  und  argwenischen  personen  mit  gefenglich  einziehung  (sover 
ir  änderst  derselben  stark  genuog),  wie  oben  der  Unzucht  halben  gemelt, 
handeln,  oder  aber  ain  sollichs  ainem  herrn  burgermaister  eroffnen  und 
onverbalten  lassen. 

Und  zum  beschluß  dhain  nacht  von  der  wacht  ohne  ehehafte  ur- 
Bachen und  erlaupnus  meines  herrn  burgermaister  ald  stathalters  uß- 
bleiben,  sonder  gehorsamlich  und  gefleissen  erscheinen,  auch  ir  ainer  von 
dem  andern  sein  verlessigkait,  unfleiß  und  ungehorsame  obermelten 
mdaen  herrn,  burgermaister  ald  Statthalter,  bei  seinem  aid  clagen,  er- 
effiira  und  fürbringen,  und  daz  dhains  wegs  vertrueken  oder  verschwigen, 
alles  getrewlich  und  ungevarlich. 

Nota:  Jedes  besoldung  ist  nachts  ain  halber  balz  und  darzuo  von 
jeder  straf  ö  ^  ^. 

Actum  uf  unser  lieben  Frawen  lieh tmeß tag  anno  etc.  53. 
Fertigung  eines  Gerichtsschreibers. 

Ir  werden  schweren  ainen  aid  zuo  gott  und  seinen  hailigen,  meinen 
jrm,  burgermaister,  stathaltern  und  räthen,  auch  stataman  und  richtem 


252  ÜberliDgen. 

allhie  zfi  Überlingen  aller  ding  gehorsam  und  gewertig  zuo  sein,  auch 
derselben  und  gemainer  statt  alhie  und  all  unser  nachkomen  nutz  und 
fromen  und  ehr  zuo  werken,  ze  thün  und  zuo  schafen,  ir  schaden,  gefar, 
nachtail  und  unehr  zuo  wenden,  zuo  warnen  und  zuo  verhindern  nach 
ewerm  hechsten  versteen  und  evrmögen,   und  dann  ewerm   ampt  mit 
schreiben  und  lesen  getrewlich  obsein,  brief  und  Urkunden,  auch  alle 
gerichtliche  einlegen,  die  in  recht  fürgebracht  werden,  getrewlich  bei 
dem  gericht  oder  hinder  euch  bewaren,  den  parthein  oder  niemandta 
andern  zuo  ereflfnen,  was  von  den  Sachen  in  rathschlagen  der  richten! 
und  urtelsprechern  geredt  oder  gehandelt  würdet,  auch  die  haimlichd 
gerichtshandel  niemand ts  zu  effnen,  lesen  oder  sehen  lassen,  auch  sonsteo 
alle  haiinUche  räth  und  anders,  was  euch  in  gehaim  zuo  behalten  be- 
folchen  würdet,  biß  in  ewer  gruob  verschwigen,  und  dhain  copeien  von 
den  einbrachten  briefen  und   Schriften    den  partheien  geben,   ohn  e^ 
kanntnus  oder  erlaubnus  des  gerichts,  darzuo  dhainer  parthei  wider  die 
ander  rathen  und  warnen,  dhain  schenkin  nemen,  noch  euch  zuo  nute 
nemen  lassen,  sonder  ewers  lohns  jederzeit  beniegen  lassen;   und  zuo 
welcher  zeit  ir  euch  auch  nit  nach  meiner  herrn  gefallen  und  diser 
ewer  vertigung  gemeß  verhalten,  wellen  meine  herrn  inen  weiten  weg 
und  offen  band  vorbehalten  haben,  euch  dann  und  jedesmal  zuo  inrlouben. 

1558  Fertigung  der  Ambtsleute  auf  dem  Land  des  Salzmessens  halb. 
Ir  werden  schweren  ainen  aid  leiplich  zuo  gott  dem  allmechtigen 
und  allen  hailigen,  daß  ir  alles  daz  salz,  so  euch  in  dem  saltzhaus  von 
meinen -herrn  ains  ersamen  raths  salzkneehts  eingemessen  würdet,  ge- 
trewlich und  mit  allem  vleiß  den  underthonen  und  armen  leuten  uf 
dem  land  weiderumb  ausmessen;  jedoch  jemands  ainich  salz,  weder 
wenig  noch  veil,  uf  borg,  sonder  umb  bare  bezalung  volgen  lassen; 
deßgleichen  daz  davor  ordenlicli  einziehen,  dasselbig  gleich  alsbald  und 
von  stund  an  in  die  büchs  stossen  und  solliches  in  ewere  aignen  nuti 
nit  bewenden,  sonder  wan  ir  ewer  anzal  gar  ausgemessen  haben,  eudi 
alsdann  für  die  stüblinsherren  in  diß  stüblin  gen  Überlingen  die  büchs 
ermelten  herrn  zuostellen  und  inen  umb  ewer  empfangne  und  euch 
uberantwürte  anzal  salz,  auch  eingenomen  gelt  ordenliche  und  umb- 
stendliche  reitung  und  anzaigung  thün,  und  daz  gevarlicher  weis  dhains 
wegs  verziehen  noch  sonst  hierinnen  ewerer  person  halben  ainich 
mangel  fürgehn  oder  erscheinen  lassen  wollen,  daz  ermelten  meinen 
herrn,  ainem  ersamen  rath  zuo  Überlingen,  an  dem  salz  und  gelt  zuo 
nachthail,  abgang  und  schaden  raichen  und  gelangen  mocht,  alles  ge- 
trewlich und  ungevarlich. 

Actum  freitags  nach  Maria  himelfarth  anno  etc.  53. 


Oberlingen.  253 

Eid  der  Leibeigenen  des  Klosters  Weingarten,  die  in 
Überlingischen  Gerichten  saßen. 
Alle  die  meins  gnedigen  herrn  von  Weingarten  laibaigen  seind, 
und  ZUG  Hagnaw,  Kippenhausen,  Imenstad  und  anderen  orthen  in  der 
Togtei  Itendorf  gesessen,  werden  schweren  ain  aid  zuo  gott  und  den 
bailigen  mit  ufgehepten  fingern  und  gelerten  worthen,  seiner  gnaden 
und  gottshauß  Weingarten  nutz  zu  fürdern,  schaden  zuo  wenden,  auch 
Jt  leib  und  guot  nit  zuo  entfieren,  noch  in  ain  ald  den  andern  weg 
flnehtsam  sein,  auch  kain  andern  leibherm  und  schürm,  dann  allain  ir 
gnaden  und  gottshauß  Weingarten,  suochen  und  annemen,  auch  sunst 
alles  daz  zft  thun,  daz  fromen,  aignen,  gehorsamen,  gottshauß  leuthen 
2&  thün  gepürt,  alles  getrewUch  und  ungevarUch. 

Ordnung  deren,   die  in  iren  aignen  Häusern  oder  in  andern 
fremden  Orten  an  cbösen  Blattern»  und  cmorbo  gallico»  ärzt- 
lich behandelt  werden. 

Item  ain  jede  manns-  und  frowenperson,  die  in  im  aignen  heuser 
oder  andern  orthen  ausserhalb  deß  gemainen  blatterhauß  an  den 
blättern  geartzneiet  werden,  sollen  sich  von  stund  an,  so  sei  vermainen 
gesund  sein,  bei  der  oberkait  anzaigen  und  nachmaln  durch  die  doctores 
and  scherer  geschowet  werden,  und  so  ain  person  noch  nit  gesund  an 
1er  schow  erfunden,  soll  dieselb  person,  ain  man  bei  dem  aid,  meinen 
lierm  burgermaister  geschworn,  und  ain  frow  bei  im  trew  an  aid  stat 
rider  in  daz  hauß  gevörtiget,  daz  sei  daruß  nit  komen,  die  seien  dann 
lachmaln  als  gesund  hierauß  zuo  gohn  erkennt;  und  so  ain  jedes  als 
resund  erkennt  würdet,  soll  dazselbig  bei  seinem  aid  oder  trew  an  aid 
itatt  in  ainem  halben  jar,  dem  nechsten,  nach  geschwomer  schow  in 
Ihain  versamlung  noch  gemainsam  weder  in  der  kürchen,  am  visch- 
narkt,  in  der  metzge,  badstuben,  offnen  zechen,  der  gesellschaft  in 
Liewen,  noch  den  erbam  zünften  und  andern  orthen,  auch  in  dhain 
ich&rstuben  nit  geen  noch  komen,  sonder  ungevarlich  in  seinem  hauß 
deiben;  es  soll  auch  ain  jede  person  in  sollichem  halben  jar  dhaine  ire 
daider  als  hembd,  leinlachen  und  dergleichen,  leins  und  waulins,  in 
Ibain  gemaine  oder  lohnweschen  legen,  noch  weschen  lassen,  bei  ob- 
^melten  im  aid  oder  trew  an  rechts  aids  statt. 

Ordnung,   wie  es  des  Ungelds   halber  in   den  Überlingischen     ^j^^* 
ind    des  hl.   Geists    Spitals  Flecken,    Dörfern,    Weilern   und^^'"""^' ^*' 
Jidern-Gerichtsbarkeits-Orten  gehalten  werden  solle.     Ferti- 
gung, wie  die  Wirte  darüber  sollen  beeidigt  werden. 

Demnach  die  röm.  kais.  majestät  etc.,  unser  allergnedigister  herr, 
ron  meinen  herrn  burgermaister  und  ainem  ersamen  rath  deß  hailigen 


254  Überlingen. 

röm.  reichs  stat  Überlingen,  allerunderthenigist  berichtet  worden  seiend, 
welcher  massen  sei  und  ain  ganze  gmaind  bei  disen   anetz   schwären, 
theuren  jaren  und  Zeiten  mit  teglichen  ausgaaben  sonderlich  zno  e^ 
haltung    und    Verrichtung    irer    selbst    aignen    unumbgengHcher    bav 
notürften,  zuomahlen  der  grosen  menge  der  armen,  so  in  irn  spital  ge- 
nomen  und  underhalten  werden   müesen,  hochbeschwert  seiend,  und 
dardurch  an  irem  Vorrat  und  gemainer  stat  seckel  so  tief  erschepft  und 
ersaigert  worden,   daz,   wo    denselbigen    nit    mit    andern    gepürlichen 
mitein  uf  ain  järlichs  ewigs  endkomen  gesteurt  oder  geholfen,  daz  sei 
berüerte  ausgaaben,  wie  auch  reichs-,  krais-,  stät-  und  derglichen  ordinari 
und  extraordinari  hilfen  auch  underhaltung  camergerichts,  deßgleichen 
gemainer  statt  nottwendig  gebew  und  anderen  denselben  nottürften  nit 
meer  erschwingen  noch  erstaten  werden  künden  und  mögen,  daß  hierauf 
hochgedachte  röm.  kais.  majestät  dem  jüngst  zu  Regenspurg  deß  erst 
abgelofnen  fünfzehenhundert  vier  und  neimzigisten  jars  gehaltnen  ge- 
mainem   reichstag  aus  sondern  kaiserlichen  miltischen   gnaden,   auch 
umb  und  vorweg  der  trewen,  nutzlichen  und  erspreißlichen  diensten,  so 
wohlgedachte  jetzige  regierende  burgermaister  und  rath  der  statt  Über- 
lingen, als  derselben  antecessores  irer  röm.  kaiserl.  majestät  etc.  und 
derselben  vorfarn  römischer  kaisern  und  kinigen  und  dem  hailigen  reich, 
auch  dem  hochloblichen  hauß  Österrich  mit  darsetzung  irer  leib,  haab 
und  güetern,  insonderhait  zuo  jedem  im  reich  zuo  tragenden  entbärungen, 
aufruoren  und  weiterwertigkaiten,   neben  und  vor  andern  stenden  und 
rathen,  als  ain  gehorsamer  reichsstatt  christenlich,  ehrlich  und   unver- 
drossenlich  erzaigt  und  beweisen  haben,   daz  dem  allem  nach  ir  röm. 
kais.   Maj.   etc.   von   und   auß    römischer   kaiserlicher   macht    und   vol- 
kommhait  vorgedachte  meine  herrn  burgermaister  und  ain  ersamer  rath 
der  statt  Überlingen  von  gemainer   irer  statt  wegen  allergnädigist  mit 
ainer  sonderbarn  kaiserlichen  benadigung  und  umbgelts  freihält  privi- 
legirt,  begäbet  und  denselben  bewilligt  und  zuogelassen  haben,   daz  sei 
und  ire  nachkomen  von  nun  an  und  hinfüro  dez  umbgelt,  sowohl  ausser 
als  in  der  statt  Überlingen,  in  ire  und  irs  gotzhauß  spitals  zuogeherigen 
flocken,  dörfern,  weilern  und  undern  gericliten  von  den  weinen,  den  die 
würtoder  gastgeb  in  irn  würtsehaften  gegen  den  gesten  und  zerleuten  ver- 
brauchen,  auch  die  erstgemelte  würt  und  gastgeb  und  andern  in  im 
würtsehaften  und  heusern  bei  der  maß  über  die  gassen  keuflich  aus- 
schenken   oder  hingeben,  allwegen   die  achtend  maß,  oder  wie  solches 
in  irer  statt  Überlingen  von  iren  burgern  gegeben  würdet,  zuo  umbgelt 
anschlagen,   nämen  und  einvordern  mögen,   alles  vermög  und  in  craft 
der  darüber  besagender  und  inen  mitgethailter  freihait. 


ÜberÜDgeD.  255 

Dieaelbigen  nun  in  ir  würkliche  volnzichung  zuo  pringen,  so  setzen, 
len  und  wellen  mer  und  oftgedaehte  meine  herrn  burgermaister 
,  ain  ersamer  rath  deß  hailigen   römischen  reichs  statt  Überlingen, 

nun  hinfürter  ainicher  würth  mer  in  diser  vogtei  und  geriehten^ 
»sen,  dhain  wein  mer  einlegen  solle,  es  sei  dann  der  vogt'  und  die 
ordneten  weinschetzer  jedes  orths  darbei,  der  oder  die  sollen  alsdann 
^smahls  in  verzaichnus  nämen,  wie  veil  allwegen  deß  weins  seie,  so 

würth  eingelegt,  wie  er  den  kauft  habe  und  ausschenken  welle, 
I  dann  volgends  der  vogt  solliche  verzaichnus  alle  wochen  am 
ibstag  gehn  Überlingen  den  umbgelter  herrn  überantwurten  und 
stellen. 

Zum  andern,  do  aber  ain  underthon,  hindersäß,  oder  ein  woner, 
dhain  ofner  würth  und  gastgeb  ist,  wein  ufthün  und  den  von  der 
B  zu  verkaufen  ausschenken  wolte,  der  soll  zuvor  dasselbig  dem 
afher  und  den  weinschetzern  anzaigen  und  umb  sollich  wein  aus- 
enken  anhalten  und  pitten;  daruf  sollen  alsdann  der  schafner  und 

weinschetzer  in  den  ker  oder  keller  gohn,  darein  sollicher  wein, 
i  man  ausschenken  will,  liget,  die  vaß  sumen  oder  bailen,  wievil 

0  jedes  halte,  dasselbig  in  verzaichnus  nemen  und  dannochin,  wann 
ausgeschenkt  ist,  an  die  eich  legen,  dasselbig  ordenlich  eichen  lassen 

1  gegen  der  erst  sum  oder  bailung  verglichen,  und  wie  es  dann  an 
eich  befunden,  dasselbig  an  dem  nechsten  sambstag  darnach  durch 

t  vogt,  den  umbgelter  herrn,  auch  wie  er  [über]  die  gaß  geben  und 
geschenkt  habe,  in  Schriften,  verzaichnet  überantwurten  zuo  sollen. 

Zum  dritten,  was  dann  also  ain  würth,  gastgeb,  oder  ain  anderer 
lerthon  für  wein  in  seiner  gastherberg  oder  behausung  verbraucht 
1  ausschenkt,  den  allen  und  jeden,  es  sei  wenig  oder  vil,  soll  er 
nmbgelten  und  allwegen  die  achtend  maß  zuo  umbgelt,  daz  ist  vom 
ndt  zwen  Schilling  und  sechs  pfennig  meinen  herrn,  burgermaister 
1  ainem  ersamen  rath,  wegen  gemainer  irer  stat  Überlingen  von 
er  fronfasten  zuo  der  andern,  oder  wan  sei  von  den  umbgelter  herrn 
►  Überlingen  deßhalber  ervordert  werden  gewißlich,  unfelbarlich  und 
le  ainichen  mangel  und  abgang  verrechnen,  erlegen  und  bezalen, 
d  dhainer  zwai  umbgelt  zuosamen  komen  lassen,  sonder  dero  jeder, 
nn  sei  von  umbgelterherrn  zuo  Überlingen  sollich  umbgelt  abzuo- 
then  und  zuo  bezalen  ervordert  und  beschaiden  werden,  denselben 
0  gehorsamen  schuldig  sein. 

Welcher  oder  welche  aber  hierwider  handien,  den  oder  dieselben  wer- 
5n  meine  herrn  ain  ersamer  rath  je  nach  gelegenhait  imd  gestalt  der 

^  Am  BaDde:  ein  deß  gottshaus  hailigen  geists  spitals  gerichten». 
'  Am  Rande:  cBchafner». 


256  Überlingen. 

Sachen   abstrafen   und  behalten  dieselbigen  inen  dameben  bevor,dise 
Ordnung  und  darauf  gestelte  fertigung  und  articul,  ainen  oder  me,  gar 
oder  kain  thail  zuo  enderen,  zuo  meren,  zuo  mindern  und  zuo  besseiD, 
wie  sie  jederzeit  begegneten  dingen  nach  für  bequem,  guot  und  rath- 
sam  ansehen  würdet. 

Actum  ex  senatus  decreto,  dor[n]stag8  nach  Thomae  apostoli, 
den  22.  decembris  anno  1594. 

Eid  der  Wirte  und  Gastgeber  auf  dem  Land,  die  zu  der  Stadt 
Überlingen  nidergerichtlicher  Obrigkeit  gehören. 

Ir  die  würth  werden  schweren,  meiner  herm  burgermaister  und 
ains  ersamen  raths  zuo  Überlingen  und  gemainer  irer  stat  nutz  und 
fromen  zuo  fürdern,  derselben  schaden  und  nachthail  zuo  wenden,  die 
Ordnung  deß  umbgelts  halber,  wie  euch  die  jetzt  gegeben  und  hiemach 
underscheidlichen  geschriben  ist,  getrewlich  zuo  halten,  samlich,  dazir 
und  ewer  dhainer  mer  in  deß  gotzhauß  hailigen  geists  spitals  zao 
Überlingen  gerichten  gesessen  (Itendorf,  Hagnow,  Ramsperg)  dhainen 
wein  mehr  einlegen  solle,  es  sei  dann  der  schafner  oder  die  verordneten 
weinschetzer  jedes  orths  darbei,  demselben  anzaigen,  wievil  deß  weins 
seie,  so  er  einlegen  und  ausschenken  welle,  und  wie  er  den  kouft  habe. 

Wann  dann  also  ain  würth  oder  gastgeb  für  wein  in  seiner  gaatr 
herb  .  .^  denn  allen  und  .  .  er  verungelten,  u  .  .  umbgelt;  daz  ist  vom 
pf .  .  herrn  burgermaister  .  .  ersamen  .  .  ainer  fronfasten  zuo  der  andern, 
oder  wer  sei  .  .  umbgeltem  herrn  zuo  Überlingen  deßhalben  ervordert 
werden,  ohne  ainichen  abgang  gewissenlich  und  unfehlbarlich  erlegen 
und  bezalen  und  dhainer  zwai  umbgelt  zuosamen  kauraen  lassen. 

Es  soll  auch  dhainer  ainichen  wein,  er  habe  desselbigen  erbawen 
uf  rechnung  oder  an  schulden  genomen,  ald  sunst  kauft,  ausschenken, 
er  seie  ime  dan  zuvor  durch  den  vogt  oder  weinschetzer  geschetzt  worden. 

Item  waß  sich  auch  für  frefel  und  buosfellige  Sachen  in  ewer 
jedes  herberg  zuotragen  und  begeben,  daz  ir  dieselbigen  ieder  zeit 
ainem  vogt  uf  daz  fürderlichst  und  unverzogenlichst  eröfnen  und  an- 
zaigen, und  hierinnen  niemandts  verschonen  noch  ansehen^  alles  trew- 
lich  und  ungevarlich. 

Fertigung  des  Brunnenknechts. 
Item  erstlich  soll  ain  brunnenknecht  alle  werchtag  nach  der  tag- 
meß für  das  rathauß  komen,   und  den  beschaid  von  dem  bawknecht 
[wegen]  seiner  arbeit  deß  tags   vernemen  und  denselbigen  volg  thün. 


^  Die  mit  .  .  bezeichneten  Stellen  fehlen,  da  ein  Stück  des  beschriebenen  Blattes 
abgerissen  ist. 


ÜberlingeD.  257 

r  soll  auch  alle  morgen,  so  man  das  taggleglin  leuth,  das  klain  türlin 
n  heldihor  sampt  dem  andern  türlinschliesser  aufschliessen  und  am 
abendt,  so  man  spatwacht  verleuth,  zuoschiiessen,  und  alle  nacht  auf 
em  haldihor  ligen,  und  so  nachtlicher  weiß,  wer  daz  were,  an  daz 
lior  keme,  solt  er  den  beschaid  von  demselbigen  nemen,  und  den 
leinen  herm  den  bawherrn  oder  dem  bawknecht  anzaigen;  so  aber 
iner  nechtlicher  weiß  ainer  hebamen  nottürftig  wer  in  der  Held,  die  soll 
r  haben,  und  [der  brunnenknecht  soll]  mitsampt  dem  andern  türlin- 
chliesser  mit  verlauptung  der  obrigkait  aufschliessen.  Er  soll  auch  alle- 
Bg  zA  den  brunnen  in  der  stat  sehen,  damit  daz  die  seuberlich  ge- 
lalten  werden.  So  aber  er  gewor  würde  oder  sehe,  das  von  weubern 
der  andern  personen  unsauber  geschier  oder  anders  darinn  gestossen 
idtf  gewaschen,  dieselbigen  solt  er  bei  seinem  aid  zu  rügen  und 
linem  pitei  anzegeben  schuldig  sein.  Er  soll  auch  Winterszeit  alitag 
A  meiner  herm  weier  und  gruoben  sehen,  dieselbigen  sonderlich  die, 
larinnen  visch  sein  mochten,  so  sei  mit  iß  uberfroren  sein,  die  auf- 
lawen  und  den  vischen  lufb  machen. 

Dergleichen  sumers-  und  Winterszeit  zu  den  weiern  und  gruoben 
lehen  cmd  die  wasserflüß,  so  darein  dienen,  aufthun,  rumen  und  das 
vaaser  darein  laiten,  und  so  er  gewar  würd,  daz  der  weier  von  Lugen  ^ 
in  dem  influß  deß  newen  weiers,  so  durch  sein  hof  lauft,  derselbig  nit 
ünlibgiDg,  soll  er  den  fluß  hinabrichten  und  nichtdestminder  den 
oangel  den  bawherrn  anzaigen. 

Er  soll  auch  dem  brunnenmaister  helflich  sein,  so  er  sein  not- 
Brftig,  und  zur  wasserstuben  und  cüchel  lotzen  besehen ;  wa  aber  auch 
twan  die  bruggen,  reussen,  karren  laissen  in-  und  außerhalb  der  statt 
oangelhaft,  soll  er  die  bessern,  aufthun  und  laiten. 

Er  soll  auch  zft  meiner  herm  velben  hinder  Birnow  und  allent- 
Mlben  besehen,  damit  die  nit  beschedigt  werden.  Er  soll  auch  meiner 
wrm  holz,  breter  und  anders  in  und  vor  der  statt  imd  im  See 
ichwemen,  und  sovil  möglich  z&samenthün,  war  er  seh,  und  den 
icbaden  fürkaumen. 

Item  wa  und  di  bi  wem  er  auch  meiner  herrn  ha  wen,  bickel, 
«^aggen  und  ander  geschier  sehe,  die  soll  er  zu  sein  banden  nemmen 
and  dem  bawknecht  überantwurten. 

Und  gibt  man  ihm  alle  wochen  wochenlich  zehen  Schilling  pfennig, 
und  all  fronfasten  wartgelt  zwelf  Schilling  pfennig,  und  zu  weihenachten 
«in  fiponvastengelt  dobblat,  ain  pfund  vier  Schilling  pfennig,  und  alle 
Jät  für  stifelt  ain  guldin  und  für  holz  auch   ain  guldin  mitsamt   der 

t  Lügenhof,  oOrdlich  von  Überlingen. 
<)b«iteliiltche  Btadtreobte.  n,  2.  17 


258  Überlingen. 

behausung  auf  dem  haldthor  und  soll  unverlaupt  der  bawherm  nit  aoO 
der  statt  geen. 

Er  soll  auch,  wenn  die  brunnen  zu  waschen  nottürftig,  dieselbigen 
seubem  und  rumen. 

Wann  er  morgens  aufschleuß,  soll  er  nit  vom  thor  geen,  biß  der 
thorhieter  da  ist. 

Eines  Brunnenschöpfers  Fertigung. 

Item  du  würst  schweren  ain  aid  zu  gott  und  den  hailigen,  das 
du  deß  ichprunnen  alletäglichen  mit  vleiß  wellest  warten,  die  göst,  so 
wein  alhie  kaufen,  freundtlichen  empfangen  und  zusprechen  und  ire 
faß,  die  dir  von  den  keufem  [übergeben],  oder  von  inen  uf  den  ich- 
prunnen gelegt  werden,  mit  vleiß  und  von  stund  an  füllen,  damit  m 
gevertiget  werden  und  mit  dem  baiennapf  nachlof;  und  so  du  oder 
diejenigen,  die  dir  helfen,  die  faß  füllen,  sollen  ir  zuvor  bei  dem  spaumten^ 
darinn  schmecken,  ob  es  nit  dumele  oder  ander  Vorgeschmack  habe, 
dardurch  der  wein  mochte  verletzt  werden ;  und  so  du  deren  ains  oder 
mer  erfundest,  solt  du  daz  nit  füllen,  sonder  dem  küefer,  der  daz  ge- 
punden  hat,  anzeigen,  damit  er  dem  vaß  den  geschmack  wende;  aber 
unangesehen  solt  du  denselbigen  küefer  bei  obgemeltem  geschwomen 
aid  dem  pitel  oder  umbgelterknecht  rüegen  und  anzaigen,  damit  er 
gestrafft  werde.  Du  solt  ouch  dein  ufmerken  haben,  damit  solcher 
ichprunnen  von  iemandts  weder  durch  reif,  unsuber  geschier,  oder  in 
ander  weg  geunsubert  würde;  und  so  du  daran  ains  erfeßt,  solt  du 
dieselbigen  gleichfahls,  wie  obsteet,  zu  rüegen  und  anzügeben  schuldig 
sein.  Du  solt  auch  uf  daz  ichgeschier,  was  daz  ist,  dein  getrew  uf- 
merken haben,  damit  daz  nit  verloren  oder  zerprochen  werde. 

Du  solt  dich  auch  von  dieser  stat  nit  usseren,  dann  mit  bewilligen 
und  erloben  ains  hern  burgermaisters,  oder,  im  abwesen  desselbigen  stat- 
halters.  Du  und  der  brunnenknecht  sollen  auch  schuldig  sein,  alle  fron 
vasten  den  brunnen  zu  seubern  und  daz  nit  underlassen,  dann  mit 
bewillgen  der  stüblins-  und  bawherm. 

Und  ob  sach,  daz  die  baiden  icher  mit  dem  ichen  seumig  und  die 
fürleuth  nit  fertigen  und  deß  ichprunnen  mit  vleiß  nit  warten,  und 
darneben  den  fürleuthen  bösen  beschaid  geben  weiten,  und  du  darneben 
gewar  und  sehest,  daz  si  die  eichen  nit  mit  vleiß  anschniden,  oder  ain 
oder  mer  vaß  von  inen  nit  recht  geicht  würde,  dardurch  dem  burger 
oder  gast  unrecht  der  eich  halben  beschehen  mochte,  dasselbig  solt  du 
nit  verhalten,  sonder  den  stüblins-  oder  bawherrn  anzaigen  und  dar 

*  Spunden. 


Überlingen.  259 

nebea  die  imrecht  geichten  vaß  nit  lassen  fürfüeren,  biß  die  reclit  geicht 
werden. 

Da  solt  auch  weder  spilen  noch  karten,  noch  gemein  daran  haben, 
auch  im  jar  nit  macht  haben  urlob  z&  nemen;  aber  gedachte 
meine  herm  behalten  inen  bevor,  im  jar,  wann  es  inen  gelegen,  dich 
A  orloben. 

Und  ob  dir  gelt,  daz  dir  in  abwesen  der  eicher  von  dem  eichen 
oder  schepfen  uberantwurt  solt  du  das  von  stund  an  in  die  büchs 
stossen«  alles  one  geverd. 


Eid  der  Überlingischen  Eigenleüte. 

Die  werden  meinen  herren  burgermaister  und  rath  und  gemainer 
8tat  Überlingen  schweren,  auch  irs  gottshaus  spitals  nutz  und  fromen 
ZOO  achaflEen,  irn  schaden  getrewlich  zuo  warnen  und  zuo  verbieten, 
nach  irm  besten  vermögen  gepott  und  verpott  gehorsam  zuo  sein,  ir 
kib  and  gaot  in  kainenweg  zuo  verendem  noch  beschweren,  on  gunst, 
wiasea  and  willen  meiner  herrn;  deOgelichen  kainer  herrn  schütz^ 
sdifiim,  vogtrecht,  burkrecht  an  sich  zuo  nemen,  dann  mit  wissen 
und  willen  meiner  herm. 

Der  Hindensassen  Eid,  die  Eigen  und  Vogtherrn  haben. 
Meiner  herm  burgermaister  und  rath  gemainer  stat  Überlingen, 
auch  118  gottshaus  spitals  nutz  und  fromen  zuo  schafen,  im  schaden 
getrewlich  zuo  warnen,  doch  ewem  aigen  und  vogtherrn  an  irer  aigen* 
Schaft  und  vogtei  unvergrifen,  pott  und  verpott,  solang  ir  bindersessen, 
in  gemainer  stat  und  deß  gottshaus  spital  geriehten  seit,  gehorsam  zu 
sein,  und  alles,  daz  (sei)  sich  in  der  zeit,  dieweil  ir  hindersessen  gewest 
seind,  verlofen  hat,  mit  recht  an  dem  end,  da  ewer  jeder  gesessen  ist, 
aostragen,  und  sei  nit  weiter  bekümbem  noch  trengen  in  kainen  weg, 
daz  auch  der  hemach  und  wer,  so  ewer  jeden  zuo  haben  auferlegt, 
ewer  jedes  aigen  sei,  und  den  in  kainen  weg  veraber  wandlen,  sonder 
damit  gehorsamlich  warten. 

Kalkknechts  Fertigung. 
Ir  werden  schwären  ain  aid  zu  gott  und  den  hailigen,  meiner 
herm  burgermaister,  rath  und  gemainer  statt  schaden  und  nachthail 
zft  warnen  und  zu  wenden,  und  sonderlich,  daz  ir  das  kalchauß  ver- 
sdien,  darinnen  von  tag  z&  tag  unverhindert  anderer  ewer  gescheften 
trewlich  warten,  kalch,  breter,  schindlen,  stögen,  sprissel,  ziegel,  Ziegel- 
stein, landem^  und  anders,  so  von  den  bawherrn  kauft  und  euch  in  daz 


>  Stangenzann. 

11* 


260  Überlingen. 

kalchhauß  bevolchen  würdet,  ordenlich,  jedes  an  sein  gehörig  ort  und 
züsamen  behalten,  versorgen  und  bewaren,  und  was  ir  von  dem  allem 
und  jedem  verkaufen,  daz  sollen  ir,  wie  im  jedes  zfi  geben  bevolhen 
und  eingesprochen  würdet,  ordenlich  hingeben,  und  daz  pargelt,  so  ir 
uß  demselben  und  sonst  auß  dem  kalchauß  erlosen,  uf  dem  zalbrett 
zölen,  ordenlich  verzaichnen  und  in  gegenwürtigkait  dess,  so  euch  daz 
gelt  gibt,  von  stund  an  in  den  stock  stossen.  Waß  ir  aber  für  zeug 
aus  bevelch  der  bawherrn  oder  bawknechts  uf  borg  ausgeben,  sollen  ir 
dasselbig  aigentlich  ufschreiben,  und  alle  daz  am  aubendt  dem  baw- 
knecht  [auf]  ainen  zedel  Inschrift  verzaichnet  z&stellen,  auch  einen 
gleichferraigen  zedel  von  gemeltem  bawknecht  nemen,  waß  ir  desselben 
tags  für  pargeld  und  woraus  (ir  solliches)  von  stuck  zu  stuck  erlest,  deß- 
gleichen,  waß  ir  auf  porg,  und  wahin,  auch  waß  für  holz,  stain,  kalch, 
latten,  sand  und  anders  zä  gemainer  statt  pawen  hinauß  gegeben  haben, 
und  fttrterhin  dhainen  statwerkmaister  one  ewer  erlauptnus  und  vor- 
wissen, für  sich  selbst  nichzit  mer  nemen  lassen  wellen,  bei  vorgeschribnem 
ewerem  aid;  und  ob  ir  geherter  gestalt  uf  borg  ichzit  hinausgeben,  daz 
sollen  ir  in  acht  tagen  den  nechsten  einziehen,  und  waß  ir  also  für 
pargelt  erlosen  und  in  den  stock  stossen,  deßgleichen  von  den  Schuldnern 
einpringen,  darumben  sollen  ir  alle  vierzehen  tag  den  stüblinsherm 
ordenlich  raitung  thün  und  am  freitag  darvor  neben  und  mitsampt 
dem  stüblinschriber  und  bawknecht  daz  gelt  uß  dem  stock  [nemen],  und 
so  daz  von  euch  an  schulden  eingezogen  worden  were  neben  den  zedel, 
so  ir  ains  jeden  tags  ewer  losung  und  raitung  halben  von  dem  baw- 
knecht haben,  in  daz  stüblin  uberantwurten ,  damit  dasselbig  von  ge- 
meltem stüblinschriber  in  die  büecher,  so  irae  einnemens  und  ußgebens 
halben  von  wegen  deß  kalchauß  sonderlich  Inhalten  bevolhen  worden, 
eingeschriben  werden  mag,  und  waß  inner  acht  tagen  nit  eingezogen 
were,  dasselbig  sollen  ir  darnach  den  stüblinsherm  zu  bezalen  gebieten, 
und  welcher  die  gepott  überfert,  die  anzaigen  und  angeben,  auch  dhaiuen 
für  sich  selbst  dhain  zil  noch  frist  geben  in  dhainen  weg.  Ir  sollen 
auch  in  dem  kalchauß  kain  ürtin  noch  gastung  ufrichten,  haben  noch 
halten,  dessgleichen  auch,  dieweil  ir  an  disem  dienst  sein,  weder  spilen 
noch  karten,  auch  weder  thail  noch  gemain  daran  haben  wollen. 

Zum  andern,  daz  ir  den  zoll  von  den  steckenlediuen,  narablich 
von  jeder  zwen  Schilling  pfening,  und  von  bürdinenkeufen,  davon  die 
keufer  und  verkeufer  einen  haller  zu  geben  schuldig,  ausgenomen  die 
burger,  die  zollfrei  sind,  mit  vleiß  und  one  nachlassen  ziehen;  doch  welcher 
zeitir  euch  missfällig  oder  sunst  nnleidenlich  erzaigen  werden,  daz  sie  von 
tag  zu  tag  soUichen  dienst  wiederumb  von  euch  vordem,  und  denselben 
ainem  andern  irer  gelegenhait  und  guot  ansehen  nach  verleichen  mögen. 


; 


Überlingen.  261 

Und  ist  sein  lohn  alle  wocben,  summer  und  wünter  vierzehen 
schiiling  pfening. 

Eid  der  Kornherren. 
Ir  als  die,  so  uf  ditz  jar  von  meinen  herrn  zuo  kornherrn  ver- 
ordnet sein,  werden  schweren,  gemainer  statt  nutz  und  fromen  ze  fürdern 
and  zft  schaffen,   und  im  schaden   und   abgang  z&   warnen  und  z& 
wenden,  nach  allem  ewerm  vermögen. 

Das  ir  auch  alles  daz  körn,  so  gemainer  statt  von  irn  vogteien 
jailichs  gefält  und  einget,  mit  allen  trewen  empfacben,  dasselbig,  ob  es 
konfmans  guot  und  hermgült  werung  sei,  getrewlicb  und  vleisig  be- 
sehawen,  versorgen  und  bewaren,  auch  in  ewer  einnemeu  ordenlich  ver- 
zaichnen  und  solliches  uf  den  loben  zä  seiner  gepürenden  zeit  umb- 
schlagen  lassen  und  selbst  personlich  allgemainlich  oder  uf  daz  wenigist 
zwen,  sovil  euch  immer  möglich,  dabei  sein,  damit  dasselbig  von  den 
knechten  statlich  verriebt  werd. 

Und  was  ir  fOr  presthaft  oder  angestochen  kom  uf  den  loben 
sehen  und  befanden,  das  sollen  ir  unverzogenlich  ainem  burgermaister 
anzaigen,  damit  verrer  schad  und  nachthail  fürkomen,  auch  sollich  an- 
gestochen und  anlegerschaft  körn  zeitlich  verkauft,  oder  in  ander  weg 
vorwendt  werden  mag. 

Ir  sollen  aber  bei  vorgeschribnem  euwerm  aid  ainich  kom  weder 
wenig  noch  vil  verkaufen,  noch  dhainer  under  euch  ichzit  allain  one  hilf 
der  andern  seiner  mitverordneten  für  sich  selbst  handien,  sonder  je 
ainer  den  andern  darzuo  beriefen  und  also  in  gemain  ainander  beralhen 
und  beholfen  sein,  damit  sich  euwer  dhainer  ab  dem  andern  zu  be- 
schweren hab. 

Und  ob  euch  von  meinen  heixn  erlaupt  würd,  under  der  gred 
oder  sonst  kom,  habern  zu  verkaufen,  so  sollen  ir  bei  vorbestimptem 
ewerm  aid  von  sollichem  körn  oder  habern  für  euch  selbst  niehtzit 
weder  wenig  noch  vil  kaufen  noch  nemen,  es  werd  euch  dann  von 
ainem  rath  sonderlich  vergunt,  oder  sovil  man  ainem  andern  burger 
gibt,  sonder  dasselbig  körn  und  habern  andern  leuten  uf  daz  hechst, 
so  ir  immer  künden  und  gemainer  statt  nutz  dabei  sein  mag  hingeben 
und  verkaufen. 

Was  ir  dann  uß  körn  lösen,  dergleichen  für  frucht  der  statt  be- 
stelten  dienern  an  irn  besoldungen  geben,  auch  den  underthonen  uf 
dem  land  mit  bewilligen  ains  ersanien  ratbs  auelichen  und  ab  den 
loaben  nemen  werden,  das  alles  sollen  ir  jederzeit  ordenlich  und  vleisig 
verzaichnen  und  niehtzit  darvon  in  ewern  aigneu  nutz  verwenden,  sonder 
wan  ir  frucht  verkoufen,  alsbald  das  erlest  gelt  den  stiblinsherrn  von  stund 
überantworten,  damit  ir  ainem  ersamen  rath  aller  järlichs  umb  aller  ewe 


262  Überlingen. 

einnemen  und  usgeben  gepürende  raitung  geben,  und  wievilnoch  körn  nf 
den  louben  in  remanet  vorhanden,  ordenliche  anzaigung  thun  köonden,   . 
alles  getreuwlich  und  ungevarlich. 

Mehl-  und  Mühlschauer  Eid. 

Nachdem  ainem  ersamen  rath  des  malens  halb  vil  klagen  fürkomen, 
sind  si  bewegt  worden,  bei  andern  erbem  steten,  alda  man  daz  kern 
und  mal  in  und  aus  den  miilinen  zu  wegen  für  guot  angesehen  und 
dasselbig  zuo  thün  in  gebrauch  het,  erkondigung  zuo  th&n,  waran 
doch  bisher  alhie  der  mangel  gewest  sei,  und  haben  sovil  berichts  em- 
pfangen, daz  si  dardurch  genuogsam  verursacht  worden,  im  müUern  zuo 
gepieten  und  zft  verpieten. 

Also  daz  ir  kainer  nunhiufüro  ainichen  seinem  konnden  daz  kon, 
so  zur  mülin  gepracht  würdet,  bei  irn  aiden  und  verlierung  leibs  und 
guots  nit  mer  netzen,  es  were  dann  sach,  daz  der  kond  soUichs  begerte 
und  seinen  aigeu  potten  dabei  hette,  der  darzuo  sehen  möchte,  damit 
im  nit  z&vil  beschehe. 

Sie,  die  gedachten  müller,  sollen  auch  bei  angezaigter  straf  alles 
kom,  so  inen  dermassen  zb  mülin  gepracht  würdet,  den  hausleuten  auf 
der  hausmüli  nit  wie  vorher  von  ainem  zäg,  sonder  zwaien  zügen  alles 
vleiß  malen,  damit  er  könd  des  gefreut  werden  und  am  bachen  seinen 
nutz  Schafen  könde. 

Doch  mägen  die  becken  auf  der  weismülin  ir  kom  malen  von 
ainem  oder  zwaien  zügen,  wie  si  jederzeit  für  nutz  und  gut  ansehen  würdt. 

Man  wirt  auch  daz  mal,  sobald  des  von  der  müli  in  daz  waghaus 
kompt,  schauwen,  und  sollen  sich  die  müller  befleissen,  auch  darnach 
schicken,  daz  solich  mülschaw  alitag  auf  einmal  beschehen  mäge. 

Dieweil  auch  befunden  ist,  daz  die  mülstain  die  ungleich  standen 
und  uneben  geen,  so  wellen  meine  herm,  daz  in  solchem  wendung  be- 
schehe, und  daz  die  müller  sich  unib  guot  gestain  bewerben,  die 
ordenlich  auflegen  und  füren,  und  durch  mengel  derselbigen  dem  ge- 
mainen mann  nit  beschweren  noch  zuo  schaden  bringen,  dann  man 
würt  die  mülinen  schawen  Inhalt  ainer  sondern  Ordnung,  so  den  schowem 
von  meinen  herm  gegeben  ist,  und  wann  man  an  stainen  nit  allain, 
sonder  auch  an  zargen  oder  in  ander  weg  mangel  befunde,  den  müUem 
verpiethen,  das  sei  mit  weiterm  malen  stillstanden,  bis  solcher  mangel 
erstattet,  die  müllschower  wieder  weider  khört,  weider  besehen  und 
inen  mit  dem  malen  verrer  fürzufaren  weider  erlaupt  haben. 

Und  sollen  die  mälschawer  daz  mal  nit  allain  oben,  sonder  en- 
mitten  und  unden  in  secken  vleissig  schawen,  im  fall  der  notturft,  und 
so  es  si  für   gut  ansehen  würde,  gar  ausleren  und  besichtigen,  und  so 


Überlingen.  268 

a  mangel  befunden,  denselben  bei  irn  aiden  ainem  herren  burgermaister 
oder  seinem  stathalter  der  gepür  nach  dagegen  ze  handien  wissen, 
raegen  nnd  anzaigen. 

Es  mögen  auch  die  mälschawer,  so  es  sei  für  nott  und  guot  an- 
sehen würt,  die  mälschawer  zuo  inen  vordem,  die  sollen  auch,  sooft 
daz  beschehe,  gehorsam  sein  und  inen  verhelfen,  daz  mal  besichtigen 
und  schawen,  daz  si  auch  das  ungerecht  erfunden,  mit  inen  zum  herm 
bmgermaister  oder  ainem  Statthalter  geen  und  dasselbig  helfen  anzaigen. 

Mehlschauer. 

.  .  •  Soll  daz  mal,  wie  vorsteet,  vleissig  schawen,  dem  armen  als 
demieachen,  nnd  kains  müllers  verschonen,  bei  seinem  aid;  so  er  auch 
mangel  befindt,  denselben  mangel  rüegen  und  anzaigen  dem  herm 
bnigermaister  oder  ainem  Statthalter. 

Er  mag  auch,  so  die  sach  damach  geschaffen,  zweifeUg,  oder  es 
seiner  achtung  sonst  von  nöten,  die  milschower  zA  im  berüefen 
und  dieselben  milschower  schuldig  sein,  ime  in  der  schaw  ze  helfen, 
auch  die  schaden,  wa  die  befunden  würden,  ze  rüegen  und  anzfizaigen, 
und  weiters  beschaids  zfl  erwarten. 

Dergleich  soll  der  melschawer  allein,  und  so  die  melschawer  er- 
vordert  wem,  si  all  das  mal  ordenlich  schawen,  oben,  miten,  oder  unden 
in  secken,  si  sollen  und  mägen  auch  deß,  wa  es  die  notturft  ervorderte, 
gar  aoßleren. 

So  sollen  die  mülschower  die  mülinen  schawen,  allweg  zweischen 
acht  und  vierzehen  tagen  ain  mal,  doch  zu  verkerten  tagen,  damit  die 
mfiller  solchs  nit  wissen,  und  mägen  den  melschawer  jederzeit  zt  inen 
berüefen,  der  inen  hierinnen  auch  hilflich  sein,  so  sei  dann  an  samen, 
zaigen,  oder  in  anderweg  mangel  befunden,  sollen  si  dem  müller  gepietan 
an  zehen  pfund  pfening,  nit  mer  ze  malen,  biß  solcher  mangel  gewendt 
würt,  und  si  des  hievor  wider  gesehen  und  für  genuogsam  erkenndt  haben. 
Und  würt  man  jedem  mülschawer  zu  Ion  geben  alitag,  so  oft  er 
schawet,  acht  creutzer;  der  mälschawer  hat  sein  sonder  besoldung,  dabei 
soll  es  bleiben. 

Eid  der  Mühlschauer. 
Das  si  die  mülinen  schawen  sollen,  allweg  zwüschen  acht  und 
vierzehen  tagen  ain  mal,  doch  zu  verkerten  tagen,  deren  si  sich  mit- 
einander verglichen  mägen,  damit  die  müller  sollich  tag  nit  weissen, 
and  die  mülinen  damach  richten  köunden,  und  sollen  si,  die  mülschawer, 
den  mälschawer  jederzeit  zö  inen  berüefen,  der  inen  auch,  zu  besichtigung 
nnd  schawen  der  mülinen  verhelfen  sei. 


284  Überlingen. 

Item  si  sollen  auch  den  müllem  an  jedem  scbawtag  bevelcheoi 
daz  si  die  mülinen  rain  und  sauber  balten  und  sonderlich  acht  haben, 
auch  darob  und  daran  sein,  das  die  müller  mit  guotten  müllstainen 
versechen,  allweg  ain  harten  und  ain  saunften  zuosamen  ordnen. 

Item  daz  die  boden  und  löflFer  richtschaitung  und  eben 
standen,  also,  daz  si  nit  an  ainem  orth  anstreichen  und  an  andern  nit 
aufligen,  und  sollen  solch  stain  zum  wenigsten  anderthalb  zöU  dick  sein; 
welcher  aber  diese  dicki  nit  het  am  anfang,  wie  er  aufgestossen,  oder 
er  sich  hernach  mit  dem  malen  sovil  abziehen  würde,  der  solt  als  oft 
es  sich  begebe,  nit  gellten,  sonder  durch  die  mülschawer  hinweg  ge- 
schafft werden. 

Item  die  zargen  sollen  von  stain  zwen  zöU  weit  steen,  und  nit 
minder  noch  mer,  so  sollen  solch  ganz  und  gehäb  sein,  damit  dieselben 
daz  mal  unden  zum  rechten  ausgang  fürdem  und  laiten  mögen. 

Und  sooft  die  zargen  ain  halben  zoll  haben,  sollen  die  mitsampt 
dem  schelinen  nidergelassen  werden,  welchs  auf  zwen  zoll  beschehen  mag. 

Item  es  soll  sich  auch  kain  müller  der  schilt  auf  den  zargen 
geprauchen,  besonder  jeder  ain  ganze  decki  mit  ainem  runden  loch  haben. 

Es  sollen  und  miesen  auch,  dieweil  die  müller  vermag  ir  sonde^ 
bare  vertigung  fürhin  das  körn  auf  der  hausmülin  mit  zwaien  zügen 
malen  werden,  die  crumellen  weit,  one  pruch  und  gäch  abgegossen 
sein,  daz  dest  mer  kern  darein  gepracht  werd,  und  dieselben  crumellen 
wol  rorn  mögen. 

Item  wenn  man  die  stain  billet  und  niderlast,  soll  gut  acht  ge- 
nomen  werden,  daz  die  baid  boden  und  loffer  ober  richtscheit  und  eben 
gestellt  werden,  auch  zuvor  und  ehe  die  müller  jemandt  malen,  sollen 
si  solch  stain  bestetigen  und  seubern,  und  erstlich  durch  die  sprewer 
und  volgendts  mit  deß  müUers  aigen  körn,  des  er  nit  minder  dann  ain 
halb  imi  darauf  schüten  soll,  geprauchen  und  dem  künden  nit  malen, 
es  sei  dann   also  die  zarg  mit  dem  bilmel  gefüllt. 

Item  die  müller  sollen  teglichs,  und  die  müUschower,  sooft  si 
schouwen,  zum  buchs  sehen,  daz  der  wol  bestelt  si  und  mit  rörn. 

Dergleichen  sollen  si  zuo  den  rödern  sehen,  und  wa  an  den 
schaufeln  mangel  befunden  würde,  dasselb  wenden  und  zu  wenden 
bevelhen. 

Und  so  die  mülschawer,  wann  si  also  schawen,  an  stainen,  zargec 
oder  andern  müllgeschier  ainichen  mangel  befunden,  wie  der  were 
sollen  si  dem  müller  gepieten  an  zehen  pfund  pfening,  nit  mer  ze  malen 
bis  solcher  mangel  gewert,  auch  daß  hievor  von  inen  wider  besichtig 
und  für  gut  gegeben  worden  ist. 


Überlingen.  265 

Item  wann  der  mälschawer  si,  die  müllschawer,  ervordem  würde, 
Uen  si  gehorsam  sein,  und  ime  helfen  schawen. 

Item  si  sollen  kain  körn,  so  inen  ze  malen  gepracht  wirt,  netzen, 
sei  dann  sach,  daz  der  kond  solchs  beger,  auch  selbs  dabei  sei,  oder 
i  potten  darbe!  hab. 

Eid  des  Stüblinschreibers. 

Item  ir  werden  schweren,  meiner  herrn  und  der  statt  nutz  und 
men  zu  fürdem  und  zfi  schaffen  und  im  schaden  z&  warnen  und 
wenden,  auch  denselben  meinem  herrn  gehorsam  zfi  sein  und  haim- 
li  räthe,  so  ir  vernemen,  zu  verschweigen,  und  deß  stüblins  zA  allen 
ten  geflissen  zA  warten. 

Item  alles,  daz  euch  ingeben  würdet,  es  sei  an  gelt,  büecher, 
ewen  oder  andern,  waß  daz  ist,  getrewlichen  ftirsehen,  damit  ir  wissen, 
z  meine  herrn  weiderAmb  zu  antwürten. 

Item  daz  ir  auch  uß  der  statt  nit  geen  wollen  one  meins  herrn 
rgermaisters  und  ewer  herrn  seckelmeister  urloub  und  vergönnen. 

Item  daz  ir  auch  [alle]  wochen  die  mess  deß  salz,  so  ir  dem  salz- 
echt inmessen,  aigentlich  in  schrift  nemen' wellen,  damit  ir  im  stüblin 
ssen,  darumb  rechnung  zu  th&n,  daz  ir  auch  den  salzknecht  kain 
z  lassen  nemen,  ir  haben  im  daz  dann  zuvor  gemessen,  ir  sollen 
ch  weder  spielen  noch  karten,  dieweil  ir  in  diesem  meiner  herrn 
mt  sind. 

Item  auch  kain  gelt  ußgeben  oder  ußleichen,  ohne  ains  burger- 
ÜBters  oder  seckelmaisters  bevelch. 

Item  so  auch  gepotten  würdet,  gelt  oder  schulden  der  statt  zu  be- 
en,  daz  ir  dann   die  [unjgehorsamen  bei  euwerm  aid  rügen  wellen. 

Item  zu  welcher  zeit  ir  euch  meinen  herrn  nit  gefellig  hielten,  so 
Uen  si  inen  weiten  weg  haben  und  behalten,  iren  dienst  nach  irem 
fallen  zfi  verleichen. 

Item  ir  sollen  auch  hinfüro  kain  gelt,  daz  meinen  herrn  zügehert, 
mdert  anderswa  empfachen,  dann  im  stüblin  bei  dem  buch,  und  daz 
nn  zfischriben,  und  daz  den  seckelmaistern  fürderlich  anzaigen. 

Item  meine  herrn  wellen  auch  hinfüro  vom  zoll  noch  sonst  nichts 
ST  schuldig  sein,  dann  laut  der  bestellung. 

Item  meine  herrn  wollen  auch,  daz  ir  im  stüblin  kain  zäch  noch 
in  ufrichten  noch  halten  mit  niemandts  nit,  auch  kainen  uberlouf 
'  stüblin  weder  vom  weib  noch  kindern  ges taten. 

Und  zum  beschluß  sollen  ir  auch  alle  Ordnungen,  rechnungen, 
tallungen  und  andern  pacta  und  abredungen,  es  betrefe  gemaine 
t,  pflegerschaften,  gebew  oder  anderes  an,  ordenlich  und  mit  vleiß 
istrieren,  damit  ir  iederzeit  darumb  antwurt  zfi  geben  wissen. 


266  Überlingen. 

Eid  der  Salzherren. 
So  werden  ir,  die  salzherren,  schwären,  gemainer  statt  salz  getreu 
lieh  und  vleißig,  damit  es  vor  nachthail  behalten  werden  mag,  zft  vei 
sorgen  und  zu  bewahren,  auch  die  amptleut,  wann  euch  was  von  den 
land  hierin  geschickt  werden,  unverzogenlich  zö  vertigen,  inen  daz  sal 
mit  vleiß  einmessen,  dasselbig  durch  den  stiblinsschreiber  ordenlic 
verzaichnen  lassen,  auch  wann  euch  die  büchsen  mit  dem  gelt  alhe 
gepracht  werden,  dieselbigen  alle  sampstag  gleich  alsbald  eröffnen  un 
ußleren,  und  daz  gelt  gegen  dem  ußgemeßnen  salz  abrechnen,  da 
gelt  den  stiblinsherm  uberantwurten ,  und  die  büchsen  nit  mer,  wi 
vor,  un[u]sgezelt  steen  und  zuosamen  komen  lassen.  Wo  ir  auch  a: 
dem  gelt  gegen  dem  salz  über  fünf  batzen  mangl  oder  abganj 
befinden  würden,  ain  sollichs  ainem  ersamen  rat  von  stund  an  erefinei 
und  fClrbringen  und  daz  gelt  nit  annemen,  damit  solcher  mangel  gc 
wendt  werd,  alles  one  gevärd. 

Eid  und  Fertigung  des  Spendknechts. 
Ir  werden  schweren  ainen  aid  zuo  gott  und  den  hailigen,  de 
spend  nutz  und  fromen  zfi  fürdern  und  irn  schaden  und  nachthail  z 
warnen  und  z&  wenden  nach  alle  werm  besten  verstand  und  vermögei 
desglichen  den  spendpflegern  allerdings  und  genzlich  in  dem,  daz  euc 
von  inen  jederzeit  zu  thun  bevolhen  würdet,  gehorsam,  getreu w  un 
gewärtig  zu  sein,  und  one  ire  sonderbaren  bevelch  für  euch  selbs 
weder  von  körn,  gelt,  brott,  mel,  noch  anderer  Sachen  wegen  nichz 
zu  handien  noch  zu  verrichten,  uberal  kains  wegs;  daz  ir  auch  z 
Zeiten  zuo  der  spend  körn  und  frichten  sehen,  dieselben  umbkerei 
dessgleichen,  wan  körn  in  die  meilin  zu  malen  oder  zuo  gerben  gegebe 
würdet,  daz  mel,  deßgleichen  die  grisch  und  spreier  davon  getrewiiche 
empfachen,  versorgen  und  bewaren,  und  was  euch  also  von  grisch  ud 
spreier  usser  der  meilin  ingeantwurt  wirdet,  dasselbig  von  ainem  ta 
oder  Wochen  zu  der  andern  in  beisein  deß  miliers,  wievil  deß  korns  g 
west,  darvon  sollich  grisch  und  sprewer  gefallen,  auch  wievil  der  grisc 
und  spreier  gewest,  ordenlich  in  ainem  sonderbaren  zedel  oder  r 
gister  verzaichnen  und  denselben  zedel,  sooftermals  der  spend  g< 
malen  worden  ist,  von  ainem  mal  zu  dem  andern  den  spenc 
pflegern  uberantwurten,  jedocli  aber  euch  selbst  auch  ain  abschri 
darvon  behalten,  damit  ir  den  spendpflegern  darumb  gepürer 
raitung  zu  thün  weissen,  und  im  vahl,  da  ier  ainichen  arkwon  2 
secken  [hettet],  daz  meinder  mel  darinnen,  dann  orden lieber  weise  dar 
gehörig  were,  daz  sollen  ir  jedes  mal  bei  obberüerten  ewerm  aid  de 
spendpflegern  auch  anzaigeu,  und  ob  ir  von  grisch  oder  spreier  ich; 
verkaufen,   dasselbig,   wie  euch  jedes  durch  die  spcndpfleger  zu  geb< 


Überlingen.  267 

bevobln  and  aiDgesprochen  würdet,  hingeben,  verkaufen  und  daz  par- 
gelt,  80  ir  daraus  erlesen,  ordenlich  verzaichnen,  und  in  gegenwürtig- 
hit  deß,  so  euch  daz  gelt  gegeben,  von  stund  an  in  die  büchs  stosen. 

Was  aber  uD  bevelch  der  spendpfleger  und  sonst  für  euch  selbst 
nit,  uf  borg  ußgeben,  oder  man  euch  sonst  an  gruschen  oder  spreier 
ID  der  meülin  schuldig  bleibt,  sollen  ir  dazselbig  gleichfa]s  aigentlich 
nbchreiben,  den  spendpflegem  auch  ain  verzaichnus  darvon  geben,  auch 
ionerhalb  ains  monats  frist  den  nächsten  darnach  daz  gelt  mit  vleiO 
dayon  ainpriugen  und  umb  dazselbig  den  spendpflegem  sonderbare 
nitong  und  anzaigung  th&n,  und  was  innerhalb  deß  berüerten  monats 
nit  eingezogen  were,  dasselbig  sollen  ir  darnach  durch  den  pitel  —  on- 
angesehen,  die  Schuldner  seien  reich  oder  arm  —  z&  bezalen  gepieten, 
imd  welcher  daz  gepott  überfert,  die  rüegen  und  angeben,  auch  niemandts 
ffir  euch  selbst  dhain  zeil  noch  frist  geben  in  dhainen  weg. 

Ir  sollen  auch  bei  ewerm  aid,  wie  obgeschriben,  alle  die  wil  ir  an 
der  spend  dienst  sein,  in  der  spend  behausung,  weder  früe  noch  spatt, 
es  sei  am  morgen,  z&  imbis,  noch  zuo  nacht,  weder  morgensuppen, 
brfttenwin,  gastungen,  irtinen,  noch  schlaftrink  haben  noch  halten,  be- 
sonder dessen  alles  in  rue  und  miessig  steen,  auch  zuo  jeder  zeit  daz 
q)endhau8  wol  verwart  beschlossen  haben  und  niemandts  andern  weider 
tags,  noch  nachts,  dann  der  ordenlicher  weise  darin  gehörig,  hinein  lassen. 

Besohliesslich  wellen  inen  meine  herrn  werten^  weg  haben  und 
bebalten,  zft  welcher  zeit  ir  euch  mißfällig  oder  sonst  gegen  den  spend- 
pfl^m  unleidenlich  erzaigen  werden,  daz  sie  von  tag  zft  tag  sollichen 
dielst  weiderumb  von  euch  vordem,  und  denselben  ainem  andern  irer 
gel^enhait  und  guter  Sachen  nach  verleiben  megen. 

Der  Spendbäcker  Fertigung. 

Ir  werden  schweren,  der  spend,  daz  ir,  es  seie  meel,  salz,  unschlit, 
Kechter  oder  anders,  so  euch  ingeantwurt  würdet,  nichts  ausgenomen, 
getrewlich  z&samen  ze  halten,  nichtzit  davon  an  ewem  aigen  nutz 
di  bewenden,  besonder  jederzeit  im  und  deß  gottshaus  nutz  und  fromen 
rt  fordern  und  schaden  zft  warnen  und  zuo  wenden  nach  allen  ewem 
vermägen,  und  daz  ir  über  daz  bachen  nit  minder  vleiß  und  sorg 
Ilaben  und  tragen  wollen,  dann  ob  es  ewer  aigen  ding  were. 

Das  ir  auch  am  bächen  die  schütz  mit  dem  meß,  ainmal  wie  daz 
ander,  gleich  halten  wellen,  damit  allwegen  uß  dem  malter  weder 
minder  noch  mehr  brott  gepachen  werden,  den  wie  ir  aber  uf  dis  jar 
?(m  aim  ersamen  rath  ze  bachen  beschaiden  seind. 


^  80  im  Text.    Soll  wohl  c weiten»  heißen. 


808  Überlingen. 

Ir  sollen  auch  weder  ewer  hausfrowen,  kinder,  magt,  knecht,  nodi 
ander  leuth,  gar  zuo  euch  in  die  peisterin  wandlen  lassen,  noch  ainidi 
brott,  zft  was  zeiten  daz  were,  darus  mit  euch  haimtragen,  den  eweni 
oder  andern  leuten  geben,  oder  selbst  zu  nemen  gestaten,  noch  in  ander 
weg  der  spend  entfrembden  lassen;  wann  euch  aber  ewer  hausfrowen 
daz  morgenbrott,  den  imbis  oder  daz  nachtmal  bringen  und  zutragen, 
die  megen  ir  alsdann  mit  euch  essen  lassen,  doch  daz  sie,  wie  oblaat, 
kain  brott  mit  inen  haim  tragen. 

Alle  die  weil  auch  angeschneitne  brott  vorhanden  seind,  sollen  ir 
weiter  kain  ganz  brott  anschneiden,  daz  ander  seie  dan  zuvor  hain- 
weg  gessen. 

So  ir  auch  bei  den  müllern,  wann  sei  euch  die  seck  mit  meel 
bringen,  ainichen  mangel  oder  abgang  erfürdern  würde*,  sollen  ir  da« 
von  inen  nit  annemen,  besonder  es  bei  ewern  aiden  an  stund  der 
spendpfleger  riegen  und  anzaigen',  alles  jedes  getreuwlich  und  un- 
geMrlich. 

Eines  Stattboten  Fertigung. 

Du  würst  schweren  ainen  aid  leiblich  zu  gott  und  den  hailigen, 
gemainer  diser  statt  Überlingen  nutz  zu  befürdern,  schaden  ze  warnen 
und  zu  wenden,  sovil  dir  miglich  ist,  daz  du  auch  dich  meinem  herm 
burgermaister,  so  zft  weilen  am  ampt  ist,  in  namen  bemelter  unser  statt 
tag  uod  nacht,  unverhindert  deß  weters  oder  anderer  Ursachen,  allain 
laibskrankhait  ausgenomen,  mit  loufen  willig  geprauchen  lassen,  die 
brief  so  dir  ufgeben,  oder  ob  dir  mündlich  bevelch  beschehen, 
vleissig  vernemen,  andtwurten  und  verrichten,  auch  wa  vouneten,  all- 
weg  weider  andtwurt  bringen,  und  dicli  nit  mar  beladen  noch  annemen 
wellest,  dann  dir  bevolhen. 

Wann  du  dann  von  gemainer  statt  wegen  ze  laufen  nit  geprauclit, 
so  soltu  allweg  in  der  statfarb  auf  dem  rathaus  und  der  gassen  wie 
ander  derselben  kuecht,  doch  ohn  ainen  stab,  aber  mit  der  silberinen 
büchs,  so  man  dir  zustellen  wärt  oder  zugostelt  hat,  auf  ainen  burger- 
maister warten,  welch  büchs  du  auch  bei  disem  deinem  aid  weder  hie 
noch  anderschwo  versetzen,  verkaufen,  noch  sonst  darauf  entlehnen  solt 
Und  würde  dir  von  demselben  meine  herrn  burgermaister  oder  ainem 
ersamen  rath  als  jemandts  von  derowegen  etwaß  in  gehaim  anvertrawet, 
und  meundthch  auszerichten  aufgeladen,  dali  solt  du  alles  [mit]  vleiß 
thün,  biß  in  dein  absterben  bei  dir  behalten  und  niemand  olfenbarn, 
sonder  dich  in  diesem  dienst  bcwisen,   erzaigen  und  halten,  wie  ainem 

*  Soll  wohl  heißen:  «erfiinilon  würdet». 

»  Der  Sina  ist  wohl  der:  «an  stund  rügen  und  den  spendpflegcrn  anzeigen». 


Überlingen.  269 

arewen  diener  gemainer  etat  wol  ansteeth,  auch  da  durch  obemellt 
icell  schuldig  und  verpunden  sein  würst,  alles  getrewlich  und  un- 
rarlich. 

Und  weurt  daz  dein  underhaltung  und  besoldung  sein:  ain  be- 
osung,  item  am  driten  jar  ain  lindischen  rock  meiner  herren  färb, 
)  quatember  und  jede  insonders  zwai  pfund  pfening,  mer  wochenlich 
]  der  Grad  ain  messer  thail,  item  von  jeder  meil  ze  loflfen  potten- 
I  sechs  creutzer,  und  so  du  auß  zufallender  notturft  uuderwegen 
lligen  würst,  jeden  tag  drei  batzen. 

Würd  dich  dann  ain  burger  ze  loufen  brauchen,  deß  aber  unerlaupt 
18  burgermaisters  nit  beschehen,  so  soll  derselbig  burger  dir  von 
ler  meil  ze  loufen  zwen  batzen  und  stilliggelt  wie  meine  herm  ze 
ben  schuldig  sein;  will  er  dich  dann  weiter  verehren,  daz  magst  auch 
men,  doch  soltu  für  dich  selb  mit  kainem  ufsetzen. 
rdnung  eines  Wagmeisters,  wie  er  es  mit  Zoll  und  Waggeld 
in  dem  Schmalzhaus  halten  soll. 

Item  ain  frembder,  so  schmalz,  schmer,  unslitt  käs,  und  der- 
»chen  wahr  alher  pringt,  und  allhie  weigt  und  verkauft,  gibt  von 
lern  Zentner  bestimpter  wahren  neun  pfening;  darvon  gehören  zwei 
3ung  waggelt  in  stock  und  sechs  pfening  in  zoll. 

Und  ist  der  keufer  auch  frembder,  gibt  er  gleichfalls  sovil,  wie 
r  verkaufer. 

Wann  aber  ain  burger  dergleichen  wahren  in  seinen  aignen  haus- 
uich  und  nit  auf  den  pfragen  kauft,  der  ist,  wie  von  alter  her,  nich- 
zu  geben  schuldig;  welcher  burger  denn,  es  sei  ain  grempler  oder 
,  von  ainem  firembden  ort  schmalz,  schmer,  unslitt,  käs  und  dergleichen 
hren  in  vassen  oder  sonst  alher  pringt  imd  dieselben  gegen  ainem 
mbden  alhie  weiderumb  verkauft  und  uswigt,  so  gibt  der  burger  als 
r  verkeufer  von  jedtwederm  zentner  acht  pfening  und  der  frembd 
ufer  auch  acht  pfening,  die  zwen  in  stock  waggelt,  die  andere  vier- 
ten pfening  zuo  beederseits  in  zoll. 

Item  wann  ain  burger  ainem  andern  burger  unslitt  zuo  kaufen 
»t,  der  jedweder  verkeufer  und  keufer,  wann  daz  unslitt  nit  in  daz 
uß  verpraucht  würdet,  sein  zwen  pfening  in  den  stock  zu  geben 
Luldig. 

So  aber  ain  burger  ainem  frembden  unslitt  zuo  kaufen  gibt,  so  ist 
r  frembd  von  zentner  neun   pfening  schuldig;  davon  gehern  die  drei 
stock,  und  die  sechs  in  zoll,    derzuo  gibt  der  burger  auch  zwen 
oing  waggelt  in  stock. 

Item  die  grempler  oder  merzler,  so  anhaims  oflfen  laden  haben, 
d  ihre  wahren  daselbst  und  nit  im  schmalzhaus,  wie  die  schmelzler 


270  Überlingen. 

in  verkaufen  und  dieselben  wahren  darinnen  wegen  lassen,  geben  auch 
von  jed wedern  zentner  obbesteimpter  waren  acht  pfening,  davon 
gehend  zwen  pfening  waggelt  in  stock  und  die  überigen  sechs  in  solL 

Was  dan  der  gredmaister  bei  der  großen  wag  wigt^  unangeseben,  { 
was  waren  es  ist,  davon  gehärn  all  wegen  vom  zendtner  zwen  pfening  ' 
in  stock. 

Wachs  und  Öl. 

Item  wann  wachs  und  öl  gewogen  würdet,  gibt  der  frembd  vom  i 
Zentner  zwen  Schilling  pfening.  j 

Und  der  burger  vom  zentner,  er  kaufs  oder  verkaufe,  ain  Schilling 
pfening;  davon  gehören  all  wägen,  namblich  vom  frembden  und  haimschen, 
zwen  pfening  in  stock  weggelt  und  das  überig  in  zoll. 

Reißblei,  Zinn  und  Kupfer. 

Item  so  ain  frembder  reißblei,  zinn,  kupfer,  ald  ander  dergleichai 
schweren  wahren  alher  pringt,  gibt  er  wegerlon  von  zentner  neun 
pfening;  davon  gehärn  die  drei  in  stock  waggelt,  die  andern  sechs 
in  zoll. 

Aber  ain  burger  gibt  vom  zentner  allain  zwen  pfening. 

Hanf  und  Werk. 

Item  ain  ieder  frembder,  so  hampf  oder  werk  im  schmalzhaos 
verkauft,  gibt  von  ainem  jeden  guldin  wert  zwen  pfening,  desgleichen 
ain  jeder  frembder,  so  hampf  und  werk  alhie  kauft,  von  jedwederm 
guldin  wert  auch  zwen  pfening. 

Gleichfals  ain  ieder  burger,  so  hampf  oder  werk  alhie  verkauft, 
gibt  vom  guldin  wert  zwen  pfening,  aber  der  burger,  so  es  in  seinem 
hauß  prauch  und  nit  uf  den  phragen  kauf,  gibt  gar  nichzit. 

Und  sooft  dem  guldin  wert  nach,  vorgehärter  weise,  von  hampf 
und  werk  acht  pfening  zusamen  komen,  sein  allwegen  in  den  stock 
und  die  sechs  in  zoll  gehörig. 

Sonst  aber  in  all  ander  weg  usserhalb  vorgeherdten  underscheiden, 
soll  es  ain  wagmaister  gegen  der  burgerschaft,  wie  von  alter  her,  halten. 

Dem  allem  nach  sollen  nun  hinfürter  jetziger  und  künftiger  wag- 
maister zu  ainem  jeden  fraunvasten  jar  die  beed  büchsen  im  schmalz- 
haus leren  lassen  und  im  val,  da  dasselbig  verzogen  werden  wölt,  bei 
den  stüblinsherrn,  so  je  der  zeit  [am]  ampt  sein,  anmanung  th&n,  damit 
solliche  büchsen  usgelert  und  daz  gelt  von  untreuw  oder  anderer  ver- 
warlosung  nach  abziehung  seines  angepürenden  thails  in  daz  stüblin 
genomen  werden. 


Überlingen.  271 

Fertigung  der  „armen  Leute",  welche  Spende  erhalten. 

Item  es  soll  meniglich  wissen,  daz  niemandts  usser  noch  inner- 
lialb  der  statt,  der  aigens,  oder  sunst  sovil  zeitlichs  guots  hat,  daz  er 
deß  almuosens  nit  nottürftig  ist,  die  spend  gegeben  würdet 

Deßgleichen  soll  sie  denen,  die  sich  der  spend  und  dem  almuosen 
nit  gemeO  noch  gleich  halten,  auch  nit  gegeben  werden. 

(Jndfumemblich,  so  soll  ain  jeder,  der  oder  dessen  weib  und  künder 
die  spend  nämen,  und  man  inen  die  gibt,  er  seie  inn-  oder  usserhalb  der 
stat,  in  kain  offen  zech,  weder  in  trinkstfiben,  geßlierer  \  noch  weurz- 
heuser  nit  sizen,  auch  kain  spil  weder  mit  weirfel,  noch  karten,  noch 
in  kainem  andern  weg,  gar  nit  thün,  sonder  sich  als  ain  almuoser  der 
spend  gleich  gegen  gott  und  der  weit  dankbarlich  und  rechts  orden- 
lichs  lebens  und  wesens  halten,  und  ist  darauf  dem  bettelvogt  und 
andern  meiner  herm  dicDern  bevolchen,  bei  iren  aiden  in  der  geßlierer 
und  weurtsheuser  in  der  stat  und  auf  dem  land  acht  gehaben  und 
kondtschaft  zfi  machen,  welche  die  werend,  die  sich  dem  almuosen  nit 
hieltend  und  die  spend  durch  sich  oder  die  iren  einnement,  daz  die 
ainem  burgermaister  nach  der  gepür  darumb  ze  strafen  angeben  und 
ZUG  demselben  der  spend  inen  selbs  und  den  iren  beraupt  werden  sollen. 

Und  gibt  man  den  die  spend,  welche  der  gunst  und  sich  ir  gleich 
halten,  alle  tag. 

Item  den  michilüten,  auch  denen,  die  meinen  herm  mit  aigen- 
schaft  oder  sonst  verwandt,  in  und  usserhalb  der  stat,  in  meinen  herm 
gerichten  gesessen  seind,  gibt  man  die  spend  zur  wochen  drei  tag,  am 
Bontag,  mitwoch  und  freitag. 

Aber  denen  usserhalb  meiner  herrn  gerichten  gesessen,  sie  gehören 
meinen  herrü  oder  andern  leuthen  zuo,  den  gibt  man  die  spend  zur 
wochen  ain  tag,  namblichen  an  soutag. 

Und  soll  ain  jede  person,  der  man  die  spend  gibt,  die  selbs  holen, 
es  weren  dann  böttligerig,  kündbetern,  alt,  schwach,  krank  leut,  die 
nicht  wandlen  mochten,  oder  junge  künd  under  siben  jaren,  die  in  diser 
kelt  nit  umbtragen  weren,  denen  ist  bewilligt,  die  spend  zft  iren  ge- 
ordneten -tagen  haim  ze  schicken. 

Es  soll  und  würdt  auch  ain  jedes,  so  diser  spend  und  almuosens 
y&hig  sein  will,  so  lang  er  die  einnimpt,  ain  klain  kraten  öffentlich, 
nambUch  die  mann  und  knaben  vornan  au  iren  pareten  oder  hünten, 
and  die  frowen  und  tochtern  vomen  an  iren  mentlen,  daz  man  die 
scheinbarlich  wol  sehen  mag,  tragen. 

Und  so  den  armen  leuten  dise  vertigung  verlesen  würdet,  soll 
nachgendts  denen,  so  diser  Ordnung  leben,  imd  daruf  die  spendt  nemen 
wellen,  deqehnig  meiner  herm  der  räth,  so  jedes  jars  darzuo  geordnet 


272  Überlingen. 

und  gescheiben  würdet,  anstatt,  in  namen  und  von  wegen  der  oberkait 
mit  ernstlichem  vleiß  fürhalten  und  daneben  anzaigen  rmd  z6  erkenneu 
geben,  warumb  die  gestift,  und  was  sei  den  armen  abgestorben  seelen 
der  stüfter  dagegen  schuldig  seien,  und  daruf  meniglich  niderkneien 
und  jedes  insonders  den  steiftern,  eemaln  es  die  empfacht,  zuvor  beten 
lassen  fünf  pater  noster,  fünf  ave  raaria  und  ain  glauben. 

Die  Spendpfleger  sollen  auch  der  frowen,  so  noch  irn  eewürt  hat, 
noch  auch  den  kündern,  die  noch  irn  vater  haben,  am  sontag  die  spend 
nit  mitthailen,  der  mann  oder  vater  seie  dann  gegenwärtig,  und  hole 
die  selbs  personlich ;  ob  sich  dann  ainer  derselben  schemmen,  und  umb 
des  willen,  daz  er  die  selbs  nit  hoUen  bedurfte,  sicher  am  sonntag  der 
spend  verzeichen  und  die  die  seinen  nicht  destminder  sonsten  durch 
die  ganzen  wochen  nemen  lassen  wollte,  den  sollen  die  pfleger  alsdann 
bei  iren  aiden  ainer  oberkait  fürbringen  und  anzaigen. 

Es  hat  Eva  Kupferschmeidin  gestift  und  geordnet,  daz  alle  qua- 
tember  den  burgern,  einwonern  und  michileuten,  und  sonst  niemandts 
ain  creutzer  aus  der  spend  umb  gottes  willen  usgethailt  und  gegeben 
werden  solle. 

Ordnung  der  Feuerleitern  halb. 

Es  haben  meine  herrn,  ain  ersamer  rath,  gesetzt,  angesehen  und 
verordnet,  wann  hinfürter  veinds-  oder  feuersnoth  entsteen  und  ufgehn 
würd,  darvor  uns  gott  der  allmechtig  gnediglich  bewahren  und  behieten 
welle,  daß  demnach  dise  jetzverlesen  personen,  alle  und  jede  an  die 
ort,  auch  zi\  den  laitern,  dahin  ain  jeder  insonders,  wie  gebärt,  be- 
schaiden  ist,  von  stund  an  und  unverzogenlich  laufen  und  dieselben 
z&  dem  füer  tragen;  ob  aber  ainer  oder  mer  nit  in  ganzer  anzal  gleich 
alsbald  alda  sein,  oder  sonst  den  laitern  oder  feurhaggen  nit  mit 
staten  obsein  mechten,  sollen  alsdann  der  oder  diese  ander  burger  und 
einwoner  ain  fürloflPen,  oder  wa  sei  die  sonst  sehen,  beruofen,  und 
sei  ermanen,  inen  behilflich  ze  sein  bei  dem  aid  meinem  herrn  burger- 
maister  von  gemaiuer  stat  wegen  geschworn;  welcher  oder  welche  also 
genannt  und  erfordert  würdet  oder  werden,  die  sollen  bei  denselben 
irn  dem  herrn  burgermaister  gethonen  aiden  one  alle  Verhinderung  ge- 
horsam sein.  Im  fahl  sich  aber  ainer  desselben  verwidern  und  speren 
würd,  alsdann  der  oder  die  ainem  herrn  burgermaister  bei  irn  aiden 
rüegen  und  anzaigen,  one  gevärd. 

Item,  welcher  oder  welche  laiteren  zu  den  brünsten  tragen,  die 
sollen  bei  ir  aiden  schuldig  sein,  dieselben  leitere  gleich  alsbald  das 
feur  gelöscht  würdt,  widerumb  an  daz  orth,  da  sie  die  genomen,  zu 
henken,  zu  tragen  und  zfi  antwürten,  bei  straf  eins  ersamen  raths. 


tlberlingen.  278 

Fertigung  der  Wagenspanner. 

Lr  baid  und  ewer  jeder  insonders  werden  schweren  ainen  aid  zu 
tt  dem  allmechtigen  und  allen  balligen,  gemainer  stat  eer,  nutz  und 
•men  su  fürdern  und  irn  naehthail  und  schaden  zu  warnen  und  zuo 
nden,  ewers  hosten  versteen  und  vermögen. 

Und  sonderlich,  daz  ir  zuo  jeder  zeit  der  stat  und  ewers  diensts 
ch  der  furleut  und  gest  vleisig  warten,  dessgleichen  gedacht  fuorleut 
d  güst  jederzeit  freundlich  empfachen  und  inen  zuosprechen;  die- 
bigen auch,  sovil  euch  immer  möglich  ist,  es  sei  mit  dem  spannen 
flösen,  oder  selben  befürdem  und  an  dehain  wegfart  nit  ver- 
idem  wellen. 

Im  vahl  sie  nun  ewerer  dienst  zA  dem  spannen  bedürftig  sein, 
d  dieselben  von  euch  ervordem  würden,  so  sollen  ir  darinnen  auch 
Uig  und  inen  umb  hernachvolgenden  ewem  bestimpten  lohn  ge- 
füg  sein. 

Doch  sollend  ir  niemands  euch  spannen  zb  lassen  nit  tringen, 
ider  00  ainer  seiner  gelegenhait  nach  selbst  spannen  wollte,  in  daran 
i  ainem  pfening,  meinder  oder  mer,  in  die  beuchs,  die  euch  nun 
ifüro  von  meinen  herm  bei  bestimptem  ewerm  aid  zu  haben  und  zu 
Iten  bevolhen  ist,  stossen  und  dasselbig  gelt  in  dhainen  andern  weg, 
der  in  ewem  aignen  nutz,  noch  sonst  niendert  anderstwohin  verendem 
ch  bewenden,  dann  allain  alle  samtag  sollen  ir  die  büchs  mit  sampt 
n  gdt  in  daz  stüblein  zu  banden  der  stiblinßherren  uberantwurten, 
d  so  daz  gelt  gezelt  würdet,  so  soll  euch  all  wegen  von  fünfzehen 
jning  der  batz  oder  vier  kreutzer  und  der  fünfzehen  pfening  gemainer 
tt,  deß  gelt  si  wenig  oder  vil,  zuogeherig  sein  und  pleiben. 

Und  damit  ir  aber  die  gesetzt  belohnung  deß  Spanners  und  selbens, 
ch  waß  disem  ewerm  dienst  zA  verrichten  angehengig  ist,  wissens 
ben,  so  sollen  ir  hinfüro  nit  mer  belohnung  haischen  noch  vordem, 
on  wie  hernach  volgt: 

Nämlich  von  ainem  jeden  aimer  wein,  welche  zal  derselben  ir  all- 
gen  nach  angeschniter  eich  der  fassen  ordenlich  und  mit  vleiß,  wie- 
der aimer  seien,  abzellen  sollen  —  ain  halben,  macht  vom  fuder 
«rlinger  eich  fünfzehen  phening;  und  so  ainem  darzuo  solte  [halten] 
lessen,  der  soll  euch  zuo  jetz  bestimptem  spannerlohn  noch  vier 
tning  für  daz,  so  ir  in  gehalten,  zb  geben  schuldig  sein;  do  dann 
er  euch  über  jetzgesetzten  lohn  etwas  weiter  auß  freiem  guotem 
len  und  ohne  ewer  anforderen  oder  geilen  schenken  würde  oder 
[te,  daz  megen  ir  auch  wol  nemen,  jedoch  auch  in  die  büchs  stossen 
1  komen  lassen. 

>bcrrbelDifebe  Stadtrecht«.    II.  2.  18 


274  Überlingen. 

Ob  aber  in  die  hohen  laiterwägen  wein  zft  laden  und  ir  dieselbigen 
zu  spannen  ervordert  würden,  so  soll  euch  von  sollichem  hohen  laiter- 
wägen zu  spannen  sechß  kreutzer  gegeben  werden,  ir  auch  soUich  gdt 
nit  weniger,  dann  daz  ander  gleichfals  in  die  büchs  stossen,  und  weder 
in  demselben,  noch  der  andern  ewer  obbestimpten  gesetzten  belohnung 
niemandts  weiter  ubernemen,  noch  beschweren  bei  vorgeschribnem 
ewerm  aid. 

Ir  sollen  euch  auch  zfi  dhainen  zeiten,  sonderlich  aber  im  herpst, 
und  wann  sonst  im  jar  die  zuofart  der  göst  geng  und  groß  ist,  von 
diser  stat  nit  thün,  one  erlauptnus  meins  herm  burgermaisters,  oder 
Seins  stathalters,  damit  ewers  diensts  halben  von  den  fuorleuten  oder 
gösten  clag  oder  mangel  nit  erschein. 

Doch  so  behalten  inen  meine  herrn  weiten  weg  bevor,  wa  ir  euch 
bald  oder  ainer  insonders  nit  geflissen,  sonder  hielten  meinen  herm 
missfellig,  daz  sie  alsdann  sollichen  dienst  —  der  auch  nun  hinföro 
ain  dienst  haissen  und  sein  soll  —  jeder  zeit  im  jar  zfi  irn  banden 
nemen  und  denselben  irs  gefallens  andern  verleihen  wellen. 

Wann  ir  aber  under  ainem  ganzen  oder  halben  fuoder  wein 
laden  und  sich  die  ladung  nit  ain  ganz  oder  halb  fuoder  erlaufen  würd, 
so  ist  man  euch  von  ainem  jeden  aimer,  es  sei  zehen,  ailf,  zwelf,  minder 
oder  mer,  ain  pfening  spannerlon  auf-  und  ab  zuo  rechnen,  dessgleicben, 
so  ir  ainem  darzuo  salben  müessen,  auch  darzuo  vier  phening  zu 
geben  schuldig.* 

Zugrunde  gelegt  ist  vorstehender  Bearbeitung  die  mit  «C»  he- 
^zeichnete  Handschrift  aus  dem  Anfang  des  16,  Jahrhunderts,  ein  Papier- 
heft  mit  137  zum  Teil  xmheschriehenen  Blättern.  St.  A.  AU,  VIII  No.  139. 
Der  ursprüngliche  Text  dieser  Handschrift  stammt  aus  der  Zeit  vor  1513, 
aber  nach  1504.  Verschiedene,  in  den  Anmerkungen  in  der  Reihenfolge 
ihres  Alters  alphabetisch  bezeichnete  Händo,  die  jedoch  alle  dem  16.  Jahr- 
hundert angehören y  bringen  Nachträge  und  Abänderungen  zum  ursprüng- 
lichen Text,  Letzterem  hat  die  mit  «-B»  bezeichnete  Handschrift.,  ein  in 
Schiveinsleder  gebundenes  Pajncrheft  mit  37  schlecht  beschriebenen  Blättern, 
als  Vorlage  gedient.  Diese  Fassung  ist  ihrerseits  tvieder  jünger  als  «.4>, 
ein  Pergamentlibell  mit  22  schön  beschriebenen  Blättern  aus  den  Jahren 
1502 — 1504,  In  ^A*  lassen  sich  2  verschiedene,  aber  zeitlich  nicht  weit 
voneinanderliegende  Hände  unterscheiden.  Kleine  Literlinearnotizen  bringen 

*  Am  Rande  von  derselben  Hand.  Nota:  «Gilt  nitz  mer,  dann  sei  von  dem 
aimer,  es  seien  der  vil  oder  wenig,  nit  mer  dann  ain  haller  haben  sollen.  Actum  77 
anno  (1577.) 


Überliogen.  275 

;  bei  der  Verlesung  zu  berücksichtigenden  Korrekturen  nach  tB*. 
>  und  cJB»  fit.  A.  Abt.  VIII  No,  188.  Mit  cDt  endlich  ist  das  ^Eid- 
Ä»  von  1594  bezeichnet^  das,  von  eifier  Hand  geschrieben,  den 
xt  van  «C»,  soweit  er  die  Eidesformeln  enthält,  vollständig  nebst  ver- 
dedenen  Zutaten  bringt,  Papier-Band  von  217  zum  Teil  unbeschriebenen 
ättem.  St.  A,  Abt.  VIII  No.  142.  Da  aber  die  Reihenfolge  des  Inhalts 
t  tC»  abweicht,  geben  wir  hier  eine  Übersicht  Über  die  Titd  von  cD». 
ftn  €Eidbuch^  Abt.  XXXVII  No.  764  stimmt  genau  mit  cZ)»  überein, 
infolgedessen  nicht  berücksichtigt,) 

«Aid  und  vörtigungen,  wie  dieselben  nach  widerufhöbung  bieob- 
mder  kais.  Ordnung'  von  meinen  herrn  hinfürter  allerjärlichs  wider- 
Qb,  wie  von  alter,  zu  verlesen  errathen  worden.» 

1.  Aid  ains  burgermaisters. 

2.  Aid  der  räthe. 

3.  Aid  des  stattamans. 

4.  Aid  der  richter. 

5.  Aid  der  burger. 

6.  OroO  rath. 

7.  Aide  der  seckelraaister. 

8.  Der  ungelter  aide. 

9.  Aid  der  spittalpfleger. 

10.  Aid  der  bauherrn. 

11.  Aid  der  komherm. 

12.  Aid  der  salzherm. 

13.  Spendpfleger  aid. 

14.  Aid  und  vörtigung  deß  spendknechts. 

15.  Aid  etc.  der  balligen  und  deß  armenhaus  züVischenbeusem  pflegers. 

16.  Der  spendböcken  vörtigung. 

17.  Vörtigung  der  armen  leut,  so  die  spend  einnemmen. 

18.  Aid  deß  beütels. 

19.  Vertigung  des  bitteis  frauen. 

20.  Des  bauknecbts  aid. 

21.  Aide  der  ungelterknecht. 

22.  ünderkeufer  aide. 

23.  Unbauwschouer  aid. 

24.  Aid  der  mistscbouer. 

25.  Mal-  und  mülschouer  aid. 

26.  Mälschauer. 

27.  Der  mülscbauer. 

28.  Aid  der  lederschauer. 

1  Qemeiotist  die  «Haflenordnung»,  die  1559  wieder  aufgehoben  wurde.  (8.  unten.) 

18* 


276  Überlingen. 

29.  Undergänger  aide. 

30.  Heuser-  und  gartenschätzer  aid. 

31.  Des  zollers  und  seiner  hausfrauen  vertigung. 

32.  Ains  grädmaisters  und  seiner  hausfrauen  vertigung. 

33.  Ains  wagmaisters  und  seiner  hausfrauen  vertigung. 

34.  Ordnung  ains  wagmaisters,  wie  er  es  mit  zoll  und  waggelt  in 
dem  schmalzhaus  halten  soll. 

35.  Wachß  und  öl. 

36.  Reißblei,  zin  und  kuffer. 

37.  Hamf  und  werk. 

38.  Aid  des  stüblinschreibers. 

39.  Aid  des  knechts  uf  dem  rathaus  und  seiner  hausfrouen. 

40.  Vertigung  ainß  salzknechts  (und  seiner  hausfrouen). 

41.  Zoll  salzknechts. 

42.  Rathknechts  vörtigung. 

43.  Und  soll  uf  das  hernach  volgen  die  vertigung  ains  ganters 
die  er  alle  jar  auch  schweren  soll. 

44.  Vertigung  deß  brunnenknechts. 

45.  Icher  vertigung. 

46.  Ains  brunnenschöffers  vertigung. 

47.  Vertigung  der  weinlader. 

48.  Trögell  aide. 

49.  Schütter  aide. 

50.  Kornmesser  aide. 

51.  Brotschauer  aide. 

52.  Flaischschouer  aide. 

53.  Flaischschauer  vörtigung  de  anno  etc.  [15]76  erneuert  und  anno 
[15]77  abermahl  erbessert  und  mit  dem  werth  abgesetzt.^ 

54.  Vischschauer  aid. 

55.  Vischordnung. 

56.  Brimelbschauer  aid. 

57.  Steckenschouer  aid. 

58.  Aid  der  hebinmacher  becken. 

59.  Ordnung  der  feurleitern  halb. 

60.  Ains  stattpotten  vertigung. 

61.  Ordnung  der  schlüssler,  wie  sei  uf-  und  züschliessen  sollen. 

62.  Schuochmacherordnung. 


'  Anno  1581  wiederum  erneuert,  wie  aus  dem  Scblußabsatz  hervorgeht:  «dige 
flaischschauer  Ordnung  ist  anno  81  abermaln  genüert  worden,  wie  auß  der  verzaich- 
BUS  zö  sehen  ist,  welche  in  der  schei adelladen  bei  andern  darin  gelegten  Ordnung  ze 
finden  ist:». 


Überlingen.  277 

68.  Aid  ains  hauOwürts  in  Salmenschweiler  bauß  uf  der  weiß. 

64.  Aid  deren,  so  daß  burgrecht  ufgeben. 

65.  Ainß  pettelvogts  oder  seelmaisters  vertigung  und  besoldung. 

66.  Vertigung  derer,  so  suwen  bei  den  häufen  in  diser  statt  vail 
liaben  und  verkaufen  wollen. 

67.  Vertigung   deren    ainzächtigen    personen,    so   nit   bei   hufen, 
•onder  die  sie  erziehen,  verkaufen  wellen. 

68.  Des  stattschribers  Substituten  aidspflichtt. 

69.  Vertigung  ains  teutschen  lermaisters. 

70.  Der  schmalz-  und  unschlitschauer  vertigimg.  (1575.) 

71.  Der  torkelmaister  vertigung. 

72.  Vertigung  der  torgelmaister  zu  Hagnau.     (Mit  Aid  a°    1573.) 

73.  Steckenknecht  oder  wagenspanner  vertigung.  (1577.) 

74.  Gamschauer  aid. 
76.  Aid  der  stroschauer. 

76.  fiebbauschauer  aid;  vertigung  mit  angehengter  rebbauordnung. 

77.  Vertigung  der  zwaier,  so  der  Unzuchten  halben  bei  nächtlicher 
^  uf  die  gassen  verordnet  sein.    (1558.) 

78.  Ainß  gerichtsschribers  vertigung. 

79.  Vertigung  der  amptleut  uf  dem  land  salzmessens  halben,  (1553.) 

80.  Aid  deß  gotshauß  Weingarten  leibaignen  leuthen  in  Über- 
iQgischen  gerichten  gesessen. 

81.  Überlingischer  aid  aigenleuten. 

82.  Der  Hindersassen  aid,  die  aigen  und  vogtherrn  haben. 

83.  Ordnung  deren,  so  in  irn  aignen  heusern  oder  an  andern 
^mdben  orthen  an  bösen  blättern  und  morbo  gallico  gearznet  und 
rirt  werden. 

84.  Ordnimg,  wie  es  des  umbgelts  halber  in  der  Uberliuger  und 
ß  gottshaus  hailligen  gaists  spitalß  flecken,  derfern,  weiler  und  nidern 
ichÜichen  oberkaits  orthen  solle  gehalten  werden  mit  angehenchter 
Bvörtigung  wie  die  weürth  darüber  sollen  beaidiget  werden.  (1594.) 

85.  Aid  der  würten  und  gastgeben  uf  dem  land,  in  der  statt  über- 
gen  nidergerichtlicher  oberkait  gesessen. 

xxxxv. 

iser  Maximilian  I.  erteilt  der  Stadt  Überlingen  das  Privilegium^ 
lehelich  geborene  Personen  oder  solche  Personen  beiderlei  Ge- 
hlechts,  die  ohne  eheliche  Leibeserben  in  ihrem  Qebiete  sterben^ 

beerben  zu  dürfen. 

1518  August  20  Augsburg. 
Wir  Maximilian  v.  G.  g.  erwölter  Römischer  kaiser,  zu  allen  zeiten 
lerer  des  reichs,  in  Germanien,  zu  Hungern,  Dalmacieu,  Croacien  etc. 


278  ÜberlingexL 

kunig,  erzherzog  zu  Österreich  etc.  etc.  bekennen  offenlich  mit  disem 
brief  und  thfin  kund  allermeniglich,  das  wir  angesehen  und  betracht  die 
getrewen  und  nuzlichen  dienste,  so  uns  unser  und  des  reichs  lieb  getrew 
burgermaister  und  rat  der  statt  Überlingen  uns  und  dem  heiligen  reiche: 
in  manigfaltig  weiß  mit  darstreckung  irs  leibs  und  gftts  oft  williglidi 
getan  haben  und  hinfüro  in  künftig  zeit  wol  thfln  megen  und  solleOi 
und  darumb  zfi  ergetzlichait  solcher  irer  getrewen  dienste,  auch  damit 
die  gemelt  statt  Überlingen  an  wesen  und  aufnemen  behalten,  und  vor 
abfall  verhüet  werden   müge,   mit  wolbedachtem  mftt,  gutem   rat  und 
rechter  wissen,   denselben  burgermaister  und  rat  der  statt  Überlingen, 
dise  sonder  gnad  und  freihält  gethan  und  gegeben,  thün  und  geben  inen 
die  hiemit   von  Römischer  kaiserlicher   machtvolkumenhait   wissentlich 
in  kraft  diß  briefs:  also  wann  und  sooft  hinfüro  in  öwig  zeit  personen, 
die  kainen  erben  verlassen,  oder  die  ausserhalb  der  hailigen  ee  gebom, 
die  zu  Zeiten  ires  abgangs  bei  inen  in  der  stat  Überlingen,  oder  ihren 
zugehörigen  gezirken  oder  gebieten  wohnhaft  seien,  man  oder   frawen- 
geschlecht,  kaine,  noch  niemand  außgenoraen,  on  eliche  leibserben  mit 
tot  abgehen  das  darauf  derselben  verlassen  hab  und  güeter,  ligend  und 
varend,  nichz  außgenomen,  die  suust  nach  gemainen  geschriben  rechten 
in  unser  oder  unser  nachkumen  am  reiche,  kaisern  und  künigen  camm^ 
verfallen  wern,  denselben  burgermaister  und  rat  der  statt  Überlingen 
und  iren   nachkumen  daselbst  zögehörig  sein  und  bleiben  sollen,  und 
die  zu  derselben  statt  gemainen  nutz,  paw  und  pesserung  irer  meuren, 
thurn,  weg  und  Stegen  zu  gebrauchen  und  zue  geniessen  on  irrung,  ein- 
trag   und  widersprechen  allermeniglichs,   es  were   dann,   das   derselben 
uneelichen  gebornen  personen  eelich  leibserben  oder  bestendig  testament, 
gescheft  oder  Ordnung  ires  lotsten  willens,  oder  ander  genugsambe  ver- 
schreibung  in  irem  leben  überkumen,  gethan  und  verlassen  betten,  die 
nach  sag  der  recht  solchen  baimfall  benemen  möchten,     und  gebieten 
darauf    allen    und    icglichen    churfürsten,    etc.    etc.    (wie    gewöhnlich. 
Strafe:   Zwanzig  mark  löttigs  golds.)    Mit  urkund   diß   briefs;   besiegelt 
mit  unserem   kaiserlichen   anhangenden  insiegel.     Geben  in  unser  und 
des  reichs  statt  Augspurg  am   zwainzigisten  des  monats  augusti,   nach 
Cristi  geburt  fünfzehenhundert  und  im  achtzehenden,  unsers  reichs  des 
Römischen  im  dreiunddreissigisten    und  des  Hungrischen  im  neunund- 
zwainzigisten  jaren. 

Ad  mandatum  domini  imperatoris  Renner. 

Perg,  Oriy.  mit  Siegel  an  einem  F  er gament  st  reifen.     L.  A.  Nr.  1190. 
Abdr.:  Lünig,  a.  a.  0.  Bd,  14,  S,  545. 


Überlingen«  279 

XXXXVI. 
stadtrecht  (St.  HL) 

1520. 
Satzangbuch,  von  burgermaister,  zunftraaister^,  gros  und 
klainen  raten  der  statt  Überlingen  mit  gemainem  rät  durch 
frides  und  freundschaft  inerung  willen,  damit  ainer  dester 
bas  bei  uns  und  neben  dem  andei'n  bleiben  möge»  im  fünf- 
zehenhundertisten  und  zwainzigisten  jar'  ernewert  und  ain- 
heiliglich  beschlossen. 

§1- 

[Verpflichtung  zum  Erscheinen  in  den  Ratssitzungen.]* 

=  §  1/ 

§2. 
(Wölcher  aim  rat  in  seine  gebott  redt.) 
Wöllicher  aim  rät,  grossem  oder  clainem,  wider  seine  gebot,  für- 
nemen  und  ansehen  frevenhch  rädt,  der  rieht  der  statt  20  tt  ^. 

§3. 
(Wölcher   redte,   das  sich   zu  ufrfir  zwüschen   aim  rat  imd   gemaind 

ziehen  möcht.) 
Würd  sich  dann  iemantz  understan  und  reden,  das  sich  zwüschen 
aim  rät  und  der  gmaind  zu  ufrür  und  widerwertigkait  schicken  und 
ziehen  möcht,  wa  und  von  wem  das  beschech,  wiert  er  deß  über- 
wunden mit  zwain  erbern  mannen,  dem  soll  on  alle  gnad  das  hopt 
abgeschlagen  werden. 

§4. 
(Item  daz  der  burger,  so  er  daz  hört,  bim  aid  rügen  soll.) 
Und  sol  ain  ieder  burger  in  baiden  artickeln  den  andern  beim  aid 
zft  rügen  schuldig  sein. 

§5. 
(Wölher  von  gerichtz  oder  ratz  wegen  miet  und  gab  nimpt.) 

=  8  3. 


^  Dieses  Wort  steht  nur  noch  in  B. 

>  Die  An^be  des  Jahres,  in  dem  die  Neuredakiion  vorgenommen  wurde,  steht 
nar  noch  in  B  [1530]. 

•  Die  in  []  gesetzten  Überschriften  stammen  vom  Bearbeiter,  die  in  ()  gesetzten 
lieben  am  Bande  des  Originals  neben  den  einzelnen  Artikeln  und  rühren  alle  von 
euer  and  derselben  späteren  Hand  her. 

^  Diese  im  folgenden  noch  öfter  wiederkehrende  Bezeichnung  soll  bedeuten,  daß 
der  Inbalt  des  §  wörtlich  mit  dem  angegebenen  §  des  Stadtrechts  II  übereinstimmt. 


280  Überlingen. 

§6. 

(Item,  das  kainer  an  den  rat,  clainen  noch  großen,  gesetzt  werden 
soll,  er  sei  dann  5  jar  burger  gesin.) 

=  §  ll4^ 

Und  soll  aber  mit  namen  nunhinfiirter  kainer,  weder  in  der  ordens, 
Stift,  clöster,  oder  anderer  gotsbe&ßer  behaußungen  oder  amptsver- 
waltungen  alhie,  deßgleichen  auch  kain  vogt  auf  gemainer  stat  vogteien 
in  besetzung  großer  und  klainer  räthen  oder  gerichts  weder  zue  raib, 
noch  gericht  nit  mehr  erwellet,  erküeßt  noch  gezogen,  alle  dieweil  sie 
bei  solchen  iren  angenommen  amptsverwaltungen  und  vogteien  unverendert 
sein,  blieben  und  gelaßen  werden,  ohne  vorwißen  und  bewilligen  klainer 
rathen;  wan  und  sobald  sie  aber  sollicher  irer  ämpter  oder  vogteien 
widerum  erlediget  werden,  oder  dero  sonst  abtretten,  alßdan  sie  dißer 
articul  weiter  nit  schirmen,  sonder  gi-oßen  räthen  ir  wähl  frei  stehen*. 

§7. 
(Item,  wälber  in  disen  zilen  frävelt,  wie  er  gebiezt  sol  werden.) 

=  8  4». 


^  C  und  alle  späteren  Redaktionen:  c.  .  .  er  seie  dann  danror  sehen  jar  lang 
ain  eingeseßner  burger  geweßt».  F  fügt  noch  bei:  «Es  seie  dann  sach,  das  solche 
umbständ  vorhanden,  wordurch  meine  herren  einen  solchen  auch  vor  verfließnng  ent- 
berüerther  zeit  zue  rath  ald  gericht  zue  ziehen  bewogen  würden. 

*  Dieser  Absatz  steht  nur  in  D  und  E.  F  hat  kürzer:  «Insonderhait  aber  solle 
keiner,  welcher  in  frembder  herren,  nicht  weniger  allhiesiger  statt  und  spithals  diensten 
stehet,  wehrender  zeit  sothaner  bedienstung  ohne  wichtige  ursach  in  den  klainen  rath 
oder  das  gericht  genohmen  werden. 

'  Der  hier  beschriebene  Bezirk  wurde  in  der  Folgezeit  mehrfach  erweitert.  C 
hat  noch  im  ursprünglichen  Text  wie  A  und  B,  eine  spätere  Hand  hat  aber  den  Wort- 
laut nach  D  und  E  korrigiert,  wo  er  folgendermaßen  lautet: 

(Von  malefitz  in  und  außerhalb  der  statt.) 

Tit.  V. 

Ir  sollen  auch  wissen,  wer  ain  malefitz  begath  in  dem  zeil,  daß  anfacht  vor  der 
stat  zuo  Yischenhüssern  an,  hinauß  biß  zue  dem  bechlin,  so  genant  würt  Hanßen  deß 
Wächter  bechlin,  alda  zue  underst  beim  auschluß  sollichen  bechlins  in  den  See, 
in  Wolfgang  Michael  Beckhen  burgermaistcrs  räbgarten,  an  der  linken  seiten,  ob 
der  unden  gruob,  der  gerödi  ermelts  Wächters  bächlin  nach,  hinab  auf  der  maur  am 
See  der  erst  stain  gestelt. 

Der  ander  oberhalb  an  bemelts  Hanßen  deß  Wächters  bächlin  jenseit  der  straß 
am  eck,  an  Matheißen  Grießers  gerbers  rebgarten,  so  hievor  Endriß  Zieglers  gewesen, 
gegen  der  stat  und  Franzen  Wetzeis  seeligen  künder  gemaurten  rebgarten  wertz. 

Der  drit  baß  oben  an  gedachts  Hanßen  deß  Wächters  bächlin,  bei  doctor 
Anthoni  Klumppen  seligen  garten,  so  jetzo  Ambroßi  Kautb,  vogt  zue  Ittendorf,  inhat, 
genant  auf  dem  Stain,  außwertz  gegen  weilundt  Christof  Schochners  seligen  witib 
garten. 


Überlingen.  281 

§8. 
(Item  wer  im  etter  frävelt,  wie  er  gebiest  werden;    auch  so  ain 
iiger  oder  biwoner   das  sieht  oder  hört,  wie  er  sich  dagegeu  halten 
IL) 

=  §  4  Anm.  1. 

§9. 
(Item  wer  den  andern  in  den  vorgemelten  2dlen  z&  tod  schlecht, 
er  ainen  tags  oder  nachtz  gevarlich  bi  sinem  eewib  betritt.) 

=  §6. 

§  10. 
(Item  wa  ain  gast  ainem  burger  übel  redt.) 

=  8  7. 


Der  viert  dannen  den  fnoßweg  gestraoks  hinauf  biß  zae  Walther  Ibellackers  reb- 
rten  bei  dem  nndem  baufahrweg,  der  dem  Stomppen  zue  gebet. 

Der  fanft  abermals  gestracks  hinauf  biß  an  den  mitlern  bauweg  an  der  See- 
den  auf  der  braiti  an  Lentzen  Ochßlins  seeligen  künder  rebgarten,  darinnen  der 
ß  itain  ligt. 

Der  Beehrt  die  braitin  hinduroh  über  Aufkircher  gassen  bei  Ulrich  Schmidts 
{arten,  alda  daß  bild  stehet. 

Der  ribent  dem  bauweg  nach  hinauf  in  Amman  biß  züe  Joachimß  Fümabuechs 
ehtechreibes  rebgarten. 

Der  achtent  Ton  dannen  den  fuoßweg  im  Amman  nach  hinumb  über  Aufkircher 
len  straß  in  Michel  Hagers  garten,  genandt  im  Amman,  auch  im  burggpraben  am 
zwischen  Michel  Hagers  und  Hanßen  Waibels  garten. 

Der  nünt  den  karrenweg  hinab  über  die  straß  genandt  Küegassen  in  Jacoben 
riefen  garten,  genant  im  Zaan,  bei  dem  gatter  unden  am  eck  ob  der  straß. 

Der  zechen  den  fuoß-  und  karrenweg  hinauf  biß  zue  Ambroßi  Sodins  garten. 

Der  ailft  volgendts  den  karrenweg  hinab  in  der  unsauberen  gassen  unden  am 
an  gemelts  Broßi  Sodins  garten  ob  der  landstraß  gegen  Owingen  und  Pfaffen- 
en  wertz. 

Der  zwelfb  von  dannen  über  die  straß  zue  Gallin  Notthelfers  garten  eben  an 
c  am  fuoßweg. 

Der  dreizechent  den  karren  und  graßweg  binab  biß  zue  Hanß  Georg  Hauen 
jen  oben  am  eck  bei  dem  Wassergraben. 

Der  vierzechent  von  dannen  biß  zue  Hanßen  Waltbers  garthen,  genandt  zue 
uthgarten,  am  eck. 

Der  fünfeechent  den  karren  und  lauweg  hinab  in  Ganzen  Gasser  straß,  so  uß 
itzen  Gassen  thor  heranß  geet,  am  eck  deß  gottshauß  spitals  rebgarten  am  gotts- 
er  gelegen. 

Der  sechzechent  die  Gantzen  Gassen  straß  biß  an  gotzacker,  so  von  alter  her 
clösterlin  geweßen,  genant  der  Schwestern  auf  der  Wiß,  von  dannen  die  landt- 
iß  hinauß  under  Salmanßweiler  hauß  und  trogel  biß  uf  der  creützstraß  beim  Hoch- 
d  bei  Veiten  Volckweins  rebgarten  am  eck. 


282  Überlingen. 

§11. 

(Item  wil  ain  gast  schlahen  ainen  burger  mit  gewaffneter  od 
UDgewaffiieter  band.) 

=  §6. 

§  12^ 

(Item  wandet  ainer  den  andern  mit  gewaflfneter  band,  er  stc 
derselben  wunden  oder  nit,  wie  er  gebietzt  werden,  und  das  die  bur{ 
denselben  bi  den  aiden  nach  der  tat  an  stund  vänklich  annemen  solle 

Wir  band  aucb  gesetzt,  wer  den  andern  wundt  mit  gewa&e 
band,  denselben  sollen  all  burger,  die  zugegen  sind,  bi  irn  aiden  scbulc 
sin,  fenklicb  anzenemen  und  ainer  oberkait  zb  überantwurten,  der  s 
fürter  von  der  oberkait  in  vanknus  gelegt  werden.  Ist  dann  die  wu 
sorgUcb,  das  si  im  zum  tod  dienen  mecbt,  und  im  von  dem  andi 
unbillicb  zugefügt,  soll  er  alda  6  wocben  und  2  tag  fenklicb  entball 
werden;  stirbt  er  in  der  zeit,  soll  er  aucb  erschlagen  werden,  stirbt 
aber  in  der  zeit  nit,  sol  der  ander  furo  nit  erschlagen  werden,  doch  g 
er  der  statt  richten  6  tf  ^.  Tbfit  es  aber  ain  gast,  der  riebt  die  frei 
zwifält;  bat  er  aber  nit  gfttes,  das  er  soUich  frefün  bar  richten  möch 
soll  trostung  von  im  genomen,  oder  er  aber  bis  zft  ablegung  derselb 
von  diser  statt  verwisen  werden  nach  erkantnus  ains  räts.  Erfün 
dann  die  oberkait,  das  die  wund  nit  sonder  sorgveltigkait  uf  ir  tri 
oder  das  der  ain  notwer  het  bringen  müssen,  mag  in  ain  rat  na 
gestalt  der  sach  wol  vor  den  6  wocben  seiner  vanknus  erlassen,  na 
dem  erfunden  wiert,  und  ain  rät  für  gut  ansiebt. 


Der  sibenzechent  von  demselben  eck  hinauß  biß  uf  die  Siechenbrug,  geni 
Stainein  brück,  von  derselben  Stainin  brück  hinüber  zue  Hainrichen  Sträbels  wingart 
80  jetzo  Michel  Hagenweiler  inhat,  beim  gather  am  eck. 

Der  achtzerhent  den  karrenweg  hinein  biß  zue  Michel  Nieters  garten,  j* 
Jadengassen  genant,  am  eck. 

Der  neünzechent  von  ermelten  eck  den  karrenweg  hinauß  biß  zue  der  gerüerl 
an  ermelts  Michel  Nieters  garten. 

Der  zwainzigist  ist  von  dannen  über  Juden  kirchof  in  Michel  Ronbücheis  gart 
biß  an  daß  eck  desselben  gartens. 

Der  ainundzwainzigist  von  deseelbigen  Ronbücheis  eck  den  karrenweg  hinbin« 
biß  züe  Ambroßi  Spießen  garthen,  so  hievor  Martin  ürbans  selig  geweßen,  oben  am  e 

Der  zwen  und  zwainzigist  über  den  Karrenweg  an  der  frowen  deß  gotsha 
Wald  rebgarten,  am  zäun. 

Von  dannen  durch  die  rebgarten  hinab  über   den   Mülbach  zuenegst  über 
walke  uf  die  heche  ist  der  dreiundzwainzigist. 

Nachgehends  durch  daß  feld  durch  nider  biß  in  den  See  zwischen  der  blaic' 
und  Vischgruoben  uf  dem  Küebel,  alJa  die  vierundzwainzigist  und  letste  gestelt  ist. 

Der  soll  besderen  und  büessen  nit  minder  dan  alß  ob  er  daß  enmithen  in  < 
stat  begangen  hete.  —  '  Vergleiche  §  13  1.  c. 


Überlingen.  288 

§  13. 
(Item,  80  ain  gast  mit  dem  burger  krieget  und  seinen  zorn  nit  ab- 
lassen will,  wie  man  eich  gegen  im  halten  soll.) 

=  §8. 

§  14^ 
(Item  80  ainer  den  andern  mit  ungewafifneter  band  frävenliohen 
Bchlöcht,  was  die  büß  si.) 

Item  auch,  das  ainer  den  andern  frevenlich  schlecht  mit  ungewaff- 
neter  band,  thftt  es  ain  gast,  der  rieht  der  statt  2  tf  ^,  und  ain  burger 
1  i  ^,  und  sond  alle  burger,  die  zegegen  sind,  den  gast  handhaben, 
untz  er  die  Unzucht  gericht;  wöllicher  burger  des  nit  thet,  der  git  der 
statt  i  ^  ^. 

§  15. 

(Item  wer  das  schlahen  mit  dem  andern  anfacht,  das  derselb  für 
si  baid  biezen  soll.) 

Wir  hand  auch  gesetzt,  wann  zwen  ainander  schlahend,  ob  denn 
ainer  zb  dem  andern  clegt,  er  hab  in  geschlagen,  und  denn  der  ander 
spriecht,  er  hab  es  angefangen  und  wolle  ain  notwer  war  machen,  thut 
^r  das,  so  rieht  der,  der  das  schlahen  angefangen  het,  für  si  baid. 

§  16. 
(Item  wer  den  andern  mit  gewaffneter  hand  wundet  oder  wirset, 
was  die  bAß  si.) 

=  §  14«. 
Wa'  aber  ainer  den  andern  freventlicher,  muotwilliger  und  unver- 
sechenlicher  weiße,  auch  ohne  ainiche  ursach  oder  fürwort,  mit  unge- 
wa&eter  hand  schlecht,  ist  die  straf  3  ff  den.;  thuet  eß  aber  ain  gast, 
so  beßert  und  büeßet  er  die  straf  auch  zwifach.  Es  mechte  aber  der 
fauststraich  so  hart  und  ungefarlich  sein,  so  soll  alsdann  die  straf  nach 
gelegenhait  der  sach  bei  ainem  rath  stehen. 

Item  welcher  gewaflFnet  hand  macht,  er  brauch  sie  oder  nit,  ist  eß 
tags,  die  straf  6  ff  den. ;  wa  es  aber  nach  spatwacht  beschicht,  die  straf 
12  ff  den.,  und  rieht  der  gast  oder  frembd  dieselben  in  beederlai  weg 
auch  zwifalt;  würden  nun  dienstknecht  oder  frembde  gehörter  gestalt 
bei  tag  wafnet  hand  machent  und  dieselben  brauchen  oder  nit,  so 
sollen  sie  von  stunden  an  in  glibd  verfaßt,  sich  in  die  straf  zue  stellen ; 
beschicht  eß  nach  spatwacht,  gefenglichen  angenommen  und  dem  pitel 


»  Vergleiche  §§  17,  159  1.  c. 

>  Dieser  Absatz  ist  in  A  darcbstrichen;  fehlt  in  B  und  C. 

'  Dieser  und  die  beiden  folgenden  Absätze  stehen  nur  in  D,  E  und  F. 


WH  ÜbtrHi^BiD. 

in  thnm  flbenmtwart  werden;  doofa  wa  sieh  dergleichen  fehl  tags  od 
nachts  in  den  erbaren  zttnften  zuetragen,  soll  eO  jeder  orts  mit  c 
straf  vermOg  zonftartioals  gehalten  werden;  es  würde  dann  einer  bla 
rflssig  geschlagen,  so  gehört  die  sach  fiELr  ainen  rath,  nach  der  ge[ 
dazinnen  zue  erkennen. 

Welcher  auch  der  sein  würdet,  der  nachtwacht  angreift,  geg 
demidben  gewaffnet  band  machet,  er  brauche  die  oder  nit,  ist  er  i 
buiger  oder  einwohner,  der  rieht  der  statt  13  8  ^.  Ist  er  ain  fnmhi 
oder  gast,  rieht  er  die  doppelt;  es  mochten  aber  sich  ain  gast  04 
buiger  hieiinnen  so  vermeOenlich  und  gefahrlich  halten,  behalten  me: 
herm  inen  dieselbig  nach  gestaltsame  der  sachen  und  scherpfen  i 
rechten  zft  straffen  bevor. 

§  17. 

(Item,  so  ain  buiger  deß  andern  feind  ist,  und  in  z&  tod  schlec 
Uflserbalb  unsem  gerichten  umb  sachen,  die  sich  in  gerichten  eriu 
hond,  wie  es  gebietzt  sei  werden.) 

=  §  16. 

§  18. 
(Wer  dem  andern  Scheltwort  anhenkt,  was  die  bfiO  si.) 

=  §  18^ 

§  19. 
(Item,  wer  uf  den  andern  frävenlich  dringt,  was  die  bftß  si.) 

=  §  19. 
§  20. 
(Item,  80  ainer  schaiden  will,  und  in  iemantz  daran  irrt,  was  ( 
bftß  si.) 

=  §  20«. 

Deß  fridbots  halben.' 
§  21. 
(Item  so  ainem  frid  gebotten  wiert  von  40  tf  ^  und  uf  den  { 
von  der  oberkait.) 

Haben  gros  und  klain  rät  ernstlich  angesehen  und  gegen  meniglj 
strenglich  ze  halten  beschlossen :  Item,  wa  ainem  von  der  oberkait  f 
geboten  wirdet  mit  fürworten,  nämlich  an  vierzig  pfennig,  und  uf  d 
aid,  wer  den   bricht  und  nit  halt,  es  si    mit    werten    oder   werki 


^  D,  E  nnd  F,  ebenso  Korr.  in  C  haben  als  Strafe  5  fif  J[.  Korr.  in  C  so 
Text  in  D  nnd  E  fügen  bei:  cund  soll  darzue  ain  monat  vor  der  statt  sein». 

•  In  D  und  E  sowie  Korr.  C  lautet  dieser  §:  «Wir  haben  auch  gesetzt:  V 
auch  jemands  irret  oder  verhindert,  der  spcnaige  und  zwiträchtige  personen  scbai( 
oder  befriden  will,  der  richtet  der  statt  fünf  pfund  pfening». 

*  Vergleiche  §  22  1.  c. 


Überlingen.  285 

der  rieht  der  statt  die  40  tf  ^,  und  baist  und  ist  mainaid,  und  soll 
weder  an  gericht  noch  rat  nimermer  komen. 

§  22. 

(Item  so  im  von  der  oberkait  frid  gebotten  wirdet  an  ain  gelt.) 
Wird  im  dann  von  der  oberkait  frid  gebotten  an  ain  gelt,  an  5, 
10,  20  tf  ^,  minder  oder  mer,  unangehenkt  deO  aids,  der  soll   und 
wirdet  gestrafft  bei  derselben  peen,  daran  im  gebotten  worden  ist. 

§  23. 

(Item,  wirt  an  ainem  fnd  gebotten  von  der  oberkait  an  leib  und 
an  leben.) 

Wiert  aber  von  der  oberkait  ain  frid  geboten  oder  gemacht  bei 
verlierung  leibs  und  lebens,  wer  denselben  bricht,  der  soll  on  alle  gnad 
sin  leben  verwirkt  haben. 

§  24. 

(Item,  so  ainem  zfi  Mscher  that  frid  gebotten  wirdet,  und  er  den, 
diewil  er  noch  in  der  Übung  ist  oder  bedachtelich  bricht,  was  die  büß  si.) 

Wirt  dann  ainem  zu  frischer  that  frid  geboten,  von  wem  das  be- 
schicht  mit  fürworten,  uf  den  aid  und  an  40  ff  ^,  oder  uf  den  aid 
^n,  oder  schlechtlich  on  alle  furwort  und  gebot*,  bricht  er  den 
zi  frischer  that,  dieweil  er  in  der  Übung  ist,  mit  Worten  oder 
weiten*,  der  rieht  der  statt  40  ff  ^  und  alle  die  weil  er  die  nit 
ncht,  sol  er  mainaid  haissen  und  sin,  [bricht  er  den  aber  be- 
dachtenlich  und  fürtrechtlich,  der  rieht  der  statt  aber  die  40  ff  ^, 
ond  soll  darzü  jar  und  tag  vor  der  statt  sin]';  wirt  im  dann  [vom 
burger]'  frid  gebotten  allain  an  ain  gelt,  bricht  er  den  och  zu  frischer 
that,  der  biest  und  bessert  es  bi  der  peen,  daran  im  gebotten  worden 
ist.  Würd  aber  iemands  friden  brechen  bedechtenlich  und  fürtrechtlich, 
in  was  gestalt  der  gemacht  oder  im  gebotten  were,  der  soll  der  statt 
richten  40  ff  ^,  und  sol  darzü  jar  und  tag  vor  der  statt  und  usserhalb 
unsenn  etter  sein*. 

Item*  wann  hinfüro  ainer  gegen  dem  andern  durch  die  obrigkait 
oder  sonst  in  friden  an  ain  benante  summa  gelts,  vil  oder  wenig,  aid 
auf  den  aid  gestelt  würdt,  so  soll  sollichs  ervolgt  fridpott  von   kainer 


*  Von  anderer  Hand  diese  2  Worte  durchstrichen,  dafür  über  der  Linie:   eich 
gebent  ench  frid,  oder  geben  frid». 

*  Von  derselben  Hand  wie  unter  ^  eingefügt:  «und  wirt  deß  überwunden». 
'  Von  [bis]  durchstrichen. 

^  Von  cWürd  aber»  an  von  anderer  Hand.    Am  Bande:  «non». 

*  Dieser  Absatz  steht  nur  in  D  und  E. 


286  Oberlingen. 

parthei  weder  auf  eßen,  trinken,  gesellschaft,  lieb  noch  fremdschafl  n 
widerumb  aufgebebt  werden,  noch  auch  ufgehept  haißen  oder  seiii 
daßelbig  seie  inen  dann  beeden  mit  iren  guethen  willen  auch  uf  ir  p 
und  anhalten  von  der  obrigkait  nach  irer  erkhantnuß  und  gut  anseche 
allerdings  widerum  abgenommen  worden. 

§  25^ 

(Item  wa  sich  leut  mit  ainander  zertragen,  darunder  gaistlich  od( 
priester  sind,  und  denselben  frid  gebotten  und  nit  gehalten  wirdet,  wi 
sich  gegen  den  laien  und  gaistUchen  ze  halten  si.) 

Und  nachdem  sich  dann  zö  Zeiten  ufrüren  und  unainigkeiten  b< 
geben,  darin  nit  allain  die  laien  gegen  ainander,  besonder  ouch  etwa 
die  priester  oder  ander  gewicht  zwüschen  inen  selbs  ouch  mit  laie 
verwandt  sind,  also  wa  mit  fiirsehung  und  machung  des  fridens  n 
darein  gesehen,  das  dann  leichtlich  groß  sorgseligkait  und  schad  dar« 
entsten  möchten,  demnach  zu  fiirkomung  desselben  und  zfl  fürderun 
und  hanthabung  deß  friden  so  haben  meine  herm  ain  ersamer  rat  de 
laien  halb,  auch  uf  sonder  bewilligung  und  zulassen  meins  gnedigei 
herm  von  Costentz  der  priester  und  ander  gewichten  personen  hall 
geordnet  und  zum  höchsten  befolhen*  und  hotten:  wölhe  meiner  hem 
geschwomen  sehen  oder  dabi  sind,  das  enbörung  oder  gezenk  werdei 
will  oder  wirdet,  darumb  frid  zumachen  not  sin  will,  das  dan  dieselbec 
zu  frischer  that'  nach  gestalt  der  enbörung  nit  allain  den  laien,  besondei 
auch  den  priestem  oder  andern  gewichten,  die  derselben  enbörung  ver 
wandt,  frid  gebieten  mögen  und  sollen;  und  ob  aber  iemand,  er  wer< 
priester,  gewichter  oder  lai,  sich  fridens  zu  geben  und  zu  halten  sperrei 
oder  widern  würde,  in  was  schein  das  beschehe,  so  sollen  die,  so  firic 
gebieten,  oder  dabi  sind,  irnthalb  one  weiter  straff  oder  peen  den  ode 
dieselben  widerspennigen,  si  seien  priester,  gewicht  oder  laien,  nacl 
unser  statt  Ordnung  anneraen  und  meinen  herm  überantwurten,  alle 
bi  irn  aiden  ainem  burgermaister  geschworn.  Schickte  dann  ain  burgei 
maister  oder  rat  naehgeeuds  zu  dergleichen  geweichten  personen  aine 
oder  ainem  schüler  frid  ze  machen,  und  derselb  ainem  rat  und  gerich 
in  derselben  sach  nit  gehorsam  sein  wollte,  was  dann  derselben  persoi 
von  irem  Widersacher,  oder  von  seinen  helfern  darumb  widerfert,  e 
sei  im  gericht  oder  ußwendig  dem  gericht,  da  soll  kain  räch  nachgac 
on  umb  den  todschlag  in  dem  gericht,  den  soll  man  recbtvertigen*. 

*  Vergleiche  §  113. 

*  Ein  zweites  «befolgen»  ist  durchstrichen. 

»  Diese  3  Worte  von  anderer  Hand  eingeschaltet. 

4  Der  ganze  Abschnitt  von   anderer  Hand.     Am  Rande:  «non».     In   D  und  1 
lautet  dieser  Artikel  folgendermaßen: 


I 


r« 

E 


= 


Überlingen.  287 

§  26. 

(Item,  wer  den  andern  an  ainem  oder  baiden  ougen  blendt,  was 
die  straff  si^) 

=  §  23. 

§  27. 
(Item,  wer  den  andern  von  zorns  wegen  in  sein  hus  jöcht  und  im 
über  die  schwoll  hinein  nachloffl,  was  die  böß  si.) 

=  §  49. 

§  28. 

(Item  und  so  ainer  also  in  ain  hus  gejöcht  würde,  und  er  von 
dem  haswirt  gewendet  oder  verlötzt  würde,  ob  der  huswirt  darumb  zft 
sdiaden  komm  oder  nit.) 

=  §  50  mit  folgendem  Zusatz. 

Item  welcher,  burger  oder  beiwoner,  den  andern  tags  ausser  und 
Ab  dem  seinen  oder  eins  andern  eigenthumb,  oder  in  ander  weg,  in 
was  gestalt  das  geschieht,  erfordert,  der  rieht  der  statt  zehen  ff  ^,  und 
bescbeh  es  nachts,  20  8  ^;  würd  es  dann  ein  gast  thun,  sollen  alle  die 
i>Qiger  und  beiwoner,  so  zugegen  sind,  bei  iren  aiden  schuldig  sein, 
vanklich  anzenemen  und  der  oberkeit  zft  überantwurten*. 

§  29. 
(Item   und  so   ainer   umb    Unzucht   gestrafft  wirt,   und    dasselb 
iemands  teuem  wollt,  was  die  bftß  si.) 


Item  wa  aufruor  nnd  nnainigkait  zwischen  laien  sieb  zuetragen,  darin  sich 
prietier  oder  andere  geweichte  personen  vermischen  würden,  haben  meine  berrn  ain 
erMiner  rath  der  laien  halb,  auch  auf  sondere  bewill'gung  und  zuelassen  meines 
genedigen  herrens  von  Costantz  der  priester  und  andern  geweichten  personen  halb, 
geordnet  und  zum  höchsten  befolchen  und  gepoten:  welcher  hinfüro  soeben  oder  dar- 
be! sein,  daß  empOrung  oder  gezenk  werden  will  oder  würdet,  darumben  frid  zne- 
maehen  noth  sein  will,  daß  dan  dieselben  zue  frischer  that  nach  gestalt  der  emperung 
lut  allain  den  laien,  besonder  auch  den  priestern  oder  andern  geweichten,  die  derselben 
empOning  verwandt,  frid  gepieten  sollen  und  mögen;  und  ob  aber  jemands,  er  were 
priester,  geweichter  oder  lai,  sich  fridens  zue  geben  und  zue  halten  sperren  oder  ver- 
wideren würde,  in  waß  schein  daß  bescheche,  sollen,  die  frid  gepieten  oder  darbei 
wmd«  irethalben  ohne  weitere  straf  und  peen  den  oder  dieselben  widerspennigen,  sie 
•den  priester,  geweicht  oder  laien,  nach  unßer  stat  Ordnung  annemmen  und  meinen 
herm  überantworthen,  alles  bei  iren  aiden  ainem  burgermaister  geschworen. 

*  In  A  von  anderer  Hand  durchstrichen,  dafür  von  widerum  anderer  Hand  am 
Hände:  «liß».    Fehlt  in  D,  E  und  F. 

*  Dieter  Absatz  von  spaterer  Hand.    D  und  E,  sowie  Korr.  C  fügen  noch  an : 
«und  alsdann  dertelbig  gast  in  beeden  vahlen  die  straff  zwifalt  verfallen  sein». 


S88  Überlingeik. 

Wir  hand  auch  gesetst,  wer  geetrafEbt  wiert  von  ainicher  uiusaebt 
w^n  von  der  gemaind,  von  ainem  Uainen  rat,  oder  vor  gericfat,  war 
das  äfiTem  wollte  an  ir  aller  ainem,  der  rieht  der  statt  40  tf  ^. 

Item^  welcher  auch  der  ist  oder  sein  wflrde,  der  sich  meiner  hem 
straff  oder  derselben  dienern,  do  sie  dieselben  an  ime  anf  empÜErngneo 
befelch  volnziechen  weiten,  thetliehen  widersetzte,  d^  soll  20  tf  den. 
unableßlichen  straff  verfallen  sein. 

§80. 
(Item  so  ain  gelöff  in  der  statt  würde,  das  man  iemants  omb 
nnsadit  fiahen  und  sich  aber  derselb  nit  gefangen  geben  wollte,  so  er 
dan  von  jemantz  gewundet,  oder  gar  ze  tod  geschlagen  würde,  oder  so 
derselb  für  die  statt  entrinne,  und  im  ain  rat  nachschickte  den  zfl  bifiuigeii, 
und  er  sich  abermals  nit  fahen  lassen,  dardnrch  er  gewandet  oder  le 
tod  geschlagen  würde,  wie  es  in  diesen  Valien  gehalten  werden  sölla) 

=  §84« 

§  31. 
(Item,  so  ainer  dem  andern  tags  oder  nachtz  in  sin  hos  gat  und 
im  jemantz  darzü  beschrait,  übel  handelt,  oder  benotzogen  will,  was  die 
straff  si.) 

=  §  87». 

§  32*. 

(Item,  so  ain  gewicht  person  sich  mit  aim  burger  zerrieg,  und 
nachgends  dieselb  von  der  oberkait  beschickt  würd,  friden  darin  ze 
machen,  wa  dann  dieselb  gewicht  person  der  oberkait  darin  nit  gehorsam 
sin,  und  darüber  von  irm  Widersacher  und  seinen  belfern  verletzt  und 
gewundet  würde,  on  den  todschlag,  das  kain  räch  darnach  gon  soll.) 

Wir  hand  auch  gesetzt:  war,  das  dehain  geweicht  oder  gaisüich 
man  oder  frow  oder  dehain  schüIer  mit  dhainem  unserm  burger  zerwarf 
oder  mißheilig  würd  mit  werten  oder  mit  werken,  das  Unzucht  anträff, 
zu  dem  soll  der  rat  schicken,  und  wil  der  unserm  gericht  und  unserm 
rat  gehorsam  sin  in  der  selben  sach,  so  soll  man  die  sach  ze  frid 
bringen,  in  aller  der  wiß,  als  gen  den  andern  unsem  bürgern;  wölt 
aber  der  gewicht  man,  frow  oder  schUer  der  sach  nit  gehorsam  sin 
dem  rät  und  dem  geriebt,  was  im  den  von  sinem  Widersacher  oder 
von  einen  helfem  darumb  widerfert,  es  si  im  gericht,  oder  ußwendig 


1  Dieur  Absats  steht  nur  in  D,  E  und  F. 

•  Dieter  §  ttebt  nur  in  A,  B  und  C. 

'  Fehlt  in  F. 

^  Dieear  ganie  Absohnitt  durchstrichen;  fehlt  in  allen  übrigen  Redaktionen. 


Überlingen.  289 

em  gericht,   da  soll   kain   räch  nachgan,  on  umb  den  todschlag  in 
em  gericht,  den  sol  man  rechtvertigen. 

§  33. 
(Item  wer  ain  falsch  begat,  mainaid  wirt,  oder  bi  wölhem  ain  ver- 
oigen  mordmesser  fanden  wirt,  was  sein  straff  si.) 

=  §  15. 

§  34^ 

(Item  so  man  dem  baner  in  das  veld  zücht,  ob  iemantz  davon 
Iche  oder  dem  houptman  nit  gehorsam  wer,  was  sin  straff  si.) 

Item  wir  hand  auch  gesetzt,  wenn  man  mit  dem  paner  in  das 
ild  züchet,  wöllicher  dann  von  dem  paner  flucht  und  dem  hoptman 
t  gehorsam  ist,  dem  soll  man  one  gnad  das  hopt  abschlahen. 

§  35. 
(Item  so  man  stürm  lüt,  das  man  ußziehen  will,  wahin  und  wem 

Q  jeder  züloffen  soll.) 

=  §  102«. 

§36. 
(Item  so  man  ußfört  raisen  von  gemainer  statt  wegen,  wie  es  der 
eis  und  profant  halben  gehalten  soll  werden.) 

§  123». 

§  37. 
(Item  so  ainer  ain  gut  zwifalt  versetzt,  und  die  ersten  versatzung 
n&  nit  öffnet,  deßglich,  so  ainer  seine  versötzte  gütter  verkoufte  on 
ß  wissen,  dem  si  versötzt  weren,  und  demselben  das,  darumb  die  ver- 
tzt  weren,  dabi  nit  folgen  lies,  wie  er  gestrafft  soll  werden.) 

=  §  140*. 

§  38^ 
(Item,  so  ainer  dem  andern  ain  pfand  versetzt,  und  dasselb  one 
iß  willen,  dem  es  versetzt  ist,  verendert,  was  die  straff  si.) 


^  Vergleiche  §  103.    Fehlt  m  allen  übrigen  Redaktionen  außer  B. 
>  Steht  nar  noch  in  B  und  C. 

*  Steht  nur  noch  in  B. 

^  F  hat  noch  folgenden  Absatz;  cWer  auch  seine  dergestalten  versohribene  guter 
6  deeeen  wiesen  und  willen,  deme  selbe  verpfendet  seind,  verkoufen,  und  solch  darauf 
•tes  gelt  nicht  ahn  orth  und  end,  all  wohin  die  güeter  versetzt  seindt,  ahnwenden 
det,  derselbe  solle  gleicher  gestalten  darumben  alles  ernst j  abgestraft  werden». 

•  Vergleiche  g  181  1.  o. 

»berrhelQlMhe  Stadtreobte.    U.  2.  19 


290  OberliDgen« 

Item  wer  dem  andern  Bin  varend^  pfand  versetzt,  und  dasee 
pfand  nachgends  verendert  one  deß  willen,  dem  das  pfand  versetzt  ii 
der  rieht  der  statt  b  Ü  ^. 

§  39». 

(Item  das  die  versatzungen,  die  in  der  statt  pfandb&ch  beschehe 
vor  allen  andern  versatzungen,  es  hab  ainer  leut  oder  brief  darum 
vorgond.) 

Wir  band  auch  gesetzt:  wer  dem  andern  ain  ligend  p£and  v( 
setzen  wil,  der  soll  gan  für  unsern  stattschriber  und  soll  im  das  pfai 
da  versetzen  und  ufgeben,  und  soll  auch  das  pfand  in  unser  sti 
pfandbüch  uf  denselben  tag  verschriben  werden,  und  das  pfand  s< 
nit  furo  versetzt  werden  denn  dem  ersten,  unschedlich,  und  soll  mi 
dem  stattschriber  8  ^  geben,  und  soll  kain  ander  versatzung  wed 
mit  leut  noch  mit  briefen,  weder  kraft  noch  macht  haben,  dann  d 
in  dem  buch  stand,  also  das  das  bfich  vor  allen  dingen  gan  soll;  ui 
wer  das  buch  velschet,  der  ist  der  statt  verfallen  6  8^,  und  soll  ji 
und  tag  vor  der  statt  usserhalb  dem  etter  sin. 

§40. 

(Item  das  fdrohin  niemand  kain  ligend  gut  mit  ainichem  sdi 
beschweren  soll.) 

=  §  86». 

§  41. 
(Item  wer   dem   andern    sin  pfand  verhüttet,  so  er  in   über  di 
daran  irret,  was  die  straff  si.) 

§  85^ 

§  42. 
(lem   so  ain  schuld   vor   aim    püttel  dem  stattaman,   ainem  d( 
ratz  oder  gerichtz  verthädinget  wirt,  und  er  der  thäding  nit  lept,  w 
sein  straff  si.) 

=  §  88. 

§  43. 
(Item   so  ainer  an  stab  lopt,  und  dem    nit  nachkompt  was  d 
büß  si.) 

=  8  81. 


*  Dieses  Wort  von  anderer  Hand. 
>  Dieser  Absatz  steht  nur  in  A. 

»  Fehlt  in  D,  E  und  F. 

*  Steht  ebenso  wie  die  beiden  folgenden  Paragraphen  nur  in  A. 


Oberlingen.  291 

§  44. 
(Item  80  jemantz   ainichen  stabraiß,  versamliiDg  oder  gelöff  on 
der  oberkait  urlob  brachen  würd,  wie  er  gebiezt  werden  solle.) 

=  §  58^ 

§  45. 
(Item  das  in  unsern  gerichten  on  ains  rata  vergönsten  niemantz 
den  andern  beifangen  soll.) 

=  §  54^ 

§  46. 
(Item  mid  jemantz  der  unsern  desselben  gevar  und  innen  würd, 
wie  er  sich  halten  soll.) 

=  §  55». 

§  47. 
(Item  wölhe  die,  die  söllichs  horten  oder  Sachen  und  darz&  nit 
körten,  was  ir  bfiß  si.) 

=  §  55». 

§48. 
(Item  ob  jemantz  den  andern  in  unserm  etber  bifangen  wolte,  so 
das  geschrai  kompt,  wie  man  sich  dargegen  halten  soll.) 

=  §  57*. 

§  49. 

(Item  so  ainer  den  andern  umb  röb,  brand,  diepstal  oder  anders 
&  sich  selbs  on  urlob  des  gerichtz  anfeilt,  wie  man  sich  gegen  dem- 
selben halten  söU.) 

Were  auch,  das  ain  gast  zu  clagnen  het  z&  ainem  andern  gast, 
«  wer  umb  rob,  umb  brand,  umb  diepstal,  umb  mord  oder  umb  ander 
oiiflsethat,  der  soll  das  bringen  an  ainen  burgermaister,  oder  an  ainen 
&mman,  und  an  die  rät,  und  das  mit  dero  rät  verhandlen;  ist  aber 
ainer  als  frävel,  das  er  ainen  selb  anfallet,  on  urlob  des  gerichts^,  so 
soll  man  si  baid  heben  z&  dem  rechten;  und  ist,  das  der  cleger  sin 
dag  mit  recht  nit  volfürn  mag,  so  soll  er  in  semlichen  schulden  sein, 
als  er  dem  andern  zugesprochen  het*. 


«  Steht  nur  noch  in  R  —  «  Fehlt  in  D,  E  und  F.  —  »  Fehlt  in  D,  E  und  F. 
-  *  Fehlt  in  D,  E  und  F.  —  •  D,  E  und  F,  Bowie  Korr.  C:  «on  urlob  des  raths». 

*  Kürzer  F:  Welcher,  in  was  ding  das  sein  würdet,  ihme  selbsten  richten  wirdt, 
^  loUe  nach  befinden  you  einem  lObl  magistrat  gestraft  werden. 

19* 


292  Überlingen. 

§60^ 

(Item  so  dann  ainer  den  andern  umb  inißethat  mit  urlob  de 
gericbtz  anfeilt,  und  ain  sum  geltz  darumb  verbürgt,  so  er  das  nit  uü 
brticht,  was  er  der  oberkait  und  dem  angefallnen  verfallen  si.) 

Wer  aber  den  andern  umb  missethat  anfallet  mit  urlob  des  gerichü 
und  der  ain  sum  gelts  verbürget,  sein  clag  ze  volfüren  mit  recht,  ol 
er  das  nit  gethun  mag,  der  rieht  der  statt  die  sum  gelts,  die  er  vei 
bürget  hat,  und  ist  damit  ledig  der  statt  halb,  und  was  er  also  vei 
bürget  het,  sovil  soll  er  dem,  so  er  angefallen  het,  auch  schuldig  um 
verfallen  sein. 

§    61. 

(Item  so  ainer  dem  andern  im  Meling  oder  nach  dem  herpst  vecl 
in  seine  gärten  tribt,  was  die  straff  si.) 

Wir  band  auch  gesetzt,  wöllicher  dem  andern  in  .seine  weingärtei 
oder  bomgärten  im  frieling  oder  nach  dem  herpst  vech  oder  rosß*  treibt 
und  alda  haltet,  der  rieht  der  statt  3  ff  ^,  frowen  und  man,  jung  unc 
alt;  und  dem  der  geschedigt  wirt,  soll  er  seinen  schaden  bekeren,  ali 
dick  so  ers  th&t,  und  het  es  der,  der  den  schaden  th&t^  nit  td  richten 
so  soll  man  in  komen  an  den  wirt,  aus  des  hauß  der  schad  beschehen  ist' 

§  52. 

(Item  wer  dem  andern  sein  zun  bricht,  und  zu  schaden  gat  ii 
sein  gärten,  was  sein  straff  si.) 

Wir  band  auch  gesetzt,  wer  dem  andern  nachtes  sinen  zun  brichet 
ald  ungetrewlich  zu  schaden  get  in  sinen  'garten,  an  sinen  reben,  ai 
sinen  bomen,  an  sinen  krütern,  der  rieht  der  statt  3  ff  ^,  und  ob  ei 
deß  legnen  wölt,  so  mögen  die,  den  schad  beschehen  ist,  das  mit  ii 
ainigen*  band  beheben  und  den  soll  man  darumb  geloben. 

§  53. 
(Item  wer   dem   andern  nachtz  seine  venster  zerbricht,    und  un 
riebig  macht,  was  büß  daruß  stand.) 

=  §  34. 

§  54. 
(Item    so    ainer  den  andern  an  den  obgeschribnen   stücken  tag 
schödiget.) 
.  =  §  35. 

*  Dieser  §  steht  nur  in  A  und  B. 

^  Diese  2  Worte  in  A,  später  eingeschoben. 

"  Von:  «und  dem  der»  .  .  an  bis  «beschehen  ist»,  von  anderer  Hand,  F  füj 
noch  an:  «Wan  aber  ein  solcher  die  straf  ald  den  schaden  zue  bezahlen  nicht  vermag 
solle  dessen  herr  oder  maister  für  beede  puncten  zue  stehen  schuldig  sein». 

^  So  A,  B  und  C;  D  und  E:  «aignen». 


Überlingen.  298 

§66^ 

(Item  so  ainer  in  deß  andern  garten  oder  in  den  gassen,  ald 
wegen  haltet  oder  graOet.) 

Wir  band  auch  gesetzt:  wer  [in  des  andern  garten  oder]*  an  den 
wegen,  ald  in  den  gassen  (mit  seinem  vech  oder  rossen,  es  bescbecb  im 
fiidiDg  oder  nacb  dem  berpst)',  der  riebt  der  statt  5  ji  ^  (und  dem, 
der  geschedigt  wiert,  soll  er  sinen  scbaden  bekem)^  als  dick  so  ers 
Mt  (und  bet  es  der,  der  den  scbaden  tbüt,  nit  ze  Hebten,  so  soll  man 
in  komen  an  den  wirt,  uß  des  bus  der  scbad  bescbeben  ist)^. 

§  66. 
(Item  so  ainer  dem  andern  ab  berbafben  bömen  plust  abrist.) 
Wer  aucb  dem  andern  pläst  ab  frucbtbarn  bömen  abreist  oder 
zert,  der  riebt  der  statt  5  ^  ^>  jung  und  alt,  frowen  und  mansbilder^. 

§67*. 

(Item  80  jemantz  in  frembden  gärten  uf  der  wiß,  oder  den  almen 
ope,  traben  oder  anders  abgewint,  uflist,  scbütt,  scblöcbt  oder  wirft.) 

Wer  aber  dem  andern  an  semlicben  gewonlicben  wegen  oder  änderst- 
wo  sin  opß  oder  sin  trüben  ald  anders  das  sin  abgewinet,  uflieset, 
schit,  scblecbt  oder  wirfet  und  ^bebalt  und  bintregt  oder  anders  damit 
gefert,  denn  vor  ist  besebaiden,  das  baisset  redlicher  scbad^,  den  soll 
man  darumb  rügen,  und  dero  ielweder  riebt  der  statt  1  tf  ^,  es  be- 
schech  in  gärten,   uf  der  wis  oder  auf  den  almen. 

§  68. 
(Wer  dem  andern  über  sein  zun  oder  wand  inklimpt,  oder  durcb 
sein  liag  bricht.) 

=  §  40. 

§  69«. 
(Wer  aim  rät  tbannen  in  irn  hölzern  abhowt.) 
Wer  auch  am  maientag,  vor  oder  nacb,  im  jar   aim  rat  tbannen 
in  im  hölzern  abbaut,  riebt  der  statt  von  ietwederm  reis  10  ^  ^. 


^  Vergleiche  §  88  1.  c. 

'  Von  [bin]  in  A  darchstrichen;  fehlt  in  allen  andern  Redaktionen. 

'  Von  (bis)  von  späterer  Hand  eingeschoben.   Seil:  «schediget». 

*  In  A  durchstrichen  von  (bis);  fehlt  in  allen  übrigen  Redaktionen. 

*  D  und  E,  sowie  Korr.  G  haben  anstatt    <5  ß^>  «10   ß  Ji*   und   fügen  bei: 
loll  rieh  und  darzu  mit  dem  beschädigten  biß  an  sein  benüegen  vertragen. 

*  Vergleiche  §  39  1.  c. 

'  Diese  4  Worte   stehen   nur   noch  in  B  und  0;  in  letzterer  Redaktion  von 
■Pfcterer  Hand  durchstrichen. 

*  Dieser  §  steht  nur  in  A. 


294  Überlingen, 

§  60. 
(Item  so  ainer  dem  andern  seine  böm  oder   reben   uOhowt  odei 
zert,  oder  mutwillig  verbrennt  im  ether,   er  hab  im  darfor  sollicbs  rt 
thon  getrewet  oder  nit,  was  die  bfiß  si.) 

==  §  65. 

§  61. 

(Item  das  meniglich  ain  andern  und  oueh  sein  aigen  zügefi^tei 
schaden  in  8  tagen  den  nächsten  riegen  soll,  baim  aid.) 

Item  es  soll  ieglicher  sinen  aigen  schaden  rögen,  derglicb 
sine  kind,  wib  und  sine  dienst,  in  acht  tagen  den  nechsten,  nachden 
im  der  schad  geschehen  ist;  deßgleich  soll  iederman  dem  andern  sinei 
schaden  auch  rügen  bi  seinem  aid  ungevarlich. 

§  62. 

(Item  was  vech  an  schaden  ergriflPen  oder  sunst  kuntpar  wirt 
das  es  zu  schaden  gegangen  si^  wie  es  gebiezt  soll  werden.) 

Item  wir  hand  auch  gesetzt,  wer  an  schaden  ergriffen  wiert,  sc 
der  angeben  wirdet,  es  sien  lüt  oder  vich,  das  ain  iegUch  hopt  de] 
statt  8  (l  -*!  geben,  und  soll  dem  beschedigten  sin  schaden  abthün  nacl 
ains  rats  erkanntnus,  so  dann  glich  ainer  nit  ergriflTen  würde,  und  ei 
dannacht  kuntbar  und  offenbar  were,  das  er  zu  schaden  gangen,  sol 
es  aber  also  gehalten  werden,  wie  oblut. 

§  63. 

(Item  das  waißen  on  vergunsten  irer  vögt  gar  dhain  gewalt  habei 
ze  thün,  das  inen  schädlich  mag  sin  an  irera  gut.) 

Wir  hand  auch  gesetzt:  wa  waisen  unser  statt  werden  von  bürgert 
das  dieselben  an  stund  nach  absterben  vater  und  müter  Inhalt  de 
statt  Satzung  und  Ordnung  bevogtet  werden,  und  sollen  für  sich  seil 
on  verwilligen  ains  rats  nit  macht  haben,  dieselben  iro  vögt  wider  u 
zesagen;  si  sollen  auch  on  gonst  ains  rats  und  ir  vögt  kainen  gewa 
haben  ze  thün,  das  inen  schedlich  mög  sein  an  irem  gut,  mit  kainc 
Sachen;  wer  auch,  das  si  kainer  ding  nottürftig  weren,  so  sollen  si  m 
iren  guten  fründen  und  vögten  für  den  rät  komen,  und  ain  rat  d 
sach  fürlegen,  und  was  inen  denn  die  rätgeben  erlobent,  deß  haben 
gewalt  ze  thün  und  sunst  gar  nichts. 

Eehandlungen. 
§  64^ 
(Item  so  ain  burger  dem   andern  sin   kind   zu  der  ee  anspricl 
und  er  das  mit  recht  nit  ußbringt.) 

*  Vergleiche  §  71.     Dieser  und  der  folgende  Absatz  fehlen  in  F. 


ÜberliogeD.  295 

Wir  hand  auch  gesetzt:  wer  von  bürgern  dem  andern  sin  kind 
QBpiicht  zft  der  ee,  es  sien  &owen  oder  man,  mögen  dieselben  ir  recht 
m  gaistlichen  gericht  nit  fürbringen,  die  sollen  gestrafft  werden  an 
)  flf  ^,  und  sollen  jar  und  tag  vor  der  statt  sin  und  nachgends 
irein  nit  komen,  si  haben   dann   meine  herm  die  20  E   ^  darvor 


§  66. 

(Item  so  ain  dinst  oder  gast  aim  burger  sein  kind  zA  der  ee  an- 
rieht, was  gegen  im  gebandelt  werden  soll.) 

Würde  aber  ain  dienst  oder  gast  ainem  burger  sin  kind  z&  der 
ansprechen,  der  soll  ain  aid  leiblich  zA  got  und  den  haiigen  schweren, 
B  er  das  recht  fürderlich  mit  im  fümemen  wolle;  und  so  das  recht 
n  entschaft  gewinn,  das  er  sich  denn  bi  demselben  aid  wider  alher 
(Der  person  stellen  und  ainem  burgermaister  den  sententz  und  urtail 
saigen  wöll. 

§  66. 

(Item  so  ain  kind  under  achtzehen  jam,  manner  oder  weiber,  das 
Her  und  mfttter  enterben  mögen  alles  irs  g&tz.) 

Item  wölliches  kind  auch  under  18  jam^  mannet  oder  weihet 
der  sines  vater  und  einer  m&ter  willen,  dieweil  die  in  leib  und  leben 
id,  dasselb  kind  mag  vater  und  m&ter  wol  enterben  alles  irs  gtits, 
8  es  des  nit  me  erb  noch  fähig  sin  soll,  ob  si  wend;  und  ob  si  das 
)d  nit  enterben  wend,  so  sind  si  doch  nit  gebunden,  im  ichtzit  ze 
ben,  diewile  und  si  lebend. 

§  67. 

(Item  hat  dann  ain  kind  verfangen  gütter,  und  wer  im  die  mutter 
er  der  vatter  abgangen,  das  im  das  bliben,  allediewil  es  in  leben 
,  von  dem  verfangnen  gar  nichtz  z&  geben  verbunden  ist.) 

Ist  aber  ainem  semlichen  kind  vater  oder  m&ter  abgegangen,  das 
ro  dnes  dennocht  lebet,  und  das  kind  verfallnes  gutes  wartet,  so  ist 
ch  vater  und  mfitter,  wölliches  denn  under  inen  in  leben  ist,  nit 
)anden,  diewile  es  lebt,  dem  kind  von  dem  verfallnen"  g&t  nichtz 
geben. 

§  68. 

(Item  so  ainer  deß  andern  kind  gevarlich  nachgieng,   und  es  on 
^willigen  vatter  oder  m&tter  oder  seiner  vogt  überkomen,  das  es  im 
)  ee  verhieß,  was  die  büß  si.) 
=  §  73». 

'  Diese  3  Worte  stehen  nur  noch  in  B  und  C;  in  letzterer  Redaktion  von 
vierer  Hand  durchstrichen. 

*  D,  E  und  F,  sowie  Korr.  C  hahen  anstatt  «verfallnen»  «verfangen?. 

*  Der  Passus  «diewile  es  under  18  jaren  alt  ist»  fehlt  von  Korr.  G  an,  die 
Werdern,  wie  alle  folgenden  Red.,  am  Schlüsse  des  Absatsefl  hinzugefügt: 


990  Überlingen. 

§  69. 
Juden. 

(Item  so  sich  ain  burger  hinder  ain  Juden  verscbrib,  wie  er  gebiezt 
Bol  werden.) 

Item  meine  herm  setzen  und  wollen  auch,  das  sich  nu  fürohin 
dhain  burger  mer  hinder  kain  Juden  verschreib,  weder  mit  noch  one  ver- 
Satzung  ligender  noch  ^rarender  guter;  dann  wöllicher  oder  wölliche  das 
überfürn,  der  oder  dieselben  sollen  alsdann  ir  burgrecht  dadurch  ver 
würkt  haben,  und  darzü  jar  und  tag  vor  der  statt^  sin,  und  nach  ver- 
schinung  deß  jars  herein  nit  komen,  er  hab  dann  der  statt  zuvor  30  ff  -J* 
abgelegt;  und  sobald  er  obgeraelter  gestalt  also  von  von  der  statt 
verwisen  würdet,  soll  sein  hußfrow,  kind  oder  verlassen  gut  bevogtet 
werden,  und  so  er  sich  gleich  nacherwertz  weiter  gegen  iemands  ver- 
schreiben oder  ichtzit  versetzen  würde,  sol  dasselb  gar  kain  kraft  haben'. 

§  70*. 

(Item  so  ain  eegemächit  von  dem  andern  abstirpt  und  kinder 
hinder  im  verlatt,  das  die  kind  das  bliben  eegemächit  z&  kainem  tau 
zA  trengen  haben.) 

Item  wa  zwai  egemächit  sind,  und  ir  ains  vor  dem  andern  mit 
tod  abgat,  und  eelich  liberben  von  in  geporn  verlassend,  das  dann 
dieselben  ir  kind  und  liberben,  jung  oder  alt,  weder  vater  noch  mütter, 
zum  tail  nit  drengen  sollen  noch  mögend. 

§  71^ 

(Item  so  ainer  für  jemaiitz  verbürgt  one  sonder  verschribung  und 
verzihung  hinderueks  seiner  kind  oder  hußfrowen,  das  seine  kind  oder 
wib  niemand  nichtz  dabi  schuldig  sind.) 

Wir  band  auch  gesetzt,  das  dhain  erben,  es  sien  wib  oder  kind, 
sond  geben  dhain  bürgscliaft,  die  iro  vater  oder  ir  man  one  verschribung 
und  Verzeihung  schedlich  verhaissen  band. 

Es  mechte  aber  jemandts  die  sach  so  gefahrlich  handien,  und  mit  listen  den 
eitern  oder  pflegern  ald  der  freundachaft  ain  kündt  haiinblicher  weiß  appracticieren 
oder  nachgehen,  so  soll  alßdann  bei  dem  rat  stehen,  wie  solches  (Korr.  C:  «solliche») 
darumb  nach  irem  verdienen  gestraffet  werden. 

*  D  und  E,  sowie  Korr.  C  fügen  hier  noch  ein:  «auch  zu  peen  fünfzig  pfund 
pfening  verfallen». 

*  Die  unter  *  genannten  Red.  haben  statt  dessen:  cberüerte  50  ö  ^». 
'  Der  ganze  Abschnitt  fehlt  in  F. 

*  Vergleiche  §  193.  Dieser  und  die  folgenden  §§  stehen  von  D  ab  als  23  Titel 
unter  der  gemeinsamen  Überschrift:  «Von  den  verfangnen  güettern,  und  war  von  die 
leufigen  schulden  nach  absterben  aines  ehegemächts  vor  dem  anderen  bezalt 
werden  sollen». 

'  Dieser  §  steht  nur  in  A  und  B. 


Überlingen.  297 

§  72. 
(Item  80  ain  vatter  den  kinden  ire  verfangne  gütter  on  ains  ratz 
bewilligen  versetze,  das  es  den  kinden  kain  schaden  bringen  solle.) 

Wir  band  aucb  gesetzt:  wer,  ob  ain  vater  sinen  kinden  ir  ver- 
logen nnd  verfallen  gfit  versatzte  oder  verkümberte  on  ains  rats  und 
ainer  necbsten  fründ  urlob,  willen  und  wissen,  das  das  den  kinden 
kainen  schaden  bringen  soll. 

§  73. 
(Der  löfBgen  schulden  halben,  so  ain  eegemechit  von  dem  andern 
abstirbt  und  im  kinder  verlest,  wer  dieselben  zfl  bezalen  schuldig  si.) 
Item  so  haben  auch  meine  herrn  zunftmaister^  imd  rät  der  löfBgen 
schulden  halben,  so  ain  egemechtit  dem  andern  hinder  im  nach  tod 
verlast,  wer  oder  wie  dieselben,  auch  wavon  si  bezalt  werden  sollen, 
ditk  nachvolgend  Ordnung  fürgenomen  und  fürohin  an  meniglich  ze 
halten  beschlossen: 

Anvenklich,  stirbt  ain  eegemechit  von  dem  andern  ab,  und  ver- 
last im  eeliche  kinder  von  ir  baider  leib  erpom,  hinder  im,  ains  oder 
mer,  und  daneben  löffig  schulden,  dieselben  schulden  all  und  ied,  dero 
nen  wenig  oder  vil,  sollen  allain  von  der  varenden  hab  bezalt  werden, 
es  were  dann,  das  sovil  varender  hab  nit  vorhanden  wer,  damit  man 
all  schulden  bezalen  möchte.  Sodann  sollt  dem  belibnen  eegemechit 
von  aim  rat  und  der  fründschaft  vergönnen  und  zugelassen  werden, 
&in  der  kind  verfangen  ligend  gut,  deßhalb  anzugreifen  und  zfl  ver- 
kaufen, doch  anderer  gestalt  nit,  dann  das  es  den  kinden  dagegen  dasjen^, 
80  nß  demselben  verfangen  gut  erlöst,  in  allweg  nach  notturft  vergüng 
UDd  versichere,  inen  dieselben  erlösten  sum  hienaeh,  es  beleih  in 
witwenstat  oder  nit,  widerumb  z&  bezalen,  darumb  auch  den  kinden 
aDe  des  belibnen  eegemechits  hab  und  guter,  so  es  zu  denselben  zeiten 
bat  and  kunftiglich  in  koff,  erbs  oder  ander  weis  überkompt,  im  allweg 
pfiindtbar  sin  sollen. 

§  74. 
(Item  so  sich  das  beliben  eegemechit  wider  verhirat  und  weiter 
kinder  überkompt,  wie  es  dann  der  schulden  halben  gehalten  werden  soll.) 
Zum  andern,  begebe  sich,  das  sich  dasselb  beliben  eegemechit 
nacherwertz  in  ander  weg  verhirate  und  bei  demselben  auch  eeliche 
kinder  überkom,  stirbt  alßdann  wider  ain  eegemechit  von  dem  andern 
ab  und  verlast  im  aber  leiberben,  und  dabei  schulden,  dieselben  löffigen 
schulden,  si  sien  von  den  zwaien  erst  verhiraten  eegemechiten,  oder  der 


1  Alle  Bed.  von  C  ab  etatt  «zunftmaister»  «burgermaister». 
*  Schon  B  korr.:  cdasjenig». 


208  Überlingen. 

nacbgenden  gemacht  worden,  sollen  abermals  allain  von  der  yarenden 
hab  bezahlt  werden.  Es  soll  auch  dermals,  so  sich  der  val  begibt,  dem 
beUbnem  eegemechit  dham  der  kind  verfangen  gftt  anzflgreifen  yer- 
willigt  werden. 

Actum  Hilarientag  im  etc.  20.  jar^. 

Als^  sich  aber  in  etlichen  vählen  begeben  und  zugetragen,  das 
uf  absterben  ains  oder  beeder  eegemecht,  so  mit  verdingtem  und  un- 
verdingtem  heirat  beiainander  gesessen,  die  glöubiger  und  Schuldner  umb 
iro  schulden,  denen  das  oder  die  abgestorbnen  eegemecht,  bekannt  und 
unbekannt,  nach  tod  hinderstöllig  schuldig  pliben,  zu  bezalung  söllicher 
irer  geitschuldeu  nit  kommen,  sonder  umb  der  rechtsübungen  zwispalt 
und  irrungen  willen,  so  zwischen  dem  in  leben  belibnen  eegemecht 
und  deß  abgestorbnen freundenund  verwandten eingevallen,  mit söllich^ 
irn  schulden  und  ansprachen,  unangesehen,  das  dieselben  läufige 
schulden  von  der  oder  deß  abgestorbnen  eegemechts  verlassenscbaft 
one  allen  abgang  bezalt  werden  mögen,  jar  und  tag  z&  beschwerlichem 
irm  nachtail  und  schaden  verzogen  und  ufgehalten  worden  sein,  wölcbes 
ainem  erbarn  rath  mermaln  clagsweise  fürkommen  und  angezaigt  ist', 
derhalben  so  haben  meine  herrn  burgermaister,  ciain  imd  groß  rfith 
und  richter,  in  sölichem  nachvolgend  Satzung  und  Ordnung  fürgenomen 
und  fürohin  an  meniglich  ewig  zu  halten  errathen  und  entschlösse, 
nämlich : 

Wann  sich  hinfüro  begeben,  das*  .  .  . 

Item^  ob  ain  ehegemächt  von  dem  andern  todts  abgehen  und 
eheliehe  künder  oder  kains  von  irer  leib  erporen,  darbei  aber  bekandt 
und  unbekandt  leufig  schulden  und  darzue  sovil  Vermögens,  darvon 
die  schuldgleubiger  bezalt  werden  mögen,  hinder  ime  verlassen  würde, 
so  sollen  durch  deß  abgestorbnen  künder  (wafehr  änderst  ainiche  ver- 
banden) naeh^  derselben  freundt,  verwandten  oder  angemassten  erben 
zue  ainicher  thailung  der  Verlassenschaft  nit  greifen,  auch  weder  ligenndt 
noch  vahrendt  haab  und  gueth,  wenig  noch  vil,  darvon  verendert, 
gezogen  noch  gethailt,  sonder  zum  vordersten  und  aller  ersten  innerhalb 
zwaier  monnaten  den  negsten  nach  deß  verstorbnen  ehegemächts  todt 
und  abgang  an  zue  rechnen  alle  und  jede  gleubiger  umb  ire  bekandte 
leufige  schulden^  eß  seie  von  pfandschaft,  zinßen,  haußzinßen,  geliehen 


1  Das  Datum  steht  nur  in  A. 

'  Dieser  Absatz  steht  nur  in  C. 

'  Dieser  Relativsatz  später  wieder  durchgestrichen. 

*  Dieser  Anfang  eines  neuen  Absatzes  durchstrichen;  dafür:  Item  ob  .  .  . 

*  Alles  Folgende  steht  nicht  in  A  und  B.  (Siehe  die  Bemerkung  am  Schluß  des 
Artikels.)  —  •  Schreibfehler  statt  «noch». 


ÜberlingeD.  299 

^  oder  waß  schulden  die  seien,  und  die  abgestorben  person  hinweg 
lOmmenS  unangesechen  und  unverhindert  der  künder,  verwandten, 
T  angemassten  erben  eingefallner  spenn  und  irrthumben,  ald  iebender 
btfertigung  vor  meniglichem  entricht  und  bezalt,  und  volgendts 
»rerst  und  darvor  nit  durch  sie,  die  khünder,  verwandten  oder  an- 
naOten  erben,  mit  der  thailung  fürgeschriten,  oder  aber,  wa  irrthumben 
landen,  solcher  irer  spenn  halben  im  rechten  procedirt  und  für- 
ahien  werden. 

Im  fahl  aber  ainiche  leufige  schulden  nit  bekandtlich,  noch  von 
*  kfindem'  fründtschaften  oder  erben  angüchtig  weren,  se  sollen  die 
«n,  künder  oder  verwandten  abermals  ainiche  thailung  mit  deß  ab- 
itorbnen  Verlassenschaft  nit  fümemmen^  auch  weder  wenig  noch  vil, 
^dts  oder  vahrendts,  klains  noch  großes,  darvon  vereussem,  kaines- 
gs,  sonder  solche  leufige  unbekandte  und  ungüchtpare  schulden  in- 
mdig  obbestimpter  zwaier  monatsfrist,  und  vor  außgang  derselben, 
m  oder  der  gleubigem'  unverzogenlich  mit  recht  erörtern  und  erleuteren 
d  aißdann  volgendts  darauf  letstlich  nach  entrichtung  der  gleubiger 
kandien  und  unbekandten  leufigen  schulden  ire  spennige  Sachen, 
rdemngen  und  ansprachen,  wie  oblauth,  gegen  ainandem  rechtigen, 
d  darvor  ainiche  gleubiger  mit  der  bezallung,  eß  seie  mit  der  güete 
er  dem  rechten,  wider  iren  gueten  willen  nit  aufhalten  noch  vor- 
igeren, in  kainerlai  weiße,  alleß  und  jeder  bei  peen  und  buoß  10  tf  den., 
khe  allwegen  die  gemainen  erben  oder  verwandten  ires  nit  bezailens 
er  gepürenden  rechtfertigens  halben  verfallen  sein  sollen. 

Wo  aber  jemandts  alhie,  frauen  oder  mann,  burger  oder  michi- 
um,  todts  ableibte  imd  nit  sovil  haab  und  guets,  darvon  die  gleubiger, 
kant  und  unbekant  schulden,  bezalt  werden  mechten,  hinder  inen 
rHeOen,  so  sollen  aißdann  dieselben  Sachen  alle,  auch  aineß  jeden 
sprftch,  wie  sich  gepürt,  ordenlicher  weiß  alhie  mit  recht  erörtert, 
d  alsdan  volgendts  ain  jeder  umb  sein  auslag,  vorderung  und  zue- 
räch  Inhalt  außgesprochner  urthel  und  diser  stat  geprauch  und  recht 
trichtet  und  bezalt  werden. 

Nachdem  nun  mer  von  langen  unfurdächtlichen  jarn  her,  und 
iger  dan  sich  menschen  gedächtnus  erströcken  mag,  in  der  statt 
)erlingen  herkomen  gehalten  und  recht  gewesen  ist:  wann  ain 
gemecht  vom  andern  todts  vergangen  und  kinder  von  inen  beeden 
pom  verlassen  hat,  das  dann  sollichen  kindem  alle  gelegne  güeter 
isamen  gepracht  und  in  werender  ehe  durch  erbfäll  überkomen  oder 

*  So.  «hat».  —  *  Andere  Handechrifb:  «noch  von  den  kindem,  freundschaften  ...» 

*  Andere  Handschrift:  «gegen  den  oder  den  gleubic^m  ...» 


800  Überlingen. 

mitainander  gewunen  und  fürgeschlagen  verfangen  gewest  sein  de^ 
gestalt,  das  das  beliben  eegemecht  sein  weil  und  leben  lang  davon 
die  abnutzung  haben  und  die  erneuten  kinder  darauß  erziehen,  auch 
zu  erlangung  irer  mundparen  jar  zfi  gaistlichem  oder  weltlichem  stand 
nach  rath  der  freundscbaft  und  disem  verfanguen  gflt  gemeß  ussteurn 
und  beratten  machen  soll. 

Und  aber  darneben  durch  ainen  alten  gebrauch  auch  ein- 
gerissen und  an  statt  aines  geschribnen  stattuts  gehalten  werden:  wo 
sonn  oder  töchteren,  ains  oder  mer,  die  von  vatter  oder  mutter  ain 
Verfangenschaft  gehapt,  tods  abgangen  weren  uud  gleichwol  ain  oder 
mer  eliche  kinder  verlassen  haben,  so  seien  dieselben  kinder  als  enicklin, 
waverr  ir  vätter  oder  matteren  kain  geschwistergit  gehapt,  so  nach  der 
statt  brauch  die  Verfangenschaft  gehept  an  statt  irer  abgestorbnen 
vatters  oder  matter,  derselbigen  gefangenschafl  nit  mer  vähig  gewesi 
sonder  solche  widerumb  hinder  sich  an  den  anherm  oder  an  anfirauen 
kommen  und  gefallen;  darauß  bißher  allerlai  stritt  irrung  und  recbi- 
vertigUDg  entstanden  und  erwachsen  sein. 

Dasselbig  alles  hinfürter  sovil  möglich  z&  fürkomen,  so  haben 
burgermaister  und  ain  ersamer  rath^  diser  des  hailigen  reichs  statt 
Überlingen  uß  cristlicher  oberkait  und  darzü  bewögenden  biUichen  u^ 
Sachen,  wie  inen  dar  auch  ire  freihaiten,  vom  hailigen  remischen  reich 
habend  und  hergepracht,zft  thünonemittel  zulassen, hinfiiro  in  irer  stattbiß 
uf  ir  wider  verändern  zö  halten  ernstlich  gesetzt  und  fürgenomen,  namblich: 

Erstlich  so  soll  es  hinfürter  wie  biß  anher  bei  obbestimpter  der 
kinder  Verfangenschaft,  so  sie  ainiche  von  im  vättern  oder  müttern  ; 
erleben  und  erlangen,  pleiben  und  dieselbig  strenglich  gehalten  werden 
der  gestalt:  wann  ain  eegemecht  vom  andern  tods  vergeht  und  kinder, 
ains  oder  mer,  von  inen  beeden  eelich  gezillet,  verlasst,  das  dan  sollichen 
kindern  alle  gelegne  güeter  und  verschribenzinß,  sovil  vatter  und  mutter  zu- 
samen  gepracht  und  in  vverender  ee  durch  erbfahl  überkommen  oder  mit- 
ainander gewinnen  und  fürschlagen,  verfangen  sein,  also  das  das  beüben 
eegemächt  sein  weil  und  leben  lang,  onangesehen  es  verheuratte  sich 
anderwert  oder  nit,  davon  die  abnutzung  haben;  doch  soll  es  ernante 
kinder  darauß  erziehen  und  8o  sie  zu  im  volkomnen  jam  und  tagen 
komen,  ussteurn  zugaistlichen  oder  weltlichen  ständen,  nach  rath  nechster 
gemainer  und  vertrauter  freundt  von  vatter-  und  niüttermag,  und  disem 
verfangnen  gut  gemeß  auch  dieselben  verfangnen  güeter  pewlich, 
weseulich  und  unabgenglich  halten,  und  one  ains  ratbs  sonder  bewilligen 
die  weder  versetzen,  verkaufen  nocli  in  ander  weg  verwenden  in  dhain  weise. 

*  In  der  besonderen  Abschrift  am  Rande  beigefügt  wie  im  Original:  «groß  und 
klain  räth  und  richter». 


Überlingen.  301 

Ob  sich  aber  begebe,  das  die  kinder  in  der  ersten  ehe  erpom,  es 
ains  oder  mehr,  oder  sie  alle,  vor  irem  yatter  oder  mütter  tods 
engen,  also  das  dieselbigen  ir  Verfangenschaft  erlegt  und  kinder 
eniklin   gegen  den  anherren  oder  anfra&en,  ains  oder  mehr,  nach 

hinder  inen  verliessen,  so  soll  nichtzit  dester  minder  der  anherr 

anfrau  (onangesehen  dieselbigen  verheuraten  sich  widerumb  und 
'kommen  ain  oder  mer  kind,  vill  oder  wenig)  ir  weil  und  leben 
:  in  voller  besitzung,  nutz  und  niessung  der  Verfangenschaft  pleiben 

dieselben,  wie  obsteet  in  gewonlichen  pewen,  eem  und  wesen 
smündert  und  unverendert  halten. 

Wann  sich  aber  hernach  zütregt,  das  der  großvatter  oder  größ- 
ter auch  mit  todt  abgangen  und  ersterben  sein,  und  ain  oder  mer 
I  oder  kindskind  bei  ainem  andern  eegemecht  eelich  geporn  neben 
^rürten  eniklin  oder  kindskinderu  hinder  inen  verliessen,  so  soll 
nglichs  bemelten  eniklin  an  irer  abgestorbnen  vatter  oder  mutter 
.  alles  dasjenig,  so  von  irem  großvatter  oder  großmfitter  seligen  ald 
elben  selten  und  linien  in  erbs-,  geschäfts-  oder  gemächtweise  her- 
pt  und  sie  mit  glaubhaftem  schein  darthün  und  beweisen  mögen, 
ainem  freien  vorauß  volgen  und  werden;  jedoch  aber  die  eniklin, 
ildig  sein,  ires  vatters  oder  mütter  seligen  empfangen  heuratgütt, 
n  außgesteurt  weren,  widerumb  dargegen  in  gemaine  thailung  ein- 
erfen;  alsodann  und  so  das  alles  gehörter  gestalt  beschehen,  sollen 
ends  berürte  eniklin  mit  ires  vatters  oder  mutter  stiefgeschwißer- 
1  oder  derselben  kinden,  bei  der  letsten  ehe  geporn,  obbestimpte 
uigenschaft  ganz,  nichtzit  davon  ußgenomen,  mitainander  durchauß 
lie  heupter  aichelnweise  gleich  erben  und  thailen,  als  manig  mund, 
nanig  pfund. 

Glaichermassen  soll  es,  wo  der  gedachten  eniklin  vatter  oder  m&tter 
Verfangenschaft  nach  der  statt  prauch  nit  erlebt  haben,  sonder  vor 
i  vater  und  mütter  gestorben  sein,  und  aber  der  anherr  oder  anfrau 
lacher  andere  und  mehr  kinder  oder  kinds  kinder  überkommen, 
z&negst  hieoben  steet,  der  Verfangenschaft  erbschaft  und  thailung 
len  auch  allerdings  also  gehalten  werden. 

Gefüegte  sich  auch,  wie  alles  zu  dem  willen  deß  allmechtigen  steet, 
dieser  vilgedachten  eniklin  vor  abgestorbner  vatter  oder  mutter  den 
der  Verfangenschaft  erlebt  oder  nit,  und  der  großvatter  oder  größ- 
ter kain  kind  im  stand  der  andern  dritten  oder  vierten  ee  geporn 
oder  verließ,  so  mag  alsdann  gemelter  anherr  oder  anfrau,  welches 
BT  inen  in  leben  ist,  ainen  dritthail  der  verfangenschaft  so  irem 
3r  oder  mütter  nach  der  statt  prauch  als  verfangen  zugestanden  were, 
men  und  empfahen,  und  die  andern  zwen  dritthail  sollen  berüerten 


802  Überlingen. 

eniklin  an  statt  irer  vatter  oder  mfitter  varfangen  haissen,  sein  ai 
pleiben;  doch  mag  berüerter  anherr  oder  anfrau  solliche  ganze  y( 
fangenschaft  ir  weil  und  leben  lang  ungemindert  und  ungeschmök 
nutzen  und  niessen,  deßgleichen  seinen  gepürenden  dritthail  widenui 
in  ander  weg  verheuraten,  verschaffen  und  vermachen  durch  gott  oc 
eer,  freunden  oder  landleuten,  den  gedachten  im  eniklin,  wem  oc 
wohin  sie  wellen;  welcher  groß  vatter  oder  großmütter  aber  sollichen  i 
zugehörigen  dritthail  in  zeit  seines  lebens  nit  verschaft,  verheurat  o( 
vermacht  hette,  so  soll  derselbig  nach  seinem  tödtlichen  abgang  d 
mergemelten  eniklin  one  alls  mittel  z&steen,  volgen  und  pleiben,  i 
verhindert  mönigUchs. 

Und  wie  es  im  fahl,  allda  ain  eegemächt,  großvatter  oder  grc 
mutter,  zu  der  andern  ee  greift  gehalten  würdet,  also  soll  es  im  & 
allda  ains  zu  der  dritten,  vierten,  fünften  oder  noch  weiteren  ee  gr« 
auch  gehalten  werden. 

Doch  so  hat  ime  auch  ain  ersamer  rat  hierinen  sein  ordenli 
oberkait  endlich  vorbehalten,  in  dem  allem  und  jedem  jederzeit  enderu 
zu  thun  und  fürz&nemen^  wie  ine  den  leufken  und  begögneten  ding 
nach  zft  thun  f(lr  fruchtbar  und  gfit  ansehen  würdet,  unverhind 
meniglichs. 

Es  soll  auch  dise  Ordnung  und  Satzung  andern  aufgerichten,  rec 
messigen  heuraten  und  letsten  willen  oder  übergaben  kain  nachth 
noch  abbruch  geboren,  wölches  jedem  burger  dem  rechten  gemeß  m 
diser  statt  prauch  aufzörichten  bevorsteen,  und  auch  gemainer  statt 
allen  andern  stattuten  und  Satzungen  unvergrifBich  und  unabbrüd 
sein  soll. 

Und^  zum  beschlus,  damit  nun  hinfüro  jedermeniglich  in  künl 
ewig  zeit  wissen  mög,  was  zwai  eegemächt  grosvatter  oder  großmüt 
züsamen  gepracht,  auch  den  eniklin,  wo  sich  die  vähl  gehörter  gest 
oder  in  ander  weg  zutragen,  Inhalt  obberüerter  statt  satzui 
werden  und  gefallen  soll,  so  haben  obermelte  meine  herrn  gros  u 
klain  räth  erratten,  auch  für  nottweudig,  nützlich  und  gut  angeseh» 
das  nun  hinfürter  ewiglich  ain  aigen  und  besonder  stattbüch  auf  d( 
rathhaus  gehalten,  auch  darzü  jederzeit  etlich  rathspersonen  neben  u 
mitsampt  dem  stattschreiber  verordnet;  darein  sollen  aines  jeden 
gemächts,  deßgleichen  seiner  hausfrauen  jetzige  und  künftige  züsam< 
gebrachte  heuratgüeter,  auch  was  sonst  von  ains  jeden  selten  er! 
geschäfts-,  gemächts-  oder  Übergabsweise  herkombt,  ordenlich  und  und 
schidlich  (soverr  es  änderst   ains    begert)   geschriben  und   verzaichi 


^  Diese  Nachschrift  ist  gleichzeitig. 


Überlingen.  SOS 

werden,  allain  daromb,  damit  in  künftig  zeit,  wie  obermelt,  die  eniklin 
oder  kindtskinder  unübervortailt  plaiben,  und  jederman  recht  bescheche; 
doch  80  sollen  meine  herren  berüert  einschreiben  zu  ains  jedens  willen 
dasselbig  zu  fürkomung  allerlai  künftiger  irtumben  zu  thün  oder  under- 
w^gen  zft  lassen,  und  sein  abenthür  darüber  zu  besteen. 

Nachdem  bis  anher  breuchlich  gewest  und  mit  gAter  gewonhait 
herkomen  ist:  also  wann  zwai  eegemächit  ain  verfangenschaft  mit  ain- 
andem  genossen  haben  und  sich  begibt,  das  das  ain  eegemächt,  namblich 
das,  darauf  soUich  nutzung  gestanden,  es  seie  manns-  oder  frauen- 
peraonnen,  mit  tod  abgeet  vor  sant  Johanns  tag  zu  sonnwenden,  so  soll 
den  kindem,  an  diese  die  verfangenschaft  gewachsen  unc^  kommen  ist,  die 
nutzung  damit  auch  vervolgen  und  werden,  un verhindert  des  stiefvatters 
oder  der  stiefmüter;  trieg  sich  aber  der  faal  nach  sant  Johanns  tag  zu, 
80  gehört  die  abnutzung  von  verfangen  güeter  dem  belibnen  eegemächt , 
dieweil  aber  von  wegen  der  costen,  so  von  den  eegemächten  bei  ir  baider 
leibzeiten  zfl  erbauung  der  reben  aufgewendt  worden,  etwas  irrung  und 
miflsverstand  fürgevallen,  so  haben  zu  abwendung  derselben  irrung 
Uain  und  gros  räth  in  dem  puncten  den  costen  belangendt  erleuterung 
gethon,  setzen  und  ordnen  auch  hiemit,  das  es  fürohin  in  berüerten 
&al  dermassen  gehalten  werden:  wölcher  thail,  es  seien  die  kinder,  oder 
der  Btiefvatter  ald  stiefmüter,  die  nutzung  der  verfangen  güeter,  in 
massen  als  obsteet,  empfachen  werden,  der  soll  auch  den  costen  auf 
nust  und  stecken  dulden  und  leiden,  und  was  die  eegemecht  desselben 
jaiB  den  gemaindem  fürgelichen^  heten,  das  sollen  die  kinder  dem 
beSben  eegemecht,  wann  des  andern  abgang  vor  Johannis  beschechen 
ist,  zft  widerkem  und  zfi  bezalen  auch  schuldig  sein ;  sonst  soll  es  mit 
der  yerfiangenschaft  besteen  und  pleiben,  wie  obstat'. 


^  In  B:  cftür  gemainlich  .  .  .» 

*  Dieser  letzte  Absatz  steht  auch  in  B  und  zwar  —  wie  ührigens  auch  in  C  — 
auf  der  letzten  Seite  des  Satznngsbnchs. 

Der  hier  von  §  70  an  wiedergegebene  Text  findet  sich,  abgesehen  von  der  oben 
bsMichneten  Ansnahme,  vollständig  in  G,  D  nnd  £.  Der  Text  von  dem  Absatz  an,  der 
mit  den  Worten  beginnt:  cNachdem  nunmehr  aber  von  langen  uny erdenklichen 
jaren  ...»  bis  znm  vorletzten  Absatz  steht  unter  der  Überschrift  «Satzung  von  wegen 
der  verfiuignen  güeter»  im  Portokollbuch  über  «alle  gebott  und  verbot  des  raths  zu 
Überlingen»  von  1552  bis  1562  St.  A,  Abt.  VIII  Nr.  187.  Vor  dem  als  «Nachschrift» 
beMiohneten  Artikel  ist  das  Datum  beigefügt:  «Actum  und  mit  grossen  und  klainen 
ruhen  nnd  richtem  beschlossen  samstags,  dem  9.  Februarii  anno  1555».  Eine  besondere 
Abechrift  der  vollständigen  Satzung  findet  sich  in  St.  A  Abt.  YlII  Nr.  144  in  einem 
Püpiorbeft  von  8  Bl&ttem  mit  der  Aufschrift  auf  der  letzten  Seite:  «Statutorum  über- 
liogensiam  tit.  28.^  von  den  verfangnen  güettem»  u.  s.  w.  (wie  oben  in  Anm  1,  zu 
i  70  angegeben). 


804  Überlingen. 

§  75. 
(Item  die  ordnuug  der  burger  halben,  so  das  ir  unutzlich  verth&nd 
und  verhirat  sind.)* 

§  76. 
(Item  ob  sich  dann  ain  frow  mit  iren  man  derselben   unnützen 
burger  verschribe.) 

§  77. 
(Item  der  unnützen  burger  halben,  sO  witmer  oder  ledig  sind.) 

§  78». 

(Item  ob  derselben  unnützen  burger  ainer  ditz  Ordnung  nit  halten, 
und  dardurch  sein  burgrecht  ufgeben  wölt.) 

Zum  vierten,  ob  dann  ain  burger,  dem  sollich  Statuten  und  Ord- 
nungen also  ze  halten  nit  anm&tig  sein,  dardurch  sin  burgrecht  ufgen 
wölte  oder  würde,  er  wer  ledig,  verhirat  oder  ain  witwer,  und  het  kinder 
oder  nit,  uberfert,  als  dick  ist  er  verfallen  der  statt  10  tf  ^;  wer  aber 
in  denselben  fünf  jaren,  oder  nach  denselben  fünf  jam  wider  burg- 
recht empfachen  wölt,  und  den  der  rat  wider  ze  burger  empfieug,  der 
soll  alles  sin  gut  in  der  statt  buch  verschriben  und  verdienen  uf  den 
aide,  als  lieb  im  das  ist,  ungefarlich,  und  soll  auch  burgrecht  ve^ 
bürgen  nach  dem  under  den  gut  hat,  als  ob  er  nit  burger  wer  geein, 
on  alle  gevärde;  wSr  aber,  das  ainer  sollich  sach  zt  schaffen  hei,  das 
den  rät  dücht,  das  im  und  der  statt  sin  burgrecht  nit  füglich  wer,  von 
dem  mag  der  rat  wol  burgrecht  ufnemen  on  entgeltnus  der  vorgeschribeu 
gesetzte*. 

Wir  haben  auch  von  gemainer  stat  notturft  wegen  zue  ewiger 
Satzung  erraten,  geordnet  und  gesetzt:  welches  burgerkündt,  es  seien 
knaben  oder  dochteren,  sich  nunhinfürter  ausserhalb  der  stat  an  die 
fremde  verheuratheu,  ir  anererbt  burgrecht  nit  besitzen  wellen,  noch 
niemallen  besessen  haben,  sonder  stillschweigendt  durch  aignen  rauch 
anderer  orthen,  oder  aber  öffentlich,  mündtlich  ald  schriftUch,  aufgeben, 
und  dardurch  aigenthumblich  väterlich  oder  müeterlich,  großväterlich 
oder  großmüeterlich,  ald  ander  anererbt  frei  guet  von  diser  stat  ausser 
der  steur  ziehen,  die  sollen  von  allem  dem,  so  also  ausser  der  Steuer 
kompt,  aber  die  heurathgueter  darvon  ausgeschlossen,  den  zehenten 
pfening  zue  abzug  geben;  doch  soll  er  dasjenig,  waß  ainem  hernacher 

»  §§  75,  76,  77.  78  =  §  119  1.  c. 

A  hat  nach  dem  Text  des  §  75  das  Datum:  «Actum  und  beschlosaen  mit  j^oß 
und  clainen  räthen  in  pfüng»tfüren  anno  etc.  19».    (1519  Juni  12.) 

«  Fehlt  von  D  ab.  In  A  am  Schlüsse  dieses  §  das  Datum:  c Actum  und  be- 
schlossen mit  groß  und  clainen  reten  in  pfingitfüeren  anno  etc.  19».     (1519  Juni   12.) 

•  Die  folgenden  Absätze  stehen  nur  in  D  und  den  späteren  Red. 


I 


Überlingen.  805 

erblicher  weiße,  alß  durch  testament,  geschäft  und  gemächt,  übergaabs 
oder  anderer  weiße  zuesteen  mag,  hierinnen  nit  berüeren,  sonder  ain 
jedes  daßselbig  volgendts  nichzit  desto  münder  nach  laut  gemeiner  stat 
habenden  kaiserlichen  freiheiten  und  unseren  gueten  ansehen  insonder- 
heit zue  verabzugen  schuldig  sein. 

Welcher  burger  aber,  so  nit  ain  erbburger  und  sein  burgrecht 
inhalt  der  Satzung  10  jar  lang  besessen  bete,  deßgleichen,  wann  erb- 
burger ausser  dem  burgrecht  an  andere  orth  ziehen  will,  der  ist  nich- 
zit zue  abzug  zue  geben  schuldig,  sonder  mag  ain  jeder  mit  haab  und  guet  frei, 
ledig  von  der  stat  ziechen;  doch  soll  er  dasselbig  zuvor  vor  unß  [nach] 
altem  gebrauch  aufschweren,  aber  sollich  aufschweren  und  hinwegziechen 
weder  von  rats,  gerichts  noch  anderer  ämpter  oder  Sachen  wegen  nit 
bescheeben,  noch  dasselbig  dannzuemall  in  solcher  gestalt  von  niemandts 
angenommen  werden. 

Wa  aber  jemands,  so  in  der  michi  ist,  von  der  stat  kompt  und 
an  andere  orth  ziehen  will,  daß  oder  dieselben  sollen  auch  vor  allem 
dem,  so  sie  haben,  den  zeheudten  pfening  zue  abzug  geben. 

Und  ob  ain  witib  ir  burgrecht  vermannen,  oder  in  all  ander  weg 
and  in  waß  schein  geschechen  mechte,  und  haab  und  guet  ausser  der 
stenr  an  andere  orth  ziechen  würde,  die  soll  gleichfals  von  allem  dem- 
jenigen, so  sie  hat,  oder  ir  in  wehrendem  burgrecht  durch  erbs,  geschäft 
oder  anderer  weiß  zuegefallen,  hie  ald  von  andern  orthen,  wa  daz  were, 
den  abzug  geben  ohne  alle  einredt. 

Wa  sich  dann  erbfeil  mit  güetem,  so  in  gemainer  stat  etter  und 
stenr  gelegen,  begeben  und  zuetragen,  und  dieselben  güeter  durch 
frembde,  so  nit  burger  sein,  verkauft  worden,  dardurch  daß  gelt  ausser 
der  stenr  gezogen  würdt,  so  sollen  dieselben  frembden  unangesechen, 
sie  seien  in  gerichten  oder  ausserhalb  gesessen,  solch  erbfeil  auch  mit 
dem  zehendten  pfennig  verabzugen. 

Und  welcher  burger  oder  einwoner  dißer  stat  nunhinfürter  ainem 
frembden,  so  nit  alhie  gesessen,  ainich  ligendt  guet,  es  seien  garten 
oder  andere  güetter,  so  in  gemainer  stat  etter  gelegen  abkaufen  wolte 
oder  würde,  der  soll  den  kaufschilling  nit  von  banden  lassen,  eß  seie 
dann  zuvor  gemainer  stat  umb  ir  abzuggelt  entrichtet  und  bezalt  worden, 
bei  straf  10  tf  ^. 

Demnach^  wider  alt  herkommen  sich  mißverständt  eraignen  wollen, 
waß  gestalt  namblich  dazumahl,  da  etwas  durch  testament,  codicill 
oder  anderwertliche  Verordnung  auf  den  todtsfahl  gestellet  in  unver- 
bnrgert  ohnsteuerbare  band  erwachsen  solte,  der  abzug  gegen  dem  rent- 
stiblein    zu    erstatten,    alß   haben   klein  und   große  räthe  allen  disen 

1  Dieter  Absatz  steht  nar  in  E,  der  folgende  nur  in  F. 
OberriMlnlMhe  Stadtrechte,    n.  2.  ^ 


306  Überlingen. 

abzuhelfen,  zu  hellem  Statut  und  zue  ewiger  Satzung  verordnet,  dass  auf 
dergleichen  fahl  einen  der  abzug  mit  parem  gelt  von  der  unvertheilten 
erbschafb  völlig  abzulegen  und  zu  entrichten  sei. 

So  haben  meine  herm  auch  auß  beweglichen  Ursachen  gesetzt  und 
geordnet:  wann  ins  künftig  eins  oder  das  ander  burgerskind,  maus-  oder 
weibsgeschlecht,  sich  mit  frembden  und  nit  verburgerten  verheiraten 
würde,  daß  entweder  keins  aus  ihnen  beeden  burger  sein,  oder  das 
frembde  sich  auch  mit  erstattung  der  gewohnlichen  requisiten  sieh  vor 
der  hochzeit  umb  das  burgerrecht  gebührend  bewerben  solle. 

Wir  haben  auch  gesetzt:  wöllicher  der  ist,  dem  sein  biurgrecht 
von  aim  rat  sondere  jar  aufgehalten  wirdet,  der  sein  steur  jarlichs  bis 
miterfasten  nit  rieht,  das  der  oder  dieselben  alßdann  ir  burgrecht  dar- 
durch  verwürkt  haben  sollen. 

Item  wöUichem  auch  sein  burgrecht  also  sondere  jar  aufgehalten 
würdet,  der  soll  schweren  ain  aid  zA  got  und  den  haiigen,  unsere 
burger  umb  all  schulden,  so  er  inen  ze  th&nd  ist,  vor  seinem  abschaiden 
allerding  abzulegen  und  bevügig  ze  machen,  das  er  auch  ainem  ieden 
an  dem  ort,  da  er  sitzen,  rechtz  sein  werde. 

Item  dem  auch  dermassen  sein  burgrecht  aufgehalten  würdet,  so 
der  in  der  bestimpten  zeit  nit  widerumb  alher  ziehen  würde,  sol  derselb 
durch  sein  abwesen  und  das  er  anderstwo  hußhäblich  gewest  wer,  das 
burgrecht  auch  verwürkt  haben. 

Doch^  so  haben  sich  groß  und  klain  reth  hinfüro  z&  ewiger  Satzung 
gegen  meniglich  strenglich  ze  halten  entschlossen,  das  nufürohin 
kainera  unserm  burger  der  sich  mit  husheblichem  wesan  und  wib  und 
kinden  von  und  usser  unser  stat  hindanthüt,  ob  sich  glich  derselb  steur, 
wacht  und  all  ander  beswerungen  nicht  destminder,  wie  ain  anderer 
burger  ze  tragen  erpieten  würd,  noch  dan  sein  burgrecht  kaine  sondere 
jar  mer  ufgehalten  werden,  besonder  soll  derselb  sein  burgrecht  darvor 
ufgeben.  Wa  aber  ain  eingesessner  burger  oder  burgerssun  sich  uß 
thapfern  redlichen  Ursachen  usserhalb  unser  stat  in  dienst  begeben  oder 
verpflichten  oder  sunsi  umb  ander  ursach  willen  ain  Zeitlang  und  anzal 
iar  usser  land  thän,  iedoch  nit  mit  husheblichem  wesen  von  hinnen 
ziehen  und  anderswa  husheblich  enthalten  würde,  dem  oder  denselben 
mag  ain  ersamer  rath  nach  gestalt  der  sach  sein  burgrecht  wol  sondern 
iar  ufhalten,  wie  ain  rat  für  gut  ansieht. 

§  79. 
(Von  auf-  und  annemung  der  newen   burger,   auch  schweren  ald 
aufsagung  und  verbrechung  des  burgrechts,  und  abzug  oder  nachsteur.) 


^  Dieser  Absatz  stammt  von  anderer  Hand;  steht  nur  in  A  und  B. 


Überlingen.  307 

ünd^  welcher  nun  hinfürter  in  dißer  statt  alhie  burger  werden  will,  der 
soll  dasselbig  anfenglichs  gleich  bahr,  iuhalt  der  alten  Ordnung,  mit 
5  ff  ^  erkaufen,  und  darauf  ainen  gelehrten  aid  leibUch  zue  got 
und  den  balligen  schweren,  zechen  jar  lang,  die  nechsten  anainander, 
ain  eingeseßner  burger  zue  sein,  auch  daß  er  hinder  kainen  Juden  behaft, 
noch  weder  vor  hofe-  noch  landgericht  rechthengig  seie;  und  welcher 
also  gehörter  gestalt  zue  burger  angenommen  würdt,  soll  volgendts  über 
daz  bestimpt  bahr  bezalt  burgerrechtgelt  der  5  ff  ^  die  ihr 
geschribnen  zechen  jar  auß  jerlichs  und  aines  jeden  jars  allain  und 
besonder  neben  seiner  ordenHchen  geschwornen  steur  noch  weiter  ain 
pfundt  Pfennig  burgrechtgelt  in  gemainer  stat  seckel  erlegen  und  ant- 
wurthen;  wann  und  sobald  aber  dieselben  zechen  jar  verruckt  und 
verscheinen,  sobald  alßdann  solch  pfund  pfennig  burgrechtgelt  abgehen  und 
üedlen,  und  kainer  weiter  nit  dann  zue  erlegung  seiner  jarlichen  steur 
angehalten  werden.  Ob  aber  ainer  vor  ußgang  der  zechen  jaren  todts 
ablebte,  so  sollen  sein  verlaßen  witib,  künder  oder  erben  die  übrigen 
außetenden  pfundt  pfennig  zue  ervolgung  berüerter  jähren  nichzit  desto- 
minder  neben  der  jerlichen  steur  auch  erstatten. 

Würde  oder  wolte  aber  jemands  sein  burgrecht  alhie  vor  außgang 
und  verscheinung  bestimpter  zechen  jar  widerumb  Aufschweren,  und 
sich  an  andern  orth  ziehen,  so  soll  ain  jeder  von  allem  seinem  Ugenden 
und  vahrenden  haab  und  guet,  sovil  er  dessen  danzuemallen  in  ver- 
mögen hat,  den  abzug  oder  nächstem*  Inhalt  gemainer  stat  habenden 
freihalten  nach  begeren  und  guet  ansechen  aines  ersamen  raths  erlegen, 
deOgleichen  und  darzue  auch  schuldig  und  verbunden  sein,  die  übrigen 
auOstenden  pfundt  pfennig,  sovil  sich  derselben  biß  zue  ervolgung  dern 
zechen  jaren  erlaufen  und  außstendig  sein  werden,  vor  seinem  abzug 
und  verenderung  haab  und  guets  gleich  also  bahr  gemainer  stat  zue 
entrichten  und  zue  bezallen  ohne  alle  ein-  und  widerred. 

Doch  ob  jemandts  hievor  im  burgrecht  gesessen  und  von  seinen 
eitern  hero  ain  geborner  erbburger  oder  burgerin  geweßen,  aber  solch 
burgrecht  ufgeschwom  und  sich  ain  zeit  lang  an  andern  orthen  endt- 
halten  hete,  wann  derselben  ainer,  eß  seien  mans-  oder  frowenpersonnen, 
widemm  in  das  burgrecht  begern,  und  von  unß,  dem  rat,  zue  burger 
angenommen  würden,  so  soll  dieselben  obangeregte  Schätzung  nit  binden, 
sonder  mit  inen  hierinnen  nach  altem  brauch  gehalten  werden,  also  daz 
ain  jeder  solch  burgrecht  nit  hocher  dann  mit  5  ff  ^  wider  an  sich 
erkaufen.  Ob  aber  ainicher  erbburger  oder  burgerin  mehrangeregtes 
burgrecht  vor  außgang  bestimpter  10  jaren  abermals  aufschweren  weite, 


*  Die  Überschrift,  sowie  die  ersten  8  Absätze  dieses  §  fehlen  in  A  und  B. 

90* 


308  Überlingeu. 

80  soll  kain  abzug  oder  nachstpeur  noch  nichzit  weiters  an  sie  erfordert  werdeu, 
auch  dieselben  ainichen  zue  geben  schuldig  sein  überall  in  kainerlai  weiß. 

Item  wer  der  wer,  der  burgrecht*  ufgeben  wölt,  der  sol  das  thfin 
vor  ainem  gesessnen  rät  nach  der  statt  gewonhait  und  herkomen,  und 
alda  schweren  ain  aid,  das  er  in  vierzehen  tagen  den  nechsten  mit 
weih  und  kinden  von  diser  statt,  und  uß  dem  etter  ziehen,  und  in 
5  jarn  alhie  uit  mer  sesshaft,  auch  sich  mit  seinem  leib  von  diser  statt 
nit  verendem  wöll,  er  habe  sich  dann  mit  den  Schuldnern,  denen  er 
zethond  ist,  vorhin  betragen. 

Wir  band  auch  gesetzt:  wer  der  ist,  der  unser  burger  ist,  und  der 
von  ungehorsami  wegen  burgrecht  ufgibt,  darumb  das  er  nit  bui^r- 
maister,  ratzher  noch  zunftmaister,  noch  ain  sechsundzwainziger 
und  ain  ailpfer  werde,  ob  man  des  an  in  kompt,  wölh'cher  darumb 
burgrecht  ufgibt  und  darumb  nit  schweren  will,  das  er  es  darumb  nit 
thfige,  der  soll  fünf  jar  vor  der  statt  sin,  usserhalb  unserm  etter,  und 
soll  in  auch  die  fünf  jar  kain  unser  burgrecht  nit  schirmen,  und 
soll  auch  die  fünf  jar  unser  burger  nit  haissen  noch  sein. 

Wir*  band  auch  gesetzt:  wer  unser  burger  ist,  es  sien  frowen  oder 
man,  der  burgrecht  hie  ufgibt,  und  es  der  rat  von  im  ufnimpt,  der 
soll  sich  nach  dem  tag,  als  er  burgrecht  hie  ufgeben  hat,  in  den 
nechsten  vierzehen  tagen,  on  alles  verziehen  mit  wib  und  mit  kinden 
von  der  statt  usserthalb  unserm  etter  ziehen,  und  darnach  in  den 
nechsten  fünf  jarn  nimmer  hie  sessliaft  werden,  es  wer  denn,  das  er 
änderst  burgrecht  empfieng,  und  soll  auch  derselb  alles  das  gut,  das 
er  in  dem  etter  hat,  fürbas,  dieweile  er  nit  burgrecht  hat,  in  gastes 
wise  versteuren  und  verdienen,  und  wer  sich  darüber  in  den  nechsten 
vierzehen  tagen  von  der  statt  also  nicht  züchet,  als  dick  er^ 

§  80 
[Verbot,  liegende  Güter  an  Gotteshäuser  und  dergleichen  zu  geben.] 

=  §  80. 

§  81. 
(Kain  gut  an  ewigkaiten  komen  lassen.) 
=  §  81^ 
Wir  band  auch  mit  klainen  und  grossen  räthen  gesetzt:  nachdem 
wir  ain  Zeitlang  und  biß  anher  zugesehen,  gestattet  und  geduldet  in 

'  Von  C  ab  hier  eiogeiilgt:  «obgeschribner  massen  .  .  .». 

*  Dieser  Absatz  steht  nur  in  A  und  B. 

*  Hier  bricht  der  Text  ab.  —  *  Dieser  und  der  vorhergehende  §  stehen  in  dieser 
Fassung  nur  in  A  und  B.    Vom  folgenden  existiert  eine  besondere  Abschrift.  (S.  unten.) 


Überlingen.  809 

anserer  statt  und  derselben  etter,  deßgleichen  in  unsern  und  unsere 
gotshauß  spittals  gerichten  jedermeniglioh,  onangesehen,  ob  er  uns  schon 
weder  mit  dem  bargrechten  noch  gerichtzzwang  zfigethon  geweßen  ist, 
seine  gefallens  und  willens  die  gelegnen  güeter  hin  und  wider  z&  ver- 
kaufen, auch  zum  thail  (wie  unsere  voreltem)  an  die  ewigkaiten  und 
sonst  uß  unserer  burger  einsässen,  zugehörigen  und  verwandten  banden 
in  frembder,  ußlendischer,  gaistlicher  und  weltlicher  personen  gewalt 
kommen  lassen,  uß  welchem  allem  mitler  weil  (wo  hierinnen  von  uns 
nit,  wie  durch  andere  unsere  genachberten  herm  und  stett,  notturftig 
und  zeitlich  einsetzen  beschehen)  nichtzit  anders  zu  gewarten,  dann  das 
durch  angeregte  ewige  ergebungen  und  der  frembden  eintringen  lest- 
lich  der  niererthail  der  besten  und  gelegnesten  güeter  von  der  statt  und 
den  gerichten,  auch  auß  der  bürger,  ainwoner,  hindersässen  und  zft- 
gehörigen  banden  und  gewalt  nit  mit  geringem  nachtbail  und  schaden, 
andern  aber  zfl  großem  vorthail  und  gutem  gezogen  werden,  und  letstUch 
mit  beschwerden  widerumb  z&  erlangen  sein  möchten. 

Wiewol  wir  nun  niemaln  bedacht  gewesst  und  noch  nit  sein, 
jemandts  an  fürgenommen  christlichen  werken  oder  gotzgaben  abzu- 
halten, noch  an  ufrechten  getroffnen  köufen  and  conträcten,  ald  sonst 
an  eines  jeden  nutz  oder  frommen  z&  verhindern,  sonder  vilmehr  uns 
schuldig  erkennen,  z&vorderst  gottes  deß  allmechtigen  lob  und  ehr,  auch 
der  unsern  und  jedermeniglichs  wolfart  und  gedeihen  unsers  vermög- 
clichen  fleiß  z&  befürdern, 

so  haben  wir  demnach  obermelte  eingerissne  beschwerden  und 
andere  mehr  treffenliche  Ursachen  uns  hierzu  bewögend,  sonderlich 
aber,  wer  künftiglich  uns,  gemainer  unserer  statt  und  allen  den  unsern 
uß  diser  entstandner  onordnung  begögnen  und  für  beschwärlichen 
eingang  gepören  mag,  für  äugen  genommen  und  in  craft  habender 
unserer  Privilegien  und  freihaiten,  auch  uß  gewalt  der  oberkait  und 
unwidersprechenlicher  Jurisdiction  in  unserer  statt,  auch  unsern  und  unsers 
gotzhaüß  spittals  nidern  gerichtlichen  oberkaiten,  zwingen  und  penen, 
ditz  hernach  geschriben  ewige  Satzung  und  Ordnung  fürgenommen, 
wollen  und  gepieten  auch,  das  dieselbig  nun  hinfürter  von  unsern  und 
vermelts  unsers  gotzhauß  spittals  burgern,  einwoner,  underthonen, 
hindersässen,  zügehörigen  und  verwandten  strenglich  und  ewighch 
gehalten,  auch  deren  gelept  und  nachgangen  werd. 

Namblich  erstens,  so  solP  nun  hinfüro  dhainer,  es  sei  burger 
oder    einwoner,    deßgleichen    underthon,    hindersäß,    zügehöriger    und 


>  In  D  und  E,  sowie  Korr.  C  statt  dieser  4  ersten  Worte:  cWir   hond  auch 
^Mer  sonderbare  bewegenden  artfachen  gesetzt,  das  ...» 


810  Überlingen. 

verwandter,  in  der  statt  und  uf  dem  land,  in  unsern  und  ermelts^  unaen 
spittals  gerichten  gesessen,  so  uns  und  demselben  spittal  zA  versprechen 
steen,  von  kainem  stift,  eloster,  gotzhauß,  kirchen,  altar,  samlang,  spittal, 
veldsiechen,  noch  an  ainiche  andere  eewigkaiten,  dieselbigen  alle  ains 
oder  zum  thail  seien  uns  oder  obbemelten  unsern  gerichten  z&gethon 
oder  nit,  kain  aigen  gftt  mer  weder  hauß,  hove,  acker,  wiseD, 
gärten  noch  ichtzit  anders,  klains  noch  groß,  wie  das  immer  qamen 
haben  mag,  so  in  unserer  statt,  auch  derselben  etter,  deßgleichen  in 
unsern  und  merbemelts  spittals  gerichten  gelegen,  verkaufen,  noch  in 
ainich  ander  weise  oder  weg,  es  sei  durch  erbfähl,  haimsteur,  übeigab 
oder  schankung,  umb  gelt  oder  durch  willen,  doran  kommen  lassen, 
ganz  überall  in  dhainerlai  weise. 

Deßgleichen  auch  dhainer,  er  sei,  wie  gehört,  in  der  statt  oder 
unsern  ald  des  spittals  gerichten  gesessen  oder  nit,  ainich  ligend  gflt 
mer  gegen  frembden  und  ußlendischen  personen,  so  uns,  dem  rath  oder 
dem  spittal  nit  zftgehörig  noch  verwandt,  weder  umb  bargelt,  borg, 
leibding  oder  sonst  hingeben,  vertauschen  öder  verkaufen  bei  straff 
10  9f  den. 

Ob*  aber  ain  soHiches  von  jemandts  unwissender  ald  ungevarlicher 
weise  beschehe,  so  sollen  doch  diejenigen,  denen  solHche  güeter  köuflich 
oder  sonst  zfi  seelgreth  gegeben  werden,  in  jarsfrist,  der  nechsten,  die- 
selben angenomne  güeter  alle  und  jede  ainem  unserm  eingesessnen 
burger  oder  ainwoner,  oder  wo  solliche  hingegebne  güeter  in  imsem 
oder  unsers  spittals  gerichten  gelegen  weren,  ainem  andern,  der  uns 
und  unserm  spittal  verwandt  und  zügethon  ist,  unverwägert  köuflich 
zustellen;  wo  aber  ainer  dasselbig  nit  thun,  sonder  übergen  wurd,  so 
soll  doch  sollich  gut  widerumb  an  deß  gebers,  verköufers  oder  testierers 
nechste  pultserben,  und  im  fahl  dieselbigen  sich  deß  güts  in  dem 
nechsten  monnat  nach  dem  jar  weder  güetlich  noch  rechtlich  nit  under- 
ziehen  weiten,  alßdann  uns  und  gemainer  unserer  statt  in  beeden  ob- 
angeherten  stucken  aigenthümblich,  auch  genzlich  und  gar  haimgefallen 
haissen,  sein  und  pleiben,  one  einträg  jedermeniglichs. 

Zum  andern  soll  auch  liinfüro  niemandts,  weder  fronen  noch 
mann,  Pflegschaften  noch  andere  Verwaltungen,  sie  seien  haimsch  oder 
frembd,  und  uns  mit  burgrecht  oder  gerichtsbarkait  verpflicht  oder  nit, 
ainich  ligend  gut  mer,  wie  dieselbigen  durch  erbfahl,  kauf,  übergab, 
leibding  oder  anderer  weise  an  einen  jeden  kommen  und  immer  namen 


*  Dieses  Wort  fehlt  natürlich  in  der  voreeits  unter  *  genannten  Redaktion. 

*  Dieser  und  der  folgende  Absatz  stehen  nur  in  der  besonderen  Abschrift. 


Überlingen.  811 

haben  möchten,  so  in  unserer  statt  oder  dem  etter,  in  unsem  oder  mer- 
bemeltsmisersspittals  gerichten  gelegen,  gegen  frembdenundußlendiscben 
Personen,  so  uns  und  unserm  spittal  nit  verwandt  sein,  weder  umb 
bargelt,  porg,  leibding,  heurathgAt,  Vorweisung,  oder  umbsonst  in  ainicb 
weg  vertauschen,  versetzen,  verschenken,  noch  in  kain  ander  weiß 
onwerden,  sonder  solliche  güeter  ainem  unserm  burger  oder  ainwoner, 
ald  unsem  und  deß  spittals  gerichtzverwandten  jederzeit  in  zimlichem 
leidenlichen  gelt,  one  alles  beschwerlich  angedingt,  vor  jedermeniglichen 
z&steen  und  volgen  lassen,  bei  straff  10  tf  den.,  die  ain  jeder,  er  sei 
haimisch  oder  fremd,  sooft  er  hierwider  handelt  gemainer  unserer  statt 
z&  bezaln  schuldig  sein  solL 

Würde  aber  ainer  mit  verkaufung,  vertauschung  oder  Verwechslung 
der  güeter  gehörter  gestalt  gegen  frembden  und  uß wendischen  personen 
f&rforen,  ald  andere  haimUche  contract  und  vergleichungen,  damit  die 
unsem  von  den  güetera  getriben  werden  möchten,  machen,  sollen 
doch  solliche  kauf  und  abredungen  weder  in  unserer  statt  noch  ober- 
melten  gerichten  ganz  und  gar  dhain  craft,  würkung  noch  fÜrgang, 
sonder  ain  jeder  der  unsern  an  denen  orten,  allda  das  g&t  gelegen  und 
er  seßhaft  ist,  alsdann  volkommen  gwalt  und  macht,  auch  freien  offnen 
weg  haben,  denselbigen  kouf,  unverhindert  deß  ersten  frömbden,  one 
ainiche  Simulation,  betrüg,  arglist  oder  geverd  verfailset  und  z&  geben 
bewilligt  worden  ist,  anzAnemen  und  an  sich  z&  pringen.  Wo  dann 
dhainer  von  bürgern,  underthoüen  oder  hindersässen,  die  uns  zägehörig, 
verbanden,  wölche  berüerte  verfailsete  und  angeschlagne  gelegne  güeter 
der  frömbden  angepotten  kaufsuma  und  piilichen  dingen  nach  köuf lieh 
an  sich  zu  lösen  nit  gelegen  weren,  so  soll  sollich  gClt  jar  und  tag 
jedermeniglichen  abermals  zu  failem  kauf  offen  sein  dergestalt  und 
also,  ob  nach  verscheinung  berüerten  jarsfrist  dhain  köufer,  der  in  ^  den 
gerichten  gesessen  und  uns  oder  unserm  spittal  zägehörig,  vorhanden 
were,  alsdann  sollen  die  geschwornen  Schätzer  aines  jeden  orts,  alldo 
sich  soUiche  fahl  in  der  statt  oder  unsern  ald  deß  spittals  gerichten 
zflgetragen,  unverzogenlich  in  die  güeter  geschickt  und  besichtigt,  und 
wie  volgends  dieselbigen  durch  berürter  verordneten  schauer  ordenliche 
erkondigung  iren  aiden  nach  geschätzt  und  angeschlagen  werden,  als- 
dann uns  und  unsern  nachkumen  hiemit  in  craft  der  oberkait  jederzeit 
vorbehalten  sein,  das  oder  dieselbigen  güeter  in  der  statt  oder  uf  dem 
land,  soweit  sich  unsere  und  unsers  gotzhanß  spittal  nidern  gerichtz- 
zw&ng  erströcken  thftnd,  der  Schätzung  gemäß,  wie  dieselbigen,  als 
vorsteet,    durch    die    verordneten    Schätzer    angeschlagen    werden,    zfi 


'  In  C  von  späterer  Hand  am  Rande  eingefügt:  cunserer  statt  oder . . .». 


812  ÜberlingeD. 

gemainer  unserer  gelegenhait  nach  andern  unsem^  undertbonen,  biüd6^ 
Bässen,  widerurab  hinzögeben,  zft  verleihen  und  Z&  verkaufen,  wie  uns 
bemelter  unserer  statt  und  der  unsern  halben  jederzeit  für  ratbsamlich, 
nutz  und  gfit  ansehen  würdet.* 

Wir^  band  auch  gesetzt:  wer  der  ist,  der  dem  andern  sein  haus 
ald  hof,  oder  sein  garten,  oder  ainich  sein  aigen  göt,  das  in  den  ettem 
ligt,  anspricht  anderschwo,  dann  vor  unserm  gericht  zu  Überlingen, 
behöpt  er  das  anderschwo,  wer  der  ist,  der  das  koufet,  der  soll  nimmer- 
mer  burger  werden  zu  Überlingen;  der  es  auch  empfahet  oder  pawet, 
der  soll  die  grossen  ainung  richten,  alls  dick  er  es  thüt. 

Wir*  haben  auch  gesetzt:  welcher  unser  burger  ainich  sein  aigen 
in  unserm  etter  oder  darvor  gelegen  zue  lechen  machet,  ohne  rats  Urlaub 
und  guust,  der  ist  der  stat  verfallen  100  U  ^,  und  soll  jar  und  tag  vor 
der  stat  sein  ausserhalb  unserm  eter;  sich  mecht  auch  ainer  also 
frevenlich  darinnen  halten,  daß  ain  rat  darüber  sitzen  und  in  furo 
darumben  straffen  mechte. 
1622  Und*  demnach  sich  vielfältig  begeben  und   zuetragen  thuet,  das 

die  burgerskünder  bisweilen  für  sich  selbsten,  bisweilen  aber  mit  vor- 
wissen ihrer  geliebten  eitern,  negsten  befreundten,  herren  vögt  und 
pflegeren  auß  der  statt  in  andere  frembde  orth  und  herrschaften  sich 
verheurathen,  haushäblich  niderlassen  und  in  gemainer  unser  statt  etter 
und  gerichten  ligende  güeter  haben,  oder  zue  heuratguot  und  Wider- 
legung empfahen,  deßgleichen  hernacher  ererben,  darauß  dann  jeder- 
weilen  nit  allain  große  slritt,  irang  und  niißverständt  erwachsen,  sonder 
auch  vorderst  gemainer  unser  statt,  sodan  ainer  ehrliebenden  burger- 
Schaft  sonder  abruch,  nachthail  und  schaden  erfolgt  und,  da  solchen 
durch  gebürende  mittel  nit  solte  gesteurt  werden,  noch  verner  anwachsen, 
und  die  ligende  güeter  mittler  zeiten  gar  von  der  burgerschaft  gar  in 


*  In  C  von  späterer  Hand  am   Rande  eingefügt:  «burgern,  .  .  .» 

*  In  C  fügt  (iieselho  npätere  Han<l  bei:  «solliche  güeter  zu  n^mraen  oder  nit». 
E  setzt  weiter  binzn:  «docb  je'leHmahls  und  allezeit  mit  erstattunggehüehrendten 

weinkaufs,  und  was  an  solichem  ligenden  guetb  notli wendiger  weis  verbawen  oder 
verbenseret  wäre  worden». 

Bis  hierher  geht  der  Text  der  besonderen  Abschrift.  Diese,  ein  Papierheft 
in  4  Blättern,  befindet  Pich  in  St.  A.  Al»t.  VIII,  Nr.  U4  und  trögt  auf  der  letzten 
Seit«  die  Aufnchrift:  «Exiract  unser  dem  vierten  HatzungHbüch  am  16.  l»Jatt,  anno  1553 
ern«  wert  und  gemacht» 

'  Diener  Ahpatz  stimmt  mit  §  50  St.  II.  ülierein  und  sollte  hier  als  §  82  auf- 
geführt werdon.  In  (/  und  den  folfijenden  Red.  erscheint  er  hier  und  wird  deshalb 
des  ZusammenhHnges  wegen   hier  mitgeteilt. 

*  Dieser  Ai>Hatz  ^teht  nur  in   D  und   E. 

*  Alles  Folgende  steht  nur  in  E. 


I 


Überlingen.  818 

fiembde  hand  komen  möchten;  demselben  nun  zue  fürkommen  und 
me  begegnen,  so  haben  wür  burgermaister,  klain  und  groß  räthe  mit 
zeitlichen  vorgehabtem  rath  vernünftiglich,  bedachtlich  und  hailsamlich 
uns  mitainander  ainhelliglich  bedacht  und  entschlossen,  thuend  auch 
dasselbig  hiemit  und  in  craft  darumben  habenden  kaiserlichen  freihaiten 
und  b^;nadigungen  condendi  statuta  et  leges,  und  wollen,  daß  nun  hin- 
furo  alle  diejenigen,  so  aus  dem  burgerrecht  und  gerichten,  durch  was 
gelegenhait  das  imer  seie,  ziehen  und  in  der  statt,  derselben  etter  imd 
gerichten  zwang  ligende  güeter  haben,  oder  zue  heuratguot  und  Wider- 
legung empfahen,  von  iren  eitern  und  andern  befreundten  erben,  oder 
soDsten  durch  gescheft,  vermächt,  übergaab,  schankung  und  in  ander 
weg  überkommen  und  an  sich  bringen,  dieselbigen  innerhalb  jahrsfrist 
linder  die  burgerschaft  zuo  verkaufen  schuldig  sein  sollen.  Da  aber 
jemandts  desselbigen  sich  sperren  und  verwaigern  wolte,  solle  alßdan 
ans  und  unsem  nachkommen  hie  und  in  craft  der  oberkait  vorbehalten 
sein,  das  oder  dieselbige  güeter  in  billichem  wert  oder  auf  unserer 
geschwomer  Schätzern  anschlag  und  Schätzung  zue  gemeiner  unserer 
statt  handen  zue  nemen,  Selbsten  zue  behalten,  ald  sonst  unserer  ge- 
legenhait nach  under  unsere  burger  widerumb  hinzuebegeben  und  zue 
verkaufen,  wie  uns,  bemelter  unser  statt  und  der  unsern  halber  ieder- 
zeit  für  rathsamlich,  nutz  und  guot  ansehen  würdet. 

Im  fahl  aber  ain  fremder  und  außländischer  in  mergedachter 
unserer  statt  etter  und  gerichtszwang  ligende  güeter  gegen  fremden 
verkaufen,  vertauschen  oder  verwechslen  werden  würde,  solle  es  der 
zugsgerechtigkait  halber  gehalten  werden,  wie  oben  darvon  geordnet 
nnd  vermeldet  worden. 

Were  auch  sach,  das  jemands  sein  erkauftes  burgerrecht  die 
bestirnte  fünfzeheu  jähr  beseßen  hette  und  nach  verfließung  derselben 
von  der  statt  und  auß  dem  burgerrecht  gleich wol  ziehen,  dannach  aber 
in  [der]  statt  etter  und  gericht  anfügende  güeter  behalten  wolte,  der 
solle  ohnge^chtet  seines  erseßnen  burgerrechts  solche  güeter  ebuergestalt 
zu  verkaufen  schuldig  und  verbunden  sein,  oder  uns  abermahls  frei-  und 
bevijrstehu,  dieselbigen  zue  gemainer  unser  statt  handen  und  gewalt 
zue  ziehen  und  nach  billichen  dingen  gegen  der  burgerschaft  zu  ver- 
kaufen, ohne  einred,  Verhinderung  und  eintrag  meniklichs. 

Decretum  durch  klain  und  grose  räth  dornstag  nach  dem  hailigen 
pfingstag,   von    Cristi    geburt  gezehlt   sechzehenhundert   zwainzig   und 
:    2wai  jähr. 

§  H2. 

[Betrag  für  eine  Meßstiftung.] 

=  §  133. 


814  Überlingen. 


[Wer  an  den  Rat  gesetzt  wird,  darf  nicht  in  Anderer  Dienst  stehen.] 
=  §  16  der  Beilage  zu  St.  ü. 

§  82«. 
[Recht  des  Gläubigers  an  den  Gütern  eines  Schuldners,  der,  ohne 
seine  Schulden  zu  zahlen,  die  Stadt  verläßt.] 

=  §  14  der  Bl. 

§  83. 
[Verbot  der  Ladung  vor  fremdes  Gericht.] 

=  §  30. 

§  84. 
[Verbot  der  Pfändung  um  Gült.] 
=  §  31. 

§  85. 

(Vom  gedingten  heiraten.) 

Wir  hand  auch  gesetzt:  wöllicher    burger    ain    wib    nimpt    mit 

der  gedinge,  das  er  verbürget  oder  ainen  vall  gedinget  ze  geben,  der 

git  der  statt  10  flf  ^;  wölUcher  unser  burger  och'  denselben  des  hilfet, 

der  soll  dieselben  büs  och'  geben,  und  soll  fürbas  kain  burgrecht  hao/ 

§  86. 
[Strafe  für  den,  da  außerhalb  der  Stadt  seinem  Herrn  dient.] 

=  §  47. 

§§  87-94. 
(Die    folgenden    8    Absätze    stimmen    mit    den    §§    59,    61—64, 
66—68  1.  c.  überein.) ^ 

§  95. 
[Einschränkung  der  Gültklagen.] 
Wir  hand  auch  gesetzt,  das  dhain  unser  burger  dhain  clag  habe, 
oder  ieman  verbiet  ald  heft  umb  dhain  gült  von  den,  die  fail  gut 
fürend  in  unser  statt,  oder  win  kaufen  und  den  verfüren  wend,  und 
die  clag  tugen  von  ir  hern  wegen,  es  war  denn,  das  si  im  von  aigner 
gült  oder  von  bürgschaft  gebunden  weren. 

*  Dieser  und  der  vorherj^ehende  §  stehen  in  dieser  Fassung  nur  in  A  und  B. 

*  Alles  folgende  steht  nur  in  C  und  den  späteren  Redaktionen,  die  einleitenden 
3  Artikel  stehen  nur  in  C  und  der  besonderen  Abschrift.    (Siehe  Bern,  unten.) 

»  Dieses  Wort  von  späterer  Hand  über  der  Linie. 

*  Dieser  Absatz  steht  nur  noch  in  B  und  C. 

*  Diese  §§  fehlen  in  der  Red.  von  D  ab. 


Überlingen.  815 

§§  96—100. 
(Die  folgenden  5  Absätze  stimmen  mit  den  §§  119,  135,  141,  142, 
1.  c.  überein.) 

§  101. 
[Verbot,  Holz  in  die  Stadtgräben  zu  l^en.J 
Wir  haben  auch  gesetzt  das  niemand  kain  bolz  in  die  greben  an 
er  statmaur  legen  solle,  bei  straff  5  tf  ^. 

8  102. 
[Blaichordnung.] 
Item  nachdem  dann  von  unserm  blaicher  albie  allerlai  clag  ob 
.  fix)wen  blaichens  halben  entstanden,  haben  wir  gesezt  und  lassen 
er  ieden  Irowen  zCl,  das  si  ir  selbs  uf  irm  aigenthumb  und  den  almen 
in  20   eleu   tüchs   und   darunder,    aber   nit  darüber,  wol  blaichen 
gen  unverhindert  des    blaichers  und   meniglichs,    doch  soll[en  si]^ 
ler  leuten  weder  seinen  fründen,  haimschen  noch  frembden,  iemand 
geschlossen,  nichts  blaichen   noch  blaichen  lassen,  wenig  noch  vil, 
ler  umb  gelt  noch  umbsunst  ganz  in  dhainen  weg;  wer  das  überfert, 
1  mag  der  blaicher  alsdann  das  tüch  wol  aufheben,  und  rieht  ain 
»  darzü  der  statt  1  9f  ^. 

§§  103—106.« 
(Die  folgenden  4  Absätze  stimmen  überein  mit  den  §§  9— 11  der  Bl.) 

§§  107—113. 
(Die  folgenden  7   Absätze  stimmen  überein  mit  §§  69,   82,  83, 
,  7  der  Bl.,  6  der  Bl,  90.) 

§  114. 
[Von  der  Steuer.] 
Item^  so  ist    auch  von   meinen   hern  gros  und  klainen  rät  der 
p   halb   als  von  wegen  der  aignen  und  verfangnen   guter,  wie   die 
)liin  mit  den  buwen  von  ainer  steur  zu  der  andern  versteurt  werden 
en,  nachvolgend  mainung  erraten: 

Item  anfenglich,  was  ainer  an  sinen  aignen,  es  si  an  hüsern, 
kein  oder  dergleichen  gutem,  so  er  die  bessert  und  nit  von  newem 
awt,  bis  in  20  ff  ^  und  darunder  erbäwt,  das  darf  er  nit  versteuren ; 


*  Von  [bis]  durchstrichen  und  dafür  am  Rande  von  späterer  Hand  angefügt: 
iniglich  in  der  statt  und  den  vorstetten  blaichens  uf  den  gassen,  desglichen  uf 
i  kirchhof  stillsten ;  es  soll  och  jemantz  . .  .». 

*  Die  §§  108—117  stehen  nur  in  A. 

*  Am  Rande  von  späterer  Hand  zu  sämtlichen  über  die  Steuer  handelnden 
ikeln  bemerkt:  «Non  legatur;  wirt  jerlich  in  der  stür  gelesen». 


816  Überlingen. 

verbawt  er  aber  daran  20  tf  ^  und  darob,  es  si  wenig  oder  vil,  das 
alles  soll  er  in  die  steur  legen. 

Item  bawt  er  dann  ain  hus,  dorkel  oder  dergleichen  guter  uf 
ain  alten  stock  oder  in  die  vier  muren,  oder  uf  plose  hoflFstat  gar  von 
newem,  es  si  dar  vor  ain  alt  hus  oder  dorkel  darauf  gestanden  oder  nit, 
das  sol  im  von  geschworuen  schetzem  gesehetzt  werden,  und  alsdann 
nach  derselben  Schätzung  sollicher  gestalt  in  die  steur  komen. 

Item  verbawt  er  dann  an  ainem  alten  hus  oder  dorkel  halb  als 
vil,  als  dasselb  sin  aigenthum  werd  und  in  die  stür  komen  ist,  oder 
darob,  soll  im  fürter  dasselb  gftt  uf  sin  beger  auch  gesehetzt  werden 
und  nachmals  also,  wie  es  von  newem  gesehetzt  wirdt,  in  die  stür  komea 

Dergleich  soll  es  mit  den  verfangnen  guter  auch  gehalten  werden, 
wann  ainer  in  gestalt,  wie  oblut,  uf  ain  verfangen  gftt  ain  new  huß 
oder  torkel  bawt,  das  soll  fürter  von  geschworuen  schetzern  auch  ge- 
sehetzt werden,  und  den  kinden  als  ain  verfangen  gftt  uf  ir  Unien  komen, 
und  was  er  alsdann  am  selben  orten  verbuwen  hat,  soll  er  halben  tail 
und  die  kind  auch  halbtail  schaden  tragen,  und  er  den  andern  halbtail 
in  allweg  uf  demselben  der  kind  verfangen  gftt  haben. 

Item  was  dann  ainer  under  30  ff  ^  an  ainem  verfangen  gfit  ver- 
bawt und  bessert,  des  sollen  die  kind  kain  schaden  haben;  verbawt  er 
aber  daran  30  ff  ^  und  darob,  soll  er  alsdann  aber  halbentail  der  ver- 
bawen  sum  uf  demselben  verfangnen  gut  haben. 

Were  aber  sach,  das  er  an  ainem  verfangnen  gut  sovil  verbawte, 
das  es  den  halbtail  desselben  verfangnen  aigenthumbs,  wie  es  in  die 
steur  gelegt  were,  erlüffe,  oder  darob,  soll  denmals  dasselb  verfangen 
gut  abermals  gesehetzt  werden,  und  wie  es  gesehetzt  wirdet,  sollicher- 
mas  den  kindern  uf  ir  linien  komen,  und  sovil  er  dann  daran  verbawen, 
soll  er  aber  nit  mer  dann  den  halbtail  derselben  verbuwen  sum  gleicher 
form,  wie  oblut,  uf  dem  verfangnen  gut  haben,  und  den  andern  halb- 
tail, dieweil  er  sunst  die  guter  in  weesenlichen  eren  und  buwen  zu 
halten  schuldig  ist,  in  allweg  fallen  lassen. 

Und  was  ainer  in  vorgeluterter  gestalt  an  sinem  aignen  oder 
ainem  verfangnen  gut  verbuwet,  es  si  w^enig  oder  vil,  das  alles  soll  er 
in  glaubhaftem   schein  oder  aber  uf  sin  aid  anzeigen. 

Item  und  sol  ain  ieder,  vater  oder  müter,  die  kind  von  der  nutzung 
der  verfangen  guter  ,:  si  die  kind  haben  für  sich  selbs  aigne  guter 
oder  nit  :|  mit  essen,  trinken,  klaidung  und  anderm  sinem  vermögen 
gemes  erlieh  uferziehen;  deßglich,  so  si  zu  irn  volkomen  iaren  und 
tagen  komen,  handwerker  oder  anders  lernen  lassen,  w^as  sich  ains 
ieden  stat  nach  zu  thün  wol  gezimpt  und  gepürt,  es  were  dann, 
das  die  pfleger  mit  vergunsten  der  oberkait  und  fruudschaft  die  kiud 


Überliogen.  817 

ain  hohe  schfil  oder  studiurab  schicken,  zfi  priesterlicher  wirde  ziehen, 

r  anders  sius  vaters  stat  und  vermögen  ungemäs  lernen  lassen  wollten. 

Das  sollen  sie  alsdann  thün  von  der  kind  aignen  gütern  und  der 

er  dermals  für  das,  das  im   über  dieselben  sine  kind  sunst,  so  er 

ain  handwerk  lernen  lassen  hete,  gegangen  were,  nach  zimlichkait 

stür  auch  darzfi  geben. 

Item  der  schulden  halben,  was  ainer  schuldig  ist,  vor  dem  und 
BT  steurt,  es  sien  verbrieft  oder  unverbrieft  schulden,  die  er  vor  sant 
lanns  tag  im  sommer  bezalen  soll  und  m&s,  die  mag  er  an  der 
enden  hab  wol  abziehen;  streckte  sich  aber  die  bezalung  der- 
^n  schulden  über   sant  Johannstag  weiter    hinus,   soll  er  die  wie 

andere  varende  hab  verstüren. 

It€m  wie  ain  ligend  gut  anfenglich  in  die  stür  kompt  und  gelegt 
det,  es  gang  in  der  stür  uf  oder  ab,  dermassen  soll  es,  bis  es  zu 
en  kompt,  unverendert  darin  bleiben. 

§  UbK 
inung    und  Satzung,    wie   es    mit  den   berenden  bomen,  und  der 
Setzung  derselben  umb  die  statt  soll  gehalten  werden.] 

Item  was  bom,  wöUicherlai  die  sien,  und  von  alter  her  gesetzt 
1,  die  sol  man  lassen  stan  und  absterben. 

Item  was  bom  man  aber  ietz  setzen  wil,  die  sol  man  setzen  in 
hgeschribner  gestalt: 

Item  die  bom,  so  man  imbtet',  die  sol  ieder  uf  das  sin  setzen 
1  7  schüch  weit  gegen  sinem  anstosser. 

Item  nußböm  soll  ain  ieder  24  schflch  weit  gegen  seinem  anstosser 
:en. 

Item  bandstöck^  7  schüch  weit  von  sinem  anstosser  setzen. 

Item  wa  berend  böm  stand,  da  soll  ain  ieder  davon  das  anreis 
•en  dem,  uf  den  das  anreis  vallet. 

Item  und  ob  aber  mit  den  alten  nußbömen  ainich  anstosser 
wert  z&  sein  vermainte,  so  sollen  diejenen,  denen  dieselben  nußböm 
:ehorig  weren,  sollich  nußböm  hinweg  thfin,  und  aber  so  soll  dem, 
den  nußböm  hinweg  thün  müs,  von  sinem  anstosser  ain  zimliche 
lerlegung  und  ergetzlichait  beschehen  nach  erkantnus  der  verordneten 
iner  hem*  der  rät. 


'  Steht  nur  in  A. 
'  Impft,  veredelt. 
«  Weiden. 
*  Auf  Rasur. 


318  Überlingen. 

§  116^ 
[Aufnahmebedingung  für  Fremde.] 
Wir  setzen  auch:  So  ainer  in  meiner  hem  oder  irs  spitals  gericht 
ziehen  will,  oder  sich  darinn  verhirän,  oderain  frembden  halshem  hete,  der  soll 
nit  angenomen  noch  alda  enthalten  werden,  er  bringe  dann  von  seinem 
halshern  besigelt*  verwilligung  und  urkund,  alledieweil  er  in  unsem 
gerichten  seßhaft  si,  das  er  inen  in  allen  irn  geboten,  verboten,  raisen, 
diensten,  raißgelten  und  allen  andern  uflegungen,  wie  sich  die  begeben, 
gehorsam  und  gewertig  sin  wöU,  doch  simst  seinem  halshem  an  seinen 
Valien,  leßen,  hoptrechten,  steuren,  zinaen,  vaßnachtbennen  und  un- 
genossami  unvergriflfenlichen  und  unschedlich. 

§  117». 
[Rechtsverhältnis  der  Bürgerkinder  bezüglich  des  Bürgerrechts.] 
Item  der  burger  halben,  so  sich  usserhalb  unser  stat  verhelfen 
und  hinusziechen,  so  ire  kind  nichtdestminder  burger  sien  oder  nit, 
ist  erraten,  das  die  kind  des  vaters  oder  m&ter  verschulden  an  dem  ort 
nit  entgelten,  sonder  nicht  destminder  ir  burgrecht,  wan  si  des,  so  si 
z&  irn  tagen  komen,  begem,  und  sich  meinen  hem  gefellig  gehalten, 
haben  sollen.  Würden  sich  aber  dieselben  kind,  so  si  zdi  iren  tagen 
komen  wern,  nachgends  usserhalb  enthalten,  es  wer  bim  vater  oder 
müter  oder  auderswa,  und  daselbs  aignen  rath  haben,  sollen  dieselben 
alsdan  ir  burgrecht  dardureh  verwirkt  haben/ 

§  118. 
(Rebstecken  kouf.) 

Wir  setzen  und  wollen  auch,  das  niemands  kainen  stecken  ab 
dem  steckenmarkt  füren  oder  nemen  solle,  er  habe  dann  zuvor  darumb 
ainen  ußgetruckten  koflf  gemacht,  und  das  die  stecken  zuvor  besichtiget 
oder  geschowet  sien.    Wöllicher  das  uberfert,  wirdet  gestrafft  umb  5  flf  ^. 

Es  soll  auch  ain  ieder,  der  stecken  kofft  hat,  so  er  gefragt  wirdet, 
was  die  costen,  sagen,  wie  er  die  erkauft  liab,  bei  der  obgeschribeu 
büs;  deßgleich  sol  niemands,  weder  haimschen  noch  fremden,  mer 
stecken  oder  mist  kaufen  oder  zu  kaufen  bestellen,  dann  im  selbs  oder 
an  die  pfleg,  darzü  er  verordnet  ist.  Wöllicher  das  uberfert,  der  rieht 
der  statt  die  obgemelten  büs,  und  sol  ain  ieder  burger  den  überfarer 
zu  rügen  schuldig  sein. 


*  Steht  nur  in  A.  —  ^  Die  ersten  drei  Buchetaben  auf  Rasur. 
3  Steht  nur  in  A. 

*  Dieser  Absatz  von  derselben  Hand  mit  blasserer  Tinte. 


Überlingen.  319 

§  119. 
acbträgliches  Bekanntwerden  der  Leibeigenschaft  zieht  Verlust  des 
Bürgerrechts  nach  sich.] 
Auch  haben  meine  hem  gros  und  ciain  rät  erraten  und  gesetzt  : 
lliche  die  sien,  die  burger  sind  oder  burger  werden,  die  erfunden 
rden,  das  si  oder  ire  wib  und  kind  aigen  weren  oder  nachjagend 
^  beten,  das  si  dann  ir  burgrecht  und  zunft  verloren  haben.  Und 
llicher  auch  in  mas,  wie  obsteet,  also  erfunden  wirdet,  der  sol  in 
natsfrist  nechst  von  diser  statt  gan  und  fürter  darinnen  nit  sein. 

§  120^ 
[Weinordnung.] 

(Die  ersten  3  Absätze  stimmen  mit  den  §§  18 — 22  der  Bl.  überein.) 

Item  der  alten  und  newen  win  halben,  so  zt  zelten  underainander 
ogen  werden,  haben  meine  hern  gros  und  klain  reth  ernstlich  an- 
echen  und  wollen:  Wer  farohin  alten  win  mit  newem,  oder  newen 
I  mit  altem  anziech  oder  vermisch,  das  der  oder  dieselben  sollich 
I  fürohin  alhie  bi  uns  weder  bi  dem  becher  schenken,  noch  auch  uf 
wegen  oder  in  ander  weg  verkoffen,  besonder  selbs  in  irm'  hus 
linken  sollen,  bi  straff  20  tf  ^. 

Deßglich,  welcher  oder  welche  die  weren,  dieheffwin  oder  alten  win,  der 
rch  ain  stock  geloffen  wer,  beten,  die  sollen  dieselben  bi  oban- 
laigtev  pen  and  straf  hinfür  uf  die  wegen  auch  nit  verkoffen;  aber 
selben  win  hin  in  der  stat  gegen  aim  burger  oder  biwoner  zu  ver- 
fen  und  och  bim  becher  zu  schenken,  ist  meniglich  erlopt.^ 

Es  haben  auch  meine  hern  gesetzt,  das  fürohin  im  iar  vor  und 
ch  Sant  Martins  tag  kain  burger  noch  biwoner  kainen  wein  usser- 
Ib  der  statt  steur  gelegen  uf  gwin  kaufen  vmd  alher  in  unser  statt 
9r  nachend  her  zu  füren,  und  hie  noch  usserhalb  unser  statt  an  der 
lie  wider  verkaufen  noch  ußschenken  soll.  Wöllicher  das  uberfert, 
r  rieht  der  statt  20  ff  ^.  Doch  so  mag  ainer  wein,  der  im  usserhalb 
:  statt  steur  uf  seinem  aigen  erwachsen^,  oder  an  schulden  worden 
re,  zwüschen  herpstzeit  und  Sant  Martins  tag  wol  herzu  und  in  unser 
tt  füren  und  den  alhie  verkaufen  oder  ußschencken,  wie  im  geliept. 

Es  sol  auch  fürohin  dhain  kiefer,  wiert,  noch  ander  unser  burger 
sh  biwoner,  iemand  ußgeschlossen,  furo  kainem  gast,  so  der  hie 
d  gegenwirtig  seie,  win  koufen,  oder  mit  ime  gan,  dan^  allain  die 
derköffel. 


J  §§  120—124  stehen  nur  in  A.  —  *  Anf  Rasur. 

'  Diese  2  Abs&tze  sind  von  derselben  Hand  mit  blasserer  Tinte  nachgetragen. 

*  Im  Text  «erwachen».  —  *  Auf  Rasur. 


320  Überlin^n. 

So  aber  ainem  kiefer,  wiert  oder  ainem  andern  burger  oder  bei- 
woner  vom  gast  Überfeld  gelt  alher  zfigeschickt  und  er  deßhalb  gebeten 
würde,  ime  win  darumb  zö  kaufen,  des  hat  er  alsdann  wol  macht; 
doch  soll  er  ainen  underköffel  zfi  ime  nemen  und  dabei  haben  und 
one  denselben  für  sich  selbs  allain  nichtzit  handien. 

Deßgleich,  so  ainer  ime  selbs  win  verkaufen  wölt,  des  bat  er  on 
ain  underköffel  auch  wol  macht. 

Und  ob  aber  zun  zeiten  ain  burger  nit  anhaimsch  were,  mag  er 
wol  ainem  kiefer  oder  anderm  burger  oder  bei  woner  befelch  thün,  im 
seine  wein  gegem  gast  zu  verkaufen,  das  auch  alsdann  demselben  in 
deß  andern  abwesen  und  sunst  nit  auch  erlaupt  und  zugelassen  sein 
soll,  doch  mit  geding,  auch  nit  änderst  dann  in  gegenwirtigkait  ains 
underköffels,  wie  oblut. 

Und  soll  ain  ieder  underköffel  die  wiert,  kiefer  und  ander  burger 
oder  beiwoner,  so  der  obbemelten  artikel  ain  oder  mer  überfüren,  bd 
seinem  aid  zä  rügen  schuldig  sein. 

Es  soll  auch  fürohin  kain  burger,  weder  wiert,  gessellierer,  kiefer 
noch  ander,  noch  auch  dhain  beiwoner  kainem  gast  kain  wein  usserhalb 
unser  stat,  ienhalb  noch  herdiset  des  Sees  koufen  noch  in  weisen,  oder 
ainich  anlaitin  geben.* 

Dergleichen  wollen  meine  hern,  das  fürohin,  wie  von  alterher, 
kaiuem  gast  kain  faß  alhie  in  unser  statt  geeichet  werde,  er  lade  dann 
den  win  alhie  oder  im  ether. 

Wöllicher  auch  wein  alhie  kaufen  will,  der  soll  den  im  keer, 
darin  er  ligt,  versuchen,  und  in  kainem  geschier  weder  in  glesem, 
kanten  noch  anderm  daraus  tragen,  vor  und  ee  der  kauf  beschlossen 
ist.  Deßgleich  so  soll  kain  frow,  die  ainen  eeman  hat,  über  die  wein 
zu  verkauffen  gefürt  werden,  der  eeman  si  dann  nit  in  land. 

So  auch  wein  verkauft  und  abgefürt  würdet,  so  sind  koffer  und 
verkoffer  den  weinladern  nit  schuldig,  mer  weins  in  den  bainapf  zö 
geben,  dann  ieder  ain  quart,  und  was  si  im  keer  nit  außtrinken,  ist 
man  inen  für  den  keer  hinus  gar  nichtzit  ze  geben  schuldig. 

§  121. 
[Hennen.]* 
Item    wir    wollen  auch,   das   die,  so  hener  haben,    dieselben  be- 
schneiden und  also  halten,  damit  die  niemands  kain   schaden  thugen; 

*  Die  6  letzten  Worte  durchstrichen.  Dafür  von  anderer  Hand:  «Derglicben 
8ol  kain  burger  noch  biwoner  kainen  ^ast  ienderthin  für  die  statt  weisen,  alda  win 
ze  koiFen;  wer  das  überfert,  der  rieht  der  statt,  so  oft  er«!  thüt,  1  U  ^*.  Vgl. 
§  93  1.  c.  —  '  Diese  und  die  folgenden  Überschriften  stehen,  von  anderer  Hand  ge- 
schrieben, am  Rand.     Dieser  und  die  folgenden  2  §§  nur  in  k. 


Überlingen.  821 

aber  iemands  hener  an  seinem  schaden  oder  in  dem  seinen  ergreift, 
*  mag  die  zfi  tod  sebiessen,  werfen  und  schlagen. 

§  122. 
[Hündbengel.] 

Wir  wollen  auch,  das  niemands  kain  hund  mit  in  die  garten  für, 
)r  one  angehenkt  bengel  laufen  las,  bei  straff  \  U  ^. 

§  123. 
[Ausbessem  der  Fahrwege.] 

Wir  setzen  und  wollen  auch,  das  ain  ieder  die  farweg  vor  seinen 
tem  bessern  und  in  wesen  behalten  soll.  Wer  das  nit  thet,  den 
Uen  meine  hem  darumb  straffen. 

§  124. 
[Krieg  ziechen.] 

Item  wir^  setzen  und  wollen  auch,  das  niemand  der  unsem 
1er  unsem  allergnedigsten  hem,  ain  remischen  kaiser,  könig,  noch 
ch  das  hailig  remisch  reich'  in  krieg  ziech.  Wer  des  überfert,  der 
bt  der  statt  unabläßlich  20  tf  ^} 

§  125. 
[Offen  Wucher.] 

Wir  setzen  und  wollen  auch:  Bei  wöUichem  offenlicher  wucher 
ünden,  und  er  deß  überwunden  wiert,  das  der  der  statt  auch  20  tf  ^ 
ableßlich  zfi  bezaleu  verfallen  sein  soll.  Es  möchte  auch  soUichs 
aands  so  gefarlich  bruchen,  ain  rat  behalt  im  sein  straff  gegen  den- 
ben  in  allweg  bevor. 

§§  126—130. 
(Die  nächsten  5  §§  stimmen  mit  den  §§   76,   76,    77,    78  1.  c. 
erein.)* 

§  131. 
[Vom  Ansprechen  der  Bürger.] 
Item  wer  ainen  unsem  burger  anspricht,  das  er  sin  aigen,  ald 
i  unverrechtnoter  amptman,  ald  nachjagender  vogtman  sie,  wie  man 
n  besetzen  sei,  das  wisend  allwegen  die  ainungen  und   btLndnussen, 
den  die  steet  oder  hem  mitainander  band. 


1  Anf  Rasur.  —  *  Am  Bande  von  anderer  Hand:  €oder  bundt».  —  '  Dieser  § 
eht  nur  in  A,  B  nnd  G.  —  «  Die  §§  126—181  stehen  nnr  in  A. 
ObtRbalnlKhe  Stadtrechte.  IT,  2.  81 


Sfit  Überpagoi.' 

§  182.» 
[Strafe  ftir  fliabtor.] 
Wir  hand  auch  geaefart:  WOUiche  rob  koffimd,  od«  in  piurii 
namen  ichts  darauf  Uhent  und  i&  behaltent,  die  richtau  der  rtattS f  ^ 

§  188  »  §  116.« 

§  184. 
[Vom  Zins.] 
Wir  hand  auch  gesetart,  das  allwoieniglidi,  ee  aien  buiger  oder 
geet,  die  koufte  zinsgelt  hand  von  hfisem  oder  von  hofifatefen,  ea  äia 
der  statt  oder  vor  der  statt,  die  an  den  steten  ligend,  die  mit  aoi 
stOrend,  die  zinshem  send'  den  dns  widergeben  ae  ksen,  iren  mm 
gölten  ain  ^  umb  15  ^,  ain  ß  umb  15  ß  ^,  als  es  rieh  ge^irt  nadi 
der  viU,  also  das  die  zinsloser  das  den  zinshem  ze  Sant  Jaoobe  tag 
geben  sond.  Ist  aber,  das  die  zinshem  das  y^rsprediend  und  es  oit 
nemend,  darnach  sind  die  zinsloser  immerme^  ledig  von  dem  zins;  ioA 
sind  si  des  hoptgftts  den  zindiam  gebunden.  Ist  aber,  das  die  m» 
löser  das  hoptgAt  bringent  nacäi  Sant  Jaeobs  tag,  so  sond  si  den  zins 
desselben  jars  mit  dem  hopigikt  den  zinshem  bringen. 

§  185  =  §  132. 

§  186  =  §  126. 

(Ist  durchstrichen.) 

§  137. 
[Unwirksamkeit  der  Verpfründung  an  ain  Gotteshaus.] 
Wir  setzen  und  wollen  auch,  so  künftiglich  sich  ain  burger  zi 
ainichem  gotzbus  oder  spital  verpfrenden  weit,  und  sich  in  ain  ir  hus 
in  unserm  eter  gelegen  setzte,  das  der  oder  dieselben  nicbtdestminder  aim 
rat  gehorsam  sein  sollen;  und  ob  es  sich  dieselben  understan  würden, 
ain  gotzhus  zu  irm  erben  ze  machen  und  sich  deßhalben  gegen  selben 
gotshus  ichtzit  verschriben  oder  sunst  verhaissen  würden,  so  soll  doch 
dasselb  kain  kraft  haben,  und  seinen  natürlichen  erben  an  der  erbschaft 
unnachtailig  und  ganz  unschedlich  sein. 

§  138. 
[Vom  Spielen.] 
Wir*  haben  auch  gesetzt:  wer  spüllen  will,  daß  der  spüUen  soll 
umb  bahr  pfennig,  die  zugegen  seindt;  es  soll  niemandts  spüllen,  auf 

*  Vgl.  §  115 1.  c;  fehlt  in  D  und  den  späteren  Redaktionen.  —  •  Die  §§  133—138 
stehen  nur  in  A.  —  •  Korrigiert  von  anderer  Hand  in:  «daz  dieselben  zinshem  send  . . .». 
—  *  Dieses  Wort  ist  durchutrichen.  —  *  Dieser  1.  Absatz  steht  nur  in  D  und  des 
spateren  Redaktionen. 


Überlingen.  823 

igen,  auf  kain  gewerschaft,  auf  kain  übergeweth,  noch  auf  kainen 
i;  wer  aber  daß  darüber  thet,  der  richtet  der  statt  5  ff  den.  und 
>cb  weder  verlust  noch  gewinn  kain  crafb  haben  nach  dem  rechten, 
velcher  gast  daz  überfert,  der  rieht  der  stat  die  straf  zwifalt. 
[tem  des  spils  halben  setzen  und  wollen  meine  hem,  das  in  der 
md  gesellierer  auch  andern  heusern  alle  listlis  spil  uf  wirfei  und 
1  ganz  und  gar  abgestelt  und  vermiten  werden;  doch  wölten 
frömbd  lüt  und  gest  im  bret  ald  uf  der  karten  one  listlispil  in 
iert,  gesseUierer  oder  andern  heusern  kurzweilen,  das  megen  si 
nl  umb  ain  roUibatzen  und  darunder,  aber  nit  darob,  wol  thun 
>ruchen,  und  mögen  aber  unser  burger  mit  denselben  frembden 
gasten  in  obbemelten  massen  auch  kurzweilen  und  nit  anders 
m,  und  sollen  die  wiert  und  gessellierer,  wa  es  anders  gebrucht 
n  wölte,  soUichs  nit  gestaten,  besonder  Würfel  und  karten  ufgeben, 
va  darüber  anders  gemacht  würde,  so  sollen  der  oder  die,  so  dar- 
theten,  auch  der  wirt,  gesselUerer  und  ander,  so  des  gestaten, 
sooft  das  beschech,  umb  1  ff  ^  unabläßlich  gestrafft  werden. 
Und  nachdem  sich  bißher  zum  dickenmal  ob  dem  spil  begeben, 
iner  von  dem  andern  gelt  genomen  und  im  bei  trewen  an  aidstat 
i  hat,  nit  mer  zu  spilen,  sooft  er  aber  spile,  so  soll  er  im  ain 
;elt8  oder  geltswert  zu  thün  oder  zu  geben  schuldig  sein;  darus 
lerlai  leichtvertigkait  entstanden.  Darumb  so  ist  von  ainem  erbern 
raten,  das  hinfüro  kainer  dem  andern  dermassen  gelt  geben,  und 
ner  peen  gelts  oder  geltswert  das  spil  erbietten  solle. 
Deßgleichen,  ob  ainer  hievor  dergleichen  gedink  mit  dem  andern 
Fen  hat,  so  dann  dem,  der  das  spil  also  verlopt  hat,  von  dem 
n  ztk  spilen  erlaupt  wirdet,  so  sol  in  sollich  gelüpt  darnach  nit 
binden,  oder  er  schuldig  sein,  dem  andern  ainich  peen  gelts  oder 
rert,  so  oft  er  spilte,  darnach  mer  zu  geben. 
Es  soll  auch  hinfüro  kainer  zu  dem  andern  auf  dem  spil  legen. 
Es  soll  auch  kainer  mit  dem  andern  mer  auf  dink  oder  kreiden 
I,  oder  ainer  dem  andern  auf  dem  spil  ainich  gelt  leihen.  Sooft 
das  beschicht,  so  soll  der,  der  also  schuldig  wirdet  oder  entlechnet 
lem  andern  darumb  nichtzit  zu  geben  oder  zä  bezalen  pflichtig 
schuldig  sein. 

Und  ist  die  bös  und  straff"  iedes  stucks  insonder  ftlnf  pfund 
»ig. 

Es  möcht  aber  das  letst  stuck  so  gevarlich  gebrucht  und  geübt 
ön,  das  ain  erber  rat  dasselb  nach  gestalt  der  Verhandlung  straffen 
). 

81^ 


SU  Oberiiageii. 

§189.»  ■ 

[ICatktoidniii]^.] 

Wir  setzen  und  wollen  aucb,  das  nun  fbxohin  btm  bmger,  ein-  j 
woner  oder  gast  wed^  kes,  hflner,  aier  oder  ander  esswdig  düng,  aneb 
werk  oder  anders  dergleich,  vor  der  xeiti  so  diser  sWl  venlin  offenffiA 
oi^esteckt  wirdet,  weiter  oder  mer,  dann  sovil  er  sA  seinem  iogom 
huOrath  und  brach  notturflag  ist»  nf  dem  maikt  nit  koffen  säle;  dfl^ 
gleich  sol  auch  niemändt  vor  doMlb^i  seit  nf  den  p&agen  andi  nicbl- 
zit  ufko£fen. 

Item  wann  aber  der  statt  venlin  ofgestedi  wirde^  alsdann  hat 
meniglich,  gest,  burger  und  brnwimer,  sft  dem  alkm  weftmi  weg. 

Item  was  audbi  unser  buxger  oder  beiwoner  aMe  in  unser  statt  # 
den  pfragra  ufkoflt,  das  sol  er  nadimals  alhie  und  im  eter  nit  widei 
verkaufen,  aber  usserhalb  hat  er  weiten  weg  danft. 

Item  es  soll  auch  kein  buiger  noch  beiwoner  ichtat,  das  s&  Mm 
koff  uf  den  markt  getragen  wirdet»  in  sdn  hus  ufttdlen  lassen. 

Bs  soll  auch  meniglich  vor  den  thoten  khtot  uflmffen,  bescmd« 


aUes,  das  zft  v^kaufen  alher  gebracht  wirdet,  uf  den  madct  komot 
lassen. 

Item  es  soll  auch  kain  buiger,  beiwoner,  noch  gast  mit 
umb   ichtzit,    das   z&   fiailem   koff  an   markt  kompt,    sftvor    dingi- 

koff  machen  der  gestalt,  mög  es  höcher  nit  verkaufen,  das  ers  umb 
dasselb  gelt  annemen  wolle. 

Dergleich  wollen  auch  meine  bern,  das  fürohin  kain  burger,  noch 
beiwoner,  kainem  gast  noch  frembden,  vor  der  statt  gesessen,  icbtdt, 
weder  an  jar-  noch  wocbenmerkten  alhie  ufkoff,  und  als  erkofft  uß 
unser  statt  zuschick. 

Dann,  wöllicher  oder  wöUiche  burger,  beiwoner  oder  gest  der  ob- 
bestimpten  stuck,  puncten  und  artikeln  ainen  oder  mer  uberfüren,  dem 
oder  denselben,  so  oft  und  dick  es  beschicht,  werden  meiner  bern 
knecht  denen  bei  irer  verpflieht,  ainem  burgermaister  gethan,  uf  die 
ding  sonder  ufsehen  ze  haben,  und  die  überfarer  'ze  rügen  und  der 
oberkait  anzezaigen  bevolhen  ist,  alles  das  nemen,  das  si  bi  inen  über 
meiner  hern  verpot  koffl  oder  verkofft  sein  erfunden,  und  nicht  dest- 
minder  wirdet  darzft  ain  ieder  köffer  oder  verköffer,  so  darwider  thüt, 
von  der  oberkait  gestrafft  umb  ain  pfund  pfennig.* 


1  Steht  nur  in  A. 

*  Sämtliche  8  Abs&tze  sind  ein^i^klammert;  am  Bande  steht  yon  anderer  Hand: 
€Non  legatnr,  ist  geendert  ainstails,  und  wirt  die  Ordnung  all  jar-  nnd  wochenm&rkt 
an  ainer  taffei  ufgehenkt». 


Überlingen.  825 

§  140. 
[Polgen  der  Versagung  des  michi.] 
Item  wöllich  personen  von  meinen  hem  in  das  micbi  nit  ange- 
men,   sonder  inen  das  versagt  wirdet,  dieselben  sollen   fürter  alhie 
der  in   dienst  noch  ander  weg  ufgenomen   noch  enthalten  werden, 
er  das  überfert,  der  rieht  der  statt  3  tf  ^. 

§  141. 
[Aufnahme  von  Dienstknechten  in  die  Stadt.] 
Item  es  soll  auch  kain  dienstknecht  in  unser  statt  von  iemands 
^nomen  werden,  er  sei  dann  zfivor  von  ainem  Statthalter  oder  zunft- 
lister  der  zunft,  darein  der  maister  gehört,  geft^rtiget  und  hab  ge- 
iworen,  wie  der  stathalter  oder  zunftmaister  in  bevelch  hat,  bi  straflF 
ff  ^. 

§  142.1 
[Strafe  für  Forstfrevel.] 
Item  meine  hern  wollen  auch,  das  kain  ir  burger  in  den  an- 
essenden banholzern  holz  howen  oder  darus  füren  sollen.  WöUicher 
er*  dasselb  thete  und  von  dem  banwarten  ergriflFen  oder  darumb 
clagt  würdet,  der  ist  von  iedem  Stumpen  holz,  so  axgrösse  hat,  zu 
8  verfallen  3  jl  ^,  es  were  dann,  das  derselb  stump  espin  wer  oder 
rrholz,  so  sol  die  büs  nach  gestalt  der  sachen  und  deß  übergrifiFs 
Q  den  richtern  erkennt  und  gesetzt  werden.  Wöliicher  aber  klain 
Iz,  so  geschickt  were,  achsin  oder  grösser,  oder  gros  aichen,  buchen, 
er  dergleichen  hölzer  gevarlich  abhowen  würde,  so  sol  dieselb  strafiF 
nessiget  und  geschepft  werden  nach  gestalt  deß  Schadens,  so  dann 
oait  beschehen,  und  wirdet  allweg  der,  deß  die  far  gewest  ist,  ob 
chwol  ain  anderer  die  brecht,  fürgestelt  und  gestrafft.  Damach  wiß 
b  ain  ieder  zu  richten.^ 

§  143. 

(Zutrinken.) 

Item  meine  hern  haben  auch  got  zö  lob,  zu  vermeiden  das  un- 

tnschlich  zutrinken,    so  zun  zeiten  fürgat,  ernstlich   angesehen    und 

Uen,  das  fürohin  niemand,  weder  alt  noch  jung,  maus-  noch  frowen- 

der,  zutrinken,  noch  den  andern  darzu  zwingen,  raizen,  noch  anmuten 


^  Steht  nur  in  A. 

s  Hb.:  über. 

»  Von  späterer  Hand  ist  hier  eingefügt:  «Wer  auch  am  maientag,  vor  oder 
£b,  im  jar  meinen  hern,  ainem  ersamen  rat,  tbannen  in  iren  hölzern  abhaut,  der 
M  der  statt  von  jedem  reiß  10  ß  J[».    Vergleiche  oben  §  59. 


Überliogen. 

6üll.  Wer  das  überfert,  den  will  ain  rat  darurab  an  seinen  Hb  hertiglici 
ßtraifen, 

§  144.^ 
[Ungewonüch  schweren,] 

Item  tueine  bern  wollen  auch,  das  meniglich  die  gotzleateni^ 
und  das  unmenschlich  schweren  vermeid  und  abatell;  dann  wöllieher 
oder  wölliche,  es  weren  frowen-  oder  mansbilder,  jung  oder  alt,  erfimdHi 
würden,  dm  diser  nachgeschribneu  schwier  ainen  oder  mer  thün  und 
schweren  wf  len,  nämlich  bei  gotes  leiden,  crtitx,  marter,  fünf  wuüdeo, 
kraft,  immacl  :,  herz,  kree,  lune  oder  leber,  darzü  der  nam  gotes  ge 
uempt  wirdet,  i  ;,  irer  mülch,  bei  dem  aacrament 

hei  dem  him*  er  andern   derglicheu  uncristen- 

lichen  Bchwieren^  aie        ^  :lich  darurab  strafl«en,  den  aiueu 

an  seim  gfit,  den  anderr  n  driten  am  leben»  ieden  oach 

gestalt  seiner  verschuldi  :h  menigklich  zu  halten. 

Und   sol   ain   ieder   dui^^..  lin woner,   der  darbei  w*ere,  and 

eoUich  zfitrinken  oder  uucristenij  fotzlesterung^  wie  vorgeschribeß 
stat,  sehe  oder  horte,  bei  seinem  aiL  schuldig  sein,  die  überfarer  m 
liegen  uud  anzögeben,  und  darin  niemands  verschont  werden. 

Und  volgen  hernach  die  straffen  allain  umb  die  gmainen  schwier 
hindan  gesetzt  die  nngew^onlicfaen  besen  schwier: 

Item  wöllicher  dem  andern  das  fallend  Übel  wiuschet,  so  ist  die 
straff  2  ^\  und  wüUicher  got  dabi  schwert,  ist  4  ^. 

Item  wann  ainer  dem  andern  den  riten  winseht,  ist  4  .*f  und 
nempt  er  got  darzö^  ist  6  ^j. 

Item  w^öllicher  seh  wert  bei  den  hailigenf  wöllichen  haiigen  er 
nempt,  ist  2  ^. 

Item  wöllicher  bi  gotes  liden  oder  seinen  wunden,  oder  gineß 
glider  Schwert,  und  got  darzö  nempt,  ist  3  jl  ^, 

Item  wöllicher  bei  unser  frowen  glider  schwert,  wie  er  das  uod 
got  darzü  nempt,  ist  5  jl  ^. 

Item  wöllicher  schwert,  das  dich  der  ewig  fläch  ankom,  ist  1  ß  ^; 
nempt  ainer  got  darzfi,  ist  3  jj  ^. 

Deßgleichen,  wöllicher  schwert,  das  dich  all  plagen  ankom,  ist 
1  [J  ^;  nempt  er  got  darzö,  ist  auch  3  jj  ^. 

Die  schwur  möchten  auch  so  gros  sein,  es  würde  ainer  von  ainem 
rate  in  seiner  gepür  hoch  und  merklich  gestraft,  ist  ainem  rat  vorbe- 
halten. 


>  Dieser  und  der  folgende  §  stehen  nur  in  A. 


Überlingeo.  827 

§  145.^ 
[Von  der  durch  Regen  angeschwemmten  Erde.] 

Item  nachdem  sich  zb  zeiten,  so  die  gissinen  koinen,  und  ainem 
t  erd  US  seinem  garten  in  seins  nachpum  g&t  flösen,  die  irtung  zu- 
gt,  das  dan  derselb  vermainen  will,  sein  erd  in  des  andern  garten, 
ier  zu  seinen  handen  ze  nemen ;  beclagt  sich  aber  der  ander,  das  im 
lieh  erd  nit  on  schaden  in  sein  garten  komen  imd  deßhalben  im  zA- 
rig  si,  haben  sich  meine  hern,  klain  und  groß  räth  der  mainung 
tslossen :  was  von  erd  oder  baw  dermasen  us  den  gütern  an  die  baw- 
g,  almen,  oder  die  strasen  von  himel  geflöst  werde,  zu  demselben' 
1  allw^  ain  rath  schiben  und  verordnen,  und  was  sich  dieselben 
bliesen,  und  wie  si  die,  so  tail  an  sollicher  erd  oder  baw  ze  haben 
mainen,  entschaiden,  dabi  sollen  si  hüben. 

Was  aber  sollich  gissinen  von  erd  oder  baw  uß  ainem  garten  in 
D  andern,  oder  in  die  grasweg  der  guter  flösen,  das  soll  denselben, 
*wil  es  inen  ilit  an  schaden  darein  komen  si,  bliben. 

§  146. 
[Form  der  Testamentserrichtung.]  i»«» 

Item  es  ist  von  meinen  hern,  klain  und  grossen  rethen,  zö  ewiger 
zung  ze  halten  beschlossen:  Welcher'  unser  burger*  oder  burgerin; 
woner  oder  biwonerin,  hinfüro  ain  gescheft  oder  gemecht  bi  uns  in 
3er  stat  im  todbeth  thün  will,  dieselb  person  soll  zu  im  berufen  zwen 
i  ratz  oder  gerichts,  und  darzü  ain  unverlümbteten  erbern  burger; 
1  was  si  alßdan  vor  denselben  dreien  bi  g&ter  Vernunft  verschaft 
i  vermacht,  das  soll  furo,  so  si  also  todes  abgieng,  kraft  haben  nit 
ider,  dan  obs  vor  gesesnem  rath  beschechen  und  mit  rechtlicher  urtl 
tat  were*;  würde  aber  der  allmechtig  derselben  person  sovil  gnad 
lihen,  das  si  desselben  irs  begers  widerumb  ufkem,  will*  si®  dasselb 
rescheft',  so  es  nit  verbrieft  were,  nachmals  under  besigelter  urkund 
:reftigen,  und  gescheft  brief  in  nottürftiger  form  darumb  ufrichten^ 
tr  wa  das  nit  beschäch,  soll  es  füre  kraftlos  haisen  und  sein. 

Wölte  dan  iemands  ain  gescheft  oder  gemecht  bi  gesundem  gen- 
n*  leib  thün,  das  soll  zu  im  berufen  drei  deß  rats  oder  gerichtz, 
i  zö  denselben   zwen  erber,  unverlaimbdet  burger;  und  waß  es  vor 


>  Steht  nur  in  A.  —  ^  Auf  Rasur. 

*  Ein  zweites  «welcher»  ist  durchstrichen.  —  *  Auf  Rasur. 

*  Am  Rande  eingefügt  von  anderer  Uand:  «es  sei  verbrieft  oder  nit». 

*  Hier  von  anderer  Hand  eingefügt:  «dan  das». 

^  Hier  von  derselben  Hand,  wie  bei  •  am  Rande  bemerkt:   «so  si  im  todbet 
iian  hette,  fQrgang  gewinn,  soll  si  das  .  .  .»• 

*  =  Gehendem.     Fehlt  in  allen  übrigen  Redaktionen.    (In  B  durchstrichen.) 


Überliagen. 


ma       ifen  verschaÄ  und  mit  brieflicher  urkund  in  nottürftig^r 

^  uMeM%  das  adi  aber  kraft  haben  nit  minder,   dau  obs  vor  ge* 

ani  xath  beck^hechen  und  mit  rechtlicher  urti  bestat  war. 

Begebe  sich  aber  in  sterbenden  löfen^  das  ains,  so  in  krankbait 

:  Jiejeoigeii  meiner  hern  der  reth  deoiimals  nit  gehaben  oder  bekoraen 

,  iKKlaim  mag  es  zft  im  oemmen  und  berufen  drei  erber  unvef 

ii»det  burger;  und   was  es  vor  denselben  vereehafft  und  vermacbt, 

\ber  kraft  haben  nit  minder,  dan  obs  vor  gesessnem  rat  volstreckt 

mit  rechtUcher  urtl  bestät  wer,  es  sei  verbrieft  oder  nit;  doch  will 

lelb   person,  so   ir  der  allmechtig  irs  legers  wider  nfgeholfeü  bete, 

i:  sdbig  gescheft  fOrgang  gewin,  soll  si  das  in  gestalt,  wie  oblut,  wa  das 

verbrieft  were,  inachgends  under  besigelter  urkntid  auch  bekreftigeo 

uuU  gescheft  brief  in  nottürftiger  form  darumb  nfrichten,  oder  wa  das 

clt  beschechy  eioll  es  furo  auch  uichtz   mer    gelten,    besonder    kraftlos 

■lisen  und  sein. 

Actum  pentecostes  im  XXII  jar.^ 


§  147. 
^ "       •  [Vom  Strafvollzug.] 

Itöm  umb  bessere  gematner  statt  nuix  willen,  und  ouch  x&  ?er* 
itten  Unwillen,  so  ineinen  hern  täglichs  nf  den  rüken  wechst,  so 
iiaben  meine  hem  fürohin  gegen  menigtieh  strenglich  ze  halten  erneV 
lieh  augesechen  und  wellen:  wölcher  oder  welche  hinfüro,  es  sei  m 
frävel,  hendeln  oder  andern  straffwirdigen  eachen  in  oder  nsserhalb 
rechtens  an  gelt  gestrafft,  das  dann^  dieselb  geltstraff  unabläßiich  und 
on  alle  gnad  von  im  einzogen  und*  hierin  ainich  fürpitt,  es  beschech 
von  kaisern,  königen,  fürsten,  hern,  dem  adel,  den  stetten  oder  andero 
sondern  personen,  mit  nichten  und  von  iemand  angenommen  werden 
solle.  ^  Besonder  sol  der,  so  wie  oblut,  umb  ain  frävel  oder  andres 
mit  oder  one  recht  gestrafft  wirt,  im  fusstapfen  von  ungeltem  bei  ge- 
schwomem  aid  gefertiget  werden,  meinen  hern  denselben  nach  gepruch 
und  altem  herkomen  abzulegen,  und  biß  er  demselben  statt  thfi,  leib 
und  g&t  von  diser  statt  nit  zu  verendern  on  wissen  imd  willen  ains 
burgermaisters. 

Actum  pentecostes  im  XXIII  jar.^ 


*  Auf  Rasur.  —  *  Das  Datum  steht  nur  in  A.  —  »  Auf  Rasur. 

*  Das  Wort  «und»  ist  durchstrichen;  daffiram  Randevon  anderer  Hand:  «ime 
zft  bexalong  derselben  ainich  zil  noch  tag  gegeben,  auch  . . .». 

*  Das  letzte  Wort  durchstrichen  j  dafür  das  folgende  von  derselben  Hand  am 
unteren  Ende  des  Blattes  angefügt.  —  «  Das  Datum  steht  nur  in  A. 


ÜberÜDgen.  329 

Und  het  er  denselben,  lut  der  hern  ungelter  vertigung,  zu  bezalen  im 
seinem  vermügen  nit,  und  wisste  meinen  heru  darumb  nit  trostung  ^°^^'*  ^* 
th&nd,  soll  er,  er  sei  burger,  beiwoner  oder  gast,  alßdann  fenklich 
;enomen,  und  alda  in  fengnus  bei  muß,  wasser  und  brott,  unange- 
en  kaiserlich,  küniglich,  fürsten,  bern,  der  stett,  noch  anderer  sonderer 
sonen  fürpit,  on  alle  gnad  so  lang  enthalten  werden,  biß  er  den- 
t>en  frävel  im  thum  aller  diug  abgelept  und  verbützt  hat. 

Und  soll  im  nämlich,  für  jeden  tag  iusonders  fünf  Schilling  pfen- 
;  abgon. 

Würde  dann  ainer  gegen  dem  andern  das  gegenrecht  bruchen, 
d  im  umb  seinen  begangnen  frävel  fürstand  und  abtrag  zu  thün, 
htlich  abbehalten,  wa  es  alßdann  in  desselben  vermügen  auch  nit, 
d  der,  so  im  rechten  gesigt  und  obgelegen  wer,  meine  herren  wider 
anrftffen  würd,  soll  es  gegen  demselben  imib  des  andern  frävel,  wie 
m  seinen  und  obbegrififen  ist,  mit  fanknus  und  in  allweg  aller- 
issen  euch  also  gehalten  werden;  imd  wann  er  lut  der  Ordnung  ob- 
melt  seinem  frävel  dergestalt  mit  dem  thum  verbützt  hat,  fürter  uf 
1  alt  geschworen  urfech  wider  ußgelassen,  und  dem  andern  alßdann 
in  straffgeit,  so  er  darvor  erlegt  hatt,  wider  hiuußgeben  und  gezelt 
irden. 

Actum  und  beschlossen  mit  klain  und  grossen  raten  sampstags 
ich  Martini  anno  XXIII. ^ 

§    148.  1591 

itzung  und  Ordnung,  wie  es  soll  in  gantrechten  gehalten  werden.)^ 
Demnach  bißanhero  je  und  allwegen  und  lenger,  dan  sich  men- 
len  gedächtnuß  erstrecken  mag,  in  altem  ieblichem  gebrauch,  gewon- 
it  und  herkommen  gehalten  worden,  daß  in  allen  und  jeden  cessionen, 
hen  und  gantrechten,  so  sich  alhie  vor  herrn  statamman  und  underm 
kgericht  begeben  und  zuegetragen,  gemaine  stat  und  von  derselben 
gen  die  verordnete  stüblinsherrn  umb  iren  außstand,  eß  seien  an 
ireln,  buoßen,  strafen,  boten,  verpoten,  umbgelt,  jar-  und  raißsteuren, 
aggelt,  auch  umb  allen  und  jeden  bauzeug,  materialien,  alß  in  daß 
chhauß,  bauknecht,  zeugwarth  und  dergleichen  sachen  vor  allen 
iem  gleubigern  verbrieften  und  unverbrieften  schulden,  den  Vorgang 
d  prioritet  gehabt  und  gewunnen ;  so  ist  aber  doch  nur^  ain  zeit  hero 
i  ain  geringer  strit  deßhalben  und  er  den  gleubigern^  entstanden  und 


Juni  6. 


^  Das  Datum  steht  nur  in  A. 

'  Diese  Satzung  steht  als  Tit.  25  nur  in  D  und  den  späteren  Redaktionen. 

•  Wohl  Schreibfehler  statt:  «nun». 

*  Der  Passus  von  «geringer»  an  von  derselben  Hand  am  Rande. 


Qberlingen.  881 

dieselbig  ihr  bezallung,  wie  obsteet,  auch  bei  irem  verschribnen  under- 
pfand  suochen,  und  wann  ainem  etwaß  darau  abgeht,  bei  deß  haupt- 
Bchaldners  anderem  gemainem  haab  und  güetern,  so  niemandts 
verschriben  seiend,  oder  in  mangel  derselbigen  bei  den  mitgülten, 
bürgen  und  gewehren  suochen,  aller  vermög  und  in  craft  dißes  allge- 
mainen  ratentschluß  und  decret  durch  klain  und  große  rät  sament- 
lieh  und  mit  ainanderen  ainhelliglich  entschlossen. 

Actum  donnerstags  nach  dem  hailigen  pfingstag,  von  Christi  unsers 
lieben  herrens  und  seeligmachers  gepurt  gezalt  fünfzechenhundert 
neunzig  und  ain  jar. 


§  149. 

(Von^  brunst  und  feursnoth,   auch  straf  dero,    uß  welcher  vahrlässig- 

kait  solches  beschicht.) 

Wir  band  auch  gesetzt:  in  wölchem  büß  ain  feur  ufgat,  wer  in 
dem  büß  wirt  ist,  ob  der  das  feur  verbergen  will  und  die  thür  nit 
ufthfit,  und  auch  nit  schreiet,  und  ob  das  sein  nachpuren  sehend,  das 
er  in  dbain  weise  das  für  ofiFneti,  so  mag  ain  sein  nachpur  darüber 
schweren,  und  rieht  ain  sölicher,  der  das  für  verbürget,  der  statt  20  Sf  ^. 
Wir  gebieten  auch:  wölche  zfi  dem  feur  nit  laufend  und  das  für 
ijit  helfend  löschen,  die  richtend  der  statt  1  8f  ^;  es  möchts  auch 
ainer  so  frevenlich  überfaren,  ain  rat  behalt  im  sein  straff  bevor. 

Und  wo  hinfürter  ainem,  er  seie,  wer  er  welle,  reich  oder  arm, 
tags  oder  nachts,  in  seinem  hauß  oder  wohnung  ain  feur  oder  brunst 
aufgehen  sollte,  und  deßhalben  ain  feursgeschrai  und  zulaufens  würde, 
dero  jeder  soll  ohne  alles  mittel  umb  20  «?  ^  gestrafft  werden;  wover 
aber  ainer  dieselben  armuet  halben  zue  bezallen  nit  in  vermögen  hat, 
der  soll  solliche  in  dem  blatterhauß,  inhalt  der  Ordnung,  abdienen,  es 
were  dan,  daß  etwann  ainem  ain  camin  ungefährlicher  weiß  angienge, 
der  solle  hierinnen  nit  strafpar  sein.  Deßgleichen,  ob  jemandts  in  seiner 
behaußung  ohne  sein  selbst,  seines  weibs,  künder  oder  dienst,  verwahr- 
loßung  ain  brunst  entstiende,  und  dasselbig  sich  kundbarlich  erfende, 
darinnen  will  ime  ain  ersamer  rat  jederzeit  weit  weg  haben  und  behalten 
straf  fürzuenemmen  nach  begegneten  dingen  und  gelegenhait  der  Sachen, 

wie  es  aines  jedtwedern  oder  der  seinen  verschulden  und  verwahrloßuug 

im  werk  mit  sich  bringen  würdet. 


>  Überschrift  und  leteter  Absatz  nur  in  D  und  den  späteren  Redaktionen. 


(Vom*   abtrelten  von  freuod  und  echwagerscliaft  wegen   £ue  rath  uod 

gericht.) 


BHS^ 


Demnach  alhie  'm  klaio  und  großen  räthen,  wie  auch  in  undi 
oberm  statgericht  von  alters  herkommen  und  in  lebliohem  geprauch 
gehalten  worden  ist,  daß  derjenigen,  von  welcher  w^en  im  rath  ader 
gtricbt  gehandlei  würdet,  bluotfreund,  schwäger  und  verwände  darbri 
nicht  sitzen  gepUbeo,  sonder  derweilen  vom  rat  oder  gericht  uß-  uod 
abgestandea,  dadnnen  aber  nach  und  nach  allerhand  noordnungen  und 
mißbrauch  eingerüsBen;  solchem*  nun  sovil  möglich  zub  fiirkomeß, 
haben  klain  und  große  rät  gesetzt  und  geordnet,  thuend  das  auch 
hiemit  daß  fürohin,  sowol  in  klain  und  großen  räthen,  als  im 
gericht,  niemandts  von  bluetsfreundschaft  oder  achwagerschaft  balteB 
und  abtretten,  noch  abzuetreten  schuldig  sehi  solle,  dan  ain  großvat^r 
wegen  seiner  enklin,  ain  vater  wegen  seiner  kündern;  hinwiderum  ain 
enkliu  wegen  seines  großvaters  oder  großmueter,  ain  aohn  wegen  seioer 
eitern  und  derselben  geschwiistrig,  alsda  seindt  des  vaters  oder  mueter 
brueder  oder  Schwestern,  sodann  von  zwaien  oder  aiuem  bandt  ge- 
echwistrig,  geschwistrige  küuder,  ain  brueder  wegen  seines  bruedeR 
haußlrowen,  oder  seines  schwestermaunes,  item  ain  brueder  wegen 
seines  bnieders  oder  schwesterkünderu,  deßgleichen  ain  achwecher  wegen 
seines  dochtermanng  oder  sunsfrawen,  hinwiderum  ain  docbtermatiii 
wegen  seines  schwechers  oder  schwiger,  und  dann  ain  jeder  wegen  mimt 
hausfrowen,  geschwistrigen  und  derselbigen  künder.  Wer  aber  dißero 
zuewider  bandlen,  und  namblich  da  aiues,  so  jetztgemeltermassen  ver- 
wandt, nit  abtretten  oder  der  weiter  verw^andt,  abzuetretten  sich  an* 
masseu  würde,  der  ist  und  soli  sein  gemainer  stat  den  klainen  frevel 
also  1  tf  ^,  ver&Uen. 

Ratificirt  den  16,  novembris  anno  1607. 

§  15L« 

{Vom  verbottenen  fiaisch essen.) 

So  haben  klein  und  grose  räthe  gesezt  und  geordnet,  daz  niemandts 
ohne  rechtes  vorwissen  baider,  so  gaist-  so  weltlicher  oberkeit,  und  waß 
weiß  erhaltne  freiheit,  licenz  ald  begnadigung  es  were,  zu  verbottnen 
fastdegen  fleisch  essen  solle,  so  lieb  jedem,  sein  oberkeitliche  straff"  tue 
meiden. 


'  Dieser  Abschnitt  steht  nur  in  D  auf  dem  letzten  Blatte  des  Heftes. 
•  Ha.:  solche.  —  '  Dieser  §  steht  —  als  letEter  —  nur  in  E. 


Überlingen.  88d 

Nota^ 

Von  der  statt  Überlingen  wunn,  waid,  trib  und  trat,  auch  waß 
iselbigen  anhangt  und  solches  betreffen  thuet,  würd  in  dem  großen 
cen  bAoch  meiner  annaUum  und  collaturen  von  dem  1267isten  biß 
daß  1600  jar*  benantUchen  under  den  jarzallen  1472,  1492,  1503, 
'4,  1572,  1579  und  1582  underschidlich  und  außtruckenlich  befunden. 

Item  in  dem  buech,  daruf  geschriben  steeth :  Alte  vertrag  und 
ligen bergische  handlungen  an  dem  6^^  und  8^°  plat  und  dan  her- 
ber am  178.  blat,  schier  in  der  mitte  deßelben  bueches,  werden 
lerschidtliche  beschreibung  der  stat  Überlingen  wunn  und  waid  be. 
den. 

Register. 

Von  besezung  deß  gerichts  und  raths  titulus   1.' 

Von  besuechung  der  räth  tit.  2. 

Von  straf  deren,  so  umb  gelt  oder  genußes  wegen  zue  rath 
lend  tit.  3. 

Verpot  ainem  ersamen  rath  in  deßelben  gepot,  verpot  noch  be- 
aid,  oder  so  zue  aufruer  gedienen  mechte,  nit  ze  reden  tit.  4. 

Von  malefitz  inner  und  außerhalb  der  stat  tit.  5. 

Von  schlachhandlungen  und  rumoren  in  gemainer  stat  etter  be- 
lechen  tit  6. 

Von  todtschlägen  tit.  7. 

Von  unfaegen  und  schlachhandlungen  der  frembden  und  haimb- 
len;  item  die  nachwacht  anzuegreifen  etc.  tit.  8. 

Von  schelt-  und  schmachworten  tit.  9. 

Von  deß  fridtpots  halben  tit.  10. 

Von  nachjagen  tit.  11. 

Von  außforderen  tit.  12. 

Von  peen  deren,  so  verdiente  angelegte  straffen  äfferen  tit.  13. 

Von  ehebruch,  junkfrauen  schwechen,  notzwang  und  andern  der- 
dchen  haimblichen  nachstellungen  tit.  14. 

Von  execution  und  volnziechung  der  strafen  tit.  15. 

Von  straffen  deß  falschen  tit.  16. 


1  Diese  cNota»,  vor  dem  «Register»,  sowie  die  Aufzählung  der  BOrgermeister 
i  1600—1611  nach  der  Überschrift  sind  Einträge  des  Bürgermeisters  Reutlingen 
das  Original. 

>  Gemeint  ist  die  Reutlingersche  Chronik,  eine  aus  16  Folianten  bestehende 
nmlung  von  allerlei  Nachrichten  sur  Geschichte  der  Stadt  Überlingen  und  ihrer 
igebung. 

*  Wir  geben  das  Wort  ctitulust,  das  in  der  Vorlage  bald  ausgeschrieben,  bald 
gekürzt  erscheint,  im  folgenden  stets  in  Abkürzung. 


Überlingfo.  335 

Von  firembden  gerichten  tit.  42. 

Von  pfandung  tit.  43, 

Von  gedingten  heürathen  tit.  44. 

Von  pflegern  tit.  45. 

Die^  statmauren  find  graben  unverlegt  zue  laßen,  tit.  46. 

Vom  blaicben  tit.  47.* 

Montags,  den  27ten  Novembris  a°.  600  bein  ich  Jacob  Reitlinger* 
von  meinen  herrn  klain  und  großen  räthen  an  weilundt  meines  sonders 
günstigen  herm  und  veters  Mathei  Meßmers,  burgermaisters,  seligen 
stat,  so  den  3ten  Oetobris  jüngsthin  seliglichen  todts  verschiden,  ain- 
belliglichen  zue  burgermaister  erküeßt,  erwellet  und  gleich  aißbaldt 
gefertiget.  Got  der  herr  verleiche  mir  darzue  sein  götliche  gnadt,  glük 
und  segen,  amen.  Zinstags,  den  9'^  Januarii  a^  601  alß  Phillips 
Ederisch  stüblinschreiber  dißes  statsatzungbuech  und  anders,  so  gemainer 
stat  zueständig^  bei  gedachts  herrn  burgermaisters  seligen  witib  erhebt, 
ist  mir  dißes  buoch  und  statsatzung  von  meinen  großgünstigen  herrn, 
burgermaister  Conradt  Eschlinspergern,  herrn  obersten  zunftmaister 
Lorenzen  Pschoren  und  junker  Hanßen  Schulthaißen,  auch  obgedachten 
Philipp  Ederisch,  als  stüblinschreibern,  verehrt  und  geschenkt  worden. 

Montags  nach  dem  haihgen  Pfingstfest  a®.  601  bein  ich  von  klain 
und  großen  räthen  zum  alten  burgermaister  eligiert  worden. 

Montags  nach  dem  hailigen  Pfingstag  anno  1602  bein  ich  von 
meinen  herm  klain  und  großen  räthen  zum  andern  mall  neuer  burger- 
maister erwehlt  worden. 

Montag  nach  dem  hailigen  Pfingstag  a°.  603  wardt  J.  Conradt 
Eechlinsperger  neuer  und  ich  zum  alten  burgermaister  erweit. 

Anno  etc.  604  Jacob  ReitUnger  neuer,  J.  Conradt  Eschlinsperger 
alter  burgermaister,  starb  den  25^'*  Februarii  a^.  605. 

Anno  etc.  605  J.  Jacob  Keßering,  vogt  zue  Ittendorf,  neuer,  Jacob 
Reitünger  alter  burgermaister. 

Anno  etc.  606  Jacob  Reitlinger  neuer,  J.  Jacob  Keßering  alter 
burgermaister. 

Anno  etc.  607  J.  Jacob  Keßering  neuer,  Jacob  Reitlinger  alter 
burgermaister. 

Anno  etc.  608  Jacob  Reitlinger  neuer,  Jacob  Reitlinger*  alter 
burgermaister. 


>  Hb.  :  Der.  —  '  Hierauf  folgt  die  Überschrift  des  Satzungsbuche,  ohne  Angabe 
einet  Datums  —  '  Jacob  Reitlinger  oder  Reutlinger,  geb.  1545,  gest.  1611,  bekleidete 
der  Reihe  nach  das  Amt  eines  Spendpäegers,  Gerichtsechreibers,  Oberzunftmeisters 
Spitalpflegers  und  endlich  eines  Bürgermeisters.  S.  Staiger,  Die  Stadt  Überlingen,  S.  48. 

*  Hier  liegt  Jedenfalls  eine  Verschrelbnng  vor  statt  cj.  Jacob  Keüeringt. 


Anno  etc,  609  J.   Jacob  Keßering  neuer,   Jacob  Raitiinger  alter 
burgermaister. 

Anno  etc.  610  Jacob  Rdtlioger  neueri  J.  Jacob  Keßering  alier 
burgermaister. 

Anno  etc,  611  Jacob  Keßering  neuer,  Jacob  Reitlinger  alt» 
bnigermaister.^ 

Die  EandscMfl  des  SL  III,  für  die  vorlie^efide  Bearheitunff  mü  A 
hegeUhneifiriemmLedergehmdmesPergammUiheü  mit26sehQn  beschri^imm 
Blättern.  St.-A.  AM.  VJll  Nr.  132.  Spätere  Einträge  vmt  anärrm  Hän^ 
sind  jeweüs  in  den  Anmerhungeu  (ds  solche  geketm^dchneU  Neure* 
dahtionen  existieren  aus  den  Jahrm  1530  (B),  SL-Ä.  AbL  FIIl  Nr.  1B6 
(davon  eme  g^eiMa/ntende  Äbsrhriß  fCJ,  ebmda,  ehefifaUs  am  dem  IG.  JhdU 
hier  nukl weiter  berücksichtigt),  fen^er  1558  (Dh  St,-A.  Abt  VIIl  Nr.  133. 
Dfese  letstere  Bedaktiofi  eiHkält  wichtige  Nmterimgm  tnis  den  Jahrm 
1550 — 1560.  (Zeit  der  Hasmordnung!)  Mit  E  ist  eine  Ücdaktim  am 
dem  Jahre  1591  bejm^net,  St-Ä.  Abt  Vlll  Nr.  184,  Sie  hat  mm 
erstenmal  mehrere  Artikel  susammenfassetide  Titeliiberschrißeh^  die  für  dir 
Folgesfeit  maßgebend  waren.  Der  Text  von  E  ist  offenbar  eine  Ab- 
Schrift  des  dem  Bürffernmster  Reutlifiger  im  Jahre  IßOl  gesehetikfen  ver- 
loren gegangenen  Originals.  Am  der  Zeit  nach  W22  äammt  die  mit  F 
beseichnde  Bedaktian  (3  gUkhUutende  Papierhefte),  St-A.  Abt  VIU, 
Nr,  162  und  ISS.  Die  f4nier  G  einigemal  anfgefiikrle  Eedaliion,  die 
letzte  des  Überlinger  Stadtrechis  überhaupt^  stammt  aus  dem  Jahre  1707. 
Ihre  Verschiedenheiten  Imnien  nicht  alle  berücksichtigt  werden;  sie  ist  de^ 
halb  noch  besonders  als  St  IV  mitgeteät. 


xxxxvn. 

Ordnung  des  «unteren«  Stadtgerichts* 

1520. 

Ordnung  des  undern  stattgerichtz  zA  Überlingen  und  anfäng- 
lich, wie  es  die  burger  gegen  ainandern  halten  sollen. 

1520. 
Item   zA  dem   ersten  fürbott  mag  ain  burger  gegen  dem  andern 
erscheinen,  ob  er  will. 

Item  sover  der  burger  dem  andern  burger  am  nächsten  gerichtz- 
tag  nach  dem  ersten  fürbott  aber  yerkündt  und  fürbeut,  und  kompt 
der  antwurter  und  gibt  antwurt  dem  clöger  uf  sein  clag,   wirdet  dann 


^  Heraach  folgt  der  Text  jeweils  unter  den  im  Register  aufgeführten  Über- 
schriften und  Titeln. 


Überlingen.  337 

r  antYTurter  dem  clöger  bei  seiner  clag  schuldig,  so  wirdet  dem  ant- 
irter  gebotten  an  1  flf  ^,  in  acht  tagen  den  nächsten  umb  das,  so  er 
it  urtail  schuldig  worden  ist,  außrichtung  zu  thflnd. 

Item  würde  sich  im  daruf  der  antwurter  innerhalb  der  acht  tag 
bieten,  den  clöger  mit  genügsamen  underpfanden  zä  vergnügen  oder 
i  verpfenden,  und  das  von  dem  clöger  angenomen,  so  ist  der  ant- 
arier die  bflß  1  flf  ^  zä  geben  nit  verfallen. 

Wo  aber  der  clöger  an  den  underpfanden,  der  sich  der  antwurter 
biet,  nit  benügen  haben  wollt,  und  si  also  baiderseitz  darumb  spennig 
erden,  so  sollen  si  darumb  und  deßhalben  allwegen  dem  stattaman, 
1er  ob  er  nit  enthalben,  von  dem  richter,  der  sein  insigel  hat,  ent- 
^haiden  werden. 

Item  so  dann  der  underpfandung  gnflg  ist,  so  soll  darnach  am 
ftcbsten  gerichtztag  der  clöger  mit  demselben  underpfand  vor  gericht 
rec^einen  und  begem  an  recht  zu  erfaren,  wie  er  mit  seinem  under- 
»fond  gefaren  solle.  Ist  dann  das  underpfand  ain  varend  gut,  so  soll 
amf  erkennt  werden,  das  er  dasselbig  am  nächsten  gantag  an  offner 
[anien  verganten  möge;  doch  so  soll  er  dem  antwurter  durch  den  ge- 
chwomen  gantknecht  darvor  zu  der  gant  verkünden,  und  ob  dann  dem 
löger  ain  underpfand  abgienge,  so  sol  im  das  von  dem  antwurter  mit 
ndem  underpfanden  erwell^t  werden  so  lang,  bis  das  er  seiner  schuld 
'ergnügt  und  entricht  wirdet. 

Item  ist  aber  das  underpfand  ain  ligend  gftt,  so  sol  daruf  erkennt 
werden,  das  der  clöger  die  underpfand  nach  verscheinung  vierzehen  tagen 
Lm  nächsten  gantag  an  offner  gant  verganten  und  verkoufen  möge,  aber 
n  der  gestalt  und  maß,  wie  obstet. 

Item  so  aber  ainer  z&  dem  andern  fürbott  nit  erscheint,  so  soll 
ler  clöger  vor  gericht  darstan  und  zum  andern  mal  sein  clag  thün, 
10  wirdet  darnach  erkennt,  das  der  scheinbott,  der  baide  fürbott  gethon 
lab,  soll  gehört  werden. 

Item  wirdet  dann  an  dem  scheinbotten  erfunden,  das  er  baide 
ärbott  gethan  hab,  so  soll  darnach  erkennt  werden,  das  dem  antwurter 
»ffenlich  vor  gericht  gerüfft  werden  soll,  sich  zä  verantwurten ;  käme  er 
lann,  dieweil  der  stattamann  sitze,  so  soll  im  sein  recht  vorbehalten 
lein;  käme  oder  erscheine  er  dann  nit,  dieweil  das  gericht  sitze,  so  möge 
BT  den  antwurter  umb  sein  schuld  einschreiben  lassen,  und  auch  daruf 
demselben  zft  huß  und  hoff  gericht  werden. 

Item  auf  das  so  ist  der  antwurter  schuldig,  dem  clöger  umb  das, 
80  im  laut  der  urtail  erkennt  und  eingeschriben  wirdet,  außrichtung  zu 

ObcrrbelnlMhe  Stadirecbte.    II,  2.  22 


888 


th&Q;  vemiÄinte  aber  darnach  nach  der  bezalang  desselben  der  aot- 
wurter,  diis  in  der  clöger  übereilt^  oder  weiter  claget  bette,  denn  er  im 
schuldig  were,  so  ist  darumb  und  deßhaiben  dem  ant^orter  sein  recht 
vorbehalten.  | 

Item  wann  dann  also  erkennt  wbdet»  ainera  zh  haus  und  hof  lö 
lichten,  so  mag  der  clöger  den  büttel  oder  gericbtzkneclit  en^onlem, 
im  laut  der  urtail  zu  deß  aotwurters  haus  und  hofl*  zu  richten ;  dem*lb 
soll  dann  mit  dem  clöger  gan  für  deß  aDtwurters  hauß;  und  erßndl 
er  denselbto  nit  im  hauß,  so  sagt  der  knecht  dem  haußvolk,  daß  ä 
dem  antwurter  sagen,  das  er  mit  dem  clöger  alao  da  gewest  sie,  und 
hab  laut  der  urtail  pfand  wollen  ervordem,  wo  er  nu  weiter  von  dem 
clöger  ersucht  und  erv^ordert,  so  werde  er  widemmb  komen  und  selbe 
pfand  nemen,  er  betrette  in  oder  nit. 

Item  würdet  dann  daruf  der  büttel  oder  gerichtEkneeht  von  dem 
clöger  weiter  ersucht^  dem  antwurter  211  hauß  und  hoff  zfi  richten,  so 
soll  der  knecht  aber  mit  dem  clöger  zu  deß  antwürters  hauß  gon:  und 
erfindt  der  knecht  abermals,  das  der  antwurter  nit  im  banÜ,  so  soll 
der  knecht  in  sein  hauß  gon,  und  so^er  die  pfand  vorhanden  sind, 
dem  clöger  bis  auf  sein  beniegen  pfand  geben. 

Item  erfönde  aber  der  buttel  oder  gerieh tzkn echt  uf  des  clögen 
erfordern  den  antwurter  uf  das  erst  oder  ander  ersuchen  im  hauß,  so 
soll  der  büttel  an  in  pfand  ervordem»  und  gibt  er  im  die,  so  soll  ei 
dem  clöger  pfand  geben,  das  der  schuld  gemäß  seie;  wo  er  sich  aber 
speren  würde,  die  pfand  zu  geben,  so  soll  der  büttel  im  sagen,  er  solle 
im  pfand  geben,  anders  er  würde  selbs  die  nemeu,  sol  auch  hinein  10 
das  haus  gan  und  pfand  nemen,  sover  die  vorhanden  sind;  wo  aber 
kain  pfand  vorhanden  wer,  oder  der  antwurter  sagt,  er  hab  kain  pfand, 
so  soll  er  mit  seinem  aid  erstatten,  das  er  kain  pfand  zu  geben  hab, 
und  wan  auch  also  der  büttel  selbs  hinein  kompt  und  pfand  nimpt, 
so  ist  der  antwurter  der  statt  9  |!  ^  zCi  büß  verfallen,  die  auch  der 
büttel  den  ungeltern  darumb  angeben  solle. 

Item  wann  auch  ainem  burger,  wie  obsteet,  zt'i  hauß  und  hoff 
gericht  wirdet,  und  der  clöger,  er  sei  burger  oder  gast,  nimpt  die  pfand 
vor  und  ee  der  büttel  die  zö  seinen  banden  nimpt,  an,  so  sol  der  clöger 
dieselben  pfand  vor  gericht  rechtvertigen;  wo  aber  der  büttel  die  am 
ersten  zft  seinen  banden  nimpt,  so  mag  der  clöger  von  stund  an  an  den 
büttel  begeren,  im  über  die  pfand  zfi  erloben,  der  im  ouch  darüber  er- 
lauben soll,  und  ist  darauf  auch  nit  not,  dieselben  pfand  weiter  vüi 
gericht  zu  rechtfertigen. 

Item  80  der  antwurter,  wie  obsteet,  erstattet,  das  er  weder  pfand 
noch  pfenig  hab,  und  will  der  clöger  dem  rechten  nachkomen,  soll  er 

'  Auf  Basur. 


Überlingen.  339 

dem  antwurter  widerumb  fürbieten  lassen  und  sich  vor  gericht  erclagen, 
das  im  kain  pfand  hab  mögen  von  dem  antwurter  gedeihen,  sonder  so 
hab  er  die  erstattung  gethon,  wie  oben  erzöllt  ist,  und  begeren,  was 
DU  furter  deO  rechten  seie,  so  wirdet  anfänglich  erkennt,  das  der  büttel 
oder  gerichtzknecht  gehört  werden  soll,  und  sodann  also  der  gerichtz- 
knecht  gehört  und  liandlung  und  erstattung,  wie  vorsteet,  erfunden 
wirdet;  ist  dann  der  clöger  ain  burger,  so  soll  erkennt  werden,  das 
dem  antwurter  gebotten  werden  solle  an  1  flf  ^,  dem  clöger  in  acht 
tagen  außrichtung  zu  thün ;  ist  aber  der  clöger  ain  gast,  so  soll  erkennt 
werden,  das  dem  antwurter  auch  an  ain  pfund  pfening  gebotten  werden 
soll,  dem  clöger  desselben  tags  und  also  außrichtung  zu  thün,  das 
dannaht  der  clöger  bei  sunnenschein  desselben  tags  ain  meil  wegs  weit 
mid  brait  von  der  statt  mög  gan. 

Item  erschine  nu  uf  das  der  antwurter  aber  ungehorsam,  und 
thäte  die  außrichtung  nit,  wie  obsteet,  will  dan  der  clöger  weiter  im 
rechten  fürfaren,  so  soll  er  dem  antwurter  widerumb  zum  rechten  ver- 
künden und  dann  uf  dasselb  vor  gericht  darstan,  und  sich  deß  aber- 
mals erclagen,  so  soll  dann  uf  das  erkennt  werden,  das  der  püttel  oder 
geschwom  gerichtsknecht  aber  gehört  werden  solle;  und  sover  dann  an 
demselben  erfunden  wirdet,  das  alle  fürbott  und  handlungen,  wie  vor- 
steet, von  ainem  auf  das  ander  beschehen  seien,  so  soll  dann  darnach 
bekennt  werden,  das  der  antwurter  umb  das  pfund  pfening  eingeschriben 
werden  solle,  und  ist  dann  der  clöger  ain  burger,  so  soll  weiter  erkennt 
werden,  das  dem  antwurter  gebotten  werden  solle,  bei  verlierung  seins 
burkrechten  dem  clöger  in  acht  tagen  ußrichtung  zu  thän ;  ist  der  clöger 
aber  ain  gast,  so  soll  erkennt  werden,  das  der  antwurter  dem  clöger, 
wie  obsteet,  desselben  tags  außrichtung  thün  solle  auch  bei  verlierung 
seins  burkrechten. 

Item  ist  dann  der  antwurter  aber  ungehorsam,  und  last  der  clöger 
im  weiter  zum  rechten  verkünden,  und  erclagt  sich  das  alles,  so  im, 
wie  obsteet,  von  im  begegnet,  so  soll  dann  abermals  erkennt  werden, 
das  der  geschworn  gerichtzknecht  verhört  werden  soll;  und  wirdet  dann 
das  alles  an  dem  knecht  erfunden,  so  soll  daruf  erkennt  werden,  das 
dann  der  antwurter  deß  clögers  gast  sie,  und  möge  der  clöger  den  ant- 
warter  weiter  außerhalb  mit  gaistlichen  oder  weltlichen  gerichten  oder 
rechten  fümemen,  beclagen,  oder  wie  er  sein  hab  oder  gut  in  unsern 
gerichten  ankomen  oder  betretten,  dieselben  höften  möge. 

Item  so  also  ainer  z&  gast  erkennt  und  gemacht  wirdet,  wan 
dann  der  clöger  der  handlung  und  urtailbrief  und  urkund  nimpt  und 
dießelben  urkund  dem  büttel  oder  gerichtzknecht  anzaigt  und  begert, 
das  er  den  antwurter,  so  er  in  betretten  mag,  annemen,  wo  dann  der 

22* 


338  Überlingen. 

thuD ;  yermainte  aber  darnach  nach  der  bezalung  desselben  der  aiii> 
wurter,  das  in  der  clöger  übereilt  ^  oder  weiter  claget  hette,  denn  er  üb 
schuldig  were,  so  ist  darumb  und  deßhalben  dem  antwurter  sein  recht 
vorbehalten. 

Item  wann  dann  also  erkennt  wirdet,  aiuem  zb  haus  und  hof  i& 
richten,  so  mag  der  clöger  den  büttel  oder  geriehtzknecht  ervordeio, 
im  laut  der  urtail  zu  deß  antwurters  haus  und  hoff  zft  richten;  derselb 
soll  dann  mit  dem  clöger  gan  für  deß  antwurters  hauß;  und  erfindt 
er  denselben  nit  im  hauß,  so  sagt  der  knecht  dem  haußvolk,  daß  m 
dem  antwurter  sagen,  das  er  mit  dem  clöger  also  da  gewest  sie,  mul 
hab  laut  der  urtail  pfand  wollen  ervordem,  wo  er  du  weiter  von  dem 
clöger  ersucht  und  ervordert,  so  werde  er  widerumb  komeo  und  selbe 
pfand  nemen,  er  betrette  in  oder  nit. 

Item  wirdet  dann  daruf  der  büttel  oder  gerichtzknecht  von  dem 
clöger  weiter  ersucht,  dem  antwurter  zu  hauß  und  lioff  eü  richten^  m 
soll  der  knecht  aber  mit  dem  clöger  zfi  deß  antwurters  hauß  gon;  and 
erfindt  der  knecht  abermals,  das  der  antwurter  nit  im  hauß,  so  soll 
der  knecht  in  sein  hauß  gon,  und  sover  die  pfand  vorhanden  sjod, 
dem  clöger  bis  auf  sein  beniegen  pfand  geben. 

Item  erfünde  aber  der  büttel  oder  gerichtzkuecbt  uf  des  eldgHS 
ervordern  den  antwurter  uf  das  erst  oder  au  der  ersuchen  im  hauß,  m 
soll  der  büttel  an  in  pfand  en^'ordern,  und  gibt  er  im  die,  so  soll  er 
dem  clöger  pfand  geben,  das  der  schuld  gemäß  seie;  wo  er  eich  abef 
speren  würde,  die  pfand  zu  geben,  so  soll  der  büttel  im  etigen,  er  solle 
im  pfand  geben,  anders  er  würde  selbs  die  nemen,  sol  auch  hinein  in 
das  haus  gan  und  pfand  nemen,  sover  die  vorhanden  sind;  wo  aber 
kain  pfand  vorhanden  wer,  oder  der  antwurter  sagt,  er  hab  kain  pffiods 
so  soll  er  mit  seinem  aid  erstatten,  das  er  kain  pfand  zu  geben  hab, 
und  wan  auch  also  der  büttel  selbs  hinein  kompt  und  pfand  nimpt, 
so  ist  der  antwurter  der  statt  9  |J  ^  zu  büß  verfallen,  die  auch  der| 
büttel  den  ungeltern  darumb  angeben  solle. 

Item    wann    auch    aineni  burger,    wie  obsteet,    zu  hauß  und  hoff« 
gericht  wirdet,  und  der  clöger,  er  sei  burger  oder  gast,  ninipt  die  pfanä 
vor  und  ee  der  büttel  die  zu  seinen  banden  nimpt,  au,  so  sol  derel^gw 
dieselben  pfand   vor  gericht  rech tvert igen;    wo  aber  der  biittel  die 
ersten  zu  seinen  banden  nimpt,  so  mag  der  clöger  von  stund  au  aß 
büttel  begeren,  im  über  die  pfand  71*^  erloben,  der  im  ouch  darübi 
lauben  soll,    und  ist    darauf  auo'         Bot,    diese! 
gericht  zu  rechtfertigen.  " 

Item  so  der  antwurter.  0» 

noch  pfenig  hab,  und  will 

^  Auf  Rasur. 


dem  antwurter  widerumb  fürbieten  laeec  lui  ^ts.  ^  ••  L'^jr.c  -r-:-^pr*. 
das  im  kain  pfand  hab  mögen  von  dem  KLii-r^r^rir  i=-i**ih#rf:.  4-  r.iihr  «f. 
hab  er  die  erstattung  gethon.  wie  ob«:  ^tl:«-:  i-i  zzii  -.»sr^rs:.  t;«» 
nu  fürter  deß  rechten  seie,  so  wirdei  ar.^rgv:^  rriÄJin  ::l*  :*rr  -.-itritt 
oder  gerichtzknecht  gehört  werden  goU  rsiri  «cöirui  ur.  -iKr  z»rr-niit 
knecht  gehört  mid  handlang  und  €nu:sr:r^  ttit  T.rvvwL  ^\r^iktr^ 
wirdet;  ist  dann  der  döger  ain  bcig^.  «o  fcL  ^ricscj:^  vrräc  i^u^ 
dem  antwurter  geholten  werden  s^üe  an  1  ff  ^  c«:!  'iü>/*r  „*.  wer 
tagen  aaßnchtung  zu  thün:  i^t  &bo'  der  df^Sirv  ai:^  ;2uc.  *fi  *<.ü  ^rrc^^'v: 
werdea,  das  dem  antwniter  auch  an  ais  pfoc/i  pfecir.g  jp»r.i:rj;«i  v-tr-:«^. 
soll,  dem  döger  desselben  tags  und  ai«>  a.'iiirct.r.ir^  za  '*r.'.r.  "U^ 
dannaht  der  döger  bei  sonoeosdiefn  desKiben  u^  air.  s:>%t.  v^«  v^.- 
mid  brait  vcm  der  statt  mög  gan. 

Item  eisdiiiie  nn   nf  dac  der  antwurter  aber  acgehoriAz::     .j^i 
thftte   die  anüiicbnmg  nii.  wie  obetcet.  will  dan  der  d^^ger  weiter   \zl. 
rechten  farfaren,  k  »:41  er  dem  aotwizner  widerumb  zum  nxLteL  ver- 
künden und  äazm  uf  duseib  vor  gericbt  darstan.  und  sich  deG  aber- 
mals erdagen,  so  wSL  dann  uf  das  ericennt  werden,  das  der  püttel  oder 
geschwom  geridnfiki«>cht  aber  gehört  werden  solle;  und  sover  dann  an 
demsdben  esfundec  wirdet,  das  alle  furbott  und  handlungen.  wie  vor- 
steet,  TOB  nines:  hzi  das  ander  beschehen  seien,  so  soll  dann  darL&ch 
bekennt  weröeE-  dis  der  antwurter  umb  das  pfond  pfening  eicgescLribeii 
werden  söLe.  izri  i=t  dann  der  clöger  ain  burger.  so  soll  weiter  erkeiai-t 
werden   da§  mc  antwurter  gebotten  werden  solle,  bei  verüeruDg  ?eins 
burkrechieL  ö£c:  cl'/ger  in  acht  tagen  uCrichtung  zu  th4n ;  igt  der  ciOger 
aber  ain  gasL  sn  soll  erkennt  werden,   das  der  antwurter  dem  clöger, 
wie  obsAeet.  desselben  tags  außrichtung  thün  solle  auch  bei  verlierujw 
Beins  bmiTeducn. 

Iiem  isi  darji  der  a=.twurter  aber  ungehorsam,  und  last  ( 
im  weiter  r::ii:  rech:en  verkünden,   und  erclagt  sich  das 
wie  obaieeL  tot.  im  lies^gnet.   so  eoU  dann  abennals 
das  der  ges!^w:'m  s^ric-Ltzknecht  Terh!>rt  werden  aolU  i 
an  ösiz.  kiitri-iii  erfunden,    so  soU  damf  ^ 
r  aotwor;«!:  deS  clOgers  gi^  sie,  und 
mit  gaistliehen  odv 
**  vie  flr  •■■ 


840  ÜberliDgen. 

büttel  oder  knecht  den  antwurter  betritt,  so  soll  er  in  annemen  und 
in  f&nknus  legen,  doch  uf  deß  clögers  costen,  und  sol  der  büttel  dem 
gefangnen  deß  tags  muß,  brott  und  ain  krug  mit  wasser,  und  der  cl(^r 
im  darför  deß  tags  8  ^  geben  für  hütterlon  und  äzung;  darumb  sol 
der  gast,  wo  der  clöger  nit  vermag,  gut  sein. 

Gastgericht. 

Item  dem  gast  soll  zö  allen  offen  und  ungebannen  tagen  gericht 
gehalten  werden  von  ainem  tag  auf  den  andern  biß  zum  dritten 
gericht. 

Item  wann  der  burger  dem  gast  uf  das  erst  fürpott  erscheint  und 
zum  rechten  antwurt  gibt,  so  ist  der  antwurter  dem  clöger  nit  schuldig, 
kainen  schaden  zu  geben,  es  sie  dann  ain  verbriefte  schuld  oder  zwü- 
sehen  in  baiden  ain  teding  vergangen,  das  der  antwurter  dem  clöger 
seiner  schuld  one  sein  schaden  außrichtxmg  thun  wolle. 

Item  ob  aber  der  antwurter  deß  ersten  fürbotts  nit  erscheint,  was 
dann  dem  clöger  desselben  und  der  ander  nachgenden  fürbott  costens 
daruf  hat,  darumb  sol  der  antwurter  im  außrichtimg  und  ablögung 
thun  nach  erkantnus  und  messigung  deß  richters;  doch  sol  der  büttel 
uf  alle  fürbott  gehört,  und  sover  die  bott  an  im  erfunden,  daruf,  wie 
obsteet,  gericht  und  geurtailt  werden. 

Item  und  ob  dem  gast  gegen  dem  burger  erkent  wirdet,  das  dem 
burger  zu  haus  und  hoff  gericht  werden  soll,  so  soll  dasselbig  gehalten 
und  vollstreckt  werden  laut  der  vorgenden  Ordnung,  so  deßhalben  be- 
griffen und  gestellt  ist. 

Gantordn  ung.^ 

Item  würde  der  antwurter  ässigen  pfand  geben  und  dem  büttel, 
wie  obsteet,  am  ersten  vor  dem  clöger  zu  seinen  banden  antwurten 
und  geben,  sover  denn  der  büttel  oder  gerichtzknecht,  wie  obsteet,  dar- 
über erlaupt,  so  dieselben  pfand,  der  clöger  sei  burger  oder  gast,  am 
nächsten  raarktag  darnach  an  offner  gant  vergantet  und  verkouft 
werden. 

Item  sind  aber  dieselben  pfand  ligend  oder  varend,  so  sollen  die- 
selben pfand  in  vierzelien  tagen  darnach  vergantet  werden,  doch  all- 
wegen,  wo  dem  clöger  die  underpfand  nit  am  ersten  zu  seinen  banden 
geantwurt  werden;  wo  im  aber  die  zii  seinen  banden  geantwurt  werden, 
so  soll  es  damit  laut  der   Ordnung  bievor  geschriben  gehalten  werden. 

Item  were  aber  kain  pfand  vorhanden,  so  soll  es  mit  dem  gast 
gehalten  werden,  wie  hieoben  geschriben  steet  vom  burger. 

'  Überschrift  von  späterer  Hand. 


Überlingen.  841 

Item  mit  dem  gastmachen  ains  burgers  soll  es  aber  gegen  dem 
gast  gehalten  werden,  wie  obsteet. 

Item  begeh  sich  aber,  das  ain  burger  oder  gast  aineu  burger  mit 
dem  ersten  fürbott  durch  den  gerichtzknecht  betretten  und  derselb  burger 
demach  entweichen  würde,  so  soll  darumb  der  gerichtzknecht  gehört, 
und  sover  das  an  demselben  erfunden  wirdet,  sol  alßdann  verer  im 
rechten  fdrgefaren  und  procediert  werden  laut  der  Ordnung  deßhalben 
begriffen. 

Item  würde  sich  aber  ain  burger  gevarlich  empfrembden  oder 
verbergen,  damit  im  der  clöger  zum  rechten  oder  der  gant  nit  gebieten 
oder  verkönden  lassen  möchte,  so  mögen  Statthalter  oder  stattamann 
uf  ansuchen  deß  clögers,  er  sei  burger  oder  gast,  ain  zeit  zuvor  nach 
gestalt  der  Sachen  das  bott  oder  die  verkündung  thän  lassen. 

Item  ob  ain  burger  oder  gast  zä  ainem  burger  zA  sprechen  hat, 
und  der  clöger  den  antwurtenden  burger  alhie  nit  betretten  mag,  so  mag 
der  clöger  für  gericht  komen  und  begeem  im  ain  verköndung  oder  tag- 
satzung  an  den  antwurter  von  gerichtz  wegen  in  geschrift  und  under 
deß  gerichtz  insigel  zA  geben,  so  soll  im  dieselbig  gegeben  und  also 
durch  ain  potten  überantwurt  werden,  wie  auch  auf  das  dem  antwur- 
ter dieselbig  tagsalzung  überantwurt  und  das  durch  den  hotten  vor 
gericht  laut  der  Ordnung  angesetzt  und  erstattet  wirdet,  so  soll  daruf 
von  dem  gericht  geurtailt  und  gesprochen  werden,  als  ob  dem  antwur- 
ter sunst  das  ander  oder  dritt  fürbott  beschehen  were. 

Item  wa  ain  burger  umb  zins  oder  lidlon  zA  der  dritten  clag  nit  komen 
würde,  es  were  gegen  bürgern  oder  gesten,  so  soll  der  antwurter  nun 
Schilling  pfening  der  statt  zA  bAß  verfallen  sein,  und  auch  von  dem 
büttel  oder  geschwornen  gerichtzknecht  den  wettgeltern  angeben  werden 
und  im  dannocht  nichtdestminder  zA  haus  und  hoff  gericht  werden, 
laut  der  vordrigen  Ordnung. 

Item  begebe  sich  auch,  das  ain  burger  ainer  schuld  verthädinget 
und  vertragen  würde  gegen  ainem  burger  oder  gast  durch  ainen  Statt- 
halter, stattaman,  ratzfründ,  richter  oder  büttel,  sodann  der  Schuldner 
beclagt  würde,  [daß  er]  der  thäding  oder  Vertrags  nit  gelept,  sover  dann 
an  denjenen,  die  söUiche  thäding  oder  vertrag  gemacht  haben,  erfunden 
wirdet,  das  dem  also  ist,  so  soll  der,  so  also  dem  vertrag  nit  gelept 
het,  umb  ain  pfund  pfening  der  statt  zu  geben  gestrafft  und  den  wett- 
geltern durch  den  büttel  oder  gerichtzknecht  angeben  und  darnach 
weiter  aber  an  ain  pfund  pfening  gebotten  werden,  in  8  tagen  auß- 
richtung  ze  thön,  sover  der  clöger  ain  burger  ist;  ist  er  aber  ain  gast, 
80  soll  das  bott  beschehen,  dem  clöger  außriclitung  zft  thön  bei  der 
tagzeit,  wie  obsteet;  tbüt  der  antwurter  das  aber  nit,  so  soll  dann   im 


Hß  uberlingeD, 

fürgefaren  und  gehandelt  werden  laut  der  vordrigen  Ordnung,   biB  da» 
er  zh  gast  gemacht  wirtlet. 

Item  wann  ainer  mit  pfänden  verpfendt  und  danif  erkennt  wirdet^ 
ditK  oder  die  pfand  zu  verganten,  so  sollen  das  oder  dieselben  pfand 
durch  den  geschworen  gaoter  laut  der  urteil  und  der  Ordnung,  Mevor 
begriffen,  an  ofiner  gant  vergantet  und  verkauft  werden,  und  ob  ichhit 
an  der  gant  der  pfand  verstünde,  eover  dann  niemands  weiter  gehöfl^ 
so  soll  daseelbig  dem,  dem  die  pfand  genomen  sind,  wider  geantwuft 
w^erden;  ob  aber  jemands  geböft  hette,  so  soll  derselbig  verstand  all  weg 
dem  nächsten  und  ersten  h Öfter  gegeben  werden,  und  also  für  und 
für  dem  nächsten  höfter  vervolgeo. 

Item  würde  aber  ainer  bei  der  gant  rechtz  begara,  so  soll  der- 
selbig, so  also  rechtz  begert,  von  ainem  burgermaister  oder  statthallter 
beschickt  und  im  eröffnet  werden^  sover  er  beschwerd  ab  der  gant  hab, 
ao  werde  im  die  gant  ufgehegt  unt  uf  fürderlicher  reebttag  gesetEt, 
wo  er  auf  das  verlustig  würde  im  ri  en^  so  werde  er  meinen  herren 
10  U  4  zu  büß  verfallen;  wo  er  di  50  nimpt  und  im  rechten  ve^ 
lustig  wirdet,  so  aoll  ©r  die  obgeet  en  büß  verfallen  sein  und  den 
wettgeltern  von  dem  geechwornen  |  Iitzknecbt  oder  büttel  angebeti 
werden,  und  dannocht  nichtdestminder  uf  dem  nächsten  gantag  darnodl 
das  pfand  vergantet  werden,  wie  vor. 

Item  die  obgeschribcQ  Ordnung  ist  gesetzt  und  gemacht  uf  all 
schulden,  so  ain  burger  dem  amleru  schuldig  ist  über  ain  pfund  lialler 
ußerhalb  zins  und  lidlon;  wölher  burger  alier  detn  andren  1  U  haller 
und  darunder  schuldig  ist,  so  soll  dem  antwurter  zu  haus  und  hoff 
gericht  werden,  laut  der  orduuug  hieoben  begriffen;  wo  aber  der  ant- 
wurter einred  bet,  so  soll  dieselbig  einred  und  deß  clögers  gegenred 
gegen  ainander  durch  den  büttel  oder  geschwornen  gerichtzknecht  ver- 
hört, und  darut  vor  und  duruii  denselben  gehandelt,  eotschaiden  und 
gericht  werden,  als  ob  das  vor  gericht  beschehen  were. 

Item  wann  ain  burger  abstirbt  und  sovil  schulden  verlaßt,  das 
sein  verlaßne  wittwe  bsorgt,  das  si  dieselben  schulden  nit  wisse  oder 
könde  von  derselben  hab  zu  bezalen,  so  mag  daruf  die  fraw  in  acht 
tagen  nach  absterben  irs  haußwirtz  von  derselben  hab  außgen  und  das 
also  und  in  der  gestalt  gehalten  werden,  das  sie  dasselbig  an  ain  ratt 
soll  durch  iren  zunftmaister  oder  fürtrager  gelangen  lassen  und  im  zu 
erkennen  geben,  das  si  derselben  schuld  halb  ußgeen  wolle;  so  werden 
darnach  durch  ain  ratt  zween  daß  ratz  z&  der  frowen  verordnet;  vor 
denselben  soll  die  frow  ain  gelerten  aid  leiplich  zu  gott  und  den  hailigen 
schwern,  das  si  irs  hußwirtz  verlassen  hab  und  gut  alle  und  jede,  wo 
oder  wie  die  si,  anzaigen  und  gevarlich  davon  nichtzit  verhalten  wolle; 


Überlingen.  348 

md  so  dasselbig  besohicht,  so  soll  dieselb  frow  von  den  berürten  zwaien 
leO  ratz  ußgesteurt  und  ir  ain  bettstatt  mit  irer  z&gehörd,  die  in 
aitler  maß,  nit  die  schwechest  und  auch  nit  die  böst  si,  ouch  darzA 
lin  häfelin  und  ain  pfendlin  gegeben  werden,  und  darzu  mit  den  clai- 
lera,  damit  si  ungevarlich  bi  leben  irs  hußwirtz  am  montag  beclaidet 
rewest  ist,  von  der  hab  gewisen  werden;  daran  sollen  ouch  die  schuld- 
ler  derselben  zeit  benügig  sein.  Doch  wo  die  Schuldner  deß  nit  ge- 
atten  wollen,  so  mögen  sie  allwegen  nach  verschinung  monatz,  wann 
li  wollen,  die  frowen  sölher  schulden  halb  fürnemen,  und  sover  si  nit 
erstatten  mag,  das  si  über  das,  so  ir,  wie  obstet,  von  den  zwaien  ratz- 
Tünden  gegeben  were,  habe,  oder  in  heiratz  oder  in  ander  weg  über- 
:omen  het,  so  soll  si  schuldig  sein,  das,  so  si  darüber  het,  den  schuld- 
lem  an  der  schuld  zfi  geben,  wo  sie  aber  erstattet,  das  sie  nichtzit 
larüber  hab,  so  sollen  die  Schuldner  derselben  zit  daran  benügen  haben. 

Item  wann  ainer  verpfendt,  und  die  pfand  so  wit  gerechtvertigt 
lind  erlangt  sind,  so  sollen  dieselben  mit  drien  rufen  wie  von  alter  her 
irergantet  werden,  und  das  die  gant  umb  ässige  und  ligende  pfand, 
H>  die  glock  12  schlecht,  anfahen  und  am  mindesten  dri  stund  auain- 
Inder  weren  soll,  doch  also:  wölhes  rfifs  uf  das  pfand  geschlagen  würt, 
lo  soll  widerumb  z&  rufen  angefangen  werden,  und  die  dri  räf  beschehen, 
ils  ob  darvor  kain  rfif  beschehen  were  und  sollen  die  ruf  beschehen 
if  den  drien  crützen  und  bi  baiden  thoren  umb  die  ässige  und  umb 
lie  ligende  am  markt,  wie  von  alter  her. 

Item  mit  den  varenden  pfänden  mag  oder  soll  angefangen  werden 
5Ü  ganten  uf  die  ganttagen,  wann  dem  ganter  dasselbig  gelegen  ist, 
luch  wie  von  alter  her. 

Von   verpietens   oder   höftens   wegen   abgestorbner  oder  ver-     isis 
dorbner  personen.     Actum  pridie  Mauritii  anno  etc.  13™^ 

Von  dero  wegen,  die  sterben  und  ire  erben  ungeerpt  ußgond ;  deß- 
;leichen  die  sunst  verderben  und  sovil  nit  hinder  inen  verlassend,  das 
dl  ir  glöbigen  mögen  bezalt  werden,  ist  meiner  herrn  Ordnung,  das  die 
löfter  wie  von  alter  her  angenomea  und  meiner  herrn  schulden,  dar- 
lach  die  hußzins  ouch  lidlön  von  ersten  vom  göt  bezalt  werden,  und 
las  der  püttel  und  der  geschworn  gantner  söllich  verhöfte  hab  und 
jütter  verganten  und  das  erlöst  gelt  zu  der  oberkait  banden  antwurten 
iöUent,  und  so  das  geschieht  und  voruß  miner  herrn  schuld,  hußzins 
ind  lidlon  ußgericht,  das  dann  das  überig  under  die  andern  glöubiger 
md  höfter  glichlich  jedem  nach  anzal  und  grössi  seiner  schuld,  soweit 
las  gelangen  mag,  ußgetailt  werden  sollt,  und  wann  miner  herrn 
jchulden,  die  hußzinser  oder  lidlöner  vorhanden  sind,  so  sollen  deß 
Brsten  meine  herrn  umb  ihr  schulden,  ald,  so  die  nit  weren,   der  huß- 


Oberlingen.  845 

ertrich  dich  verchlinde  als  Dathan  und  Abiron  und  kom  uf  die  hopt 
alle  die  sünd  und  alle  die  fiüch,  die  in  dem  gesatz  Moisi  und  in  der 
wissagen  geschrift  gesötzt  sind  und  beleiben  bi  dier  ewiglichen. 


Uf  monntag  vor  sant  laurentzen  tag  anno  etc.  10™^  ist  druch  mein 
herm  burgermaister,  rat  und  richter  erratten,  geordnet  und  gesetzt,  das 
hinfür  am  undren  stattgericht  niemans  kain  zfig  erkennt  noch  geben 
werden,  sonder  sollen  die  richter  nach  gestalt  der  sach  für  und  für 
richten. 

Wer  aber  vermainte,  mit  der  urtail  beschwert  z&  sein,  der  möcht 
die  für  das  ober  stattgericht  ziehen. 

Ob  aber  die  urtail,  sover  vom  undren  stattgericht  erkent  wer,  vor 
obrem  stattgericht  gekrefbigt  würd,  so  sollt  der,  so  die  urtail  gezogen 
het,  zft  peen  und  straff  5  flf  ^  verfallen  sin. 

Das  sollen  die  fürsprechen  dem,  so  die  urtail  ziehen  wollt,  ver- 
künden und  sagen. 

Item  so  fürohin  parthien  für  gericht  komen  und  sich  der  antwurter 
beclagen  würde,  er  het  die  zwen  Schilling  pfening  lut  der  Ordnung  nit 
einzAlegen,  wa  dan  clöger  daruf  witer  seim  rechten  nachfragt,  soll  er- 
kennt werden,  das  er  laut  der  Ordnung  och  zu  recht  einlege  und  er  thue 
das  oder  nit,  soll  verer  beschechen,  was  recht  si. 

Sover  dan  der  antwurter  dieselben  zwen  Schilling  pfening  nach 
ergangnem  urtl  nit  einlegen  würde,  sol  dem  clöger  fürter  mit  der  urtl 
erlopt  werden,  er  mög  den  antwurter,  er  sei  burger  oder  michiman, 
sein  hab  und  gut  verheften  und  den  haft  nachgends  nach  unser  stat 
recht  und  der  Ordnung  rechtfertigen,  und  dem  antwurter  darzü  verkinden; 
wan  er  dan  gantet,  sol  der  püttel  von  der  erlösten  sum  die  2  ji  ^  vor- 
usnemen,  damit  meine  hem,  die  richter,  an  dem  ort  bi  irer  Ordnung 
beliben  mögen. 

Item  so  fürohin  ain  gast  ainem  burger  umb  schuld  oder  anders 
zu  recht  fürbieten  last,  wa  dan  der  burger  zu  dem  ersten  fürpott  nit  er- 
scheint, sol  zä  recht  erkent  werden,  das  der  scheinbot  gehört  werd;  so 
sich  dann  bei  demselben  erfünd,  das  er  im  under  ogen  verkindt  het, 
soll  weiter  erkend  werden,  das  im  der  gebittel  an  ain  U  ^  gebiet,  den 
gast  bei  derselben  tagszeit,  lut  seiner  clag  abzelegen  [mit  gelt  oder  mit 
pfänden]^;  so  dan  der  burger  sollichem  gebott  ungehorsam  erscheint, 
sol  im  furo  [uf  anrufen  deß  clögers]  ^  uf  den  andern  tag  darnach  wider 
zft  recht  verkindt  und  abermals  erkent,  das  der  schein  bot  gehört  werd; 
und  so  sich  erfindt,  im  sollich  gebot  geschehen  sei,  sol  weiter  erkent 
werden,  das  er  umb  die  ungehorsami  eingeschriben  und  gestraft  werd, 

^  Siehe  Bemerkung  umseitig. 


1510 
August  5 


Überlingen.  347 

in  etlichen  clagstücken  gesigen,   und  ainstails  in  den  andern  verlurstig 
worden  sind,  wider  hinoß  geben  werden.^ 


[Einschränkung  der  Appellation.]'  leoi 

Extract  rathsproihocolli  fritags  den  16.  novembris  1601.  **^'™  ' 

Demnach  vor  under  stattgericht  allhier  tägliche  frivolae  appellationes 
herfürfallen,  ist  zu  ewiger  gedächtnus  von  meinen  herren  statuirt,  ge- 
ordnet und  gesetzt  worden,  das  man  von  under  stattgericht  hinfüro 
vor  ober  stattgericht  kain  appellation  annemmeu  ald  gestatten  solle,  es 
sei  denn  der  spruch,  forderung  und  handlung  50  flf  ^  hoch,  und  soll 
ain  ieder  appellant,  sobald  er  sein  appellationem  angebracht,  dieselbe 
innerhalb  2  monath  zu  prosequiren  schuldig  und  verbunden  sein,  und 
hemacher  gefallen  und  nicht  mehr  angenommen  werden ;  und  wan  ain 
frembder  appellant  in  sua  appelatione  verlustiget  wirdt,  der  soll  ge- 
mainer  statt  10  U  ^,  und  ain  burger  5  tf  ^  entrichten  und  bezahlen. 

Von  der  gerichtsbixen. 

Item  gehört  der  halbe  thail  der  langen  biz  herren  stattamman 
und  dem  bittel  miteinandem ;  der  ander  halbe  thail  aber  solle  in  die 
kleine  bix  gelegt  werden,  und  gehört  in  die  hohe  allein  das  einleggeld. 

Die  ander  bix,  darin  iede  parthei,  so  ein  gastgericht  gehalten  würdt, 
ein  pfund  pfennig  legen  soll,  deßgleichen  so  einer  gestrafft  würdt,  ge- 
hört allein  dem  gericht;  darvon  dan  die  mahlzeiten,  und  was  sonsten 
aufgehet,  bezahlt  würdt;  so  etwas  alsdan  übrig,  soll  es  in  gleichen  aus- 
tbaild  werden,  und  hat  der  oberriehter  den  schlissel  allein  dazue. 


Was  durch  die  litipartes  solle  eingelegt  werden,  und  wo  ein 

solliches  hingehöre. 

Damit  ein  löbliches  under  stattgericht  ihrer  beschwerden  in  etwas 
ergezet  und  die  vilfeltige  labores  nit  vergebenlich  übertragen  mieße, 
zuemahlen  die  Utipartes  deterriert  werden,  verordneten  meine  herren 
hieroit,  daß  hinfüro  ein  burger  zehen,  und  ein  frembder  zwainzig  kreutzer 
einleggeld  bezahlen,  nit  weniger  auch  von  jedem  zeugen,  als  ein  burger 
fünfzehen,  und  von  einem  frembden  dreißig  kreutzer  zue  verhören  er- 
fordert; und  solliches  verhörgeld  den  herrn  stattamman  zue  halben 
und  dem  gericht  zue  andern  halben  thail  gedeihen  solle. 

Actum  in  senatu  donnerstags  den  25.  junii  anno  1637. 

^  In  allen  8   Handschriften  folgt  hier  die  Gantordnung  vom  Jahre  1589,  die 
Senan  mit  St.  III  D  and  E  Titel  25  übereinstimmt,  duher  hier  weggelassen  wird. 
>  Alles  Folgende  steht  nur  in  C. 


1637 
Juni  25. 


M8  ÜbctibgtB. 

[Taxordnang.] 
Auf  henen  Christian  SohwarfaEens  bei  herrü  ambts  burgermaisten 
ohnlängist  in  causa  taxae  eingebnes  memorial  haben  meine  henen 
ein  ehrsamer  rath  die  sach  folgender  geetalt  moderirt  und  erlentert: 

1.  Als  vorganglich  und  erstens  soll  ihnen  yon  jeder 

gantsach,  die  sein  gleich  lang  oder  kurs  gepflhien    1  fl. 

2.  Sodan  von  jedem  edict,  sovil  deren  wttrklich  ge- 

schriben  und  verfertigt  werden  .2  b. 

8.  Item  von  jeder  inventation,  die  sein  gleich  groß 

oder  klein 1  £.  SO  b. 

4.  Wie  auch  vom  blat  auO  dem  proihocoll  oder  ge- 

richtsacten  zft  extrahieren        6  kr. 

6.  Ingleichem  für  jeden  receß 6  kr. 

6.  Für  jeden  compaObrief  oder  missiv    •      .  .5  b. 

7.  Da  aber  ain  parthei  von  der  urthel  appellirt,  soll 

von  jedem  blat  der  gerichtsakten  als  prothooolli 

bezahlt  werden 7  kr. 

8.  Pro  simplid  citatione 10  kr. 

Die  Zeugenverhör  betr.  weiln  gerichtsschreiber  in  gewöhnlicher 

refection  eben  den  gnuß  darvou  gleich  den  herren  richteren  hat  es  nach- 
mahlen sein  verbleiben  darbei.  .         , 

Maien-Gericht.* 

Item  ist  ein  altes  herkommen,  daß  herr  stattamraan  und  mit 
richtere  daß  loblichen  underen  Stattgerichts  allwegen  am  montag  in  der 
hailigen  creutzwochen  die  gerieht  zue  Goldbach  in  dem  stain  beschlossen, 
und  jeder  richter,  welcher  das  ganze  Jahr  etwas  gesündiget,  nach  gebühr 
solle  abgestraftet  werden.  Volenden  selbigen  ist  alle  zeit  ein  altes  her 
kommen,  daß  man  dem  ganzen  gericht  in  dem  Constanzischen  spital- 
haus ein  mitagsuppen  gibt  und  die  erste  speiß  ein  buttermilch  sambt 
einem  ballen  maienbutter  aufgestellt  würdt.  Jedoch  soll  solches  alle 
zeith  ein  tag  etlich  dem  maister  aldorten  anvor  durch  beede  kuchiherren 
und  gerichtschrei ber  ankündt  werden,  denen  alle  zeith  ein  undertruck 
gegeben  worden.  Und  wan  man  abgedankt,  ist  alle  zeith  ein  guldin 
in  die  kuche  verehrt  worden. 

Volgenden  zinstag  hernach  halt  das  gericht  ein  mahlzeit  auf  dem 
rathhaus  in  der  gerichtstuben  .... 


*  Vergleiche  Sevin  Überlinger  Hiluserbuch  1.  A.  1890  S.  118.  Das  «Maien- 
gericht» ist  heute  noch  zu  sehen  an  der  alten  Straße  nach  Goldbach,  westlich  von 
Überlingen,  nahe  bei  der  alten  Grenze  zwischen  dem  «Hegau«  und  dem  «Linzgau». 


Überlingen.  849 

Item  80  man  die  erste  heurling  fahrt,  hat  alle  jalxr  das  gericht 
ein  mahlzeith  auf  dem  rathhauß  .... 

Hernach  volgen  die  tag,  an  welchen  die  gericht 
beschlossen  sein. 

Die  ersten  fahren  an  St.  Thomas  abend  und  wehrend  biß  an  den 
tag  Hilarii. 

Die  andern  fahen  an  am  sambstag  vor  der  faßnacht,  wehrendt 
biß  an  montag  nach  invocavit. 

Die  dritten  fahendt  an  am  palm  habend t,  wehren  biß  an  montag 
nach  quasimodo  geniti. 

Die  vier  tag  in  der  kreuzwochen. 

Item  am  pfingstabendt  bis  am  montag  nach  trinitatis. 

Sodan  am  abendt  sanct  Jacobs,  wehrendt  biß  au  den  negsten  tag 
nach  Bartholomaei. 

Von  abendt  Michaelis  bis  auf  Galli. 

Von  der  €Ordnung  des  unteren  Stadtgerichts*  besitzt  das  StrA, 
UebeHingen  3  Exemplare.  Die  älteste  Handschrift  ist  ein  in  Schweins- 
leder gdmndenes  Pergamentheft  mit  8  schön  beschriebenen  PergamefUbUUtern, 
St.'A.  AU.  VIII  Nr.  159  (A),  die  zweite  Handschrift  (B)  vom  Jahre  1589 
ist  eine  genaue  auf  Papierblättem  gefertigte  Abschrift  von  A.  St.-A. 
Abt.  Vlll.y  Nr.  160.  Die  dritte  Handschrift  endlich,  ebenfalls  eine  genaue 
Abschrift  von  A  (oder  B)  ist  ein  Papierheft  von  27  beschriebenen  mit  roten 
Initialen  gezierten  Blättern  St.-A.  Abt.  VIII,  Nr,  161.  Dieses  Heft 
enthält  außerdem  einen  größeren  Auszug  des  St.  III  Redaktion  2),  some 
einige  Protokolle  des  Maigerichts  zu  Ooldbach.  Ein  auf  den  ersten  Blättern 
sich  befindendes  doppelseitiges  Aquardlbüd  stellt  eine  MaigericMs-Sitzung 
in  Gctdbach  dar.     Die  Unterschrift  unier  detn  Bild  lautet: 

Jahresgericht  zu  Ooldbach  auf  dem  Stein 

Ward  gehalten ;  wider  Görg  Rebstein 

Von  Immenstad  die  dag  geführt. 

Der  stritt  ain  guldin  hat  berührt, 

Beclagter  würdet  condamniert^ 

Mithin  der  aäus  exerciert. 

Den  12.  Mai  dis  geschehen  wahr. 

Da  man  zahlt  1681  jähr. 


:\ 


XXXXVIL 
Kaiser  Karl  V*  gibt  der  Stadt  Überlingen  ein  PriviiegraÄ"  wegtn 
^  der  Erbfälle. 

H  1521  Februar  14  Worms. 

P  Wir  Karl  der  fünfte,  von  gotts  gnaden  erwelter  Römischer 
keiser  etc.  i^tc.  bekennen  offenlich  mit  diesem  brief  und  thun  kundt 
ailermenniglich,  Wiewal  wir  aus  angeJjorner  keiserlicher  güete  und 
miltigkeit  allezeit  geneigt  sein,  unsern  und  des  heiligen  reichs  imder- 
thanen  und  getrewen  gnad  und  hilf  mitzuteilen,  so  ist  doch  unser 
keiserlich  gemüet  mer  bewegt,  denen,  die  sich  gegen  uns  und  den] 
heiligen  reiche  alle^seit  in  getrewer  gehorsam  halten  mid  stete  willige 
dienste  beweisen,  noch  mer  gnad  zu  erzeigen,  und  dieselbe  damil  m 
begaben  und  zu  fürsehen.  Wann  wir  nu  güetlich  angesehen  und  be- 
tracht  haben  die  annemen,  getrewen  und  uützlichen  dienste,  so  unser 
und  des  reichs  lieb,  getrew  burgerma ister  und  rat  der  statt  Ulyer- 
lingen und  ire  vorforderen  unsem  vorfaren.  Römischen  keiseren  und 
künigen,  und  dem  heiligeu  reiche  mit  darstreckung  ihrer  leib  und 
güeler  in  manigfeltige  wege  oft  williglich  und  unvcrdrossenÜich  ge- 
than  haben,  und  hinfiiro  uns  und  dem  reiche  wol  thun  mügen  und 
sollen.  Und  darumb  zu  ergetzlichait  derselben  irer  getrewen  dienstp, 
auch  damit  die  gemelt  statt  in  w irden  und  wesen  beleiben  und  uns 
und  dem  reiche  dester  statlicher  gedienen  müge,  mit  wol  bedachtem 
muete.  gnetem  zeitigem  rat  und  rechter  wissen  den  genannten  burger- 
meister,  rat  und  der  statt  Überlingen  als  Römischer  keiser  dise  sonder 
gnad  und  freibeit  gelhan  und  gegeben  haben  r  wo  sich  nu  hinfüro 
zu  ewigen  zeiten  erbfelle  in  der  gern  eilten  statt  Überlingen  oder  ausser* 
halb  in  den  gerichten,  zwingen  und  pennen,  derselben  statt  zfige hörig, 
begaben  und  zu  solchen  erb  feilen  kein  erb,  so  der  oder  den  personen, 
davon  also  dieselben  erbfßll  herkummeUj  im  zehenden  grad  der  freunt- 
schaft  des  geblüets,  oder  im  sechsten  grad  der  magschaft,  mitsip- 
schaft  und  frundtschaft  verwandt,  verbanden  wire  noch  deshaJbeö 
erscheinen  würde,  daß  alsdann  dieselben  erbfelJ,  wenig  oder  vil, 
keinen  ausgenommen,  es  seien  ligende  oder  varende  hab  und  güeter, 
dem  gemeinen  nutz  der  statt  Überlingen  on  alles  mittl  heimfallen, 
züsteen  und  beleiben,  und  burgermeister  und  rat  zu  Überlingen  und 
ir  nachkumen,  die  also  zu  dem  gemeinen  nutz  berüerter  statt  ein- 
ziehen und  einnemen,  und  damit,  wie  mit  andern  der  statt  einkumen 
des  gemeinen  nutz  zu  notturft  und  gebrauch  derselben  statt  handien, 
thun  und  lassen  sollen  und  mügen,  thün  und  geben  inen  die  gnad 
und  freiheit  von  Römischer  keiserlichen  machtvollkmmenheit  hiemit 
wissentlich   in   crafft  ditz    briefs,   und   mainen,   setzen,   ordnen   und 


Überlingen.  851 

wellen,  das  die  gemelt  statt  Überlingen  nu  fürbashin  die  obberüert 
unser  gegeben  gnad  und  freiheit  haben,  und  burgermeister  und  rat 
ierselben  statt  und  ir  nachkumen  die  erbfSUe,  die  sich  also,  wie  ob- 
steet,  in  gemelter  statt,  oder  in  iren  zugehörigen  gerichten,  zwingen 
und  pennen  begeben,  zu  dem  gemeinen  nutz  der  statt,  unverhindert 
und  unangesehen  aller  recht,  freiheit,  statuta,  Ordnung,  sazungen  und 
gewonheiten,  so  hiewider  sein,  fürgenomen  und  gesetzt  wftren,  oder 
fürgenomen  und  gesetzt  werden  möchten,  einziehen  und  dieselben 
zu  notdurft  und  obligen  der  gemelten  statt  Überlingen  gebrauchen, 
und  soliche  erbfelle  niemandts,  so  der  oder  den  personen,  davon 
also  die  erbfelle  herrüehren,  in  der  gestalt,  wie  oben  angezeigt,  ver- 
ivandt  ist,  zu  geben  oder  volgen  zu  lassen  schuldig  und  gebunden 
sein,  noch  auch  si,  ire  burger  und  gemeine  statt,  ir,  oder  derselben 
bab  und  güeter,  weder  mit  oder  on  recht  darumb  nit  angelangt,  be- 
cümbert,  aufgehalten,  oder  beswert,  noch  in  disem  fall  ichtz  wider 
äie  gericht,  geurteilt,  gehandelt  oder  procediert  werden,  sonder  sich 
ier  obgemelten  unser  gnad  und  freiheit  gebrauchen  und  gemessen 
sollen  und  mügen  von  allermenniglich  unverhindert.  Und  ob  hier- 
über die  gemelten  burgermeister,  rat,  burger  und  statt  Überlingen 
3der  ir  nachkumen  und  derselben  hab  und  güeter  umb  solch  erbffeU 
fürgenomen,  beklagt,  aufgehalten,  oder  ichtz  wider  dieselben  gehandelt, 
jericht  oder  geurteilt  würde,  so  wellen  wir  doch  ietz  als  dann,  und 
lann  als  ietz  von  obberüerter  unser  keiserlicher  macht,  das  solches 
dies  craftlos  und  untaugenlich  sein,  und  die  gedachten  burgermeister, 
rat,  burger  und  statt  Überlingen  und  derselben  hab  und  güeter  nicht 
binden,  noch  denselben  keinen  schaden  bringen  oder  geberen  soll 
in  kein  weise  noch  wege. 

Und  gebiethen  darauf  allen  und  jeglichen  chürfürsten  etc.  etc. 
wie  gewöhnlich.    Strafe:  vierzig  mark  lötigs  goldes). 

Mit  urkund  ditz  briefs;  besigelt  mit  unserm  keiserlichen  an- 
langenden insigl.  Geben  in  unser  und  des  heiligen  reichs  statt  Wormbs 
im  vierzehenden  tag  des  monats  februarii  nach  Cristi  unsers  lieben 
lerrn  gepurt  fünfzehenhundert  und  in  einundzweinzigisten,  unserer 
reiche,  des  Römischen  im  andern,  und  der  andern  aller  im  sechsten 
iaren. 

Carolus. 

Ad  mandatum  domini  imperatoris 
Albert.   Cardinal.  Moguntin. 
archicancellarius. 

Perg,  Orig,  mit  Siegel  an  schwarz-goldener  Schnur  L.-A.  3/88, 
Abdr.:  Lünig,  a.  a,  0.,  Bd,  14,  S.  646. 


852  ÜberliDgen. 

XXXXVIII. 
Vertrag  zwischen  dem  Orafen  Christoph  zu  Werdenberg  und  Heiligoo- 
berg  und  der  Stadt  Überlingen  wegen  Abgrenzung  der  beiderseitigeii 

Jurisdiction. 

1525  Janaar  27  Konstanz. 

....  Zum  ersten,  daß  alle  ungnad,  unwill,  unfreundschaft  .  . . 
tod  und  abhaißen  und  sein  .  .  .  sei. 

Zue  dem  andern:  ob  iemands  dem  andern  der  oder  anderer 
ende  in  deren  von  Überlingen  nidern  gerichten  bei  nächtlicher  weil 
holz,  klein  oder  groß,  daß  nit  sein  oder  ime  ergeben  wäre,  oder  so 
ainer  dem  andern  vorgehowen  oder  geschaitet  holz  (hindangesezt 
nöst,  tolden  oder  reiß,  so  von  andern  leuthen,  die  es  gehowen  hätten, 
verlassen),  oder  über  offen  marken  näm  oder  wegfüeren  würd,  es 
beschehe  tags  oder  nachts,  daß  alsdan  herr  graffe  Christoph  macht 
und  gewalt  haben,  dieselben  umb  soliches  als  oft  das  beschehe,  es 
wäre  dan,  daß  sie  sich  sonst  güetlich  mit  ime  vertragen  weiten,  recht- 
lich zu  straffen;  wa  aber  iemands  dem  andern  an  obgemelten  orthen 
in  dcro  von  Überlingen  nidern  gerichten  tags  holz,  das  nit  sein  oder 
ime  ergeben  war,  abhawen,  wegfüeren  oder  -tragen,  daß  dieselben 
on  alles  mittel  denen  von  Überlingen,  als  den  nidern  gerichtshenn, 
zu  straffen  zuesteen;  doch  soll  den  grundsherrn  an  irer  gerechtigkait 
empfangen  Schadens  durch  das  nichts  benommen,  sonder  in  allweeg 
vorbehalten  sein. 

Zum  dritten,  daß  die  von  Ü.  ire  burger  und  einwoner  in  der 
statt  und  vorstatt  daselbst,  auch  all  ir  nachkommen  von  ir  statt  den 
See  hinauf  biß  in  die  Aach,  die  Aach  hinauf  in  die  Reißmüllen, 
der  Reißniülle  nach  gen  Achhaußen,  von  dannen  die  rechten  Aach 
hinauf  biß  gen  Salmansweiler,  fürter  gen  Brugkvelden  in  die  müllen, 
von  dannen  neben  Daiderstorf,  wie  die  Aach  herab  künt;  darnach  gen 
Hedwang,  auch  daselbs,  wie  sich  der  landgrafEschaft  Neuenbürg  und 
gralTscliaft  zum  Hailigenberg  grenzen  schaiden,  und  See  hinauf  biß 
wider  gen  Überlingen,  auß  gnaden  und  gütter  nachparschaft  aichherlin 
und  alles  gefligel  uf  dem  See,  weiern,  wassern,  und  darzue  uf  den 
weitirien  schüeßen,  unverhinderl  sein,  herrn  graffe  Christophs,  seiner 
erben  und  derselben  vorstmaister.  Doch  sollen  sie  in  sollichem  be- 
zirk nach  usserhalb  irer  statt  etter  kain  fuchs,  haßen,  röcher,  schwein, 
noch  ander  gewild,  nichts  außgenommen,  auch  in  nachbemelten  höl- 
zern, als  namblich  in  dem  Muchenhardt,  dem  obern  holz,  dem  Hüener- 
bach,  am  Wasen,  Aichholz,  im  Gertholz,  und  am  Gsteintzach  in  ob- 
gemeltem  gezürk  gelegen  nichtzit  schüeßen.  Derglichen,  so  mögen 
dieselben  von  Überlingen,  ire  burger  und  einw-oner,  in  gemelter  irer 


Überlingen.  358 

statt  und  vorstatt  gesessen,  in  bestimpten  gepürk  mit  dem  kloben- 
tragen, stendhütten,  voglen  und  auch  in  ir  statt  etter  füchs,  liaßen 
und  alles  geflügel  auch  unverhindert  gemelts  herrn  grave  Christophs, 
seiner  erben,  noch  der  iren,  schießen  und  fahen.  Doch  sollen  sie 
über  jetzbemelten  zierk  in  der  graffschaft  zum  Hailigenberg  vorst- 
lichen  oberkaiten  sonst  weder  voglen,  schießen  noch  ander  waid- 
werk prauchen.  Wa  aber  ainer  oder  mer  das  also,  wie  vorsteet 
übertretten,  welches  doch  nit  sein  soll,  und  mag  gedachter  herr  grave 
Christoph,  sein  erben,  nachkommen,  oder  die  iren  von  iretwegen  den 
oder  dieselben  darumb  nach  geprauch  der  graveschaft  zum  Hailigen- 
berg strafEen,  wie  sich  gepürt. 

Zum  vierten,  belangend  die  fließenden  wunden:  daß  herrn  grave 
Christoph,  so  ainem  ain  band,  arm,  fuß,  finger  oder  ander  glied  ab 
gehawen  würd,  dasselbig  zu  straffen  zuesteen ;  daentgegen  sollen  denen 
von  Ü.  die  bainschrötend  und  fließende  wunden  in  den  dorfettern 
im  niedern  gerichten  zu  straffen  zuegehören.  Waß  aber  leminen  weren, 
und  der  schadhaft  in  jarsfrist  nach  sollicher  Verwundung  nit  wider 
grad  würd,  noch  zue  sainem  gsund  kam,  daß  dan  jede  parthei  ain 
wundarzet  geben,  dieselbige  solliche  wunden  besichtigen,  und  sover 
sie  die  bei  im  aiden  für  lam  erkandten,  achteten  und  hielten,  so  soll 
solliche  handlung  mit  landtgericht  zum  Hailigenberg  fürgenommen, 
beclagt  und  gestrafft,  und  also  alldo  erkendt,  herrn  grave  Christophen 
oder  seinen  und  denen  von  Ü.  jeder  parthei  zum  halbthail  zugestellt. 
Ob  sich  aber  zuetrüege,  daß  durch  bemelt  wundarzet  in  solchen 
wunden  ain  zweifei  würde,  also  das  der  ain  vermainte,  es  were  ain 
lemi,  und  der  ander  nit,  so  sollen  dennocht  die  von  Ü.  denselben 
thätter  weder  mit  noch  ohne  recht  umb  den  frävel  nit  straffen,  es  wäre 
dan  sach,  das  in  vorgemelte  zwee  wundarzet  in  beisein  herrn  graff 
Christophs  amptmann  zuevor  nit  lam  erkant  betten;  doch  so  mögen 
baid  thätter  irer  schaden  und  schmerzen  sollicher  wunden  halb  er- 
litten, in  den  ettern  der  nidern  gericht,  aldo  es  beschehen  ist,  wohl 
ain  andern  mit  recht  fürnemmen  und  beclagen. 

Zum  fünften,  die  vogtei  des  dorfs  und  den  Munchove  zu  Hagnow 
mit  ir  zuegehörd,  auch  die  nidergericht,  zwing  und  bann,  und  was 
denselben  anhangt,  betreffendt,  darin  herr  Christoph  hoch  und  nider 
gericht,  straff  und  büß  uf  dem  Bodensee  zue  Hagnow  zu  haben  und 
zu  gebrauchen  vermaint,  daß  denen  von  Überlingen  all  frävel  und 
bäßen,  den  nidern  gerichten  anhängig,  daselbst  uf  dem  See  biß  an 
die  vach  oder  segginen  der  vischer  und  nit  weiter  in  allermaßen,  wie 
sie  ußerhalb  irer  dorf,  alß  weit  sie  die  nider  gericht  haben,  auch  zu 
straffen  und  büeßen  zuegehören  soll. 

Obtrrbainliche  8udtr*chte.    11,  2.  88 


864  Überlingen. 

(Der  sechste  Punkt  betrifiEt  einen  besonderen  unbedeutenden 
Rechtsfall.) 

Zum  sibenden,  als  dann  herr  graffe  Christoph  von  Werdenbeig 
vermaint  hat,  alle  die,  so  auf  den  landstrassen  in  dero  von  Cberlingen 
nidem  gerichten  fräveln,  ze  straffen,  daß,  was  sich  ffir  frärel,  den 
nidem  gerichten  zuegehörig,  in  den  dorfettem,  darin  die  von  Ober- 
lingen  die  nidem  gericht  haben,  zuetragen  oder  yerfallen,  denselben 
voh  Überlingen  und  was  außerhalb  der  dorfetter  fOr  frävel,  hoch  oder 
nider,  darin  nichts  ußgenommen,  sich  auf  den  Straßen  begeben,  hem 
grave  Christoph  oder  deinen  nachkommen  ze  straffen  zuegehören  sollen. 

(Der  achte  Punkt  betrifft  wiederum  einen  besonderen  RechtshIL) 

Zum  neunten,  der  gemainen  undergängen  halb,  daß  derseUrig 
inhalt  deß  jüngsten  Vertrags,  welcher  under  anderem  uBweißt:  wi 
herr  graffe  Christoph  und  die  von  Überlingen  mit  den  gerichten  andi 
trib  und  tratt  zuesammen  stossend,  und  demhalb  irrung  oder  spenn 
erwfiechse,  daß  ain  gemainer  gezogner  undergang  gegeben  werden, 
nämblich,  daß  ein  jeder  thail  den  halben  undergang  geben,  und  waß 
dieselben  undergenger  erkennen,  darbei  soll  es  verpleiben.  Ob  sich 
aber  solch  undergänger  deßhalben  mit  ainandem  nit  vergleichen,  so 
sollen  bald  partheien  umb  ain  obmann,  sover  sie  sich  deß  nit  gfiet- 
heben  verainen  möchten,  das  loß  werfen. 

(Der  10.  Punkt  betrifft  einen  Spezialfall;  ebenso  der  11.  Punkt) 

Zum  zwelften,  als  herrn  graff  Christophs  vorstmaister  sich  under 
standen,  von  den  krämmern,  so  sie  an  der  kirchweihin  in  dero  von 
Überlingen  gerichten  auf  dem  land  fail  gehabt,  platz-  und  standgelt 
genommen,  haben  wir,  obmann  und  zuesäz,  herrn  graff  Christophen 
erbetten,  daß  er  auß  gnaden  und  nachparlichem  willen  davon  ge- 
standen ist,  und  hinfüro  gemelte  von  Überlingen  und  die  iren  daran 
ungesaumbt  und  ungeirrt  will  lassen. 

Zum  dreizehenden,  als  herrn  graff  Christophs  vorstmaister  dero 
von  Überlingen  armen  leuthen  uf  dem  land  verpottner  zeit  gar  kain 
klainen  hund  mit  noch  ohn  angehenkt  trommel  zue  gedulden, 
sonder  darzue  halten  wellen,  daß  sie  die  einsperren,  daß  derselben 
von  Überlingen  arme  leuthen  in  verpottner  zeit  kain  hund,  klain  noch 
groß,  ohn  angehenkt  bengel  der  graffschaft  Hailigenberg  vorstlichem 
gebrauch  nach  laufen  lassen  sollen. 

(Der  14.  und  letzte  Artikel  betrifft  wiederum  einen  Spezialfall.) 

Nach  einer  Kopie  vom  Ende  des  16,  Jhdts.  (1585.)  St-A. 
Abt,  LXXIII,  No,  2091.  Reg.  in  den  „Mitteilungen''  aus  d.  f.  F. 
Archiv,  Bd.  i,  S.  104ff. 


Üi)erlingeD.  355 

XXXXVIIII. 

Kaiser  Karl  V.  erteilt  der  Stadt  Überlingen  ein  Privilegium  über 

Nachsteuer  und  Abzuggeld. 

1526  November  30  Granada. 
Wir  Karl  der  fünft,  von  gots  gnaden  erweiter  Römischer  kaiser 
etc.  etc.  bekennen  für  uns  und  unser  nachkomen  am  reiche  offenlich 
mit  disem  brief  und  thun  kundt  allermeniglich,  das  wir  in  ansehung 
und  betrachtung  der  manigfeltigen  getrewen  und  nutzlichen  dienst, 
so  unsere  und  des  reichs  liebe  getrewe  N.  N.,  burgermaister  und  rath 
der  stat  Überlingen  und  ir  vorfaren  weilent  unseren  vorfaren.  Rö- 
mischen kaisern  und  künigen,  uns  und  dem  hailigen  reiche  mit  dar- 
streckung  irer  leib,  hab  und  güether  oft  williglich  gethon  haben, 
teglichs  thun  und  hinfüro  auch  zu  thun  sich  willig  erbieten  und  be- 
sunder.  das  si  sich  in  der  jüngsten  empörung  und  aufrur  der  mut- 
willigen baurn  und  pövel  bei  dem  durchleuchtigen  fürsten,  herren 
Ferdinanden,  infanten  in  Hispanien  und  erzherzogen  zu  Oster- 
reich etc.  unserm  freuntlichen  lieben  brudern,  und  dazumal  unser 
stathalter  im  hailigen  reiche,  neben  und  für  ander  cristlich,  crlich 
und  wol  bewisen  und  gehalten,  gemelten  burgermaister  rat  und  ge- 
meind  und  iren  nachkomen,  mit  wolbedachtem  muet,  zeitigem  rath 
und  rechter  wissen  disse  besundere  gnad  gethan  und  freihait  ge- 
geben haben,  thun  und  geben  inen  auch  solchs  von  Römischer  kaiser- 
licher macht,  wissentlich  in  craft  ditz  briefs,  also  das  all  und  iegliche 
person,  was  wirden,  standts  oder  wesens  die  sein,  niemandts  hindan 
gesetzt  noch  außgeschlossen,  so  in  gemelter  unser  stat  Überlingen 
bei  inen  nit  wohnhaft  gesessen,  oder  dem  etter  und  Stattgericht  under- 
worfen,  hinfüro  von  denselben  burgern,  einwohneren  oder  denen, 
so  im  statgericht  seßhaft  und  begriffen  sein,  ainig  hab  und  guet, 
ligend  oder  farend,  vil  oder  wenig,  durch  gescheft,  gemächt,  kauf 
oder  in  ander  gestalt,  wie  das  namen  haben,  oder  genent  werden  mag, 
nichts  außgenomen,  erben,  überkomen,  oder  sunst  an  sich  bringen 
würden,  das  derselb  und  dieselben  allwegen  fünfzehen  jar,  die  negsten 
darnach  volgendt,  bei  derselben  ererbten  oder  angezeigten  maß  über- 
komen und  an  sich  brachten  hab  und  güeteren  personlich  wonen 
und  sitzen,  und  das  burgerrecht  zu  Überlingen  mit  aller  und  ieder 
anderer  vorhabender  irer  hab  und  güeter  annemen,  auch  das  tragen, 
wie  ander  itzt  gemelt  unser  stat  Überlingen  burger,  einwoner  und 
statgericht  einsassen,  pflegen  und  schuldig  sein  zu  thun.  Würd  aber 
dem  oder  denselben  die  vorbestimbt  fünfzehen  jar  solch  burgerrecht 
anzunemen  nit  gemaint  sein,  so  sollen  alsdan  der  oder  dieselben  all- 
wegen von  solchen  ererbten  überkomen  und  an  sich  brachten  hab 


tsi 

und  güetereiij  ligeiidt  oder  varendt,  klain  oder  grossen,  nirbts  aiiß- 
genonien,  wie  vorstet,  durchaus  der  naehbestinibten  suma  aine,  iiem- 
lieh  den  dritten^  sechsten,  achten  oder  zehenden  pfenniag  allwegen 
nach  willen  und  vvolgefallen  des  itzigen  und  aines  ieden  zukiinftigen 
burgermaister  und  klainen  rath  zu  gernainer  stat  Überlingen  nniz, 
iröm  itzigen  oder  zukünftigen  geschworen  rechenniaisteren  on  allen 
abgang,  verzug,  eintrag,  widerred  und  verhindrung  für  den  ab^ug 
zu  gftben  und  zu  bezaln  schuUlig  und  verbunden  sein,  und  si  hie- 
wider  kain  geschriben  oder  ander  stat-  oder  landtrecht,  freihält,  ge- 
wonhait,  noch  gebrauch  nicht  fürtragen,  noch  helfen  in  kain  weiß; 
doch  unß  und  dem  hailigen  Römischen  reich  an  unser  kaiserlichen 
obrigkaiten  und  gerechtigkailen  unschedlich  und  uuvergriifen.  Und 
gebieten  ,  .  .  .  (wie  gewöhnlich;  Strafe:  fünfzig  mark  löüigs  goldts)- 
Geben  in  unser  stat  Granaten  am  letzsten  tag  des  nionats  novembris, 
nach  Cristi  unsers  lieben  herren  gehurt  im  fünfzehenhundert  sechs- 
uiidzwainzigisten,  unserer  reiche  des  Bömischen  im  achten,  und  der 
anderer  aller  im  ailften  jaren. 

Carolus.  ■ 

-        Ad  mandatum  caesareac  ac  catholicae  maieslatis  proprium. 

Brantner. 

Perg^    Oritf,    mit   Siegel   an   ackwar^-gelber   Heide.      L^-Ä.    Bß9» 
Abdr.:  Lünigf  a.  a,  0.,  Bd.  14,  8.  547. 


L. 
Kaiser  Karl  V.  erteilt  der  'Stadt  Überlingen  einen  Wappenbrief. 

1528  Februar  3  Bargos. 
Wir  Karl  der  fünft,  von  gots  gnaden  erweiter  Romischer  kaiser 
etc.  etc.  bekennen  für  uns  und  unser  nachkomen  am  reich  offenlich 
mit  diesem  brief,  und  thun  kundt  allermeniglich :  wiewol  wir  aus 
angeborner  güete  und  kaiserlicher  miltigkait  aller  und  ieglicher  unser 
und  des  hailigen  reichs  underthonen  und  getrewen  ere,  nutz  und 
bestes  zu  fürdern  allzeit  geneigt,  iedoch  sein  wir  meher  begirig  und 
williger  gegen  denen,  so  bei  unsern  vorfarn.  Romischen  kaisem  und 
kunigen,  auch  uns  und  dem  hailigen  reiche  in  steter  williger,  getrewer, 
gehorsamb  und  dienstbarkait  für  andern  herkomen,  und  sich  redlich 
erzaigt,  gehalten  und  bewisen  haben,  si  mit  unsern  kaiserlichen  gnaden 
zu  begaben.  Wan  wir  nu  güetlich  betracht  und  angesehen  haben 
solch  ehrbahrkait  und  fromkait,  darin  unser  und  des  reichs  lieben 
getrewen  burgermaister,  rath,  burger  und  gemeind  der  stat  Über- 
lingen   vor  unser  maiestat  berumbt  sein,  und  wie  si  sich  in  den 


Überlingen.  857 

negsten  Lutterischen,  beurischen  emborungen  und  aufrurigen  schweren 
leufen  uns  und  der  hailigen  cristlichen  kirchen  zu  gehorsam  dapfer, 
mandlich  und  redlich  gehalten,  auch  die  getrewen,  annemen  und 
willigen  dienst,  so  si  uns  und  dem  hailigen  reiche  in  manigfeltig 
weg  gethon  haben,  und  hinfürter  wol  thun  mögen  und  sollen,  das 
wir  demnach  mit  wolbedachtem  muet  und  rechter  wissen  den  ge- 
dachten burgermaister,  rath,  burgern  und  gemaind  der  stat  Über- 
lingen ir  altes  lang  hergebrachts  erblich  wappen  und  clainot,  so  mit 
namen  sei  ein  gelber  oder  goltfarber  schild,  und  darin  ein  schwarzer 
adler  mit  außgeschlagener  zungen  und  außgereckten  flügen  und 
füessen,  in  das  vorderthail  des  Schilds  sehende  und  auf  dem  schild 
ain  thurniershelm,  geziert  mit  ainer  gelben  oder  goltfarben  cron,  und 
gelben  oder  goltfarben  und  roten  helmdecken,  so  ire  vorfordern,  si 
und  die  stat  Überlingen,  bisher  gefüert  und  gebraucht,  zu  ewiger 
anzaig  solcher  irer  obgemelten  redlichkeit,  wie  hernach  volgt,  nemb- 
lich  in  mitte,  in  dem  herzen  des  gedachten  adlers  ein  klaines  gelbes 
oder  goltfarbes  schildtlein,  und  darin  ainen  roten,  stenden  lewen  mit 
außgeschlagner  zungen  und  clawen,  haltend  auf  seinem  haubt  ain 
gelbe  oder  goltfarbe  cron,  in  das  vorder  thail  des  schildts  sehend, 
und  auß  der  gelben  oder  goltfarben  cron  auf  dem  thurniershelm  ainen 
halben  roten  lewen  entspringend,  auch  mit  außgeschlagner  zungen, 
habend  auf  seinem  haubt  auch  ein  gelbe  oder  goltfarbe  cron  und 
haltend  in  der  rechten  vordem  branken  ein  bloß  schwert,  gleichwie 
im  klainen  schiltlein  formirt,  zum  forderthail  des  schildts  kerend, 
wie  dan  solch  wappen  und  clainot  in  mitte  ditz  unsers  gegenwertigen 
kaiserlichen  briefs  gemalt,  und  mit  färben  aigentlicher  außgestrichen 
sein,  verendert  und  gebessert,  auch  sovil  von  noten,  alles  von  newem 
verlihen,  gegeben,  confirmiert  und  bestet  haben,  verendern,  bessern 
und  verleihen,  geben,  confirmieren  und  besteten  inen  solchs  auch 
von  newem,  von  Romischer  kaiserlicher  machtvolkomenhait  wissent- 
lich in  craft  ditz  briefs,  und  maincn,  sezen  und  wollen,  das  berürte 
burgermaister,  rath,  burger  und  gemeind  der  stat  Überlingen  für  und 
für  ewiglich  die  vorgeschriben  wappen  und  clainot  haben,  fürn,  ujid 
sich  der  in  allen  und  ieglichen  erlichen  und  redlichen  Sachen  zu 
schimpf  und  zu  ernst  in  streiten,  stürmen,  veitzeugen,  paniern,  ge- 
zelten,  aufschlegen,  insiglen,  clainoten,  venstern  und  sunst  an  allen 
enden  und  steten  nach  irer  notturft,  willen  und  wolgefallen  gebrauchen 
und  geniessen  sollen  und  mögen,  als  ander  unser  und  des  hailigen 
reichs  burgermaister,  rath,  burger  und  gemeind  sich  irer  stat  wappen 
und  clainot  gebrauchen  und  geniessen  von  recht  oder  gewonhait, 
von  allermeniglich  unverhindert.   Und  gebieten  ....  (wie  oben.  Strafe: 


858  Überlinf^en. 

fünfzig  mark  löttigs  goldts).  Geben  in  unser  statt  Burgos  in  Castilien 
am  dritten  tag  des  monats  februarii,  nach  Cristi  unsers  lieben  hem 
geburt  im  funfzehenhundert  und  achtundzwainzigsten,  unser  reiche, 
des  Romischen  im  neundten,  und  der  andern  aller  im  drew- 
zehenden  jarn. 

Carolus. 

Ad  mandatum  caesareae  et  catholicae  maiestatis  proprium. 
Alexander  Schweis. 

Percf,   Orig,   mit  gemaltem  Wappen,     St.-A,   (früher,   bis  1885 
L.-A.)   Abdr,:  Lünig,  a,  a.  O.,  Bd.  14,  S.  549. 


LI. 
Vertrag  zwischen  der  Grafschaft  Heiligenberg  und  der  Stadt  Über- 
lingen wegen  der  Jurisdiktion  in  Strafsachen. 

1528  Mai  14. 

Wann  sich  begeh,  daß  ainer  ain  andern  in  den  von 

Überlingen  dörfern,  nidern  gerichten  und  gebieten,  alda  dem  herm 
graven  die  hoch  obrigkait,  als  vorsteet,  zugehörig  ist,  uß  dem  seinen 
oder  sonst  frevenlicher  weise  ausfordert,  oder  ainer  nach  dem  andern 
ain  wehr,  wie  die  genannt  werden  möcht,  oder  ain  stain  ald  anders 
nachschüß  oder  würfe  und  nit  treffe,  sonder  välet,  es  geschehe  tags, 
oder  nachts,  daz  sölich  lättor  uinb  der  ietweder  mißhandlung  umb 
zechen  pfuiidt  pfeiiing  laiidtsweniiig  gestrafft,  und  sollich  straff  ge- 
molteni  hcrrn  graveii,  sein  erben  und  nachkommen  zum  halbthail, 
und  der  ander  halbthail  den  von  l'l)(»rlingen  zuogehürn,  auch  ir  baidc 
thail  ambtleuth,  oder  wen  sie  zuo  icMJcr  zcMth  darzuo  verodnen,  die- 
selben mit  ainandern  geinainlich  einziehen.  \Va  aber  ain  lätter  seiner 
that  in  lougen  steen  wüni,  so  solh*  (Icrscih  von  baiden  thailen  mit 
sein,  des  herrn  graven,  fri  landtgiMichl  fürgenoinen,  und,  wie  sich 
desselben  gebrauch  nach  gehurt,  hcM-lagl,  und  was  cost  oder  schaden 
inen  gegen  denselben  heclagten  [)ersonen  in  solcher  rechtferligung 
auferloffen,  denselben  auch  geinainlich  duhhMi  und  tragen;  und  sollen 
zuo  solicher  beclagung  und  rechthTtigung  haid  thail  ainandern  ge- 
trewlich  beraten  und  beholfen  sein;  auch  was  si  also  rechtlich  er- 
volgen,  mit  ainandern  in  gleichem  thail,  wie  ohlauth,  halbiert  und 
eingezogen.  Doch  ist  hierin  fürneinlich  beredt  worden:  wann  die 
hierten  oder  sonst  knaben,  die  noch  nil  vierzechen  jar  oder  darüber 
alt  weren,  ainand(M-n  vordertcn,  oder  mit  staincMi,  stecken  i)der  der- 
gleichen dingen  zuosainen  würfen  und  väleten.  daß  dieselben  in 
solichen  baiden  articuln  außgesondert,  nit  begriffen  und  von  kainem 
thail  gestrafft  werden  .... 


Überlingen.  859 

Nach  2  gleichlautenden  Kopien  vorn  Ende  des  16.  Jhdts.  St,-A. 
Abt.  LXXIII,  No.  2088  hezw,  2089. 

AiLsf.  Reg.  in  den  „Mitteilungen**  au^  dem  f.  fürstenb.  Archiv, 
Bd.  1,  8.  155f.  

LH. 

Kaiser  Karl  V.  gibt  der  Stadt  Überlingen  ein  Privilegium  exem- 

tionis  von  fremden  und  auswärtigen  Gerichten. 

1530  Juli  29  Augsbarg. 
Wir  Karl  der  fünft,  v.  G.  g.  Romischer  kaiser  etc  etc.  bekennen 
für  uns  u.  s.  w.  (wie  oben),  daß  wir  demnach  mit  wolbedachtem 
mueth  und  rechter  wissen  den  gedachten  burgermaistern,  rat,  burgern 
und  gemeind  der  stat  Überlingen  dise  besondere  gnad,  freihait  und 
recht  gegeben  und  gethon,  thün  und  geben  inen  die  in  craft  diß 
von  Romischer  kaiserlicher  machtvolkomenhait,  das  hinfür  zu  ewigen 
Zeiten  kain  burger  zu  Überlingen,  gemainer  stat,  noch  derer  burger, 
Spitals,  noch  gotzsheuser  phant,  aigen,  dienst,  gerichts  hindersassen, 
underthonen  und  zuegehörigen  leute,  samenlich  noch  sonderlich  nun 
fürbasmer  zu  ewigen  zeiten  auf  niemants  clag,  sprich,  oder  aufordrung, 
wer  der  oder  die,  und  umb  was  Sachen  das  were,  nichtzit  ausge- 
nomen,  es  berüer  oder  betreff  eer,  leib,  oder  guet,  vor  unserm  und 
deß  reichs  hofgericht  zu  Rotweil,  dem  Westvalischen,  noch  einichen 
hof-,  landt-  oder  andern  gericht,  wie  die  genannt  seind  oder  werden 
möchten,  nicht  fürgenomen,  gehaischen,  geladen,  beclagl  noch  wider 
sie  oder  iren  güeter  gericht  noch  procediert  werden,  sondern  sollen 
die  cleger  das  recht  gegen  iren  burgern  vor  irem  statgericht  und 
gegen  gemeiner  stat  und  iren  burgern,  spitalen  und  gotshewsern 
phandt,  aigen,  dienst,  gerichts  hinderscässigen  unterthanen  und  zue- 
gehörigen leuten  vor  den  gerichten,  darin  si  gesessen  und  gehörig 
sein,  und  sonst  niendert  anderschwo  suchen,  geben  und  nemen;  alles 
unangesehen  ainichs  hof-,  land-,  noch  anderer  gerichts,  dhains  hierin 
ausgenomen,  freiheit,  ehaft,  recht,  gewonheit,  Statut,  herkomen  und 
gerechtigkait,  die  weren  ietzt  in  bruch  und  Übung  erlangt,  oder  würden 
noch  künftig  erfolgt,  gebrucht  und  geüebt.  —  Ob  aber  hierüber  ainicher 
burger  zu  Überlingen  gemainer  stat,  irer  burger,  spital  und  gotsheuser, 
phant,  aigen,  diensten  und  gerichts  hindtersässen,  underthonen  und 
zuegehörigen  leute  und  ir  nachkomen,  oder  ir  hab  und  güeter  an  den 
obgemelten  unsers  und  des  reichs  hofgericht  zu  Rotweil,  westvalisch 
oder  sunst  an  ainichen  hof-,  landt-  oder  andern  gerichten  beclagt 
und  fürgenomen  würden,  und  an  denselbigen  wider  si  ichtzit  gehan- 
delt, gericht,  geurtailt,  geacht  und  procediert  würde,  das  alles  und 


SiO  ^^^^^^^^^^^^^  CberliögeD» 

jedes  soll  craftlos  und  unpündig  sein,  imd  den  fürgeladenen  und  ver* 
kündten  personen  an  iren  leiben»  eren,  hab  und  güetern,  auch  den 
benennten  von  Überlingen,  iren  nachkomen  und  den  Iren  an  diser 
unser  sonder  gnad  und  freiheil  nnvergriffentnoh  nnd  unschedlich  sein, 
und  kainen  nachtail  oder  schaden  pringen  noch  gebern,  das  wir 
auch  ietz  als  dann,  und  dann  als  ietz,  von  obbestimbter  unser  kaiser- 
lichen macht volkomenheit  in  crafi  diß  briefs  aufheben,  abthun  und 
vernichten,  es  were  dann  sach,  das  das  recht  durch  die  von  Cber- 
lingen  oder  die  iren  jemandt  kuntlich  uf  sein  begern  versagt  L>der 
geferlichen  ver^KOgen  würde,  der  oder  dieselbigen  mögen  alsdann  das 
recht  anderswo  suechen,  wie  sich  nach  unser  und  des  heiligen  reiclis 
Ordnung  gebürL  Wir  haben  inen  auch  die  besonder  gnad  hierin  ge- 
thon  und  wollen,  wölcher  oder  wölichc  vermelt  bürge nnaisler  und 
rat  zu  Überlingen  oder  ir  burger  al  inwoner  und  gemeinsame  und 
enthalten  offner  ächter,  die  w^eren  inen  verkündt  oder  nil,  hinfCirf* 
mit  hof-,  land-  oder  andere  gerichten  bekomerte  und  zu  costen  und 
sehaden  prachten,  das  der  oder  dieselbigen  vorgenant  von  Überlingen 
gemeine  stat,  ir  burger  und  inwoner,  iedos  fürneniens,  bpc lagen s  und 
bekomerns  halben,  umb  allen  iren  erliien  und  empfangen  costen  imd 
schaden  ablegen  und  bezalen  sollen»  one  verzug,  widerred  und  auch 
unverbindert  allermeniglichs.  Und  gebieten  u.  s.  w,  (wi«>  oben, 
Strafe:  50  m.  1.  g.).  Geben  in  unser  und  des  heiligen  reichs  statt 
Augspurg  am  neunundzwainzigisien  tag  des  monals  julii  nach  Cristi 
u.  1.  h.  gehurt  im  fünfzehenhundert  und  dreissigisten,  unsers  kaiser- 
thumbs  im  zehenden,  und  unser  reiche  im  fünfzehendten  jaren. 
Carolus. 

Albert.    Cardin.    Moguntin. 
Vdt.  Waltkirch.  archicancellarius. 

Ad  mandatum  caesareae  et  catholicae  majestatis  proprium. 
Alexander  Schweis. 

Perg,  Orig,  mit  Siegel.    L.Ä.  2/90.    Abdr.:  Liinig,  a.  a.  0., 
Bd.  14,  S.  552.  

LIII. 
Kaiser  Karl  V.  erteilt  der  Stadt  Überlingen  ein  Privilegium  de  non 

appellando. 

1530  Juli  29  Augsburg. 

Wir  Karl  der  fünft,  v.  G.  g.  Romischer  kaiser,  etc.  etc.  bekennen 

öffentlich  mit  disem  brief  für  uns,  unsere  nachkomen  am  reiche  und 

thun   kunt   allermeniglich :    wiewol   wir   aus   angeborner   güete    und 

kaiserlicher   miltigkait   aller   und   ieglicher   unser   und   des    hailigen 


Überlingen.  861 

reichs  underthonen  und  getrewen  er,  nutz  und  bestes  ze  fürdern 
allezeit  genaigt,  iedoch  seind  wir  mer  begierig  und  williger  gegen 
denen,  so  bei  unsern  vorfarn,  Römischen  kaisern  und  künigen,  auch 
uns  und  dem  heiligen  reiche  in  stätter,  williger,  getrewr  gehorsam 
und  dienstperkait  für  ander  herkomen  und  sich  redlich  erzaigt,  ge- 
halten und  bewisen  haben,  sife  mit  unsern  kaiserlichen  gnadn  zu  be- 
gaben. Wann  wir  nun  güetlich  betracht  haben  sollich  erberkait  und 
frombkait,  darin  unser  und  des  heiligen  reichs  lieben  getrewen, 
burgermaister  und  rat,  burger  und  gemeind  der  stat  Überlingen  vor 
unser  maiestat  berüembt  sein,  und  wie  si  sich  in  den  nechsten  Lute- 
rischen  peurischen  embörungen  und  aufrüerigen  schweren  leufen  uns 
und  der  heiligen  cristlichen  kirchen  zu  gehorsam  tapfer,  mandlich 
und  redlich  gehalten,  auch  die  getrewen,  anemen  und  willigen  dienst, 
so  si  uns  und  dem  heiligen  reiche  in  menigfeltig  weg  gethon  haben 
und  hinfürter  wol  thun  mögen  und  sollen,  das  wir  demnach  mit 
wolbedachtem  muet^  und  rechter  wissen  den  gedachten  burgermaistern, 
rat,  bürgeren  und  gemeinden  der  stat  Überlingen  dise  besondere  gnad, 
freihait  und  recht  gegeben  und  gethon,  thun  und  geben  inen  die  auch 
hierait  von  Romischer  kaiserlicher  machtvolkomenhait  wissentlich 
in  craft  diß  briefs,  und  mainen,  setzen,  ordnen  und  wollen:  nemblich 
erstlich,  das  ein  ieglicher  burger  oder  burgerin  zu  Überlingen,  so 
von  ainer  urthail  von  dem  oberstatgericht  daselbst  ergangen,  appeliert, 
dieselb  appelacion,  nachdem  er  ain  gelerten  aid  geschworen,  das 
diselb  appelacion  nit  von  gfar  noch  verzug,  allain  aus  siotturft  ge- 
thon haben,  nach  den  recht  und  Statuten  der  stat  Freiburg  im  Preiß- 
gew,  oder  der  stet  Rotweil  und  Ravenspurg,  die  ein  ersamber  lat  zu 
Überlingen  ainem  jederzeit  anzaigen  und  benennen  wirdt,  volziehen, 
und  alles  das,  so  von  dem  rat  zu  Freiburg,  Rotweil  und  Ravenspurg 
mit  urtail  erkennt  und  zu  recht  gesprochen  würd,  das  dasselb  stät 
und  ungewaigert  von  baiden  partheien  gehalten  werden,  und  wann 
der  appelant  verlustig  würde,  gemainer  statt  Überlingen  zehen  phunt 
phening  für  büß  abzutragen  verfallen  sein,  und  in  die  statt  Überlingen 
nit  mer  komen  soll,  die  seien  dann  zuvor  bezalt  worden. 

Zum  andern,  das  ain  ieder  burger  oder  einwoner  zu  Überlingen 
ainem  ieden  frembden  und  auswendigen  sein  hab  und  guet  ußserhalb 
der  stat  Überlingen  und  dersclbigen  irer  burger,  auch  spital  und  aller 
ander  gotsheusser  daselbst,  gerichten,  gebieten,  zwingen  und  benneii 
umb  sein  anfordrung  wol  zu  recht  heften  mögen,  aller  der  maß,  als 
si  biß  hieher  in  der  stat  Überlingen  und  ireni  statgeritht  gethon  und 

'  Or.  nuet. 


im   brucli'und  ibung  gehabt,   und   noch  haben   sollen,    unverhindert 
allermeniglichs. 

Zum  dritten,  das  burgermaisler  und  rat  zu  Überlingen^  die  ieizundl 
seind  oder  künftig  sein  werden,  oder  der  merer  tail  linder  in  in  der 
stat  Überlingen  auswendigen^  auch  irer  burger,  spital  und  andere 
gotzhevYser,  inen  zuegehörig,  gebieten^  gerichten,  zwingen,  bennen, 
und  derselbigen  etter,  in  allen  sachen  setzen  und  ordinieren  megeH| 
was  si  nach  erkanlnus  des  rats  daselbst,  oder  des  inerern  tails  under 
in  auf  ir  aid  notturft  und  besser  gethon,  dann  gelassen,  bedunkea 
sein  würdet^  und  was  si  denne  allso  setzen,  ordnen  und  erkennen, 
das  8oIt  in  denselbigen  iren  auswendigen,  auch  irer  burger,  spitals 
und  ander  golsbeuser,  wie  v^«^*»*    «^bieten,  gerichten,  zwingen  und 


bennen   und   derselbigen  et 
geben  und  volfüert  werden^  onne 
allermeniglichs,  allermaß,  g 
Überlingen  anzusehen  und 
thon  haben,  und  hintüm  aucn 
allermeniglich    imverhindf 
liehen  churfürsten  etc., 
herren,   freigraven,   freiscu&i 
Slrafe:  fünfzig  mark  lötljges  g 
reichs    stat    Augspurg    am    neu! 


it  von  jederman  gehalten,  ge 
ind  widerred,  auch  versaumnus 
recht,  wie  sie  in  der  sUtt  zu 
u  altem  her  gebraucht  und  gp- 
m  und  gebrauchen  mögen,  von 
biethen  darauf  allen  nnd  jeg* 
urtailsprechern,  richtern,  sluel- 
Idhaissen  etc.  etc.  (wie  oheiL 
ieben  in  unser  und  des  heiligen 
wanzigisten    tag    des     nionalB 


jutii   nach   Cristi  unsers   lieben  herren  gehurt  fünfzehenhundert   und 
dreissigisten,   unsers   kaiserthiimbs   im  zehendten,   und   unser   reiche 
im  fünf  zehenden  jaren. 
Caroluö- 

Albert.   Card.   Mogunt, 
archicancellarius. 
Ad  mandatum  caesareae  et 
catholicae  maiestatis  proprium. 
Alexander  Schweis. 

Perg.  Orig.  rnit  Siegel,    L.-A.  2/90.    Äbdr. :  Lünig,  a.   a.  0., 
Bd.  14,  S.  550. 


LIV. 
Oerichts-,  Zwing-  und  Bannordnung  des  Spitals  zu  Überlingen. 

1532. 
Öffnung,  Ordnung  und  Satzung  in  des  gotzhauß  spittals 
zu  Überlingen  gerichten,  zwingen  und  pennen,  durch  meine 
herrn    burgermaister     und   ain   ersamen    rath    des   hailigen 


Überlingen.  363 

reichs   statt   Überlingen   ernewert,   gesetzt   und   gemacht   im 
jar  nach  der  gehurt  Christi  im  zwaiunddreissigsten.^ 

Aid   zu   gehen.^ 
Als  mir  vorgelesen  ist 
und  mit  worten  beschaiden, 
das  wil  ich  war  und  stät  halten, 
getrüwlich   volfüren 
ungevarlich. 
Also  schwer  ich, 
des  bitt  ich  mir  gots  gehilfen 
und  all  hailigen. 

So  mit  urtail  erkent  wirt 

aid  zu  thun,  das  ainer  ainer 

sach  unschuldig  ist. 
Als  zu  mir  clegt  ist, 
des  bin  ich  unschuldig. 
Also  schwer  ich. 
Des  bitt  ich  mir  gotz  gehilfen. 

Aid  zu  geben  ainer  urfeh.^ 
Du  wirst  (ir  werden)  schweren  ainen  söllichen  aid,  das  du  (ir) 
von  sölher  fangenschaft  wegen  niemand  weder  vechen,  finden,  hassen, 
noch  die  in  ainich  weg  rechen  wellist  (wellind),  weder  durch  dich 
(üch)  selbs,  noch  durch  ander  lut  sölchs  schaffen  gethon  werden,  ouch 
die  fürohin  nit  anden  noch  äfern  gegen  denen,  so  schuld  daran,  oder 
rat,  tatt  und  hilf  darzu  gethon  haben,  und  ob  du  (ir)  deßhalb  zu  minen 
herren,  iren  burgern  oder  iren  armen  leutcn,  hindersässen  und  ver- 
wandten ansprach  zu  haben  vermaintist  (vermaintind),  das  du  als- 
dann meine  herren  und  ire  burger  bi  recht  wellist  (wellind)  belibeu 
lassen,  nach  lut  irer  statt  frihait  sag  vor  den  drien  stetten  Costantz, 


'  Von  dieser  Satzung  befindet  sich  ein  Exemplar  im  Stadtarchiv  in  Überlingen, 
welches  der  nachstehenden  Abschrift  zugrunde  gelegt  wurde.  Das  Spitalarchiv 
besitzt  mehrerti  Exemplare  dieser  Satzung,  unter  andern  ein  Pergamentlibeli  mit 
10  Folioblättem.  Letzteres,  offenbar  das  amtliche,  beim  Verlesen  benützte  Exemplar, 
ist  unter  der  in  den  Aamerkungen  erwähnten  «spitälischen  Handschrift»  zu  verstehen. 
Das  Spitalarchiv  besitzt  außerdem  3  Gerichtsordnungen  von  1480,  1500  und  dem 
15.  Jahrhundert,  die  tibereinstimmen.  Soweit  der  Text  der  späteren  Ordnung  von 
1532  mit  dem  älteren  übereinstimmt,  ist  er  gesperrt  gedruckt. 

■  Diese  Formel  steht  als  Vorwort  zu  den  Spital-GerichtsorJnungen  von  1480 
und  1500.    Spital-Archiv  Überlingen,  Absatz  I,  Nr.  3a  und  3c. 

•  Diese  Eidesformel  befindet  sich  nur  in  der  Spital-Gerichtsordnung  vom 
Jahre  1500.    Spital- Archiv  Überlingen,  Absatz  I,  Nr.  3c. 


Überlingen. 

Lindow   und    Ravenspurg,    deßglichen  ire   armen   leut,    hindersassen 

und  verwandten,  jeden  under  sinen  st  ab  und  an  den  orten»  do  er 
ordenlich  hingehört  und  do  er  gesessen  isl,  und  das  du  (ir)  mmen 
herren  umb  die  raißhandlung  sollest  (sollend)  und  wellest  (wellend) 
zum  rechten  stan,  so  du  (ir)  deß  erfordert  wirst  (werden)  otu^h  dem 
gotzhua  für  die  cost  und  lifmng,  so  uf  dich  (nah)  in  d<^r  gefengnus 
und  uf  die  dich  (üch)  fenglich  härgebracht  haben,  gangen  ist,  un- 
verzogenlich  iißrichten,  bezalen  und  ablegen  wellest  etc- 


Tit.  1. 
Der  am  man  aid. 
Ersllich  so  würdt  ain  jeder  amman  schweren  ain  aid 
lirh  s:ü  got  und  den  hailigen,  meiner  herrn  burgermaister  und  rat,  auch 
gemainer  statt  Überlingen  und  irs  gotzhauß  spittals  daselbst  eer,  nutz 
und  frumen  zvi  schafien  und  ir  gemainer  statt  Überlingen  und  ließ* 
selben  spittals  schaden  und  nachtail  warnen  und  wenden  nach  seinein 
besten  vermögen;  deßgleichen,  was  im  jeder  s^eit  von  meinen  herrn, 
oder  zii  zeiten  den  geordneten  pflegern  gemeUs  spittals  bevolchen 
würdet,  desselbig  soll  er  aller  zeit,  wie  er  des  bevelch  hatt,  getreuw- 
lieh  und  vicissig  zu  volstrecken  und  außzeriehten,  auch  das  gericht 
zü  besitzen  und  ain  gleicher  richter  ze  sein  den  armen  als 
den  reichen,  und  dem  reichen  als  dem  armen,  niemand  zn  lieb 
noch  ze  laid,  und  nit  ansechen  kain  freundschaft  noch  veind^ 
schalt,  noch  auch  weder  müt  noch  gab,  sonder  allain  dem 
rechten  zu  lieb,  und  was  im  Unzuchten  und  unbandlungen  für- 
komen,  sie  werden  im  clagt  oder  nit,  darauß  meinen  herrn  und 
dem  gotzhauß  spittal  frevel  und  strafTeii  geen  megend,  die  soll 
er  all  wegen  den  geordneten  pflegern  des  spiltals  oder  dem  spittel' 
maiäter  als  schailnern  in  irm  namen  fiirbringen  und  rügen,  bis 
die  berecbtet  oder  außgetragen  werden  und  sollichs  durch 
nicmandts  lassen  bei  obgedachteni  geschwornen  aid-  Die 
amfjtleüt  in  des  gotzhauß  spittals  gerichten  sollen  hinfüro  ir  vleissig 
aufsechen  haben,  wann  in  des  gotzhauß  spittals  gerichten  iemands 
schulden  halben  auß  des  gotzhauß  gerichten  ausstritt,  oder  mit  todt 
abgeet  und  schulden  unbezalt  hinder  im  verließ;  so  sollen  die  ampt- 
leut  gemelts  gotzhauß  von  oberkait  wegen  der  ausstrettnen  und  abge- 
storben verlassen  hab  und  güeter  jederman  zu  seiner  gerechtigkait 
zu  arrest  und  verpott  legen,  und  sodann  das  beschicht,  dasselbig 
meinen  herrn  des  gotzhauß  spittals  pflegern  anzaigen  und  darauf 
irs  bevelchs,  was  verrer  darin  ze  handien  sei,  erwarten,  und  also 
solch  hab  und  güeter  in  verpott,  bis  meniglichem  recht  dabei  wider- 


Überlingen.  365 

far,  unverendert  pleiben  lassen,  und  alles  vleiß  darob  und  daran  sein, 
damit  auß  dem  arrest  und  verpott  solcher  hab  und  güeter  nichts 
verändert  noch  hinweg  genomen  werd. 

Tit.  2. 
Richter  aid. 
So  werden  die  richter  schweren  aid  zu  gott  und  zu  den 
hailigen,  das  ir  hierauf  ain  gleicher  richter  ze  sein  dem  armen 
als  dem  reichen,  dem  reichen  als  dem  armen,  niemand  ze  lieb 
noch  ze  leid,  weder  durch  müeth,  gab,  noch  kains  vorthails 
willen,  dann  allain  dem  rechten  zu  lieb  und  fürdrung,  nach 
eur  jedes  bestes  verstendnus,  auf  das  so  zu  recht  für  euch 
getragen  wirdet. 

Und  sollen  auch  alle  haimlichait  der  räth  und  der  ur- 
thailn  verschwigen  bis  in  ir  grub,  und  an  keinem  ende  rath 
suchen  noch  haben,  dann  vor  irn  oberkaiten  und  in  derselben 
gerichten. 

Welchem  richter  an  das  gericht  gepotten  würdet  zu  hauß, 
zu  hoff,  nit  kumbt,  biß  die  erst  frag  am  gericht  herumb 
kombt,  der  ist  auch  zu  püß  verfallen  drei  Schilling  pfennig, 
er  mag  dann  vor  eehaft  nott  nit  erscheinen. 

Welcher  auch  vom  gericht  on  urlob  je  zu  zeiten  der  geord- 
neten pfleger,  oder  ains  spittelmaisters  gedachts  spittals,  aid  ains 
ammans,  aufsteet  und  hinweggeet,  der  würdet  umb  drei  Schilling 
pfennig  gestrafft;  es  mecht  sich  auch  ainer  sogar  ungehorsamlich 
halten,  er  würd  hecher  nach  gestalt  seiner  handlung  gepüest  und 
gestrafft. 

Tit.  3. 
Der  aigenleuten  aid. 
Die  werden  meinen  herrn,  burgermaister  und  rath,  und  ge- 
mainer  statt  Überlingen  schweren,  auch  irs  gotzhauß  spittals 
nutz  und  fromen  zu  schaffen,  irn  schaden  getrüwlich  zu 
warnen  und  zu  verbieten  nach  irem  besten  vermegen  gepott 
und  verpott  gehorsam  zu  sein,  ir  lieb  und  gut  in  kainen  weg 
zu  verendern  noch  beschweren,  on  gunst,  wissen  und  willen 
meiner  herrn,  deßgleichen  kainen  herrn,  schütz,  schürm, 
vogtrecht,  burgrecht  an  sich  zu  nemen,  dann  mit  wissen 
und  willen  meiner  herrn. 

Tit.  4. 
Der  hindersässen  aid,  die  aigen  und  vogtherrn  haben. 
[Ir  werden  schweren:]  Meiner  herrn  burgermaister  und  rath  und 
gemainer  statt  Überlingen,  auch  irs  gotzhauß  spittals  nutz  und 


866 


Übertingen« 


fromen  zu  schaffen,  im  schaden  gelrewlich  zu  warnen,  doch 

ewefn  aigen  uotl  vogtherni  an  irer  aigenj^chafl  und  voglei 
unvergriffen,  pott  und  verpott,  so  lang  ir  hindersässeii  in 
des  gotzhanß  spittals  gerichten  seit,  gehorsam  ze  sein  und  alles 
das,  so  sich  in  der  zeit  die  weil  ir  hindersässen  gewest  sind>  ver- 
loffen  hat,  mit  recht  an  dem  end^  da  ewer  jeder  gesessen 
ist,  ansBlragen  und  sei  nit  weiter  bekümhern  noch  treiij^en 
in  kainen  weg,  das  auch  der  harnasch*  und  wer  so  ewer  jedem  tii 
haben  auferlegt,  ewer  jedes  aigen  sei,  und  den  in  kainen  weg  verabcr 
wandlen^^  sonder  damit  geliorsanilich  warttni. 

Tit.  5. 
Ins^a'igs  halb. 

Es  soll  niernands  in  des  gotzhanß  spittals  gericbten. 
zwingen  und  pennen  Kiachen  on  wissen  und  willen  und  er 
lauben  meiner  herrn,  od^r  je  zii  zciten  der  geordneten  ptleger  clt?^ 
gotzhaufi  spittal  bei  peen  drei  pfund  pfening.  Wer  auch  die^ 
selbigen    herberget,   der  ist  i    drei   pEundt   pfening  ver- 

fallen, snofi   das  one  erlopt  hicht. 

Und  we/lrher  also  usser  crlonuiuß  meiner  hcrrn  in  die  geridif 
ziehen  will,  der  soll  zflvor  ainen  gelerlen  aid  schweren,  das  er  hindor 
dhainen  Juden  behafl^  auch  weder  in  aacht  noch  bann»  deßgleicheii 
weder  vor  hof-,  land-  oder  andern  gerichten  recht bengig  sei,  und  das 
er  kaineni  herrn  noch  gotxhauß  mit  der  leibaigenschaft  zügethon  nocli 
verwandt,  sonder  in  all  weg  seins  leibs  frei  sei  in  all  weg. 

Tit,  6. 
Ordnung  und  rat,  wie  es  vor  gericht  gehalten  werden  soll 

Welcher  [den  andern  vor  gesessem  gericht  beschelkl 
mit  scheItworten]%  es  seien  fronen  oder  man,  ist  die  peen 
ain  pfuiidt  pfening.  Was  auch  vor  gericht  bethedingt  und  be- 
schlossen wirt,  dem  soll  nachkommen  werden;  komt  es  clag, 
ist  die  peen  zechen  Schilling  pfening,  und  was  vor  ainera 
amptman  verlhedingt  w^ürt  und  auch  äü  clag  korabt,  ist  die 
püß  fünf  Schilling  pfening. 

Welchem  für  gericht  gepotten  würt  und  kombt  und  be- 
gert  ains  iiugs  anf  seinen  herrn,  mag  der  angreifen  an  den 
Stab,  das  er  solch  sacben  nit  verantw^urten  kend  noch  meg 


'  Die  Worte  von  [bis]  iind  in  der  Bp^täliscben  HB^ndicbrift  duf  eh  strichen;  d«fQr 
am  Rande:  «Rieh  mit  werten  oder  wercken  undchtig  oder  unbeecbaidönlich  vor 
gesessnem  gericht  hielt .  .  ,». 


ÜberÜDgen.  367 

ne  seines  herrn  rath  oder  wissen,  soll  im  zug  geben  werden; 
lag  oder  will  er  nit  darumb  an  den  gerichts  stab  greifen, 
oll  im  kain  zug  geben  werden. 

Und  welchem  ain  zug  auf  seinen  herrn  geben  würt,  und 
ich  erfund,  das  der  seinen  herrn  nit  suchte,  ist  die  peen 
.in   pfund  pfening. 

Welcher  seinen  mitsässen  auf  frembde  gericht  fürnimbt 
ind  ladet,  oder  in  anderswa  verclagt,  der  soll  im  allen 
ichaden  abthun;  ist  die  peen  fünf  pfundt  pfening.^ 

Wer  Zuspruch  zum  andern  umb  ligendt  oder  varendt 
;ut  hat  oder  umb  gehaiß,  die  soll  er  rechtfertigen  in  jars 
frist,  es  were  dann,  das  ainer  nit  bei  landt  were;  thüt  er  das 
nit,  ist  die  peen  ain  pfundt  pfening. 

Welcher  ain  knecht  animpt,  der  soll  den  in  vierzechen 
tagen  den  nechsten  jetzo  zu  Zeiten  den  geordneten  pflegern,  dem 
spittelmaister,  oder  amptman,  das  er  lob,  wie  ain  ander  hinder- 
säß,  pringen;  welcher  maister  das  nit  thüt,  der  soll  gestrafft 
werden  umb  ain  pfund  pfening. 

Welcher  fravel  verfalt,  ist  derselbig  in  des  gotzhauß  spittals- 
gerichten  gesessen,  so  soll  im  ain  pfund  pfening  gepotten  werden; 
welcher  aber  zu  bezaln  nit  vermecht,  der  soll  meinem  herrn  heim- 
erkendt  werden  in  venknuß  zu  legen,  und  darin  all  tag  fünf  Schilling 
pfening  abdienen;  welcher  auch  gestalt  würt,  der  ausserhalb  des  gotz- 
hauss  spittals  gerichten  gesessen,  der  soll  auch  je  zu  zeiten  den  ge- 
ordneten pflegern  des  gotzhaußs  die  straff  vertresten,  ihut  ers  nit, 
zu  meiner  herrn  banden  zuerkennen,  und  auch  obgelauter  massen  die 
straff  in  venknuß  abdienen. 

Tit.  7. 
Von  versatzung  und  pfandung. 
Welcher  ain  gut  zweifacht  versetzt    und  die  ersten  ver- 
satzung in  der  nachgenden  nit  eröffnet,  ist  die  peen  zechen 
pfund  pfening. 

Wer  auch  versetzt,  das  nit  sein  ist,  der  soll  auch  umb 
zechen   pfund   pfening   gestrafft  werden.^ 


^  In  dieser,  sowie  in  der  spitälischen  Handschrift  von  anderer  Hand  angefügt: 
cdoch  die  handlangen  und  fehl,  so  der  hohen  oberkait  z&  straffen  gebüren,  hierinen 
auflgenomen». 

*  Diese  zwei  ersten  Absätze  sind  in  der  spitälischen  Handschrift  von  anderer 
Hand  mit  roter  Tinte  unterstrichen  und  eingeklammert;  am  Rande  steht  mit  derselben 
roten  Tinte  geschrieben:  «sollen  nit  mehr  verkint  werden». 


9B8 


Überli 


ugen 


Welcher  ainem  pfand  versagt,  so  die  vom  amptman  er- 
loupt  sind  *imb  nnlougenbar  srhiild,  ist  die  püß  ain  pfiind 
pfi'ning. 

Wer  auch  dem  andern  pfand  nimpt  unerlaubt,  es  söj 
iimb  lougenbar  oder  uiilougenbar  schulden,  frevenlich,  isl 
die  peen  drei  pfund  pfeniug. 

Weicher  pfand  auß  des  gotzhauß  spittals  gerichlen» 
zwingen  ond  pennen,  treibt  oder  tregt,  onverrechtferligt, 
ist  die  peen  drei  pfundt  pfening. 

Eh  Süll  auch  kainer  dhainen  semen  ?.ü  pfand  geben,  or 
mag  dann  schweren,  das  er  sunst  kain  varend  pfand  hab, 
so  sollen  dann  der  sem  ain  varend  pfand  sein,  doch  dem 
lechenherrn  an  seiner  gerechtigkait  one  schaden;  wer  das 
überfert,  ist  die  peen  ain  pfund  pfening* 


4 


Tit,  8. 
Von  iidlon* 

Welcher  sich  vor  gericht  beclaget  unil>  lidlon,  und  sieb 
erfündt,  das  es  nit  lidlon  wer,  der  ist  verfallen  drei  Schilling 
pfening. 

Es  soll  auch  umb  lidlon  nieniands  kain  unnütz  pfand 
geben;  wa  das  zu  clag  kern,  und  ainer  sein  gelt  nit  darauß 
lesen  mecht,  so  ist  die  peen  drei  schülling  pfening. 

Tit.  9, 
V'^on   Spillen. 
Wer  endtlehnel    oder  über  das  spil  leuchet,  ist  die  peei 

ain  pfund   pfening. 

Wer  auch  dings  spillet  oder  auf  pfand,  oder  wer  leihel 
oder  endtlechnet  anders^  dann  bargell  auf  dem  tisch,  aint 
an  das  ander,  ist  die  peen  drei  pfund  pfening. 

Wer  auch  in  seinem  hauß  spülen  lasst  von  dem  ave  maria 
am  aubendt  unz  am  morgen  zu  ave  maria,  ist  die  peen  ain 
pfundt   pfening. 

Tit.  10. 
Welcher^  dem  andern  auf  sein  lehen  stellt,  ist  die  peen 
zehen  pfundt  pfennig. 


'  In  der  spitälischen  Handschrift  befindet  sich  über  diesem  Absati  folgende 
Überschrift  von  späterer  Hand:  «Von  aigen  und  lehengOeter,  auch  recht 
und  gerechtigkait  und  dienstbarkait  derselben». 


ÜberliDgen.  869 

Es  soll  auch  niemandts  kain  gut  verleichen  noch  ver- 
:auschen  von  den  güetern,  so  dem  gerichts-,  lehen-  und 
vogtherrn  zügehern;  ist  die  peen  drei  pfund  pfening. 

Es  soll  niemandts  graben  noch  wasserlaitinen  machen 
durch  die  Strassen  oder  durch  die  gemain  merk,  one  er- 
laupt;   ist  die  peen  zechen   Schilling   pfening. 

Wer  dem  andern  sein  körn,  obs  oder  grass  frevenlich 
abschneit  oder  nimpt,  der  kumbt  umb  ain  pfund  pfening.^ 

Es  soll  niemandts  in  meinen  herrn  gerichten,  zwingea  und  pennen, 
in  gemain  mark  und  in  ir  helzern  kain  gereut  machen  noch  lassen 
machen    one  erloupt;  ist  die  peen  drei  pfund  pfennig. 

Tit.  11. 
Wa*  zerwürfung  und  unainigkait  will  aufersteen,  da  soll 
ain  jeder  geschworner  darvor  sein  und  frid  gepieten,  erst- 
lich an  ain  pfund  pfening,  darnach  an  drei  pfundt  pfening,  nachgendts 
an  fünf  pfund  pfening  und  biß  auf  zechen  pfundt  pfening,  es  were 
dann  sach,  das  ine  nott  sein  bedunkte,  gleich  das  mittel  pott  der 
fünf  pfundt  pfening,  oder  das  bott  der  zechen  pfundt  pfening  ze  thün; 
würd  aber  ainen  gedunken,  das  nott  wirde,  zum  hechsten  pott  zu 
pieten,  und  solchs  überfarn,  der  oder  dieselben  übertretten,  sollen 
der  oberkäit  überantwurt  werden,  und  welche  oder  welche  dieselbigen 
nit  helfen  annemen  und  uberantwurten,  der  oder  dieselbigen  sollen 
umb  drei  pfund  pfening  gestrafft  werden;  und  welcher  solche  pott 
thüt,  der  soll  das  ainem  jeden  amptman  angeben,  damit  die 
gestrafft  werden,  bei  peen  ain  pfund  pfening. 

Von  Scheltworten." 
Welcher    den    andern    fravenlich,    unbeschaidenlich    und    müt- 
williglich,  es  seien  frawen  oder  man,  schelt,  das  soll  meinen  herrn 
anzaigt  und  nachgendts  durch  sei  gestrafft  werden.^ 

^  In  der  spitalischen  Handschrift  ist  dieser  Absatz  mit  roter  Tinte  unterstrichen. 
Am  Rande  steht,  von  anderer  Hand  geschrieben:  «SoU  nit  so  verkindt  werden,  sondern 
wie  tmden  stath». 

Dann  folgt  von  derselben  Hand:  cWer  dem  andern  sein  körn,  opß,  rOeben, 
aichelen  oder  graß  frä venlichen  tags  abschneit,  schilt  oder  nimpt,  der  kompt  umb 
ain  pfnnd  pfening,  und  soll  dem  andern  sein  zaegefüegten  schaden  nach  simblichait 
abtragen;  wa  aber  daß  änderst  geschee,  daß  soll  den  hohen  gerichten  gehören». 

'  In  der  spitälischen  Handschrift  ist  dieser  Absatz  überschrieben:  cVon  rumor 
and  schlachandlungen,  auch  fridmachung  und  Stillung  derselben,  deß~ 
gleichen  der  darüber  gesetzten,  von  scheltworten  und  frävel  und 
büßen». 

*  In  der  spitälischen  Handschrift  durchstrichen. 

^  Der  ganse  Absatz  ist  in  der  späteren  Handschrift  mit  roter  Tinte  unter. 
strichen.    Am  Rande:  «soll  nit  mer  verkindt  werden». 

Obtrrh«iniaohe  BUdtieobt«.  II.  9.  84 


Überlingen.  871 

Tit.  12. 

Werl  in  die  aucht  kumbt,  der  soll  auß  diß  gotzhauss  ge- 
richten  geen;  wa  er  das  nit  thut,  als  oft  man  in  darin  sieht, 
ist  die  peen  drei  pfund  pfennig;  were  auch,  das  ainer  oder 
mer,  die  in  den  gerichten  sitzen,  von  seinetwegen  zu  schaden 
komen,  die  soll  er  von  schaden  entheben,  und  soll  in  die  ge- 
richt  nit  komen,  er  pring  dann  wäre  kundtschaft,  das  er 
auß  dem  auchtbuch  geschriben  sei. 

Welcher  in  meiner  herrn  gerichten  gesessen  und  von  andern, 
iwrer  der,  oder  wa  die  gesessen  sind,  ausserhalb  gedachter  meiner 
herrn  auf  frembde  gericht  citiert  oder  geladen  würdet,  [der  soll  vor 
denselben  frembden  gerichten  nit  erscheinen,  noch  antwurt  geben, 
er  hab  dann  soUichs  zuvor  je  zu  zeiten  den  geordneten  pflegern  oder 
spittelmaister  anzaigt]*;  wer  das  uberfert,  der  soll  umb  ain  pfundt 
pfening  gestrafft  werden. 

Wer  auch  in  bann  komet,  das  die  kürch  vor  im  verschlagen 
würdet,  so  soll  dieselb  person  auß  den  gerichten  geen,  und  nit  wider 
darin  komen,  bis  er  absolviert,  und  ist  die  peen  ain  pfundt  pfening. 

Tit.  13. 
Von  der  ee  wegen. 

Wann  ain  person  vermaint,  die  ander  hab  im  die  ee  ver- 
haissen  und  das  nit  außtregenlich  machen,  und  nichtzit  dar- 
zü  thün  will,  so  soll  der  ander  thail  sollichs  je  zu  zeiten  den 
geordneten  spittelpflegern  oder  spittelmaister  anzaigen, 
die  sollen  alsdann  verschaffen  mit  baiden  thailen,  das  si 
das  in  ainer  kurzen  zeit  außtragenlich  nxachen,  und  an 
welchem  thail  dann  das  abgeet  und  sollichs  nit  thün  will, 
ist  die  peen  zechen  pfundt  pfening. 

Wer  auch  dem  andern  umb  die  ee  zuspricht  und  der 
widerthail  im  mit  recht  außgeet,  so  dann  die  Sachen  mutwillig 
erfunden  werden,  so  ist  der  züsprecher  zehen  pfundt  pfening 
verfallen,  er  hab  dann  die  sach  mit  den  geordneten  pflegern 
oder  spittelmaister  gehandelt,  wie  dann  hiervor  begriffen  ist. 


^  In  der  spitilliechen  Handschrift  ist  dieser  Absatz  überschrieben:  «Verpott, 
das  kain  einsaß  den  andern  af  frembde  gericht  citir». 

s  In  der  spitAlischen  Handschrift  von  [bis]  mit  roter  Tinte  unterstrichen;  dafür 
angeftigt:  «solchee  Je  zuo  zeitten  den  geordnetten  pflegern  oder  spittalmaistern  an- 
salgen,  suo  sehen,  ob  er  nf  gemainer  statt  flreihaiten  abinyordem  seie  oder  nit». 

fl4* 


ÜberÜDgen.  878 

dreien  oder  vier  pfund  pfeningen  und  nit  darüber  an  ainem  Mder 
^MTeins  zu  gewein  hab,  und  soll  kain  würt  macht  haben,  bei  peen 
ain  pfund  pfening,  wein  ze  schenken,  er  sei  dann  zuvor  durch  die 
verordneten  Schätzer  geschätzt  worden;  welcher  würt  soUichs  über- 
fert,  der  wirdet,  sooft  es  beschicht,  umb  solche  peen  unablesslich 
gestrafft.^ 

Tit.  15. 
Der  gant  halb. 
Wann  ain  gelegen  gut,  umb  was  sach  das  ist,  auf  die  gant  er- 
langt würdet,  so  soll  dasselbig  in  vierzehen  tagen  nach  sollicher  er- 
langung  durch  den  geschwornen  aman  oder  pittel  am  ersten  umb  die 
suma^  darumb  es  uf  gant  bracht  ist,  mit  ainem  offnen  ruf,  darnach 
aber  in  vierzechen  tagen  gleicher  weiß  mit  dem  andern  offnen  ruf, 
und  alßdann  abermals  nach  verscheinung  vierzehen  tag,  so  es  bis 
sfi  drei  ur  desselben  tags  auf  der  gant  gestanden  ist,  und  jemands 
mer  darauf  geschlagen  hat,  mit  dem  driten  und  letsten  ruf  ausgerüeft 
und  vergantet  werden.  Ob  dann  in  solchen  sechs  wochen  oder  auf 
dem  letsten  tag  solcher  gant  jemands  mer  darauf  schliege,  so  sollen 
doch  auf  solchen  letsten  tag,  nach  verscheinung  der  sechs  wochen, 
solch  gelegen  gut  dem,  so  am  maisten  darumben  geben,  am  letsten 
räf  als  sein  aigen  gut,  nach  gantrecht  haimgesprochen  und  auf  sein 
begem  gantbrief  geben  werden. 

Tit.  16. 
Der  appelation  halb. 
Es  haben  sich  meine  herrn,  des  gotzhauß  spittals  pflegere,  ent- 
schlossen, ist  auch  ewiglich  ze  halten  beratschlagt  worden :  wann  nun 
hinfüro,  wer  die  wern,  von  ainem  gericht  für  ain  andern  richter 
seiner  beschwerden  außgangen  urthel  appellieren  wil,  des  jedermenig- 
lich  erlopt;  würde  er  aber  vor  solchem  richter  auch  verlustig,  so  ist  er 
zu  straff  verfallen  b  ^  ^,    Darnach  wiß  sich  ainer  ze  halten. 

Uiignossami  halben  der  aigenleut. 
Es  soll  nun  hinfüro  ainiche  weder  maus  ald  Weibspersonen,  jung 
noch  alt,  knaben  noch  tochteren,  die  dem  spittal  zu  Überlingen  mit 
der  leibaigenschaft  zügethon  und  verwandt  weren,  ausserhalben  des- 

'  In  der  spitälischen  Handschrift  von  anderer  Hand  angefflgt,  aher  wieder 
darcbstrichen :  «and  fürnemblichen,  so  soll  aach  kain  würt  oder  wOrtin,  wer  der  oder 
die  seien,  an  kainem  frembden  ort,  sonder  allain  in  der  statt,  oder  in  derselben  ald 
in  des  spittals  gerichten  und  gepieten,  wein  kaufen  und  einlegen  bei  obgemeltem 
verpott  der  fQnf  pfund  pfeningen». 


«T4 


r 


Üheflin^en. 


selb^i  gericht  one  sonder  vnrwissen  und  bewilligen  der  herm  pflegere 
desselben  spit^als,  nit  z(i  verhei raten;  würde  aber  aitier  oder  aiiie 
sollichs  flberfaren  und  diß  ußgangen  verpott  nit  halten,  sonder  ver- 
achten,  der  oder  die  sollen  aißdann  iimb  die  ungnossami  ßäch  er 
kantnufi  ermelter  herr  pflegere  unablesslich  gestrafit  werden. 

Tit.  17. 

Bechy  holz,  offen  und  hampf  halben. 

Item  das  nun  hinfüro   ainicher  bech   oder  ainiche   frow  hob 

oder  hampf  mache  in  seinem  hauß,  in  der  stuben,  oder  hindcr  dem 

offen,  der  selbichs  überfert  und  daran ß  leuchtlich  nachtail   begeben 

mag,  der  soll  gestrafft  werden  umb  3  ^  ^. 

»Tit  18, 
Der  hew  halben. 
Es  haben  meine  herrn  sich  entschlossen  dem  gemainen  maii  t4 
g&tem,  das  nun  hinfftrter  an  fünf  pfund  pfenjng  ainicher  in  die  hew 
treiben  sollen;  wer  aber  das  überfert,  der  soll  gestrafft  werden  bei 
obgenanntem  pott;  und  mecht  ainer  so  gefarlich  oder  iingefarlich 
handien,  so  steet  di^  straff  zö  meiner  herrn  bekandtnuß. 

t  Tit  19. 

HoUhowen  halben, 
Verrer  haben  sich  auch  gedachte  meine  herm  erosüich  und 
strenglich  ze  halten  entschlossen,  das  nunhinfüro  kain  gmaind,  dorf- 
pfleger,  maier,  seidner  noch  ander  on^  vorwissen  und  bewilligen 
meiner  herrn  ald  ains  spittelmaisters,  Schaffners  oder  ander,  die  des 
gewalt  haben,  kain  holz  in  meiner  herm  gerichten  nit  hawen,  noch 
selbeft  ausgeben  sollen,  beim  pott  fünf  pfund  pfening. 

Tit.  20.« 
Der  verkauften  ligenden  güeter  halben. 
Nachdem  ain  erberer  rath  dieser  des  hailigen  reichs  statt  Über- 
lingen nit  allain  in  der  statt  und  auf  derselben  etter,  sonder  auch 
dero  und  ires  gotzhauß  spittal  zügeherigen  gerichten  und  gepieten 
lange  zeit  her  zügesechen,  gestattet  und  geduldet,  die  gelegnen  güeter 
zum  thail  an  die  ewigkaiten  und  sonst  auß  der  burger,  einsässen  und 
zügeherigen  in  anderer  frembder  und  außlendischer  personen  banden 

^  Dieses  Wort  von  anderer  Hand. 

*  In  der  spitälischen  Handschrift  steht  hier  von   anderer  Hand  die   Über- 
schrift: «Ewige  Satzung,  verkaufung  ald  Veränderung  der  gfleter  halber». 


Üt>erlingen.  875 

Lomen  zu  lassen,  aus  wellichem  mitlerweil  (wo  änderst  demselben 
seitlich  nit  gesteurt  und  fürkomen)  gewissers  und  aigentlichers  nit 
jrvolgen,  dann  das  durch  angeregte  ergebung  und  der  frembden  ein- 
tringen  der  merer  tails  der  besten  und  gelegnesten  güeter  von  der 
statt  und  ausser  derselben,  auch  ires  gotzhauß  spittal  gerichten  und 
gepieten  komen,  inen  zu  nachtail  und  andern  zu  gutem,  davon  aber 
mit  beschwerden  und  grosser  müe  widerumb  darzö  gepraucht  wurden. 

Und  wiewol  ain  ersamer  rath  dhains  wegs  dahin  gesundt  ist, 
jemands  an  fürgenomen  gotzgaben,  getroffnen  köffen  oder  wolfart, 
wider  sein  nutz  und  fromen  zu  verhindern,  sonder  vil  mer  allen  seinen 
bürgern,  zögeherigen  und  verwandten  in  der  statt  und  auf  dem  land 
zu  nutzlichem  gedeichen  und  aufnemen  zu  verhelfen  und  sei  vor 
beschwerlichen  und  nachtailigen  eingang  zu  bewam  ganz  vätterlich, 
schuldiglich  und  wol  genaigt,  —  dieweil  nun  ditz  alles,  auch  erzelte 
beschwerden  und  hoch  nachtailigen  eingriff  und  sonderlich  das  für 
äugen  genomen,  was  künftiglich  gemainer  statt  und  dero  zügeherigen 
darauß  fliessen  und  erwachsen  mecht,  dasselbig  bests  vleiß  getrew- 
lich  beratschlagt  und  erwegen,  —  so  haben  sich  demnach  und  hierauf 
vermeg  habender  irer  freihalten  und  auß  gewalt  der  oberkait  ditz 
hernach  geschriben  Satzung  und  Ordnung  fürgenomen,  wellen  und 
gepieten  auch,  das  dieselbig  nunhinfüro  von  jederman,  so  inen  zü- 
geherig  und  verwandt  sein,  ewiglich  gehalten  und  dero  strackts  ge- 
lept  und  nachgegangen  werde,  nämlich: 

so^  sollen  nunhinfüro  dhain  burger,  ein  woner  noch  hindersäß 
in  der  statt  noch  auf  dem  landt,  es  sei  in  derselben  oder  des  spittals 
gerichten  gesessen,  dhain  ligend  gut  mer,  es  sei  hauß,  hoff,  acker, 
wisen  noch  gärten,  klains  noch  groß,  wie  das  namen  haben  mag,  an 
ainiche  ewigkait,  gotzhauß,  pfrund  oder  spittal,  umb  gelt  oder  durch 
willen  verkaufen  oder  ergeben,  ganz  überal  in  dhainerlai  weise; 

deßgleichen  auch  dhainer,  er  seie,  wie  gehert,  in  der  statt  oder 
derselben  ald  des  spittals  gerichten  und  gepieten  gesessen,  oder  nit, 
ainich  ligend  gut  mer  gegen  frembden  und  außlendischen  personen, 
so  ainem  ersamen  rath  oder  dem  spittal  nit  zügeherig  noch  verwandt 
sein,  weder  umb  bar  gelt,  leubding  oder  sonst  hingeben,  vertauschen 
oder  verkaufen,  bei  straff  10  fß  /^.  Wo  aber  dasselbig  darüber  be- 
scheche,  so  soll  der  kauf  weder  in  der  statt,  noch  ermelten  gerichten 
nit  fürgang  haben,  sonder  ain  ganz  jar  frei  und  offen  sein  dergestalt, 
das  ain  jeder  burger,  zügeheriger  und  verwandter  in  der  statt  und 
auf  dem  land  denselben  kauf  jedoch  von  denjenigen  an  demselbigen 


*  In  der   spitälischen    Handschrift    steht   hier  die  Überschrift:    «Der    ver- 
kauften güttern». 


tT6 


r 


t^bafliiigeiir 


ort,  alda  er  getroffen,  gesessen,  umb  das  gelt,  wie  er  gegen  freinMei 
on  ainiche  simulatioii,  betrug,  arglist  oder  gefard.  verfailset  wordeii 
ist,  wol  annemen  und  an  sich  pringen  mag,  unverhindert  des  ersten 
keffers  und  meniglichs. 

Im  vall  aber,  ob  jemandts  sollicher  kaufe  von   bürgern,  mg^* 
herigen,  in  der  statt  oder  auf  dem  land,  in  bestimbt  gelt  zäbel 
oder  anzftnmnen  nit  gelegen  were,  — 

so  sollen  alßdann  die  gesrhwornen  Schätzern  jedes  orts  in  aw 
gfleter  geschidct  und,  wie  selbiche  durch  dieselben  iren  aiden  nach 
geschätzt  werden,  alßdann  ain  ersamer  rath  alhie  gut  füg  und  mach* 
haben,  das  oder  dieselben  güeter  in  der  statt,  derselben  etter,  oder  in 
iem  ald  des  spittals  gerichten  gelegen  der  schats^ung  nach  zö  iru 
banden  ze  nemen  und  dieselben  gemeiner  statt  zu  behalten,  oder  aber 
andern  irer  gelegenhait,  nutz  und  fromen  nach  widerumb  zu  ver- 
kaufen. Doch  so  behalten  inen  ermelte  meine  herrn  ain  ersamer 
rath'  für  sich  und  ire  nachkomen  ditz  recht  und  gewalt  bevor,  ob- 
bestimpt  stattut  und  ßatzung,  ob  irrung  oder  ungleicher  verstand  mit 
der  zeit  darinen  fttrfallen  mecht,  zh  erclärn,  zft  bessern,  /ä\  mindern* 
zft  mem  oder  genzlich  widerumb  ab  zij  ih\\n,  alles  nach  gelegenhait 
der  leüft  und  zeit,  und  wie  si  gut  bedunkt;  darnach  wisse  sich  menij 
lieh  ze  richten. 

^  Tit.  21. 

Der  Juden  halben. 
Meine  herrn,  burgermaister  und  ain  erbarer  rath  der  statt  über- 
hngen,  sampt  den  herrn  spittelpflegern,  stellen  in  dhainen  zweifei, 
es  werde  sich  jedermenigJic,h  irer  burger  und  ein  woner,  desgleichen 
auch  ire  und  des  spittals  armen  leut,  hindersässen,  zägeherigen  und 
verwandten  auf  dem  landt,  gnügsamlich  zu  erinern  wissen  des  ge- 
potts  und  väterlicher  ermanung,  so  sie  bei  kurz  verscheiner  jam 
allenthalben  in  irn  und  vermelts  spittals  vogtheien,  gerichten  und 
gepieten  außgeen  und  verkinden  haben  lassen,  das  sich  nämlich 
niemandts  der  irn  hinder  dhainen  Juden  noch  judin  thün,  noch  mit 
denselbigen  in  ainicherlai  weise  oder  weg  ichzit,  es  sei  umb  zinß, 
schuld  oder  anders,  contrahiern  oder  handeln  solle;  alles  bei  dem 
pott  an  10  <S  .^. 

Tit.  22. 

Salz  halben. 

Zum  andern,  nachdem  sich  auch  etliche  in  meiner  herrn  und 

des   spittals   gerichten   understanden,   ainen    aignen    salzgewerb    zä 

treiben,  das  salz  scheibenweise  aufzukaufen,  und  volgends  zu  gewein 


Überlingen.  877 

Lerumb  züverkoufen,  welches  alles  aigens  willens  und  onerlaupt, 
^h  meiner  herm  salzfreihait  zuwider  und  entgegen  fürgenomen  und 
(chehen  ist,  derhalben  wollen  sie,  meine  herrn,  dasselbig  bei  ainem 
en  an  zehen  pfund  pfening  abgestelt  haben;  und  damit  aber  meng- 
h,  reich  und  arm,  wissen,  wo  er  salz  finden  meg,  und  deßhalb 

an  weit  endtlegne  orth  darnach  laufen  darf,  so  haben  erneute 
dnc  herm  den  amptleuten  aines  jeden  fleckens  ain  anzal  salz  zu 
t>en  verordnet   und  inen  bevolchen,  ainem  jeden  umb  bargelt,  sovil 

salz  begert,  außzümessen  und  widerfaren  zu  lassen.  Damach 
sse  sich  nunmer  ain  jedes  zu  richten  und  vor  oberzelten  straffen, 
chtail  und  schaden  zu  verbieten. 

Tit.  23. 
Verheuraten  halben.^ 
Es  haben  sich  auch  emente  meine  herm  uß  bewegenden  ur- 
3hen  entschlossen  und  wellen  auch  hiemit,  das  kain  junge  ledige 
ih[t]er  und  witfrawen,  dergleichen  kain  junger  gsell  oder  wittling 
sserhalben  gemainer  statt  und  spittals  gerichten  one  irer  vorwissen 
d  bewilligen  nit  zu  verheuraten;  würde  aber  hierüber  soUichs  one 
willigung  beschehen,  der  oder  die  werde  on  alle  gnad  umb  drei 
ind  pfening  unablesslich  gestrafft  werden. 

Tit.  24. 
Meine»  herm  burgermaister  und  ain  ersamer  rath  des 
iligen  reichs  [statt]  Überlingen  lassen  allen  und  jeden  im  und 
s  gotzhauß  spittals  underthonen,  zügeherigen  und  gerichtsver- 
tndten  emstlich  gepieten,  das  nunhinfüro  dhainer  mer  für  nie- 
indts  bürg,  gwer  noch  selbstschuldner  werden  solle  umb  sach,  das 
i  weder  wenig  noch  vil,  one  vorwissen,  bewilligen  und  zulassen 
netter  meiner  herrn,  bei  straff  zehen  pfund  pfening. 

Tit.  25. 
Landgericht  halber. 
Item    welcher   underthon   und    hindersäß,    er   sei    in    gemainer 
itt  oder  des  spittals  gerichten  gesessen,  hinfürter  für  hove-  oder 
idtgericht  citiert  und  geladen  und  [nach  beschechner  abvorderung] ' 

>  In  der  spitäliscben  Handschrift  iet  das  Wort  «halben»  darchstrichen ;  dafür 
I  anderer  Hand  «in  frembde  gericht». 

'  In  der  spitäliechen  Handschrift  steht  über  diesem  Absatz  von  anderer 
ad:  «Verpott,  daz  niemands  für  den  andern  bürg  werden  solle». 

»  In  der  spitälischen  Handschrift  [bis]  mit  roter  Tinte  anterstrichen ;  dafür 
Rande:  «die  ime  mitgeteilte  abvorderting». 


fV9  ÜbsHi^Mi. 

08  gemainer  statt  freihait  nit  gewiaen^  würdet,  der  aoU  mnb 
pfnnd  pfening  gestrafft  and  darsA,  bis  das  er  soUidi  bcive-  oder  laoi- 
gericht  widemmb  abstelt,  der  geiicht  verwisen  werd«i.* 

Es  soll  auch  niemand  in  meines  herm  gerichten,  weder  joBg 
noch  alt,  ledige  oder  manns-  aid  weibsperson,  nit  eingelassen,  so 
leibherm  haben,  sonder  das  ain  jedes  oder  jede  irer  leibeigensdnft 
halben  in  allweg  frei,  lidig  and  lofl  sei. 

Es  soll  auch  kein  würt  noch  wirtin  in  ainichen  frembden  sonder 
lUlain  in  der  statt  wein  kaofen,  an  10  S  #5^,  wer  das  nbeifert* 

Item  welcher  dem  andern  sein  fich,  wofl  nama  es  lu|t^  m  sein 
gftt  schlecht  oder  darein  knmpt  and  dem  schada  beschicht,  es  sei  ia 
sama,  wFsa  oder  in  anderum,  sol  gestrafft  werden  mn  1  S  ^,  nad 
sol  dem  der  schad  geschecha  ist,  abdrag  don  nach  eibuitniis  erbenr 
lata.» 

[Item  welcher  dem  andern  seine  rieh,  wie  dafi  dieeelben  namen 
haben  mochten,  alß  namblichen  auch  rofl,  schwein,  schof,  oder 
kelber  etc.,  in  sein  guot  schlecht  oder  darinnen  kumpt,  nnd  der 
schaden  besichtiget  worden  ist,  es  si  in  dem  somen,  wifien  oder  in 
andern  gfleter,  ist  die  straff  1  S  #5^. 

Und  so  dem  der  schaden  beschehen  ist,  so  soll  alfidann  nadi 
erbarer  leuten  erkandtnuß  äbtrag  beschehen.] 

Tit.  26.« 
Weinkaufs  halber. 
Meine  herm  burgermaister  und  ain  ersamer  rath  des  hailigen 
reichs  statt  Überlingen  haben  ausser  bewegenden  Ursachen  für  gut 
angesehen,  geordnet  und  wellen,  das  nunhinfürter  ain  würt,  gastgeb 
oder  weinschenk,  so  in  gemainer  irer  statt  und  des  gotzhaus  spittals 
gerichten  gesessen,  an  dhainem  anderm  ort,  dann  z&  Überlingen  in 

^  Dieaes  Wort  in  der  spitälischen  Handschrift  mit  roter  Tinte  nnterstricfaen; 
daltlr:  «gerichtlich,  wie  sich  gepftrt,  fürbringen  and  sich  ino  weisen  begeren». 

*  In  der  spitälischen  Handschrift  angeffigt  von  anderer  Hand:  «Gleicher  gestalt, 
welcher  in  die  aacht  deß  hove  oder  landtgerichte  kompt,  der  soll  umb  sehen  pfund 
pfming  geetraflt,  and  der  gericht  so  lang  verwisen  werden,  biß  er  sich  mit  volkommeo 
schein  von  derselben  aacht  widemmb  erledigt  hatt». 

'  Dieser  and  der  vorhergehende  Absatz  von  anderer  Hand. 
^  Am  Rand:  «oder  roß». 

*  Dieser  Absatz  von  anderer  Hand.  Der  nächste  Absati,  stammt  wieder  von 
der  ursprünglichen  Hand. 

*  Dieser  Absatz  ist  von  derselben  Hand  wie  der  bisherige  Text,  aber  mit 
blasserer  Tinte  gesdirieben.  Alle  folgenden  Absätze  stehen  nar  in  der  spitälischeD 
Handschrift. 


Überlingen.  879 

Br  statt  von  der  burgerschaft  wein  kaufen  soll;  doch  ist  ainem 
^en  gastgeber  oder  würt  vergunt  und  zügelasen,  das  er  von  herpst- 
eit  an  bis  Sant  Niclaus  tag  und  sonst  verrer  oder  weiter  im  jar  nit 
eni  wein,  so  ime  uf  seinem  aigenthumb  gewachsen,  ußschenken, 
der  wie  ain  anderer  hindersäß  uf  die  wegen  verkaufen  mag,  bei 
traS  zechen  pfund  pfening. 

Tit.  27. 
Von  bevogtigung  der  kinder,  so^  vatter  und  muoter 

gestorben.' 
Item,  es  haben  sich  meine  herm  ernstlich  und  gestrenglich  ze 
lalten  entschloßen,  dermassen,  wo  nunhinfürter  über  kurz  oder 
uig  die  eitern  von  im  kindem  absterben,  das  alsdann  und  zu  stund 
»erüerte  verlassnen  kinder  durch  ainen  amman  mit  wissen  und  be- 
willigen des  gerichtsherm  ordenlicher  weiß  verpflegt,  auch  anstatt 
rer  vatter  und  mäter  selig  hinderverlassner  haab  und  güeter  ligender 
Lud  varender,  waran  das  sein  möchte,  nichts;  außgenomen,  underziehen, 
lamit  dieselben  ire  güeter  in  guten  eern  gehabt,  auch  denselben 
indem  darvon  nichts  verendert  noch  verkauft  werde,  alles  bei  den 
hrewen,  darumben  ain  jeder  verordneter  vogt  und  pfleger  schweren 
md  anloben  soll. 

Tit.  28. 
Von  verkaufung  der  vich  und  kelber. 

Item  es  wollen  meine  herm  auch  hiemit  meniglich  in  im  ge- 
ichten  verkündt  haben,  so  und  wann  nunhinfürter  ain  maier  oder 
inderer,  wer  der  were,  oder  die  seien,  ainiche  vih  und  kelber  ver- 
laufen wollen  und  inen  vail  seie,  das  sei  dasselbig  alßdann  ainem 
;pittalmaister  ald  andem  Uberlingischen  mötzgern  für  ander,  wie  es 
[ültbar  ist,  verfolgen  ze  lassen.  So  aber  sei  daselbig  vich  oder  kelber, 
;o  ainer  hingeben  wölte,  nit  kaufen,  so  sollen  si  alßdann  dieselbigen 
lamit  hingeben,  wem  sei  wollen,  weiten  weg  haben. 

Fümemblich  soll  auch  kain  hindersäß  in  künftiger  vasten,  noch 
indem  vasten  kain  vich  noch  kelber  an  ainiche  lautterische  ort  nit 
angeben  noch  verkaufen,  kains  wegs,  und  dasselbig  auch  hiemit 
emainem  nutz  und  der  landtsart  zuo  guottem  bei  meniglichem  ab- 
;estölt  haben.  Und  weliche  soUichs  überfahren,  dieselben  unab- 
ässlich  umb  drei  pfundt  pfening  gestrafft  werden,  und  ain  jeder  den 
indem  bei  dem  aid  anzugeben  schuldig  sein. 

^  Von  späterer  Hand  korr.  in:  cdenen». 

*  Dieter  and  die  Bämtlichen  folgenden  Absätze  sind  mit  derselben  Tinte  wie 
it  26,  aber  von  anderer  Hand  geschrieben. 


Tit,  29. 
Verpott  [des  gotslöeterens  und  aller  ewigtaifen].^ 
Verrer  lassen  meiae  gepietendt  und  günstig  Herren  abermals 
meniglich  verkinden,  so  man  das  ave  maria  abend ts  und  morgendts, 
deßgleichen  das  dürgenpett  leiüet,  das  sich  jede  junge  und  alte  person 
in  den  hensem  oder  uf  dem  veld,  wie  dann  gedachte  meine  herrn  sich 
zft  ainem  jeden  Christenmenschen  versehen,  auch  mit  befleisnng  der 
diensten  gottes,  mit  kfirdlgehn  und  in  ander  weg  ganz  chrisienlidi 
und  andechtiglich  ensaig,  auch  gott  den  herrn  und  sein  werde  muoler 
Maria  umb  gnad,  gesondhei^  frid,  rue  und  ainigkait  anrüeffen  und 
pitten  sollen,  wie  dann  ainem  jeden  Christen  von  gott  auferlegt  ist, 
und  hiemit  daz  [gotstOstem  und  all  üppigkaitenf 

Von  versatzung,  verkautung  und  pllanziung  der  güeter  zu 
Sernattingen  im  HaHer^tain,^ 
Es  haben  meine  gepietend  und  gönstig  herrn  pflegere  des  spittali 
zue  Überlingen  mit  sonderlichem  bewilligen  ains  ersamen  raths  da 
selbs  denen  personen,  so  leben  zuo  Sernattingen  im  Hallerstain  umb 
züns  nnd  sehenden  nf  ir  trilngenlichs  ansuochen  von  berüertem 
spittal  zue  überiingen  ffir  aigen  zügestölt  und  einhendig  gemacht; 
doch  also,  daz  dhainer  seine  reben  in  sollichem  Hallerstain  niUL- 
hinfürter  ohne  vorwissen,  ztdassen  und  bewilligen  obgedachter  herrn 
pfleger  und  iren  nachkomen  nit  zu  versetzen,  noch  zu  verkaufen, 
und  auch  allwegen  meinen  herrn  die  köuf  und  keufer  eröffnen  und 
5  ®  /5/  näher,  dann  inen  ander  leit  in  kaufsweiß  darumb  geben  wölten, 
verfolgen  zuolassen  ohne  nieniglichs  Verhinderung,  bei  straff  fünf 
pfund  pfeningen.  Und  so  meine  herrn  den  kauf  also  gehörter  gestalt 
nit  annemen  wollen,  möge  der  kauf  oder  versatzung  .  .  .  .*  ^oUicher 
bewilligt  würdet,  allein  gegen  denen  in  des  spittais  gerichten  und  nif 
gegen  ainichen  frembden  außlendischen,  wol  sein  fürgang  haben:  i 
doch  den  zins  und  zehenden  in  allweg  obnschädlich  und  uanach-  | 
tailig,  und  solche  gärten  niendert  änderst,  dann  in  des  spittais  törg- 
gehl  getruckt  werden.  Deßgleichen  soll  auch  kain  persohn,  so  wie 
gehört,  rebgärten  im  hallerstain  bißher  ingehabt,  und  noch  fürohin 
inhaben  würdet,  bei  außmessung  und  vergleichung  sollicher  güeter 
beleiben  und  kainer  verrer  noch  weiter,  dann  außmeßen  und  orden- 

^  Von    [bis]    mit   roter    Tinte   durchstrichen;   dafür:    cdeß    flaociiena    und 
schweren  halber». 

*  Von  [bis]  mit  roter  Tinte  durchstrichen,   daftlr  am  Rande:  «gotteflaochen 
und  schwören». 

'  Am  Rande:  «nnder  den  20.  tittl». 

*  Unleserlich  infolge  von  Abreibung. 


Oberlmgen.  881 

che  marken  gesetzt  worden,  rebgätten  zeugen,  reutinen  oder  graben 
3geu  den  hölzern  hinauf  nit  nmchen  oder  machen  lassen,  bei  straS 
ach  fünf  pfund  pfening. 

Tit.  30. 
Uberlinger  weinrechnung  betreffende. 

Item  meine  gepietend  und  günstig  herrn,  ain  ersamer  rath  der 
tatt  Überlingen,  auch  die  herrn  spittalpflegere,  gepietend  und  wollen 
uß  allerlai  bewegenden  Ursachen,  das  ire  und  irs  gotzhaus  spittals 
ügehörigen  underthonen,  so  reben  in  im  oder  gemelts  spittals  ge- 
icbien  ligen  und  die  zu  gemainden  zu  verleihen  haben,  daz  weder 
i  noch  die  gmainder  ald  bawleut  nit  änderst  dann  auf  meiner  herrn 
on  Überlingen  järlich  gemachte  weinraitung  und  sonst  kainer  uß- 
endischen  rechnung  bawen  und  die  weinnutzung  gehörter  gestalt, 
lIso  nach  der  statt  Überlingen  weinrechnung  gegen  und  mit  ainandern 
errechnen  sollen ;  dann  wölcher  lehenherr  oder  f rowen,  ald  die  gmain- 
ler  oder  bauleut  sollichs  verächtlicher  weise  überfahrn,  der  oder 
lie  werden  darumben  nach  meiner  herrn  erkanntnus  unabläßlich  ge- 
trafft,  und  ain  jeder  den  andern  bei  dem  aid,  so  er  jetzund  schwören 
irürdet,  zu  rüegen  und  anzugeben  schuldig  sein. 

Tit.  31. 
Übertreibens   halb  der  roß,   vih  und  Schweinen.^ 

Meine  gepietend  und  günstige  herrn,  burgermaister  und  ain  er- 
;amer  rath,  sambt  auch  den  herrn  spittalpflegere,  gepieten  allen  und 
eden  irn  und  irs  gotzhaus  spittals  underthonen :  wölcher  oder  welliche 
lem  andern  sein  iroß,  vih,  ald  schwein  uf  desselben  äcker  oder  andere 
^eter  treibt,  ald  schlöcht,  oder  ime  sonsten  in  ander  wege  nachtail 
md  schaden  im  sommen  ald  sonst  auf  dem  veld,  es  seie,  wie  groß 
►der  klain  der  wolle,  züfiegen  würde  durch  si,  ire  eegatten  ald  sunst 
revenlicher,  mutwilliger  weiße  beschehen  oder  nit,  ergriffen  und 
>efunden  würden,  alßdan  zu  stund  soll  ain  jeder  übertrettner  von 
linem  jeden  houpt  insonderhait  1  ®  /5^  zu  rechter  unabläßlicher  peen 
md  straff  zu  erlegen  verfallen  sein  und  dannocht  er,  deme  so  der 
;chaden  beschehen,  uf  der  darzuo  verordneten  besichtigen  nach  irer 
>rkanntnus  abtrag  zu  thün  und  ain  jeder  den  andern  auch  bei  dem 
lid  zu  rüegen  schuldig  sein.  Darnach  wisse  sich  ain  jeder  vor  nachtail 
md  schaden  zu  verhüeten. 


1  Dieser  letzte  Absatz  steht  auf  der  2.  Seite  des  letzten  Blattes,  das  zugleich 
l8  Umschlag  dient.  Die  Schrift  ist  infolgedessen  sehr  abgerieben,  und  manche 
V^Orter  sind  nur  schwer  zu  entziffern. 


YwfßjBUh  swischen  dem  Landgrafen  zu  K eUenburg  tmd  der  Baicba- 
stadt  Übenüngen  wegen  Tolkiehung  des  Arrests  in  liegende  Otter. 

1592  Mai  10  Innabruck. 

Wir  Ferdinand  etc,  bekennen,  daz  wir  uns  mit  nnsem  und  des 
rei<4i8  liebai  getrewen  burgermaister  und  rat  zu  Überlingen,  inen  zu 
solidem  genaden  von  wegen  der  arrest,  so  auf  güeter  in  ir,  deren  von 
OberUngen,  nidem  gerichlen  gelegen  vor  unserm  landgericht  unserer 
lao^^P^^^^^'^  Neuenbürg  oder  iren,  der  von  Überlingen,  nidem  ge- 
richtmi  begert  werden,  nacbvolgender  massen  güetlich  vergleidit 
hab^n: 

.  Neimblidi,  so  iemandt  in  der  von  Überlingen  nidern  gerichlen 
im  buddtgericht  Stockach  gelegen  arrests  notiürftig,  und  selb  arrest 
am  ersten  bei  der  von  Überlingen  vögten  und  ambtle wten  ersuecht 
würdet,  roll  alsdann  das  arrest  vor  dem  nidern  gericht  ausgetragen 
tmd  gerechtfertigt  werden.  Und  ob  nachvolgends  iemand  anderer 
in  derselbra  »ach  auf  die  gtieterj  darauf  das  arrest,  wie  obsteet,  im 
nidern  gericht  ausgebracht  ist,  bei  dem  landtgericht  zu  Stockach  uin]> 
ftrrest  aarOi^en  würde,  so  sollen  dieselben  anrüefenden  auf  anzaigea 
und  beger  des  nidem  gerichtsherren  oder  deren,  so  das  arrest  im 
nidem  gericht  am  ersten  erlai^t,  vom  landtgericht  Stockach  mit  irer 
ansprach  an  das  nider  gericht  gewisen  werden.  Gleicherwei0,  so  das 
arrest  von  dem  landtgericht  Stockach  am  ersten  ersuecht  und  ausge^ 
bracht  würdet,  so  sollen  die  andern^  so  zu  denselben  güetera  spruch 
haben,  umb  arrest,  ob  si  wollen,  auch  bei  dem  landtgericht  ersuechung 
thun.  Und  dise  vergleichung  uns,  als  landtgraven  zu  Neuenbürg,  aü 
des  genierten  landtgerichts  freihalten,  herkomen,  processen  und  ge- 
brauch, auch  denen  von  Überlingen  an  iren  nidern  gerichten  und  sonst 
in  all  ander  weg  unnachtailig  und  unvergriffen  sein,  on  geverde.  Des 
zu  urkundt  etc. 

Geben  zu  Innsprugg  am  zehenden  tag  des  monata  mal  nach 
Cristi  geburde  fünfzehenhundert  und  im  zwaiunddreissigisten,  unserer 
reiche  des  Romischen  im  andern  und  der  andern  im  sechsten  jare, 

Rudolf,  graff  zu  Sultz,  Statthalter. 

Commissio  domini  regis* 
Jakob  Franckfurter. 

Orig,  Perg.  mit  Siegel  König  Ferdinands.    L.-Ä.  2/91. 


ÜberHngen.  888 

LVI. 
atI  Y.  erteilt  der  Stadt  Überlingen  die  Gnade,   daß    ftbrderhin 
bne  Wissen  und  Willen  des  Bats  auf  8  Meilen  im  Umkreis  der 
tadt  keine  nenen  Märkte,  Eom-  und  Salzkäufe  u.  dergt  abgehalten 

werden  dürfen. 

1547  Februar  20  Ulm. 
Wir  Karl  der  fünft,  v.  G.  g.  römischer  kaiser,  zu  allen  zelten 
lerer  des  reichs  etc.,  bekennen  oSenlich  mit  disem  brief  und  thuen 
and  allermeniglich :  Wiewol  wir  aller  und  ieglichen  unserer  und  des 
ailigen  römischen  reichs  underthanen  und  getrewen  ehre,  nutz  und 
rolfart  zu  fürdern  genaigt,  so  sein  wir  doch  mer  begierlich,  denen, 
ie  sich  bei  uns  und  dem  hailigen  reiche  in  aller  gehorsamb  be- 
tendiglich  gehalten,  unser  kaiserlich  gnad  mitzütailen  imd  zu  be- 
reisen. Wann  uns  nun  imsere  und  des  reichs  liebe  getrewe  herren 
ai|(ermaister  und  rath  der  statt  Überlingen  durch  ire  erbare  pot- 
chaft  fürbringen  lassen,  wie  si  kainen  gewerb,  allain  ainen  wein- 
rachs,  neben  dem  ainen  wochenmarkt,  körn-  und  salzkauf  haben, 
urch  weihe  markt,  körn-  und  salzkauf  die  burger  ire  wein  vertreiben, 
bwechseln  und  anwerden.  Damit  nun  si  und  ermelte  burgerschaft 
»ei  solchem  markt  und  salzkauf  also  und  umb  sovil  desto  statlicher 
nd  durch  andere,  so  von  uns  oder  unsern  nachkomen  mit  dergleichen 
aarktfreiheiten,  körn-  und  salzkaufen  hinfüran  begnadet  werden,  un- 
erhindert  und  unvernachtailt  pleiben,  haben  si  uns  diemüttiglich  an- 
üefen  und  pitten  lassen,  das  wir  inen  hierin  mit  unser  kaiserlichen 
ilf  und  fürsehung  zö  erscheinen  gnediglich  gerächten:  das  haben 
^r  angesehen  solch  ir  diemüttig  bit,  auch  die  annemen  getrewen 
ienst,  die  ire  vordem  und  si,  unsern  vorfarn  römischen  kaisern 
ind  königen  loblicher  gedechtnus  uns  und  dem  hailigen  reiche  bißher 
nlliglich  gethan  haben  und  noch  teglichs  thuen  und  hinfüran  in 
:ünftig  zeit  wol  tuen  mögen  und  sollen.  Und  darumb  zä  etwas  er- 
;etzlichait  solcher  irer  getrewen  dienste  und  in  sonderhait  umb  ires 
^olhaltens  willen,  damit  si  sich  in  diser  werenden  empörung  für 
jidere  stende  und  stette  als  ain  gehorsame  reichs  stat  bei  uns  er- 
aigt  und  bewisen  haben  mit  wolbedachtem  mueth,  guetem  rath  und 
echter  wissen,  den  gemelten  burgermaister  und  rath  der  stat  Ober- 
ingen dise  sonder  gnad  und  freiheit  gethan  und  gegeben,  thuen  und 
;eben  inen  die  auch  hiemit  wissentlich  in  craft  dits  briefs:  also 
las  nun  hinfürter  one  ermelter  burgermaister  und  rath  der  stat  Über- 
ingen wissen  und  willen  in  zwaien  meilen  wegs  die  nechsten  gerings 
:mb  die  stat  Überlingen,  wo  von  alter  her  nit  gefreit  markt  und  gewerb 
ewest  oder  noch  sein,  kaine  markte,  körn-  noch  salzkaufe  oder  ge- 


m 


werb  mit  oder  one  unser  oder  unserer  nachkomen  kaiserlicfa  odet 
kömgiicha  freihait  von  newem  aufgerichl,  gehalten  noch  gebra^icbl 
Wj»den  SoUrai,  die  obgemelter  stat  Überlingen  an  iren  markten  tmd 
gewerben^  3cmderlich  den  körn-  und  salzkauf  nachlailig  und  schedlich 
sein  mSgen.  Wo  aber  solches  hierüber  von  iemands  fui^enoiaffi 
würde,  in  was  schein  das  immer  sein  möchte,  so  soll  es  doch  im 
craft  noch  wfirkung  haben,  das  wir  auch  hiemit  ietzo  als  dan  und 
dan  als  ietzo  von  römischer  kaiserlicher  macbtvolkomenhait  aufhebt^n, 
kraftlos  und  nichtig  erkennen  und  ercleren  wissentlich  in  kraft  ditz 
briefs.  Und  gebieten  darauf  allen  und  ieclichen  churfürsten  .  ,  . . 
(wie  gewöhnlich.  Strafe:  zwainzig  mark  löttigs  goldes).  Mit  urkimdl 
dits  briefe  besigelt  mit  unserm  kaiserlichen  anhangendem  losigeL 

Geben  in  unser  und  des  reichs  stat  lllmb  am  zwainzigisten  ta| 
desimonats  fobruarii  nach  Christi  unsers  lieben  hern  gepurde  fiinf 
zeh^nhondert  und  sibenundvierzigisten,  unsers  kaiserthumbs  im  slh^n 
undewainzigisten  und  unserer  reiche  im  zwaianddreissigisten  jmm 

Carohis. 

Ad  mandatum  caesareae  et  catholicae  raaiestatis  proprium. 
Obernburger  mp. 

Siegel    (zerbrochen)    in   Molzkapsel   an    schwarz-gelier  ^  seidener 
Schnur.    St.-A.  AbL  L 


LVIL 

Kaiser  Karl  Y.  erteilt  der  Stadt  Überlingen  ein  Frivilegitim  wegen  t 
der  wucherlichen  Eontrakte  der  Jnden, 

1547  Februar  22  Ulm. 
Wir  Karl  der  fünft  v.  G.  g.  Römischer  kaiser  etc.  etc,  bekennea 
öffentlich  mit  diesem  brieve  und  thuen  kund  allermeniglich,  als  uns 
unsere  und  dos  reichs  lieben  getrewen  N,  burgermaister  und  rat  der  I 
stat  Überlingen  fürpracht^  wie  das  die  Juden,  so  in  irer  art  gesessen,  j 
und  iren  wucherlichen  anlehen  und  handlungen  vil  irer  statt  unte^  | 
thanen  und  hindeibeabcii  vfcidt^iiiL,  auch  von  heushcheu  ehren,  weib 
und  kindern  gebracht,  und  des  noch  täglich  in  Übung  stüenden.  Damit 
aber  si,  ire  unterthanen  und  hindersessen  vor  solichem  verderblichen 
schaden   und   nachtail  verhüet,   und   bei  heuslichen  ehren   erhalten 
werden  möchten,  haben  si  uns  demüetiglichen  angeruefen  und  ge- 
petten,  das  wir  inen  hierin  mit  unser  kaiserlichen  hilf  und  fürsehung 
gegen  solcher  beschwerung  zu  erscheinen  gnediglich  geruehten.   Daß 
haben  wir  angesehen  solch  ir  zimblich  pitte,  auch  die  getrewen  an- 
nemen  dienst,  die  ire  vordem  und  si  uns  und  dem  heiligen  reiche 


Überlingen.  885 

i  vil  weg  gethan  und  insonderhait  ir  wolhalten,  darin  si  sich  in 
iser  gegenwirtigen  Schmalcaldischen  empörung  und  aufruer  gegen 
HS  erzaigt  und  bewisen  haben.  Derhalben  wir  dieselben  von  über- 
Dgen  von  angezeigter  und  andern  beschwerden  zu  entladen  und  mit 
aaden  zue  bedenken,  gnediglich  genaigt  sein,  und  darumb  mit  wol- 
edachtem  muth,  guethem  rat  und  rechter  wissen  dem  gemelten  burger- 
laister  und  rath  der  statt  Überlingen  dise  nachfolgendt  gnad  und 
ondere  freiheit  gethan  und  gegeben,  thuen  und  geben  inen  die  also 
iemit  von  Römischer  kaiserlicher  machtvolkomenhait  wissentlich 
1  craft  dits  brieves,  und  mainen,  setzen  und  wollen,  das  nun  hin- 
iiro  ainicher  jud,  oder  Jüdin  den  burgern,  underthanen  und  hinder- 
essen der  obberüerten  statt  Überlingen  und  in  derselben  obrigkait 
md  gepiet  gesessen,  ferrer  nichts  leihen,  noch  ainich  pfand,  ver- 
iflichtung,  verschreibung  oder  schuldbrief  auf  kain  unbeweglich  oder 
igende  hab  und  güeter  nit  nemen  soll,  in  gar  kain  wege.  Wa  aber 
;olches  hierüber  beschehe,  und  der  gemelten  von  Überlingen  burger, 
interthanen  und  hindersessen  hierumb  an  ainich  hof-,  statt-  oder 
andtgericht  fürgenomen,  geladen,  daselbst  beclagt,  und  mit  acht  oder 
n  ander  weg  wider  si  gehandelt,  procediert  und  geurtailt  würdt,  so 
yöllen  wür  doch  aus  berüerter  unser  kaiserlichen  macht,  das  solches 
dies  und  iedes  craftloß,  nichtig  und  unpündig  sein,  auch  die  von 
Jberlingen,  unangesehen  solcher  acht,  urtail  und  erkantnus  nicht  desto 
weniger  solche  ire  burger,  unterthanen  und  hindersessen  in  irer  stat, 
ierselben  obrigkait  und  gepiet  one  alle  entgeltnus,  schaden  und  nach- 
Lail  enthalten  sollen  und  mögen  von  allermeniglich  unverhindert. 
Und  gebieten  u.  s.  w.  (wie  gewöhnlich.  Strafe:  dreissig  mark  löttigs 
;oldes).  Geben  in  unser  und  des  reichs  stat  ülmb  am  zweinund- 
zwainzigisten  tag  deß  monats  februarii  nach  Christi  u.  1.  h.  gepurt 
Kinfzehen  hundert  und  im  siben  und  vierzigisten,  unsers  kaiserthumbs 
im  sibenundzwainzigisten,  und  unserer  reiche  im  zwaiunddreissi- 
;isten  jaren. 

Carolas. 
Vdt.  C.  A.  Bercenot. 

Ad  mandatum  caesareae  et  catholicae  maiestatis  proprium. 
Obernburger. 

Perg.    Orig.   mit   Siegel  an   schwarz- gelber   Seide,      L.A.   2/91. 
äbdr,:  Liinig,  a,  a,  0.,  Bd.  14,  S.  544. 


Ob«rr]ielniiche  Stadtrechte.    IT,  2.  25 


188  ^^ 

LVIIL 
RatB'Ordnuiig, 

1551  Mür«  S, 

Nachdem  die  leuf  darnach  geschaffen  und  sich  durch  das  werk 
erschaint,  auch  offenbar  am  tag  ligt,  das  die  gescheft  meiner  herm 
ains  ersamen  raths  nit  ab-,  sonder  vilmer  zönemen,  derbalb  inaa 
bisher  tegUchs  zftsameii  komen  müessen,  wökhs  sich  die  herrn  ratfi 
oftennals  erclagt  und  angezaigt,  das  inen  solchs  aii0  villerlai  tir 
Sachen^  und  sonderlich,  das  ir  kainer  in  seinen  aigen  sachen  und 
haußhaltungen  ichzit  fruchtbarlichB  füraemen  oder  denselben,  wie  die 
notturft  erforderte,  begegnen, 

so  haben  emente  meine  herrn  rattsamlich  vom  handel  geredi, 
erwogen  und  bedacht,  wie  und  in  was  gesialt  demselben  ainßthails 
geholfen  und  nicht  destminder  diser  statt  Überlingen  und  gemainer 
burgerschaft  obligen  gefürdert  werden  mögen,  und  dahin  geschlossen, 
wollen  auch  hinfOro  halten  und  haben: 

Das  ain  jede  rathsperson,  so  dem  gebrauch  nach  am  abend  g^ 
potten  wirt,  morgens,  sopald  die  friiemeQ  auß  ist,  sich  in  die  raÜL- 
Stuben  verfüegen  und  von  stund  an  am  sein  gegeben  statt  sitzen. 
auch  kainer  auBbleiben  noch  vom  ratth  komen,  im  werde  dann  von 
ainem  herr  burgermaister  oder  seinem  Statthalter  erlaupt. 

Es  sollen  auch  weder  die  ampt  noch  andere  herrn  räth  den 
herrn  burgermaister  noch  seinen  Statthalter  am  nidersitzen  und  an- 
fang  der  ratshandlungen  nit  verhindern  noch  aufhalten,  sonder,  ob 
si  sonder  particular  handlungen  betten,  die  nit  für  rath  gehörten  oder 
zepringen  nott  wern,  si  die  genanten  herrn  höpter  zu  andern  be^ 
quemlichen  zeiten  suochen  oder  nach  endung  des  raths,  wa  es  fuog 
haben  mag,   derhalben   ansprechen. 

Und  damit  die  räth  irer  müe,  arbait  und  versaumnus  irer  aigea 
gescheft  ain  wenig  ergötzt^  sich  auch  destw^eniger  zu  beschwern  haben^ 
so  wirt  fürohin,  wie  solchs  bei  vil  andern  erbern  stetten  auch  ge- 
pflegen,  ainem  jeden  jeglichs  gepotnen  rat B tag  gegeben  ain  halber 
batz,  so  er  an  anfang  des  raths  gehorsamlich  verbanden  ist.  Man  wirt 
aber,  sobald  der  herr  burgermaister  zum  rath  nidersitzt,  ain  reisende 
stund  darstöUen,  und  wölcher  rath  nit  kompt,  biß  das  vierthail  solcher 
stund  abgelesen  ist,  demselben  soll  diser  halb  batz  nit  geantwurt 
werden,  sonder  er  schuldig  sein,  auß  seinem  aigen  seckel  one  alle 
fürwort  und  außzüg  ainen  halben  batzen  herauszegeben,  den  man  in 
ain  biichs  stossen,  und  so  ditz  gelts  etwas  namhafts  züsamen  gepracht, 
mag  man  damit  fürnemen,  was  alßdann  ainem  rath  fiir  gut  an- 
sehen wirt. 


Überlingen.  887 

Würde  dann  ain  rathsperson,  über  das  ime  gepotten  were,  uner- 
laupt  außbeleiben  und  den  rath  nit  besuochen,  soll  er  in  angerüert 
büchs  zehen  Schilling  pfening,  ob  er  sich  solchs  seins  außpleibens 
nit  gnügsam  entschuldigen  mag,  und  thätt  er  das  zum  andern  mall, 
alßdann  ain  pfund  pfening.  So  er  auch  zum  drittenmal  also  handien 
würde,  so  soll  er  dreu  pfund  (3  fg  den.)  dermassen  unnachlässlich 
ze  geben  und  in  die  büchß  ze  stossen  schuldig  sein. 

Es  möcht  sich  aber  ainer  hierin  so  gefarlich  und  ungehorsamlich 
halten,  das  man  nit  das  gelt  von  ime  nemen,  sonder  in  in  ander  weg 
straffen  würde,  nach  ains  rats  guten  ansehen  und  gestalt  seiner  ver- 
würkung. 

Es  soll  sich  auch  ain  burgermaister  oder  sein  Statthalter  be- 
fleissen,  der  räth  am  zeinstag  und  sambstag  zu  verschonen  und  nit 
rat  ze  halten,  es  möcht  dann  not  oder  gemainer  statt  obligen  halb  nit 
underlassen  pliben  noch  umbgangen  werden. 

Zödem  damit  die  gerichtssachen  fürohin  mer  dann  bisher  ge- 
fördert und  verriebt  werden  mögen,  so  soll  der  herr  burgermaister 
oder  sein  Statthalter  den  herm  richtem  am  montag  von  stund  an, 
und  sobald  ain  rath  nidersitzt,  in  die  gerichtstuben  und  neben  dem 
herm  stattaman  das  gericht  zehalten,  auch  die  partheien  ze  hören 
und  ze  förtigen  erlauben. 

Gleichergestalt  soll  dasselb  am  dornstag,  auf  dise  baid  teg  der 
herr  stattaman  gericht  halten  soll,  beschehen,  so  bald  es  auf  solchen 
dornstag  rathshalben  beschehen  mag. 

Trueg  sich  aber  im  ratt  zu,  das  man  ir  der  herm  vichter  not- 
türftig,  so  würd  man  si  bei  der  band  haben  und  jederzeit  woU  er- 
fordem  mögen. 

Macht  dann  ain  herr  burgermaister  oder  sein  Statthalter  außer- 
halb erneuter  zwaier,  als  zeinstag  und  sambstag,  die  rathssachen 
auch  einziechen  und  der  herm  räth  mer  und  weiter  verschonen,  das 
möchten  si  die  räth  leiden;  doch  soll  inen,  dem  herrn  burgermaister 
und  seinem  Statthalter,  hierinen  kain  maß  gegeben,  sonder  des  zu 
seiner  macht  und  gelegenhait  der  gescheft  und  Sachen  gestölt  sein. 

Wölch  Ordnung  burgermaister  und  rath  gemainlich  angenomen, 
wollen  aber  inen  hierinen  merung  und  münderung  vorbehalten  haben. 
Datum  am  dritten  tag  deß  monats  Martii  anno  fünfzehenhundert  und 
im  ainsundfunfzigisten. 

Papierblatt    Sf.-A.,  Abt.  VIII,  No.  147. 


2B* 


Kaiser  Karl  Y.  eraetit  die  aeit  1£68  bestandene  ZunftTerfassimg 
doreh  die  Oeadüechterhenraehaft  (  Hasenordnung:^);  Wiederbesei- 
tigmig  der  letateren  und  Wiederanfrlctitung  der  ZunftverfasBimg. 

155l-15e3J 


A. 

Kaiser  Karl  V.  kündigt  Bürge rnieister  und   Hat    der   Stadt 
Überlingen  die  Ankunft  einer  Kommission  (oltiie  nähere  Be- 
zeichnung des  Zwecks)  an.    (Credenzscbreibcn.) 
1561  MoYember  16  Innebmck. 

Karl»  y.  6.  g..  Römischer  kaiser,  zh  allen  zelten  merer  des 
reichs  etc. 

Lieb^i  getrewen.  Wir  hab^i  die  ersamen  unser  liebe  andech- 
tigen  und  des  reichs  getrewen  Qerwiggen,  abbt  der  gotsfaeuser 
Weingarten  und  Ochfienhausen,  unsera  ralh  Sigmunden  von 
Hornstain,  landcomenthur  teatscfaordens  zu  Alentzbausen,  und 
Hainrich  Hasen  von  Lauffen,  uosBrn  hofralh  und  presidentes 
unsers  fürstenthumbs  Lützenburg,  unsere  eommissariea,  ^u  eucli 
abgefertigt  und  inen  bevolh^ti,  in  tmeemi  nanien  und  an  unser  sUt 
etliche  sachen  bei  euch  zft  verrichten,  so  unsers  eraehtens  ewer  uad 
gemainer  statt  Überlingen  wolfart  höchlich  belange,  wie  ir  von  inen 
verneinen  werdet,  und  begern  demnach  mit  sonderbarem  fleiß  und 
ernst  an  euch,  ir  wollet  gedachten  unsern  commissarien  in  solcher 
irer  handlung  und  Werbung  gleich  uns  selbs  volkomen  glauben  zu- 
stellen und  euch  darauf  willfarig  und  gehorsam  erzaigen,  inmassen 
wir  uns  dessen  bei  euch  entlich  versehen.  Daran  thuet  ir  z&sampt 
dem,  das  es  euch  selbs  und  gemainer  statt  zä  guetem  kompt,  unsem 
gefeiligen  ernstlichen  willen  und  mainung. 

Geben  zu  Insprug  am  16.  tag  des  monats  Novembris  anno  etc. 
domini  51,  unsers  kaiserthumbs  im  32. 

Carolus. 

Ad  mandatum  caesareae  et  apostolicae  maiestatis  proprium. 
Vidit  Seid.  Obernburger. 

Orig,  Pap,  mit  einer 

Beilage 
folgenden  Inhalts: 

Wir  habend  auch  im  fall,  das  der  abt  von  Weingarten,  oder  land- 
comenthur zu  Alschhausen  bei  diser  handlung  etwann  aus   treffen- 


8t.  A.  Abt  Vm,  Nr.  148. 


Überlingen.  889 

liehen  fürgevallnen  Verhinderungen  nit  sein  mechten,  vorgemeltem 
ansenn  Presidenten  bevolhen,  an  derselbigen  statt  ainße  den  edlen 
onsem  und  des  hailigen  reichs  erbtruchseß  und  lieben  getrewen  Wil- 
halmen,  friherrn  zu  Waldtburg,  von  unsertwegen  zu  ime  und 
den  andern  seinen  mitcomissarien  zu  Verrichtung  solcher  Sachen  zu 
nemen,  dem  ir  gleicherweis  inhalt  diser  credentz  glauben  geben  sollen. 
Das  haben  wir  euch  dannocht  gnedigster  mainung  auch  nit  wollen 
verhalten. 

Datum  ut  in  literis. 


B. 

Kaiser  Karl  V.  unterrichtet  Bürgermeister  und  Rat  von 

Überlingen  über  den  Zweck  der  Kommission. 

1551  Dezember  5  Innsbnick. 

Karl,  V.  G.  g.  Römischer  kaiser,  zu  allen  zeiten  merer  des  reichs  etc. 

Lieben  getrewen.  Wir  seind  aus  beweglichen  statlichen  Ursachen 
gnediglich  bedacht,  das  regiment  bei  euch  mit  besatzung  raths  und 
gerichts,  wie  hievor  bei  etlichen  andern  stetten  beschehen,  zu  ordnen, 
und  in  ain  richtigkait  zu  pringen,  nit  darumb,  das  wir  ab  ewrer 
bißher  gepflegnen  regierung,  darin  ir  euch  dann  alles  gepürlichen  und 
schuldigen  gehorsambs  und  nach  unserm  gnedigisten  willen  gehalten, 
ainich  misfallen  tragen,  sonder  allain  und  fürnemblich  darumb,  damit 
durch  guete  fürsehung  alle  erbare  pollicei  und  Verwaltung  der  ober- 
kait  hinfüro  umb  sovil  desto  statlicher  bei  euch  gehalten  werde.  Und 
ist  demnach  unser  gnedig  gesinnen  und  begern  an  euch,  ir  wollet 
etlich  wenig  personen  aus  ewerm  mittel  verordnen,  die  zä  ankonft 
unserer  comissarien,  so  wir  zu  angeregter  rathsordnung  verordnen, 
sich  mit  denselben  aller  gelegenhait,  wie  solche  Ordnung  mit  bestem 
jEueg  fürzunemen  sein  wolle,  vertrewiich  unterreden  mögen.  Daran 
thuet  ir  uns  ain  angenems  guets  gefallen,  und  unsern  ernsthchen 
willen  und  mainung. 

Geben  zu  Insprugk  am  fünften  tag  des  monats  Decembris  anno  etc. 
im  51.,  unsers  kaiserthumbs  im  32. 

Carolus. 

Ad  mandatum  caesareae  et  catolicae  maiestatis   proprium. 

Vidit  Seid.  Obernburger. 

Orig,  Papier, 


überlißgeu/ 


c. 

twatt  liad  Gegenvorstellung  des  Bürgermeisters  und  Rats 
'fitadt  Überlingen  auf  vorstehendes  Schreiben  des  Kaisers 

Karl  V. 

Ohne  Datum*     Anfang  1552: 

Auf  der  Romischen  kais.  maj.  etc./unsers  allergnedigisten  herm, 
!ireib^ti>  inhaUend,   das   ir  kais.   maj.   aus   beweglichen   stattlichca  ^ 
Bacheh  gnedigliehen    bedacht   sei,   das    regimeni   bei   uns   mit 
tztmg  rate  und  gerichts,  wie  hievor  bei  etlicheii  andern  stetten 
schehea^  zft  ordnen   und  in   ain   richtigkait  zn    bringen   etc.,   wöli 
schreiben  gleichwoll   mit   etwas   weiterm   anhang   z&   Innsprugg   amj 
fünften  decembris  jetzverschines   51,  jars   außgangen   nnd   uns 
10.  tag  desselben  monats  zükomen  ist,  das  wir  auch  mit  gezimbenden'' 
eem  empfangen  und  angenomen  haben,  geben  wir  nachgemelte  Imrgof' 
maister  und  rätte    volgenden  bericht: 

das  Überlingen,  wie  ander  stett  im  hailigen  reich,  von  römischen 
kaisem  und  königen  hochlobUch  privilegiert  und  sonderlich  auf  die 
erbam  zunft  befreit  sein,  die  auch  bei  uns  vil  jar  und  lenger,  dautt 
fläch  menschen  gedecbtnus  erstrecken  mag,  gehalten  worden,  derge- 
stalte  das  ain  jede  zunft  drei  personen,  new  und  alt  zunftmaist^r  und 
ainen  richter,  under  inen  erkiessen,  die  im  rat  sitzen;  so  haben  dann 
diese  Ztlnften,  all  und  jeglich  insonder,  zum  richler  noch  zohen  per- 
sonen  zu  erwöUen^  werden  genant  groß  rät,  in  deren  und  auch  der 
zunftmaister  macht  stett,  ain  ganzen  rat  und  auch  new  und  alt  burger- 
maister  ze  setzen,  wölchs  noch  bisher  vermittelst  des  allmechtigen 
loblich  und  dermassen  beschehen  ist,  das  deßhalb  bei  uns  von  jemand 
kain  clag  oder  beschwerd,  noch  vil  weniger  ainichen  stritt,  Unwillen 
oder  unainigkait  nie  erhört ;  dise  rätt  auch  in  und  allweg  das  regiment, 
gericht  und  recht  gefüert,  wie  inen  woll  angestanden,  göte  policei 
und  neben  inen  aine  gehorsame  bürgerschaft  erhalten,  und  haben, 
one  rhom  ze  melden,  änderst  nie  fürkomen,  bei  allen  römischen 
kaisem  und  königen,  auch  dem  hailigen  reich  in  allerunderthenigsten 
gehorsam  erzaigt,  bewisen  und  all  ir  gepürlich  anlagen  erstattet. 

Was  mörklich  außgaben,  cöst  und  schaden  haben  si  dann  bei 
menschen  gedecbtnus  in  des  reichs  ob-  und  anliegen  erlitten  und 
sonderlich  die  nechsten  vergangnen,  als  dem  paurenkrieg,  darinnen 
si  dem  hochloblichen  hauß  Österreich  und  aller  nachpaurschaft  zu 
underthenigisten  gefallen  und  gutem  ain  namhaft  volk  merthails  in 
irm  aigen  costen  erhalten,  und  damit  vil  abfals  der  underthonen  und 
sonst  anderm  unrath,  des  verfolgen  hett  mögen,  verhüet.  Gleicher- 
massen si  im  Schmalkaldischen  krieg  auch  gethon,  geschweigen  des 


Überlingen.  891 

merklichen  grossen  und  unvergesslichen  Widerwillen,  den  si  nämlich 
im  Schmalkaldischen  krieg  auf  sich  geladen,  auch  domaln  unser  statt, 
leib  und  gut  in  allerlai  gefar  der  not  gesetzt  haben. 

Nun  were  uns,  wie  wir  jetzo  im  regiment  sitzen,  höchstgedachter 
kais.  raaj.  gnedigst  vorhaben  nit  zuwider,  mechten  auch  der  müe, 
grossen  arbait  und  sorg  (des  wir*  mit  höchster  warhait  betheuren) 
well  entladen  sein;  wir  haben  aber  dagegen  alleriai  anfechtung  und 
bedenkens,  wa  ir  kais.  maj.  verharen  und  mit  disem  werk  für- 
schreiten soll, 

nämlich,  das  uns  solchs  bei  meniglichem  nit  zu  clainem  schimpf 
mid  spott  geraichen, 

zum  andern,  das  wir  auch  bei  unser  erbarn  gemaind  verdacht 
werden  möchten,  als  betten  wir  durch  unser  regierung  in  ain  oder 
ander  weg  gehandelt,  das  sich  nit  woll  gepürte,  und  dardurch  ange- 
zogen freihalten,  so  von  unsem  eitern  erlangt  und  auf  uns  komen, 
auch  dise  endrung  verschuldt   oder  zu  derselbigen  ursach  geben. 

Zum  dritten,  so  tragen  wir  fürsorg,  nachdem  der  gemain  man 
bei  uns  großer  gnaden,  darinen  gemaine  statt  und  dero  zugewandten 
bei  merermelter  kais.  maj.  steen,  solle  verwöndt,  si  werden  jetz  das 
widerspill  vermuten  und  uns  verargwonen,  als  ob  wir  inen  unser 
verschulden  verhalten  wölten. 

Es  ist  auch  war,  wie  gemelt,  wir  haben  bisher  ain  gehorsami 
gmaind  und  an  derselbigen  ie  ainichen  mangel  gehabt  und  noch; 
wir  haben  aber  dise  handlung  zu  verhüetung  allerlai  unrats  nit  für 
si  komen  lassen  dörfen,  dieweil  wir  wissen,  das  si  von  der  freihait 
der  Zünften  und  dem  gebrauch  der  jerlichen  Stattbesatzung  nit  gern 
komen  oder  weichen,  villeicht  vermainen  werden,  sich  züwidersetzen, 
oder  als  ain  from  volk,  das  ainer  sonderbarn  art  und  aigenschaft  von 
des  alten  glaubens  und  der  kais.  maj.  wegen  not  leiden,  doch  ain- 
feltig  und  unerfarn  ist,  jetz  oder  hernach  fürnemen  und  handien,  das 
nit  gut,  uns  laid  were,  und  etwa  denen,  die  zum  newen  regiment 
geordnet  und  gesetzt,  beschwerlich  sein  würde. 

Dieweil  wir  dann  uns  ie  nit  erinern  könden,  das  wir  des  ends 
unserer  Verwaltung  und  tragenden  empter  halben  ichtzit  verabsaumpt 
oder  mißhandelt,  und  der  religion  nie  kain  endrung  gehabt,  sonder 
bei  der  catolischen  kirchen  bestandtschaft  bliben  und  unser  under- 
thenigisten  gehorsami  gegen  der  kais.  maj.  allweg  beflissen,  auch 
noch  nit  änderst  gesinnet,  nichtdestminder  über  das  wir  der  zeit,  wie 
der  von  Schaumburg  mit  seinem  kriegsfolk  umb  Salmenschweil  ge- 
legen, und  wie  die  statt  Costantz  von  Alfonso  Vives  überfallen,  für 
ander  angeraint  nachpaurn  mit  darraichung  der  profandt  und  in  ander 


its 

weg  den  grOssten  coafen  und  schaden  erlitea,  ist  in  kainer  anleguug" 
uns^  nie  Terschont  worden. 

So  hetten  wir  verhofft,  es  were  dannocht  zwüscheii  den  gehör* 
samen  und  ungehorsamon  ain  underschid  gehalten  und  denen,  die 
woll  gehandelt^  von  <ler  andern  wegen,  die  solchs  nit  gethon.  im 
reputation,  freihalten  und  wolherkomen,  gewonhaiten  und  gepraucli 
nit  gemindert,  sonder  ee  gemert  worden,  damit  ander  dabei  exempd 
nemen,  i5um  gftten  und  der  gehorsami  dester  geraizt  und  liewifl 
werden. 

Pitten  demnadi  hierauf  undertheiiigists  vleis  und  mit  allem  ernst, 
die  kais.  maj.  wöUe  disen  unsern  berächt  gnedigister  und  bessere 
mainung  von  uns  annemen,  mer  und  baß,  dann  wir  das  dargethua, 
erwogen  auch  unser  fürsorg  und  bedenken  ^ampt  den  erzölten  er- 
heblichen Ursachen»  insonderhciit,  wie  wir  und  ander  sieh  in  der 
reUgion  und  gehorsami  gehalten,  zu  gemüet  füern  und  auf  die  wag 
legen»  also  ains  g^^i  dem  andern  vergleichen,  und  uns  als  die,  bei 
denen  nit  allain»  sonder  ganzer  unser  gemaind  bisher  kain  mangel 
erscheinen»  in  disem  vall  allergncdigist  bedenken,  und  hei  unserm 
alten  wesen  one  endermig  allergnedigist  pleiben,  uns  auch  unser» 
wolhaltens  erlitner  cost  und  schaden^  und  fürnemlich,  das  wir  tina, 
auch  unser  weih  und  kinder  von  der  kais.  maj.  und  des  hauß  Oster* 
reich»  wegen  angezaigtor  uia^sen  in  gefar  gesetzt  haben,  mit  gnaden 
gemessen  lassen.  Das  begern  umb  ir  kais,  maj,  wir  fürohin  nit  mit 
minder  underthenigistem  gehorsami»  daim  bisher  geflissen  und  willig 
zu  verdienen. 

Allerunderthenigist 

burgermaister  und  rath  zu  Überlingen. 


D. 

Rats-Wahlordnung  der  Stadt  Überlingen  zur  Zeit  der 

Hasischen  Kommission. 

(Ordnung  künftiger  wal.) 

Es  sollen  künftiglich,  so  man  zu  der  wal  ains  raths  und  des- 

selbigen  empter  greifen  will,  welche  allwegen  ungevarlich  umb  N. 

tag,  zwen  oder  drei  tag,  vor  oder  nach,  je  nach  gelegenhait  der  feirtag, 

jar-   oder   wochenmerkt,   geschehen   soll,   der  klain   und   groß   rath, 

auch  die  personen  des  gerichts  und  insonderhait  die  zu  wällern  ge- 

hern,   werden   geloben   und   schweren   hernachvolgende   Ordnung   zu 

halten : 

Namblich,  das  si  zä  besatzung  und  wal  der  empter  und  personen 
des  klainen  raths,  desgleichen  auch  zu  bestellung  anderer  stattdiener 


Überlingen.  398 

als  advocaten,  stattschreiber  und  dergleichen,  nun  hinfüro  ewiglich 
diejenigen,  so  aines  christenlichen,  erlichen  lebens  und  wesens,  auch 
sunst  geschickt,  verstendig,  schidlich  und  fridlieben  und  insonder- 
hait  die,  so  der  alten,  waren,  christenlichen  religion  anhengig  sein, 
für  andern  in  all  weg  fürgezogen  worden. 

Und  soll  kainer  der  gehaimen  reth  seines  Stands  oder  ampts 
darzü  er  ainmal  fürgenomen  oder  erweit,  one  dapfere,  eehafte  seines 
anvennegens  mishandlung  oder  andere  erhebliche  Ursachen  entsetzt 
oder  erlassen,  und  dannocht  dasselbig  nit  anders,  dann  nach  er- 
kantnus  des  klainen  raths  gestattet  werden. 

Was  aber  sonst  andere  personen  des  klainen  raths  betrifft,  soll 
es  järlich  auf  ainer  freien  wal  dermassen  besteen  und  gehalten  werden, 
das  jedes  jars  auf  den  tag,  da  jetzund  die  verenderung  des  raths 
beschehen  oder  ungefarlich  zwen  oder  drei  tag  darvor  oder  darnach, 
wie  sich  etwan  die  Verhinderung  der  feurtag,  jar  oder  wochenmerkt 
halben,  wie  obgemelt,  zutragen  mag,  die  gehaimen,  sampt  dem  klainen 
rath  volgendts  der  statt  vogt,  oder  amman,  sampt  den  gerichtsper- 
sonen  und  letstlich  die  personen  des  grossen  raths  auf  dem  rathhaus 
züsamenkomen  und  jede  parthei  sich  in  ain  besonder  ort,  und  also 
in  drei  underschidliche  gemach  verfliegen,  alsdann  sollen  von  dem 
klainen  rath  nach  dem  merthail  der  stimen  zwen  auß  dem  gehaimen 
rath,  und  der  dritt  auß  dem  überigen  klainen  rath  genent,  dieselbigen 
drei  sollen  alsbald  den  gerichtspersonen  angezaigt,  die  sollen  vol- 
gends  durch  sich  selbs  gleicher  gestalt  nach  dem  merthail  der  stimen 
aineu  auß  dem  mittel  des  überigen  klainen  raths  ernenen  und  noch- 
mals dieselben  vier  personen  den  überigen  N.  personen  des  grossen 
raths,  auch  angezaigt  und  durch  dieselben  gleicherweise  nacli  dem 
merthail  der  stimmen  die  fünft  person  auß  dem  mittel  des  überigen 
klainen  raths  erneuter  fünf  personen  befünde,  das  die  überigen  ge- 
haimen räthe  in  ungerader  anzal,  also  das  etweders  alle  drei,  oder  aber 
nit  mer  dann  ainer  vorhanden,  also  das  die  zwen  auß  inen  gestorben 
oder  abgestanden  weren,  so  sollen  die  fünf  obgenante  personen,  als 
die  wäler,  macht  haben,  noch  ain  person,  die  si  vormals  im  rath 
gewesen  oder  nit,  doch  ausserthalbs  der  gehaimen  zu  inen  zu  nemen, 
und  volgends  samt  derselbigen,  auch  sampt  den  überigen  gehaimen 
reihen  zu  der  wal  der  überigen  rathspersonen  biß  zu  erfiUung  der 
anzal  N.  schreiten  und  also  sollicher  personen  halben,  si  seien  im 
rath  gewest  oder  nit,  ain  freie  unverpüntliche  wal  nach  irem  besten 
verstand,  und  wie  si  es  irer  pflicht  nach  gedenken,  zu  verantwurten, 
fümemen,  auch  die  erweite  personen  volgendts  also  zu  inen  nider- 
setzen, und  wo  derselben  aine  oder  mer  hievor  nit  rathspflicht  gethon. 


Überlingen.  895 

dester  minder  gegen  meniglich  durch  den  rath  desselben  jars  be- 
schehen  megen. 

Dieweil  auch  die  notturft  erfordert,  das  von  feurs-  und  anderer 
not  wegen  ain  besonder  austhailung  der  ganzen  gemainen  burger- 
schaft  beschehe,  und  aber  die  zünften  auß  der  kais.  maj.  bevelch 
und  Ordnung  aufgehept  worden,  so  soll  ain  andere  austhailung  nach 
gelegenhait  der  statt,  als  in  vier  «oder  sechs  viertel,  nach  der  gassen 
und  pletze  gelegenhait,  fürgenomen,  deren  jeden  ain  hoptman,  der 
zum  wenigisten  des  grossen  raths  sein  soll,  gestelt  werden,  also  das 
in  bemelten  feurs-  oder  andern  neten  ain  jeder  burger  bi  seinen 
baigerlichen  pflichten  schuldig  sei,  demselbigen  hauptman  züzälaufen, 
und  was  derselb  auß  bevelch  aines  raths  verschafft,  zu  gehorsamen. 

Doch  wil  ir  die  kais.  maj.  in  allweg  vorbehalten  haben,  solliche 
obgeschribne  Ordnung  in  ainem  oder  mer  artikeln  auf  weitern  be- 
stendigen grüntlichen  bericht  zu  endern,  zu  mindern,  z&  meren  und 
zu  verbessern,  wie  ir  majestät  nach  gestalt  der  Sachen  für  das  best 
und  nützlichest  ansehen  werden. 


Ordnung  in  dem  rath,  von.  der  Hasischen  commission 

vorgeschriben. 

Nachdem  die  Rom.  kais.  majestät,  unser  allergnedigister  herr, 
von  anfang  irer  kaiserlichen  regierung  auß  sonderm  gnedigstem  willen, 
so  ir  maj.  zu  dem  hailigen  reich  theutscher  nation  und  sonderlich 
gegen  inen,  denen  von  Überlingen,  die  irer  maj.  je  und  all  wegen  vor 
andern  ainer  sondern  redlichait  und  dapferkait  berüempt,  tragen,  nichts 
liebers  gesehen,  dann  das  zuvorderst  die  eehr  deß  allmechtigen  gots, 
auch  der  hailigen  christenlichen  kürchen,  deßgleichen  irer  kais.  und 
der  röm.  kön.  maj.  und  des  hailigen  remischen  reichs  gehorsame, 
gleichergestalt  auch  alle  guete  polliceien  und  Ordnungen,  so  zu  auf- 
gang  des  gemainen  wesens  und  erhaltung  des  armen  mans  dienst- 
lichen wem,  gefürdert,  und  was  demselbigen  zu  entgegen,  abgeschafft, 
und  allso  alles  das  zu  fürderung  gemaines  nutz,  eher  und  wolfart 
gelangen  mecht,  fürgenomen  würd,  so  betten  doch  ir  kais.  maj.  be- 
funden, das  auß  vile  der  personen,  so  bi  inen  zu  den  regierungen  ge- 
zogen, allerhand  zerritung,  beschwärung  des  gemainen  burgers  und 
Verhinderung  der  gescheft  erwachsen,  wie  dann  ain  jeder  verstendiger 
bi  ime  bedenken  köndt,  das  man  in  sollicher  vile  der  personen  zu 
erfiUung  der  anza!  etwan  leut  nemen  müßt,  die  zu  den  regierungen 
nie  gezogen,  derselbigen  onerfaren  und  deshalben  zun  zeiten  aller- 
hand durch  sie,  und  doch  nit  auß  bessem  gemüet,  auf  die  ban  gebracht 


wflrde,    dadurch    etwan    vilerlai    unnotwendige    disputationen    ent* 
stünden,  zft  dem  das  die  umb fragen  dester  langsamer  ir  entschaft  er* 
reiclien  meqhten,  dadurch  die  gescheft  merglichen  verhindert,  aber 
nichts  dester  mmder  die  ganz  anzal  der  personen  des  raths  dem  sdm 
außwarten,  und  also  das  sein  dehaimen  versäumen,  und   deswegen 
sein  weih  und  Und  dester  weniger  emeren  und  etwan  des  endts  auch 
nit  vU  außrichten  kendt,   man   geschweige,   das   in   solcher   vile  zu 
Zeiten  leut  gencmien  werden  mussten,  die  ainaiidern  nach  verwandt 
darauß  dann  volgends  etwan   manchen   burger  allerhandt  nachtails 
ervolgte,  derohaiben  ir  kais.  maj.  auß  gnedigistem  willen,   wie  vor- 
laut, und  irem  tragendem  ampt  nach,  ir  furgenomen,  solliche  weit- 
löffige  r^erungen  etwas  einzfiziehen  und  manchen  armen  man  damil 
soUicher  beschwerdt  zu  erledigen,  und  haben  darauf  den   personen 
deB  gewesnen  raths  gnediglich  erlaupt  und  irer  pflicht  und  aid,  damit 
si  ainem  rath  verwandt  gewesen,  one  Verletzung  menigliclis  gnedig 
lieh   erlassen  und   geordnet,   das   nun   hinfürter   drei    biirgermaisler, 
deren  jeder  das  ampt  vier  monat  im  jar  tragen  und  denen  noch  zwen, 
welche  fünf  samenthaft,  die  gehainien  räth,  und  zu  sollirhen  funfeu 
noch  zwelf  personen,  also  das  ir  sibenzehen  werden,  die  der  klain 
rath  haissen  sollen^  wie  die  inen  jelz  benent  sind,  welcJie   irer  red 
lichait  und  dapferkait  nach,  wie  sie  deren  bi  der  kais.  maj,  herueropl 
sind,  inen  die  eer  gottes  und  gehorsame  der  hailigen  christenlichen 
kürchen  irem  hievor  beschehnen  bewilligen  nach,  auch  irer  kais.  und 
der  röm.  kön.  maj.  und  des  hailigen  Römischen  reichs,  deßgleicbeii 
alle  guete  polliceien  und  Ordnungen  angelegen  sein  lassen,  und  alles 
dasjenig  handien  sollen,   das  inen,   iren  nachkomen,   gemainer  statt 
und  dem  armen  gemainen  man  zu  gutem  komen  mag.    Und  nachdem 
hievor  zu  Überlingen  nit  mer  dann  acht  richler  gewesen,  welche  irer 
notturft  und   der  statt   gebrauch   nacli   vast   alle   Sachen,    die   etwas 
wichtig  gewesen,  zu  entschaiden  für  ainen  rath  gewisen^  da  sie  m\* 
genomen    und   entscheiden,    und   gleich   von    dem  selbigen    enlschaid 
oder  urthail  nach  gelegen  halt  der  sachen  und  partheien   geen   Frei- 
burg oder  an  das  kaiserlicb  camergericht,  an  welchen  l>aiden  orten 
es  entlich  bleiben  muß,  appelliert  und  also  den  partheien  die  ander 
instantz,   dabei  es  villeicht  etwan   bleiben   were,  entnnmen   und  die 
Sachen  gleich  für  weil  ungelegen  gericht  den  partheien  zu  merklichen 
schaden  und  verderben  gezogen  worden,  desbalben  geordnet,  das  mm 
hinfüro  ain  stattamman  und  zwölf  richter  sein,  vor  denen  alle  aus- 
geschaiden  malefitzsachen   rechtlichen  ausgefürt  und  entschiden  und 
nit  für  rath,  wie  vor  geschehen,  gewisen*    So  aber  in  den  hauptsaclieD 
und  endurthailen  von  dem  gericht  ergangen,  so  soll  alsdann  die  b<^ 


Überlingen.  397 

werdt  parthei  für  ainen  rath  nach  irer  Ordnung  zu  appellieren 
1  daselbst  die  ander  instantz  zu  prosequieren,  und  so  daselbst 
ler  ain  endurthail  ergeet,  nach  gelegenhait  der  partheien  und  Sachen, 
5  soilichs  bi  inen  herkomen,  geen  Freiburg  oder  an  das  kaiserlich 
nergericht  zu  appelliern  macht  haben.  Aber  die  malefitzsachen 
len  jederzeit,  wie  herkomen,  vor  ainen  rath  und  gericht  samentlich 
thedingt  werden. 

Dameben  so  sollen  aber  solliche  zwelf  gerichtspersonen  jeder- 
t  schuldig  sein,  auf  erfordern  ains  klainen  raths  in  fürfallenden 
*.htigen  Sachen  bi  inen  in  dem  rath  zu  erscheinen,  und  dieselbigen 
;hen  der  statt  Überlingen  zu  nutz,  eher  und  wolfart,  auch  zum 
iten  helfen  bedenken;  im  val  aber,  das  solliche  wichtigen  Sachen 
fielen,  das  den  klainen  rath  und  die  gerichtspersonen  für  gut  an- 
le,  den  grossen  rath  auch  zu  inen  zu  erfordern,  so  sind  noch 
Personen  zu  demselbigen  geordnet,  die  gleicherweiß  schuldig  sein 
len,  jederzeit  auf  erforderung  des  klainen  raths  bi  inen  zu  er- 
leinen  und  alle  ding  zu  dem  getreulichisten,  wie  vorlaut,  helfen 
lenken  und  schliessen,  auß  welchem  klainen  und  grossen  rath 
i  gerichtspersonen  allwegen  die  andern  empter,  wie  soilichs  bi 
n  herkomen,  gesetzt  und  in  solchem  fal,  dergleichen  in  der  wal 
'  raths-  und  gerichtspersonen  die  Ordnung  der  wal  nach  gelegen- 
i  der  empter  gehalten  werden. 

Es  sollen  auch  die  personen  des  gerichts  und  grossen  raths  neben 
ieni  iren  gewonlichen  pflichten  dem  klainen  rath  geloben  und 
iweren,  ime  bi  stendig  gehorsam  und  gewertig  zu  sein,  und  was 
jeder  zeit  erfaren,  das  ainem  ersamen  rath  und  der  statt  zu  nach- 
il  dienen  mag,  dasselbig  trewlichen  anzaigen  und  in  allweg  der 
tt  nutz,  eehr  und  wolfart  zu  dem  getrewlichisten  zu  bedenken; 
3h  sollen  si  zu  dem  klainen  rath  ungefordert  nit  komen,  noch  auch 
1  demselbigen  damit  one  merkliche  Ursachen  beschwärt,  und  hin- 
ter der  burgermaister  an  den  das  ampt  zu  dem  nechsten  komen 
rt,  die  umbfrag  haben. 

Und  nachdem  die  röm.  kais.  maj.  die  zünften  und  geschenkten 
idtwerck  auß  kaiserlicher  macht  aufgehaben,  so  ist  dem  rath  in- 
iderhait  uferlegt,  das  si  vorangeregten  zünften  alle  Privilegien,  brive, 
:und,  rechnungen  und  parschaft  empfahen,  und  solliche  versamb- 
Lgen  der  zünft  und  geschenkten  handtwerk  nit  mer  gestatten,  aber 
ih  etliche  auß  inen  von  dem,  die  den  guten  Ordnungen  der  handt- 
rker  vor  seien,  getrewlichen  ob  denselbigen  halten,  auch  die  hand- 
rker  jederzeit  in  iren  obligenden  Sachen  hören,  entschaiden,  oder 
8  inen  zu  schwer  fallen  wil,  zu  entschaid    des  raths  wisen,  des- 


Oberlingen.  899 

Und  besonder,  das  ir  gemain  richter  sein  wellen  dem  armen 
l  dem  reichen,  ainem  als  dem  andern,  niemand  zä  lieb  noch  zu 
l,  durch  kaines  genieß  oder  vorthails  willen. 

Item  das  ir  auch  wittwen  und  waisen  schürmen  und  bi  der  statt 
ihaiten  und  rechten  handthaben  wellen. 

Und  ob  sich  begeben,  das  in  zeiten  ewer  ämpter  etwas  ver- 
iden  were  oder  fürfiel,  dardurch  zwischen  ainem  erbern  rath  und 
er  erbern  gemaind  samet  oder  sonderen  personen  spenn  oder  irrung 
li  auferheben  würden,  das  ir  dann  bi  ainem  rath  beleiben  und  da- 
bst  alles  das,  so  ains  raths  und  gemainer  statt  lob,  nutz  und  eer 
a  meg,  helfen  rathen  und  handien  wellen,  nach  ewerm  besten  ver- 
BD  und  vermegen,  alles  getrewlich  und  ungefarlich,  es  wäre  dann, 
;  sollichs  ewer  aigene  freuntschaft  insonderhait  antreffe,  dann 
3  gehalten,  wie  untzher  die  Ordnung  der  freuntschaft  halb  ge- 
sen  ist. 

Item  was  ir  auch  frevenlich  Unzuchten  und  geschichten  sehen, 
;r  euch  clagt,  oder  ir  sonst  glauplich  bericht  werden,  darauß  der 
tt  frevel  mag  gefallen,  das  ir  das  rüegen  bei  dem  aid,  den  ir  jetzo 
iweren  werden. 

Item  was  dachen  sich  die  zeit  ewer  jedes  Verwaltung  alhie  be- 
>en,  die  büswürdig  und  zu  rechtvertigen  sind,  das  ir  die  bi  euch 
htvertigen,  als  verr  ir  mügen,  mit  hilf  der  räth,  die  zu  euch  gesetzt 
(i,  und  das  ewer  kainer  dasselbig  auf  den  andern  gevarlich  verziehen 
'.h  sparen. 

2.  Darauf  volget  der  aid  der  räth. 

So  werden  ir,  meine  herrn  des  klainen  raths,  schweren,  auf  dis 
neben  ermelten  meinen  herren  burgermaistem  zu  richten  und  zu 
hen  in  den  Sachen,  die  für  euch  komen,  das  best  und  gerechtest, 
\  sich  dann  ewer  jeglicher  erkendt  nach  unser  statt  gewonhait 
i  recht,  weder  durch  müet,  noch  durch  gab,  niemand  zu  lieb  noch 
laid,  noch  durch  kains  andern  vorthails  willen  one  alle  geverde, 
i  das  ir  gehorsam  sein  wellen  gepoten,  auch  allen  dem,  das  sich 
±  Inhalt  der  kais.  Ordnung  ze  thün  gepürt,  und  die  räth  und  anders, 
\  zfl  verschwigen  ist,  verschwigen,  auch  gemainlich  der  kais.  maj. 
tt  und  den  leuten  diser  statt  nutz,  fromen  und  eere  fürdem,  iren 
laden  und  uneere  wenden  und  warnen  wellen,  alles  one  geverd. 

Were  auch,  das  ir  dehainest  zu  unzeiten  herten  an  den  rath 
ten,  euch  werd  gepotten  oder  nit,  das  ir  dann  komen  und  an  dem 
h  beleiben  wellen. 


Überlingen.  401 

werden,  helfen  rathen,  nach  irem  besten  versteen  und  das,  so  zu 
verschwigen  ist,  verschwigen,  ungevarhch. 

6.  Aid  der  burger  und  einwoner. 

Burger  und  einwoner  werden  schweren,  das  si  den  burgermaister 
und  rethen  der  statt  der  röm.  kais.  maj.,  unsers  allergnedigisten  herren, 
und  von  gemainer  diser  des  hailigen  reichs  statt  Überlingen  wegen, 
gehorsam  sein  wellen  allerding,  so  si  all  ald  der  merer  thail  under 
inen,  die  dann  zemal  bi  ainandem  seid,  ze  rath  werden,  ungefarlich; 
und  were,  das  ir  ainer  ichtzit  vernem,  das  diser  statt  ald  den  leuten 
derselbigen  kumber  ald  gepresten  machen  ald  bringen  mechte,  oder 
das  sich  der  statt  als  den  leuten  zu  ungemach,  zu  unfriden,  zu  wider- 
partheien  ald  zu  auflöffen  ziehen  oder  schicken  möchte,  das  soll 
er  pringen  für  ainen  burgermaister  oder  für  ainen  des  raths  unver- 
zogenlich  one  geverd. 

Des  gelüpt  werden  ir  halten  unz  auf  sant  Johanns  tag  zu  sun- 
wenden  und  von  dannen  über  ain  ganz  jar,  on  geverd. 


G. 

Rats-Ordnung. 

Nachdem  sich  bißanher  augenscheinlich  befunden,  das  die  ge- 
schäft  meiner  gepietenden  und  günstigen  herrn,  ains  ersamen  raths, 
nit  ab,  sonder  je  lenger  je  mehr  zugenommen,  deßhalben  man  bißher 
schier  alle  tag  zusammen  konunen  und  nit  allain  von  bemelten  ge- 
schäften,  sonder  auch  underweilen  von  andern  eingefallnen,  zum 
thail  etwann  onnottwendigen  sachen  mit  sampt  räthen  und  richtern 
reden  und  rathschlagen  müessen,  welches  sich  ermelte  meine  herrn 
oftermals  zum  allerhöchsten  erclagt  und  angezaigt,  das  inen  dasselbig 
uß  vilerlai  Ursachen,  und  sonderlich,  das  iro  dhainer  in  seiner  aigen 
haußhaltung  schier  nicht,  oder  doch  wenig  fruchtbarlichs  fürnemmen, 
noch  anders  seine  obligende  Sachen,  sein  und  der  seinen  notdurft 
nach,  verrichten  könde, 

so  haben  sie,  die  herrn  burgermaister  und  räth,  uf  zuvor  mit 
vleis  abgehörte,  der  Röm.  kais.  maj.  etc.  unsers  allergnedigisten  herrns 
gegebne  und  bevolhne  rathsordnung  und  enderung,  deßgleichen  auch 
manigfaltige  darüber  ervolgte  berathschlagung,  gemainlich  mit  son- 
derm  ernst  verrer  vom  handel  geredt,  auch  rathsamlich  erwogen  und 
bedacht,  wie  und  wasgestalt  dem  allen  ainßthails  abgeholfen  und 
nichzit  destermünder  diser  statt  Überlingen  nutz  und  nottdurft,  wie 

Oberrhainiiche  Btadtrechte.    II,  2.  36 


Überlingen.  403 

und  hierinnen  ainen  ganzen  rath  uf  berüerte  rathstäg  an  fürgenommen 
geschäften  onaufgehalten  und  onmolestiert  lassen.^ 

Zum  dritten:  dieweil  auch  höchstermeiter  kais.  maj.  bevoihne 
rathsordnung  lauter  mit  sich  pringt  und  ainem  erbarn  rath  zu  Ihün 
und  zu  halten  sonderlich  uferlegt,  das  die  gerichtspersonen  zu  den 
rathssachen  nit  gezogen,  noch  von  denselben  one  sonders  merkliche 
Ursachen  damit  beschwerdt  werden,  so  soll  nun  hinfürter  kain  herr 
burgermaister  oder  Statthalter  noch  auch  der  gehaim  rath  nit  macht 
oder  gewalt  haben,  für  sich  selbst  allain  und  onbewißt  der  klainen 
rath  die  herm  richter  mit  ainicher  handlung,  weder  klain  noch  groß, 
zu  bemüehen,  oder  sie  Inhalt  vorberürter  kais.  Ordnung  mit  den  raths- 
geschäften  verrer  oder  weiter  zu  beschweren;  es  were  dann  sach, 
das  hochwichtig  und  notwendig  Sachen  einfüelen,  darzü  man  ir,  der 
richter,  bedürfig  sein  würd.  Alßdann  soll  allain  bei  einem  klainen 
rath  und  niemands  anderm  steen,  aintweders  sie,  die  richter,  zu  be- 
rüffen,  oder  aber  dasselbig  zu  underlassen,  wie  sich  dann  ermelte 


<  Hier  fOgt  eine  andere  gleichzeitige  Hand  mit  blasserer  Tinte  am  Rande  bei : 
Und  wiewol  vilfeltigHch  befanden,  das  ain  ersamer  rath  von  gemainer  statt 
nnts  und  wolfart  wegen  nit  allain  in  gepewen,  sonder  auch  andern  hochnotwendigen 
und  anligenden  Sachen  zum  oftermaln  gerathschlaget,  auch  bevelch  gegeben,  das 
sOllichem  allem,  wie  pillich,  nachgesetzt  werden  solle;  dieweil  aber  ain  erbarer  rath 
aogeneeheinlich  befunden,  das  an  Verrichtung  derselbigen  notwendigen  bevelchen 
allerlai  versaumung  und  hinlesaigkait  erscheinen  will,  so  soll  nun  hinfQrter  ain  ieder 
gesd&womer  herr  burgermaister,  so  das  ampt  trögt  oder  darein  trotten  thüt,  ald 
sein  Statthalter,  in  zeit  seiner  amptsverwaltung  alle  montag  sA  gehaltnen  rathstägen 
ain  aller  ersten  und  vordersten,  nachdem  sich  ain  rath  gesetzt  hat,  ainen  statt- 
sdireiber  anfragen  und  erkondigen,  was  hievor  vergangner  rathstägen,  unangesehen, 
ob  ain  solliches  bei  seiner  oder  aines  andern  herm  burgermaisters  amptsverwaltung, 
disem  oder  anderm  amptherrn,  ald  sonst  gemeinen  rathspersonen  zu  verrichten  und  zfl 
verfaandlen  uferlegt  und  bevolchen  worden,  Inhalt  aines  ersamen  raths  bevelch 
Tolnstreokt,  yerhandelt  und  verrichtet  worden  sei,  auch  auf  dasselbig  das  register 
oder  buch,  so  ainem  ieden  stattschreiber  zA  halten  bevolchen,  iederzeit  verhört  und 
volgendts  von  ainem  ieden  bevelch  zA  dem  andern  in  gesessnem  rath  ordenlicbe 
nmbfrag  halten  lassen,  ob  demjenigen,  was  bemelten  amptherrn  oder  anderer  raths- 
personen nsser  bevelch  aines  ersamen  raths  bevolchen,  gelept  worden.  Und  im  vahl 
ainiche  versaumnus,  varlessigkait  oder  andere  ungehorsame  erfunden,  so  sollen  all- 
w^gen  die  nrsacben  and  Verhinderungen,  soverr  änderst  dieselbigen  notwendig,  aus- 
fllerlich  and  verantwartlich  angehört  und  volgendts  uf  dasselbig  verrer  mit  gemainem 
nUb  gehandelt  worden,  wie  dieselbigen,  so  solliche  bevelch  nit  volnstreckt,  aintweders 
mit  ernstlicher  Verweisung,  oder  sonst  nach  der  gepür  zA  straffen  seien.  Es  möcht 
sieh  aber  iemands  in  solUchen  ämptem  und  bevolchnen  Sachen  so  saumselig,  ver- 
drossen and  mAtwillig  erzaigen,  ain  ersamer  rath  wfirde  ime  gegen  dem  oder 
deneelben  gepflrende  straff  zA  erfolgen  iederzeit  vorbehalten  haben. 


404 


Überlinf^n, 


meine  herm  klain  räth  imder  gehaltner  umbfrag  jederzeit  dess€^n  ml 
ainander  ainhelliglich  entschli essen  und  für  gut  ansehen  werden. 

'  Wann  dann  sie,  die  herrn  richter,  v^on  ainera  klainen  rath  ge- 
hörter gestalt  zu  notwendigen  rathssachen,  oder  aber  sonst  zu  den 
bestimpten  freitagen,  es  sei  darvor  oder  darnach,  in  das  ober  statt- 
gericht  brachaiden  sein,  so  soll  alsdann  in  irer  gegenwürligkail  von 
kainem  herm  burgermeister  oder  Statthalter,  deßgleicheii  von  kainem 
ampt-  oder  quartierherrn  ald  ainicher  andern  rathsperson  gar  nichtzil 
angepracht  noch  anz&bringen  angenommen,  sonder  zum  allerv orderslen 
und  anfenglichs  allain  dasjenig  und  nichtzifc  anders  gehört  und  iiiil 
inen  berathschlagt  werden,  darumb  inen  nach  meiner  berrri,  der 
klainen  räth,  beschloß  in  rath  gesagt  worden  ist,  uf  das  die  gerichts- 
handlungen  zum  allerersten  gefürdert  und  sie,  die  herrn  riebter,  neben 
und  mitsampt  den  herrn  räthen  mit  lang  sitzen  und  ralhschiagea 
ttit  beschwerdt  öder  belestigt  werden,  auch  die  ralhs-  und  gerieh ts- 
handlungen  ainander  nit  irren  oder  verhindern  mögen;  sobald  uuii 
dieselben  Sachen  mit  inen,  den  richten^  berathschlagt  und  abge- 
handelt  sein,  soll  volgends  ain  jeder  hcrr  burgermaister  oder  sein 
Statthalter  denselben  gleich  von  stund  an  widerumb  anhaims  *Kl©r 
in  das  gericht  erlauben,  und  die  überigen  rathsgeschäft  und  tiirträg 
alle  und  jede  bis  uf  ir  abtretten  genzHch  und  gar  einstöllen  und  erst 
darnach  mit  klainen  räthen  allain,  welchen  es  ordenlicher  weise  24-  ' 
stehet  und  gezimpt,  verrer  die  gepür  dorinnen  handeln  und  fürnemnien. 
Gleichermassen  soll  es  auch  imib  schleuniger  befürderuug  willen 
der  process  am  obern  stattgericht  in  der  gemelten  richter  gegenwürtig- 
kait,  mit  anstöllung  aller  und  jeder  fürträg,  wie  ob  nach  lengs  be- 
griffen steet,  gehalten  werden,  namblich  dergestalt  und  also:  was  für 
personliche  oder  bürgerliche  actiones  oder  clagen  aldo  fürkonunen, 
es  sei  umb  schmach,  Scheltwort,  gegenrecht  und  all  ander  dergleichen 
Sachen,  dorinnen  sollen  die  partheien  fürderlich  uf  einander,  wie  an 
andern  landt-  und  stattgerichten  gepreuchlich  ist,  in  im  clagen  reden 
und  Widerreden  durch  die  fürsprechen  gehört,  auch  sobald  ain  jeder 
darauf  verfasst,  verrer  mit  ainer  andern  parthei  fürgeschritten  und 
dasselbig  alles,  deßgleichen,  ob  man  kuntschaft  oder  zeugen  darinnen 
laisten  würd,  durch  den  jetzigen  und  ainen  jeden  künftigen  statt- 
schreiber  protocoliert  und  verzaichnet,  auch  allwegen  vor  endlicher 
Verfassung  der  urtl  widerumb  verlesen  werden,  damit  ain  jeder  für- 
sprech  oder  rathgeb,  so  mit  seiner  parthei  ußgetreten  und  bei  ains 
andern  einfüerung  nit  geweßt  were,  sich  darnach  schicken  und  mit 
besserm  grund  darauf  urthailen  mög.  Doch  sollen  gemainer  statt 
Sachen,  sovil  der  pittel  von  derselben  wegen  jederzeit  vor  ober  statt- 


Überlingen.  405 

Bricht  zu  handien  haben  würdet,  zu  beschreiben  nit  gemaint,  sonder 
lle  hieinnen  genzlich  ußgeschlossen  sein,  es  werde  dann  insonderhait 
inem  stattschreiber  soUichs  zu  thün  von  meinen  herrn  bevolhen. 
Sonst  aber  und  usserhalb  dises  alles  soll  es  mit  fassung  und 
3bung  der  urtln,  auch  rechtlicher  entschidung  der  partheien,  nach 
ises  Stattgerichts  alt  herkommen,  geprauch  und  gewonhait  gehalten 
ad  die  partheien,  sovil  immer  möglich  und  die  geschalt  erieiden 
lögen,  gefürdert  werden. 

Zum  vierten:  triige  sich  auch  zu,  das  ain  herr  burgermaister 
ier  Statthalter,  ald  ain  anderer  herr  deß  raths,  etwas  fürzüpringen 
3tte,  so  ain  andere  gegenwürtige  raths-  oder  gerichtsperson,  ald 
3sselben  zügehörige  oder  verwandten  beniem  und  antreffen  möchte, 
)11  erstlichs  auch,  zuvor  und  ehe  der  fürtrag  beschicht,  durch  ainen 
3rm  burgermaister  oder  Statthalter  in  gesessnem  rath  gefragt,  ob 
mands  derselbigen  handlung  oder  person  verwandt,  und  so  ainicher 
d  kainer  darauf  abtretten  oder  vorhanden  were,  alßdann  allererst 
id  sonst  nit  mit  dem  fürtrag  fürgeschritten  werden. 

Ob  auch  ainer  sonst  ainicher  handlung  von  mag  oder  sippschaft 
egen  verwandt  oder  zugethon  were,  so  soll  ain  jeder,  er  sei  im  rath 
ier  gericht,  Inhalt  der  alten  Ordnung,  onangesehen  die  verwandtnus 
liehe  von  ime  oder  seiner  hausfrawen  her,  auch  gleich  alßbald  uß- 
etten  und  bei  derselben  sachen  sampt  seinen  oder  seiner  haus- 
awen  verwandten  nit  sitzen  in  dhainen  weg. 

Und  zum  beschluß:  was  jetzo  an  und  hinfüro  von  ainem  erbarn 
.th  in  wichtigen  und  andern  notwendigen  sachen  für  beschluß  und 
jcreta  ergehn  und  gefallen  werden,  dieselben  alle  und  jede  soll 
tziger  und  künftiger  stattschreiber  von  ainem  rathstag  zu  dem  andern 
Ier  aber,  wa  es  etwan  geschäft  halben  nit  sein  köndt,  uf  ainen 
idern  rathstag  darnach  in  versameltem  rathe  verlesen  und  ain  herr 
irgermaister  ain  umbfrag  darüber  ergehen  lassen. 

Welche  Ordnung  obermelte  meine  herrn  burgermaister  und  rath 
jmainlich  also  angenomen  haben;  wollen  auch,  das  dieselbig  hin- 
rter  also  gehalten  und  allwegen  ainem  herr  burgermaister  in  an- 
ettung  seins  ampts  vorgelesen  werden  solle. 

Actum  donnrstags  den 

letsten  Januarii  anno  1555. 


406  ÜberlingMi. 

H, 
Kaiser  Ferdinand  I.  erlaubt  dem  Bürgermeister  und  Rat  der 
Stadt  Überlingen,  die  von  K.  Karl  V.  eingeführte  Ratswahl- 
ordnung abzuändern. 
1559  JnU  10  Angibiirg. 

Zfiwissen,  als  bei  der  römischen  kaiserlichen  maiestat  etc., 
unserm  allergnedigisten  herm,  burgermaister,  der  groß  und  klain  rath, 
richter  und  ganze  gemaind  zfi  Überlingen  underthenigst  angesuecht 
und  gebetten,  das  ir  kais.  maj.  die  durch  weilendt  irer  maj.  herm 
bruedem  kaiser  Karlen  den  fünften,  hochloblichister  gedechtnus,  bei 
inen  angerichte  rathsbrdnung  umb  merer  nie,  frids  und  ainigkait 
willen  zwischen  iren  bürgern  zu  erhalten,  in  nachvolgenden  puncten 
allergnedigist  zu  verendem  geruechte,  nemblich  und  zum  ersten: 
Das  aus  den  fünf  quartierheusem,  so  hochstgedachter  weilendt  kaiser 
Karl  gemaiüer  burgerschaft  der  statt  Überlingen  zu  sambt  der  eitern 
geschlechtem  gesellschaft,  so  der  Lew  genannt,  geben  und  zuegelassen, 
ain  jedes  bestimbt  quartier  under  sich  selbst  durch  freie  unverpind- 
Uche  wähl  auf  die  aid,  ainem  burgermaister  geschwom,  zu  gewond- 
licher  zeit  der  wähl  ainen  ratsfreundt  oder  quartierherm  und  für- 
trager  in  rat  erwöllen  möge,  welcher  desselbigen  jars  denselbigen 
quartiers  verwandten  und  zuegehörigen  ire  beschwerden  und  anligen 
in  ainem  rat  fürbringen  möge  und  solle,  und  so  dann  derselbig 
quartierherr  sambt  den  gemainen  quartiersverwandten  ainen  groß  rat 
auch  nach  irer  anzall  zu  grossem  rat  auch  frei  wollen,  damit  der  groß 
rat  bei  der  zali,  wie  hochstermelte  kais.  maj.  geordnet  und  auch 
altem  herkomen  bleiben  lassen,  und  solche  fünf  quartierherren  ainen 
under  inen  zu  ainem  obern  erkiesen  sollen,  der  desselben  jars  die 
frag  im  rat  haben  solle. 

So  dann  nun  die  fünf  quartierherm  und  der  groß  rat  gewellt 
worden  ist,  das  dann  gemelte  fünf  quartierherm  sambt  dem  großen 
rath  durch  freie  wähl  am  newen  und  alten  burgermaister,  deren  bede 
und  jeder  ain  jar  das  ambt  tragen  soll,  dergleichen  ainem  stattaman, 
darnach  die  personen  des  klainen  raths,  wie  von  alter  her  an  der 
zall  und  dann  an  zall  der  richter,  und  dieselben  rath  und  gericht  mögen 
halten,  wie  von  alter  her,  auch  hernacher  alle  gemainer  stattambter, 
Pflegschaften  und  dienst,  wie  von  aller  herkomen,  besetzen  und  ver- 
ordnen, und  das  solchs  alle  jar  ernewert  werde;  das  demnach  hochst- 
gedachte  kais.  maj.  in  ansehung  und  betrachtung  gemelter  burger- 
maister, raths  und  gemain  der  statt  Überlingen  gehorsamen  wolhaltens 
in  die  begerte  enderung  allergnedigist  bewilligt. 

Zu  urkund  etc. 


Überlingen.  407 

Actum  ZU  Augspurg  den  zehenden  tag  julii  anno  etc.  im  neun- 
undfunfzigisten. 

Ad  mandatum  sacrae  caesareae  maiestatis  proprium. 
Vdt.  Seid.  Haller. 

Orig.  Pap,  mit  kaiserl.  auf  gedr.  Siegel    L.A.  2/93. 


I. 
KaiserFerdinand  erlaubt  denen  vonüberlingen,  die  unter  der 
Herrschaft  der  Haasenordnung  abgeschafften  Zünfte  der 
Metzger  und  Schneider  wieder  einzuführen. 
1568  Januar  24. 
Wir  Ferdinand,  v.  G.  g.  erweiter  Römischer  kaiser  etc.  thuen 
kundt  allermeniglich :  als  wir  im  verschinen  neunundfunfzigisten  jar 
auf  dem  reichstag  ^ü  Augspurg  unsern  und  des  reichs  lieben  getrewen 
N.,  burgermaister  und  rat  unser  und  des  hailigen  reichs  statt  Über- 
lingen, ir  alt  hergebrachte  ratsordnung  und  besetzung  ausserhalb 
dareinziehung  zwaier  zunften,  nemblich  der  metzker  und  Schneider, 
widerumb  zu  halten  und  zu  geben,  aus  etlichen  uns  damals  durch 
si  fürgebrachten  Ursachen  gnedigist  erlaubt  und  zuegeben,  und  si 
uns  aber  jetzo  gehorsamblich  angelangt  und  gebetten^,  das  wir  von 
wegen  merers  vertrawens  und  erhaltung  gueten  willens  under  irer 
gemain  gedachten  zwaien  zunften  ir  alt  herkomen,  gebreuch  und  geübte 
gewonhait,  wie  den  feindern,  auch  vergunen  und  zuezelassen  geruechten, 
des  haben  wir  angesehen  solch  ir  underthenig  zimblich  bette  und 
sonderlich  die  underthenige,  guetwillige,  getrewe,  gehorsame  dienst, 
so  si  uns  und  dem  heiligen  reich  bißher  in  manigfeltige  weg  erzaigt 
und  noch  [erzaigen]  und  darumben  mit  wolbedachtem  mueth,  guettem 
zeitigem  rat  und  rechter  wissen  gedachter  statt  Überlingen  berüert 
ir  underthenig  bitt  und  anlangen  mit  gnaden  erlaubt  und  zuegelassen, 
thuen  solches  auch  aus  Römischer  kaiserlicher  machtvoUkomenhait 
hiemit  wissentlich  in  craft  ditz  briefs,  und  mainen,  setzen  und  wollen, 
das  emente  zwo  metzker-  und  schneider-zunften  bei  inen  ir  alt  her- 
gebrachte gebreuch  und  gewonhaiten  gleich  den  andern  wider  für 
banden  nemen,  und  nun  hinfüro  würklich  leben,  sich  derselben 
frewen,  gebrauchen,  nützen  und  geniessen,  auch  alle  eer,  wirde,  vortl, 
recht  und  gerechtigkait,  inmassen  etwa  vor  zeiten,  davon  haben  und 
damit,  wie  die  andern  zunften,  thuen  und  handien  sollen  und  mögen 
biß  auf  unser  und  unserer  nachkomen  am  reich  wolgefallen,  von  aller- 


»  Am  10.  Januar  1563.     Urk.:  L.  A.  2/93. 


408  Oberiiiiitii. 

meniglich  unverhindert.  Und  gebieten  etc.  Mit  oikund  dits  briefs..., 
der  geben  ist  in  unser  und  des  reichs  statt  Ravensporg,  den  Yieraiid- 
zwainzigisten  tag  januarii,  anno  etc.  im  dreiundsechzigisten,  nnseier 
reiche  des  Römischen  im  dreiunddreissigisten  und  der  andern  im 
sibenunddreissigisten. 

Ferdinand. 

Ad  mandatum  domini  electi  imperatoria  proprium. 
Vdt.  Seid.  B.  Kobenzel. 

Orig.  Pap.  mit  aufgedrücktem  kaiaerL  Siegel.    L.-A. 


LX. 

Verordnungen  des  Bats  der  Stadt  Überlingen  (meist  pdligeilichm 

Gharakters.) 

15&2-ie09. 
^^^  Berfif   und    verpott,    das    man    hinfüro    weder 

haimiseheu  noch  frembden  in  seinen  gfletern  weder 
an  ops  noch  an  andern  fruchten  schaden  thftn  u.  a. 
Nachdem  mein  gepietend  und  gönstig  herm,  ainen  erbam  rath, 
mermaln  ganz  beschwerlich  angelangt,  wie  auch  meniglichem  wol 
wissend  ist,  das  den  leuten,  nit  allain  bürgern  und  einwonem  alliie, 
reichen  und  armen,  sonder  auch  den  hieumb  gesessnen  genachbartea 
allenthalben  hin  und  wider  in  im  aignen  gfietem  an  ops,  frflchten 
und  anderm  grosser,  merklicher  nachtail  und  schaden  beschehe  und 
ervolge,  also  das  ainem  iedem  dasjenig,  so  ime  gott  der  allmechtig 
uß  gnaden  gegont,  von  bößen  mutwilligen  leuten  entfrembdet  und  ent- 
wöhnt, und  das  auch  das  wild  ops  ganz  häufend  schädlicher  und  un- 
ordenlicher  weiße  gebrochen  und  geschüttet  und  in  secken  allher  ge- 
pracht  und  getragen  werde,  wöUiches  dan  von  den  genachberten  zu 
grosser  klag  und  beschwerd  komen  und  entstanden;  dieweil  dan  dem- 
selben also  lenger  zuzusehen  ganz  beschwerlich,  so  ist  ain  erbarer 
ratli  dahin  bedacht  und  entschlossen,  hinfürter  acht  banwarten  und 
namblich  in  jedem  veld  allain  und  besonder  zwen  zu  haben  und  zu 
halten,  denselben  auch  jeglichem  dcß  tags  die  alte  besoldung  zu  geben, 
darzü  den  halben  thail  aller  und  ieder  straffen,  püßen,  was  von  den 
pußwirdigen  zu  rüegen  und  zu  straffen  ist,  züsteen,  volgen  und  wider- 
fahren zu  lassen. 

Hierauf  so  laßt  ain  erbarcr  rath  meniglich  verwarnen  und  mit 
ernst  gepieten  und  verpieten,  das  sich  nun  hinfüro  ain  iedes  des 
andern  güeter  entschlagon,  darein  nit  mehr  geen,  und  niemandts 
weder  an  ops  noch  andern  fruchten  schaden  thun  noch  zufüegen,  und 
sonderlich  deß  wilden  ops  brechens  oder  schüttens  biß  zu  gebürender 


Überlingen.  409 

it  genzlich  und  gar  müeßigen  und  enthalten  solle.  Deß  wellen  sich 
tgemelte  meine  herrn,  ain  ersamer  rath,  genzlich  und  entlich  ver- 
'hen;  dan  solt  es  hierüber  nit  beschehen,  und  ainer  oder  mehr  deß- 
ilb  zö  klag  gebracht  oder  gerüegt  würde,  den  oder  dieselben  will 
n  erbarer  rath  andern  zu  ainem  exempel  dermassen  mit  straf  an- 
(hen,  und  das  gegen  ime  fümemen,  das  dardurch  sein,  ains  ersamen 
ths,  ernstlichs  misfahlen  gespürt  werden  solle.  Damach  hab  und 
isse  sich  meniglich  zu  gerichten  und  vor  schaden  zu  verhüeten. 

Welcher  nun  also,  wie  obgehört,  der  banwarten  dienst  annemen 
ölt,  der  mag  sich  deßhalb  an  orten  und  enden,  aldo  es  sich  zu  thun 
ibüTi,  anzaigen. 

Zum  andern.  Nachdem  in  jüngster  unruw  und  kriegswider- 
ertigkait  gemainer  burgerschaft  und  einwonern  alhie,  deßgleichen 
ich  deren  diensten  oder  knechten  bind  und  wider  vil  doppel  und 
nfach  hacken  sampt  pulver,  lot  und  anderer  zügehör,  deßgleichen 
lebel  und  andere  spieß  zur  wör,  auch  sonst  etlichen  pickel,  schaufeln 
ad  anders  zu  fürfallender  not  zu  gebrauchen,  zügestelt  und  gegeben, 
>  ist  aber  doch  dasselbig  einem  ersamen  rath  biß  doher  zum  will 
nd  noch  nit  gar  geantwurt  worden;  derhalben  so  lassen  ir  abermaln 
jdermeniglich  ermanen  und  mit  ernst  uferlegen,  das  ain  ieder  das- 
mig,  so  ime  obgehörter  weiße  von  geschütz,  pulver  und  lot,  auch 
piessen,  wöhm,  schaufeln  und  allem  anderm  undergeben  worden  ist 
nd  noch  bei  banden  hat,  fürderlich  antwurten  und  lifern,  des  wellen 
ich  eegemelte  meine  herrn  gleichsfahls  zu  geschehen  gewisslich 
erlassen. 

Und  zum  beschluß.  Als  meine  gepietend  und  günstig  herrn, 
ie  herrn  burgermaister,  so  ieder  zeit  das  ampt  tragen,  biß  daher 
on  der  burgerschaft,  sonderlich  aber  dem  handwerksman,  etwan 
Ilain  umb  schlechter,  ringfüeger  Sachen  und  handlungen  willen  — 
rölche  wol  durch  ire  quartierherrn  ains  ieden  quartiers,  dohin  es 
an  ordenlicher  weiße  gehört,  abgehandelt  und  erörtert  werden 
lögen  —  vilfeltiglich  überloffen,  beschwert  und  beladen,  dardurch 
an  nit  allain  ir  fürsichtige  wißhait  an  irer  ruw  und  ergötzlichait 
bgehalten,  sonder  auch  neben  dem  vilmaln  an  ains  ersamen  raths 
md  gemainer  statt  obligenden  wichtigen  geschäften  merklichen  ver- 
ändert und  molestiert  worden  ist,  so  wollen  hierauf  mergemelte  meine 
lerm,  ain  ersamer  rath,  verlassen  und  versehen,  es  werde  nun  hin- 
ürter  ain  ieder  dasjenig,  was  ime  von  seines  handwerks,  oder  sonst 
nderer  Sachen  wegen  begegnet  oder  zusteet,  seinen  quartierherrn 
ins  ieden  quartiers,  darin  er  seßhaft  oder  gehörig  ist,  fürbringen 
nd    anzaigen,    und   von   desselben    gepürender   erörterung,   aiißtrags 


1652 
Soptemb.H. 


410  Überlingen. 

und  entschidt  gewarten,  auch  dardurch  aines  herm  burgermaisters 
Überlaufens  halben  genzlichen  verschonen,  und  damit  unbeschwert 
lassen.  Wa  sich  aber  die  Sachen  so  wichtig  und  hoch  zutragen,  also, 
das  dem  quartierherrn  dieselben  für  sich  selbs  abzehandlen  beschwer- 
lich fallen  würd,  wissen  sie  dasselbig  iederzeit  irem  bevelch  nach 
an  ainen  geschwornen  burgermaister  gelangen  zu  lassen  und  hierüber 
verers  beschaids  zu  gewarten. 

Actum  montags,  den  8.  augusti  anno  52. 

Beruf  und  verpott,  das  kainer,  er  sei  burger 
oder  einwoner,  kain  trotten  brauchen,  auch  von 
den  underthonen  an  kainen  der  flecken  oder  dörfer, 
so  inen  umb  ir  handarbait  oder  gewerb  etwas 
schuldig,  wein  daran  nemen  wolten,  nit  mer  dann 
drew  fuoder  weins  in  dise  statt  fiern  sollen,  dar- 
neben das  weinschütten  wie  von  alter  erlaubt 
werden. 

Meine  herrn  burgermaister  und  rath  allhie  lassen  im  burgern 
und  einwonern  gepieten  und  verpieten,  das  nun  hinfüro  dhainer  kain 
trauben  mit  der  trotten  trucken  solle,  one  vorwissen  und  bewilligen 
der  herpstversehern,  bei  straff  fünf  pfund  pfening. 

Weiter:  Nachdem  bißlier  den  handtwerks-  und  gewerbsleul 
verpotlen  gewest  ist,  wan  si  von  den  underthonen  der  arbait 
oder  gewerbs  weiß  luiib  gwaiid  wein  genomen,  nit  dürfen  allior 
füren  lassen,  so  ist  doch  durch  groß  und  klaiu  räth  errathen  und  be- 
schlossen worden,  wr)llen  auch  vestiglich  darob  deninacJi  ze  konien 
halten,  das  nun  hinfüro  die  burger  und  einwoner  wol  sollen  und  mögen 
von  den  underthonen  der  unibligenden  dörfer  umb  ir  handarbait  und 
gewerb  wein  nemen,  und  biß  in  die  drei  fuodcM',  aber  nit  mehr,  a liier 
in  dise  stall  füern  und  legen  lassen,  volgends  widerumb  verkaufen 
und  hingeben,  oder  selbs  verprauchen.  Dann  wa  ainer  oder  mehr  be- 
iretten, der  über  drei  fuoder  weins  ai)  den  unibligenden  orten  in  dise 
statt  füeren,  dieselbigen  wenien  unablößlich  gestrafft  werden  umb 
vierzig  pfund  pfening,  oder  so  die  sach  so  gcnarlich  sein  würden,  gegen 
dem  überfaren  mit  hoclier  straff  meiner  lierrn  guot  ansehen  noch  für- 
gegangen. Darnach  wiß  sich  ain  ieder  zu  richten  und  vor  scliadeu 
und  nachthail  zu  verbieten.  I^s  soll  auch  unangesehen  des  alles  die 
alt  Ordnung  in  allen  iren  punclen  und  arlikel  bei  iren  creften  j)leil)en 
und  gehandhapt  werden,  auch  ain  ieder  schuldig  sein,  dero  über- 
tretter  bei  dem  aid  zu   rüc^gen   und  anzezaigen. 


Überlingen.  411 

Zö  dem  so  wollen  meine  herrn  burgermaister  und  rath  den  erbern 
gesellschaften  daz  ,weinschütten  uf  diß  jar  abermals  vergont  und 
bei^illigt  haben,  wie  von  alter  her. 

Actum  den  14.  des  monats  September  anno  52. 

Ordnung  der  fürlön  über  See,  wie  sich  fürohin 
dieselben  fürleut  mit  im  belonungen  halten  sollen. 

Item  ain  ieder  burger  oder  burgerin,  die  one  roß  über  See  farn, 
sollen  bei  stillem  wetter  fürlon  geben  ain  pfening.  So  dann  dieselben 
burger  ruoben,  ops,  oder  dergleichen  mit  inen  füerten,  sollen  si  von 
iedem  stumpen,  deßgleich,  wa  ains  visch  bei  ime  füerte,  von  ainer 
zainen  auch  ain  pfening  geben.  Was  aber  ains  an  der  band  trüg,  es 
vrem  air,  kriese  oder  anders  solcher  wahr,  davon  solle  der  fürman 
kain  Ion  begern  noch  nemmen. 

Und  wölcher  burger  mit  ainem  roß  über  See  fert,  der  soll  für 
sich  und  das  roß  fürlon  geben  fünf  pfening. 

Item  ain  iede  frembde  person,  die  nit  burger  ist,  soll  one  roß 
ziven  pfening,  und  ain  reitender  für  sich  und  das  roß  zwen  kreuzer 
geben  zu  fürlon. 

Doch  wan  sorglich  wetter  und  grosser  luft  im  See  weren,  so  sein 
die  fürleut  zu  obangezaigtem  Ion  nit  verbunden,  sonder  mögen  si  sich 
mit  den,  die  der  fart  begern,  ains  andern  Ions  vergleichen;  si  sollen 
aber   wider  die  pillichait  niemands  beschweren. 

So  sollen  auch  die  fürleut  die  metzger  für  sich  selb,  deßgleich 
ire  roß  und  vich,  fürohin  bei  dem  fürlon  pleiben  lassen,  wie  bißher. 

Und  dieweil  zwischen  den  fürleuten  des  gransen  halb  ain  miß- 
verstandt  fürgefallen,  ist  inen  von  meinen  herrn  der  oberkait  alhie 
ain  solche  leuterung  gegeben,  das  fürter  ain  ieder,  der  dem  andern 
an  grans  sitzt,  vom  Ion  ainen  thail,  und  der,  dem  das  schiff  zugehörig 
ist,  demselben  schiff  auch  ain  thail  haben  und  nemen  soll  und  möge. 

So  soll  auch  kain  furman,  bei  straff  ain  pfund  pfening,  kain 
scheff  gebrauchen,  es  sei  dann  zuvor  geschawet;  und  welchem  scheff 
von  den  schawern  ain  oder  mehr  roß  ze  füeren  zugelassen,  dem  mag 
man  gransen,  wie  obsteet. 

Item  wann  ain  scheffman  sechs  oder  siben  pfening  fürlon  het, 
so  soll  er  anfaren  und  nit  wider,  so  er  drew  oder  vier  schiff  weit  im 
See  ist,  hinder  sich  heraus  keren  und  mehr  volk  hellen,  bei  straff 
fünf  Schilling  pfening. 

Gleichermassen  soll  ain  pfund  pfening  straff  sein,  wo  ain  fur- 
man iemand  über  bestimpten  fürlon  beschweren  würde,  sooft  das 
beschicht. 


4tS  ÜlMrUng«!. 

notwdÜ!  »  Berüff  und  verpott,  das  fflrohin  kainer  auf  der 

gassen  juchzgen,  schreien,  wisplen,  noch  singen 
soll.  Das  auch  zum  andern  niemands  kain  unsacht 
uf  den  gassen,  weder  mit  schütten  noch  in  ander 
weg  legen.  Zum  dritten,  das  man  den  leuten  kain 
schaden  thue  an  zeunden,  garten,  pennen,  holz, 
stecken  und  andern  züfüegen.  Noch  auch  keiner 
bei  dem  wein  schmachred  wider  die  kais.  majestät 
Ordnung  iebe  oder  treib.  ' 

Wiewol  mein  gepietend  und  günstig  herm  burgermaister  und  ain 
ersamer  rath  diser  statt  Überlingen  zu  etlichen  mallen  hievor  deB 
unzimblichen  juchzgens,  Schreiens,  wisplens  und  singens  halben,  so 
bei  nächtlicher  weil  uf  der  gassen  geüept  und  getriben,  verpott,  Ver- 
warnung und  abstöUung  thftn  lassen,  so  ist  doch'  aber  augenscheinlich 
vor  äugen,  das  demselben  biß  doher  wenig,  und  also  zft  melden,  gar 
nit  nachgesetzt,  sonder  alles  in  Verachtung  und  vergoß  gestölt  worden, 
dardurch  dann  nit  allain  die  oberkait,  wölche  deß  tags  und  ununder- 
lässig  mit  gemainer  statt  geschäften  und  Sachen  zum  höchsten  be- 
schwerd  und  beladen,  sonder  auch  ain  ieder  anderer  bideiman  z& 
nachts  an  seiner  ruw  und  ergötzlichait  abgehalten  und  verhindert 
würdet,  deß  tragen  nun  ermelte  meine  herm,  wie  billich,  ain  sonder 
hohes  und  ernstlichs  misfallen.  Und  dieweil  nun  irer  fürsichtigen 
wißhait  zu  verhüetung  allerhand  verraths  und  Weiterung,  so  hierauß 
leiichtiich  erwachsen  und  entsteen  möchten,  demselben  also  lenger 
zuzusehen  und  stattzugeben  nit  gemaint  oder  gelegen,  so  lassen  sie 
hierauf  und  dem  allem  nach  meniglich  verwarnen,  auch  hiemit  ernst- 
lich gepieten  und  verpieten,  das  sich  nun  hinfüro  ain  ieder,  er  sei 
eeraan,  jungsell  oder  anderer,  niemands  ußgenomen,  obermeltcr  nnge- 
schicklichaiten  zu  nacht  mit  singen,  juchzgen,  poldern,  schreien, 
wisplen  und  in  all  ander  weg  gänzlich  müessigen  und  enthalten.  Des 
wollen  sich  wolgemelte  meine  herrn  gewißlich  und  aigentlieh  ge- 
trösten und  versehen. 

Damit  aber  nun  dasselbig  dester  stattlicher  und  steifer  gehand- 
hapt  werd,  so  haben  ir  fürsichtige  wißhait  errathen  und  für  gut  an- 
gesehen, das  nun  hinfüro,  biß  uf  ir  wider  abrüefen  und  verer  giit- 
bedunken  zwo  maimspersonen,  so  hierzu  sonderlich  verordnet,  zä 
nacht  hierumbgehn,  dieselben  uf  dergleichen  unruw  achtung  und 
ufmerkens  geben,  und  welchen  oder  wölche  si  nun  abends  nach  ge- 
schlagner und  verrüefter  neunten  stund  uf  der  gassen  one  ain  liechl 
betretten,  der  oder  dieselben  sollen  one  alles  mittel  umb  zwai  pfund 


Überlingen.  418 

pfening  gestrafft,  und  aber  diejenigen,  so  si  sich  vor,  nach  oder  in 
bestimpter  zeit  gehörter  weise  ungeschickt  halten,  und  deßgleichen 
anzucht  liben  und  treiben,  die  werden  nach  gestalt  aines  ieden  Ver- 
handlung mit  harter  straff  dermassen  angesehen,  das  es  ainem  zu 
schwer  fallen  und  andern  ain  abscheuchlichs  exempel  geben  würdet. 

Zum  andern,  so  ist  auch  bißher  von  jungen  kindern  und  etwann 
alten  leuten  selbs  allerlai  unzucht  und  unseuberkait  allenthalben  hin 
und  wider  in  der  Grad,  deßgleichen  uf  den  gassen  und  an  den  heusern 
begangen,  also  das  ain  soUichs  nit  allain  grossen  gestank  oder  ge- 
schmack  gebracht,  sonder  auch  den  wandlenden  und  fürgenden  per- 
sonen,  frembden  und  haimischen,  neben  enterung  deß  hochwürdigen 
sacraments,  so  underweilen  der  enden  fürgetragen,  zu  hohen  und 
grossem  Unwillen  raichet,  so  lassen  vilermelte  meine  herrn  ain  sollichs 
bei  iedermeniglichem  abschaffen  und  hierauf  warnung  thun,  sich  ge- 
hörter Unzuchten  hinfürter  zu  müessigen,  und  darbei  gebieten,  das 
ain  ieder  dieselben  bei  seinen  kindern  abstöllen  wolle.  Dann  ain  er- 
sanier rath  hierüber  sein  sonder  ufmerkens  und  kuntschaften  haben 
und  verordnen,  und  alle  diejenigen,  so  an  berürter  unzucht  begangen, 
sonderlich  aber  die  altem  an  statt  irer  kinder  mit  straff  dermassen 
biessen  und  ansehen  will,  das  es  den  übertrettern  zu  schwer  fallen 
soll  und  würdet. 

Gleichfalls  und  zum  dritten,  so  ist  auch  ainem  ersamen  rath 
ietzo  zum  oftermaln  clagsweiß  fürkomen,  das  über  vorige  manig- 
faltigc  beschehne  gebott  den  leuten  hin  und  wider  an  im  güettern, 
eingezeunten  gärten,  peumen,  holz,  stecken  und  anderm  grosser  schad 
beschehen,  wölches  nun  wie  alles  anders  obgemelt  irer  fürsichtigen 
wißhait  auch  zu  grossen  mißfahlen  raicht,  gepieten  darauf  und  wollen, 
das  sich  ain  iedes  des  andern  güeter  entschlagen  und  müessigen, 
denselben,  fürnemblich  aber  den  zaunstöllinen,  holzsetzinen  und 
anderm  durch  zerganzung,  zerreissung,  oder  in  ander  weg  kainerlai 
schaden  noch  nachthail  züfüegen  wöll;  dann  ain  ersamer  rath  die 
büßwürdigen  und  betrettenen  nit  mit  geringer,  sonder  vill  höherer 
straff,  dann  obgemelt,  fürzünemen  und  anzusehen  bedacht  und  ent- 
schlossen ist. 

Zum  vierten,  so  langt  auch  ainen  ersamen  rath  ganz  beschwer- 
lich an,  das  etwann  hin  und  wider  bei  dem  wein  und  sonst  wider 
der  röm.  kais.  majestät,  unsers  allergnedigisten  herrn,  rathsbesatzung 
und  new  fürgenomne  Ordnung  allerlai  geredt,  und  dieselbig  mit  etwas 
ungepürlichen  und  ungeschickten  worten  tractiert  und  ambgezogen 
ward;  wölches  nun  mitlerweil,  do  es  für  höchstermelte  kaiserliche 
majestät  oder  sonst  gehn  hove  gelangen  solt,  nit  allain  bei  irer  ma- 


414  Ob«riiiig«iL 

jestät  hohe  and  grosse  ungnad  geperen,  sonder  auch  neben  dem- 
selben gemainer  statt  und  burgerschaft,  und  etwann  dem  unschuldigen 
für  den  schuldigen  darauß  leuchUich  merklicher  und  unwiderbring- 
licher nachtail  und  schad  entsteen  und  ervolgen  möchte,  lassen  dem- 
nach meniglich  ganz  vätterlicher  und  getrewer  wolmainjmg  ermanoi 
und  ersuchen,  das  ime  ain  jeder  vorangeregte  kaiserliche  ordnong, 
auch  alles  dasjenige  was  ainem  ersamen  rath  annemlich  und  gefiUig, 
lieben  und  gefallen  lassen  und  ichtzit,  derselben  zu  entgegen,  kains- 
wegs  reden,  wollen  sich  erstgemelte  meine  hem  zft  ainem  ied^a  ganz 
ernstlich  und  ungezweifelt  verlassen. 

Actum  den  28.  november  anno  52. 

Gesatz,  das  niemand  hinfflro  weder  umb  waren, 
handarbait,  auch  weder  auf  anlehen  noch  bare  be« 
zalung  usserhalb  der  statt  etter  wein  nemen  noch 
herrein  füeren  lassen  soUe.^ 

Nachdem  ainer  jeden  oberkait  zflsteet  und  gepürt,  den  gemainoB 
nutz  zum  vordersten  zu  bedenken,  auch  alle  policeien  und  Ordnung 
dahin  ze  richten,  das  ainer  neben  dem  andern  bleiben  und  das  buiger- 
lieh  wesen  dest  pas  erhalten  werden  möge,  so  haben  meine  heiin 
burgermaister  und  räthe  diser  reichstat  Überlingen  solichs  alles  mit 
höchstem  vleis  bedacht  und  erwogen,  erkennen  sich  auch  des  in 
craft  irs  ampts  ze  thün  schuldig  sein. 

Und  dieweil  alhie  bei  dem  gemainen  man  kain  anderer  gewerb 
ist,  dann  das  sich  derselb  vom  rebenpaw  ernern,  auch  sein  hausgesind 
und  sich  selb  darauß  erhalten  muß,  auch  offenlich  am  tag  ligt,  des- 
halben kainer  weitern  erfarung  von  nöten,  das  vil  jar  her  etlich  burger 
ire  waren  und  handarbait  auf  das  land  hinaus  geben  und  zu  herpst 
wein  daran  nemen;  etlich  leichen  bar  gelt  und  tregt  sich  zu  Zeiten 
zu,  so  man  ainem  ain  pfund,  zwai,  drew,  minder  oder  mer  schuldig, 
das  er  ain  ganz  füder  wein  oder  mer  an  solcher  schuld  nimpt,  also 
gibt  es  sich,  wann  gott  der  allmechtig  gnad  thüt,  das  wir  den  nutz 
erleben  und  erlangen,  das  gewonlich  von  frömbden  orten  der  drittail, 
mer  oder  minder,  weins  in  dise  statt  kumpt,  dann  darinnen  erwachsen 
und  worden  ist,  wie  konnden  dann  die  gemainen  neben  den  bürgern, 
so  dermaß   handien,   nacher  komen?     Für  ains. 

Zum  andern,  so  möcht  auch  im  val  der  notturft  dargethon 
werden,  das  die,  so  wein  ausserhalb  an  wahr  schulden   oder  auf  an- 


>  Dieter  Abschnitt  ist  von  anderer  Hand  geschrieben. 


Überlingen.  415 

lehen  nemen,  solchen  wein  etwan  umb  ain  pfund  und  noch  necher,  dann 
unser  rechnung  hie  gemacht  würt,  zu  wegen  bringen. 

Item  wann  si  dergestalt  ire  kelier  erfüllen  und  belegen,  so  hat 
der  kaufman  bei  inen  die  wal,  darzü  er  dann  genaigt  ist,  und  wo  er 
dieselben  finden  mag;  so  sucht  er  die  armen  gesellen,  die  ain  füder, 
zwai,  drew  oder  ungevarlich,  bei  ainem  solchen  haben,  nit,  also 
kann  der  arm  sein  wein^,  und  sonderlich  das  sie,  so  der  vili  ver- 
sechen  sein,  gegen  dem  gast  ains  pfunds  oder  mer  nit  achten,  damit 
si  ire  kelier  leren  und  die  im  andern  herbst  wider  schicken  künden, 
aus  der  ursach  auch  die  abschleg  komen,  des  der  gemain  zu  hechstem 
schaden  und  nachtail  raichen  thut. 

Darumb  ist  auf  meine  herrn  groß  räth,  auch  derselben  wolgefalen 
minderung  und  merung  von  ainer  Ordnung  geredt,  die  in  der  statt 
satzungsbuch  geschriben  und  järlich  zu  pfingsten,  so  ainem  burger- 
maister  geschworn  würt,  neben  andren  artiklen  gelesen  und  ge- 
schworen werden  soll,  wie  hernach  volgt: 

Es  haben  auch  meine  herrn  ciain  und  groß  rät  ainhelliglich 
zu  ewiger  Satzung  sich  endschlossen,  das  nun  fürterhin  zft  herbst- 
zeiten  kain  unser  burger  noch  einwoner,  weder  umb  warn,  handarbait, 
auch  weder  auf  anlehen  noch  bare  bezalung  ausserhalb  der  statt 
etter  wein  nemen,  weder  wenig  noch  vil,  und  hereinfüeren ;  ob  er 
aber  also  wein  nemen  wölte,  so  soll  er  doch  denselben  herdißhalb 
Sees  in  ainer  meil  wegs  und  jenerhalb  Sees  in  zwaien  meilen  weit 
und  brait  nit  herzubringen,  legen  noch  verkaufen,  bei  peen  und  straff 
vierzig  pfund  pfening,  und  ain  ganz  jar  von  der  statt,  auch  nach  ver- 
schinung  deßselben  jars  nit  wider  herein,  solch  vierzig  pfund  pfening 
seien  dann  zuvor  erlegt  und  bezalt. 

Es  soll  auch  jeder  bei  meiner  herrn  rechnung,  so  si  järlich 
machen  werden,  beleiben  und  uf  kain  ander  rechnung  handien,  bei 
vorberürter  peen  und  straff. 

Doch  mögen  die,  so  güeter  ausserhalb  etters  haben,  es  seie  jen- 
oder  herdißhalb  Sees,  iren  wein,  der  in  solchen  iren  güetern  erwachst, 
vor  Martini  wol  herein  füeren  und  allhie  verkaufen,  wie  von  alter  her. 

Es  mag  auch  ainer,  er  seie  främbd  oder  haimsch,  aim  burger 
wol  auf  wein  leichen,  oder  denselben  an  schulden  nemen  auf  unser 
rechnung  und  änderst  nit. 

Und  damit  solcher  Ordnung  dester  gelept  und  nachkomen,  so 
werden  meine  herrn  alle  jar  im  herpst  personen  verordnen,  auch  im 
berpst  den  herpstversechern  und  weinladem  bevelch  geben,  am  far 

'  Wohl  SU  ergäncen:  «nit  los  werden». 


416  ÜberitiigMi. 

und  under  den  thom  ir  aufsehen  zft  haben  und  der  sacfa«!  erbmdigimg 
ze  thän,  auch  was  si  solcher  Satzung  zftwider  er&um  und  befinden, 
das  sollen  dieselben  jederzeit  ainem  herm  burgermaiBter  anzaigen 
und  inen  deß  in  ir  fertigung  ingebunden  werden. 

Dieweil  aber  die  tüchleut  und  ander  villicht  mer  auf  diB  jar 
irer  waren  und  handarbait  vil  ausgeben  und  sich  mit  binden  TeikOst 
haben  möchten,  wollen  meine  herm  zulassen,  damit  si  sich  dest- 
minder  zu  beschweren  und  andere  jar  damacht  ze  richten  haben, 
das  si  den  wein,  so  inen  diS  herbsts  ausserhalb  gefallen,  der  orten, 
alda  er  gewachsen  ist  und  inen  gegeben  wirt,  legen  and  veAaufen 
mögen. 

Ernewerte  kornordnung. 

Es  haben  meine  herm  burgermaister  und  rätte  diser  statt  Ube^ 
lingen  etliche  jar  her  dem  gemainen  nutz  zu  gfttem  und  sonderlich 
in  bedenkung  der  armen,  wie  si  in  craft  irs  obligenden  ampts  zA  thAn 
schuldig  sein,  vil  Ordnung  in  kaufen  und  verkaufen  des  gethruti 
alhie  in  der  Gröd  fürgenomen,  und  besondem  täglichs,  das  derselbigen 
Ordnung  nit  gelept,  sonder  von  den  käufem  und  Verkäufern  ain  litt 
über  der  andem  erdacht,  dardurch  ir  vortail  würklich  gespeurt  und 
der  gemain  nutz,  der  doch  vor  allen  dingen  befördert  werden  soll, 
scheinbarlich  verhindert  wirt;  dieweil  nun  laider  alles  gethrait  in 
hochem  wert,  und  nach  der  gestalt  der  löff  auch  sonst  vil  anderer 
Ursachen  halb  das  künftig  ir  in  sölichem  kain  pesserung  noch  ab- 
schlag  verhoffenlich,  —  der  almechtig  gott  wolle  gnad  und  barm- 
hertzigkait  mittailenl  —  so  ist  durch  bemelte  meine  herm  von  Über- 
lingen verrer  mit  allem  ernst  ain  Ordnung,  wie  die  fürohin  biß  auf 
ir  weiter  enderung,  so  si  nach  gelegenhait  der  zeit  und  begegneten 
Valien  vorbehalten,  beratschlagt  und  ze  halten  für  notwendig  ange- 
Sechen,  bei  gesetzten  peen  und  straffen,  wie  underschidlich  her- 
nach volgt: 

Erstlich  deß  gethraits  halben.  Das  niemand  alhie  zu  Über- 
lingen, wer  der  sei,  ainicherlai  gethrait,  weder  kernen,  roggen,  waizen, 
vesen,  haber  noch  gersten  aufschüten  solle,  dann  allain,  was  jeder 
deren  dingen  ingender  gülten  hat,  deßgleich  was  jeder  selbs  arbaut, 
darzü,  was  jeder  für  sich  selb  und  die  seinen  zu  seinem  haußbrauch 
auf  ain  jar  haben  muß. 

Item  es  soll  auch  jemands  gestatt  und  zugelassen  sein  und 
werden,  uf  dem  markt  allhie,  noch  in  meiner  herrn  oberkaiten  ainicher- 
lai körn  zu  kaufen,  das  man  aufschüten  wolle,  außgenomen,  was  jeder 
znr  notturft  im  hauß,  wie  obgemelt  ist,  verbrauchen  will. 


Überlingen.  417 

Item  es  soll  auch  nit  gestattet  werden,  das  jemands  aim  andern 
kom  auf  dem  markt  alhie  zu  Überlingen,  noch  sonst  in  oftgemelten 
meiner  herm  gerichten  kaufe,  das  man  widerumb  gleich  bald  ver- 
kaufen oder  hienach  zu  verkaufen  aufschütten  wolle;  besonder  was 
koms  jeder  haben  wil,  das  soll  er  durch  sich  selber  und  nit  durch 
ander  kaufen. 

Aber  so  etwan  ain  gut  freund  dem  andern  zu  seinem  hauß- 
prauch  imd  nit  auf  den  pfragen  kaufen  wolle,  das  soll  herdurch  nit 
abgestrickt  werden. 

Item  welcher  kornpfragner  auf  ainen  tag  ain  markt  alhie  be- 
suchen, denselbigen  aber  verlassen  und  auf  ain  andern  ziehen  würd, 
der  soll  aber  dann  alhie,  ob  er  gleichwol  wider  kome,  desselbigen 
markts  nichts  kaufen,  es  werd  ime  dann  von  meinen  herrn  zugelassen. 

Item  es  werden  auch  mergemelte  meine  herrn  der  kornkrempler, 
vorab  der  auslendischen  halb,  gut  aufsehens  haben  lassen,  das  inen 
je  zu  Zeiten  nach  gestalt  der  Sachen,  und  nachdem  die  merkt  sind, 
vil  oder  wenig  zu  kaufen  gestattet  werde. 

Doch  soll  kainem  zugelassen  sein  und  werden,  auf  ainem  markt 
alhie  mer  zu  kaufen,  dann  er  desselben  markts  alhie  hinwegfüeren 
und  mit  seinem  aignen  gelt  bezallen  will,  dann  die  kornkrempler  nit 
mit  frömbden  oder  entlechnetem  gelt,  sonder  mit  irem  aignen  gelt 
auf  disen  merkten  werben  und  handien  sollen. 

Item  es  sollen  auch  die  kornpfrager  allain  das  körn  kaufen,  das 
damals  zu  markt  gepracht  und  fall  vorhanden  ist,  und  kains  kaufs 
mit  jemands  umb  ainich  kom  sich  vergleichen,  das  man  erst  zu 
künftigen  markten  alher  bringen  soll. 

Item  wölche  auch  ausserhalb  der  kornpfragnern  nit  umb  bargelt, 
sonder  dings  kaufen  oder  verkaufen,  dieselben  kainen  schlag  machen, 
noch,  wie  ir  kauf  sei,  vor  dem,  ee  das  körn  gefasset  würt,  eröffnen; 
si  sollen  auch  das  körn  am  markt,  oder  dieweil  der  markt  ist,  nit 
fassen,  sonder  erst  nachdem  der  markt  auß  und  zergangen  ist;  es 
soll  auch  alsdann  der  kauf,  wie  der  beschechen  ist,  offenlich  ermelt 
werden. 

Doch  werden  auch  oftgemelte  meine  herrn,  sovil  in  müglich, 
darob  sein  lassen,  das  in  den  dingskoffen  kain  unmaß  bescheche, 
die  armen  getrückt  werden,  und  deshalben  auch  dem  kommaister 
und  marktversehem  bevelch  geben,  bei  außmessung  derselben  dings- 
koffen ze  sein,  die  köff,  wie  si  beschechen  seien,  aigentlich  zu  ver- 
nemen,  und  das  kaim  damit  kain  gefar  darinnen  sei,  zu  besichtigen. 

Item  es  soll  auch  meniglich  im  kaufen  beschaiden  sein  und  nit 
frävenlich  einfallen,  damit  dest  fürter  auf  schlag  verheut  werde;  dann 

Obcrrheiniiche  Stadtxechte.    n,  8.  27 


418  Überlingen. 

wölcher  durch  sein  unbeschaideahait  etwas  nachtails  am  markt  ver- 
ursachen würd,  den  werden  meine  herrn  hertiglich  darumb  straffen. 

Und  wiewol  das  aufschüten  gehörter  mässen  verpotten  ist,  soll 
doch  gedachten  meinen  herrn  nit  abgestrickt  sein,  zu  irer  gemainer 
statt  notturft  gelegner  zeit  einzekaufen  und  aufschüten;  deßgleichen 
etwann  zu  verhüetung  aufschlags  zu  verkaufen,  doch  sich  darinnen 
zimlich  halten,  damit  aufschlag,  sovil  müglich,  verhüet  werde. 

Item  wölcher  auch  körn,  das  uf  ainichen  markt  gefüert  zu  werden 
aufgeladen  und  auf  der  straß  und  derwegen  aufkauft,  dem  soll  nit  ge- 
stattet werden,  dasselb  körn  auf  offem  markt  allhie  wider  zu  verkaufen. 

Und  insonderhait,  nachdem  bisher  großer  mangel  in  imgleichait 
deß  korns  befunden,  dardurch  der  gemain  nutz  hochlich  vemachtailt 
und  betrogen  worden,  wölln  meine  herrn  zu  bestellung^  desselbigen 
schädlichen  betrugs  fürterhin  ain  solche  Ordnung  halten,  inmassen 
solchs,  wie  gnugsam  erfarn  ist,  bei  andern  erbem  stötten  ze  thün  auch 
gepflogen  würt:  Wo  jemans  mischelkorn  und  lauters,  oder  news  und 
alts  zusamen  thun,  oder  nachkernen  und  mangelhafts  under  gute  war 
ziehen  und  under  ainandern  mischen,  also  das  oberst  nit  wie  das 
underst,  und  das  mittelst  auch  demselben  gleich  sein  würt,  so  sollen 
die  messer  bei  im  aiden  und  deshalb  sonderer  beschechner  fertigung. 
so  oft  und  dick  si  am  messen  disen  gfar  und  betrüg  befinden,  ain 
viertl  solchs  korns  nemen  und  in  den  casten,  so  man  hierzu  ze 
machen  bevolchen  hat,  schulen;  wölch  körn  darnach  der  spend  zü- 
gehörn  und  volgends  von  den  geordneten  spcndpflegern  armen  leutten 
außgetailt  und  gegeben  werden  soll. 

Zum  andern,  der  müller  und  factoren  halb:  Demnach  ge- 
nante meine  herrn  hie  zu  Überlingen  bcricht  werden,  wie  die  müller, 
auch  etlich  burger  under  der  Gröd  kern,  haber  kaufen  under  dem 
schin,  als  ob  si  deß  in  namen  der  becken,  wirt  oder  anderer  burger 
thuen,  wölche  aber  nit  an  im  selb,  sonder  ain  schlaich  sein,  und  sollen 
solch  müller  und  bürger  diß  körn  und  haber  inen  selb  und  iren  konden 
gebrauchen,  hingeben,  oder  auf  gewin  weiter  verendern,  dardurch 
gemainer  statt  zoll  und  grödgelt  entzogen  und  abgetragen  würt,  ist 
auf  solichs  hievor  zehen  pfund  pfening  straff  gesetzt;  dabei  wil  man 
es  nochmals  pleiben  lassen    und  dieselbigen  straff  hiemit  ernewern. 

Item  wölcher  müller  auch  alhie  von  seinen  konden  auf  körn, 
haber  oder  ander  frucht  gelt  empfangen,  und  jenen,  denen  si  solch 
frucht  abkauft  hetten,  mit  der  bezalung  so  lang  aufzüg,  das  si  dar- 


^  Soll  wohl  «abstelluugt  heißen. 


ÜberÜDgen.  419 

durch  verhindert  und  hie  pleiben  müessten,  derselb  müller  sol  umb 
ain  pfund  pfening  gestrafft  werden. 

Bei  gleicher  büß  soll  auch  jeder  müller,  wa  er  dermassen  seinen 
künden  kom  kaufen  würd,  dasselbig  von  stund  an  dem  grödmaister 
anzaigen,  und  darvon  zoll  und  grödgelt  selbs  zu  bezale. 

Doch  sollen  dargegen  die  burger  und  einwoner,  denen  die  müller 
also  auf  ir  begern  kom  oder  haber  kaufen,  si  mit  dem  gelt,  darumb 
inen  kauft  worden  ist,  auch  nit  aufhalten,  sonder  inen  dasselb  gelt 
alweg  bei  guter  zeit  ze  antwurten  sich  befleissen. 

Item  es  soll  kain  burger  noch  einwoner  kainem  frömden  ainich 
gethrait  alhie  kaufen  unerlaupt  der  herrn  marktner,  solcher  auch  un- 
wissend deß  grödmaisters. 

Dergleichen  soll  kains  kornköfflers  factor  oder  bevelchhaber,  er 
seie  frömd  oder  haimsch,  müller  ald  ander,  kain  körn,  haber  noch 
anders,  so  er  alhie  in  der  Gröd  kauft  het,  darauß  verabhanden  tragen 
noch  füeren,  er  hab  dann  darvon  zoll  und  grödgelt  gericht,  und  würd 
im  darauf  von  gemeltem  grödmaister  erlaupt,  bei  peen  und  straff  wie 
obsteet. 

Zu  dem  sollen  weder  becken,  breimelber,  würt  noch'  ander  burger 
oder  göst  kain  gethrait,  wie  daß  namen  hat,  ausserhalb  der  Gröd 
kaufen,  noch  anderstwo  weder  in  müllinen,  heussern,  oder  auf  der 
gassen  aufgeben,  messen  oder  messen  lassen,  bei  peen  und  straff 
jedes  artikels  insonderhait  drew  pfund  pfening. 

Der  schiffleut  halb  wollen  meine  herrn,  das  fürterhin  an  jar- 
iind  wochenmerkten  weder  frömd  noch  haimsch  schiffleut  von  land 
diser  statt  nit  faren,  si  haben  dann  sich  hievor  bei  dem  grödmaister 
anzaigt  und  denselben  besichtigen  lassen,  was  si  geladen,  damit  dar- 
nach zoll  und  grödgelt  ingezogen. 

Und  das  gemainer  statt  solch  zoll  und  grödgelt  destminder  under- 
geschlagen  und  vorgehalten  werden  mög,  so  würdt  man  grödmaister 
und  zollern  insprechen  und  bei  irn  pflichten  einbinden,  das  si,  die- 
weii  die  tregl  die  frömbden  laden  müessen,  wo  es  inen  baiden  samet 
nit  möglich,  doch  der  ain,  nämlich  der  zoller,  so  die  haimschen 
schiffleut  mit  iren  aignen  knechten  laden,  dabei  sein  und  zusehen, 
auch  auf  die  wahrn  acht  haben,  darnach  mit  bemeltem  grödmaister 
abraiten,  und  sollen  si,  die  haimschen  schiffleut,  zoll  und  grödgelt 
selbs  und  niemand  andern  von  irtwegen  richten,  von  wegen  der 
fremden  raiten  und  zollen  die  tregel,  wie  von  alter  her. 

Der  trögel  und  schütter  halb  geben  meine  herrn  auf  iren 
gehapten  missverstand  disen  beschaid:  Wann  körn  in  vassen  hieher 
kumpt,   oder  das  man  überschlachen  wollte,   so  soll   dasselbig   den 


420  Überliogen. 

schütem  abzeladen  und  ze  tragen  zugelassen;  so  aber  kom  verkauft 
wirt,  stet  sölichs  den  trögel  ze  thün  zu.  Welcher  tail  aber,  so  dennaß 
körn  in  vassen  herkom,  oder  das  man  körn  überschlachen  sollt,  nit 
vorhanden  were,  so  mag  der  gegenwirtig  sich  diser  arbaiten  under- 
fahen,  und  er  also  in  das  werk  komen  ist,  ob  gleichwol  der  ander 
thail  hernach  kern,  so  soll  im  die  belonung  verfolgen,  und  dem  andern 
thail,  der  sich  versaumpt  und  nit  gewartet  hat,  nicht  darvon  werden. 

Und  das  sich  diser  vorgesetzter  artikel  niemand  der  unwissen- 
hait  entschuldigen  und  sich  ain  jeder  denselben  gemeß  ze  halten 
wisse,  so  würt  man  die  drei  markt  nachainandern  vorlesen  und  mit- 
lerzeit  an  der  Gröd  offenlich  anschlachen. 

Zudem  sind  sonder  personen  verordnet,  die  hierin  ir  gemerkt 
und  aufsehen  haben,  auch  was  si  in-  und  ausserhalb  der  Gröd  be- 
melten  artiklen  zuwider  handien,  sechen  oder  sonst  gewar  und  innen 
[werden],  das  werden  si  bei  irn  pflichten,  deren  si  deshalb  verfasst 
sein,  rügen  und  anzaigen  müessen  und  niemands  verschonen. 

Welcher  artikl  auch  ir  gesetzt  büß  nit  haben,  die  behalten  inen 
meine  herrn  bevor  ze  straffen,  nach  gestalt  der  überfarung.  Darnach 
wisse  sich  meniglich  ze  richten  und  vor  schaden  und  nachtail  zu 
verhüeten. 

Demnach  sich  zwischen  meiner  herrn  knechten,  nämlich  tröglen 
und  schütem  von  wegen  des  korns,  so  in  vassen  zu  markt  kunipt, 
das  man  überschlachen  wil,  etwas  spann  und  misverstand  gehalten, 
also,  das  jeder  thail  vermaint  hat,  im  solle  dasselb  in  seinen  dienst 
ze  arbaiten  gebürn  und  züsteen,  ist  inen  von  meinen  herrn  burger- 
maister  und  rate  alhie  zu  Überlingen  diser  beschaid  geben :  Wann 
fürohin  körn  in  vassen  hieher  kompt,  das  man  überschlachen  will, 
sollen  die  schütter  dasselben  abladen  und  tragen;  so  aber  solch 
und  ander  körn  verkauft  worden  ist,  so  soll  den  treglen  des  also  ze 
tragen  und  in  die  schiff  zu  arbaiten  zugehörn.  Welcher  tail  aber 
under  schütter  und  treglen,  wann  dermassen  körn  in  vassen  alher 
kom,  das  man  abladen  und  überschlachen  wölt,  derzeit  nit  vorhanden 
war,  so  ist  dem  andern  gegenwürtigen  tail  zugelassen,  das  er  sich 
der  arbait  underfachen  mög.  Wann  auch  diser  gegenwärtig  tail,  es 
seien  schüter  oder  tregl,  in  das  werk  komen  sein,  ob  gleichwol  der 
ander  hernach  kern,  so  soll  er  den  ersten  tail  fürfaren  lassen,  und 
im  von  der  belonung  weder  haller  noch  pfening*  werden,  sonder  mögen, 
die  es  dermaß  verdienen,  wie  pillich  ist,  unangesechen  der  andern 
wol  inemen. 


Überlingen.  421 

Sonst  anderer  arbait  halb  ist  benenten  tregeln  nach- 
[>lgender  Ion  gemacht: 

(Wie  Seite  200  ff.  mit  folgenden  Zusäteeni) 

Aber  was  sack  ausserhalb  der  Gröd  jenhalb  Reinflins  steen, 
)11  man  inen  den  tröglen  von  jedem  sack  2  J^,  und  was  innerhalb 
38  Reinflins  steen,  1  ,5?  in  die  Gröd  ze  tragen  geben. 

Item  so  oft  auch  von  nötten  ist  und  solchs  treglen  oder  schüttern 
3m  gredmaister  bevolchen  würt,  die  seck  auß  dem  weg  ze  raumben 
id  ze  stepfen,  so  sollen  si  dasselbig  one  widerred  thün  und  man  inen 
ivon  noch  darumb  ze  Ionen  schuldig  sein. 

Auf  den  jarmärckten: 

{Wie  Seite  201  mit  folgenden  2k$8ätigen:) 

Item  was  ballen  aber  under  dem  töchhauß  aufgethon  und  zu 
ück  von  den  tröglen  auf  solch  hauß  getragen  werden,  darvon  soll 
en  der  Ion  gegeben  werden  nachdem  die  ball  ist  und  als  vorsteett. 

Item  von  ainem  barethler  und  ander  grossen  kromenstibichen 

8  creutzer; 

item  von  schuch-  und  lederstibichen  auf  das  schüchhauß  und 
ider  darab  in  das  scheff  ze  arbaiten,  jedem    ....     4  creutzer; 

wann  aber  die  trögel  ainem  auf  sein  erfordern  den  stibich  nit 
ider  herab  theten  und  er  denselben  selbs  herab  thün  müesst,  so  soll 
•  inen  nit  mer  dann  die  2  creutzer  von  desswegen,  das  si  ime  solchen 
ibich  hinauf  gearbait  haben,  ze  geben  schuldig  sein; 

von  ainem  eisenstibich 8  creutzer; 

wer  es  aber  äin  trögli,  daran  zwen  ze  tragen  betten   .     2  creutzer; 

item  von  ainer  kranerkratzen 8  ^; 

item  von  ainem  buchfürer  stük 4  creutzer; 

item  von  ainem  stibich,  darein  stauchen  oder  leinwat  geschlachen 
{in,  wann  der  groß  ist 8  creutzer; 

wer  es  aber  klain,  oder  stauchen  und  leinwat  allain  in  ainer 
öchen,  so  sollen  die  tregel  den  Ion  nach  gestalt  und  schwere  nemen; 

item  von  ainem  stibich  mit  obs,  es  seien  öpfel,  bieren,  ald  der- 
eichen, oder  darzü  äschen  ist i  rd). 

Dergleichen  soll  es  mit  den  krautstibichen  auch  gehalten  werden. 

Von  Frankfurter  güeter: 
(Wie  Seite  201.) 

Von  dem  zentnergüt: 
(Wie  Seite  201  mit  folgendem  Schlußzusatz:) 

Wa  si  aber  in  der  gemain  oder  sonderlich  des  alles,  wie  obsteet, 
t  theten,  oder  über  bestimpte  Ion  jemand  beschweren,  und  solchs 


4M 


Überlingen, 


1508 

Januftr  S8. 


meinen  herm  fürkoraea,  so  würden  si  gegen  denselben  Qberfarer  mil 
straff  one  aUe  gnad  handien,  inmassen  man  inen  müntüeh  anzaigi 
und  ffirgehalten  hat.  Und  damit  sich  ir  kainer  auf  unwissenhait  mi 
schuldigen  mög,  so  hat  man  inen  von  diser  newen  Ordnung  ain  ab 
Schrift  zügestelt^  sich  jederzeit  darin  haben  zö  ersehen. 

Memorial  und  kurze  verzaichung  der  puncten,  so  die 
quartierherrn  in  den  quartieren  mündlich  verkinden  und 
verpieten  sollen. 

Erstlich,  nachdem  des  unzibels^  und  gewürmbs  der  rupen 
halben  aUerlai  clag  und  beschwerd  entstanden,  das  derhalben  ain 
ieder  dieselben  nach  seinem  hosten  vermögen  ab  den  paunien  nnä 
selbsgewachsnen  högern  thun  und  säubern  wollen. 

Zum  andern,  das  niemands  gegen würtiger  laidiger  beschwer- 
licher leuft  halben  ditz  künftig  v^'  ^cht,  er  sei  jung  oder  alt,  da» 
vaßDachtküechlin  hollen,  noch  vil  liger  sich  verbutzen  oder  vi 
welchen«  soll,  ganz  überall  in  dha        ai  weise. 

Zum  dritten,   so  lassen  samer  rath  uß  christenlichem' 

und  vätterlichem  eifer  jedermei  ?n  ermanen,  daz  man  sich  xd 

vorsteend  hailig  vasten  und  österi  zeit  zu  rew,   laid   und   warer 

gerechter  erkanntnus  und  beicht  s  ^r  begangnen  sünd,  auch  vot 
gends  zu  empfahung  deß  hochwürdigen  sacraments  berait  machen 
und  schicken    und  dasselhig  nach  allen  eern  empfahen  wolle. 

Actum  sambstag,  den  28,  januarii  anno  53. 

Vörtigung  der  zwaier,  so  der  Unzuchten  halben  bei 
nächtlicher  weil  uff  die  gassen  verordnet  sein. 

(Stimmt  genau  über  ein  mit  der  €  Fertigung  i>  Seite  250  ff.) 


1558 
Febraar  19. 


Kornordnung, 
deßgleichen  ernewerung  der  verpott  von  wegen  der 
schaden  in  garten  und  verpannen  güetern.     Item, 
das  man  auch  hinfüro  dhain  vich  mer  in  die  reb- 
garten schlagen  und  an  den  rainen  waiden;   deß- 
gleichen das  die  ainrössler  und  stattkarrer  kainen 
mer  durch  sein  eehaften  farn  wolle. 
Wiewol  meine  herrn  ain  erbarer  rathe  vor  etlichen  verschinen 
jarn  ain  Ordnung  gemacht  und  fürgenommen,  wie  es  in  kaufen  und 
verkaufen  des  getraids,  körn  und  habers  gehalten  und  gepflogen  werden 
sollen,  so  würdet  doch  aber  ainen  ersamen  rathe  angelangt  und  zum 


*  Unf^ziefer.  —  *  Vermummen. 


Oberliogen.  428 

thail  unwerk  augenscheinlich  befunden,  das  derselben  biß  doher  wenig 
gelept,  sonderlich  ain  list  über  den  andern  mit  vortailigen  aigen- 
nützigen  fürkauf  gesucht,  getriben,  und  dardurch  der  gemain  arm 
man  zum  höchsten  verkürzt  und  vemachtailt,  auch  der  gemain  nutz, 
als  wöUicher  vor  allem  befürdert  werden  solt,  scheinbarlich  ver- 
hindert worden  ist. 

Dieweil  nun  demselben  in  die  leng  züzesehen  oder  stattzögeben 
je  beschwerlich  und  dann  ainer  ieden  oberkait  züsteet  und  gepürt, 
Ordnungen  zu  machen  und  die  dahin  ze  richten,  das  ainer  neben  dem 
andern  pleiben,  und  bürgerlich  wesen  desto  baß  erhalten  werden 
möge,  so  haben  meine  herrn  ain  erbarer  rathe  soUichs  alles  mit 
höchstem  vleiß  bedacht,  obermelte  Ordnung  wider  under  banden  ge- 
nomen,  dieselben  übersehen,  berathschlagt  und  zu  halten  für  not- 
wendig angesehen;  gepieten  und  wollen  auch,  das  alle  ire  burger 
und  einwoner  diser  statt  Überlingen,  auch  ire  und  irs  gotzhauß  spittals 
gerichts  underthonen,  und  meniglich,  so  inen  zugehörig,  in  irer  statt 
und  hinder  inen  gesessen  sein,  auch  alle  diejenigen,  so  den  markt 
deß  getraids  alhie  zu  Überlingen  mit  kaufen  und  verkaufen  besuchen 
werden,  sollich  nachgeschriben  articul,  sovil  ainen  ieden  berürt,  vöst 
und  statt  halten,  und  darwider  nit  handeln  noch  thun. 

(Daß  Folgende  stimmt  genau  über  ein  mit  der  obenstehenden  cern  werten 
komordnung».^ 

Zum  andern,  als  auch  vilermelte  meine  herrn  gar  kürzlich 
und  onlang  hievor  uf  manigfaltige  ervolgte  clag  meniglich  verwarnen 
und  ermanen  lassen,  das  sich  ain  iedes  deß  andern  und  frembden 
güeter  entschlagen,  und  niemands  weder  an  ops,  fruchten,  stecken, 
paumen,  oder  andern  schaden  thün  oder  zufüegen  wolle,  betten  sich 
ir  fürsichtige  wißhait  zu  meniglichem  der  pillichait  nach  genzlich 
getrost  und  versehen,  es  solte  soUichs  oft  beschehen  vätterliche  ge- 
trewe  warnung,  über  das  es  sonst  zum  höchsten  wider  den  bevelch 
und  gebot  gottes  ist,  doch  ainmal  würklich  erschossen  sein,  so  würdet 
doch  aber  täglichs  je  mer  und  mer  augenscheinlich  befunden,  und 
sovil  clag  an  tag  gebracht,  das  das  widerspil  dargegen  unverscheucht 
getriben  und  nit  allain  dem  gotzhauß  spittal,  sonder  auch  andern 
bui^em  an  selben  jungen  bär  und  andern  gepflanzten  fruchtbarn 
und  eingezeunten  bäumen,  deßgleichen  zaunstollinen,  gartenthoren, 
rebstecken  und  holz  allenthalben  mörklicher  und  grosser  schad  be- 
schicht,  auch  dasjenig,  so  innen  dhainsweg  zugehört,  ganz  fräven- 
licher  weise  entfrembdet,  entwört  und  hinweggetragen  wirt,  alles  und 
iedes  zu  nit  geringen  spott,  verklainerung  und  Verachtung  meiner  herrn 
ains  ersamen  raths,  ußgangner  publicierten  verpott,  sonder  auch  den- 


4U 


jenigen,  so  berflrter  eingriff  beschicht,  zu  grossen  schaden  und  nach- 
tail.    Dieweil  nun  demselben  in  die  leng  also  zuzusehen  je  beschwer* 
lieh  und  von  gott  dem  herm  nit  woll  verantwurUich  ist,  so  lassen 
meine  herm  abermals  iedes   zum  leisten  memglich,  jung   und  alt, 
ganz  ernstlich  und  getrewlich  ermanen,  sich  gehörter  schädlicher  ein- 
griff, entwöhrungen  und  zügeCüegter  schädeUj   zerreissung  und  \er* 
wüestungen  frembder  güeter,  höker,  krant  in  rebgarten  und  päum  m 
enthalten,  dann  ihr  fürsichtige  wißhait  nun  hinfürter  den  übertretler,   1 
er  sei  jung  oder  alt,  frawen  oder  man,  sonderlich  aber  die  elten! 
anstatt  der  jugent,  one  alle  gnad  oder  mitleiden,  mit  sollichem  hohem 
und  grossem  ernst  straffen    und  dasjenig  gegen  inen  bandeln  will^ 
daß.  denselben   die  tag   irs   lebens   rew   und    nachgedenkens    geben, 
solliches  auch,  ainem  ieden  sich  vor  dergleichen  hochverpeentea  und 
straffwürdigen  sach  wissen  zu  verhüeten,  ain  abscheuhlichs  exempel 
geben  würdet.    Damach  hab  sich  ain  iedes  gewißlicii  zu  richten,  auch 
vor  sein  und  der  seinen  schaden  und  nachtail  zfi  verhieten;  wollen 
und  gepieten  auch  darauf,  das  ain  ieder  den  andern,  es  seien,  wie 
gemelt,  frawen  oder  man,  jung  oder  alt,  so  frembden  leuten  echadeu 
sehen  thän,  bei  seinem  aid,  so  er  under  ainen  herrn  burgermaiater 
geschworen,  unverlangt  rüegen  und  anzaigen  und  dasselbig  dhains- 
wegs  verhalten.    Dann  meine  herrn  wollen  und  werden  die  vertnicket 
und  schlaicher  nit  minder,  dann  die  thätter  selbst  hörtiglieh  darumben 
straffen. 

Und  zum  beschluss,  so  ist  auch  bißher  ganz  beschwerhch 
eingerissen,  das  nach  einbringung  und  vassung  deß  weins  und  fruchten 
uß  den  gärten  zue  hörpst-  und  früelingszeit  das  vech  in  die  gärten 
getriben  und  daselbst  an  den  rainen  und  vorleben  gewaidet  werden. 
Nachdem  aber  dasselbig  seiner  gewonhait  nach  unbleiblich  und  etwan 
vilmer  dem  nechsten  anstossenden  nachbern  an  jungen  wachsenden 
reben,  dann  dem  das  vich  zugehört,  schaden  beschicht,  so  lassen 
vilgemelte  meine  herm  ain  sollichs  bei  jedermeniglich  abschaffen  und 
darauf  gepieten,  das  sich  ain  iedes  deß  bestimpten  waidens  und 
treibens  in  seine,  noch  auch  andere  garten  hinfüro  enthalten  und 
also  ime  selbst  und  seinen  nachbem  vor  schaden  sein  wolle;  dann 
wölcher  oder  wölchs  sich  aines  sollichen  nit  müessigen,  den  werden 
meine  herrn  irem  gut  ansehen  und  nachdem  der  schad  beschehen 
ist,  auch  ungestraSt  nit  lassen. 

Es  sollen  auch  die  stattkarrer  und  ainrössler  nun  hinfüro  für 
sich  selbst  noch  uf  ainer  andern  bevelch  oder  gehaiß  durch  frembder 
eingezeunte  und  verpanne  wisen,  gärten,  eehaftinen  und  güetter  faren 
und    zeun    oder  gartenthor  ufprechen,   sonder  die   gewonlichen    und 


Überlingen.  425 

gemainen  weg  und  landstrassen  prauchen,  alles  bei  grosser  peen 
und  puoß  meiner  herrn  ains  ersamen  raths,  damit  ir  fürsichtige  wiß- 
hait  ainen  ieden  ansehen  und  bössern  würdet.  Darnach  wisse  sich 
meniglich  zä  gerichten  und  vor  nachtail  zu  bewaren. 

Actum  sonntags  invocavit  anno  53. 

Verpott  des  überflüssigen  weintrinkens  und  un-   Hat  20. 
züchten  halben;   auch  das  meniglich  erbar  frawen 
und  junkfrawen  an  irem  fürkehr  und  wandel  on- 
angeschrihen  lassen  wollte. 
Nachdem  laider  züvil  offenbar  und  am  tag,  wölchermassen  das 
lasier   der  trunkenhait  in  disen   letsten   gevarlichen   zeiten   täglichs 
ie   mehr  und  mehr  überhand  genomen  und  eingewurzelt,   also  das 
es  schier  dahin  gerathen,  das  sich  niemands  mehr  an  ainem  zimb- 
liehen  trank  beniegen  lassen,  sonder  nun  gar  über  gepürende  maß 
und  der  natur  würkung  und  craft  erfüllt  sein,  auch  volgends  nach 
begangner  unzucht  und  vertranknen  sinnen  und  gedanken  und  das 
mancher  weder  steen  noch  geen  mehr  kan,  sonder  wie  das  unver- 
nünftig vich  umbgezogen  werden  müg,  dasselbig  etwann  allererst  zu 
ainem  erlangten  rom  und  nit  zu  rew  und  laid  wenden  und  ziehen  will, 
welches  doch  zuvorderst  vor  gott  dem  allmechtigen  der  höchst  greuel 
und  verpottne  todtsünd,  und  der  weit,  auch  ainem  ieden  ehrliebenden 
ain  grosser  anstoß  und  ergemuß  und  neben  dem  sonst  alles  unraths, 
Schadens  der  seel  und  leibs,  auch  armut  und  schädlicher  not  ain 
Verursachung  und  anraizung  ist. 

Dieweil  nun  die  leuft  in  trüebsall  und  widerwertigkeit  ietziger 
zeit  dermassen  geschaffen,  das  ainer  ieden  cristenlichen  oberkait,  irem 
von  gott  bevolhnen  ampt  nach,  schuldiglich  gepürt,  in  gehörten  und 
andern  sündlichen  lästern  ernstlich  einsehung  zu  thun  und  zu  ver- 
schaffen, so  haben  derwegen  mein  gebietend  und  gönstig  herrn  ain 
erbare  rathe  alhie  ganz  vöstiglich  gesetzt  und  geordnet: 

Erstlich.  Welcher  sich  nun  hinfüro  in  quartier-  würts-  gesslier- 
und  andern  heusern  mit  wein  dermassen  überfüllen  und  beladen 
würd,  also  das  er  nit  mehr  weder  steen  noch  geen  könnt,  sonder 
aintweders  haimgefürt  oder  getragen  werden  müesst,  deren  ieder, 
er  sei  reich  oder  arm,  sollen  von  stund  an  meniglichem  zu  ainem 
offnen  schauspill,  auch  ime  und  den  seinen  zu  spott  in  deß  derwegen 
sonderbar  züberaitet  und  gemacht  heusslin  in  der  metzg  gelegt,  als- 
dann nach  gelegenhait  der  sachen,  und  aines  ersamen  raths  gütbe- 
dunken  widerumb  erlassen  und  darzü  umb  5  ^  ^  gestrafft  werden. 


426  Überlingen. 

Zum  andern.  Nachdem  auch  aus  ermelter  trunkenhait  neben 
erzölten  Sünden  und  lästern  dise  unverschämte  weise  ervolgt,  das 
sich  mancher  vor  ainem  erbaren  man,  frawen  und  junkfrawen  an 
offner  freier  gassen  seiner  notturft,  es  sei  des  wassers  oder  sonst, 
begert,  so  er  doch  dasselbig  in  ainem  hauß  oder  sondern  abgesondert 
haimblichen  orten  wol  thün  und  volnströcken  möcht,  so  haben  meine 
herrn  ernstlich  [errauten] :  wölcher  nun  hinfüro  also  betretten  und  an 
dergleichen  orten  öffentlicher  schandlicher  unzucht  befunden  wirt,  das 
si  denselben  in  gleichem  fahl,  wie  ob  der  trunkenhait  halben  gesetzt, 
nit  weniger  straffen  wollen. 

Ob  aber  ainer  nach  eingezogner  und  widerumb  erlassner  vänknus 
die  fünf  Schilling  zu  bezallen  nit  hett  oder  vermöchte,  soll  er  als- 
dann von  stund  an  der  statt  on  alle  gnad  verwisen  und  nit  mer  herein 
gelassen  werden,  biß  er  die  straff  zuvor  alher  schickt. 

Zum  beschluß  so  wollen  auch  villermelte  meine  herrn  ain 
ersamer  rath  ganz  ernstlich  und  hiemit  gesetzt  haben,  das  nun 
hinfüro  ain  ieder,  er  sei  man  oder  junggesell,  dienst,  frembd 
oder  haimisch,  jung  ald  alt,  erbar  frowen  und  junkfrowen  an  irem 
wandel  und  fürker  onangeschrihen,  unbetrüebt  und  imgeschmecbt 
lassen,  sonder  denselben  villmehr  gepürende  ehr  erzaigen  und  be- 
weisen; des  werden  sich  meine  herrn  zu  iedermeniglich  ungezweifelt 
getrösten. 

Es  möchte  sich  aber  in  vorgesetzten  artikeln  allen  ainer  so  ge- 
värlich  und  fräveiilich  erzaigen,  meine  herrn  würden  ine  bei  vor- 
gesetzter slradeii  nit  l)leil)en  lassen,  sonder  anders  gegen  ime  für- 
ncMiien,  das  sich  nach  ji^eslalt  seiner  frävenlichait  und  verwürkung 
zu  tlnin  gepürle.  Darnach  habe  und  wisse  sich  ain  ieder  zu  richten 
und  vor  schaden  und  nachtail  zii  bewaren. 

Actum  freitags,  den  26.  mai  anno  53. 

K)53  Ewig    gesatz    und    Ordnung,    das    nun    hinfüro 

kainer  ainicli  gut  an  ewigkaiten  ergeben,  noch  sonst 
die    güeter    frenibden    und     ußlendischen    personen 
verkaufen  solle. 
Nachdem   ain  ersanier  rath    diser   des  hailigen  reichs   statt  Über- 
lingen  nit  allain   in  der  statt    und    derselben  etter,    sonder  auch    dero 
und    ires    gotzhauß    spittal    zügeli()rigen  gerichten    und  gepieten    lange 
zeit    her  zugesehen,    gestattet   und  geduldet,    die   gelegnen   güeter  zum 
thail   an  die  ewigkaiten    und   sonst  ul,^  der  l)urger  einsessen  und  zuge- 
hörigen   in  ander  irenibder   und   ul.Uändischer  personen   banden  konien 
zii  lassen,  uß  wöliclnMi  mitth^rweil     -  wo  änderst  demselben  zeitlich  nit 


Juni  16. 


Überlingen.  427 

gesteurt  und  fürkomen,  gewissers  und  aigentlichers  nit  ervolgen,  dann 
das  durch  angeregte  ergebungen  und  der  frembden  eintringen  der  meh- 
rer thail  der  hosten  und  gelegnesten  güeter  von  der  statt  und  usser 
derselben,  auch  ires  gotzhauß  spittal  gerichten  und  gepieten  komen,  inen 
zft  nachthail  und  andern  zu  gfitten,  davon  aber  mit  beschwerden  und 
grosser  müehe  widerumb  darzu  gepracht  würden. 

Und  wiewoll  ain  ersamer  rath  dhains  wegs  dohin  gesinnt  ist,  je- 
mands  an  fürgenomnen  gotzgaben,  getroffnen  keufen  oder  wolfart 
Inder  sein  nutz  und  fromen  zft  verhindern,  sonder  villmehr  allen  seinen 
bürgern,  zfigehörigen  und  verwandten  in  der  statt  und  uf  dem  land  zu 
nützlichem  gedeihen  und  ufnemen  zu  verhelfen,  und  si  vor  beschwehr- 
lichen  und  nachthailigen  eingang  zu  bewahm,  ganz  vätterlich,  schuldig- 
lich und  wol  genaigt,  — 

dieweil  nun  ditz  alles,  auch  erzölte  beschwerden  und  hochnach- 
tailige  eingriff  und  sonderlich  das  für  äugen  genomen,  was  künftiglich 
gemainer  statt  und  dero  zugehörigen  darauß  fliessen  und  erwachsen 
möchte  dasselbig  bösts  vleiß  getrewlich  berathschlagt  und   erwogen,  — 

so  haben  si  demnach  und  hierauf  vermög  habender  irer  freiheiten 
und  uß  gewalt  der  oberkait  ditz  hernachgeschriben  Satzung  und  Ordnung 
fürgenomen,  wollen  und  gepieten  auch,  das  dieselbig  nun  hinfüro  von 
iederman,  so  inen  zügehörig  und  verwandt  sein,  ewigUch  gehalten  und 
dero  stracks  gelept  und  nachgegangen  werd,  nam blich: 

So  soll  nun  hinfüro  dhain  burger,  einwoner,  noch  hindersäß,  in 
der  statt  noch  uf  dem  land,  er  sei  in  derselben  oder  des  spittals  ge- 
richten gesessen,  dhain  ligend  gut  mehr,  es  sei  hauß,  hof,  acker,  wisen 
noch  garten,  klains  noch  groß,  wie  das  namen  haben  mag,  au  ainich 
ewigkait,  gotzhauß,  pfrund  oder  spittal,  umb  gelt  oder  durch  willen 
verkaufen  oder  ergeben,  ganz  überall  in  dhainerlai  weise. 

Deßgleichen  auch  dhainer,  er  sei,  wie  gehört,  in  der  statt  oder 
derselben  als  des  spittals  gerichten  und  gepieten  gesessen  oder  nit, 
ainich  ligend  gut  mehr  gegen  frembden  und  ußländischen  personen,  so 
ainem  ersamen  rath  oder  dem  spittal  nit  zugehörig  noch  verwandt  sein, 
weder  umb  par  gelt,  leibgeding  oder  sonst  hingeben,  vertauschen  oder 
verkaufen. 

Wo  aber  dasselbig  darüber  beschehe,  so  soll  der  kauf  weder  in 
der  statt  noch  ermelten  gerichten  nit  fürgang  haben,  sonder  ain  ganz 
jar  frei  und  offen  sein,  dergestalt,  das  ain  ieder  burger,  zögehöriger 
und  verwandter  in  der  statt  und  uf  dem  land  denselbig  kauf  — -  iedes 
von  demjenigen  an  demselbigen  ort,  aldo  er  getroffen,  gesessen  —  umb 
das  gelt,  wie  er  gegen  frembden,  one  ainiche  Simulation,  betrüg,  arglist 


428  Überlingen. 

oder  gevärd  verfailset  worden  ist,  well  annemen  und  an  sich  pringen 
mag,  unvertiindert  des  ersten  käufers  und  meniglichs. 

Im  fahl  aber  jemands  solliches  kaufs  von  bürgern  oder  zflgehörigen 
in  der  statt  oder  uf  dem  land  in  bestimptem  gelt  zft  behalten  oder  an- 
zunemen  nit  gelegen  were,  so  sollen  alsdann  die  geschwomen  schftb« 
iedes  orts  in  die  güeter  geschickt,  und  wie  solche  durch  dieselben  ina 
aiden  nach  geschätzt  werden,  alßdann  ain  ersamer  rath  alhie  g&t  füg 
und  macht  haben,  das  oder  dieselben  güeter  in  der  statt,  derselben 
etter,  oder  in  im  als  daß  spittals  gerichten  gelegen,  der  Schätzung  nach 
z&  ire  banden  zfi  nemen,  und  dieselben  gemainer  statt  zu  behalten 
oder  aber  andern  irer  gelegenhait  nutz  und  fromen  nach  widerumb  d 
verkaufen. 

Doch  so  behalten  inen  ermelte  meine  herm  ain  ersamer  rath  ftr 
sich  und  ire  nachkomen,  ditz  recht  und  gewalt  bevor,  obbestimpt  stat- 
tut  und  Satzung,  ob  irrung  oder  ungleicher  verstand  mit  der  zeit  dar 
innen  fürfallen  möcht,  zu  erclären,  zä  bössem,  zu  mindern,  zft  mehren 
oder  ganzlich  widerumb  abzüthän,  alles  nach  gelegenhait  der  leufl  and 
zeit,  und  wie  si  gut  bedunkt.    Damach  wisse  sich  meniglich  zft  richte 

Actum  freitags  nach  Viti  anno  53. 

j^^^\^  Das  sich  die  jugentdeß  zerwerfens  der  fenster 

an    der    kürchen,    auch   anderer  Unzuchten   uf   dem 

kürchhove  enthalten  solle. 

Meine[ii]  herrn  ainom  erbarn  rath  alhie  zä  Überlingen  ist  durch 
die  pfleger  des  pfarrm insters  clagsweise  fürgel>raclit,  das  durch  die 
jungen  knaben  und  kinder  die  fenster  in  dem  eher,  deßgleicheu  auch 
die  andern  an  bemelter  kürchen  allenthalben  ganz  frävenlicher,  mut- 
williger und  unverscheuchter  weise  mit  stainen  zergenzt  und  zerw<.)rfeii 
—  wöllches  alles  nit  mit  geringen  costen  zu  widerbringen  —  sonder 
auch  sonst  durch  bemelte  jugent  an  gepannen  sonn-  und  Werktagen 
morgens  under  der  predig,  deßgleichen  den  gehaltnen  ämptern,  kreuz- 
giingen  und  vespergebetten  allerlai  unzucht  mit  schreien  und  in  ander 
weg  uf  dem  kürchhove  getribcn  und  ußgezogen  werd,  so  doch  ain  ieder 
seine  kinder  vil  mehr  zii  gottesforcht  und  christenlicher  zucht  ziehen, 
dann  darvon  abhalten,  auch  vorerzülten  verwüestungen,  sovil  imer  mög- 
lich, sein  solt. 

Demnach,  so  lassen  meine  herrn  meniglich  ganz  ernstlich  erraanen, 
das  ain  ieder  l)erüerte  miingel  anhaims  ])ei  seinen  kindern  und  zuge- 
hörigen mit  vleiß  abstöllen,  das  wollen  sich  meine  herrn  getrösten,  oder 
al)er,  wo  ain  oder  mehr  kind  hieriilxT  an  bcstimpten  zerwerfen  der 
glöser  als  anderer  Unzucht  betretten  würden,   alsdann  dieselben,    oder, 


Überlingen.  429 

do  si  noch  zfi  jung,  die  eitern  an  irer  btatt  mit  sollicher  straff  ansehen, 
das  sein  ains  erbaru  ratbs  missfallen  spüren  soll. 

Zum  andern  haben  auch  meine  herrn  uß  bewögenden  Ursachen 
fttrgenomen  und  angesehen,  das  hinfüro  gar  niemands  uf  dem  kürch- 
hove  weder  roß  noch  vich  schlagen,  noch  dieselben  sonst  in  der  statt 
hin  und  wider  —  usserhalb  gewonlicher  zeit  des  ußtribs  —  laufen 
lassen,  deßgleichen  auch  ichtzit  mehr  uf  erstgemelten  kürchhove,  es  sei 
bolz,  stain,  vesser  noch  ichtzit  anders,  weder  legen  noch  stöUen  soll 
in  dhain  weise,  dann,  wo  man  dasselbig  verächtlicher  weise  übergehn 
and  nit  halten  würd,  wollen  meine  heiTn  die  übertretter  jedesmals,  so 
oft  sollichs  beschicht,  umb  ^  U  ^  unablösslichen  straffen. 

Zum  dritten  S  so  ist  von  villermelten  meinen  herrn  ainem  erbaren 
raih  dem  erbam  handwerk  der  saurböcken  alhie  uf  ir  getrungenlich  bitt 
nnd  in  ansehung  der  treffenlichen  klemmi  und  theurin  deß  holz  in  dem 
lohn  ufgesetzt  worden,  namblich,  das  nun  hinfüro  biß  uf  ir  widerrüefen 
Yon  jedem  viertel  mel,  so  dem  bocken  in  das  hauß  geantwurt,  sechs 
pfening,  und  von  ainem  viertel,  so  durch  ains  künden  haußgesünd 
anbeims  gewerkt  würdet,  allain  fünf  pfening  zft  bacherlon,  deßgleichen 
auch  für  den  höffel,  würk-  und  stebmell,  und  also  für  alles  von  ainem 
viertel  mell  ain  halb  vierenthailin  und  von  ainem  halben  viertl  ain  acht- 
tailin  —  alles  abgestrichen  und  nit  ufgehaufet  —  gegeben  und  von  dem 
bocken  weder  in  bacherlon,  noch  mell  mehr  erfordert  werden  soll,  bei 
peen  und  p&ß  in  irer  Ordnung  begriffen.  Darnach  wiß  sich  meniglich 
z&  richten. 

Actum  freitags  nach  Viti  anno  53. 

Gesatz  und  gepott,  das  niemands    mit   dhainen 
Juden  mer  ichtzit  zu  handeln  oder  zö  schaffen  haben.    Juu  20. 

Deßgleichen  wider  die  kaiserl.  und  handwerks- 
ordnungen  nit  murmuriern, 

und  in  der  Aach  noch  dem  Mülbachmer  vischen  solle 
Meine  herrn  burgermaister  und  ain  erbarer  rath  diser  des  hailigen 
reichs  statt  Überlingen  stöllen  in  dhainen  zweivel,  es  werde  sich  jeder- 
meniglich  irer  burger  und  einwoner,  deßgleichen  auch  ire  und  des  spit- 
tals  armen  leut,  hindersässen,  zugehörigen  und  verwandten  uf  dem  land 
gnftgsamlich  z&  erinnern  wissen  des  gepotts  und  vätterlicher  ermanung, 
so  sie  bei  kurz  verschineu  jam  allenthalben  in  im  und  vermelts  spittals 
vogteien,  gerichten  und  gepieten  ußgehn  und  verkünden  lassen  haben, 
das  sich  namblich  niemands  der  irn  hinder  dhainen  Juden  noch  Jüdin 
thftn,  noch  mit  denselben  in  ainicherlai  weise  oder  weg  ichtzit,  es  sei 
amb  zins,  schuld  oder  sonst   anders  contrahieren   oder  handeln  solle. 

'  Am  Rande  die  Bemerkung:  «Ist  eingestöUt». 


480  ÜberlingeD. 

WiewoU  sich  nun  ain  erbarer  rath  hierauf  der  pillichait  nach 
gänzlich  getrost  und  versehen,  er  hette  sollich  getrew  anzaigen  und  ve^ 
warnen  fruchtbarlich  und  wol  erschossen,  auch  sich  ain  jeder  chnst 
und  eerliebender  mensch  vor  vermelter  Juden  uncristenlichem  gesodi 
und  unzimblichem  vortail,  auch  sein,  seins  weibs  und  kinder  verderb- 
lichen undergang,  vertreiben,  nachtail  und  schaden  selbst  abgehalten, 
so  befindt  sich  doch  aber  nunmer  zuvil  am  tag,  das  demselben  biß 
doher  gar  wenig  nachgesetzt  und  gelegt  worden  ist;  wölches  dann  nit 
allain  durch  der  Juden  eintringen  verkinbemus  der  güeter  und  ve^ 
stossung  anderer  gläubiger,  sonder  auch  ainem  ersamen  rath  an  alt 
habenden,  confirmierten  und  erst  jüngst  ußgebrachten  kaiserlichen  {wi- 
vilegien  und  freihaiten  grosse  Verletzung,  schmölerung  und  eintrag  ge- 
pracht  hat.  Dieweil  nun  ain  sollichs  fümemblich  diser  statt  Satzung, 
uf  wölche  man  aller  järlichs  gemainlich  zft  schwören  pfligt,  gänzlich 
entgegen,  zuvorderst  aber  wider  der  königlich  kaiserlichen  majesUÜ, 
unsers  allergnedigisten  herrens,  ernewerte  und  im  hailigen  reich  uOgangne 
poUiceiordnung  ist,  so  lassen  dem  allem  nach  wolgenannte  meine  herrn 
das  obbestimpt  hievor  ußgegangen  gepott  hiemit  widerumb  emewern, 
und  iedermeniglich,  er  sei  burger,  einwoner,  hindersäß,  underthan,  zu- 
gehöriger und  verwandter,  in  der  statt,  als  derselben  oder  des  spittab 
gerichten  gesessen,  oder  nit,  anzaigen  und  verkünden,  daneben  auch 
mit  hohem  und  grossem  ernst  gepieten,  das  sich  ain  ieder  der  Juden 
entschlahen,  und  hinfürter  nichtzit  mehr  mit  inen,  weder  umb  zins, 
schulden,  noch  uf  borg,  wenig  noch  vill,  handeln  noch  zö  schaflFen 
haben  wöll  ganz  überal  in  dhainen  weg,  dann  wo  hinfüro  ain  jud  oder 
Jüdin  über  jemands  anrücfen,  oder  man  das  sonst  von  ainem  gewar 
oder  innen  würd,  das  in  ainer  mit  inen  zu  handeln  gehapt  het,  unan- 
gesehen, wann  es  imer  beschehen  sei,  dessen  wollen  und  werden  sich 
meine  herrn  gar  mit  nichten  nier  beladen  noch  annemen,  sonder  den, 
so  burger  oder  einwoner  alhie  ist,  gleich  alßbald  seins  burgreehts  und 
schürms  berauhen,  und  dann  die,  so  hinder  ainem  ersamen  rath  oder 
dem  spittal  gesessen,  mit  weih  und  kinder  von  stund  an  one  alle  gnad 
usser  den  gerichten  weisen  und  nit  mer  darein  komen  lassen,  biß  sie 
mit  dem  Juden  umb  sein  ansprach  allerdings  abkomen  und  von  inen 
ledig  sein. 

Zum  andern  so  haben  auch  obernante  meine  herrn  ain  ersamer 
rath  onlang  hievor  durch  ußgegangen  verkündungen  gemaine  burger- 
Schaft  und  einsässon  alhie  uß  getrewer  annaigung  und  liebe  umb  ab- 
stöUung  eingerissner  ungebürlicher  reden  wider  der  römischen  kaiser- 
lichen majestät,  unsers  allergnedigisten  herrens,  Ordnung  verwarnet,  und 
derbei   eruiauet,   das  ime   ain  ieder   dasjenig,    was  ainem  ersamen  rath 


Überlingen.  431 

annem blieb  und  gefallig,  liebeu  und  gefallen  lassen,  und  wider  dasselbig 
icbtzit  reden  oder  tractieren  wolle,  und  sieb  dem  allem  nach  anders  nit 
versehen,  dann  dasselbig  hatte  bei  iedermenigUch  fruchtbarlich  und  wol 
gewuchert.  Wiewoll  nun  darüber  ain  ersamer  rath  nach  embsiger  und 
vleissiger  beratbschlagung  ainem  ieden  handwerk  und  gewerb  der  ge- 
legenhait  und  hievor  gebapter  Zunftordnung  nach  widerumb  Satzungen 
geben  und  zfistöUen  lassen,  und  in  denselben  anders  nichtzit  fürgeno- 
men  noch  zft  tragen  oder  zö  halten  uferlegt,  das  jemands  unleidenlicb 
oder  beschwerlich  fallen  mag,  neben  dem,  das  auch  etlichen  handwer- 
kern  und  gewerben  uf  ir  ervolgte  clagen  in  irn  Ordnungen  enderung 
gethon  und  under  arm  gegriffen  worden  ist,  so  will  doch  aber  soUich 
vatterlich  wolmainen  bei  etUchen  unrüwigen  leuten  nit  ansehens  noch 
würkung  haben,  sonder  würdet  allerlai  hin  und  wider  darzu  geredt  und 
under  demselben  particular  und  sonderbar  personen  zägelegt,  als  ob  sie 
fürderer  und  anstifter  ditz  werks  seien,  woUiches  doch  nit  von  inen  selbs, 
sonder  uß  gehaiß  und  bevelch  ains  erbam  raths  ervolgt  und  beschehen 
ist.  Demnach  so  wollen  villermelte  meine  herrn  hiemit  abermaln  sollich 
mormurieren  und  ungepürlich  hin  und  wider  reden  bei  iedermenigUch 
abgesiöUt  und  ainen  ieden  darbei  ermanet  haben,  das  er  dasselbig,  wie 
pillich,  hinfürter  meiden,  z&  Zerrüttung  bürgerlicher  pollicei  und  Ordnung 
nit  ursach  geben,  sonder  diselben  vilmer  fürdern  und  pflanzen  helfen. 
Des  wollen  sich  meine  herrn  zö  ainem  jeden  gewisslich  getrösten ;  dann 
solle  oder  würde  es  nit  beschehen  und  von  jemands  dergleichen  hinob 
erzölter  reden,  aine  oder  mehr,  zö  clag  gepracht,  ist  ain  erbarer  rath 
dohin  entschlossen,  ainen  jeden  gelegenhait  der  Sachen  nach  so  hörtig- 
lich  z&  straffen,  das  es  andern  ain  abscheuhlichs  exempel  geben  würdet. 
Zum  dritten.  Wiewoll  meine  herrn  vor  jam  in  den  geweßnen 
erbam  zünften  verkünden  und  an  ain  benannte  geltstraff  setzen  lassen, 
das  die  handwerksleut  weder  an  sonn-  noch  andern  gepannen  feirtagen 
bei  niemands  zö  gast  essen,  noch  von  jemands  geladen  werden  sollen, 
so  befindt  sich  doch,  das  demselben  biß  doher  wenig  gelept,  sonder 
von  den  handwerksleuten  gehapt  und  ervordert  werden  will,  wölches 
nun  dem  gemainen  armen  mann  bißher  allerlai  beschwerlichen  eintrag 
gepracht  hatt,  dieweil  sich  nun  ain  ieder,  wie  pillich,  seines  gepürenden 
und  gesetzten  taglohns  beniegen  lassen  und  niemands  darüber  weiter 
beschweren  soll.  Derhalben  so  setzen  und  gepieten  eegenannte  meine 
herrn,  das  sich  nun  hinfüro  ain  jeder  maister,  er  sei  wölches  hand- 
werks  er  immer  wöU,  für  sein  person  und  seine  knecht,  deßgleichen 
auch  die  neerin  und  ire  dienst,  und  hinwider  ain  ieder  kund  gegen 
seinem  werkmann  des  berüerten  gastladens  gänzhch  müessigen  und  ent- 
halten   wollen;   dann   wo  iemauds    dasselbig  übertretten  würd,   deren 


4M 

jedes  iDBonders,  er  sei  der  kund  oder  werkcmn,  als  eeioe  dienst,  Bollm 
iedeemals  umb  ain  pfund  pfenüig  gestrafft  werden. 

Und  zum  beachluß  so  langt  auch  meine  herrn  clagsweiae  an, 
das  etwöUche  irer  burger  und  etneässen  alhie,  dergleichen  nnderweilea 
uß  gehaiß  und  bevelcb  Ire  dienst  aigens  willens  liiiiauß  In  die  Aacb 
gdiu  und  darinnen  vischen  sollen,  wölcbeä  ie  und  allwegen  bei  aber 
sonder  grossen  strafi*  verpannen  und  verpotten  gewest.  Das  wollen  er 
melte  meine  herrn  hiemit  bei  meniglich  abgestöllt  haben  und  sich  dä^ 
auf  bd  Vermeidung  alter  hievor  gesetzter  straff  gewißlich  versehen»  es 
werde  ain  ieder  dasselbig  meiden  und  hinfOrter  eothalten;  dann  wo 
ainer  darüber  straffbar  befanden,  den  würdet  nit  allain  der  TOgt  ull 
bevelch,  sonder  auch  ain  erbarer  rath  yolgende  dermasaen  püessen.  dm 
er  under  ander  sein  Übergang  spüren  und  erkennen  solle. 

Damach  hab  und  wiß  sich  ttieuiglich  zt\  richten  und  vor  naehtail 
zfl  verhieten. 


Actum  den  25.  julii  anno  5S.      ■ 


Moremb.».  Vörtigung  ain 8  dorfammans. 

Ir  werden  schwören,  meinen  herrn  burgermaister  und  rat  der  statt 
Überlingen  und  allen  irn  nacbkonien,  so  lang  ir  da^  ammanampt  ve^ 
walten,  getxew,  gehorsam  und  gewärtig  zu  sein,  gemainer  irer  staU 
und  irer  nachkomen,  auch  derselben  underthonen  und  armen  leut  nutj, 
eer  und  frommen  zu  fürdern,  auch  im  schaden,  naehtail  und  abgaug 
zu  warnen  und  zö  wenden,  deßgleichen  das  ammanampt,  alleweil  es  ob- 
ermelten  meinen  herrn,  ainem  ersamen  rath,  geliept  und  gelegen  ist, 
mit  besstem  und  getrewestem  vleiß  zu  versehen,  darzu  den  leuten,  so 
euch  ietzo  bevolchen,  in  allen  zimblichen  und  gebürlichen  saehen  be- 
holfen  ze  sein,  und  was  ir  von  fräfflinen^  büasen  und  Unzuchten  hegen 
sehen,  hören  oder  sonst  gewar  und  innen  würden,  das  ir  daaaelbig  jeder 
zeit  ainem  herrn  burgermaister,  eo  im  ampt  ist,  oder  sonst  an  gepüren 
den  orten  unverlengt  zu  clag  und  straff  fiirbringenf  und  sollichs  dbaina 
wegs  verschlaichen,  noch  verschweigen  wollen  oue  geverd. 

Actum  an  sant  Andreas  des  hailigen  zwelfpotten  abend  anno  1553. 

J654  Verpott   der  Basler  müntz,   auch    häller  und   pfen* 

^P^"  ^^-  ning  halben; 

Deßgleichen  von  wegen  ablaufens  der  kneebt; 
item  harnasch  und  gewöhr; 

item  von  wegen  der  unsauberkait  uf  der  gassen; 
und  dann  der  selbsgescboß  halben  beschehen* 
Als  ain  Zeitlang  in  diser  deß  hailigen  reichs  statt  Überlingen  die 
Basler  müntz,  so  in  unserer  landsart  nit  gang   noch  geh,  deßgleichen 


Überlingen.  483 

luch  die  pfening  und  haller  über  hiervorige  publicierte  uud  ufgeschlague 
>rduung  von  newem  widerumb  ganz  häufend  eingerissen  und  uf  die 
MUQ  kommen,  dardurch  dann  nit  allain  der  gemain  man,  so  berürte 
iasHer  müniz  zu  seiner  notturft  widerumb  einzeehtiger  weise  ußgeben, 
inch  umb  sein  wahr  böß  pfening  und  haller  und  das  nit  in  geringer 
uizal  vom  keufer  nemmen  müessen,  höchlich  beschwert  wolnien,  son- 
1er  ist  auch  solliches  alles  dem  gemainen  nutz  gänzlich  zuwider  und 
entgegen.  Derhalben  so  haben  meine  herrn  burgermaister  und  rath 
dhie  entschlossen,  auch  bevelch  gegeben  und  Verordnung  gethon,  das 
lun  hinfürter  weder  im  stüblin,  salzladen,  noch  auch  in  der  Gred,  ainich 
»11,  oder  von  andern  irn  ampt-  und  dienstleuten  ainich  Basler  müntz 
ner  genommen,  als  inen  gegeben  werden  soll,  denn  erst  ermelte  meine 
lerm  ernstlich  dahin  bedacht  sein,  vorberürte  Basler  müntz  von  jemands, 
wer  der  sei,  weder  wenig,  noch  vil,  in  bezallung  oder  sonst  mer 
iDzunemmen  in  dhain  weise.  Jedoch  aber  so  wöUen  meine  herrn  zu- 
assen  und  darbei  gepotten  haben,  das  furo  in  irer  statt  ain  jeder  irer 
eiliger  oder  usslendisch  weder  in  kaufen  noch  verkaufen  on  zins,  schul- 
len,  kom,  wein,  noch  in  ander  weg  nit  mer,  dann  under  zwainzig  gul- 
3in  ain  gülden  Basler  müntz,  und  ob  er  will,  gar  kaine,  deßgleichen 
lach  nit  mer  klain  gelt,  dann  under  fünf  pfunden  oder  guldin  ain 
[>fand  oder  guldin,  uud  also  uf  und  ab  zu  raiten,  und  nit  darüber,  aber 
kaine  andern  pfening  oder  heller,  dann  die  gut,  geb,  und  an  der  tafel 
)ffenlich  angeschlagen  sein,  nemmen  soll.  Wo  aber  jemands  dem  ver- 
keufer,  schuldvorderer  oder  zinßherm  hierüber  ain  oder  mehrer  an- 
Ball  Basler  müntz  oder  klainen  gelts  uftrechen  und  ine  damit  be- 
schweren, der  würde,  sooft  sollichs  beschehe  und  z&  clag  fürkeme, 
ongeetrafft  nit  pleiben;  neben  dem  so  befinden  auch  meine  herrn 
ier  niederländischen  müntz  halb,  so  man  gemainlich  schnapphanen 
nennt,  und  bißher  für  vierzehen  kreuzer  und  ain  Basler  fünfer  darauf  für 
sechzehn  kreuzer  ußgegeben,  aber  sollicher  werung  nit  sein,  demnach  solliche 
schnapphanen  ainzechtig  hinfürter  nit  höher  dann  umb  vierzehen  kreuzer 
ußgegeben,  noch  genommen  werden  sollen,  bei  obermelter  straff. 

Zum  andern.  Nachdem  sich  die  leuft  abermals  etwas  beschwer- 
lich und  widerwertig  ansehen  lassen,  also  das  niemands  wissen  mag, 
wem  oder  wohin  soUiche  vorhabende  practicen  und  ufwiglungen  zuwider 
gemaint  oder  gepraucht  werden  wollen,  derhalben  ainer  jeden  oberkait 
schuldiglich  gepürt,  hierinnen  geflissen  ufmerkens  und  sorg  z&  haben, 
demnach  so  lassen  meine  herrn  ain  ersamer  rath  das  jüngst  ußgegangen 
gepott  hiemit  widerumb  renovieren  und  ernewem,  auch  darbei  gepieten 
und  verpieten,  das  nun  hinfüro  kain  burger,  einwoner,  noch  z&gewandter 
cUser  statt  bei  dem  aid,  darmit  er  ainem  ersamen  rath  verpflicht  ist, 

Ob«rrlielnUcbe  Stadtrachte.    II,  2.  8S 


434  Überlingen. 

dhaineo  herrn  mer,  wie  der  genant  werden  möchte  odö  vorwiesen  ge- 
melter  meiner  herrn,  ains  ersamen  raths,  s^u^iehen,  sooder  desselben 
stillsteen,  müessigen  und  enthalten.  Dann  wölcher  oder  wölche  dasselbig 
nit  thfin,  sonder  geTarlicher  weise  verachten  und  übertretten  würden, 
den  oder  die  wollen  und  werden  si,  meine  herrn,  ohne  alles  mittel  init 
nachschickuog  irer  weib  und  kinder^  auch  einziehung  und  consistieruDg 
iier  haab  und  güeter,  und  sonst  so  hertigüch  straffen,  das  es  andam 
ain  abscheuchlichß  exempel  geben  würdet. 

Fürs  dritt  hat  sich  jedermeniglichj  so  burger  alhie  ist,  srii  er 
Innern,  das  aha  jeder  in  annemmung  seines  burgrechtens,  onangeselien, 
er  habe  dasselbig  von  seinen  vorölteru  ererbt  oder  sonst  erkauft,  aioeü 
aid  leiblich  zu  gott  und  den  balligen  schweren  mxiß,  sein  aigen  har 
nasch  und  gewöbr  vermög  der  Ordnung  zu  haben,  dasselbig  weder  kü 
versetzen  noch  zu  verkaufen,  sonder  jederzeit  damit  gerüst  zuwarteo, 
so  ist  doch  aber  ain  ersamer  rath  in  glaubwürdige  erfambait  gelaugt, 
das  in  jüngst  vergangner  laidiger  kriegsempörung  etliche  ire  burger,  und 
deren  nit  in  geringer  anzall,  ire  harnasch  und  wöbr  verkauft  und  dar 
innen  vil  mer  ainen  klainen  nutx  und  vorthail  gesucht,  dann  ire  km- 
gerliche  pflicht  und  ains  ersamen  raths  bevelch  bedacht  und  betrachtet 
haben,  wölches  sich  ain  ersamer  rath  zu  denselben  gar  mit  nicht en  xn- 
sehen  het,  auch  derwegen  wol  ureach,  gegen  inen  mit  gepürender  straff, 
andern  zfi  ainem  exempel,  nach  der  achöipfe  zfi  volefani.  DieweiJ  de 
aber  ditzmals  uß  miltigkait  die  straff  einstellen,  wollen  sie  doch  hiemit 
jedermeniglich,  sonderlich  aber  diejenigen,  so  gehörter  gestalt  ire  hai^ 
nasch  und  wöbr  verkauft,  ermanet  und  darneben  ernstlich  gepotteii 
haben,  sich  bei  obermeltem  irem  geschwomen  aid  in  monatsfristj  der 
nechsten  nach  dato  künftig,  widerumb  mit  aigen  harnasch  und  gewölu 
gefaßt  zu  machen  und  zä  rüsten,  und  dasselbig,  wie  ander  gehorsam^ 
burger  thfln,  uf  fürfallende  nott  warten  zt  lassen,  dann  ain  erbarei 
rath  endtlich  und  gewisslich  schon  bedacht  und  entschlossen  ist,  nach 
verscbeinung  berürter  monatsfrist  durch  ire  verordneten  von  hauü  iq 
hauß  ordenliche  Inquisition  und  schaw  zu  halten,  und  alle  diejenigen, 
so  gar  oder  zum  thail  mit  harnasch  und  gewOhr  vermög  obberürter  Ord- 
nung nit  versehen,  von  stund  au  umb  drew  pfund  pfening  unableßlicli 
zft  büessen,  und  volgends  weiter  die  gepür  gegen  denselben  ungehor- 
samen fürzünemmen,  das  ains  ersamen  raths  misfallen  im  w^erk  gespürt 
und  befunden  werden  soll. 

Und  wie  wol,  zum  vierten,  ain  ersamer  rath  vor  kurz  verschiner 
zeit  in  den  quattieren  offen  lieh  verkünden  und  an  ain  benantliche  gelt* 
straff  setzen  lassen,  das  ain  jeder  für  sich  selbs,  seine  kinder  und  dieo^ 
den  unseuberkaiten,  so  bißher  uf  den  gaseen    und  winkeln    begangen 


ÜberÜDgen.  435 

den,  vor  sein,  und  dieselben  darvon,  sonderlich  aber  die  jungen 
,ben  vor  Verwerfung  und  zergenzung  der  gläser  in  der  kürehen  und 
lerer  tumult,  Schreiens  und  Unzucht,  uf  dem  kirchhove  abhalten  und 
von  ziehen  wöUe,  so  ist  doch  aber  in  demselben  bißher  wenig  frucht- 
kait,  sonder  mer  Verachtung  und  das  widerspil  befunden  worden, 
rumben  so  lassen  meine  herm  abermals,  wie  hievor  verkünden  und 
warnen,  sich  gehörter  Unzuchten  hinfürter  zu  müessigen,  und  die- 
>en  bei  im  kindem  anhaims  abzäschafifen;  dann  wo  hinfürter  an 
ibringung  eegerürter  unseuberkait,  auch  zerwerfung  der  fenster  und 
mg  der  Unzuchten  uf  dem  kirchhove  ain  oder  mer  kind  betretten 
l  ergriffen  werden,  wollen  meine  herrn  die  eitern  anstatt  ire  kind, 
nit  zum  sacrament  gegangen,  umb  ain  Schilling  pfening,  deßgleichen 
,  so  manbar  und  erwachsen,  auch  zum  sacrament  gangen  sein,  umb 
pfond  pfening  unableßlich  straffen. 

Und  zum  beschluß  langt  auch  ainen  ersamen  rath  an,  das  aber- 
Isy  wie  hievor  möchte  beschehen  sein,  selbsgeschoß  gelegt  werden 
len,  dardurch  dem  fürgeenden  und  unwissenden  leichtlich  grosser 
ad  zftsteen  und  widerfarn  mag;  das  alles  wollen  meine  herm  hin- 
ter Z&  meiden  auch  abgestrickt  haben,  alles  und  jedes  bei  hoher  ains 
imen  raths  straff.  Darnach  hab  sich  menglich  z&  richten  und  vor 
(htail  zu  bewahren. 

Actum  mittwochs  nach  misericordia  Domini  anno  1554. 

Spendpflegerordnung. 

Ik^ich  sollen  sich  die  spendpfleger  järlich  ain  gute  gerurabte  zeit 

weihennecht  durch  irn  fürtrager  vor  ainem  ersamen  rath  anzaigen, 

si  spendkom  malen  lassen  und  becken  zö  bachen  bestellen  sollen. 

rauf  last  ain  rath,  weß  er  sich  entschlüßt,  irm  fürtrager  antwurt  sagen. 

Damach,  so  ain  rath  die  spend  zö  geben  zülast,  sollen  die  spend- 
5ger  uf  sant  Steffans  tag  alle  burger,  michileut,  schüler  der  statt 
zheuser  und  irer  burger  aigenleuth,  auch  der  nachpauren  umbgelegen 
ren  und  stattleut,  die  deß  allmüsen  der  spend  begern  zu  empfachen, 
liftlich  verzaichnet  durch  irn  fürtrager  übergeben. 

Solche  verzaichnus  ain  erbar  rath  verhört,  und  an  welchen  per- 
len,  burger,  michi-ald  aigenleut  si  vermainen,  das  allmüsen  nottürfüg 
1  wol  angelegt  sein,  bedenken  und  in  sollicher  verzaichnus  beleiben 
}en.  Denselben  sollend  die  spendpfleger  das  allmüsen  uf  nachvolgend 
:  geben« 

Und  sollen  die  pfleger  allwegen  jedes  jars  anfachen  uf  sant  Stef- 
fi tag  zt  Weihennächten  die  spend  geben,  und  die  taglichs  allen  armen 
ten,  frömbden  und  haimschen,  geben,  bis  uf  das  neue  jar. 

88« 


486  ObOTÜngeii. 

Item  am  nechsten  tag  nach  dem  neuen  jar  soUent  die  pfleger  da 
gewachsnen  armen  leuten  die  spendkratten  geben  und  inen  Bagen»  dafl 
si  die  kratten  offenlich  und  unverborgeu  an  iien  bareten,  hieten  oder 
oberdaidem  antragen  und  sich  als  personen,  die  das  aUmflson  nemmoi, 
denselbigen  gleich  und  gepürend  halten;  dann  welcher  das  nit  thite, 
dem  oder  denselbigen  würden  si  die  spend  vorhalten  und  nit  mer  geben 

Und  wann  unser  lieben  frawen  liechtmeO  tag  yerschinen  ist,  so 
sollen  die  pfleger  durch  iren  fürtrager  vor  rath  erfarung  ttiiün,  wie  lang 
si  fdrohin  die  spend  geben  soUen  und  ains  ratha  beechaid  darin  e^ 
warten  und  erstatten« 

Diespendpfleger  sollen  auch  dhainen  herren  noch  stetÜeuten  geben, 
si  haben  dann  das  von  ainem  buigermaister  oder  seinem  Statthalter 
sonderlich  bevelch. 

Es  sollen  aber  mein  herr  burgermaister  oder  Statthalter  s&vor  au- 
w^  solcher  herren  oder  stattleut  halben  jedes  oberkait  oder  amptleot 
erkondigen,  oder  urkund  zfi  bringen  ervordem,  was  wandeis,  handdi^ 
th&n  oder  lassens  die  spendnemend  person  seie.  Und  so  er  befttod^ 
wol  und  g&th  angelegt  sein,  soll  und  mag  er  solohs  dem  BpeadpBßgat 
anzaigen,  damit  si  ime  nachvolgender  Ordnung  nach  die  spend  gebea 
könnden  und  mögen. 

Die  Spendpfleger  sollen  auch  neben  angerflerter  versaicbnua  dni 
grössinen  spendbrott  in  den  rath  zu  ersichtigen  geben  und  beschaidt 
erwarten,  welche  grosse  das  gegenwärtig  jar  geben  werden  solle. 

Und  wölche  grosse  ain  rath  ze  geben  verordnet,  dieselbigen  sollen 
die  pfleger  ungeendert  bacben  lassen  und  den  armen  leuthen  geben. 

Die  pfleger  sollen  auch  jeden  tag  insonder  vor  außgebung  der 
spend  die  armen  laut  ernstlich  und  vleissig  vermanen,  gott  den  herren 
für  die  anfenger,  Stifter,  merer  und  handraicher  und  all  gleubig  seelen 
andächtiglichen  zu  piten,  inen  guad  und  barmherzigkait  mitzütailen. 

Und  sind  das  die  drei  grössinen  brots  diß  jars:  Namblich  die 
gröst:  hat  ain  malter  kernen  drewhundert  brott  geben. 

Die  mittelgroß:  hat  ain  malter  viertbalbhundert  brott  geben. 

Die  klainst  grosse:  hat  ain  malter  kernen  vierhundert  brott  geben. 

Also  hat  ain  rath  die  mittein  grosse,  namblich  viertbalbhundert 
brott  aus  dem  malter  ungevarlieh  zu  bachen  und  zu  geben  verordnet 

Und  hat  man  den  burgern  und  michileuten  alle  tag  täglich  nach 
der  fruemeß  solche  spend  geben  biß  uf  der  herren  vassnacht, 

der  statt  und  irer  gotzheuser  und  burger  aigenleuten  zftr  wochen 
zwen  tag,  namblich  am  sonntag  und  dornstag  geben;  doch  sollen  die 
alten,  alls  vater  und  müter,  solche  spend  an  dem  ainen  vorbemelten 
tag  selbs  hoUen; 


Überlingen.  487 

und  der  umbgelegen  herren  und  stattleuten,  so  wie  vorsteet,  er- 
kondigt  worden  sind  und  eingeschriben,  die  spend  alle  sonntag  geben; 

den  landstreifem  und  fürziehenden  armen  leuten  überall  nur  ain 
mal  ain  brott  geben. 

Die  pfleger  sollen  auch  alle  die,  so  die  zaichen  nit  tragen,  und 
dannocht  die  spend  understüenden  z&  erfordern  und  z&  nemen,  allweg 
bei  iren  pflichten  ainem  burgermaister  oder  Statthalter  anzaigen,  damit 
ain  rath  derhalb,  was  furo  z&  thün,  sie  bevelhen  möge. 

Gepott  und  verpott   der  weissen  und  roten  Weinreben,   ^uch^^^J^  ^^ 
der  Ordnung  des  kornmarks,  der  ufgerichten  glocken  halb. 

Es  kompt  meinen  herren  ainem  ersamen  rath  für,  wie  auch  augen- 
scheinlich im  werk  vorhanden,  das  in  kurzen  jaren  her  in  den  güetern 
umb  dise  statt  gelegen,  die  weissen  reben  heftig  eingerissen  und  ge- 
pauen,  und  dargegen  die  guten  alten  als  kläfner  und  ander  dergleichen 
edel  reben  —  welche  unsere  voreitern  und  die,  so  die  fart  in  hoUung  des 
weins  bißher  zu  gemainer  statt  gepraucht,  je  und  allwegen  in  hocher 
achtung  gehapt  —  abgangen  und  ussgereut  worden  sein,  daraus  dann 
nichtzit  anders  —  es  beschehe  durch  den  lehenherrn  oder  gemainden  — , 
dann  allain  die  vilin  des  weins,  onangesehen,  ob  er  säur  oder  sieß  sei, 
gesucht  würdet. 

Nachdeme  aber  ermelte  meine  herrn  solliches  alles  und  hernach- 
volgende  daraus  fliessende  beschwerden  für  äugen  genomen,  auch  die- 
selben mit  allem  ernst  und  vleis  hin  und  wider  erwogen  und  berath- 
schlagt,  haben  sie  vemünftiglich  dahin  geschlossen  und  zu  abschnei- 
dung obermelts  eingerissnen  bösen  prauchs  und  handhabung  der  zfifart, 
dessgleicben,  das  die  gäten  kläfnerreben  nit  gar  undergetruckt  und  in 
abfall  gepracht,  und  dargegen  die  weissen  kuollreben  und  ander  deren 
art  gemeß  an  die  statt  gepracht  und  gepflanzt  werden,  ditz  nachvolgend 
Ordnung  umb  gemains  nutzens  willen  fürgenomen,  wollen  auch,  das 
dieselbig  bei  darauf  gesetzter  peen  nunhinfürter  ewiglich  strenglich  und 
mit  ernst  gehalten  werd. 

Und  erstlich,  so  soll  dhain  gemainder,  er  sei  burger  oder  in  der 
michi,  nunhinfüro  seinem  lehenherrn,  von  dem  er  bauet,  dhaine  gute 
kläfner  ald  rotreben  usshauen  und  an  derselben  statt  hinderrucks,  und 
one  desselben  seines  lehenherrn  vorwissen,  andere,  weisse  reben  von 
neuem  legen,  noch  mit  einlegen  die  kläfnerreben  hindern,  schödigen 
oder  verderben.  Desgleichen  auch  dhain  er,  so  aigne  reben  hat,  und 
dieselbigen  baut,  dhaine  weisse  reben  in  die  reifen  garten,  alda  es  nit 
zeitig  mag  werden,  und  von  alter  dhaine  gewest  sein,  legen,  auch  dhain 
lehenherrn  solliches  zu  thfin  für  sich  selbs,  one  vorwissen  deren,  so  zu 


r 


besieh tigung  des  rebbaus  verordnet,  k&  legen  bewilligen,    ganz  Überal 
in  dhainerlai  weise. 

Und  dann,  bo  soll  auch  Diemandts  iueonderhait  gar  kain  kooU 
reben  oder  hindisch  elbelen  in  ainichen  garten  einlegen  ond  die  jeti 
gelegten  fürohin  nit  mer  einlegen  noch  pflanzen,  sonder  solüche  alle 
und  jede  nach  und  nach  mtUch  abgehn  lassen,  alles  und  jedes  bri 
straff,  welcher  sollichea  Übertretten  würdet»  er  sei  lehenherr  oder  gmaia* 
der,  fünf  pfund  pfening,  die  ermelte  meine  herrn  von  ainem  jeden  onab- 
lesslich  einziehen,  auch  darauf  die  gartenschauer  ir  achtung  haben  und 
die  büßwürdigen  rüegen  werden,  —  Für  ains. 

Zum  andern  haben  auch  vorermelte  meine  herrn  clags weise  an 
gehert,  das  über  jüngsternewert©  kornordnung  in  der  Gröd  eich  etlich 
aigennütziger,  und  möcht  wol  gesagt  werden,  arglistiger  und  gevarlichei 
weine  understeen  sollen,  in  dem,  das  sie  den  frembdeu  kau  Heuten  und 
gösten,  so  den  kornmarkt  alhie  mit  kaufen  und  verkaufen,  paucß, 
pflanzen  und  sfichen,  wann  sie  ainen  kauf  oder  schlag  getroflFeo  habea, 
einfallen,  dasselbig  koru  nuder  dorn  schein,  als  ob  sie  es  inen  selbs  o<lef 
ainem  einsässen  alhie  diser  statt  wellen  umb  gemachten  kauf  zt  ini 
banden  nemen,  den  ersten  kaufmann  darvon  Verstössen,  und  darntdi 
solhch  kauft  körn  andere  und  frembden  lassen.  Welches  nun  nit  sUm 
obermelter  kornordnung  gentzlich  und  gar  zuwider  und  entgegen,  soa- 
der  ist  auch  z&  besorgen,  wa  dem  nit  zeitlich  fürkomen,  das  in  kunflcm 
den  burgern  und  einwonern  alhie  gleich  sowol  als  den  frembden  an  dem 
kornmarkt  daraus  allerlai  nachtail  und  schaden  endtsteen  und  ervolgen  m^. 

Und  derhalben  zu  abstell ung  desselben  und  pflanzung  unsers  korc- 
markte  nachfolgend  artickel  beratschlagt  und  für  göt  angesechen,  wollen 
auch  ernstlich  dieselben  von  jedormeniglicheu  zü  halten.    Und  nambHch: 

So  soll  hinfürter  dhain  burger  oder  ein  woner,  er  sei  müller  oder 
sonst,  dhainem  frembden  kauf  herrn  in  seinen  getroffen  kauf  steen,  noch 
auch  insonderhait  dhain  müller  noch  burger  ainichen  frembden  ussleu' 
disehen  künden  oder  ander  leuten  nichtzit  kaufen,  ald  von  deß  fremb- 
den kaufherm  gekauftL^n  getraid  oder  körn,  weder  wenig  noch  vil,  ne* 
men,  vordem  oder  ansprechen,  dann  sovil  er  ainem  burger  oder  ein- 
Sassen  alhie  haben  und  derselb  in  seinem  haus  verprauchen  will;  allei 
bei  straff  zechen  pfund  pfening,  | 

Und  damit  aber  jedermonigHch,  haimisch  und  frembd,  dergewisseD 
stund  des  markts,  wie  dieselbig  von  meinen  herrn  hinfürter  zft  halten 
angesechen  worden  sei»  wissen  mög,  so  würdet  man  jetzt  an  und  all- 
wegen  (wie  an  andern  unseru  genaeh harten  orten  auch  gepreuchig)  am 
zinßtag  nachmitag  umb  ain  uhrn  ain  glocken  in  der  Gröd  (so  man 
sonderlich  alberait  schon  dahin  verordnet  hat)  leuten,  auch  alsbald  dar- 


Überlingen.  489 

auf  züber  geben  und  ainem  jeden  z&  kaufen,  onangesehen,  es  seien  vil 
oder  wenig  korngöst  vorhanden,  bis  am  mitwoch  zft  zehen  uhr  vormi- 
tag  inhalt  merberüerter  kornordnung  freien  weg  lassen.  Wann  es  aber, 
wie  gehert,  am  mitwoch  zehne  geschlagen  hat,  soll  alsdann  beräerte 
glock  abermals  geliten  werden  und  volgends  der  markt  von  stund  an 
bis  die  nechsten  wochen  darnach  sein  endschaft  haben. 

Und  damit  sich  meniglich  obgeschribner  articul,  sovil  die  korn- 
ordnung belangt,  der  unwissenhait  nit  entschuldigen  mög,  so  würt  der 
grödmaister  uß  bevelch  meiner  herren  dieselben  etliche  mal  in  der  gröd 
o£fenlich  verkünden  und  jetz  zinstag  nechstkünfbig  dise  Ordnung  im  an- 
fang  gewinnen. 

Damach  wisse  sich  menigclich  z&  richten. 

Actum  den  16.  novembris  anno  1554. 

Nachdem  meine  herm,  burgermaister  und  ain  ersamer  rath  diser  iw» 
des  hailigen  reichs  statt  Überlingen,  uf  der  röm.  kaiserl.  majestät,  ^ 
ansers  allergnedigisten  herm,  rathe  enderung  under  den  handwerkern 
and  gewerben  in  irer  statt  allerlei  Satzungen  und  haltungen  gemacht, 
haben  si  auch  volgends  umb  gemaines  nutzes  und  fürstand  willen  jeder- 
meniglichs,  er  sei  gesund  oder  krank,  nach  zuvor  gepflegnem  rath  und 
ir  selbs  vernünftigem  bedenken  und  gät  ansechen  von  hernach  gemelter 
der  herm  appothecker  Ordnung  rathsamlich  geredt,  wollen  auch,  das 
dieselbig  nun  hinfürter,  biß  auf  irer  fürsichtigen  wißhait  widerrüefen- 
verbössern  oder  abthun  strenglich  gehalten  und  deren  gelept  und  nach, 
gangen  werd,  alles  getrewlich  und  ungevarlich. 

Der  appothecker  zu  Überlingen  gesatz  und  aid. 

Erstliches  so  soll  nun  hinfürter  jetzo  an  und  ewiglich  niemands, 
was  standts  oder  wesens  der  sei,  vergondt,  z&gelassen  oder  gestattet 
werden,  allhie  oflFenliche  noch  haimliche  appothecken  zö  halten  und  zu 
practicieren,  zuvor  und  eheraaln  er  durch  bewärte  und  erfame  ärtzt  und 
appothecker  seiner  kunst  und  schickliehait  halben  deß  lateins  und  in 
ander  weg  probiert,  erkondigt  und  erfaren,  das  er  darzu  taugenlich  und 
der  newen  künsten,  so  jetzo  durch  die  scribenten  täglichs  an  tag  ge- 
pracht  werden,  erlernt  ist. 

Und  soll  ain  jeder  appothecker  bei  hernach  geraeltem  seinem  aid, 
ob  er  ain  oder  mer  gesellen  oder  diener  halten  wölt  oder  würd,  kainen 
andem,  dann  die,  so  redlich  und  wissenhaftig,  auch  eelicher  gepurt 
seien,  annemen. 

Insonderhait  aber  sollen  si  gleich  jetzt  an  und  hinfüro  dhainen 
gesellen  oder  diener  anstellen,  er  seie  dann  zftvor  der  oberkait  angezaigt 


iiO  n^^^i^Blr  überHngen. 

und  habe  derselbig  seiue  abschid,  fonnata  oder  disdplin  brief,  das  «r 
aines  söllichen  erlernet,  erfaren  und  zu  disem  artificio  taugenlich  sei, 
fürgepracht,  auch  durch  ine  »ftvor  die  Ordnung  aines  appoüiecken  ge- 
»chworn,  darmit  durch  den  oder  dieselben  knecht  die  art^neien  iiit  ve? 
dörpt  und  die  menschen  gesund  oder  krank  durch  ünwissenhÄit  aW 
untrew  nit  verwarlosset  werden, 

Derhalben  so  werden  die  appothecker  und  jeder   insonders,  deß 
gleichen  ire  haiisfrowen,  sön  und  diener  uf  vor*  und  nachgeode  artioil 
leiplich  aid   vA  gott  und  den  hailigen  schwöra,   ire  officinas  und  appo 
theckeu  zö  allen  zeiteu  durch  sich  selbe  und  erfarne,  geschickt©  diener 
mit  trewen  und  höchstem  vleiß  zfiversechen,  die  in  eeren  zö  haben  mid 
deren  zfi  gewarten,  damit  alle  ding  nach  gepeurender  Ordnung  uud  der 
lerer  anweissung  erhalten  und  irehalb  dem  menschen  zu  nachthail  nicht- 
sdt  verabsaumpt  werd.    Neben  dem  aollen  auch  sie,  die  appothecker,  bei 
obberürten  irnni  aid  weder  Ire  hausfrowen,  noch  ainich  ander  frowenbild 
in  der  appothecken  mit  den  reeeptis,   compositis  und  andern  fürnemeii 
treibenden  artzneien  mit  nichten  lassen  umbgeen,  ordnen  und  noachtiu 
sonder  solliches  alles   durch   sich   selbs   oder  obberürte  ire  approbierte 
diener  und  sonst  niemand ts  andern  ordenlich  und  getrewlich  verrichleo, 
sich  auch  dar^u  iohalt  derselbigen  aidspflicht  betlei^sen,  das  sie  die  her* 
bas,  floreflj   fructus,    semina  und  radiceB,   jedes  nach  seiner  geordnetsa 
zeit  eingewinnen  und  dicBelben  volgendts  an  gepeurenden  orten  vor  ab- 
gang  und  verderben  mit  vleiß  bewaren. 

Zum  ander n,  das  sie  in  den  dingen,  zu  der  artznei  gehörig, 
noch  ainichen  andern  Sachen  oder  handlungen  in  koufen  oder  verkoufea 
in  oder  uß  den  appothecken  mit  dhainem  doctor,  artzat,  noeli  appo- 
thecker alhie  z&  Überlingen,  weder  zu  gewin  noch  Verlust  nicht  ansteen, 
thail  noch  gemain  haben,  auch  dhainen  für  den  andern  nit  fürdem, 
weder  loben  noch  schelten,  noch  auch  ichtzit  umb  ainiches  vortbails, 
genieß  oder  fürderuug  willen,  weder  uf  borg,  zinß,  bürgschaft,  noch  in 
auderweg,  wenig  noch  vil,  fürsetzen  oder  leihen,  deßgleichen  von  dhainem 
doctor  oder  appothecker,  noch  den  seinen  kain  schenkin,  müeth  noch 
gab  annemen,  dann  ungevarlich  umb  weihenecht  zeiten  mag  ainer  den 
andern  mit  ainer  schenkin  verehrn,  die  ungevarlich  das  ganz  jar  vier 
guldin  und  nicht  darüber  wert  sei,  in  dhainen  weg.  Doch  soll  ainem 
vatter  gegen  seinen  sönen  oder  kindern,  deßgleichen  brüedem  und  ge- 
schwüstergitten,  auch  seh  weher  und  schwiger  und  andern  blutsver- 
wandten, innhalt  meiner  herren  rathsordnung  gegen  ainandern  bürg- 
schaft zu  thün,  aid  comercien  oder  gewerb  mit  derselben  zu  üben 
und   zft   gebrauchen,    hiemit    nit   abgestrickt,  sonder  vorbehalten,    aber 


Überlingen.  441 

gegen  andern  personen,  wie  hievor  steet,  ganzlicli  und  gar  abgelaint 
und  verpotten  sein. 

Fürs  dritt  sollen  si  alle  artznei  nach  ußweissung  der  büecher,  die 
dann  gerecht  bei  inen  sein  sollen,  deßgleichen  nach  raih,  beschaid  und 
recept  aines  doctors  ald  artzt,  sovil  möglich  und  sie  die  gehaben  mögen, 
in  irem  beisein  ordnen  und  machen,  und  für  sich,  noch  uß  inen  selbs, 
gar  nichtzit  in  ainicherlai  artznei  wandeln,  oder  ichtzit,  das  der  artznei 
zfigehört,  vermischt  oder  unvermischt  und  veraltet,  auch  über  die  zeit 
von  den  gelerten  darauf  gesetzt,  sophisticiert,  nichtig,  verlägen  und  sonst 
in  ainich  weisse  schadhaft  und  verdörpt  ist,  in  die  recepten,  one  der 
doctores,  aines  oder  merern,  raths  vermischen,  absetzen  oder  verkaufen, 
sonder  in  allen  Sachen  empsig  und  vleissig  sein,  darmit  durch  ainiche 
versaumnus  die  siechen  oder  kranken  mit  nichten  verwarloßt  werden. 
Und  ob  si  die  materialia,  so  in  den  recepten  begriflfen,  nit  hetten,  sollen 
sie  doch  dhaine  andere,  die  gleicher  würkung  weren,  sonder  allein  die 
nemen,  so  inen  in  die  recept  geschriben  sein  und  jederzeit  derselbigen 
materialien  ainen  gepeurlichen  zimlichen  vorraih,  welcher  sich  der  zeit 
monat  und  tagen  nach  der  lehrer  an  Weisung  an  ainander  verzört  haben, 
frisch  und  geb  sei,  auch  vor  abgang  und  verderben  behalten  werden 
mög,  und  dhainem  haimschen  oder  frömbden  aiuiches  auß  der  appotheck 
geben,  oder  zfi  ainem  andern,  so  er  das  erfordert  nit  het,  tringen  oder 
bereten,  in  dhainer  weise. 

Sie  sollen  auch  bei  obberürten  im  aiden  weder  haimschen  noch 
frömbden  durch  sich  selbs  noch  die  im  ainich  oppriment  oder  ander 
artznei,  damit  man  kindlin  vertreibt,  oder  sonst  das  von  ainicherlai 
boßhait  wegen  zweivelich  oder  verdächthch  ist,  one  der  doctor  und  aines 
erbam  raths  verordneten  vorwissen  in  gemain  geben  oder  verfolgen 
lassen,  sonder  soll  ain  jede  eingesessne  und  frömbde  person,  die  der- 
gleichen vergift  oder  ander  schädlich  und  verdachtig  artzneien  begert, 
und  berürte  bewilligung  von  den  verordneten  erlangt,  mit  ainem  ein- 
gesessnen  burger  für  besorgenden  nachthail,  gefahr  und  schaden  ver- 
trösten, und  darzfi  ain  politen  oder  warzaichen  von  den  überigen  fünf 
gehaimen  räthen,  die  nit  appothecker  sein,  mit  sich  pringen  und  dem 
appothecker  überantwurten ;  wa  aber  dasselbig  durch  jemandts  nit  be- 
schechen  möcht,  ichtzit,  weder  klains  noch  groß,  usser  der  appothecken 
volgen  noch  geben  lassen. 

Ob  auch  ainieher  appothecker  spüren  und  befinden  würd,  das  die 
detectiones,  so  die  doctores  geordiniert  haben,  schier  ußgeen  wollten, 
sollen  sie  das  den  doctoribus,  so  solliche  verordnet  haben,  unverlengt 
anzaigen,  und  sich  bei  denselben,  was  darinnen  weiter  zft  thAn,  be- 
schaids  erhoUcn. 


F 


Zum  vierten  sollen  sie  die  beraitmig  irer  recepten,  nattiblicb 
die  würdigisten,  als  da  sein  aurea  alexandrina,  die  groß  tiriaea,  diambir 
damustt  und  andere  dergleichen  artznei,  die  langzeit  nach  irer  eiube^ 
raitung  und  einnmchung  in  der  appothecken  pliben  sein,  one  der  ge^ 
lerlen  —  denen  soUichee  gepeurt  —  ordenliehe  und  vleissige  achow» 
Verordnung  und  besichtigung,  vermischen,  noch  auch  aioieberlai  coq- 
fectiones,  electuaria,  pulver,  pillulen  oder  trocisten,  ald  andern  coraposita 
dispensiern,  eie  haben  dann  dieselben,  auch  alle  materialia  und  stück, 
die  darein  gehörn,  getrewlich  abgewegen,  deßgleicheo  vermelter  meiner 
herru  geschworn  und  zögelassen  leibartzfc  dieselben  vorhin  besichtigt 
und  fürgfit  geacht.  Und  wa  er  darumb  ervordert  würd,  wie  er  solüolü 
coraposita  oder  artznei  machte,  soll  er  schuldig  sein,  die  und  andef© 
eryorderten  artznei  ainen  doctor  sehen  zu  lassen,  und  in  allen  zweivela 
der  artznei  und  auch  den  recepten  zu  den  doctorn  und  arteten  zMucbt 
2Ü  soeben,  und  von  inen  under Weisung  zö  nemen,  damit  niemaodi 
durch  Äfivil  starke  oder  ungerechte  recept  geschwöcht  noch  kränkt  werde. 

Und  ob  ainicher  appothecker  in  abwesen  der  herrn  doctor  od«r 
geschwomen  leibartzt  aina  oder  mer  dispensiert  betten,  so  sollen  sio 
doch  dieselben  materialia  nit  hinweg  geben,  besonder  unverendert  also 
ligen  lassen,  biß  dieselben  durch  die  arUt  besichtigt  und  erkondigt 
worden  sein,  auch  zfi  allen  recepten,  so  sie  allso  berait  und  behalten 
haben,  die  doctores  oder  ir  ainer  mit  eelbs  aigner  band  bezaichnen  und 
den  tag,  monat  und  jar  darzü  schreiben  lassen,  wann  jedes  vermischet, 
auch  wie  lang  es  nach  seiner  beraitung  ligen,  frisch  und  geb  sein; 
deßgleichen  ain  gerecht  receptbüch  oder  dispensatorium  jüngstlich  durch 
Valerium  Cordum  von  Nürnberg  im  truck  nßgangen  haben  und  halten, 
damit  man  umb  sovil  dest^r  ee  die  güete  und  würdigkait  befinden  und 
niemands  damit  übervorthailt  oder  betrogen  werden  mög. 

Das  sie  auch  zum  fünften  umb  die  composita  oder  vermischte 
artznei,  so  inen  in  verzaichnus  an  ainem  Ketel  übergeben  sein,  der  zetel 
auch  ain  jeder  doctor  und  die  qnattierherren  au  statt  ains  ersamen 
raths  den  dritten  haben,  den  lou  nemen,  so  an  dem  selben  zetel  solli- 
chen artzneien  jegHcher  besonder  zügezaichnet  ist,  und  die  leut  nit 
höher  oder  weiter  beschwären,  noch  sich  mit  ainchen  andern  appotheckeu 
oder  doctor  verpinden,  verainigen  oder  vergleichen,  die  ding  umb  den 
oder  disen  pfening  zu  geben,  sonder  alles  bei  obberürter  tax  unverendert 
pleiben  lassen,  alles  bei  hoher  straff  ains  ersamen  raths. 

Und  nachdem  sich  die  simplificia  oder  unvermischte  artzneien 
umb  ain  gestellt  gelt  nicht  taxieren  noch  schätzen  lassen,  in  bedacht, 
das  dieselben,  deßgleichen  alle  andere  species,  deren  sich  die  appo- 
thecker bißhär  an  statt  aines  freien  gewerbs  gepraucht  haben,  in  kaufen 


Überlingen.  443 

als  ander  kaufmansgfit  uf  und  abschlagen,  das  man  umb  solliche  unge- 
mischte ding  und  species  ainen  erbam  zimlichen  lone  warden  und  ne- 
men,  wie  an  andern  unsem  genachparten  stetten  und  orten  allenthalben 
hin  und  wider  gepreuchlich,  erbar  und  pillich  ist,  damit  sich  niemands 
befugter  weise  übertheurens  beclagen  mög,  noch  über  die  erbam  zim- 
lichen maß  in  Vergeltung  der  ding  beschwärt  werde. 

Zum  sechsten  sollen  sie  auch  in  obberüerten  iren  aiden  nemen 
und  inen  bei  demselben  gepotten  werden,  das  sie  zu  den  compositis 
und  siruppis,  wann  und  zfi  welcher  zeit  sie  componiert  seien,  und  den 
transmarinis  jedem  ordenlichen  seinen  namen,  deßgleichen  den  recepten, 
80  inen  in  die  appothecken  gelüfert,  zuschreiben  wellen,  was  es  koste, 
und  auf  welchen  tag,  damit  man  dester  baß  in  spennigen  und  andern 
fürfallenden  Sachen  den  irthumb  befindten  mög  und  jederman  recht 
beacheche. 

Zum  sibenden,  das  sie  auch  niemands  kain  .  .  .^  nicht  besechen, 
auch  durch  sich  selbs  noch  jemand  von  irn  wegen  kain  leibartznei, 
rath  ald  solutiva  medicinales'  nit  geben  sollen  noch  wellen,  dann  die, 
so  durch  die  doctores  in  die  appothecken  geschriben,  oder  durch  die  leut, 
80  die  koufen  und  prauchen  wollen,  gevordert  werden;  doch  schlechten 
gesellen  räth  und  confortativa  z&  geben^  soll  inen  nicht  abgestrickt 
noch  benomen  sein. 

Zum  achten  sollen  si  järlichs  z&  jedes  krauts,  plumen  oder 
würzlen  zeiten  die  doctores,  sovil  sie  deren  gehaben  mögen,  über  die 
alten,  so  sie  haben,  füeren,  dieselben,  ob  sie  noch  frisch  und  kreftig 
seien,  besichtigen  lassen,  deßgleichen  die  wasser,  so  über  zwai  jar  in 
irer  würkung  nit  cröftig  pleiben  mögen,  widerumb  an  andere  frische 
kreuter  schütten,  und  dieselben  dem  geprauch  nach  von  newem  gastigen 
lassen  werden.  Doch  sollen  sie  ainem  jeden  alten  und  newen  wasser, 
wann  sie  gepreut  oder  destilliert  seien,  seinen  namen  zuschreiben,  auch 
dieselben  mit  der  jarzal  ordenlich  signieren  und  verzaichnen  und  jeder 
zeit  die  bössem  von  den  schlechtem  segregiern  und  absondern. 

Und  zum  beschluß  sollen  sie  zum  mindsten  im  jar  ain  mal  die 
appothecken  beschawen  und  die  materialia  besichtigen  lassen,  darinnen 
nichtzit  verhalten,  und  was  nit  frisch  mid  geb,  sonder  verlegen,  und 
deßhalb  den  patienten  ze  geben  nit  gut  were,  dasselbig  alles  fürder- 
lich  für  sich  selbs  und  zuvor  ab  uf  der  herrn  doctor,  deßgleichen  der 
artzt  und  der  verordneten  verschaffen  und  bevelchen  bei  gethonen  aids- 
pflichten hin  und  ab  weg  thftn  und  sich  deren  mit  nichten  mer  ge- 
prauchen  in  dhain  weise,  alles  one  gevärd. 


*   Unleserlich  infolge  Abreibung.  —  'Siel 


Mi  Überlitigeti. 

Ordnuag  der  Visitation  und  wie  man  die  appo» 
thecken  rechtvertigen  soll. 

Und  auf  das  alles  so  sollen  nun  hinfürtar  aller  jar  järUcks  und 
aines  jeden  jars  allein  und  besonder  die  geschwornen  doctores  und  leib- 
art55i  diser  statt,  deßgleichen  zwen  von  dem  regiment  oder  bürgern,  die 
darzfi  geschickt  und  taugenlich  sein,  und  von  ainem  ©rsamen  rath  nach 
irem  gut  ansechen  darzü  verordnet  werden,  ain  mal  im  jar  oder  mer, 
so  oft  es  aioem  ersamen  ratii  für  gut  ansechen  würdet,  zu  Ungewissen 
und  unbestimpten  zeiten  in  die  appoth ecken  berumbgeen^  einfallen,  das 
und  jenes  stück  er  vordem,  begern,  all  ir  diog  vleissig,  ordenlich  und 
nach  nottuiffc  begechen,  rechtfertigen,  und  was  sie  erfinden  nit  nutz  oder 
taugenlich  seie^  liinweg  thun,  ußächütteo  oder  von  stund  an  in  angesicht 
verprennen.  Und  ob  sie  iergen  gevarlichen  betriig  finden,  sollichs  aineoi 
erbarn  rath  anpringen,  und  was  inen  dann  darurab  weiter  bevolhea 
würdet  laii  thön,  alsdann  sollicbs  gehoreamlich  volnstreckeo. 

Sie  sollen  auch  bind  er  inen  in  aioem  gegehribuen  oder  getruckten 
buch  verzaichnet  haben  von  stück,  wie  die  materiaha,  würzen,  kreuter, 
wasaer  und  ander  ding,  als  lattwergen,  siruppen  und  andere  Vermi- 
schungen, in  der  appotheeken  sein  und  gehalten  werden  sollen,  auch 
wie  lang  ain  jedes  wärschaft  und  nutz  sein,  uf  das  den  dingen  dester 
steifer  und  uf  rechter  nachkumen  werden  mög,  alles  one  gevärd. 

Doch  behalten  inen  meine  ersterraelte,  meine  herrn,  ain  ersamer 
rath,  tiierinnen,  wie  in  allen  andern  Ordnungen  ir  ordenliche  oberkait 
und  volmacht  bevor,  ditz  Ordnung  über  kurz  oder  lang  zu  mindern,  zft 
mehren,  zu  widerrüeffen  oder  von  newem  zu  machen,  wie  es  sie  jeder 
zeit,  begegneten  dingen  nach  und  gemainem  wessen  zu  gutem  für  nutz 
und  bequem  ansechen  würdet. 

Actum  und  mit  klainen  räthen  und  riehtem  beschlossen 

donstag,  den  4.  aprilis  1555. 

Declaration  über  obbestimpte  appotheckerordnung. 

Wiewol  meine  gepietend  und  günstig  herrn,  t)urgermai8ter  und  ain 
ersamer  rath  diser  statt  Überlingen,  irn  lieben  burgermaister  und  appo- 
theckern,  herrn  Hans  Jacoben  Hauen  und  herrn  Wolfgang  Michael 
Becken,  umb  gemaines  nutzes  willen,  sovil  die  appotheckerei  belangt, 
etlich  gesatz  und  Ordnungen  begriffen  und  zusammenziehen,  inen  auch 
dieselben  darauf  also  zu  schwören  überantwurten  und  zustellen  lassen, 
so  haben  sie  doch  ernaute  beede  herrn  dargegen  etliche  mal  in  im  be- 
schwärden  nach  notturft  auch  angehört  und  inen  letstlich  uf  angeregte 
ir  gefürte  beschwärd  und  einred  über  etlich  articul  obbestimpter  Ord- 
nung einverleipt  ditz  volgend  declaration  und  erleuterung  schriftlich  ge- 


Überlingen.  445 

geben,  iedocb  anderer  gestalt,  mainung  und  enderung  nit,  das  erstan- 
gedeuter  Ordnung  noch  ainichem  articul  derselben  hierdurch  gar  nicht- 
zit  benomen  sein,  sonder  solliche  bei  all  irem  inhalt,  cröften  und  wür- 
den pleiben,  aber  auf  ire  personen  nach  dem  lautern  bfichstaben  nit 
allso  directe,  sonder  zukünftige  appothecker,  die  sich  der  practic  alhie 
behelfen  wollen,  verstanden  werden  soll. 

Und  erstlich,  sovil  den  articul  der  examination  und  prob  der 
appothecker  belangt,  namblich  das  dhainem,  was  Stands  der  sei,  alhie 
zu  pracücieren  zugelassen  werden,  derselbig  seie  dann  zövor  seiner  kunst 
und  schicklichait  halben  in  allweg  probiert  und  erfaren,  haben  meine 
herm  in  sollichen  puncten  an  jeder  herrn  appothecker  kunst  und  schick- 
lichait, auch  wolgeüebter  erfarnhait,  gar  dhainen  mangel,  ist  auch  diser 
zeit  nit  irethalben,  wie  bevorsteet,  sonder  von  wegen  anderer  und  künf- 
tiger appothecker  gesetzt  worden,  wollen  sie  beede  derhalben  berüerter 
examination  jetzmals,  jedoch  unvernachthailt  deß  bestimpten  articuls 
giltwillig  imd  gern  überhöben. 

Sie  auch,  zum  andern,  bei  den  aiden,  so  sie  beede  an  das  bur- 
germaisterampt  gethon,  pleiben  lassen  und  hierinnen  mit  sonderbarer 
aidespflicht  jetzo  auch  nit  beschwären. 

Und  nachdem,  zum  dritten,  söllichem  articul  auch  angehengt, 
das  sie,  die  herrn  appothecker,  hinfürter  bei  bestimpten  im  aiden  weder 
ire  hausfrawen,  noch  ainich  ander  frawenbild  in  der  appothecken  mit 
den  materialiis  oder  stücken,  so  der  artznei  anhengig  und  darein  ge- 
hörig sein,  mit  nichten  umbgeen  lassen  sollen,  wollen  sich  wolermelte 
meine  herrn  ain  ersamer  rath  uß  allerlai  ansechenlichen  eingeprachten, 
bewögenden  Ursachen  nochmaln  versehen.  Derselbig  solle  und  werde 
inen  also  zu  halten  nit  beschwärlich  fallen,  in  sonderlicher  erwegung, 
das  er  der  frawenbilder  halben  die  zeit  und  andere  ungelegenhait  iret- 
halben nit  jedesmals  erleiden  mag,  auch  an  andern  orten,  und  für- 
nemblich  bei  den  treffenUch  stötten,  nit  also  in  geprauch  und  härkomen 
ist,  das  den  frawenbildern  mit  den  materialiis  und  artzneien  umbzügehn 
gestattet  oder  zugelassen  werde;  doch  species  und  gewürtz  von  der  band, 
ganz  oder  gestossen,  ußzäwegen,  hinzugeben  und  z&  verkaufen,  soll 
weder  under  disem  articul  ußgeschlossen  und  nit  abgestrickt,  sonder  be- 
melter  herm  appothecker  hausfrawen  hinfürter,  wie  bißanhär  damit  zu 
handeln  und  zu  werben  offen  und  erlaupt  sein. 

Was  dann  bei  dem  vierten  articul  die  bürgschaft,  anlehen,  auch 
thail  und  gemeinsame  betrifft,  soll  ainem  vatter  gegen  seinem  sone  oder 
kindem,  deßgleichen  brüedern  oder  geschwüstergitten  gegen  ainander 
bürgschaft  z&  thün,  ald  comercien  oder  gewerb  mit  denselben  zft  üben 
und  zfl  geprauchen  kainswegs  hierdurch   abgestrickt  sein,   sonder  mag 


■ 


ÜB  Obarllngen, 

sich  ain  jeder  deßhalben  gegen  berüeilan  soinen  kinderti,  hrüedern  und 

geschwüstergitten  nacli  begögneteu  dingen  wol  verpinden  und  eiuUiasea. 
doch  diiB  sonderbarer  gesftch  und  vorthail  hierinneo  genzlich  vermitlen 
und  uOgesehlossen^  deßgleichen  durch  hohes  und  grosses  züsamenlegeii, 
hautiern,  leihen  und  pürgschaften,  EDder  hantierend  gewerbsleut  gevar- 
lieber  weise  nit  undergetrnckt,  die  handlungen  und  gewerb  allain  an 
sie  gezogen,  auch  andere  neben  inen  zu  verlassnng  deß  im  getrUDgeu, 
sonder  gar  dhain  gefahr  gep raucht  werde,  in  dhainerlai  weise. 

Als  ßieh  auch  die  herrn  appothecker  ob  dem  vorrath  der  mataria^ 
lien  beschwärt,  ist  merermelter  mainer  herrn  gemüt  und  mainung 
nit,  das  sie  ainen  nam Wichen  grossen  Überfluß  derselbeuj  sonder  allaiu 
aioen  gepeurhchen  ximlichen  vorrath,  wölcher  sich  den  monaten  und 
tagen  nach  der  lehrer  an  Weisung  an  Einander  verzört  und  nit  in  ffe^ 
fallenden  unversehnen  sachen  gleich  die  newberaiten  und  angemachtem 
materialien  gepraucht  werden  müeßten  haben,  wolche  dem  menschen 
in  arizneien  zfi  geprauchen  onschädUch  seien,  sie  auch  frisch  und  geh 
jederzeit  Terhoffeu  eü  verschleissen  und  zfi  vertreiben. 

So  soll  sie  auch  irnthalbeu  der  articul  von  wegen  deß  opprimeati 
und  anderer  treibender  und  giftiger  ding  so  gestracks  nit  pinden,  sod* 
der  inen  offen  band  gelassen  sein,  onervordert  ainicher  poljtan  oder 
bürgschafl,  frömbden  oder  haimschen,  iedes  unverdächtlichen  und  uü* 
argwenigen  personen,  die  inen  wissend  und  bekant,  berüert  oppriment, 
niereurium  oder  andere  giftige  ding  hinfurter  wie  allwegen  auch  sicli  | 
selbs  und  oiemands  anderm  uß  der  appothecken  volgen,  z&lassen  und 
zugeben;  den  dienern  aber  soll  daeselbig  dhains  wegs  gestattet  noch 
zugelassen  werden,  sonder  deßhalb  bei  dem  geatöllten  articul  steet  und 
vest  pleiben.  | 

Verrer  das  dispensorium  belangend  w^olleu  meine  herrn  deudelbeti 
articul  diser  zeit  auch  allso  in  ruw  stöUeo,  dermassen,  das  die  herrn 
appothecker  hin  furo  nach  irn  alten  büechern  wie  allwegen  dispeneiem 
und  sich  deren  geprauchen  und  behelfen  mögen. 

Es  sein  auch  meremante  meine  herrn  nit  dahin  bedacht  nocli 
dhains  wegs  gesinnt,  wo  mangel  oder  unrechtz  durch  künftige  Visitation 
in  der  appothecken  befunden  wttrd,  ine  zö  verklainerung  vor  jedermenig- 
liebem  ausschütten  oder  verprennen  zu  lassen,  sonder  jederzeit  ander  ge- 
peurlich  abschaffung  darinnen  zu  thün,  es  were  dann  sach,  das  der 
mangel  so  gevarlich  und  groß  befunden  würd ;  will  ime  dannocht  ain 
ersamer  rath  darinnen  offen  band  vorbehalten  haben,  handlung  dar- 
gegen  fürz&nemen,  das  sich  nach  gelegenhait  und  gestalt  der  sachen 
jederzeit  gepeuren  würdet. 


Oberlingen.  447 

Und  wollen  sich  demnach  merermelte  meine  herrn,  ain  ersamer 
ratb,  der  pillichait  nach  getrösten,  die  herrn  appothecker  werden  sich 
in  verkaufung  der  species  jederzeit  erzaigen,  auch  in  Vergeltung  der 
ding,  sovil  imer  mögUch,  innhalt  der  bestimpten  Ordnung  gepeurende 
gleichait  halten,  darmit  der  gemain  man  nit  beschwärt,  noch  zä  piUi- 
eher  clag  geursacht  werd. 

Sonst  und  usserhalb  ditz  alles,  soll  es  bei  mergerüerter  Ordnung 
'entlich  und  genzlich  besteen  und  pleiben,  auch  derselben  inhalt  und 
einverleipten  articuln,  allen  und  jeden,  (usserhalb,  sovil  obgemelter  baider 
herrn  burgermaister  personen  und  dise  declaration  belangt,  bis  auf  ains 
erbam  raths  widerrüefen  abthftn,  auch  minderung  und  mehrung,  wel- 
ches inen  in  craft  der  oberkait  genzlich  vorbehalten  sein  soll)  jederzeit 
Yolkomenlich  gelept  und  gepüerend  volnziehung  gelaist  werden. 

Ains  fürmans  besoldung  gen  Lindow  zä  faren. 

Item  von  ainem  schweren  sack    ...    4  kr. 

Item  von  ainem  leichten  sack    ...     3  kr. 

Item  von  ainem  1er  sack    ...    3  kr. 

Item  von  ainem  ffider  wein     .     .     .    6  [J  ^. 

Item  von  leren  fassen    ...     2  kr. 

Item  von  ainem  füder  britter    .     .    .    3  ji  ^. 

Item  von  ainem  tusend  gemachter  stecken  von  lindaw  .  .  .  6  ß  ^. 

Item  von  ungemachten    .    .    .     8  ß  ^. 

Item  von  ainem  busch  eisen,  stahel,  centner  und  dergleichen  kauf- 
mansgüetter    .     .     .     1  ß  4  ^. 

Item  von  ainer  langen  taugen  ballen     ...     6  kr. 

Item  von  ainer  kurzen  taugen  ballen    ...     1  batzen. 

Item  von  ainem  salzfas    ...    4  batzen. 

Item  von  ainer  Scheiben  salz    ...     4  kr. 

Item  von  ainer  begelen  negel     ...     6  kr. 

Item  von  hundert  reifen,  wie  vom  fader  pritter. 

Item  von  ainem  äschen  stück  ...  3  batzen. 

Doch  soll  von  geschriebnen  stücken  allen  der  farman  usserhalb 
der  stecken  von  Bregentz,  und  so  ers  bei  dem  bomblin  lath,  an  allen 
zoUstetten  den  zoll  geben. 

Wie  die  armen  leut,  frawen   und   mann,   so  mit 
der  krankhait  der  Franzosen  oder  bösen  platern  be- 
laden sein,    in    das  Platterhauß  angenommen    und 
wider  darauß  gelassen  werden. 
Erstlich  soll  man  sie,   vor  dem  und  sie  dermaß  in  das  Platter- 
hauß kommen,  soUcher  krankhait  halb,  ob  es  gewißlich  dieselben  krank- 


hait   seien,   beschaweii,    und   so   mau  die  an  inen  erfündt,  in  beneußt 

hauß  haisseii  geen,  daneben  auch  bevelhen,  das  ei  darinoea  belibea  xmi 
sich  darauß  nit  thuea,  sie  seien  dann  zuvor  wider  bescbawt  und  bail 
erfunden,  auch  inen  das  von  meinen  herrn  erlaupt  worden. 

Und  ao  ainer  sollichen  person  dermaO  wider  auß  dem  PlatterhauD 
ze  geen  vergont  wirdet,  so  soll  doch  dieselbig  person  in  einem  halben 
jar,  dem  nechsten  darnach,  weder  in  die  beder*,  fünften,  Wirts*,  gesslier 
oder  ander  beuser,  noch  auch  sonst  an  ander  ort  und  statt»  alda  gemaiß* 
Bchaften  der  leut  seien »  nit  kommen,  nach  außerhalb  irer  aigneo  ht 
haußung  mit  jemand  weder  essen  noch  trinken. 

So  soll  auch  ain  jede  dergleichen  personeu  dem  gotzhaus  epittal 
für  die  miderhaltung,  auch  essen  und  trineken,  das  ir  in  das  Platterhaas 
geraicht  und  geben  worden  ist,  Widerlegung  und  bezallung  ze  thuD 
schuldig  sein,  uamblich  ain  mau  für  iegliche  wochen,  die  er  im  Fiat- 
terhaus  gewest  ist,  7  |i  .*f,  und  ain  frawenbild  4  ^  ,^,  und  mit  sollicher 
bezallung  nit  seumig  sein. 

Dann,  wa  das  nit  beschehen,  oder  das  sich  ain  solüche  peRon 
anders  dann  hievor  stet,  halten,  so  würden  meine  herrn  gegen  derselbea 
handien,  wie  sich  zu  th&n  gepürte,  und  das  si  speuren  und  sehen  müsseni 
das  genannt  meine  herrn  ab  irer  erkann tnus  erzaigter  und  beweiJkl 
güthait  auch  irem  frevel  kain  gefallen  hatten. 

Des  newen  schmids  Ordnung  an  der  Seegassen, 
beschlahens  halben  der  roß  und  red  er. 

Item  ain  Schilling  pfening  von  ainem  newen  eisen  ainem  roß  aus 
dem  markstall  suraer  und  winter  aufzftschlahen,  doch  soll  er  kemtiscb 
eisen  dazu  utfuiiiiuii. 

Item  von  ainem  alten  eisen  vier  pfening,  auch  sumer  und  winter 
aufzuschlahen;  der  abbruch  der  eisen  soll  gegen  ime  gehalten  werden, 
wie  von  alter  her. 

Item  zwelf  schilUng  pfening  von  ainem  jeden  par  reder,  es  seie 
die  lastwagen,  ald  ander  reder,  von  newem  oder  altem  oder  altem  eisen 
zä  beschlahen,  doch  soll  der  spittal  das  eisen  darzü  geben. 

Item  der  spittal  Costanz  halt  ditz  Ordnung  mit 
seinem  schmied: 
Wann  er  des  spittals  roß  beschlägt,  gibt  man  im  von  einem  newen 
eisen  neun  pfening  Costantzer. 

Item  von  ainem  alten  eisin  drei  Costanzer  pfening. 


'  Am  Rand  von  späterer  Hand:  «kürchen  an  markt». 


Überlingen.  449 

Item  so  er  dann  reder  beschlecht,  gibt  man  im  von  ainem  bar 
1  goldin,  doch  gibt  spittal  das  eisin  darzft. 

Item  was  er  sonst  für  geschier  macht,  lünden  und  anders,  gibt 
w^en  spittal  das  eisin  und  würt  nach  gestalt  der  sach  derumb 
lont. 

Dagegen  aber,  so  spittalsrossen  krankhaiten  oder  schaden  zfistan- 
Q,  artzneiet  ers  dem  spittal  vergebens,  aber  dem  zeug,  so  zur  artznei 
bort,  bezahlt  der  spittal. 

Item  dem  wagner  gibt  man  ains  tags  ze  Ion  fünf  kreutzer,  trinken 
d  essen;  den  braucht  man  nit  stets,  sondern  allain,  so  der  spittal  sein 
ttürftig  ist;  doch  m&ß  er  aigen  Werkzeug  haben;  aber  bem  und 
der  holz,  so  er  nottürftig  ist,  gibt  spittal  im,  werkt  allain  umb  den 
;lon. 

Schlosserordnung. 

Item  von  hundert  spitzen  z&  spitzen    .     .     .     1  ß  4  ^. 

Item  von  ainem  ißinen  wegen  zue  schwaizen    .     .     .    4  ^. 

Item  von  ainem  zwaispitz  an  baiden  orten  zö  stehlen,  und  so  der 
ilosser  den  stahel  darzü  gibt    ...    4  kr. 

Item  von  ainem  newen  zwaispitz  zu  machen,  und  soll  der  Schlosser 
a  stahel  zfi  baiden  spitzen  darzu  geben    .    .     .     2  ß  ^. 

Item  von  ainem  newen  hechel  zfl  machen     .     .     .     2  ß  ^. 

Item  von  ainer  fort  stam  für  das  wißthor    .     .     .  5  ^. 

Item  von  ainer  fart  stain  für  das  heldthor    .     .     .  4V<  ^. 

Item  von  ainem  newen  viertel  zA  beschlahen,  so  meine  herrn  das 
in  darzfi  geben    .     .    .    5  ß  h. 

Item  von  ainem  ißinen  wecken  zfi  erlegen    ...     18  ^. 

Item  von  ainem  bickel  zfi  stehlen,  und  soll  der  Schlosser  den 
Lhel  darzü  geben     .     .    .     8  ^. 

Item  von  ainem  bickel  zfisammenzfistossen     .     .     .     8  ^. 

Item  von  ainem  wecken  zfi  reiben    .     .     .     1  ß  ^. 

Item  von  ainem  wegen  zfi  schwaizen     .     .     .    4  ^. 

Item  von  ainem  newen  wegen  zfi  machen,  und  meine  herrn  das 
lin  darzfi  geben     .     .     .     1  ß  6  ^. 

Item  von  ainem  zwaispitz  zfisamen  zu  stossen     .     .     .     7  ^. 

Item  von  ainem  hechel  zfisamenzfistossen     ...     2  kr. 

Item  von  ainem  hechel  zft  stehlen,  soll  der  Schlosser  das  eisin 
jzfl  geben    .    .     .    S  ^. 

Item  von  einem  newen  wegen  z&  machen     .     .     .     18  ^. 

Item  von  ainem  newen  eisin  schlegel  z&  machen  in  den  stain 
uoh    .     .     .     Vs  guldin. 

OberrlMinlaohe  Stadtreehte.    n,  2.  M 


ain@m 


von    amem 


ufzieheii  of  ainen   hechel   zwaispitü,  töq 


r 


1&&6 
ibruar  9. 


Diß  sein  die  löhn  ainem  scblosser  gegen  die  statt 
It«m  von  ainem  zwaispitz  new  zu  machen     .     .     .     2  (J  -^. 
Item  von  ainem  zweispitz  zu  stehlen     .     .     ,     14  ^j. 
Item  von  ainem  hechel  new  zu  machen     ,     ,     .     2  (1  ^, 
Item  von  ainem  hachel  zu  stehlen     .     .     ,     H  ^j. 
Item  von  ainem  newen  wegen  zö  machen     .     .     ,     l  |i  G  . 
Item  von  ainem  alten  wegen  zn  stehlen     .     .     .     2  ^, 
Item  von  hundert  spitzen  zfi  machen     .     ,     .     16  ^, 
Item   von   ainem    newen   eisin^   es   sei   klain   oder  groß,  new  li 

machen     ,     .     .     10  ^. 

Item  von  ainem  eisin  zfi  stehlen    ,    ,     ,    5  ^* 

Item  von  ainem  newen  scblegel  zt.  machen     .     .     .     5  ^  ^. 

Item  davon  zu  schwaitzen     .     .     .     1^6^, 

Item  aim  stainmetzel  von  ainer  steinax,  und  ain  zwaispitz  new  ü 

nachen     *    .     .     3  (1  ^. 

Item  davon  zu  stehlen    .     ,    •     14  ^. 

Item  von  ainem  schelhamer    .     .     .    4  |i  ^. 

Item  von  den  großen  deiche!  zwingen    .    ,     .    6  ^. 

Item  von  dem  klainen  deichel  zwingen     .     .     .     5  ^. 

Lon  ainem  schmid. 

Itera  von  ainem  par  reder,  und  ist  das  eisen  spitals  ,  .  . 

Item  von  den  durchgehenden  nägel  durchbuschen     ,     , 

Item  von  den  grossen  legeieen    <     .     .     10  f  ^* 

Item  von  den  andern  legeisen     ,     .     .     6  ß  ^, 

Item  von  ainem  lum     ,     .     .     2  ^. 

Item  von  ainem  stmpen  nagel     *         ,     l^/i  ^, 

Item  von  ainem  echilt  unden  an  die  aehsen     .     ,     ,     ^  ^- 

Item  von  ainem  schilt  an  die  lauban    ...    4  ^: 

Item  von  ainer  zimmerklammen  new  zu  machen    .    .    .    7^/s   >^. 

Verpott    deß    vaßnachtkiechlins,    deßgleichen 

maumereiens,  item   beichtens,   danzens,  juchzgens 

und  der  ring  halben  beschechen. 

Meine  herrn,  burgermaister  und  ratt  diser  statt  Überlingen,  haben 

erwegen  und  bedacht  die  lef  und  andere  gelegenhait,  darinnen  daz  hailig 

remisch  reich,  unser  geliebt  vatterlandt,  diser  zeit  steet,  und   deßhalb 


t  dem  allmechtigeo  xfr  lob  imd  tiaxL  MZitii  m±  him-esA^^  «Jeüi 
Ostens  die  alte  vertNitt  videnimb  th  emeweszk  feyttccr»^.  wit  st 
h  hiemit  thAn  und  wideranib  papooeo  bubiii  volkc: 

Erstlich  das  jelzo  and  £s9e  gf^enmunigt  vbEdbAi  weder  tod 
n  noch  jungen  niemandz  ta^  Dodi  imdaz  in  die  beoser  oder  of  den 
sen  in  der  mammera  zak  nmbgelin.  Doch  auch  jenaModz  bei  dem 
lern  das  kieehlin  b<den.  an^emiDen  MÖDem  gooten  freundt  bei  dem 
lern,  deßgleichoi  den  jmigcD  kmdem  bei  den  großTWUem^  gioßmftt- 
1,  gettin,  gotta  mid  gesqiCen  ficnnden,  beroert  Idecfalin  zä  boien  und 
reichen  soll  es  nit  ahgesinckt  tan:  doch  das  scdlidis  bei  rechter  zeit 
chaidenlich  mid  nf  kainen  aodeni  ta^  dan  den  mcmtag  nach  der 
Ten  vaOnacht  bescbecben.  mid  denu^h  gegen  der  nacht  jederman 
big  sei,  alles  mid  jedes  bei  staff  obberüerter  artikel  und  ains  jeden 
onders  drei  pfond  {^ening. 

Zum  andern  scdlen  die  alten  gepoit  der  bdcbt  halben  hiemiet 
ewert  sein,  and  nach  Tenneg  dersdben  gepott  jetlichs  mensch,  fraw 
1  manObildem,  so  hievor  zom  hoehwärdigen  sacrament  gangen,  in 
aftiger  vast^i  zwaimal  beiditen  ond  seh  volgends  of  die  österliche 
t  nach  leer  ond  onderveiagang  der  bekhtvätter  mm  selben  sacra- 
nt  abermals  diristlich  adiicken,  ond  ditz,  wie  sich  gepenrt,  würdig- 
ten empfSahen. 

Zum  dritten  wdlen  auch  sie,  meine  herren,  an  allen  enden 
d  ortai,  es  sei  in  henser  od«  uf  der  gassen,  haimhch  und  ofiFenlich 
ttz  hiemit  abstellen.  Dodi  ist  der  jugent  zugelassen,  disse  vaßnacht, 
itags,  audi  montags  und  zeinstags  darnach,  uf  der  Gred  von  zwelf 
m  biß  umb  resperzeit  und  nit  lenger  zu  tanzen;  das  soll  aber  mit 
dit  und  erbarfcait  beschehen,  kain  man  noch  lediger  gesell  ainich 
wenbilder  ufi^rengen,  unbeschaidenlich  umbkeren,  ufheben  oder  un- 
htig  angrdfen,  denn  es  werden  etlich  under  gedachte  meiner  henen 
«chtffli  jetzo  und  hinfuro  allwegen  verordnet  sein,  die  aufsechen  haben 
id  wo  si  solches  hören,  sechen,  oder  gewar-  und  innen  [weidenL  das 
von  manen  oder  gesellen  geschechen  würdt,  dieseÜMn  aoüen 
adi  alsbald  von  berüerten  knechten  fengUch  angenomen, 
I  dem  tanzhauß  gefuert,  und  in  die  darzA  vmvdn 
legt,  nnd  hierinnen  niemandz,  weder  hochs  noch  maimt  «hmk  ^^, 
hont  werden.    Ob  sich  aber  in  disem  fahl 


iBMlhar  ernten,  ald  ain  criwuew  ratt  befindo^  iteibintii  oder 


1555 
Juli  27. 


452 


Zum  vierten.  Wiewol  ain  ersamer  rath  onlang  hievor  der  Un- 
zuchten halben,  so  bei  oächtlicber  weil  uf  der  gaesen  begangen  werden, 
ernstlich  gepott  nßgelaBfien,  so  befind t  mau  doeb,  das  denselben  bisher 
wenig  gelept,  sondern  ain  zeitlang  nachts  auf  der  gassen  mit  nniim^ 
lichem  singen,  geschrai,  juchzen,  wieplen,  pfeifen  und  dergleichen  sot* 
lieh  nnordentlidti  leben  gefiert,  dadurch  die  oberkait  und  ander  bi<li^ 
bar  leut  btonrawigi  worden,  dernhalben  wellen  ernannte  meine  herra 
jedermanigUch  hiemit  abermab  ermant  haben,  hmfüro  olos  sollicheo 
s&  rüg  und  müefisig  züsteen  und  ime  selbst  vor  schaden  zö  seio;  denn 
war  jemands  in  berüerter  ungeschiklichtait  und  unruoh  hierüber  vüß 
dannen,  so  schon  meine  herrn  daruf  verordnet^  betretten,  der  wiifd<l 
darumben  gebtiest  und  angesehen,  wie  aiues  jeden  verdienen  und  v«r* 
schulden  jederzeit  erfordert,  aueb  audere  ain  abscheichlicbs  exempd 
derab  nemen  und  empfahen  megen. 

Zum  beschluß  lassen  vilermelie  meine  herrn  allen  im  burgera 
deO  ktteferhandwerks,  deßgleichen  auch  allen  denjenigen,  so  sieh  tnaebmif 
der  ring  zu  den  weinen  geherig  bißher  gepraucbt  haben,  und  ä\bk 
seßhaft  sein,  niemandz  außgenomen,  ansagen  und  verlanden«  das  ä 
sich  alle  bei  im  bürgerlichen  pfliditen  mitwochs  neehstkünfüg  morgtu^ 
nach  der  firiemeO  uf  des  rattbauß  allhie  für  aius  erbam  ratta  yerord 
neten  verfÜegen,  Ire  recepten  mit  inen  pringen  und  von  denselben  ver 
ordneten  verrers  besehaidz  gewarten. 

Des  alles  wellen  3t  sich  zt  gescbechen  endtlich  und  angezweifelt 
verlassen. 

Actum  sampstags,  den  9.  februarii  1555. 


Verpott  von  wegen  zerreissung  der  zeunstelli^ 
nen  und  güeter. 

Item  das  niemandz  dem  andern  schaden  thün* 
Item  ain  Verwarnung  der  mordprenner  halben. 
Meinen  herren  aiuem  ersamen  rath  koumpt  für,  wie  es  auch  lag 
lieb  der  augenschiu  zu  erkennen  gibt,  das  die  Waldungen  und  gehelzar 
hierumb  gelegen,  geniainer  statt  und  dem  spittah  auch  etlichen  ainzeeh 
tigen  burgern  zügeherig,  ganz  hechlich  und  übel  gevestigt,  also  das  von 
burgern  und  einwonern  alhie,  jungen  und  alten,  nit  allain  das  abgeeii4 
sonder  auch  ander  frisch,  gesund  und  steend  holz  allenthalben  hie  und 
wider  ausser  denselben  holzungen  häufender  und  unverscheichter  wei 
herein  getragen,  und  das  noch  vil  mehr  anderer  eingezünteu  eehafüuei^ 
garten  und  güeter  nicht  zit   destminder   darneben    auch  nit   verschoot, 
sonder  die  zaunstollinen  und  gartenthüren,  welche  die  Inhaber  derselbefl 
durch  das  ganz  jar  mit  grossen  costen  underhalten  müessen»  übel  Ie^ 


Überlingen.  458 

reissen  und  zergenzt  werden,  dessen  tragen  obermelte  meine  herm 
(wie  pillich)  ain  hoohes  und  grosses  misfallen,  lassen  dasselbig  hierauf 
bei  jedermeniglichen  abschaffen,  und  dabei  ganz  ernstlich  gepieten, 
das  man  sich  nun  hinfürter  aines  sollichen  enthalten,  auch  ain 
jeder  seine  dienst  und  kind  darvon  weissen  und  ziechen,  wollen  sich 
meine  herm  getresten,  oder  aber  die  yerbrecher,  die  an  dergleichen 
schaden  der  helzer  imd  güeter  betretten  und  derhalben  gerüegt  werden, 
so  feetiglich  straffen  und  püessen,  das  zechen  an  ainem  solchen  und 
ains  ratts  mißfall  im  werk  speuren  sollen. 

Zum  andern  thuen  erstermelte  meine  herrn  jüngst  außgegangen 
verpott  das  ops  und  andere  fruchten  betreffend  hiemit  auch  widerumb 
emüwem  und  darbei  gepieten,  das  inhalt  desselben  dhainer  dem  andern 
mer,  weder  durch  sich  selbs  noch  seine  kinder  an  dhainem  ops  zu 
schaden  gehn,  sonder  ainem  jeden  dasjenig,  so  ime  uf  ditz  jar  von  gott 
dem  aUmechtigen  auß  gnaden  in  seinen  güetern  verüben  ist,  onent- 
fremdet  pleiben  lassen  welle,  dann  ain  erbarer  ratt  schon  bevelch  ge- 
geben und  haim liehe  kundschaft  bestelt  hat,  wo  iemands  hierüber 
betretten,  oder  sonst  die  jugend  darab  ergriffen  und  von  innen  zu  clag 
komen  würdet,  man  die  alten  bei  der  alten  straff  nit  mer  pleiben  lassen, 
darzft  auch  die  jugend  an  statt  der  eitern  je  nach  gelegenhait  imd  ge- 
stalt  der  Sachen  mit  straff  dermassen  ansehen  und  püessen,  wie  ain 
ersamer  rat  dessen  darüber  zö  rat  würdet. 

Zum  beschluß  so  ist  ainem  ersamen  rat  an  gestern  glaubwür- 
diglich  zAgeschriben,  das  abermals  ain  anzall  mordprenner  vorhanden 
sein,  auch  hin  und  wider  im  hailigen  reich  umbziehen  und  etlich  under 
inen  schon  in  fangnus  ligen  sollen,  derhalben  welle  jedermeniglich 
dester  gewarsamer  und  behuotsamer  sein,  auch  uf  solliche  und  der- 
gleichen perschonnen  geflissens  ufmerken  geben,  und  ob  iemandz  sol- 
licher perschonnen  aine  argwenlichen  alhie  und  ausserhalb  diser  statt 
sechen  und  vememen  würden,  alßdan  dieselben  unverlengt  meinen 
herm  eröffnen  und  auzaigen,  damit  man  die  gepeur  gegen  innen 
liandlen  und  fürnemen,  auch  übel  und  unrath  zeitlich  fürkomen  wer- 
den meg. 

Das  alles  wellen  sich  meine  herm  zu  geschechen  ungezweifelt  getresten. 

Actum  sambstags  nach  Jacobi  apostoli  anno  1555. 

Verpott  von  wegen  des  hundzschlachens.  i^^ 

■r         ^  1  rx        ,.         1  1^1  11    8eptbr.27. 

Item  das  man  denHoulbach  sauber  halten  soll. 

Deßgleichen  des  erschrockenlichen  gotzlestern 

und  schwerens  halben. 

Meine  herm  burgermaister  und  ain  ersamer  rat  lassen  jedermenig- 

[cbem  verkinden  und  anzaigen,  das  ir  fürsichtige  wißhait  vereuderung 


454  Überlingen. 

und  befelch  gethon,  etlich  tag  lang  die  hund  und  miObellin,  iedoch 
allain  nachtz  schlachen  und  sonst  tags  lebendig  mit  ainem  strick  an- 
fachen zu  lassen  und  ab  dem  weg  zu  thun;  derhalben  wolle  ain  jeder 
seinen  hund  nachtz  anhaims  behalten  und  ime  tags  ain  zaichen  an- 
henken, dann  man  zu  nachtz  alle  hund,  so  auf  der  gassen  betretten, 
unangesehen,  welchem  sie  zügeherig,  und  ob  sie  sauber  oder  unsaub» 
seien,  schlachen,  und  tags,  die  dhain  zaichen  antragen,  sonst  ab  dem 
weg  thün  würdet;  und  gepieten  hierauf  meniglich  bei  hocher  strafi^ 
das  man  die  perschon,  so  hierzu  verordnet  ist,  in  sollichem  befelch  tags 
und  nachtz  unthurbiert  und  unbekimbert  laß,  und  niemands  g^en 
derselben  ichzit  thättUchs  weder  mit  werten,  werken,  noch  schreien,  Ye^ 
jagen  der  hund,  noch  in  anderweg  handle  oder  ftirneme  in  dhaineiüu 
weisse.  Deß  werden  sie  sich  z&  geschechen  versehen  und  getresten. 
Für  ains. 

Zum  andern  hat  ein  ersamer  ratt  erst  newUches  zeit  auß  grosser 
notturfb  den  Haulbach  selbem  und  räumen  lassen  und  deßhalb  nit  ge- 
ringen costen  leiden  müessen;  dieweil  man  aber  findt,  das  nichtdest- 
minder  widerumb  sollicher  bach  gewiestet  imd  allerlai  unsauberkait  und 
urbaw  von  zerbrochnen  hälfen,  kächlen,  stainen,  todten  dhierlin,  ginO 
und  anderm  darin  geworfen,  dardurch  das  wasser  andern  zu  nacfatail 
geweit,  an  seinem  ordenlichen  gang  gehindert  und  ainem  ersamen  ratt 
sauberes  und  rumens  halben  ain  anderer  uncost  verursacht  würdet,  das 
wellen  sie,  meine  herrn  bei  meniglichen,  sonderlich  aber  den  genach- 
barten  berüertz  bachs  hiemit  auch  abstellen  und  dabei  verwarnen,  sich 
hinfürter  angcregtz  verwissens  oder  veraunsauberens  erst  bestimptz 
bachs  zu  enthalten,  oder  aber  in  meiner  herrn  straff  dargegen  zu  ge 
warten. 

Fürs  dritt,  nachdem  laider  diserzeit  geraain,  das  vil  leut  nit 
allain  under  mannen,  besonder  gleich  sowol  die  weibsbilder,  auch  jung 
und  alt,  thcchtern  und  knaben,  bei  der  craft  und  macht  gottes  vom 
leib,  glider,  wunden,  todt,  marter  und  Sakramenten,  of  leicht fertiglich 
und  besslich  schweren,  fluochen  und  die  mütter  unsers  hailand  uud 
seeligmachers  Christi,  auch  die  lieben  seine  hailigen  frävenlich  lesteru. 
so  lassen  obernante  meine  herrn  burgennaister  und  ratt  alhie,  wie 
innen  auch  solliohes  in  der  röm.  kais.  majestät,  unsers  allerguedigisten 
herrens,  als  der  hechsten  weltlichen  oberkait,  deßglaichen  gemeiner  ^teeud 
des  hailigen  remischen  reichs  außgegangner  polliceiordnung  aufgeladen 
ist,  hiemit  abermals  ernstlich  gepieten  und  verpieten,  das  sich  menig- 
lich sollicher  uud  dergleichen  uiigepeurlichen  schwüren,  lesterungen  und 
fluochens  enthalten;  wo  aber  ainer  oder  ains  von  mannen,  frawen,  jun- 
gen oder  alten  baidorlai  goschlcchten,  die  weren  hainüsch  oder  fronii>d. 


Überlingen.  455 

hierüber  ermelter  schwfler,  lestenmgen  und  flüech,  ainen  oder  mer,  thätte, 
sollen  die  lesterer  und  schwerer  von  denen,  so  gegenwärtig  darbei  sein 
und  solliches  heren,  anfenglich  in  der  güete,  freundlich  gepetten  und 
ermant  davon  abzfisteen,  und  sich  deß  hinfiiro  zfi  enthalten,  damit  nit 
noch  sein  werd,  solliches  an  ermelte  meine  herrn  erlangen  z&  lassen, 
and  sie  folgendz  gepeurliche  strafif  auß  christenlicher  oberkait  und 
schuldiger  pflicht  an  inen  erfolgen  müessen. 

Und  damit  aber  dasselbig  dester  steifer  gehandhapt  und  soUich 
gotzlestem  abgestelt  werd,  so  würt  man  guote  nachfrag  und  erkanntnuß, 
auch  haimlich  leßner  halten  und  denselben  mit  ernst  zbsprechen,  uf- 
laden  und  befelhen,  wo  si  die  übertretter  erfaren,  dieselben  den  feunf 
achadenstraffem  oder  pittel  anz&melden,  uf  das  sollichen  gotzlestern 
mit  straff  volfaren  meg  Inhalt  der  verzaichnuß,  darinnen  die  peen  und 
puoß  jedes  schwdrs  imd  fluochs  underschidlich  begriffen  seie,  welche  ver- 
zaichnuß innen,  herrn  schadenstraffem,  auch  ainem  jeden  quartierhauß 
aine  überantwurt  und  zfigestelt  worden  ist. 

Es  mecht  sich  aber  ains  mit  unerherten,  erschröckenlichen  und 
grossen  gotzlesterungen  vernemen  lassen,  imd  die  so  fräveulich  leben 
und  geprauchen,  das  gegen  denselben  würd  ander  und  mehrer  peen, 
dan  der  thum  oder  an  gelt  fürgenomen,  sonder  mit  benemung  et- 
licher glider  und  in  ander  weg  dargegen  gehandelt,  wie  sich  das  Inhalt 
hochermelter  kais.  majestät  reformation  und  polliceiordnung  zu  th&n 
gepeurt. 

Dem  allem  nach  lassen  vilermelte  meine  herrn  auß  christenlichem 
vätterlichem  eifer,  auch  threwherziger  wolmainung  ainen  jeden  zum 
allerhechsten  ermannen,  das  man  von  sollichen  grossen  und  unzimb- 
lichen  schweren  hinfärter  absteen,  sich  dessen  alles  endthalten  und 
gleichsfals  anhaimsch  bei  seinem  weib,  kinder,  diensten  und  haußgesind 
abstellen,  auch  dabei  bedachten  und  gemüeth  füren  welle,  waß  sünd, 
laster  und  schädlicher  nachtail  über  das  gott  damit  zum  hechsten  be- 
laidigt  und  z&  zorn  bewegt  würt,  bißher  darauß  erfolgt  ist,  und  noch 
weiter,  wo  man  nit  davon  absteet,  beschwerlicher  folgen,  und  so  wir 
das  also  vermeiden  und  uns  z&  besserung  keren  und  schicken  würden, 
was  gnad  glick  und  hail  uns  von  seiner  gettlich  allmechtigkait  dar- 
gegen unzweifenlich  imd  scheinberlich  widerfaren  und  begegnen  mege. 
Damach  wisse  sich  meniglich  zu  richten  und  vor  schaden  und  nachtail 
zu  verbieten;  dann  hierin  niemands  übersehen  noch  verschont  werden  soll. 

Actum  den  27.  septembris  anno  1565. 


1M5 

fitoptbr.tr. 


466 

Von  gqtzschwüereo  und  fluechen* 

Diiz  hernachgeschriben  strafen  und  peeu  hat  aio 

ersamer  rat  uf  daa  gotzlestern  ond  flficheo  gesetzt 

und  ainem  jeden  überfarernnd  ernstlich  entschlossen, 

namblich: 

Item  welcher  oder  welche  schwereii   oder   flftchen   bei   der   craft 

und  macht  gottes,  dem  leib,  glider,  wnnden,  todt,   mader   und  sacrs- 

menten  unsere  herrn  und  seligmachers  Jesu  Christi,  der  oder  die  soUen 

von  jedem  dergleichen  schwur  oder  fluch  insondere  zu  straff  verfaUen 

sein  sEecben  Schilling  pfening. 

Gleicher  gestalt  sollen  die,  es  seien  manns>  oder  frawenbilder,  ge- 


:  die  lieben  hailigen  gattes  fra- 
m,  pluot  oder  glidem  fluochen, 
gen  fluocb,  all  plagen,  fallend 
len  Übels  winecht,  der  soll  toq 
en  zA  geben  schuldig  sein  fünf 

anhang,  oder  dem  andern  sant 

wünscht,  oder  nur  sant  Quirio 

ich  vernemen  laßt,  der  soll  von 

en  drei  Schilling  pfeniog. 

das  dich  gott   sehend,    der    ist 


1665 
Dezbr.  20. 


strafft  werden,  so  die  müter  ""'   *-^- 
venlich  lestem,  oder  bei  im  i         t 

Item  welches  dem  andern  uen 
sftchtf  franzogen,  peätitenz  oder  dt 
jedem  der  erneuten  winschen  od 
sohilling  pfening. 

Item  V  *>ei  i 

Qoirins,  san 

ald  sant  Veitin  a  «« 

jedem  Qüch  insonderl  i  sti 

Item  wer  zu        n  andern 
auch  zu  büß  verfallen  drei  Schilling  ptening. 

Es  mecht  sich  aber  ains  mit  unerherten  erschrocken  liehen  uucl 
grossen  gotzlesterungeo  vernemen  lassen  und  diese  frävenlich  üben 
und  geprauchen,  gegen  denselben  würd  ander  und  mehrer  strafl'  dann 
der  thum  oder  an  gelt  fürgenomen,  sonder  mit  benemung  etlicher 
glider  und  in  ander  weg  dargegen  gehandelt,  wie  sich  das  Inhalt  der 
römischen  kaiserlichen  majestät,  unsers  allergnedigisten  herrn  reformation 
und  poUiceiordnung  zu  thün  gepürt.  Darnach  wisse  sich  meniglich  zu 
richten  und  vor  schaden  und  nachtail  zu  verbieten,  dann  hierin  nie- 
mandtz  übersehen  noch  verschont  werden  soll. 

Actum  den  27.  septembris  anno  1555. 

Verpott,    das    man    ins    gotzhaus    spittal    und 

gemainer  hölzer  und  walden  an  dannen  und  forinnen 

nit  also  schaden  thfln  soll. 

Koumpt  auch  ainem  erbam    rath  für,  das  dem  gotzhauß  spittal 

alhie     in    desselben  und  gemainer    statt    helzem    und    walden    an 

thannen  und  vohren  von  unden  und  oben  auf  in  den  spitz  oder  tholden 

mit  abstimmlung   deß   reiß    grosser  schad   bescheche,  durch  wellches 


ÜberÜDgen.  457 

ungepeurlich  abBchnaiteln  die  Waldungen  und  das  geheiz,  sonderlich 
die  jungen  thannen  und  vohren  gewiest  und  abgetriben  werden,  darbei 
aber  berüerten  Waldungen  uit  gehaiet  und  erhalten  müegen  werden; 
demnach  umb  gemaines  nutz  willen,  so  lassen  ermelte  meine  herrn 
Bolliche  ungepeurlich  und  unbeschaiden  abtreiben  deß  thannholz  und 
vohren,  sonderlich  der  jungen  thannen  oder  helzer  bei  meniglich  auch 
abschaffen,  wellen  aber  dennocht  darbei  niemandz,  sonderlich  den 
armen  nit,  abgestrickt  haben,  thannreiß  hierin  ze  tragen;  allain  das 
sollichs  mit  beschaidenhait  zftgang,  und  die  gesunden  thannen  und 
vohren  durch  zfivil  ungepeurlich  außhawen  und  abstimblen  nit  muot- 
wüliger  weisse  abgetriben  und  verderpt  werden,  bei  straff  ain  pfund 
phening. 

Das  wellen  sich  meremante  meine  herrn  z&  ainem  jeden  zu  ge- 
schechen  verlassen,  oder  aber  die  Übertreter  darumb  hertiglich  straffen. 
Damach  wiß  sich  meniglich  zfi  richten  und  vor  nachtail   zu  bewaren. 

Actum  den  20.  decembris  anno  1555. 

Jarlon  auf  das  1558  ste  [jar]. 

Es  haben  meine  herrn  klain  und  groß  räth  errathen,  auch  für  guot 
angesehen  und  wellen,  das  die  löhn  im  rebwerk  und  sonst  gegen  andern 
diensten  diß  jar  ge rieht  und  gegeben  werden  sollen,  wie  hernach  volgt: 

Item  von  erd  oder  mist  zu  tragen  in  die  gärten  von  sant  Gallen 
tag  biß  zue  liechtmeß  ainem  knecht  ain  Schilling  phening,  und  ainem 
knaben  acht  phening,  und  nach  liechtmeß  ainem  knecht  vier  kreitzer 
und  ainem  knaben  zechen  phening  und  den  ganzen  tag  zu  essen. 

Item  ainem  rebknecht,  der  ain  baw  reben  nach  aller  notturft  wol 
versehen  kan,  den  sumer  fünf  phundt  phening,  und  den  winter  viert- 
halb phundt  phening  und  nit  darüber,  auch  sonst  nichtz  darzA;  und 
soll  hinfürter  dhainer  ainichem  gedingten  knecht,  er  sei  burger,  michi- 
man  oder  nit,  z&  herbstzeit  dhainen  dorkel  zö  versehen  leihen,  überall 
in  dhain  weise,  sonder  es  bei  disem  gesetzten  Ion  ungesteigert  besteen 
und  pleiben  lassen. 

Item  ainem  haußknecht  in  ainem  würzhauß  ain  jar  sechs  guldin, 
sampt  den  letzinen,  und  ainem  karrerknecht  sechs  phund  phening  imd 
nit  mehr.  Es  wellen  auch  meine  herrn,  das  sonderlich  die  wiert  bei 
diser  Ordnung  pleiben  und  dhainen  knecht  oder  magd  hecher  oder 
weiter  dingen,  dann  hie  oben  gesetzt  ist,  bei  Vermeidung  hemach- 
gemelter  straff. 

Item  ainer  keehin  in  ainem  würtzhauß  ain  jar  nit  über  sechs 
guldin  und  ainer  magd,  die  in  das  veldt  gehet,  vier  phund  und  fünf 
Schilling  ^;  und  den  ainer  magd,  die  nit  in  das  veldt  gehet,  vier  phundt 


458  Überlingen. 

phening,  und  inen  kain  tuoch^  schuoch,  peltz,  stauchen  noch  anders 
darzü  geben;  alles  bei  strafif  obgeschribner  articul  und  aines  jeden 
insonders  fünf  phund  phening. 

Wann  sieh  auch  hinfüro  begeben  und  zutragen  würd,  das  ain 
maister  oder  fraw  mit  iren  diensten  unains  würden,  also  das  sich  die 
dienst  ungepeurlich  hielten  und  schädUch  und  unnützlich  in  iren 
heusem  weren,  und  inen  also  vor  außgang  ires  zils  urlob  geben,  so 
sollen  sie  inen  nach  anzal  der  zeit  im  jar  und  nit  gantzen  lohn  zft 
geben  schuldig  sein.  Es  mecht  sich  auch  ain  maister  oder  fraw  mit 
iren  diensten  so  ungepeurUch  halten,  also  das  sie  vor  dem  zeil  mit 
unlieb  von  ain  ander  komen,  so  soll  es,  wie  von  alter  her  mit  dem 
lohn  gehalten  werden. 

Ob  ain  maister  oder  fraw,  ain  knecht  oder  magd,  ain  winter  auß- 
füetteret  und  also  ain  dienst  nach  dem  winter  seinem  maister  oder 
frawen  noch  weiter  biß  sant  Jacobs  tag  zu  dienen  versprochen  hat, 
und  sich  aber  z&trieg,  das  also  ainer  dem  andern  ain  dienst  nach  dem 
winter  und  vor  verscheinung  oder  außgangs  seins  zils  abgedinget, 
demselben  dienst  soll  weiter  albie  zu  dienen  nit  zugelassen  noch 
gestattet  werden. 

Item  von  spitzen  vier  kreitzer  und  den  ganzen  tag  zfi  essend,  und 
von  ainer  hofstatt  zu  verdingen  fünf  kreitzer,  und  zft  lassend  ain 
kreitzer  oder  spitzen  und  lassen  sechs  kreitzer  von  der  hofstatt. 

Item  von  schneiden:  ainem  knaben  zechen  pfening  und  ainem 
kneclit,  der  über  die  sibenzechen  jar  alt  ist,  ain  batzen  und  zft  essen, 
wie  vor. 

Item  so  ain  fraw  oder  magd  ain  tag  reben  list,  so  soll  mau  ir 
zeclien  phening  geben  und  den  ganzen  tag  zu  essend,  und  zu  ver- 
dingen von  ainer  liofstett  sechs  phening. 

Item  von  binden  aiuen  tag  ainer  frawen  oder  magdt  zechen  phening 
und  zu  essen;  dinkwerk  von  ainer  hofstett  vier  kreitzer. 

Item  von  phallen  ain  tag  fünf  kreitzer  und  den  ganzen  tag 
zu  essend. 

Item  von  graben  und  inlegen  dem  haimischeu  ain  tag  sechzechen 
pliening,  und  soll  sein  aigen  schaufei  prauchen,  und  ainem  frembden 
jedem  ain  tag  ain  batzen  und  hahnschen  und  frembden  ain  ganzen 
tag  zii  essen. 

Item  von  erbrechen  ain  tag  sechs  phening,  den  so  zu  dem 
sacrament  gond,  und  denen  vier  .j,  so  nit  zum  sacrament  sond  gaugeu; 
auch  inen  allen  tag  zu  essen. 

Item  ainer  fraw  ain  tag  zu  hoften  zechen  phening  und  ainem 
man   ain  Schilling,    und   den  ganzen  tag   zu  essen;   und  w^an    es   am 


Überlingen.  459 

morgen  naß  were,  so  soll  ir  jedes  am  abendt  ain  stundt  dester  lenger 
arbeiten. 

Item  die  maien-  und  herbstfolg  gond  dem  graben  und  inlegen 
deß  vorgeschribnen  Ions  und  essends  gleich. 

Item  ainem  mader  soll  man  geben  ain  tag  sechs  kreutzer;  deß- 
gleichen  zu  essen  und  nit  mehr. 

Welcher  oder  welche  aber  über  obgesetzte  klaine  lehn  weiter  Ionen, 
und  dise  ains  erbam  raths  Satzung  und  Ordnung  übertretten  würd,  der 
soll  umb  jedes  versprechen  insonders  umb  ain  phund  phening  gestrafft 
werden.  Es  soll  auch  ain  jeder  den  andern  bei  dem  aid  zu  gerüegen 
und  anzugeben  schuldig  sein.^ 

Von  dem   leichtfertigen    und    liederlichen  aid- 
schweren;  auch  wie  er  mit  hechstem  vleiß  soll  ver- 
standen werden. 
Zft   merken   sei   meniglich,   das   laider  jetzund    schier  vor   allen 
oberkaiten  und  gerichten  teutscher  landen  ain  gemainer  prauch  werden 
will,  auch  vast  in  Übung,  wie  groß  oder  ringschätzig  die  sach  ist,  der- 
halben  zwischen  den  thailen  irrung  einfallen,  derwegen  güetlich  oder 
rechtlich  für  die  oberkait  kommen,  das  von  stund  an  der  aide  von  be- 
stettigung  deß  ja  oder  nain. 

Ordnung  des  weinschenkens  von  gemainer  statt     1555 
wegen.  ^^^^'•''• 

Nachdem  ain  ersamer  ratt  alhie  zu  Überlingen,  mein  gepietend 
und  günstig  herm  befunden,  das  bißher  in  dem  verein  oder  schenken 
deß  weins  von  gemainer  statt  wegen  gegen  prelaten,  graven,  herrn, 
vom  adel  und  der  stedt  gesandten  und  rathspersonen,  etwas  ungleich 
gehalten  und  gepflegen,  indem  es  ernandten  stenden  und  personnen, 
wann  sie  underwilen  uf  ehrlich  hochzeitcn  geladen,  oder  sonst  irer 
gescheft  halben  alher  geraiset  sein,  nit  allwegen  der  wein  in  namen 
gemainer  statt  vereret,  sonder  zun  zeiten  von  dem  ainen  burgermaister 
beschechen,  von  dem  andern  aber  (alles  umb  deß  besten  willen)  under- 
lassen  pliben,  dardurch  nun  ainem  ersamen  ratt  und  gemainer  statt 
allerlai  nachred  erfolgt,  dessgleichen  erneuten  herrn  burgermaistern 
von  sollicher  gehaltnen  ungleichait  wegen  die  schuld  der  versaumbnuß 
oder  Verhinderung  zugetragen  und  aufgeladen  worden  ist; 


*  Neben  der  Überschrift  dieses  Abschnittes  steht  folgende  Notiz:  «Nota,  sein 
anno  1568  vor  grossen  und  klainen  räthen  wider  vorgelesen  und  aloo  in  den  zünften 
verkOndt  und  angeschlagen  worden».  Darunter:  «Anno  1564,  anno  1565»  usw.  bis 
«anno  1572». 


Überlingen. 


461 


soll  allwegen  der  wein,  wie  hernach  geschriben  steet,  geschenkt  und 
verert  werden.  ' 

Und  ist  ditz  die  anzal  der  stietzen  von  obemanten  meinen  herm 
gesetzt  und  geordnet,  die  ain  jeder  herr  burgermaister  oder  sein  Statt- 
halter gegen  prelaten,  graven,  freiherrn,  deßgleichen  andere  stenden 
und  ainzechtigen  personen  in  vererung  des  weins  von  gemainer  statt 
wegen  halten  und  nit  darüber  schreiten  soll,  wie  hernach  volgt: 
ainem  prelaten  8   stünzen 

provincial 6 

thumbprobst 6 

thumbthechan 6 

landtcommenthur  .  .6 

commenthur 6 

graven 6 

freiherrn 6 

thumbherm 4 

ritter 4 

doctor 2 

vom  adel 2 

burgermaister  der  statt  ...    2 

raths-  oder  an  sollichen  personen 

von  stetten  oder  sonst  .2  >  . 
Trüege  sich  aber  zu,  das  kaiser  könig  oder  fürsten  ditz  statt  mit 
gnaden  haimsuchten,  so  soll,  wie  pillich,  bei  obementen  meinen  herrn, 
ainem  erbam  rath,  steen,  ire  kaiserlich  imd  königlich  majestät,  auch 
ire  gnaden  mit  credentz,  silbergeschier,  habem,  wein,  ochsen,  vischen 
und  anderm  z&  verehm,  wie  sich  ains  ersamen  raths  und  gemainer 
statt  halben  gegen  im  majestäten  und  im  gnaden  auß  undertheniger, 
schuldiger,  verpflichter  gehorsame,  und  sonst  in  allweg  zu  thun  ge- 
zimpt  und  gepürt,  auch  sie,  meine  herrn,  sich  dessen  mit  ainhelligem 
rath  jedesmals  verainbarn  und  entschliessen  werden. 

Actum  domstags,  den  10.   novembris  anno  1656. 

Verpott  der  wälschen  müntz  halber. 
Nachdem  augenscheinlich  im  werk  vorhanden  und  sich  täglich 
je  länger,  je  mer,  begeben  und  zutragen  will,  das  vil  und  mancherlai 
welsche,  auch  andere  böse  müntz,  so  im  hailigen  reich  nit  gemüntzt, 
mit  häufen  in  das  Teusch  land,  auch  alher  in  ditz  statt  gepracht,  imd 
in  vil  höherm  werd,  dann  si  anfenglich  valuiert  und  geschlagen,  hin 
und  wider  ußgegeben  und  vertriben,  dardurch  dann  der  gemain  man, 
dieweil  sie  nit  jederman  bekant,  bisher  merklich  gelaicht  und  betrogen 


1566 
Jani  8. 


462 


worden,  solliches  alles  abzuschaffen  und  zu  fürkonimen,  so  hab^D 
burgermaister  und  rath  iliser  deß  hailigeii  reicbs  statt  Uberlmgen,  wi€! 
dann  an  andern  umbligenden  orten  im  hailigeu  römischen  reiche 
gleichergestalt  beschehen  und  noch  täglich  fürgenoramen  werden, 
sich  entschlossen,  auch  ernstlich  gesetzt,  geordnet  und  wollen,  das 
gleiäi  jetzt  und  hinfüran  in  irer  statt  oherkait  und  gerichten  kam 
welsche  müntz,  was  sort,  gepräg  oder  schlag  die  inier,  auch  wie  groß 
oder  klain  sie  seien,  sonderlich  die  Mirandulaner  sechs  krützerer  und 
dergleichen  welsche  müntzcn,  kaine  darvon  gar  mit  nichten  hedingi 
noch  außgeschlossen,  item,  auch  die  Hennenherger  und  Nürnberger 
zwa.ierlin  nit  mer  ußgehen,  noch  ainicher  bezalung  genommen  werden, 
sonder  ganz  und  gar  mit  ainander  zy  nemmen  und  ußzegeben  bei 
straff  drew  pfund  pfening  (die  der  geber  und  neninier  unablaslich  ver 
fallen)  verpotten,  auch  dhain  bezalung  haissen  noch  sein.  Doch  der 
Venediger  ganze  und  halbe  nianzellenp  ifeera  realn,  de0gleichen  drei*  1 
batzer  one  das  schültlin,  und  dann  Regenspurger  zwaierlin,  auch  den-  ' 
selben  an  der  güete  gleich,  sollen  hierunder  nit  gemaiiit,  sonder  raenig- 
liehen  in  irem  preiß  und  werdt  zö  nemmen  nnd  außzugeben  onabge- 
strickt  und  onverpotten  sein.  Darnach  wisse  sich  ain  jeder  zu  ricbteo. 
auch  vor  nachtail^  schaden  und  berüerter  straff  zu  verhüetten. 

Actum  dorustags,  den  8,  juni  anno  1556*    ■ 

Gredraaisters  Ordnung,  wie  ers  mit  gred-  und 
haußgelt  halten  soll. 

Vom  körn. 

Ain  ieder  gast,  seie  köffer  oder  verköffer,  soll  geben  von  iedem 
sack  kernen,  roggen,  gersten,  linsen,  honen,  ärbis,  müßmel  und  der- 
gleichen fruchten  zwen  phening. 

Von  ainem  sack  haber  ain  pfening. 

Und  was  ausserhalb  der  Gröd  verkauft  und  geniessen  wirt,  es 
seie  in  würtzheusern  oder  an  andern  orten,  gibt  der  sack  auch  zwen 
phening,  und  der  habersack  ain  phening,  wie  obstet,  zoll  und  grödgelt, 
und  ist  ain  ieder  kauf,  er  seie  klain  oder  groß,  schuldig,  zwen  phening 
zübergelt. 

Item  wann  dann  körn  in  secken  in  die  Gröd  kompt,  und  fürge- 
fürt  wird,  gibt  jeder  sack  ain  pfening  grödgelt. 

Vom  wein. 
Item  wein,  der  über  See  oder  von  andern  orten  här  in  die  Gred 
kumpt,  gibt  allweg  der  aimer  zwen  pfening  gredgelt  und  zoll;  so  dann 
wein  an  die  prughen  kummen,  sie  werden  härgelendt  oder  geschofft, 


Überlingen.  463 

oder  die  von  ainera  schiff  in  das  ander  überschlagen,  soll  allwegen 
von  ainem  fuoder  ain  Schilling  pfening  genommen  werden;  so  sollen 
auch,  die  nit  burger  sein  und  hie  im  etter  reben  haben,  im  wein,  der 
inen  in  sollichen  reben  erwechst,  onangesehen,  das  sie  den  versteuren 
müessen,  auch  zu  verzollen  schuldig  sein. 

Vaßtaugen  und  raif. 
Welcher  newe  vaßtaugen  oder  raif  hie  verkauft,  und  dasselbig 
hie  pleiben,  der  soll,  so  er  frembd  ist,  allweg  von  zehen  Schilling 
pfeningen  erleßt  gelts  zoll  und  gredgelt  geben  zwen  pfening;  und  ob 
dise  wahr  hinweggefüert  uf  der  achs  oder  dem  See,  so  soll  nit  allain 
der  keufer,  sonder  auch  der  verkeufer,  wann  er  frembd  ist,  also  von 
zehen  Schilling  pfeningen  zwen  pfening  zoll  und  gredgelt  geben 
schuldig  sein. 

Schmalz,  schmelzig,  weinstain,  heff,  unschlit 
und  blei. 

Wann  angezaigter  stück  ains  oder  mer  hieherkompt,  und  unver- 
kauft wider  hinweggefüert  würt,  gibt  jeder  centner  vier  pfening  und 
gredgelt  auch  sovil. 

Zin,  kupfer,  ör,  garn,  wachs  und  federn. 
Dise  stück,  alle  und  jedes  insonderhait,  sollen,  wo  die  durch  die 
Gred  geen,  verzollet  und  vergredgeltet  werden,  nämlich  jeder  centner 
mit  acht  pfening,  gehern  zoller  und  gredmaister  allwegen  zu  thailen. 
Wo  aber  solliche  stück,  ains  oder  mer,  hie  verkauft  würden,  dann  zu- 
mal sollen  keufer  und  verkeufer,  ieder,  wann  si  fremb  sein,  allwegen 
von  zehen  Schilling  pfening  erlestem  gelt  zwen  pfening  zoll  und  gred- 
gelt z&  geben  schuldig  sein. 

Frankfurter  güeter, 
so  in  ballen,  stibich  oder  väßen  hin  und  wider  geet,  gibt  jeder  centner 
vier  pfening  zoll,  und  vier  pfening  gredgelt. 

Honig  und  öll. 
Honig  und  öll,  das  hie  für-  oder  durchgeet,  gibt  allweg  der  guldin 
werth  zwen  pfening.  Was  aber  dise  wahr  von  frembden  kauft  oder 
verkauft  würdt,  da  gibt  der  guldin  werth  vier  pfening,  und  so  der  Ver- 
käufer burger  wehre,  so  soll  derselb  bei  seinem  aid  sollichen  verkauf 
dem  zoller  anzaigen  und  den  zoll,  dem  erlösten  gelt  nach,  für  sich 
selb  zwen  pfening,  und  für  den  keufer  auch  zwen  pfening  ze  geben 


4U 


schuldig  sein;  doch  mag  er,  der  burger,  die  zwen  pfening,  so  er  xm 
wegen  des  keufers  ußgeben  hat,  vom  selben  wider  ainziehen,  ob  er  will. 

St  ahoi  und  eisen. 
Von  ainem  pfund  eisen,  das  in  die  Gred  kompt,  zwen  schillmg, 
ain  halb  ain  Schilling,  ain  v  ierling  sechs  pfening,  und  ain  halben  vier- 
ling  drei  pfening.  Ain  busch  eisen  gibt  vier  pfening,  ain  ganze  legel 
Stahely  eisen  oder  nagel  ncttn  pfening,  ain  halb  legel  fünf  pfening. 
FöU-  oder  stabeisen  gibt  der  centner  drei  pfening,  ain  halber  centner 
drei  heller  und  ain  vi^rling  ain  pfening. 


Tu-' 


ki^ 


nt 


Item  jeder  frembder  tuchman  jt  an  jeglichem  jarmarkt,  so  €i 
an  der  6röd  fall  hat,  klain  zoll  si  is  pfening;  über  das  neimnen  die 
herm  umbgelter  von   inen,   den  euteu,   das   standgelt   und  deo 

grossen  zoll,  und  geet  soUichs  d  linern  zollern  an. 


W  jn. 

Von  luner  wollballen, 
zoll  neun  pfening.  ^^^ 

Item,  von  ainer  woll ballen, 
vier  pfening. 

Von  ainer  wollballen,  die  ainer  tregt,  gibt  der  frembd  zwen  pfening. 


allen  möß,  gibt  der  frembd  ri 
zwen  tragen,  gibt  der  frembd 


Linwat. 

Item  der  frembd  gibt  von  ainem  vaß  linwat,  so  in  die  Gred  kompt, 
zoll  und  grödgelt  neun  pfening, 

Leder. 

Was  für  leder,  es  seie  rauw,  gerpt,  hie  kauft  oder  verkauft  wüit 
gibt  jede  haut,  so  in  die  Gröd  kompt,  zoll  und  grödgelt  drei  heller; 
dervon  gehert  dem  zoller  der  pfening  und  von  hundert  kalb-  oder 
schaff -fäll  vier  kreuzer  zoll  und  zwen  pfening  gredgelt.  In  disen  baideii 
articuln  ist  ußgeschlossen  das  leder,  so  hie  gerbt  würt.  Sollicher  ge- 
stalt  soll  es  auch  gehalten  werden  mit  dem  leder,  das  von  frembden 
hieherkompt  und  nit  verkauft  würt,  sonder  durch  die  Gred  geet, 

Brott, 
das  schifwerz  hieb  er  kompt  und  verkauft  würt,  darvon  gehert  dem 
zoller  zoll  und  standgelt  und  dem  gredmaister  gredgelt  von  jedem 
pfund  beleßten  gelt  ain  pfening. 


Überlingen.  465 

Häring. 

Wann  häring  in  die  Gred  kommen  und  hie  nit  verkauft  [werden], 
von  jeder  thonnen  genommen  werden  zoll  vier  pfening  und  gred- 
auch  vier  pfening. 

Würden  aber  häring  alhie  verkauft,  gibt  der  verkeufer,  so  er 
nbd  ist,  von  jeder  thonnen  zwainzig  pfening,  davon  gehert  den 
erkeufern  ain  Schilling  pfening  underkauf  und  meinen  herm  vier 
ling  zoll  und  vier  pfening  gredgelt,  die  häring  kommen  in  die  Gröd 
r  nit.  Weren  dann  keufer  und  verkeufer  frembd,  so  gibt  jeder  von 
er  thonnen  häring  zwainzig  pfening  und  soll  dises  gelt  getailt  werden, 
obstet. 

Item  wan  ain  frömbder  häring  in  der  Gröd  ligen  hat,  und  lenger 
n  acht  tag  steen  laßt,  gibt  er  von  jeder  thonnen  ain  pfening,  und 
nach  allweg  von  acht  tagen,  solang  die  hie  beleiben,  ein  pfening 
igelt. 

Und  die  frembden,  so  alhie  häring  auß  den  thonnen  beim  vierling 
tr  ainlitzig  verkaufen,  sollen  mit  underkauf,  zoll  und  gredgelt  auch 
alten  werden,  wie  obsteet. 

Es  soll  auch  ain  jeder  burger,  die  alhie  beim  vierling  oder  ainzig 

ing  verkauft,  den  underkeufern  von  jeder  thonnen  vier  pfening,  so 

dann  häring  von  der  statt  fieren  und  anderer  orten  sament  oder 

zig  verkaufen,  so  sollen  sie  den  underköfflern  aber  die  vier  pfening 

I  gemainer  statt  auch  vier  pfening  zö  zoll  zö  geben  schuldig  sein. 

Standgelt  an  den  jarmärkten,  als  namblich  an 
sant  Niclaus-,  sant  Ulxichs-,  sant  Urslen-  und  bonen- 
märkten  von  den,  die  ir  warn  uf  dem  rügen  tragen; 
welche  stand  gelt  und  zol  darzü  geschlagen  ist, 
furo  ain  jeder  zoller  einnemen  soll,  sonst  niemandt. 

Item  von  ainem  gemengten  kran:  achtzehen  phening. 

Item  von  ainem  isenkran:  zwen  Schilling  phening. 

Item  von  ainem  messerschmid :  achtzehen  phening. 

Item  von  ainem  spengler  und  schaidmacher :  achtzehen  phening. 

Item  von  ainem  gewürzkraner :  zwen  Schilling  phening. 

Item  von  ainem  glaßtrager:  ain  Schilling  phening. 

Von  schmiden,  die  messer,  achsen  und  nepper  fail  haben:  acht- 
en phening. 

Von  ainem  Schlosser:  achtzehen  phening. 

Von  ainem  ledergärber:  zwen  Schilling  phening. 

Von  ainem  schöchmacher :  achtzehen  phening. 

Von  ainem  sailer:  sechs  kreutzer. 

>b«niMtnltcbe  Stadtrechte,   n.  9.  80 


iM 

Von  ainem  sattler:  sechs  kreutzer 

Von  ainem  sergenman:  sechs  kreutEer, 

Kessler,   kupferschmid,   haffengresser:   jeder   zwen   balzen, 

Husslierer  mit  sergen  und  anderer  clainfüegen  wahr,  die  sie  nmb- 
triageB  sollen,  geben  ain  Schilling  phening. 

.    Von  ainem,   der  zwilch  und  barchet  fall  hat:    2wen   Schilling 
phming. 

Item  die  stüchlerin:  gibt  ainc  achtzehen  phening. 

Item  gibt  ain  hafiner  sechs  kreatzer. 

Item  ain  walch,  der  seiden,  baret,  samet  und  dergleichen  tre|t 
und  fall  hat :  zwainzig  kreutzer, 


Item  ain  löfiler  gibt  T 
Item  ain  kübeibinder:  ai 
Von  ainem  tischmacheri 
Von  ainem  wannen-  und  », 
Von  ainem  kantengiesser : 
Von  ainem  draier:  zol 
Von  ainem,  der  v 
Von 

Von  diiiT^mj  a«r  m 
zweit  Schilling  phenin 

Von  ainem  ;  tner: 


phening. 

lilling. 

her:  von  jedem  sechs  krentzeL 

atzen. 

Igelt  drei  batzen. 

irail  hat,  achtzehen  pbening. 

en  phening. 

}t  gemengt  ding  darbei  fail  hat: 

i 

zen. 

Von  ainem^  der  nuu  fail  hat  unaer  der  brottlauben,  gibt  von  ainem 

sack  zwen  phening. 

Von  ainem  wagen  mit  käß:  für  zoll  und  standgelt  drei  batzea 
Von  ainem  karren  mit  käß:  für  zoll  und  standgelt  sechs  kreutzer 
Von   ainem  vaß  mit   käß:   für  zoll   und   standgelt  ain   schiIUD| 

phening. 

Von  ainem  sack  mit  käß:  zoll  und  standgelt  vier  phening. 
Von  ainem  halben  sack  mit  käß  [zoll]  und  standgelt  zwen  phening. 
Welcher  auch  käß  samenthaft  verkauft  oder  kauft,  geben  keofer 

und  verkeufer,  so  die  frembd  sein,  jeder  von  zehen  Schilling  phening 

erlestes  gelt  ain  phening ;  were  aber  der  keufer  burger,  und  bette  uf  den 

pfragen  kaufte  gibt  er  auch  sovil,  als  obgemelt  ist. 

Von  ainem,  der  tüch  bei  dem  ralhhauß,  oder  uf  der  gatteri  fail 

hat,    gibt   in   der   wochen   an   jarmarkt,    hat   es   sein   gestalt,   zehen 

kreutzer. 

Item  von  aim  büchtrager:  zwen  Schilling  phening. 

Von  ainem  gewürzthaiissierer:  ain  Schilling  phening. 

Von  ainem,  der  wachß  fail  hat,  achtzehen  phening ;  kumpts  daaü 

in  die  Qröd,  so  gibts  auch  sovih 


Überlingen.  467 

Und  an  wochenmärkten  geben  all  und  jeder  obbestimpter  wahr- 
verkeufer  oder  kraner  halb  als  vil,  als  an  jarmärkten.  Welcher  aigen 
pritter  hat,  der  nit  aigen  pritter  het,  gibt  von  wegen  derselben  pritter 
drei  phening  darzfi.  Außgenommen,  die  käß  uf  wägen  oder  karren  hie- 
her  pringen,  sollen  an  jar-  und  wochenmärkten  mit  standgelt  und  zoll 
gleich  gehalten  werden. 

Welcher  burger  schmalz,  unschlit,  bering,  schmelzigs  und  der- 
gleichen fail  hat  usserhalb  seines  hauß  oder  ladens,  gibt  uf  sant  Niclaus- 
tag  achtzehen  phening. 

Zoll,  der  dem  salzknecht  und  seiner  hausfrawen 
einzuziehen  zustet  von  den  frembden. 

Von  weinen. 

Item  ain  jeder,  der  wein  für  hin  und  wider  uf  der  ächs,  es  seien 
wägen  oder  karen,  gibt  vom  fuoder  ain  Schilling  phening ;  von  zwainzig 
aimer  neun  phening ;  von  ainem  halben  aimer  sechs  phening,  und  was 
münder  ist,  nach  anzal  nemmen. 

Dergleichen  sollen,  die  nit  burger  sein,  und  hie  in  etter  aigen 
reben  haben,  ire  wein,  unangesehen  das  si  den  versteuren  müessen, 
auch  zä  verzollen  schuldig  sein,  wie  obsteet. 

Vaßreif  und  -taugen. 
Item  welcher  newe  oder  alte  vaßraif  und  -taugen  uf  der  ächs 
darchfürt,  gibt  vom  wagen  ain  Schilling  phening  und  vom  karen  drei 
kreutzer;  was  aber  sollicher  wahr  hie  kauft  und  hinweggefüert  würde, 
soll  alwegen  von  zehen  Schilling  pheningen  zwen  phening  zu  zoll 
genommen  werden. 

Isen. 

Item  von  ainem  phund  eisen,  das  durchgeht,  gibt  zwen  Schilling; 
ain  halb  phund  ain  Schilling  phening,  ain  vierling  sechs  phening,  und 
ain  halben  vierling  drei  phening. 

Item  ain  bosch  eisen :  vier  phening. 

Item  ain  ganz  legel  staheleisen  oder  nägel:  nein  phening;  von 
ainer  halben  legel  fünf  phening. 

Voll-  oder  stabeisen  gibt  der  centner  drei  phening,  ain  halber 
centner  drei  heller  und  der  vierling  ain  phening. 

Visch. 
Item  von  jedem  vaß  mit  vischen,  groß  oder  ciain,  ain  Schilling 
phening. 


m  ÜberlirtgeB. 

Salss. 
Item  von  ainem  rörlin  sak:  ain  Schilling  phening. 

Bettgewatt. 

Itera  ain  jeder  frembder,  der  betlgewatt  hie  kauft,  ererbt  and 
hinweg  füert,  gibt  von  jedem  bettzipfel  ain  Schilling  phening,  voa 
ainem  pfülben  und  kisse  jedem  zipfel  sechs  phening. 

So  aber  bettgewatt  sonst  hie  durchgefüert  wiirde,  gibt  der  bell- 
Zipfel  sechs  phening  und  der  pfülb  erster  kissezipfel  drei   phening. 

Roß  oder  rinder. 
Item  jedes  ledig  roß  oder  rind,  so  alhie  fürgefürt  oder  getriben 

würdtj  gibt  20H  zwen  phening. 

Geladen  wägen  usserhalb  deren,  so  obsteen. 
Item  ain  geladner  wagen,  der  durchgefüert  und  mit  obbesümmleü 
wahrn  nit  geladen  ist,  gibt  ain  Schilling  phening,  und  ain  ungeladnar 
wagen  sechs  phening. 

Greladen  karen, 
damit  der  underschid  auch  angezaigter  gestalt  gehalten  werden  sotli 
sechs  phening^  und  die  nit  geladen  sein,  drei  phening* 

Pritter,  latten,  ziegel  und  kalch. 
Item  gibt  das  fuder  pritter  und  latten  zwen  phening,  ain  hundert 
ziegcI  vier  phening,  und  ain  hundert  ziegelstain  sechs  phening,  und 
ain  g51t  mit  kalch  ain  heller. 

Geladen  roß  oder  esel. 
Item  von  ainem  jeden  geladnen  durchgeenden  roß  oder  esel  drei 
phening. 

Schwein,  schaff,  lemmer  und  kitzi,  so  durchgeha. 

Item  gibt  jedes  schwein  ain  phening,  schaff,  lemmer  und  kitzi 
ain  heller. 

Wagen,  kranern. 

Item  von  ainem  wagen,  geladen  mit  kranerei,  achtzehen  phening. 
Von  ainem  kratten  mit  kranerei  neun  phening.  Von  ainem  geladnen 
kranerroß  vier  phening. 

Schwein, 
die  hie  durchgetriben  und  nit  verkauft  werden,  gibt  jedes  insonderhait 
ain  phening  zoll. 


Überlingen.  469 

Schaf,  lemmer  und  gaißen 
geben  jedes  stück  ain  fürtreiber  ain  heller  zoll. 

Kraut. 
Item  kraut,  so  uß  den  schiffen,  die  damit  hieherkomen,  kauft 
und  wider  hinweg  gefüert  würdet,  gibt  der  vierling  zwen  phening. 

Ruoben  und  zwibeln. 
Item  von  ainem  sack  mit  rüeben  oder  zwibeln,  die  hie  kauft  und 
wider  hinweggefüert,  gibt  jeder  auch  zwen  phening. 

Zollers  Ordnung,  wie  ers  halten  und  was  er  nemmen  soll. 

Item  ain  jeder  gast,  er  seie  keufer  oder  verkeufer,  geben  von 
ainem  jeden  sack  kernen,  roggen,  gersten,  linsat,  bonnen,  erbis,  muß- 
mel  und  dergleichen  fruchten  zwen  phening. 

Von  ainem  sack  haber  ain  phening. 

Was  usserhalb  der  Gröd,  es  sei  in  würtzheußern  oder  an  andern 
orten  [verkauft]  und  gemessen  würt,  gibt  der  sack  auch  zwen  phening, 
und  der  sack  haber  ain  phening,  wie  obsteet,  zoll  und  gredgelt  und 
ist  ain  jeder  kauf  zwen  phening  zaubergelt,  er  seie  ciain  oder  groß 
[zu  geben  schuldig]. 

Wann  kern  in  secken  in  die  Gröd  kompt  und  fürgefüert  werden, 
gibt  jeder  öack  ain  phening  gredgelt. 

Vaßtaugen    oder  raif. 

Welcher  newe  vaßtaugen  oder  raif  hie  verkauft,  und  hie  pleiben, 
so  soll  er,  der  verkeufer,  wann  er  frembd  ist,  allweg  von  zehen  Schilling 
pheningen  zwen  phening  zoll  geben. 

So  aber  der  keufer  frembd  were,  und  solliche  vaßtaugen  oder 
raif  uf  dem  wasser  hinweg  füeren  würde,  soll  [er]  jederzeit  von  den 
zehen  Schilling  pheningen  zwen  Schilling  zoll  zu  geben  schuldig  sein. 

Schmelzigs,  schmalz,  weinstain,  heff,  unschlitt  und  blei. 
Wann  angezaigter  stück  ains  oder  mer  hieher  kompt  und  wider 
hinweg  gefüert  würdet,  gibt  jeder  zoll  vier  phening,  dem  gredmaister 
gredgelt  auch  vier  phening. 

Gredmaister  einziehen  in  der  Gred  usserhalb  zollers. 
So  dann  zein,  kupfer,  öhr,  garn,  wachs  oder  federn  hie  durch  die. 
Gred  geen,  soll  dasselb  dopplet,  das  ist  von  jedem  zentner  acht  phening, 
verzollet  und  vergredgeltet  werden.     Ob  aber  obernanter  stück  ains 
oder  mer  alhie  kauft  oder  verkauft  würde,  und  so  geben  keufer  und 


470  "Überlingen. 

V'erkeufer,  wann  die  frembd  sein,  all  weg  von  zehen  Schilling  pheningen 
erlösten  gelts  2wen  pbening  2DÜ  und  gredgelt  " 

Frankfurter  güeter. 
Item  Frankfurter  gut,  so  in  ballen,  stibich  oder  vaßen  hin  iml 
wider  geet^  gibt  jeder  zentner  vier  phening  zoll  und  vier  [ihening 
gredgelt. 

Gredmaisters  einziehen,  gros  oder  ciain,  jedes  aac 

seinem  wert 

'  Honig  und  öll 

Was  honig  oder  Öll  hie  für  oder  dnrchgeet,  gibt  der  guldin  wer 
zwen  phening;  was  aber  von  frembden  kauft  oder  verkauft  würdet, 
gib!  der  guldin  vier  pbening;  und  so  dise  wahr  von  ainem  bürge? 
verkauft  würde,  soll  er  dasselbig  bei  seinem  aid  dem  zoUer  anzaigeQ 
und  den  zoll  dem  erlösten  gett  nach,  für  sich  selbs  zwen  phening  und 
für  den  keufer  auch  zwen  phening  geben.  Doch  mag  er,  der  burger^ 
die  zwen  phening,  ob  er  will,  vom  keufer  wider  einziehen. 

Stibich,  kratzen,  trüchen    oder  trog. 

Item  von  ainem  stibich,  kratzen,  truchen  oder  trog,  darin  spe- 
cerei,  isenkran,  messer,  seiden^  ailber,  gold,  baret,  rüche  und  was 
dergleichen  wahr  ist,  der  jeder  gibt  an  jarmärkten  besonder  aiß 
Schilling  phening,  und  an  wochenmärkten  sechs  phening  zoll;  kompt 
es  in  die  Gred,  gibt  jeder  dergleichen  stücken  acht  oder  sechs  kreutzer 

Von  ainem  stibich,  kratzen  oder  trüchen,  darin  gemengte  phen 
wert  sein,  als  schuoch,  leder,  stahel,  gewürzt,  stauchen  und  der- 
gleichen ist,  der  jeder  gibt  insonders  an  Jarmärkten  acht  phening, 
und  an  wochenmärkten  vier,  und  von  soUicben  stibichen  ain  batzen 
gredgelt;  zoll  pleibt, 

Tuochman. 

Item  jeder  frembder  tuochman  gibt  jedes  jarmarkts,  so  er  uf 
der  Gred  fail  hat,  klain  zoll  sechs  phening,  und  von  jedem  tu  och 
besonder  groß  zoll  sechs  phening,  darzü  standgelt  vier  Schilling 
phening;  so  aber  ainer,  der  gueter  tüecher,  als  perpianisch,  lindisch, 
stamöt  und  dergleichen  von  stücken,  halb,  zum  dritten  tail,  oder  noch 
minder  fail  hette,  soll  er  davon  gleich  sovil,  als  wann  es  ganz  were, 
zu  geben  schuldig  sein. 

Welcher  frembder  tuochman  usserhalb  der  Gred  in  der  wochen 
tuoch  fail  hatt,  der  gibt  jedesmals  ain  Schilling  phening.  Gehert 
ainem  umbgelterknecht  einzünemen  zu. 


Überlingen.  471 

Wollballen. 

Item  von  ainer  wollballen,  die  man  wallen  muß,  gibt  der  frembd 
zu  zoll  neun  phening. 

Von  ainer  woU  ballen,  die  zwen  wagen  gibt,  gibt  der  frembd 
vier  phening;  gredmaister  nimpt  auch  sovil. 

Von  ainer  wollballen,  die  ainer  tregt,  darfür  der  frembd  zwen 
phening. 

Linwat. 

Item  der  frembd  gibt  von  ainem  vaß  linwat  zoll  neun  phening 
und  ain  Schilling  phening  gredgelt. 

Von  ainem  ganzen  stück  zwilch  gibt  der  gast  zwen  phening 
und  von  ainem  halben  stück  ain  phening;  gredgelt  auch  sovil. 

Von  ainem  ganzen  linwattöch,  das  ainzig  verkauft  würt,  es  sie 
brait  oder  schmal,  gibt  der  frembd  zwen  phening,  ain  halb  tüch  ain 
phening    und  gredgelt  ain  phening. 

Von  ainem  bartuoch  zwen  phening,  auch  sovil  gredgelt. 

Von  linwat,  zwilch  und  stücktüecher. 
Item  von  linwat,  zwilch  und  stücktüecher,  so  man  am  arm  tregt 
und  fail  hat,  ie  von  zehen  eelen  ain  phening,  uf-  und  abzüraiten; 
gehert  dem  zoller. 

Garn  und  werk. 

Garen  und  werk,  so  in  secken  tragen  und  verkauft  würt,  gibt, 
so  es  in  die  Gröd  kompt,  vier  phening  gredgelt  und  zoll  auch  vier 
phening. 

Von  ainem  halben  stück,  oder  so  ainer  gam  und  werk  underm 
arm  tregt  und  fail  hat,  gibt  er  den  halben  thail  deß  gelts,  wie  obstet. 

Kemme  aber  dise  wahr  nit  in  die  Gred,  so  würt  allain  der  zoll 
genommen. 

Leder. 

Item  welcher  frembder  alhie  raw  oder  gärpt  heut  kauft  oder  ver- 
kauft, der  gibt  von  jeder  haut,  besonder  so  es  nit  in  die  Gröd  kompt, 
zoll  ain  phening,  von  hundert  kalbfäll  oder  schaffäll  ain  batzen. 

Was  aber  in  die  Gred  kompt  und  hie  kauft  ist,  gibt  jede  haut 
ain  phening  zoll  und  gredgelt  ain  häller  und  hundert  kalb-  oder 
schaffäll  vier  kreutzer  zoll  und  zwen  kreutzer  gredgelt;  in  disen  baiden 
articuln  ist  ußgeschlossen  das  leder,  das  hie  gerbt  ist. 

Und  das  leder,  so  von  frembden  härkompt,  hie  nit  kauft  noch 
verkauft  würt,  und  durch  die  Gred  get,  gibt  ain  haut,  raw  oder  gerbt. 


überllnji^Dr 

ain  pbening  zoll,  gredgelt  ain  heller,  und  die  fäll  viet  kreutzer  zoll 
und  Äwen  kreutzer  gredgelL 

Brott 

Wann  brott  uf  der  achs,  wagen  oder  karen  Meher  kompt  iitid 
Isfe  verkauft  würdt,  soll  der  verkeufer  all  weg  von  zehen  schilüiig 
pheningen  gelestc^s  gelt  für  zoll  und  standtgelt  geben  zwen  phening. 

Was  dann  schrSwerlz  hieber  kompt  nnd  hie  verkauft  würdl, 
davon  gehert  dem  zoller  zoll-  und  staiulgelt,  wie  obsteet,  und  dem 
gredmaister  gredgelt   von   jedem    phynd   erleßtem    gelt    ain    phening, 

Item  brott,  rias  die  berken  bie  uf  das  land  geheiu  darvon  soll  der 
keufer  zoll  geben  allweg  von  zehen  srhilling  phening  werdts  ain 
pbening,  von  fünf  scbilling  werdta  ain  heller,  und  sollen  die  beckea 
bei  im  bürgerlichen  aiden  schuldig  sein,  sollichen  zoll  zä  beballen, 
und  aJ]  ??ambstag  dem  geordneten  zoller  zu  überantwurton:  dismi 
mügen  sie  auch  darnach  von  den  keufern  wider  einziehen, 

Häring 

Item  von  ainer  thonnen,  die  nit  in  die  Gred  konipt>  und  durch* 
geet  uf  der  achs,  gibt  der  zoll  vier  phening.  So  daun  ain  thouiieii 
bering  in  die  Gred  kompt,  würt  dann  vorhestimpter  zoll  und  gredgeil 
auch  vier  pbening  genommen,  das  thüt  acht  pbening. 

Würden  aber  häring  verkauft,  gibt  der  verkeufer,  so  er  fremli 
ist,  von  jeder  thonnen  zwainzig  phening;  davon  gehert  den  under- 
keufern  ain  Schilling  phening  underkauf  und  meinen  herrn  vier 
phening  zoll  und  vier  phening  gredgelt,  die  häring  komen  in  die  Gred 
oder  nit,  Solliches  gelt  nimpt  der  gredmaister  ein  und  soll  davon  den 
underkeufeni  und  zoll  er  irn  gepürenden  thail  geben. 

Und  so  keufer  und  verkeufer  frembd  weren,  gibt  jeder  von  ainer 
thonnen  häring  zwainzig  phening,  und  soll  dis  gelt  gethailt  werden, 
wie  obsteet. 

Item  wann  ain  frembder  häring  in  der  Gröd  ligen  hat,  und  lenger 
dann  acht  tag  steen  laßt,  gibt  er  von  jeder  thonnen  ain  phening  und 
darnach  allwegen  den  achten  tag,  solang  die  pleiben,  ain  phening  gred- 
gelt. Bei  gleichem  gelt  laßt  man  auch  die  frembden  pleiben,  wann 
sie  die  häring  hie  uß  den  thonnen  beim  vierling  oder  ainzig  verkaufen. 

Es  soll  auch  ain  jeder  burger,  dei«  häring  beim  vierling  oder  ainzig 
verkauft,  den  underkeuflern  von  jeder  thonnen  vier  phening,  und  so 
sie  häring  von  diser  statt  füeren  und  anderen  orten  sammenthaft  oder 
ainlitzig  verkaufen,  so  sollen  sie  ermelten  underkeufern  aber  die  vier 
phening  und  alsdann  gemainer  statt  noch  vier  phening  zu  zoll  ze  geben 
schuldig  sein. 


Überlingen.  478 

Stockvisch  und  platteislin. 

Wan  stockvisch  und  platteislin  hieher  in  die  Gröd  kommen  und 
unverkauft  durchgehn,  gibt  man  von  jeder  ballen  stockvisch  acht 
phening,  von  ainem  grossen  vaß  mit  platteislin  ain  Schilling  phening, 
von  ainem  clainen  acht  phening  und  von  ainem  sack  vol,  es  seien 
stockvisch  oder  platteislin,  vier  phening  für  zoll  und  gredgelt. 

Und  würde  dise  wahr  hie  verkauft,  die  were  in  der  Gred  oder  nit, 
so  soll  allwegen  von  ainem  guldin  erlesten  gelt  zwen  phening  ge- 
nommen und  damit  uf-  und  abgerait  werden. 

So  aber  ain  burger  hie  stockvisch,  platteislin  oder  ander  wahrn 
uf  den  pfragen  kauft,  so  soll  er  allwegen  von  ainem  guldin  kauf 
1  Schilling  zu  geben  schuldig  sein. 

Reiß. 

Welcher  frembder  reiß  hieher  pringt  und  wider  hinweg  füert 
in  vassen,  gibt  von  jedem  zentner  gredgelt  zwen  phening  und  zwen 
phening  zoll. 

So  es  dann  hie  verkauft  und  gewogen  würt,  geben  keufer  und 
verkeufer  jeder,  so  die  frembd  sein,  vom  zentner  gredgelt  vier  phening, 
zoll  zwen  phening,  und  weggelt  gibt  allain  der  verkeufer  von  der 
clainen  oder  grossen  wag  zwen  phening. 

Und  was  reiß  die  burger  uf  den  pfragen  kaufen  oder  verkaufen, 
davon  gibt  jeder  vom  zentner  vier  phening  zoll  und  gredgelt. 

Nüß,  biren,  öpfel  und  dergleichen  ops. 

Item  welcher  gast  alhie  ain  ganzen  stibich  mit  obermeltem  ops, 
dier  oder  gren,  kauft  oder  verkauft,  der  gibt  davon  zoll  vier  phening; 
SO  es  in  die  Gred  kompt,  so  gibt  er  auch  sovil. 

Ain  sack  mit  nüß,  biren  und  öpfel,  oder  anderm  ops,  gibt  zwen 
phening,  ain  halber  sack  ain  phening  Gredgelt;  so  es  in  die  Gred 
kompt,  auch  sovil. 

Welcher  aber  vorbestimpt  fruchten  auß  den  stibichen  von  der 
band  ußmißt,  der  gibt  jedes  tags  nit  mer  dann  zwen  phening  zoll. 

Müll-  und  grabstain. 

Wer  müll-  und  grabstain  hieher  pringt,  gibt,  so  die  fürgefürt 
werden,  jeder  stain  für  zoll  und  gredgelt  acht  phening;  würden  die 
aber  hie  verkauft,  geben  keufer  und  verkeufer,  so  die  frembd  sein, 
jeder  tail  acht  phening. 

So  dann  dergleichen  stain  hie  ufgestellt  werden,  gibt  man  von 
jedem  jegliche  fronfasten  drei  phening. 


Schaufel,  pritter. 
Gibt    man   vom   hundert   schaufeln,   prilter,   all  wegen    zoH   drei 
phening;  gehert  dem  gredmaister  gredgelt  auch  soviL 

Roß,  esel  und  rinder, 

Welliche  frembde  alihie  in  der  statt  und  derselben  etter  roß  oder 
esel  kaufen  oder  verkaufen,  die  sollen  all  wegen  vom  guidin  werts 
zwBu  pheningj 

und  von  ainem  rind,  so  hie  verkauft  würdet,  überall  drei  phening 
zoll  geben. 

Was  aber  diser  beder  slück  fürget,  davon  nirapt  der  saUknechl 
den  zoll. 


em  Schwein,  das  si  verkaufen, 
ifen   und  wider  hinwegtreiben, 

hieher  prechten    und  nit  vcr^ 
üessen,  so  nimpt  man  derhaUi 

müUeni,  hecken  oder  andern 
füerten,  soll  jeder  kaufer  vaa 
;n,i 


Die  Schweintreiber  ge 
2 wen  phening,  und  was  s 
geben  sie  von  jedem  sH^ 

Ob  aber  die  na'* 
kaufen,  sonder  wide 
von  in  kaiu  zoll* 

So  dann   frembde  alhie  l 
burgern  schwein  kauften   und  J 
jedem  stück  schwein  ain  kreutze* 


Schaff,  lemer,  gaiß  und  kitzi. 

Ain  jedes  schaff,  lam  oder  kitzi  gibt  jedes,  so  hie  verkauft  würdt, 
ain  heller  zoll. 

Und  werden  hierin  die  nachpauren,  wie  oben  mit  den  Schweinen, 
gehalten. 

Low  und  äschen. 

Von  ainem  stibich  low  oder  äschen,  so  hie  kauft  würdet,  geben 
keufer  und  verkeufer,  so  die  frembd  sein,  jeder  gredgelt  vier  phening, 
thüt  acht  phening. 

Von  ainem  sack  low  oder  äschen  geben  keufer  und  verkeufer 
jeder  ain  phening. 

Salz. 
Ain  vaß  salz  gibt  sechs  phening,  ain  seit  oder  sack  salz  ain 
phening,  ain  lutzscheib  oder  krättlin  anderthalben  phening,  ain  scheib 
ain  phening  zoll. 

'  So  YOD  einer  andern  Hand  anstelle  deti  ursprünglichen  Textes:  cvon  guldin 
kaufschilling  zwen  phening  nemnien». 


Überlingen.  475 

Imen. 
Von  ainem  imin  gibt  man  allweg  von  zehen  Schillingen  erlestes 
gelts  ain  phening,  und  was  darüber  oder  darunder  ist,  damit  soll  uf- 
und  abgerechnet  werden;  kompts  in  die  Gred,  gibts  auch  sovil.    Ge- 
hert  dem  zoller. 

Sichlen. 
Gibt  ain  schock,  thüt  sechzig  sichlen,  vier  phening  zoll  der  fremb. 

Kabaskraut. 
Ain  jedes  schiff,  so  mit  kraut  oder  kabas  hieher  kompt,  und  groß 
ist,  gibt  acht  phening,  und  ain  claines  schiff  gibt  vier  phening  zoll. 

Rüeben  und  zwibeln. 
Damit  würt  es  gleich  gehalten   wie  mit  dem  kabaskraut. 

Unschlit. 
Welcher  frembder  alhie  unschlit  verkauft   oder  kauft,  der  jeder 
gibt  vom  Zentner  vier  phening  zoll. 

Loginen. 
Ain  jeder  burger  von  jeder  gelten  loginen,  die  er  von  der  statt 
füert,  sechs  phening  zoll  und  ain  frembder  ain  Schilling. 

Schuöb  und  strow. 

Von  ainem  wagen  vol  schob  oder  bürd  strow,  so  an  die  frembde 
gefüert  würt,  gibt  der,  so  hie  verkauft,  ain  Schilling  phening. 

Vom  hundert  schoub  oder  bürd  strow  sechs  phening.  So  dann 
ain  burger  schob  oder  strow  uf  den  pfragen  kouft  und  hinwegfüert, 
soll  er  den  zoll  geben,  wie  obsteet;  und  kompt  gemeltes  strow  und 
schoub  in  die  Gred,  so  gibts  auch  sovil. 

Höw, 
so  schiffwerz  hieher  kompt,  soll  der  verkeufer,  wo  er  solch  hew  den 
bürgern  gibt,  von  ainem  grossen  schiff  zwen  Schilling   und  von  ainem 
mittelschiff  ain  Schilling  phening  zoll  geben. 

Wein. 

So  wein  hie  an  die  Gred  gefüert  und  von  ainem  schiff  in  das 
ander  überschlagen  würt,  gibt  jedes  fuoder  zoll  sechs  phening. 

So  dann  ainer  sonst  mit  wein  anfert  und  anheft  und  nit  über- 
schlecht, gibt  er  vom  fuoder  wein  drei  phening. 


Überlingen.  477 

Mit  grossen  raifen. 

Umb  ain  gütten  eschin  vierkläftrigen  raif,  der  dreier  finger  prait, 
nit  zerprochen  noch  klückt  ist  und  sein  nottürftigen  leib  hat    .     6  /^. 

Umb  ain  bürkin  raif,  der  dreier  finger  prait,  allerding  ganz  und 
gnügsam  beleibt  ist 4  /^. 

Umb  ain  raif,  der  aichin,  sälin,  hagenbüchin  und  von  dergleichen 
güttem  holz,  dreier  finger  prait,  ganz  onzerklückt  und  wol  belaibt  ist 

6  ^. 

Umb  ain  heslin  raif,  der  dreier  finger  prait,  unzerbrochen  ist 
und   leib   hat 4/5^. 

Welche  raif  aber  minder,  und  nit  gar  so  prait  als  obermelter  raif, 
doch  gät  und  unmangelhaft  sein,  die  auch  an  die  grosse  vaß  gut  zu 
legen  sein  werden,  von  deren  ieden  soll  gegeben  werden    .     1  kreutzer. 

Und  sollen  die  raif  gleichlich,  namblich  iede  gattung  züsamen 
an  die  bürdin  gebunden,  dann  meine  herrn  werden  ain  schaw  darauf 
ordnen^  und  bei  welchem  küefer  änderst  befunden,  der  ieder  würdet 
gestrafft  umb 5  S  /^. 

Dergleichen,  wölcher  küefer  raif  änderst,  dann  obbestimpter  Ord- 
nung vermög  und  ieden  raif  sein  gelt,  wie  der  bezalt  werden  soll,  auf- 
gelegt ist,  anschlieg  und  bezaln  ließt,  der  würdet  auch  gestrafft  umb 

Es  soll  auch  bei  vorangeregter  straff  der  fünf  phund  phening 
kain  küefer  kain  klückten,  presthaften  raif  in  kain  bürdi  thfin,  noch 
auch  ainichen  dergleichen  raif,  der  bruch  hat,  und  derselbig  bruch 
mit  bandstal  umbgeschlagen  were,  an  kain  vaß  anlegen. 

Und  zfi  diser  schaw  sollen  fürohin  geordnet  werden  drei  per- 
sonen  vom  handwerk  und  der  gemaind,  wie  es  meine  herrn  für  gut 
ansehen  würdet. 

Damit  auch  die  schaw  dest  bas  fürgenomen  und  gehalten  werden 
mögen,  so  soll  kain  ainich  raif  gar  nach  böß  aufziehen,  noch  in  ander 
weg  behalten,  die  seien  dann  zuvor  geschawet. 

Wo  aber  solches  hierüber  beschehne  und  durch  die  schaw  vor 
dem  aufziehen  oder  an  vassen  der  mangel  und  die  gefar  des  küefers 
also  befunden  würde,  so  sollen  si,  die  geordneten  schawer,  bei  irer 
verpflicht,  die  si  hierumb  thün  werden,  schuldig  sein,  dasselbig  jeder- 
zeit den  wettgeltern  anzuzeigen,  und  die  darnach  dem  überfarer 
handeln,  das  sich  in  craft  oberzaigter  artikel  ze  thön  gepürt. 

Mit  clainen  raifen. 
Von  ainem  raif  an  ain  halbfüderigs  faß 2  ^. 


r 


Von   aifieni   raif  an   die   vaß,  die  raer  dann  halbfüederig  seio, 

gebraucht  werden  .     .     *     , .     ,     ,    ö  haller. 

Von  ainem  clainen  häalin  raif 3  haller. 

Blinden  des  thorgelgescbiers. 
Von  binden  der  züber  in  thorgeln,  klain  vaß  und  anderm  klaiii 
thorgelgeschier,  ainem  maister  des  fags  achtzehen  phening,  ainem 
knecht  ain  Schilling  phening  und  ainem  lehrknecht  äüben  phening, 
und  sollen  maister,  die  knecht  und  knaben  dabei  pleiben,  dea  tag- 
wan  trewlich  thün;  ob  aber  maister,  knecht,  oder  der  lebrknab  von 
der  arbait  g  hn  würden,  so  soll  der  kond  ime  nach  anzal  die  zeit 
und  wesen  int  ^ü  Ionen  schuldig  sein. 


Von  zül 
Und  von  an< 
gleichen  cblain  ge 


ist, B  haller. 

lie  an  die  aimer,  kübel  und  der* 
1 '.14. 


Von   ainer    newen 
füederigs   vaß      ,     .     ,     . 
in  ain  50-  oder  40  aimerigs 
und  in  ain  füederigs  vaß     .    T^ 

Von  ainer  alten  taugen  inzesl« 


:>ssen. 

isen^    namblich   in 


I 


am    Ewi^i 

18  4;  m 


.,    ...     16  4; 
.     ....     4  kreutzer, 
,  in  wasi  vaß  das  seie  2  krau t^ar« 


New  boden   una   nodenstücken. 

Von  ainem  newen  boden  an  die  ftledrigen  und  vierzig  aimerigen 
vaß  anzezieben .<........     5  (I  4- 

Und  was  über  vierzig  aimerigs  vaß  weren,  ieden  boden  5  batzeo ; 
doch  sollen  die  boden  von  gutem  holz,  nit  wiirmstichig,  eschtig  nocb 
»pältig  und  die  spinen  darin  sein. 

Von  ainem  bodenstück  einzestossen  in  vassen,  die  ob  vierzig 
aimerig  sind *     *     ...     16  4- 

Und  was  darunder  bis  aul  ain  füder  ist^    ,    .    .     .      4  kr.; 
sollen  aber  die  bodenstück  schüebig^  auch  gutes  holz,  das  die  spen 
davon  sein,  und  was  minder^  dann  schüebig  ist^  so  soll  nach  anzal 
bezalt  werden. 

Raif,  die  an  volle  vaß  gelegt  werden. 

Von  ainem  raif  an  ain  voll  vaß  eschin  holz    ....    9  4. 

Und  bürkin  holz  dergestalt  anzelegen 74. 

So  sich  auch  zötrüeg,  das  die  küefer  also  raif  anlegen  müessen, 
so  soll  der  kund  inen  kainen  wein  noch  trunk,  sonder  allain  bestimpten 
lohn  zu  geben  schuldig  sin. 


ÜberliDgen.  479 

Wölcher  burger  aigen  raif  und  band  hat,  soll  dem  küefer,  so  er 

maister  ist,  von  klainen  und  grossen  vassen 6  kr., 

und  ainem  maisterknecht        5  kr. 

zu  taglon  geben,  und  soll  die  heff  und  die  weinstain  dem  burger  zu- 
gehören. 

So  sollen  auch  die  küefer  nit  den  weinstain  abböllen,  sonder 
allain  mit  dem  schlegel  außwendig  ain  vaß  abschlachen. 

Ablaß  halb. 

Wann  die  küefer  den  burgern  wein  ablassen,  so  soll  ieder  burger 
uß  iedem  vaß,  das  füederig  und  bis  in  vierzig  aimer  ist    .     1  batzen, 
und  von  ainem  vaß,  das  bis  in  fünfzig  aimer      ....     16  /5^, 
und  von  den  vassen,  die  grösser  dann  fünfzig  aimer  weren     18  ^ 
geben,  wann  der  burger  aigen  ring  hat. 

Ob  aber  die  küefer  den  burgern  die  gemainen  ring  geben  werden, 
so   sollen   die    burger   den   küefern   von   iedem   vaß,    das   füederig, 

und   bis  in  vierzig  aimer  thete 2  ^  ^, 

und  den  vassen,  die  grösser  sind 2  batzen 

ablasserlon  und  für  den  ring  bezaln ;  doch  soll  man  inen,  den  küefern, 
weiter  von  boden  inzeziehen  nicht  schuldig  sein.  Wölcher  si  dann 
der  gemainen  ring  nit  beniegen  laßt  und  besser  haben  will,  der  soll 
sich  derhalb  mit  den  küefern  vergleichen. 

Es  sollen  auch  die  küeffer  die  heff  in  ain  vaß,  das  die  künden 
darzä  ordnen,  züsamenschüten,  vierzehen  tag  ston  lassen  und  zuvor 
darauf  sparen;  alßdann  mag  der  burger,  so  sich  die  heff  gesetzt  hat, 
den  wein  darab  ziehen,  und  nachgends  dem  küeffer  die  heff  verfolgen 
lassen  und  züstöllen. 

Doch  sollen  die  küeffer  den  trüb  wein  nit  under  die  heff  schütten, 
sonder  in  ain  sonder  vaß  thün  und  derselbig  trüb  wein  dem  burger 
oder  künden  zfigehornS  wie  von  alter  här. 

Und  wann  den  burgern  ausserhalb  des  ablaß  ain  vaß  z&gezogen 
wirt,  soll  darvon  bezalt  und  geben  werden 6/5^. 

Wann  dann  ain  burger  vor  dem  ablaß  wein  verkaufte,  so  soll  die 
heff  achtag  stan,  darnach  der  wein  ime,  dem  burger,  und  die  heff 
dem  küefer  zöstan,  wie  oblaut. 

Wölcher  küefer  aber  dem,  so  obstet,  nit  geleben  noch  nach- 
konunen  würde,  sonder  zuwider  handeln,  so  soll  derhalb  von  iedem 
ablaß  halb  sonderhait  zu  pester  straff  verfallen  sein  fünf  phund 
phening,  und  solchs  jedem  burgern  den  wettgeltern  angezaigt  werden, 
dise  straff  von  inen  wissen  zö  richten. 


1  Im  Text:  ciügelon». 


Überlingen.  481 

Der  offen  würt  halben 
soll  es  mit  Schätzung  des  weins  gehalten  werden  vermög  der  herrn 
umgelter  Ordnung,  also  das  dieselben  herren  umgelter  sollichen  wein 
nach  der  güeti  schätzen  und  den  würten  an  gar  güttem  wein  über  die 
vier  phund,  so  inen  am  fuder  zu  gemain  bewilligt  sein,  den  koff  nach, 
noch  ain  halb  oder  ganz  phund  phening,  doch  nit  darüber  zulassen 
mögen. 

Si,  die  gedachten  umgelter,  sollen  auch,  wann  der  wein  nit  gut 
und  mangelhaft  were,  in  der  Schätzung  ab  sien,  dergestalt,  das  si 
den  würt  nit  sovil  gewins  als  obstat,  gestaten,  sonder  mögen  si  in 
solchem  val  allain  auf  dem  kauf  oder  noch  ringer  schätzen,  ie  nach 
gelegenhait  der  sachen. 

So  dann  die  wirt  im  herbst  wein  auf  die  rechnung  nemen,  oder 
wein  haben,  die  ime  auf  irem  aigenthumb  erwachsen  sein,  und  si 
denselben  ausschenken  wollen,  so  sollen  si  dasselbig  allweg  zuvor 
den  herrn  umbgeltern  angeben,  und  dise  wein  auch  nach  den  keufen 
und  der  güete  geschätzt,  damit  auf-  und  abgesetzt  werden,  wie  oben 
angezaigt  ist. 

Und  wölcher  würt  sich  diser  Ordnung  zuwider  halten,  der  nit 
gelepte,  so  soll  er  jedesmal,  sooft  das  beschehe,  zu  peen  verfallen 
sein  fünf  phund  phening;  es  möcht  aber  ain  wirt  sich  hierinnen  so 
gefarlich  halten,  meine  herrn,  ain  ersamer  rath,  würden  ander  straff 
gegen  ime  fümemmen,  wie  sich  dasselbig  seinem  verschulden  nach 
zu  thün  gepürt. 

Und  das  dise  Ordnung  sovil  dest  bas  gehalten,  auch  darin  allweg 
gestrackts  gelept  und  nachgangen  werden  möge,  so  ist  in  jede  erbere 
zunft  ain  abschrift  gegeben  umb  desselben,  wo  jemand  mangel  haben 
würde,  oder  ainem  ains  ald  der  ander  abgefallen  were,  das  die  oder 
derselbig  zu  inen  oder  seinem  zunftmaister  gon,  und  sich  solchs 
mangels  zu  [bessern]  und  sich  erholen  möge. 

Hernachvolgende  Ordnung  haben  meine  herrn 
den  handtwerksleuten  summer-  und  Winterszeiten 
zu  nemen  und  zu  geben  zu  halten  gesetzt  und  ver- 
ordnet, namblich: 

Zim^fleut,   sumertaglohn,   so  man   inen  nit  zu   essen   gibt: 
Item,  ainem  maister  für  speiß  und  lohn  deß  sumerstags     12  kr. 

Item    ainem  knecht 11  kr. 

Item    ainem  lernknecht,  das  erst  jar  alle  tag    ...    <      8  kr. 
Zimerleut     sumertaglohn,   so  man  inen  zu   essen   gibt: 
Item    ainem  maister 6  kr. 

Ob«rrb«lniiche  StadtNchte.    11,  2.  31 


Item  ainem   knecht  ^^^^^^F^~    6  kr. 

Item   ainem  lernknecht,  das  erst  jar  alle  tag    .     .     .     ,     .       4  kr, 

Winterszeit  taglohn  den  zimerleiiten,  so  man   inan   nit 

zik  essen  gibt: 

Item   ainem  maister    .     , 10  kr. 

Item    ainem  knethl ,...-.-      9  kr. 

Item    ainem   lernknecht • 7  kr.  ^ 

Zimerleut  Winterszeit  taglobn,  so  man  inen  zä  essen  gibt: 

Item    ainem  maister    .*,,,* .      5  kr. 

Ilem    ainem   knecht .,...,     16^* 

Item    ainem  lernknecht    .,...,*,..,     1  ^  4 

SlatnmetzeK  die  stain  hawen,  sumertaglon,  so  man  inen  zö 

essen  gibt: 

Item   ainem  maister    ....,<, 12  kr. 

Item  ainem  gesellen  oder  knecht,  der  ußgelornet  hatt    .     ,     11  kr. 
Item  ainem  bnoben  in  ersten  Jaren    .*,..,..      6  kr. 

Stainmetzel  sumertaglohn,  so  man  zu  essen  gibt: 
Item    ainem  maister    .....,.,..,,•       6  kr. 

Item    ainem.  knecht     .............      6  fo 

Item   ainem   buoben   in  ersten  jaren     .     * 4  kr, 

Stainmetzel  wintertaglohn,  so  man  inen   nil  zö  essen   gibt: 
Item    ainem  maister    ...,,..*.,.,,     10  kr- 

Item    ainem  knecht 9  kr. 

Item    ainem  buoben 7  kr. 

Stainmetzel^  so  man  inen  zu  essen  gibt: 

Item    ainem  maister 5  kr. 

Item    ainem  knecht ,     .     16^. 

Item   ainem  buoben ..,«,..    1  ß  ^. 

Maurer,  die  nit  stain  hawen;  äumerzeit,  so  man 
inen  zu  essen  und  nit  zu  essen  gibt,  haben  si  den 
Ion,  wie  die  stainmetzel  und  zimerleut 

Item    ainem  rauchknecht  und  ainem  pflasterrüerer,  den  sumer 

und  nit  zu  essen 8  kr. 

Item  sumerszeit,  so  man  ime  zu  essen  gibt 4  kr. 

Item    im  winter  und  nit  zu  essen 2  (l  ^. 

Und  80  man  inen  im  winter  zu  essen  gibt 1  |i  tf- 


ÜberÜDgen.  483 

Die  obgeschribne  werkleut  sollen  sumerszeit, 
der  dann  von  sant  Peters  stuolfeier  biß  sant  Gallen 
tag  gerechnet  werden,  sollen  am  morgen  an  das 
Werks  gon,  wan  es  viere  schlecht  in  pharrküerchen 
alhie  zu  sant  Niclaus. 

Deßgleichen  Winterszeit,  von  sant  Gallen  tag  biß  sant  Peters 
stuolfeier  gerait,  wann  man  gesicht  zu  werken,  und  am  abendt,  wann 
man  zu  werken  nit  mehr  gesehen  mag. 

Item  disen  werkleuten  allen,  so  man  inen  zu  essen  geben,  stat 
die  wähl  derhalben  zu,  denen,  so  werkleut  prauchen,  ob  sie  inen  zu 
essen  geben  wollen  oder  nit;  soll  man  zimlich  zu  essen  geben,  das 
ain  werkend  mann  darbei  pleiben  mag;  aber  deß  trinkens  halb,  soll 
man  ainer  person  nit  mehr  zö  geben  schuldig  sein,  dann  über  den 
imbiß  ain  halb  maß  wein,  und  zum  vesperprott  zwaien  ain  halb  maß 
wein,  und  zum  nachtmal  ain  halb  maß  wein. 

Item  von  sant  Verenen  tag  angefangen  biß  sant  Peters  stülfeier 
soll  man  nit  schuldig  sein,  das  vesperprott  zu  geben.  Welcher  auch 
für  speiß  und  lohn  bestelt  ist,  der  soll  dhain  vesperstund  haben. 

Item  von  sant  Martins  tag  biß  zu  sant  Peters  stuolfeier  soll 
dhainer  die  stund  zum  morgenbrott  haben,  aber  wol  die  imbißstund, 
und  darumb,  welcher  nit  will  biß  imbiß  ohn  gessen  sein,  der  soll 
dahaim,  ee  er  an  daß  werk  gang,  essen. 

Item  von  sant  Georgen  tag  biß  sant  Verenen  tag  sollen  sei  wider 
anfahen  zum  morgen-  und  vesperbrott  gon,  und  allwegen  nit  lenger, 
dann  ain  stund  ußpleiben. 

Welcher  oder  welche  werkleut  aber  sollicher  lohn,  trank  und 
atzung,  wie  vorsteet,  nit  beniegig  sein,  besonder  mehr  oder  hebern 
lohn  und  atzung  nemen  würden,  dieselbigen  werden  von  ainer  erbarn 
zunft  der  küefer,  dahin  sie  mit  den  handtwerken  geherig  sein,  darumb, 
so  oft  das  übertretten  würdet,  ernstlichen  gestraft. 

Ob  auch  ainich  werkleut  umb  obbestimpten  sold,  lohn  und  speis 
iemand  nit  getrew  arbaiten  thätten  ald  volbrechten,  und  sich  das 
vor  ainem  ersamen  rath  kundtlich  oder  gefarlichen  erfunden  würden, 
derselbig  werkmann  soll  und  würdet  mit  seiner  aignen  personn,  auch 
weib  und  kind  für  die  statt  Überlingen,  derselbigen  etter-  und  statt- 
gericht,  unverzogenlich  nach  ansehen  ains  ersamen  raths  sonder  ge- 
värd  gewißen  werden. 


81* 


3^^      J 


Ordnung  roBwaidens  halben* 

Meine  lierrn  burgermaister  und  rath  diser  statt  Überlingen  habefi 
uÜ  ainer  bewegenden  Ursachen,  »nd  sonderlich  uß  gemainen  niitzungeö 
der  roß  halben,  wie  es  hin  furo  damit  gehalten  werden  raög  und  soll, 
nachvolgend  Ordnung  fürgenomen  und  sich  entschlosseii  : 

Von  nachvolgender  Ordnung  der  roß  halben  haben  beid  me 
herrOs  new  und  alt  burgermaister   sambt  herrn  Etschenreuti  als  baw- 
herrn     den  6,  tag    aprilis    geredt,    doch    auf    wolgefallen    ains    er- 
samen  raths: 

Erstlich,  wölcher  burger  ain  roß  hat,  der  solle  dasaelbig  für 
den  hierten  schlahen;  wo  aber  ainer  mehr  dann  ains  hette,  so  soll 
er  die  andern,  der  seien  \il  oder  wenig,  für  sich  selb  ausserhalb  deß 
hiertens  und  unnachtailig  gemainer  statt  waid  underhalten,  auch  der- 
massen  versehen,  das  dieselben  weder  an  almen  noch  andern  orten 
begriffen  werden.  Dann,  wo  das  nachts  beschehe,  wtird  ain  iedcr 
von  ieglichs  roß  wegen  insunderhait  umb  ain  phund  phening  und 
tags   umb  zehen  Schilling  gestrafft  werden. 

Es  sollen  auch  die  herden  gesondert,  altso  das  das  kiefech  allaiß, 
und  die  roß  auch  allain  gehalten  werden,  nnd  die  roß,  so  dennaB 
für  den  hierten  geschlagen,  sollen  verschnitten,  auch  gesund  uad 
sauber  sein, 

Wölcher  allso  ain  roß  für  den  hierten  treibt,  der  soll  dasselhig, 
so  es  von  dann  herzu  kompt,  be waren,  und  auch  weder  an  die  weg 
oder  kilchhoff  lassen,  bei  peen  und  straff  sechs  phening,  die  ain 
iedes,  so  solche  übertrett,  sooft  es  beschehe,  unnachlässig  erlegeo 
und  bezaln  soll. 

Aber  den  metzgern,  so  zu  bank  steen,  und  von  des  gemainen  nutz 
wegen  oder  dann  andern  burgern  gespannen  sein  müessen,  ist  zuge- 
lassen, wann  ainer  zu  unzeiten  haim  kern,  das  si  den  hierten  nit  mer 
erraichten,  das  si  alsdann  ire  roß  doch  allain  aus  und  in  die  gerten 
auf  das  Espach  treiben  und  waiden  lassen  mögen. 

Und  in  allweg  so  soll  kain  roß  an  die  ort  und  end,  dahin  die 
hägenhierten  treiben,  gethon  werden. 

Doch  so  inen  nach  gelegenhait  minderung,  merung  oder  ganze 
Ordnung  ze  thün,  haben  gedachte  meine  herrn  inen  vorbehalten. 


1657 
März  9. 


Gepott  und  verpott  der  Baßler  münz,  auch  schnaphanen. 

Nachdem  meine  herrn  befinden  und  sonst  augenscheinlich  vor- 
handen, das  die  Baßler  münz,  auch  schnaphanen,  alhie  in  diser  statt 
kaufens  und  verkaufens  halben  zuvil  überhand  nemmen,  welches  dem 
geber  und  nemmer  in  allerlai  weg  etwas  beschwerlich  fallen  will, 


Überlingen.  485 

SO  haben  meine  herrn  burgennaister  und  rath  diser  deß  hailigen 
reichs  statt  Überlingen,  gemainer  nutzen  und  jedermeniglichem  zu 
güttem  sich  entschlossen  und  zu  ernewerung  hievor  außgegangen 
gebotts  ernstlich  gesetzt,  geordnet  und  wellen,  das  nun  liinfürter 
ainicher  burger  in  kaufen  und  verkaufen  under  fünf  guldin  wert 
güts  nit  mer  dann  ainen  guldin  baßler  münz  (doch  ungeschwecht 
und  unvemachthailt  derselben  münz  und  wehrung),  und  dann  ainen 
jeden  schnaphanen  insonders  nit  höher  dann  umb  vierzehen  kreutzer 
zu  geben  und  zu  nemmen  schuldig  sein.  Inmassen  dann  darauf  die 
stüblinsherm  auch  andere  ämpter  gemainer  statt  alsbald  von  ainem 
erbam  rath  bevelch  emphangen,  dißes  alles  gegen  jedermeniglichem 
an  der  steur,  umbgelten  und  anderer  gefäll  gemainer  statt  stracks 
zu  halten,  dann  es  sonst  usserhalb  obgelauter  gestalt  ainiche  bezal- 
lung  haissen  und  sein  soll. 

Und  beschließlich,  so  langt  auch  ain  ersamen  rath  an,  das  hin 
and  wider  in  bezallung  der  geltschulden  allerlai  gefahr  mit  cinmischung 
deß  klainen  gelt,  als  böser  haller,  phening  und  anderer  münzen  ge- 
praucht,  dabei  aber  der  gemain  unverstendig  mann,  welchem  es  durch 
rerlin  oder  sunst  in  anderweg  zu  banden  kumpt  und  überantwurtet, 
so  ermanen  obermelte  meine  herrn  ain  ersamer  rath  hiemit  jeder- 
meniglich,  das  sich  ain  jeder  böser  münz  enthalten,  und  demjenigen 
umb  sein  emphangne  wahr  und  haab  gütte  landzwehrung  gedeihen 
und  widerfaren  lassen  wolle.  Dann,  ob  jemandz,  haimsch  oder  frömbd, 
obangeregter  baider  puncten  halben  hierüber  ainichen  vorthail  oder 
genieß  suchen  und  geprauchen,  auch  diß  Ordnung  oder  Satzung  ver- 
achten, denselben  sollen  und  werden  meine  herrn,  je  nach  aines  ver- 
dienen, ungestrafft  nit  lassen.  Darnach  wiß  sich  ain  jeder  zu  richten, 
auch  vor  nachthail  und  schaden  zu  bewahren. 

Actum  den  neunten  monats  marcii  anno  1557. 

Doctor-  und  appotekerordnung. 

Nachdem  meine  herrn  burgermaister  und  ersamer  rath  diser 
deß  hailigen  reichs  statt  Überlingen  uf  der  röm.  kais.  maiestät,  unsers 
allergnedigisten  herrn,  rathsenderung  under  den  handtwerkern  und 
gewerben  in  irer  statt  allerlai  Satzungen  und  haltungen  gemacht,  haben 
sie  auch  volgendts  umb  gemaines  nutzes  und  fürstand  willen  jeder- 
meniglichs,  er  sei  gesund  oder  krank,  nach  zuvor  gepflegnem  rath 
und  ir  selbs  vernünftigem  bedenken  und  gut  ansehen  von  hernach- 
gemelter  der  herrn  doctor  und  hebammen  Ordnung  rathsamlich  ge- 
redt, wollen  auch,  das  dieselbig  nun  hinfürter  bis  auf  irer  fürsichtigen 


Überlmg«ii. 

wißhait  widerraeffen,  verbessern  oder  abth&o,  strenglich  gehalten  and 
deren  gelept  und  nachgangen  werd. 


4 


Aid  und  Ordnung  der  doctor, 

Anfenglichs,  so  soll  nun  hinfüHer  dhaiuem  doctor  oder  arzt 
was  stand ts  oder  wesens  der  immer  isl\  alhie  offenlich  noch  haim blich 
zt  pmcticieren  zugelassen  oder  gestattet  werden,  dasselbig  seie  dann 
zuvor  aiuem  sonderlich  von  ainem  ersaraen  rath  vergönnt,  bewilligt 
imd  zugelassen. 

Zum  andern,  so  werden  die  doctores  der  medicin,  auch  alle 
a-Tzif  die  sich,  wie  gebort,  deß  practicierens  und  arzneieas  gebrauchen 
wollen,  ainen  aid  schwören,  gemainen  burgern,  miebileuten,  artnefi 
und  reichen,  in  diser  statt  auf  ir  beger,  ervordern,  und  sooft  sie  d^ 
notdürftig  sindj  willig,  vleissig  und  onsemig  zii  erscheinen,  und  dem- 
selben kranken  zu  seiner  krankhait  umb  hernacbgemelte  gewonliche 
besoldung  nach  irer  besten  verstendtnus  alles  dasjenig  zu  rathen  und 
zu  beifen,  was  einem  jeden  für  das  best,  nutzest  und  gelrewlichesl 
nach  der  gnad  und  kunst  ime  von  gott  dem  allmechtigen  verleichea, 
ansehen  würdet. 

Zum  dritten,  das  sie  nun  hinlüro  niemandts,  weder  frawen  nodi 
mann,  gestatten  noch  zulassen  wollen,  sich  ainicher  leib-  oder  wunden- 
arznei  in  diser  statt  zu  gebrauchen  oder  vail  zu  haben,  si  seien  dann 
der  kunst  und  nmterialien  erfarn  und  dem  menschen  zti  gebrauchen 
onschädlich. 

Zum  vierten,  so  soll  dhain  doctor  ainich  appotekerei  üben  uini 
sonderlicb  kain  giftige,  treibende  aid  purgierende  arznei  oder  trank 
in  iren  beusern  züberaiten  oder  machen,  und  volgendts  dieselben 
under  die  kranken  ußthailen  oder  verkaufen  in  dhainen  weg,  sonder 
sich  allain  deß  wassersbesehens  anweisung  und  rathgeben  den 
kranken,  mündtüch  oder  schriftlich,  geprauchen,  auch  kainen  aignen 
appotoker  hie  zu  Überlingen  haben  oder  erki essen,  noch  ai nieheu  für 
den  andern  nit  fürdern,  loben  noch  schelten,  noch  auch  die  leut  zu 
ainem  für  den  andern,  weder  umb  müet  oder  gab,  neid,  haß,  freundt- 
schaft  noch  feindtschaft,  noch  anderer  Sachen  nit  weisen,  sonder 
ainen  jeden  selbst  gehn  und  sein  arznei  bestöllen  und  kaufen  lassen, 
wo  und  wie  ine  Verlust,  geliept  und  gelegen  ist;  es  were  dann,  das 
ainicher  doctor  bei  ainem  appoteker  merer  oder  besser  materialia 
und  höhern  vleiß,  dann  bei  dem  andern  weßte  und  erfünde,  so  soll 
er  dises  articuls  halben  nit  angebunden,  sonder  frei  sein. 

Sie  sollen  auch  bei  denselben  iren  aiden  mit  dhainem  appoteker, 
kreutler  oder  wurzler,  weder  thail  noch  gemain  haben,  sie  auch  nit 


Dberlingen.  487 

verlegen,  oder  inen  ichzit  gevarlichs  leichen  oder  umb  befürderung 
willen  fürsetzen,  noch  umb  wenig  oder  vil  bürgschaft  thun  in  dhainem 
weg,  auch  von  ir  dhainem  oder  jemandts  vor  irn  wegen  weder  gab, 
müet,  schenkin,  durch  sich  selbs,  ir  weib,  kind  oder  gesind,  dardurch 
es  inen  in  nutz  kommen  mechte,  dann  ungevarlich  zu  weihennecht- 
zeiten  mag  ain  jeder  von  ainem  appoteker  nit  über  vier  guldin  wert 
eerung  nemen. 

Zum  fünften,  so  sollen  auch  sie,  die  herrn  doctores,  bei  sollichen 
im  aiden  etwan  zu  ungevarlichen  zeiten  in  der  wochen  und  dem  jar 
für  die  appoteker  gehn  und  den  Jüngern  recepta  zu  schreiben  angeben, 
sie  auch  erkondigen  und  erfarn,  ob  sie  sonst  der  geschribnen  recepten, 
auch  deß  kochens  und  preparierens  geschickt  und  erfarn  seien,  damit 
durch  derselben  ungeschicklichait  und  unwissenhait  dem  pacienten 
oder  kranken  zu  nachtail  nichzit  verabsaumpt  werde.  Ob  aber  ain 
doctor  oder  arzt  ainichen  jünger  in  den  appoteken  sehen  und  erfinden, 
die  gehörter  gestalt  deß  Schreibens  und  der  recepten,  deßgleichen 
deß  preparierens,  stossens  und  siedens  der  arzneien  nit  geschickt  und 
sonst  in  ander  weg  untaugenlich  weren,  sollen  sie,  die  doctores,  alß- 
dann  bei  obberüerten  irn  aiden  schuldig  sein,  solliches  ainem  erbarn 
rath  fürderlich  und  unverlengt  anzuzeigen. 

Zum  sechsten  sollen  sie,  die  herrn  doctores  kainem  burger 
noch  michileuten,  frawen  oder  mann,  kain  sirop  oder  recept,  noch 
ainich  ander  innwendig  leibarzneien,  dann  die,  so  durch  irer  statt 
geschwom  appoteker  gemacht  werden,  deßgleichen  dhainen  verdachten 
Personen  dhainerlai  gift,  oppriment  oder  ander  treibende  arznei,  dar- 
durch jemandts  schaden  zügefüegt  oder  die  gepürt  vertriben  werden 
möcht,  geben  lassen  oder  soUichs  zu  thün  verschaffen,  bei  hoher 
ains  erbarn  raths  straff.  Und  ob  es  schwär  und  sorglich  krankhaiten 
weren,  darzü  man  new  und  aigen  Vermischungen  der  arznei  prauchen 
müeßt,  das  alßdann  ain  jeder  guten  vleiß  thün  soll  und  wolle,  damit 
soUichs  in  seiner  Ordnung  gehalten  und  allerlai  gefahr,  unrecht  sieden 
und  stossen    vermieten  werd  und  pleib. 

Zumsibenden  sollen  sie  zu  jeder  zeit  mit  allen  trewen  und  vleiß 
zu  beeden  appoteken  sehen  bei  allen  arzneien,  so  jedesmals  den  appo- 
tekem  ainem  jeden  möglich  ist,  und  er  mit  fügen  darzu  kommen 
kan,  selbs  personlich  sein,  auch  wann  und  so  dick  sie  ervordert 
werden,  die  stück  und  arzneien  in  den  appoteken,  auch  ainem  appo- 
teker seine  büecher,  darnach  er  die  vermischten  macht,  deßgleichen 
auch,  sooft  es  ainem  ersamen  rath  für  gut  ansieht,  im  jar  die  appo- 
teken sampt  meiner  herrn  verordneten  helfer  beschawen,  auch  die 
materialia  vleissig  besichtigen,  und  was  nit  frisch  noch  geb,  sonder 


üb^rlbg^Q. 


verlegen  und  deßhalb  den  pacienten  ^ü  geben  nit  fruchtbar  noch  gut 
were,  dasselbig  alles  hin*  und  abweg  zii  thim,  vleissig  verschafien 
und  darob  und  daran  seinj  damit  die  appoteker  von  den  appotekeii 
in  eeren  und  notturft,  auch  meniglichs  in  ußgebung  der  arznei  von 
inen  beschaidenlich  und  irer  tax  gemäß  gehalten  werden,  und  ob 
sie  die  burger  oder  michileut  betheurten,  dasselbig  ainem  crbarn 
rath  umb  wendung  und  fürkommung  willen  aines  solHchen  anzaigen. 
Zum  achten,  wölche  für  sondersiechen  gerüegt  und  ainem  jeden 
doeior  zu  besehen  zugesandt,  oder  sie  sonst  für  sich  selbst  gewai 
und  innen  werden,  soll  ain  jeder  dieselbigen  mit  sampt  andern  doctom, 
so  ungevarüch  alhie  sein,  mit  vleiß  besehen,  rüegen  und  nach  gestalt 
irer  geprechen  und  wesens  schuldig  sein,  darumb  zu  erkennen  und 
zu  sagen,  und  sich  von  ainem  jeden  menschen  deß  Ions  benüegen 
lassen^  so  von  aller  darauf  gesetzt,  das  ist  von  ainer  person  am 
pfundt  pfening. 

Und  ob  hinfüro  tragend  frawen  in  kindlsbanden  und  nötten  be- 
strickt ains  oder  mer  doctores  begem  würden,  das  sie  dann  zu  dem- 
selben auch  gehn,  die  hebammen  getrewlichen  underweisen,  auch  ir 
pesfs  darzu  thün  und  sich  abermals  zimblicher  belonung  benüegen 
lassen- 

Doch  in  sterbenden  leufen,  ob  die  zu  ainichen  zeiten  alhie  ein 
fielen,  alßdann  sollen  und  mögen  die  herrn  doctores,  so  von  ainem 
erbarn  rath  nit  besoldet,  unverbunden  sein,  dieselben  sterbenden  zeit 
lang  alhie  zu  bleiben,  sonder  ain  jeder  wol  weichen,  wohin  er  will 
und  ime  gelegen  ist,  iedoch  aber  in  den  appoteken  oder  sonst  getrew 
underweisung  und  rath,  was  zu  sollichem  nutz  und  dienlich,  liinder 
ime  verlassen.  Aber  ain  jeder  bestölter  und  besoldeter  doctor  oder  arzt 
soll  schuldig  sein,  in  der  statt  zu  beleiben,  und  one  sonderliche  er- 
lauptnus  aines  herrn  burgermaisters  und  raths  nit  usser  der  statt  zu 
ziehen,  ald  in  fürfallenden  krankaiten  zu  weichen,  noch  über  nacht 
usser  der  statt  zu  sein  in  dhainen  weg,  sonder  jederzeit  gerüst  warten 
und  sich  im  vahl  der  not  finden  lassen. 

Fürnemblich  auch,  so  ainer  ain  oder  mer  pacienten  alhie  ange- 
nomen  betten,  soll  dhainer  von  denselben  noch  der  statt  one  deß 
pacienten  vorwissen  reiten,  noch  vil  weniger  solliche  siechen  oder 
kranke  menschen  verdingen  oder  inen  zumuten,  sich  mit  inen,  vor 
dem  und  ehe  inen  hilf  oder  rath  beschechen,  umb  ain  benanntliche 
summa  gelts  zu  vertragen,  uf  das  niemandts  übervorthailt  oder  ge- 
variicher  weise  beträngt  werd. 

Und  damit  aber  die  doctores  und  meniglich  [für]  besichtigung 
der  Wasser  und  gäng  die  tax  und  mässigung  wüssen  mög,  so  haben 


Überlingen.  489 

vilermelte  meine  herrn,  ain  ersamer  rath  alhie,  dieselben  nachvolgender 
gestalt  gesetzt  und  den  doctorn  und  ärzten  bei  vorgemelten  im  aiden 
zu  halten  und  zu  nemen  ernstlich  auferlegt: 

Namblich,  so  soll  und  mag  ain  jeder  doctor  von  burgern,  niichi- 
leuten  oder  hindersassen  in  der  statt  und  auf  dem  land  von  jedem 
wasser  zu  besehen  und  für  seinen  rath  und  recept  zu  schreiben  nit 
mer  dann  ainen  batzen  nemen. 

Und  so  ir  ainer  zu  ainer  kranken  person  zu  komen  berüeft  und 
erbetten  wirt,  und  ime  dieselbig  anfenglichs  ain  guldin  gipt,  soll  er 
schuldig  sein,  acht  tag  lang  zu  demselben  menschen  zä  geen,  und 
ime  nach  seiner  besten  verstand tnuß  und  vermögen  zu  rathen,  zu 
helfen  und  das  wasser  z&  sehen.  Wann  und  sobald  aber  berüerte 
acht  tag  fürüber  und  verscheinen,  und  man  ime  kainen  guldin  mer 
geh,  noch  gebrauchen  wölt,  ist  er  alsdann  kainen  mer  in  berüertem 
gelt  zö  warten  verpunden,  sonder  alßdann  von  den  pacienten  ledig. 

Weren  es  aber  gemaine  oder  arme  personen,  die  nit  also  zu 
Ionen  betten,  so  soll  und  mag  ain  jeder  doctor  oder  arzt  von  ainem 
gang  irisonders,  so  sie  gehörter  gestalt  berüffen  und  ervordert  werden, 
ain  batzen,  nit  mer,  oder  aber  minder  nemen,  je  nach  gelegenhait 
und  gestalt  der  personen  armüt,  und  sie  die  göttliche  auch  brüder- 
liche liebe  darzü  naigen  und  bewögen  würdet. 

Welche  personen  aber  nit  also  gradiert  weren  und  doch  arznei 
pflegen  wölten,  die  sollend  in  den  obgemelten  stücken  nit  mer  dann 
halben  sold  nemen,  haischen  und  empfahen;  alles  und  jedes  bei 
unablässlicher  straff  ains  erbaren  raths. 

Und  solang  sich  die  herrn  doctores  in  sollichem  allem  und  jedem, 
wie  inen  ain  erbarer  rath  vertrawt,  wol  halten  und  vleiß  fürwendeii, 
auch  alhie  practicieren,  so  wollen  meine  herrn  irer  mit  wachen,  im 
harnasch  gehen,  deßgleichen  fronen  im  graben,  phlegnussen,  schawen, 
beschliessen  und  dergleichen  Sachen  zu  versehen  verschonen,  rüewig 
und  unbeladen  lassen;  sonst  sollen  sie  allweg  gehorsam  sein,  thun 
und  lassen,  als  ander  eingesessen  burger  thün  und  zu  thün  schuldig 
sein,  one  gevärd.  Welcher  doctor  aber  alhie  nit  practicieren  oder 
dise  Ordnung  anzünemen  verwägern  würd,  die  sollen  sich  aller  aller 
praxis  enthalten,  und  nichzit  destminder  alßdann  mit  fronen,  wachen, 
harnasch  gehn  und  sonst  in  all  ander  weg  sovil  thün  und  laisten, 
wie  ander  burger  schuldig  sein. 

Der  hebamen  Ordnung.  ^^^^ 

Item  der  hebamen,  so  sich  deß  ampts  alhie  geprauchen  wollen,  ^^^^  ^ 
sollen  zuvor  durch  die  doctores  und  ärzt,  auch  etliche  ersame  weise 


iMi  ÜberÜTigen. 

frawen,  die  darzfi  taugenlich  und  voa  ainem  erbaren  rath  berüefea 
und  verordnet,  behört  und  erkondiget  werden,  ob  sie  gnügsam  vet- 
stendtnuß  und  wissen  haben,  das  sie  zu  dem  ampt  taugenlicb,  auch 
der  Personen  und  glider  balben  geschickt  seien,  und  alßdano  voU 
gead^  ditz  hernachgeschriben  Ordnung  zu  halten  schwören; 

Namblich,  das  sie  alle  zeit,  tag  und  nacht,  zu  dienen  willig  und 
gehorsam  seien,  dem  armen  als  dem  reichen,  von  welchen  sie  dann 
je  zu  Zeiten  am  ersten  berüeft  und  begert  werden,  auch  kain  arme 
fraw  zu  verlassen  und  an  ander  cnd  zu  gehn  umb  mehrer  gewinns 
oder  lohns  willen,  sonder,  w^o  sie  anfahen  zu  arbaiten,  dasselbs  Lrew* 
lieben  ußzftvvarten  und  solliches  niemands  zu  versorgen. 

Sie  sollen  auch  dbain  frawen  nötten  oder  zu  kindtsarbail  iiber* 
treiben,  es  erscheinen  dann  zuvor  der  nahen  gepurt  gewisse  zaichen 
und  inen  dann  darinnen  je  nach  gestalt  der  Sachen  umb  zioilicheii 
gepürlichen  lohne  vleissig  dienen, 

Und  ob  sich  je  zu  Zeiten,  vor  oder  nach  der  gepurt  sorglich 
züfäll  begeben,  also  das  sich  die  gepurt  nit  recht  schicken  wolt,  oder 
andere  gepresten,  es  were  der  müter  oder  deß  kinds  halben,  darzu 
man  raths  und  sorgen  bedörftej  so  soll  ir  dhaine  uf  irem  fürnemen 
besteenj  sonder  weiser  frawen  oder  anderer  Iiebamen  raths  pflegen 
und  nach  inen  fürderlich  schicken,  und  alßdanii  ain  jede  hebam  ge* 
horsam  sein  zu  erscheinen  und  nach  irem  besten  versteen  und  ver- 
mögen helfen  zu  ralhen  und  zu  handien;  und  ob  zu  Zeiten  not  seia 
würd,  der  gelerten  rath  zu  haben,  sollen  sie  auch  nit  darwider,  sonder 
genaigt  sein,  fürderung  zü  thün,  umb  das  den  müettern  oder  künden 
destminder  schaden  oder  gebresten  zufallen  und  begögnen  möge. 

Sie  sollen  auch  bei  im  geschwornen  aiden  zü  dhainem  kind 
understeen  zu  brechen,  weder  umb  litzel  noch  vil,  alledieweil  sie 
merken  mögen,  das  die  kind  bei  leben  sein,  es  standt  umb  die  gepurt, 
wie  es  immer  wolle,  one  rath  und  gehaiß  der  verstendigen  ärzt  und 
berichten  frommer  frawen,  noch  zu  sollichen  dingen  kain  grausam- 
lieh  oder  ungeschickt  instrument  prauchen,  bei  straff  leibs  und  lebens. 

Und  fürnemblich  vor  allen  dingen  schuldig  sein,  in  der  ersten 
Wochen  nach  der  gepurt  allwegen  zu  der  kindtbetterin  zü  sehen,  sie 
ZU  berichten  und  getrewlich  zu  weisen,  wie  sie  sich  und  das  kind 
halten  sollen,  uf  das  durch  unwissenhait  nichz  verabsaumpt  werde. 

Item  kain  höbam  soll  bei  irem  geschwornen  aid  kain  schwangere 
frawen  durch  sich  oder  jemandts  von  im  wegen  bitten,  sie  für  ain 
andere  zu  kindtsarbait  zu  gebrauchen,  oder  sich  dessen  mit  gevär- 
liehen  werten  merken  zu  lassen,  sonder  ain  jede  schwangere  fraw 
lassen  nemen  oder  berüefen,  welche  ir  am  besten  geliept,  noch  dhaine 


ÜberliDgeo.  491 

vernichten  oder  schelten  in  dhainerlai  weiß  bei  hoher  ains  ersamen 
raths  straff. 

Und  zum  beschluß  sollen  die  höbamen  bei  vorgeschribnem  irem 
aid  schuldig  sein,  wo  sie  verdachte  personen  wissen,  die  in  kindts- 
banden  legen  oder  das  kind  an  die  weit  gepracht  betten,  dasselbig 
zum  fürderlichsten  anzüzaigen,  damit  deß  kindts  rechter  vatter  er- 
kondigt,  und  allerlai  nachtail,  so  dem  kind  leuchtlich  begögnen,  ver- 
hüet  werden  mögen. 

Doch  behalten  inen  erstermelte  meine  herrn,  ain  ersamer  rath, 
hierinnen,  wie  in  allen  andern  Ordnungen  ir  ordenliche  oberkait  und 
vollmacht  bevor,  ditz  Ordnung  über  kurz  oder  lang  zu  mindern,  zu 
mehm,  zu  widerrüefen  oder  von  newem  zu  machen,  wie  es  si  jeder- 
zeit begegneten  dingen  nach  und  gemainem  wesen  zu  gutem  für  nutz 
und  bequem  ansehen  würden. 

Actum  und  mit  räthen  und  richtern  errathen  und  endschlossen 
montags  nach  palmarum  anno  1557. 

Gepott  und  verpott  der  welschen   und  andern^^^^w 

^  '^  Febniar  18. 

bösen  münzen  halben. 

Nachdem  meine  herrn  burgermaister  und  ain  ersamer  rath  diser 
statt  Überlingen  in  gründtliche  und  gewisse  erfarung  kommen,  wie 
solliches  auch  der  täglich  augenschein  zu  erkennen  gibt,  das  allerlai 
ittalianische  münzen,  sonderlich  die  newgeschlagnen  zwen  batzer, 
item  mirandulaner  sechs  kreutzer  mit  den  wegelin  and  lothringer 
fünferlin  mit  dem  tölchlin,  alhie  in  diser  statt  haufenweise  und  über- 
flüssig einreisen,  wölche  doch  deß  groß  und  werdts  bei  weitem  nit 
sein,  darfür  sie  dann  diser  zeit  alhie  und  anderstwo  emphangen  und 
widerumb  ußgegeben  werden,  dardurch  dann  der  gemain  mann,  die- 
weil  sie  nit  jederman  bekannt,  bißher  merklich  gelaicht  und  betrogen 
worden  ist.  Sollichs  abzuschaffen  und  zu  fürkomen,  so  sein  beinelte 
meine  herrn  gemainem  nutzen  zu  guten  Vorhabens,  bedacht  und  ent- 
schlossen, uf  nechstkomenden  bonenmarkt  dieselben  erst  new  für- 
komme welsche  münzen,  alle  und  jede,  sonderlich  aber  die  bestimpten 
newen  zwenbatzer,  item  mirandulaner  sechskreutzerer  mit  dem  wegelin, 
deßgleichen  die  lothringer  münz  mit  dem  tölchlin,  wölche  gemainlich 
under  der  basler  münz  ir  gangenschaft  hat,  und  dann  neben  den- 
selben all  wiener,  nürmberger,  nördlinger  und  schwarzkatzenphening, 
auch  andere  denselben  gleich  und  gemeß,  waserlai  sorten  die  seien, 
der  anfenklich  uf  ainen  batzen  vil  mer  geschlagen,  dann  sie  alhie 
ußgegeben  werden,  durch  offenlichen  ruf  in  der  Gröd  bei  einer  sonder- 
baren straff  jedermeniglichem  verpieten  zä  lassen,  als  das  die  eege- 


Überlingen, 

schribnen  welsche  und  lothringer  münzen  und  die  bestimpten  pfening 
in  diser  statt  alhie,  weder  in  geben  noch  nemen,  dhain  bezalimg  mer 
liaissen  noch  sein.  Derhalben  so  wellen  wolernante  meine  herra  ire 
biirger,  einwoner  und  zögewaunten  sollichs  ires  vorhabenden  ver- 
potts  hiemit  vätterlicher  guter  wolmainung  bericht,  auch  dameben 
verwarnet  haben,  sich  vor  eegescbribnen  newen  welschen  und  loth- 
ringer  münzen  und  pfeniog  zu  hüeten  und  dieselben  in  dhainer  be* 
zalung  wider  seinen  guten  willen  zä  nemen.  Ob  sich  aber  jemandts 
hierüber  mit  sollichen  newen  bösen  welschen  und  lothringer  münzea 
und  pfeningen  bezalen  lassen  vi^ürd,  den  würdet  ain  erbarer  mth  seiii 
abentheur,  wie  er  derselben  mit  nutzen  widerumb  abkommen  mug, 
lassen  besteen,  aber  nicbzit  des(mit)t!er  alsdann  ainen  jeden  mit  stiaJf 
dennassen  büessen  und  ansehen,  rlas  menigHch  darob  sein  emst- 
lichs  misfallen  speuren  und  vernemmen  soll.  Doch  der  venediger 
ganze  und  halbe  niarzellen,  item  realn,  deßgleichen  bononier  drei- 
batzer  imd  sechskreutzerer  mit  dem  löwcn,  auch  andern  denselben 
an  der  güete  gleich  welsche  münzen,  sollen  hierunder  nit  gemaitit, 
sonder  meniglichem  in  irem  prÖs  und  werdt,  wie  bißher,  asfl  nemen 
und  ußzügeben  unabgestriekt  und  unverpotten  sein. 

Und  zum  beschluß,  dieweil  wissend  und  offenbar,  das  meraog«- 
regte  böse  pfening  mererthails  in  den  brieflin  und  blälzUn  undei 
der  zal  aines  guldins  oder  pFuud  pfenings  vertriben  und  vermengt 
werden,  so  ist  ains  ersamcn  ratbs  ernstlicher  bevelch,  das  dieselben 
wiener,  nürniberger,  nördlinger  und  ander  dergleichen  böß  pfeniiig 
nit  mer  nßgcben  noch  in  ainicher  bezahmg  genommen,  ald  obgelauter 
gestalt  in  die  brieflin  und  blätzlin  under  ander  gut  pfening  vermischt 
werden,  soiulur  ganz  und  gar  mit  ainander  zu  nemen  und  ußisügebeo^ 
auch  underzümischen  verpotten  sein  sollen.  Dann  ob  jemandts  das^ 
selbig  versprechen  und  nit  hallen,  sonder,  wie  vorsteet,  die  bösen 
pfening  under  die  guten  vermengen  würd,  deren  jeder,  namblich  der 
geber  und  nemer,  sollen  von  jedem  guldin  oder  pfimd  pfening  in^ 
sonders  fünf  Schilling  pfening  zii  straff  verfallen  sein.  Darnach  wisse 
sich  meniglich  zu  richten,  auch  vor  nachtail  und  berüerter  straff  z& 
Ycrhüeten, 

Actum  freitags,  den  18.  tag  februarii  anno  1558. 


1657 
April  ^7. 


Christenliche  ermanung  ains  erbarn  raths  der 

stall  Überlingen  an  ire  burger,  einwoner,  hinder- 
sässen  und  zugewandten,  gaistlich  und  weltlich, 
in   ircr  stalt  und    uf  dem   land,   über   den   Regens- 


Oberlingen.  493 

purgischen   Reichsabschid   der    türkenhilf    halben 
ußgatigen. 

Nachdem  laider  züvil  offenbar  und  jedermeniglich  bewißt, 
Weichermassen  unsers  hailigen  christenlichen  namens  und  glaubens 
erbfeind,  der  Türk,  lange  jar  her  in  täglicher  practic,  Übung  und  vor- 
haben gestanden  und  noch  steet,  nit  allain  den  überblibnen  thail 
an  der  chron  Hungarn,  in  welchen  er  sich  hievor  und  bißanher  ge- 
walüglichen  eingetrungen,  besonder  auch  andere  der  römischen 
königlichen  maiestät  anrainende  christenliche  königreich,  land  und 
greinzflecken,  dergleichen  der  nechstangelegnen  churfürsten,  fürsten 
und  stend  deß  hailigen  reichs  teutscher  nation  land  und  leut  mit 
höreskraft  zu  überziehen,  anzugreifen  und  zu  bekriegen,  und  also 
seinen  fuoß  je  lenger  je  mer  in  die  christenhait,  fürnemblich  teutsche 
nation,  zu  setzen  und  ain  land  neben  oder  nach  dem  andern,  auch 
endtlich  gemaine  christenhait  under  sein  joch,  tirannischen  gewalt, 
macht  und  herrschung,  auch  vihische  und  onmenschliche  dienstbar- 
kait  (wo  ime  solliches  der  allmechtig  verhengte)  zu  zwingen.  Wie 
dann  sollichs  im  werk  erscheint,  das  namblich  diser  blüthund  mit 
seinem  tirannischen  und  bluotdurstigen  fürnemen  onufhörlich  und  one 
allen  (oder  doch  gar  geringen  und  schwachen  widerstand  fürtruckt, 
dardurch  er  in  kurzer  zeit  und  biß  doher  vil  unschuldigs  christenlichs 
blüts  mit  jämerlicher  und  erbermlicher  ermördung,  auch  hinweg- 
schlaifung  deß  Christenvolks,  wüestung  und  verhörgung  der  land  ver- 
gossen, deßgleichen  die  fürnembsten  paß,  stett  und  bevestigungen 
deß  königreichs  Hungern,  das  ain  schilt  und  vormaur  teutscher  nation, 
nach  und  nach  gewaltiglich  erobert,  welches  alles  dann  ainen  jeden 
recht  christgleubigen  mentschen  sollicher  armen  betrangten  christen- 
leut  halben,  die  alle  stund  mit  irn  unschuldigen  weih  und  kindern 
sollichen  bluothund  desselben  eußerste  not  und  gefahr  vor  äugen 
sehen,  deren  gewertig  sein  müessen,  und  (one  gottes  deß  allmechtigen 
hilf,  erlesung,  röttung  und  beistand)  nit  entfliehen  mögen,  gottlichem 
bevelch  und  christenlicher,  brüederlicher  liebe  nach  zu  herzlichem 
getrewem  mitleiden  soll  und  mag  bewögen. 

Und  aber  nichzit  gewissers  vor  äugen  noch  endtlichers  zu  ge- 
warten, dann  do  disem  grausamen  erbfeind  sein  erschrockenlich  vor- 
haben (darzü  ime  etliche  seine  bißher  erlangte  sig  und  eroberungen, 
so  (wie  oblauth)  uß  zu  schwachem  widerstand  ervolgt,  nit  wenig 
anraizung,  herz  und  küenhait  gemacht)  one  gegenwöhr  und  röttung 
lenger  verbeugt  und  zugesehen,  das  dardurch  one  mittel  gemaine 
christenhait,  auch  das  ganz  römisch  reich  teutscher  nation  neben  er- 
oberung,  Vergewaltigung  und  einziehung  deß  noch  bevorsteenden  thails 


494  Überlingen. 

der  ort,  flecken  und  greinzheuser  der  cbron  Hungern  sich  nichzit 
anders,  dann  unwiderbringlichs  abfals  ires  balligen  christenlicben 
glaubens  und  namens  verdörbung  und  verbörgung  ires  geliepten  vatter- 
lands,  scbmäbung  irer  weib  und  kinder,  deßgleicben  vergiessung  vil 
cbristenlicbs  und  unscbuldigs  blüts,  auch  ewiger  vibischer  dienstbar- 
kalt  an  sei  und  leib  zä  befahren  haben  würdt. 

Doher  gemainer  chrlstenhait  und  teutscher  nation  notdurft  umb 
sovil  mer  und  trüngenllcher  ervordern  wollen,  die  Sachen  nach  ge- 
legenhait  derselben  dermassen  und  mit  sollichem  vleiß  und  ernst  zfl 
berathschlagen,  damit  diser  hochbeschwerlichen  last  durch  gepeur- 
lichen  und  notwendigen  widerstand  begögnet,  auch  der  vorsteend 
verrath  und  verderben  gemainer  christenhait  und  sonderlich  teutscher 
nation,  sovil  möglich,  und  der  allmechtig  gnad  verleichen  will,  für- 
komen  und  verbüet  werde. 

Darauf  nun  die  römische  königliche  majestät,  unser  allergnedi- 
gister  herr,  uf  jüngstem  zu  Regenspurg  ditz  jars  gehaltnem  reichstag, 
churfürsten,  fürsten  und  stend  deß  balligen  römischen  reichs  und  der 
abwesenden  räth,  potschaften  und  gesandten  ganz  freundtlich  und 
gnediglich  ersuochen,  gesonnen  und  begeren  lassen,  sie,  die  stend, 
wölten  solliches  alles  stattlich  zu  gemüet  füeren  und  sonderlich  der 
betrangten  königreich  und  land  fürsteende  gevarlichait,  auch  die  nach- 
tail,  schaden  und  verderben,  so  (wie  merermelt)  darauß  ervolgen 
mögen,  notturftiglich  bedenken,  und  demnach  irer  königlichen  maje- 
stät (wo  man  änderst  disem  tirannen  je  stattlich  von  seinem  vihiscben 
gewalt  vermittelst  göttlicher  gnaden  erledigen,  auch  uns  und  unser 
vatterland  behalten)  ainen  doppelten  romzug  acht  monat  lang  zu  roß 
und  fuoß  laisten  und  bewilligen,  mit  dem  angehengten  allergnedigisten 
erpieten,  das  sich  ir  königliche  majestät  nit  allain  mit  aigner  könig- 
licher person  in  das  veld  wider  disen  grausamen,  mechtigen  und  on- 
menschlichen  erbfeind,  den  Türken,  begeben,  und  das  kriegswesen 
und  dise  cxpedition  selbs  füeren,  sonder  auch  ainen  oder  zwen  irer 
geliopten  sön  zu  sich  ziehen,  oder  uf  den  fahl,  do  ir  majestät  etwann 
uß  leibsschwachait  oder  andern  merklichen  eehaften  Verhinderungen 
selbst  personnlich  nit  ziehen  möchten,  als  dann  irer  königlichen 
majestät  sone,  könig  Maximilian  zu  Behaim,  und  im  fahl,  do  derselbig 
leibsschwachait  halben  daran  auch  verhindert,  zum  wenigsten  irer 
majestät  geliepten  sone,  erzhörzogs  Ferdinanden,  ins  velde  schicken 
und  inen  berüert  kriegsw^esen  bevelchen,  deßgleicben  sampt  irer  kön. 
majestät  und  dero  königreich  und  land  vermögen,  auch  darbei  er- 
zaigen  und  beweisen  wollen. 


Überlingen.  495 

Derhalben^  uf  sollich  irer  königlichen  majestät  allergnedigst  er- 
pieten,  zuvorderst  aber  zu  schütz,  schürm,  trost  und  uffenthalt  der 
betrangten  Christen,  so  der  gevarlichait  gesessen,  so  haben  churfürsten, 
fürsten  und  stend  deß  hailigen  reichs  nach  züvorgeender  vleissiger 
und  ordenlicher  beratschlagung  höchstermelter  k.  m.  zu  allerunder- 
thenigster  gehorsame  und  wolfart  gemainer  christenhait  in  sollich 
irer  majestät  begern  und  die  berüerten  hilf  acht  monat  lang  gedoppelt, 
nach  aines  jeden  anschlügen  an  gelt  zu  laisten  und  zu  raichen  be- 
willigt und  zugesagt,  an  welcher  hilf  meinen  gepietenden  und  günstigen 
herm,  ainem  ersamen  rath  diser  deß  hailigen  reichs  statt  Überlingen, 
allain  ires  thails  zu  roß  und  füoß  die  bestimpten  zeit  uß  ob  den  fünf- 
tausend guldin  zu  geben  und  zu  erlegen  schuldiglich  gepürt. 

Und  wiewol  ain  ersamer  rath  ganz  wol  genaigt  were,  obgerüerte 
ir  bewilligung  und  uferlegte  türkenhilf  ganz  und  gar  uf  sich  zu  nemen, 
dieselben  usser  irem  cammergüt  zu  erstatten  und  mit  belegung  dern 
im  gaistlicher  und  weltlicher  in  der  statt  und  uf  dem  land  umb  allerlai 
erlittner  beschwerden,  mißgewöchs  und  hagelschadens  willen,  wo  es 
möglich  sein  mechte,  zu  verschonen, 

dieweil  aber  gemaine  statt  durch  manigfaltige  gelaisten  offensive 
und  defensive  hilfen,  deßgleichen  des  hailigen  reichs  und  kraiß  par- 
ticular,  auch  andere  tnanigfaltige  ußgaben  an  irem  cammergüt  und  ein- 
komen  dermassen  geschmölert  und  ersaigert  worden  ist,  das  sie  diser 
zeit  solliche  hilf  uß  der  statt  geföll  zu  laisten  nit  vermögenlich, 

und  dann  obangeregter  reichsabschid  under  anderm  lauter  und 
dar  mit  sich  pringt,  das  ainer  jeden  oberkait,  wie  herkommen  und 
recht  ist,  freistehn  und  zugelassen  sein,  auch  mög  und  macht  haben 
solle,  ire  underthonen,  gaistlich  und  weltlich,  sie  seien  exempt  oder 
nit  exempt,  gefreit  oder  nit  gefreit,  niemandts  ußgenomen,  derhalb  mit 
steur  zu  belegen; 

demnach  zu  allerunderthenigister  und  gehorsamer  volnziehung 
deßjenigen,  so  jetzangeregter  reichsabschid  ainem  jeden  stand  deß 
hailigen  reichs,  gleich  wie  ainem  ersamen  rath  diser  statt  als  ein- 
verleiptem  glid  desselben  zu  thün  uferlegt,  so  lassen  wolernannt  mein 
gepietend  und  günstig  herrn  alle  und  jede  ire  burger,  burgerin,  ein- 
woner,  reich  und  arm,  gaistlich  und  weltlich,  in  der  statt  und  anderstwo 
gesessen,  deßgleichen  ire  und  ires  gotzhauß  spittals  gerichtsleuth,  zu- 
gehörigen und  verwandten  uf  dem  land,  ganz  günstiger,  vätterlicher 
und  getrewherziger  mainung  ermanen,  bitten  und  ersuochen,  dar- 
neben auch  mit  sonderm  ernst  und  vleiß  gebieten  und  uflegen,  das 
ain  jeder  zum  vordesten  die  eer  deß  allmechtigen  gots,  auch  seins 
hailigen  glaubens  und  gemainer  christenhait  nutz  and  vvolfarth  uß 


mnerlichem  christenlichen  gemiiet  zu  herzen  füereti,  auch  sollkb^ 
gemainen  mitzeu  der  chrislen^hail,  und  sonderlich  der  beschwerten 
Christen,  landt  und  Icuth  irer  niitbrüeder  in  christenlichem  glauben 
hohe  notturfi  bedenken  und  allem  irem  zeitlichen  nutzen  ufl  christen^ 
lieber  und  brüederlicher  Heb  fürsetzen,  darneben  auch  betrachten,  wo 
disem  grausamen  onmenschlicheu  feind  mit  ainem  beharrlichen  und 
dapfern  widerstand  nit  zeitlicher  und  stattlicher  abbruch  und  wider- 
stand beschicht,  was  erbarmklicher  und  erschrockenlicher  jamers, 
angst,  not,  eilend,  schand,  schmach,  uneer,  blütvergiessens  und^ndt- 
lieber  Verderbens  an  leib  und  gut  ain  jeder  an  ime  selbs,  seinem 
weih,  auch  lieben  kindern,  eitern  und  verfreundteUj  fürnemblich  auch 
an  seinem  aigen  und  geliepten  vatterland  neben  dem  abfall  von  unserm 
hailigcu  allgemeinen  christenlichen  glauben,  Verachtung  und  lesterung 
gottes,  auch  seins  immerwerenden  worts  und  balligen  evangeli  von 
disem  wüllerich  künftiglich  zu  befahren  hab. 

Und  sich  derhalben  ain  jeder^  sie  sien  burger,  burgerin,  ein* 
woner,  bindersäßen,  underthonen,  zugewandten,  in  der  statt  und  u£ 
dem  landt,  deßgleichen  alle  pharrherr,  caplon»  vicarien,  auch  kürcheu 
und  haiigen pfleger,  darzü  alle  brfiderschaften,  clausen  und  gotzheuser, 
reich  und  arm,  gaistlich  und  weltlich,  exempt  und  nit  exempt,  nie- 
mandes ußgenomen,  one  allen  falsch,  schein,  arglist  oder  gevärd  selber 
schätzen  und  volgendts  sein  gepiirende  anlag  diser  expedition  hilf 
nach  n)nrung  unrl  abkiir^ung  pifinoH  Vermögens  bei  den  pflichten  und 
aiden,  damit  ain  jeder  dem  burgermaister  und  ainem  ersamen  rath 
der  statt  Überlingen  als  seiner  von  gott  gesetzten  ordenlichen  ober- 
kait  zugewandt,  deßgleichen  die  gaisthchen  bei  irn  würden,  trewen, 
glauben  und  christenlicher  lieb  und  gewissin  zu  disem  gottseligen 
und  nottwendigen  werk,  durch  wölches  vermittest  göttlicher  hilf  und 
beistands  das  christenlich  pluot  erröttet,  die  teutsch  nation^  unser 
vatterlandt,  auch  all  unsere  freihalten,  leib  und  güeter  geschürmet 
werden,  und  also  meniglich  trost  und  schütz  davon  emphahen  mög 
mit  freiwilligem  gemüet  uf  nachvolgende  zeit,  und  wie  hernach  ander- 
schidlich  begriffen,  getrewlich  erlegen  und  bezalen,  und  sich  des- 
selben in  bedacht,  das  es  aines  jedwedem  selbst  aigne  sach  und  wol- 
fart  ist,  nit  verwidern,  noch  sich  etliche  Sachen  und  unrichtigkait, 
auch  weder  hägel,  landsprästen,  noch  sonst  anders  nit  abwenden  oder 
verhindern  lassen  wolle,  in  dhainen  weg. 

Und  damit  meniglich  desto  baß  wisse,  wie  dise  anlag  der 
ligenden  güeter  halb  beschechen,  so  sollen  die  weltlichen  ain  jeder 
oder  jede,  sonderhch  die  wittfrawen  und  unmundtbare  kinder  durch 
ire  geordnete  vögt  und  pfleger  bei  angezaigter  aidspflichten  die  heuser, 


ÜberÜDgen.  497 

höve,  acker,  wisen,  gehölz,  bom  und  krautgarten,  aigen  und  leben, 
in-  und  usserbalb  der  statt  gelegen,  selbs  scbätzen  und  anscblagen, 
namblich  die  höve,  leben,  wisen,  bom  und  krautgarten  nacb  der  gült 
und  nutzung,  sovil  ain  jedes  järlicb  davon  eingeend  zu  ompfaben 
und  zu  messen  bat,  und  dann  die  beuser,  bofstatten  und  dergleicben 
gelegne  güeter,  alls  lieb  ime  die  jetzo  sein,  und  änderst  nit. 

Die  reben  soll  ain  jeglicbs,  turger,  burgerin,  einwoner  und  binder- 
säß,  wie  obsteet,  bierinnen  anscblagen,  benamentlicb  jeglicbe  bof- 
statt   durcb    außer  weit  oder  näbe,  umb  50  S  ^/. 

Pfandtscbaft  als  zinß  nacb  den  bauptgüetern,  deßgleicben  roß, 
esel  und  ander  vicb,  sampt  den  scbweinen,  so  lieb  ime  die  sein. 

Item  es  sollen  anlegen  die  bandtwerksleutb,  so  zu  sollicben 
irn  handtwerkem  pritter,  bolz,  köl,  isen  und  leder  gebraueben,  darzu 
die  gewerbleutb  ire  wabren,  wie  die  sein  mecbten,  nicbts  ußgenomen, 
auch  als  lieb  inen  das  alles  ist. 

Item  weiter  soll  meniglicb  parschaft  und,  so  er  schulden  het, 
die  man  ime  zu  tbün  were,  und  dann  wein  und  körn,  veranlagen  und 
nach  der  heurigen  rechnung  anscblagen. 

Und  soll  allwegen  von  allen  bewöglichen  und  unbewöglichen 
hab  und  güetern  auch  der  gerechtigkait  deß  güts,  so  ain  jeder  be- 
sitzt, nutzt  und  innhat,  von  100  fg  ^  recbtsi  werds,  uf-  und  abzurechnen, 
6  (l  /5^,  und  was  sich  nit  100  S  ^  eriaufen  mechte,  von  ainem  jeden 
pfund  1  rd)  gegeben  werden;  welche  aber  nit  100  S  werd,  sonder 
minder  vermigens  betten,  es  were,  wievil  das  wölte,  dieselben  sollen 
von  jeglichem  pfundt  1  ^  geben. 

Doch  wölcber  200  S  Vermögens  bat,  der  soll  dieselben,  wie  ob- 
laut,  zu  versteuren  und  dhain  leibsteur  zu  geben  schuldig  sein. 

Welcher  oder  welches  aber  allain  100  S  und  nit  mehr  zu  ver- 
steum  hat,  der  soll  dieselben,  wie  oblaut,  mit  6  |i  -5?  veranlagen 
und  darzü  halbe  leibsteur,  das  ist  5  fi  baller  geben. 

Ob  aber  ains  minder  dann  100  S  ^  vermöchte,  so  soll  ain 
jedes  von  jeglichem  pfund,  wie  oblaut,  1  ,d}  raichen  und  darzü 
ganze  leibsteur,  das  ist  5  ^  ^,  geben  und  bezalen. 

Welche  dann  leibgeding  haben,  sollen  anschlahen  die  zu  baupt- 
güetern, wie  sie  dieselben  leibgeding  erkauft  und  zu  disem  hoptgüt, 
was  es  also  järlicb  ertragen  mögen,  als  namblich  100  S  6  S  und 
dann  allwegen  von  100  S  6  ß,  was  aber  die  100  S  nit  ertragen 
mechte,  von  jedem  S  1  /^  geben. 

Item  die  priester  sollen  bei  irn  priesterlichen  würden,  trewen 
und  glauben,  wie  vorgemelt  ist,  ain  jeder,  der  aigen  gut  hat,  dasselb 
auch  besteurn  und  anlagen  von  100  S  6   ^  /d),  uf  und  abzurechnen, 

Oberrhelnlicbe  Sudtrechte.    II,  2.  88 


und  was  nit  100  |E  erraicheri  mag,  von  jedem  pfundt  1  ,^,  wie  die 
l>iirger. 

Aber  von  irn  beaeficieii,  pensionen,  reservaten,  dergleichen  atich 
von  allen  im  renten,  galten,  einkomnien  und  nutzungen,  die  sie  von 
im  phnmten,  beneficÜB,  dignitalibus  und  gaistlichen  stand  haben, 
namblich  wein  und  körn,  nach  der  heurigen  rechnung,  und  was 
ainer  also  für  einkommen  hat,  rlo  soll  er  allweg  von  100  tJ  fi  St  van 
80  S  4  t  16  jJ  4,  von  60  S  3  S  12  jj  ^,  und  also  uf-  und  abzt 
raiten,  geben  und  bezalen. 

Hetlcn  dann  sie,  die  pricsler,  schulden,  die  sollen  sie  auch  be* 
legen,  allvpegen  von  100  ^  6  ^  ^  und  was  darunder  ist,  jedem  pfundt 
1  ^  geben.  S 

So  dann  ainer,  gaistlich  oder  weltlich,  biirger  oder  einwoner,  (^ 
gehörter  gestalt  sein  haufl  oder  hofsUtl,  als  lieb  ime  die  jetzo  i^t, 
recble  werds  angeschlagen  hal,  soll  und  mag  ain  jeder  den  drilteii 
thail  desselben  anschlags  widerumb  davon,  deßgleichen,  ob  er  sonst 
etwas  schuldig  oder  uf  seinen  giietern  verzinßte,  es  were  vil  oder 
wenig,  das  fuag  er  von  diser  besteurung  dess  ganzen  seins  guols 
wider  ufhöben  und  abziehen,  doch  in  dem  allen  haußrath,  silber- 
geschier,  klaider,  klainaüer  und  df>rgleichen  geschnieid  hierinnen  be- 
dingt  und  vorbehalten,  das  ain  jedes  hierinnen  zu  veranlagen  nit 
schuldig  sein.  ^J^iT 

Und  uf  das  alles  so  soll  auch  also  hiemtt  ain  jeder  in  der  statt 
und  uf  dem  land,  gaistlich  und  weltlieh,  sein  gepürende  anlag  und 
steor  zii  disem  christenlichen  vorhaben  und  werk  der  expedition  und 
hilf  wider  den  Lürken  von  allen  seinen  haben  und  güetern,  ligenden 
und  varcnden,  so  ain  jeder  allenthalben  hat,  unverhindert,  wo  die 
sein  oder  ligen,  gelrewlich  bei  seinen  pflichten,  wie  oblaut,  auch 
seinen  glauben  christenlicher  lieb  und  gewisser  ains  ersamen  raths 
hierzu  verordneten  zwischen  hie  und  sant  Bartholomeusiag  nechsl 
künftig  gewißlich  erlegen,  welche  verordneten  bevelch  haben,  die* 
selben  zfl  empfahen  und  zu  zelen,  auch  was  ain  jeder  geraicht  und 
geben  hat,  zu  seinem  namen  zu  verzaichnen.  Welcher  oder  welche 
aber  ungehorsam  und  mit  sollicher  irer  bezalung  sömig  sein  würden, 
die  sollen  bei  irn  aiden  den  nechsten  nach  sant  Bartholomeustag 
usser  irer  statt  und  den  gerichten  ziehen,  auch  darein  nit  mer  kommen, 
sein  angepür  der  anlag  seie  dann  zuvor  erlegt  und  bezalt. 

Wern  dann  ettlich,  die  ditz  gelt  vor  derzeit  erlegen  wölten,  von 
denen  wirt  mans  'auch  annemen. 

Es  werden  auch  ernannte  meine  herrn,  die  verordneten  sampt 
dem  Stattschreiber,  von  nechstkomenden  montag  über  acht  tag,  das 


ÜberÜDgeu.  499 

ist  montag  nach  jubilate,  uf  dem  rathhauß  das  erst  mal  bei  ainander 
sitzen  und  den  vierthein  und  thailn  nach  diser  statt  burger  und  ein- 
woner,  gaisthch  und  weltlich  alhie  nachainander,  wie  es  die  zeit  er- 
leiden mag,  für  sich  beschicken  und  von  ainem  jeden  gelegenhait 
seines  Vermögens,  reichtumb  und  armut  bei  obberüerten  aidspflichten 
einnemen  und  empfachen,  derhalben  sich  ain  jedes  hiezwischen  sol- 
licher zeit  zur  beraitschaft  schicken  und  gefast  machen  soll  und  mag. 

Das  will  sich  ain  ersamer  rath  zu  ainem  jeden  neben  dem,  das 
es  gemainer  christenhait,  teutscher  nation,  seinem  aigen  vatterland 
und  ime  selbs  zä  wolfart  und  gutem  erschiessen  thüt,  zu  geschechen 
unverwaigert  und  endtlich  verlassen,  und  auch  ain  gepürender  ernst- 
licher straff  der  übertretter,  wie  oblaut,  niemandts  verschonen.  Dar- 
nach soll  sich  ain  jeder  zu  gerichten  uiid  vor  nachthail  und  schaden 
zu  bewahren  wissen. 

Actum  und  mit  räthen  und  richtern  also  beschlossen  zinstag  post 
quasimodigeniti  anno  1557. 

Ordnung  der  hochzeiten  und  schenkinen,  wie 

es  mit  ladung,  anzal  der  personen  und  tisch,  auch 

gaaben   zur  hochzeit,   deßgleichen   den   offen   und 

beschlossen   hochzeiten,    und   sonst   von   sollicher 

Sachen  wegen  in  deß  hailigen  römischen  reichs  stat 

Überlingen  gehalten  werden  soU.^ 

Nachdem   in   haltung   der   hochzeiten,   deßgleichen   schenkinen, 

auch  laden  und  berüffen  zur  hochzeit  und  sonst  in  mererlei  weg  grosser 

mißbrauch,  Überfluß  und  unmessigkait  eingerissen,  dardurch  je  ains 

das  ander  zä  nachtail  und  schaden  gefüert,  so  haben  meine  herren, 

burgermaister,  auch  klain  und  groß  räth  und  richter  diser  deß  heiligen 

reichs  stat  Uberiingen,  auß  beweglichen  und  billichen  Ursachen,  wie 

sie  in  kraft  ires  obligenden  ampts  zu  thün  schuldig,  sonderlich  aber 

zu  abstellung  söllicher  unmessigkait,  prachts  und  unnötigen  Überfluß, 

damit  gott  der  allmechtig  ganz  hochlich  erzürnt  wirdt,  dise  hernach- 

geschribne  Ordnung  armen  und  reichen  zu  nutz  und  fürstand  gesetzt 

und  fürgenommen,  wollen,  mainen  und  gepieten  auch  ganz  ernstlich, 

daß  söUiche  Ordnung  in  allen  puncten  und  artickeln  von  meniglichem 

in  diser  statt,  er  sei  burger  oder  michimann,  hochs  oder  nider  standts, 

bei   darauf  gesetzter  peen  stracks  gehalten  und  volnzogen  werden. 

Erstens    soll  ain  jeder,  er  sei  auß  dem  lewen,  burger,  einwoner, 

oder  michimann,  reich  oder  arm,  hochs  oder  nider  Stands,  wann  er 


1W9 
Januar  7. 


i  Von  vorstehender  cHochzeitaordnnng»  sind  noch  mehrere  gedrackte  und 
geschriebene  £xemplaro  in  Buchform  vorhanden.    St.A.  Abt.  VIII. 

82* 


Überlmgen. 

hochzeit  haben    oder  zö  kirchen  geen  will,   acht  tag   vor  soUiehem 

kirchgang  sich  bei  den  stüblinsherren,  so  jeder  zeit  tin  ampi  sein 
werden,  anzaigen  und  vor  inen  selbs  personlich  erscheinen,  aocli 
dise  Ordnung  und  Satzung  von  inen  begeren  und  zu  banden  nemmen, 
Und  im  fal,  do  ainer  gemeldten  stüblinsherren  nit  bekandt  were,  inen, 
den  stüblinsherren,  bei  guten  trewen  an  aids  stat  angloben,  daß 
weder  er  noch  sein  haLißfraw,  zii  der  er  sich  verheural,  ainichen  herren 
mit  der  leibaigenschaft  nit  verwandt,  noch  zügethan  seien.  Welcher 
nim  sölliche  gliibd  volnfürt,  dem  soll  ditz  Ordnung  und  hochzeitzedel 
zugestellt  werden,  Wa  aber  ainer  gehörter  gestalt  nit  angloben  möchte, 
ao  soll  er  von  gedachten  stüblinsherren  sonst  in  gliibd  genommen 
werden,  daß  er  und  sein  weib,  so  sie  änderst  ir  wonung  alhie  haben 
wölleUj,  ir  sach  der  leibaigenschaft  halben  in  aineni  monat,  dem 
nechsten,  vor  ainein  ersamen  rath  außt ragen.  Im  fal  aber  ainer 
solliches  innerhalb  berürt.3  monats  auch  nil  thäle,  will  ime  ain  er- 
sanier  rath  hiemit  vurbehalten  haben^  gegen  dem  oder  denselben  imge- 
horsamen  dannzümal  gepürende  straff  fürzünemmen,  wie  sie  für  giit 
ansehen  würdet.  Doch  so  sollen  sollicher  glübd  der  leibaigenschaft 
halben  ußgenomnien  und  dieselb  zu  thün  nit  schuldig  sein  alle  die» 
so  den  stüblinsherren  als  eingesessne  oder  geporne  burger  oder  sonst 
dermassen  bekandt  sein,  daß  sie  die  stüblinsherren  ausserhalb  arg* 
wons  oder  zweiteis  für  sich  selbs  guten  bericht  und  Wissens  haben, 
daß  dieselben  personen  und  iro  liaußfrawen  zu  denen  sie  sich  ver- 
heirate  niemandt  mit  der  leibaigenschaft  zügethan. 

Zum  andern,  so  soll  nun  hinfüro  niemandts  mehr  alhie,  er  sei 
auß  dem  lewen  oder  von  burgern,  so  ain  offen  hochzeit  halten  will, 
(welches  dann  ainem  ieden  züthün  zugelassen)  nit  lenger  hochzeit 
halten,  dann  allain  ainen  tag,  und  zu  zwaien  malen,  als  nämlich 
gleich  auf  den  kirchgang  den  imbis  und  volgendts  das  nachtessen. 
Aber  an  dem  andern  tag  und  sonst  weiter  hernach  soll  gar  dhain  mal 
mehr  gegeben,  noch  iemandts  anderer  lenger  dann  am  ersten  tag 
der  hochzeit  gespeißt  werden.  Doch  so  sein  in  disem  articul  die 
frembden  gösst,  die  usserhalb  gemainer  stat  Überlingen  und  deß  spitals 
gerichten  gesessen,  so  auf  die  hochzeit  geladen,  ußgenommen,  also, 
daß  sie  diser  articul  nit  bindet.  Darneben  soll  auch  dem  breütigam 
und  hochzeiterin  vergunt  und  zugelassen  sein,  am  andern  tag,  der 
nachhochzeit,  widerumb  zwen  tisch  mit  personen  von  mannen,  weibern, 
gesellen  und  junkfrawen,  die  inen  hierzu  gelegen,  aber  nit  mehr  noch 
weiter  zu  haben.  Deßgleichen  an  sollichem  andern  tag  ain  nachtanz, 
iedoch  denselbigen  nachtanz  an  dhainem  andern  orth,  denn  allain 
in  der  behausung  oder  herberg,  darinn  deß  vorgeenden  tags  die  recht 


Überlingen.  501 

hochzeit  gewesst,  oder  in  dem  quartierhauß,  darinn  der  breütigam 
ordenlicher  weise  gehörig  ist,  zö  halten.  Es  soll  auch  an  erstberürter 
nachhochzeit  dhainer  lenger  nit,  dann  bis  vesperzeit,  tanzen  oder  bis 
es  drei  uhrn  geschlagen  hat.  Aber  am  ersten  hochzeittag  soll  und 
mag  ain  ieder  auf  der  Gröd  oder  sonst,  deßgleichen  auch,  wie  lang 
er  will,  zu  tanzen  freien  platz  haben. 

Zum  dritten  soll  auch  niemandts  alhie  zu  dhainer  offnen  hoch- 
zeit nit  mehr  personen  von  mannen,  frawen,  gewachsnen  gesellen 
und  gewachsnen  junkfrawen  haben  noch  laden,  dann  acht  tisch  und 
ain  tisch  mit  kindern,  und  zu  jedem  derselben  tisch  allain  und  be- 
sonder nit  mehr  dann  acht  personen  setzen;  jedoch  sollen  hierinncn 
abermals  frembde  gösst,  so  usserhalb  und  nit  in  gemainer  statt  oder 
deß  spitals  gerichten  gesessen,  außgeschlossen  sein,  also,  daß  man 
derselben  über  die  vorbestimbten  anzal  nach  aines  jeden  gelegenhait 
wol  haben  und  laden  mag. 

Zum  vierdten  ist  ainem  breütigam  und  seiner  hochzeiterin,  so 
ain  offen  hochzeit  (wie  oblaut)  haben  wollen,  zugelassen,  am  nechsten 
abendt  vor  irem  kirchgang  zwen  tisch  mit  personen,  nemlich  von 
mannen,  weibern,  gesellen  und  junkfrawen,  die  inen  usser  denselben 
am  gelegnesten,  aber  nit  über  berürte  zal  der  zwaier  tisch  zu  laden; 
doch  frembde  gösst,  wie  oblaut,  abermals  hindan  gesetzt,  deren  ain 
jeder,  sovil  er  will,  wol  laden  und  setzen  mag.  Wölt  oder  würd  aber 
jemandts,  der  burger  ist,  ain  beschlossen  und  dhain  offen  hochzeit 
haben  und  halten,  so  soll  die  hochzeit  abermals  nit  lenger  weren, 
dann  allain  ain  tag  und  zu  zwaien  malen;  und  zu  derselben  be- 
schlossnen  hochzeit  nit  mehr  geladen  werden,  dann  vier  tisch  mit 
personen  und  ain  tisch  mit  kindern,  aber  wol  minder  und  nit  darüber; 
und  man  zu  jedem  tisch  auch  nit  mehr,  dann  acht  personen  setzen; 
jedoch  sollen  hierinnen  gleichsfals  frembde  gösst  (wie  hievor  steet) 
ausgeschlossen  sein.  Aber  der  breütigam,  so  ain  solliche  beschlossne 
hochzeit  fürnimmt,  der  soll  weder  mit  pfeifen  noch  trummen,  sonder 
allain  mit  ainer  geigen,  lauten  oder  dergleichen  saitenspiel  zu  kirchen 
geen,  sich  aber  sonst  aller  lautbarn  instrumenten,  auch  umbziehen 
in  der  statt  müssigen  und  enthalten. 

Welcher  aber  jetzgehörter  massen  ain  beschlossen  hochzeit  halten 
thut,  der  soll  am  nechsten  abendt  vor  dem  kürchgang  nit  mehr  dann 
ain  tisch,  deßgleichen  zu  der  nachhochzeit  auch  nur  ain  tisch  mit 
personen,  nämlich  von  mannen,  weibern,  geselln.  oder  junkfrawen, 
wie  ime  gelegen,  aber  nit  darüber,  und  sonst  gar  niemandts  anderer, 
darbei  haben  noch  speisen;  auch  an  demselben  nachhochzeittag  an 
dhainem  andere  ort,  dann  alda  die  hochzeit  gewest,  oder  dahin  der 


§02  Überlmgen* 

breütigam  gehörig  ist,  auch  nit  lenger,  dann  bis  vesperzeii    oder  m 
drei  uhrn  tanzen,  üheral  in  dhainerlai  weise.    Doch  wideniot  frembdc* 
leüt  hierinnen,  wie  in  obsteendem  arlickeU  ußgeschlossen. 

Ferrer  und  zum  fünften,  so  ainer  obgelauter  massen  ain  offen 
oder  beschlossen  hochj^eit  haben  will,  der  soll  zit  ainer  jeden  malEeil 
nit  mehr  dann  vier  trachten  oder  richten  und  darzu  ain  käß  geben, 
wie  er  will  und  ine  für  gut  ansieht 

Zum  sechszten,  soll  man  zu  dhainer  hochzeit  nit  mehr  truch^ 
sässen  noch  tischdiener  haben,  dann  daß  sich  allwegeu  zu  zwaiea 
tischen  drei  diener  gepüren. 

Und  damit  nun  meniglich  wissen  und  versteen  mög.  was  der 
imderschaid  zwischen  offen  und  beschlossnen  hochzeiten  sei,  so  soll 
meniglich  erstlich  und  zum  vordersten  das  für  die  offnen  hochzoilen 
haben,  wissen  und  erkennen,  nämlich:  welcher  breütigam  öffentlich 
mit  pfeifen  und  trummen,  oder  ainem  andern  spil  zu  kürchen  an  das 
spat  anipt  in  obcrn  chor  geet,  ime  auch  ain  anipt  mit  schillern  singen 
laßt;  deßgleichen  ain  offne  schenki  und  ain  offnen  tanz  auf  der  Gred 
hell  etc.  Herwideram  aber,  welcher  sich'herunden  in  der  kürchen 
zur  aullfürung  oder  anderer  orten  eelichen  laßt,  das  soll  ain  be- 
gchloßne  hochzeit  baissen  und  sein. 

Doch  ist  hierin  fürnemlich  gesetzt,  welcher  breütigam  dhain  ge* 
porner  burger»  noch  in  das  burgrecht  alhie  aufgenommen  worden  ist, 
dem  soll  dhain  offne  hochzeit  gestattet  noch  zugelassen  werden,  nucli 
auch  iro  dhainer  mit  pfeifen  und  trummen  zö  kürchen  und  straß  aW 
sunst  in  der  statt  umbgeen,  aber  ain  geigen,  lauten  oder  dergleichen 
instrumenta  mag  ain  jeder,  soferr  er  dero  nit  entperen  will,  dieselben 
auch,  wie  der  burger  halben,  als  oblaut,  gesetzt  ist,  wol  gebrauchen; 
jedoch  sich  aber  sonst  ain  jeder  der  beschloßnen  hochzeit  settigen 
und  benügen  lassen. 

Und  wiewol  bißher  breüchlich  geweßt,  wann  jemandts  ain  offen- 
liehe  hochzeit  gehalten  hat  und  an  das  spat  ampt  in  den  obern  eher 
gegangen  ist,  daß  man  dem  latinischen  schülmaister,  deßgleichen  dem 
priester,  so  die  eeleüth  eingefürt,  item  dem  mößmer  und  seinem 
knecht,  auch  Organisten  und  orgeltretter  bei  der  hochzeit  das  mal  und 
den  schulern,  so  das  ampt  gesungen,  ain  morgensuppen  auch  anders 
darzu  gegeben,  so  soll  doch  aber  sollicher  eingerißner  brauch  genz- 
lich  aufgebebt  und  hinfürter  bei  meniglichem  abgestellt  und  ver- 
botten  sein,  dergestalt  und  also:  welcher  breütigam  ime  an  ainer 
offnen  hochzeit  ain  ampt  singen  laßt,  der  soll  gedachtem  schülmaister, 
deßgleichen  dem  priester  jedem  in  sonders  sechs  creutzer,  item  dem 
mößmer  und  seinem  knecht  beeden  sammentlich  auch  sechs  creutzer, 


Überlingen.  508 

item  dem  Organist  und  orgeltretter  auch  beeden  sammentlich  sechs 
creutzer  und  nit  mehr  für  sölliche  hochzeitmäler,  und  dann  den 
schulern,  so  das  ampt  gesungen,  für  die  morgensuppen  zween  Schilling 
Pfenning  geben  und  bezalen,  die  auch  ir  jeder  unverwägert  zu  be- 
nügen  darfür  annemmen. 

Dann  zum  sibendten,  so  ist  der  schenkinen  und  gaabeten  halben 
vatter  und  mütter,  brüedern  und  Schwestern,  schweher  und  schwiger, 
anherren  und  anfrawen,  auch  allen  frembden  und  außlendischen  in 
diser  Ordnung  vorbehalten  und  zugelassen,  daß  ain  jedes  wol  seiner 
gelegenhait  nach  gaaben  oder  schenken  und  sölliches  der  breütigam 
und  die  hochzeiterin  annemmen  mag;  item,  die  in  der  freundtschaft, 
deßgleichen  vögt  und  pfleger,  das  par  ain  goldguldin  oder  thaler, 
welches  es  will,  aber  nit  mehr.  Die  andern  aber,  so  ausserhalb  der 
freundtschaft,  ain  ainige  person  weiter  nit  dann  ain  ort  ains  guldins 
und  ain  par  eeleut  ain  halben  guldin  wol  minder,  aber  doch  nit  mehr. 
Doch  sollen  dieselben  personen,  so  nit  in  der  freundtschaft,  sonder 
von  göter  nachperschaft  wegen  auf  die  hochzeit  geladen,  nit  mehr 
dann  allain  zu  dem  ersten  imbiß  nach  dem  kürchgang  geen;  aber 
zu  dem  nachtessen,  deßgleichen  am  nachhochzeittag,  anhaimsch  pleiben 
und  rüewig  sein. 

Zum  achten  soll  auch  weder  breütigam  oder  hochzeiterin, 
schweher,  schwiger,  freundt  noch  jemandts  anderer  alhie  den  andern, 
weder  vor  noch  nach  der  hochzeit,  mit  ainicher  schenkin,  wie  die 
namen  haben  mag,  es  sei  mit  klaider,  tüch,  hemder,  schüch,  gelt 
oder  geltswert,  von  der  hochzeit  wegen  nit  begaben,  noch  vereeren 
dhains  wegs. 

Zum  neunten  soll  hinfürter  niemandts  mehr  am  hochzeittag 
oder  sonst  hernach  usser  ursach  der  hochzeit  seinen  pfenning  mit 
ainander  zeren,  sonder  ain  jeder  rüewig  sein,  dann  es  der  mäler 
halben  bei  obgesetzter  Ordnung  stracks  besteen  und  beleiben. 

Fürnemblich  aber  soll  das  hochzeitbad,  item  morgensuppen  und 
ander  gekocht  vor  dem  kirchgang,  deßgleichen  mähel  und  ansingwein 
genzlich  abgethon  und  aufgebebt  sein  und  dero  dhains  mehr  geübt 
noch  gehalten  werden;  doch  ist  dem  breütigam  unbenommen,  daß  er 
für  sein  person  allain  und  one  ainichen  anhang  in  das  bad  geen; 
er  mag  auch  morgens  am  nachhochzeittag  nach  dem  beischlaff  zu 
ainem  tisch  wol  ain  platten  mit  weinwarm  machen  und  aufsetzen 
lassen,  aber  nit  mehr.  Darbei  es  auch  also,  onangesehen,  es  seien 
vil  oder  wenig  personen  zu  dem  weinwarm  vorhanden,  pleiben,  und 
mehrer  weinwarm  weder  von  freundtschaft  noch  liebe  wegen  nit 
gekocht  noch  aufgesetzt  werden  soll,  in  dhainen  weg. 


Überlingeo.  505 

übertrette^,  den  stüblinsherren,  so  jederzeit  in  der  Verwaltung  sein, 
gegeben  und  bezalt  werden. 

Zum  beschluß.  Damit  ditz  Ordnung  und  Satzung  dester  steifer 
und  unzerbrochenlicher  gehalten  und  volnzogen  werd,  so  soll  ain 
jeder  breitigam  innerhalb  acht  tagen,  den  nächsten  nach  seiner  hoch- 
zeit,  in  das  stüblin  kommen  und  dise  Ordnung  widerumb  antwurten; 
daneben  aber  und  mit  ime  die  personen,  so  ime  die  hochzeit  ge- 
halten, es  seien  vatter,  mütter,  schweher,  schwiger,  vögt  und  pfleger, 
oder  ander  gleichsfals  vor  den  stüblinsherren  erscheinen  und  den- 
selben bei  iren  trewen  an  ains  geschwornen  aids  stat  angloben,  ob 
sie  ains  erbaren  raths  Ordnung  nach  außweisung  der  artickel,  hieoben 
bestimbt,  volnzogen  und  gehalten  haben  oder  nit.  Wa  dann  schon 
die  eltem,  als  schweher  und  schwiher,  oder  vögt  und  pfleger,  die 
hochzeit  auf  gleichen  kosten  mit  ainandern  gehalten,  sollen  bede  thail 
sampt  dem   breitigam  obgehörter  massen    anzüloben  schuldig   sein. 

So  dann  der  breitigam  hierin  seümig  erschine,  also  daß  er 
dise  Ordnung  vor  der  hochzeit  in  acht  tagen  in  dem  stüblin  nit 
nemme,  noch  nach  der  hochzeit  in  acht  tagen  dieselbig  wider  hinein 
gebe;  oder  aber,  daß  er,  der  breitigam,  und  die,  so  ime  die  hochzeit, 
wie  oben  verlaut,  gehalten,  nit  angloben  möchten,  daß  sie  der  Ord- 
nung gelebt  hetten,  der  jetweder,  er  sei  von  burgern  oder  michimann, 
reich  oder  arm,  soll  umb  jedes  überfaren  die  vorgeschriben  peen 
der  zehen  pfund  pfenning,  auch  innerhalb  vierzehen  tagen,  zu  be- 
zalen  verfallen  sein. 

Darnach  soll  sich  meniglich  gerichten  und  vor  nachtail  zu  be- 
waren  wissen. 

Actum    sambstags    nach  trium  regum 
Anno  etc.  1559. 

Erstmessen  und  gaistliche  hochzeiten.*  ißse 

Und  wie  es  hieoben  der  weltlichen  hochzeiten  halben  nach  lengs 
gesetzt  und  geordnet  ist,  also  soll  es  auch  hinfürter  mit  den  ersten 
messen  und  gaistlichen  hochzeiten  in  manns-  und  frawenclöster  alhie 
in  allweg  durchauß  (ohnangesehen,  wo  solliche  hochzeiten  und  vest- 
essen  —  in  gottsheusern,  oder  bei  den  würtschaften  —  gespeiset)  ge- 
halten werden,  dergestalt,  das  man  zu  kainer  ersten  meß  oder  gaist- 
lichen hochzeit  niemand  anderer,  doch  die  ordenspersonen  und  laien- 
priester  ausgeschlossen,  dann  allain  diejenigen,  so  sollicher  newer 
angenden  ordens-  oder  gaistlichen  person  zu  den  dritten  kindern  und 

^  Dieser  und  die  folgenden  Absfttze  sind  nur  in  den  geschriebenen  Exem- 
plaren der  «Hochzeitsordnung»  enthalten. 


Mai  2. 


&(MJ  ^^^^^^^^^"^  Überlingen. 

noch  neher  verwandt  oder  zugethon,  sie  seien  haimbsch  oder  frerabl 
und  darzü  noch  zwen  tisch  von  mans-  und  trawenpersonenj  so  nit 
sonach  verwand*  oder  gar  ausser  der  freiindtschaft  sein,  von  guter 
nachbarschaft  wiegen  soll  und  mag. 

Und  welche  gaistliche  person  also  ir  erste  meß  oder  fest;  es 
sei  in  clestern  oder  würtsheusern  haben  und  halten  will,  die  soll 
auch  acht  tag  darvor  ditz  Ordnung  bei  den  stüblinsherm  ervordeni  ] 
und  nemen,  auch  darnach  dieselben  vor  ausgang  acht  tag,  den  necbsten, 
wider  in  das  stüblin  Ufern  und  antwurlen  und  bei  irn  ordenspHicbten, 
würden  und  trewen  ermelten  gttiblinsherrn  anzaigung  thün,  das  si€ 
sich  obgeset5£ter  ordtumg  mit  ladung  der  personen,  deßgleichen  haltung 
der  nieler,  auch  gaabeten  und  scbenkin  und  sonst  in  all  ander  weg, 
wie  hieoben  der  weltliche»  hochzeiten  halben  nach  aller  lengst  be^ 
griffen  und  geschriben  ist,  aller  ding  gleichfermig  und  gemeß  gehalten 
haben,  alles  und  jedes  bei  Vermeidung  darauf  gesetzten  peen  und 
straff  der  zehen  pfundt  pfeuing,  welche  die  iibertretter  und  ungehor- 
samen gleichfahls  zu  bezalen  verfallen  sein  und  von  den  stCiblioff- 
herren  unableßlich  ervnrderl  und  eingezogen  werden  sollen.  Darnach 
soll  sich  meniglich  zu  richten  und  vor  nacbthail  zu  bew^aren  wissea.. 
Actum  die  veneris  post  dominicam  jubilate  anno  1586, 

U7fl  Es   ist   von  meinen   herreu  grossen   und  klainen   räthcn   ferner 

jÄiiimr  «6.  ^^g^^j,  sondern  darzfj  bew^egenden  Ursachen  errathen  und  w^ellen,  das 
nun  hinfüro  aiu  jeder,  so  hochzeit  halten  will,  nit  merer  dann  zweii 
tisch  über  seine  nechi^te  verw^andten  und  freundt  berüefen  und  latien 
solle,  darunder  die  junkfrawen  und  ledigen  gesellen  auch  gemaint 
und  verstanden  werden  sollen,  bei  straff  ain  pfundt  pfening. 

Actum  mentag  vor  liechtmeß  anno    1579, 

1587  Freitags  nach  judica  anno  1587. 

^^    '  An  heut  hat  sich  ain  erbarer  rath  entschlossen,  der  hochzeit- 

ordnung  anzuhenken,  das  fürohin  kain  burger  mer  dann  acht,  und 
ain  michimann  fünf  tisch  mit  leuten  von  mann,  frawen,  jungen  ge- 
sellen und  junkfrawen,  darzü  von  der  nachbarschaft  nit  mer  dann 
die  zwen  nechsten  an  der  seilen  beruoffen  und  laden,  darunder  aber 
sollen  die  fremden  geladnen  personen  nit  gemaindt  oder  verstanden 
werden,  bei  straff  fünf  pfundt  pfening. 

Aprü\  Montag  nach  quasimodo  anno  1587 

ist  errathen,  der  hochzeitordnung  auch  anzehenken,  das  bei  den 
gaabhochzeiten  jedermeniglich  sich  mit  derselben  gaab  der  alten  Ord- 
nung  gemeß   verhalten   solle;    da   es   aber   zaalhochzeiten   sein,   soll 


Überlingen.  507 

rterhin  nit  mehr,  wie  bißhär  beschehen,  zfir  gaab  ufgestellt  werden, 
10  und  dergleichen  soll  es  auch  mit  den  ersten  messen  und  ein- 
ileissen  der  Ordenspersonen  gehalten  werden. 

Ordnung,  wie  es  hinfürter  mit  den  gastungen, 

einstricken  oder  göttigelt,  deßgleichen  beseheten, 

ersten    messen    und    wierten    in    allweg    gehalten 

werden  soll. 

Dieweil  in  hernachvolgenden  articlen   grosse  Übermas  erstlich 

,  haltung  der  gastungen,  gotti-  und  einstrickgelt,  deßgleichen  ersten 

ssen,    beseheten,   auch   wierten   und   gastgeben   merkliche    unord- 

ig  gehalten  worden  in  dem,  das  ir  ainer  den  andern  dardurch  zu 

laden  und   gleicher   bemüehung   und   uncosten   gebracht,   welches 

5S   aber  allain  zu   überflus  und   gottes   deß   allmechtigen   bevelch 

vider  geüept    und  in  Übung  gebracht  worden  ist,  nachdem  aber 

(  alles  gott  dem  allmechtigen  misfällig,  so  ist  zu  abstellung  des- 

ben  durch  dise  christenliche  oberkait  alhie  hernachvolgende  ord- 

ig  bei  daruff  gesetzten  peenen  streng  zu  halten  angesehen  und  für- 

Lommen  worden.    Namblich: 

Erstens,  welcher  nun  hinfüro  jemands,  es  si  ime  verwandt  oder 
,  in  seiner  behausung  oder  anderswo  alhie  zu  gast  haben  und  ime 
'  beweisen  will,  der  soll  uf  ain  malzeit,  solang  dieselbig  weret, 
mer  dann  vier  trachten  und  letstlich  ain  käß,  so  gut  es  ainer  dann 
nal  hat,  und  er  bekommen  mag,  aber  nit  darüber,  geben  und  uf- 
zen,  bei  straf  10  S  /5?. 

Zum  andern  soll  hinfüro  niemands  mer  zu  dem  sacrament  deß 
iligen  taufs  nit  mer  dann  ain  oder  zwen  taufgötti  und  ain  tauf- 
ten nemmen  und  erbitten,  noch  auch  dieselben  taufgötti  oder  gotten 
hrers  oder  weiters  einstricken,  dann  ir  jedes  allein  zwen  batzen 
i  darüber  nit,  aber  wol  minder,  welchs  zö  ains  jeden  gelegenhait 
et.  Es  sollen  auch  die  gotten  weiter  dhaine  gottenhembder  oder 
1er  dergleichen  schenkinen  geben,  überall  dhains  weegs,  bei  bus 
I  /5^,  die  der  geber  und  nemmer  verfallen  sein. 

Beseheten  in  kindbötten. 

Zum  dritten,  wollen  meine  herrn  die  beseheten  der  kindbötterin 
mands  abgestrickt  noch  verpotten  haben;  doch  soll  ain  jede  kind- 
:terin  zu  dergleichen  beseheten  nit  über  ain  tisch  mit  frawen  halten, 
:h  gar  dhain  ander  essen,  weder  warm  noch  kalt,  sulz  noch  kalt 
>teß,  dann  allain  wein,  brot  und  käß,  und  ob  aine  will,  gebachne 
rflädlin,  aber  sunst  gar  nichzit  anders  geben,  bei  straff  3  fg  ^. 


t!b«rlingeii. 


Erst  me^ssen, 

Gleichsfals  und  zum  vierdten  soll  es  mit  den  ersten  messen, 
wie  der  hochzeiten  halben  geordnet  und  gesetzt  ist.,  gehalten  werden, 
nambiich  dergestalt,  welcher  künfiigclich  sein  erste  meß  singen  und 
halten  will^  der  mag  zu  der  malzeil  acht  tisch  und  nit  mer,  aber 
minder,  benioffen  und  laden,  auch  an  ain  jeden  derselben  tisch  achl 
Personen  und  nit  darüber  setzen  und  ordnen;  es  sollen  und  mogm 
auch  alßdann  solliche  geladne  personen  schenken  und  gaaben,  wie 
hioben  den  eitern  und  geschwistergit,  deßgleichen  anderer  freund« 
vögt  und  pfleger  nnd  deren,  so  usserhalb  der  freundtschaft  seift, 
gesetzt  und  geschriben  ist. 


Herrnwiert  und  gastgeben. 

Zum  fünften  sollen  hinfüro  die  herrwiert  und  gastgeben  alßp  | 
uf  ain  malzeit  weder  zu  imhis,  noch  zn  nacht,  nit  mer  dann  vier 
trachten  oder  richten,  darzft  auch  ain  käß,  geben  und  xihei^^en,  auch  ' 
die  göst  mit  bezalung  der  mäJer  jederzeit  leidenlich  und  zimblich 
halten;  doch  graven,  herrn  und  vom  adel  hierinnen  ußgeschlossen, 
wo  dieselben  etwas  mehrers  und  weiters  t>egern,  dann  hieoben  von 
trachten  gesetzt,  gegen  denen  wissen  sich  die  herrnwiert  und  gast- 
geber  nach  ains  jeden  stand,  wesen.  mit  fürstölhmg  mehren  trachten. 
auch  besserm  speis  und  trank  der  gebür  zu  erzaigen,  darinnen  ineu 
dann  nit  mas  gegeben  sein.  Doch  sollen  sich  die  herrnwiert  imd 
gastgeben  sauberer  und  Instiger  trinkgeschirr,  schissleUj  thäller,  tisch- 
tüecher  und  zweheln  befleissen. 

Welcher  oder  welches  nun  der  obgesetzten  artickel  ainen  oder 
mer  verbrechen  und  nit  halten  wQrd,  der  jeder  oder  jedes  soll  umb 
zehen  ^  Si  in  münz  unabießlich  gestraft,  auch  die  peen,  so  die  über- 
faren  würt,  in  vierzehen  tagen j  den  nechsten  nach  dem  übe rt retten, 
den  stüblinsherrn,  so  jederzeit  in  der  Verwaltung  sein^  gegeben  und 
bezallt  werden. 


um 

JiiDunr  20. 


Ordnung  der  hocb^eiten  und  gastungen,  wie  es 
in  ains  ersammen  raths»  und  deß  gotzhaus  spital 
zu  Überlingen  gerichten,  deßgleichen  mit  deii 
vvierten  uf  dem  fand  der  mäler  halben  hinfürter 
gehalten  werden  soll. 

Dieweil  meine  herrn,  burgermaister  und  rath  deß  hailigen  reichs 
statt  Überlingen,  uß  christenlichem  eingepflanztem  eifer  und  bevolhnem 
ampt  zu   abstellung   deß   eingerisnen   mißbrauchs,   überflus    und   un- 


Überlingen.  509 

messigkait,  so  sich  bißher  in  haltung  der  hochzeiten  und  gastungen 
zugetragen,  in  irer  statt  sunderbare  Satzungen  ußgeen,  dieselben  auch 
gemainer  irer  burgerschaft  und  einwonern  durch  schrift  und  offen- 
lich  publicieren  und  verkünden  lassen;  so  haben  sie  demnach  irn 
und  ires  spittals  hindersässen,  zügehörigen  und  gerichtsverwandten 
uf  dem  land,  die  weil  sich  hierinnen  bei  inen  in  mererlai  weeg  biß 
daher  auch  nit  geringer  Überfluß  (welcher  doch  in  allweg  gott  dem 
allmechtigen  und  seinen  gepotten  zuwider  ist)  erschaint  hatt,  zu 
güttem  ditz  hernachvolgend  Ordnung  fürgenommen  und  dieselben  irn 
und  ires  gotzhaus  spittals  vögten,  amptleuten  und  Verwaltern  in  ir 
jedes  amptsverwaltung,  deßgleichen  irn  hindersässen,  underthonen 
und  gerichtsverwandten  zu  halten  bevolhen.  Es  ist  auch  alles  ains 
ersamen  raths  ernstlich  bevelch,  das  derselben  bei  daruf  gesetzter 
peen  in  allweg  stracks  gelept  und  nachgegangen  werd. 

Erstens  soll  nun  hinfüro  niemands  mer  in  gemainer  statt  Über- 
lingen und  deß  gotzhaus  spittals  gerichten  (unangesehen,  er  sei  wer 
er  wolle)  nit  lenger  hochzeit  haben  noch  halten,  dann  allein  ainen 
tag  und  zu  zwaien  malen,  als  namblich  gleich  uf  den  kürchgang  das 
imbis  und  volgends  das  nachtessen,  aber  an  dem  andern  tag  und  sunst 
weiter  hernach  soll  gar  dhain  mal  mer  gegeben,  noch  jemands  anderer 
lenger  dann  am  hochzeittag  gespeißt  werden,  doch  sein  in  disem 
fahl  frömbd  göst  ußgeschlossen.  Es  soll  und  mag  auch  ain  jeder 
breutigam  und  hochzeiterin  am  andern  tag,  der  nachhochzeit,  woll 
widerumb  zwen  tisch,  namblich  sechzehen  personen,  es  seien  mann, 
frawen,  gesellen  oder  junkfrawen,  zu  gast  haben,  aber  nit  mer,  sunder 
weil  minder,  jedoch  abermals  die  frembden  (wie  oblaut)  ußgeschlossen. 

Zum  andern  soll  auch  niemands  in  ains  erbarn  raths  und  deß 
spittals  gerichten  zö  dhainer  hochzeit  mer  personen,  es  sei  von 
mannen,  frawen,  gewachßnen  gesellen  und  gewachßnen  junkfrawen 
haben  und  laden,  dann  64  personen,  und  nit  darüber,  aber  woll  under; 
doch  sollen  hierinnen  abermals  frembde  göst  ußgeschlossen  sein,  allso 
das  man  derselben  über  die  vorbestimpten  anzal  nach  ains  jeden  ge- 
legenhait  woll  haben  und  laden  mag. 

Welcher  nun  also  in  den  gerichten  vorgelauter  weise  ain  hochzeit 
haben  und  halten  will,  der  soll  zu  ainer  jeden  malzeit  nit  mer  dann 
vier  trachten  oder  richten  und  darzü  ainen  käß,  aber  nit  darüber 
nit  mehrers  geben. 

Gleichermassen  soll  es  auch  mit  der  kürchweihinen,  gastungen 
und  den  wierten  in  obermelter  meiner  herrn  und  deß  spittals  gerichten 
gehalten  werden,  namblich  das  nun  hinfüro  niemands  uf  dhainer 
kürchweihin  oder  gastung,  noch  auch  dhain  wiert  in  den  gerichten 


zu  ainer  jeden  malzeii,  onang tischen,  die  göst  seien  frembd  oder 
hainibsth,  nit  iiier  dann  vier  traclUeii  oder  richten  und  darzü  ainee 
kliß  geben  und  uf setzen,  bei  hernachgeineUer  straff,  doch  graven, 
herrn  und  vom  adel  hierinnen  ußgeschlussen.  Wo  dieselben  etwas 
mehrers  und  weiters  begern,  dami  hieoben  von  trachten  gesetzt,  gegee 
denen  waißt  sich  ain  jeder  wiert  ul  dem  iand  nach  aines  jeden  stand 
und  wesen  mit  fürstellung  mehrerer  trachten,  auch  bessern  speis 
und  trank  der  gebiir  nach  zu  erzaigen,  sunst  aber  gegen  andern  äoU 
es  in  all  weg  bei  den  vier  trachten  oder  essen  und  dem  kä0  pleibeitt 

Zum  dritten,  so  ist  der  schenkin  und  gaabeten  halben,  vatter 
und  mütter,  brüedern  und  schwöstern,  seh  weher  und  schwiger,  M 
und  ana,  auch  allen  frembden  und  ußlendischen,  so  nit  in  den  ge- 
richten  gesessen,  vor  bell  allen  und  unbenommen,  das  ain  jedes  woU 
seiner  gelegenhail  nach  giiaben  oder  schenken,  und  solches  der  breu^ 
tigara  und  hoch2eilerin  annemmen  mag.  Item,  die  in  der  freundt- 
Schaft,  deßgleichen  vögt  und  pfleger,  sollen  das  par  zu  zweien  malen 
nit  mer  dann  zwelf  balzen  und  ain  ainzechtige  person  sechs  hatten, 
nit  mer,  aber  woll  minder,  gaaben. 

Die  andern  aber;  so  usserhalb  der  freundtschaft,  ain  ainigf 
person  drei  batzen  und  das  par  sechs  balzen,  auch  nit  mer,  aber 
woll  (wie  vorsteet)  minder,  doch  sollen  dieselben  personen,  so  nii 
in  der  freundtschaft,  sunder  gfitter  nachperschaft  oder  willens  wegen 
uf  die  hochzeit  geladen,  nit  mer  dann  allein  zu  dem  ersteji  imbis 
nach  dem  kiirchgang  gehn,  aber  zu  dem  nachlessen,  deßgleichen  am 
nachhochzeittag,  anhaims  pleiben  und  rüewig  sein. 

Sonst  aber  und  zum  beschlufl,  so  lassen  meine  herm,  ain  er- 
samer  rath,  der  andern  schenkinen  halben  in  im  und  deß  gotzhaus 
spitals  gerichten  uf  dem  Iand  jedermeniglichen  zu,  das  man  uiDem 
breutigam,  wie  von  alter  her,  woll  schenken  mag,  doch  soll  sich  m 
jeder  in  denselben  erbar  und  beschaidenlich,  auch  fridlich  und  freundt- 
lieh  und  wie  sich  den  ehin  gemeß  gezimpt  und  gehurt,  erzaigen  und 
halten. 

Welcher  oder  welches  nun  der  obgesetzten  artickel  ainen  oder 
mer,  es  sei  mit  haltung  der  hochzeitenj  gaslungen,  kurchweihineiip 
oder  aber  die  wiert  uf  dem  Iand  in  im  hörbergen  mit  fürsetzung 
merer  trachten  und  essen,  wie  oblaut,  verprechen  und  nit  halten  würd, 
deren  jeder  oder  jedes  soll  umb  zehen  pfund  pfening  unabloßhch 
gestrafft,  auch  die  peen  durch  ains  ersamen  raths  und  des  spitals 
vogt  und  amptleut  von  den  überfarern  ervordert  und  eingezogea 
werden. 


Überlingen.  511 

Und  damit  aber  ditz  Ordnung  und  Satzung  dester  bestendiger 
und  unzerbrochen  gehalten,  auch  die  übertretter  gestraft  werden,  so 
soll  ain  jeder  den  andern,  so  sollichem  allem  in  ainem  oder  mer 
puneten  nit  gelept  hat,  seinen  vogt  oder  amptman  zu  rüegen  und  an- 
zügeben schuldig  sein,  bei  straff  drew  pfund  pfening,  welche  derjenig, 
so  solliche  wissenthafte  übertrettung  obberürter  artickel  seinem  vogt 
oder  amptman,  darunder  er  gesessen,  nit  gerüegt  oder  angezaigt  hette, 
one  alles  mittel  zu  peen  verfallen  sein;  darnach  soll  sich  meniglich 
gerichten  und  vor  nachtail  zu  bewaren  wissen. 

Actum  freitags,  sant  Sebastians,  deß  hailigen  martirers  tag 
anno  1559. 


Schwäbischen  kraißabschids  und  Ordnung  von     ^^^ 

j  j         j  i_  1  1,1.,    Januar  11. 

wegen   der   gardenden   herrnlosen   knechten,   auch 
bettler  und  andern  unnützen  gesinds. 

Nachdem  die  stend  dises  hochloblichen  schwäbischen  kraiß  uf 
jüngstem  kräißtag,  so  den  sechsundzwainzigisten  tag  novembris  deß 
nechstverschinen  neunundfünfzigisten  jars  zu  Ulm  gehalten  worden, 
uß  angebornem  fürstlichem  und  vätterlichem  gemüet  under  andern 
hochermelts  schwabischen  kreiß  beschwerden  zuvorderst  für  äugen 
genommen,  wie  nunmer  ain  Zeitlang  durch  die  herrnlosen  gardenden 
knecht  der  gemain  mann,  auch  wittwen  und  waisen  dises  kraiß  uf 
dem  land,  der  sonderlich  zu  diser  theuren  zeit  mit  seinen  kindern 
selber  hunger  leiden  muß,  mit  abnemmung  seines  blutigen  schwaiß, 
deßgleichen  auch  sonst  in  all  ander  weg  unangesehen  ir,  der  armen 
ieuth,  unvermoglichait  zum  höchsten  beschwerdt  und  überloffen 
werden. 

Und  wiewol  ain  solliches  alles  deß  hochverpeenten  ußgekündten 
kaiserlichen  landtfridens,  auch  vervolgten  reichs-  und  kraißabschiden 
zum  allerhöchsten  verpotten; 

und  dann,  dieweil  an  wirklicher  execution  erstangeregter  con- 
stitutionibus  allerlai  mangel  erscheinen,  dargegen  sich  aber  die  überlag 
und  beschwerd  der  herrenlosen  und  gardenden  knecht  täglichs  je 
mer  häufen  will, 

so  haben  sich  wolernannte  schwäbische  kräißstend  dem  armen 
mann,  auch  wittwen  und  waisen,  deßgleichen  aines  jeden  stand?  ge- 
richtsverwandten und  underthonen  uf  dem  land  zu  gutem,  und  damit 
sie  künftiglich  von  sollichem  übertrang  und  nachtail  verhüet  werden 
mögen,  hernachvolgender  Ordnung,  dieselben  durch  disen  ganzen 
schwäbischen  kraiß,  und  allso  ainen  jeden  stand  insonders,  in  seiner 


hohen  und  nidem  gerichtlichen  uberkait  slrenglirh  imd  voll  kommet) 
lieh  2Ü  hallen  ganz  ernstlich  verglichen: 

Erstlich  soll  ain  jeder  underthon,  gastgeb  und  gerichtsvemandter, 
oiuHigesehen,  er  sei  hocbs  oder  niders  Stands,  ald  under  wökher 
oberkait  er  gesessen,  alle  verdachte,  umbschwaifende  nnd  uiihekaiirUe 
personen  ob  den  straasscn,  in  den  flecken  und  herbergen  mit  boBteni 
l^limpf  und  guter  beschaidenhail  ansprechen  und  fragen,  woher  üie 
hieben»  vver  sie  seien,  wem  sie  zustanden,  wem  sie  Eüwullen,  und 
wobinauü  sie  wollen  etc,  mit  der  Vermeidung,  sie,  die  frembden 
und  unbeküTinten  weiten  es  inen,  den  underthonen,  in  ungölem  iiil 
vermerki*n,  dann  solliche  ordnnng  mit  gemainem  beschlufl  aller  stend 
dises  kraiß  beschehen ;  so  würde  es  auch  inen,  den  unhekaouten 
Personen  z(i  dhainer  gefahr,  sonder  zu  güttem  in  disen  gefahrlichea» 
geschwinden    nnd    unsichern    leufen    fürgenommeii. 

Wo  dann  auf  solliches  befragen  gütler,  unverdächtlicber  beschaid 
gegeben  würde,  so  sollen  es  alßdann  die  vögt,  araptleut  und  uiider 
thanen  darbei  bleiben  und  die  fürziehenden  one  weiter  besprechmig 
hinziehen  lassen. 

Degebe  es  sich  aber,  das  ut  solliche  ansprechen  die  unbekannte 
personen  bericht  zu  geben  sich  gar  waigern,  oder  aber  unricbligo 
argwönige  antwujlen,  zu  dem  in  den  hörbergen,  sonderlich  aber  iE 
den  offnen  flecken  sich  gegen  abends  nit  ußziehen,  ire  gewühr  nnd 
harnasch  nit  von  sich  thun,  ire  roß  über  nacht  gesattelt  stehn^  auch 
nit  zu  bött  weisen  lassen,  oder  allain  etUch  zu  bott,  die  andern 
in  stallen  bei  den  geilen  sich  halten  würden,  so  soll  allso  bald  ain 
jeder  wüert  und  underthon,  bei  wölchem  solliche  leut  einziehen  oder 
underschleuf  suchen,  bei  den  pflichten  und  aiden,  damit  er  meinen 
herrn,  ainem  ersammen  rath  der  statt  Überlingen  verwandt  und  zü- 
gethon  ist,  auch  in  craft  obangeregts  jüngsten  craißabschids,  zuvor- 
derst aber  deß  hochverpeenten  kaiserlichen  landtfridens,  schuldig  und 
verpunden  sein,  solliches  allsobald,  und  one  verzug,  so  tags,  so  nachts, 
mit  allen  gütten  notwendigen  umbstenden,  und  wieviel  die  verdachten 
personen,  ainem  vogt  anzaigen. 

Und  im  fahl,  do  es  ain  gesamelt  gesind,  nicht  ainicherlai  klaider, 
die  auch  dhain  herrn  oder  haupt  bei  inen,  uf  wölchen  sie  sich  ver- 
sprochen, weren  verkapt  uf  den  straassen,  oder  mit  gemachten  härten 
abwegs  geritten,  Hessen  sich  auch  sonsten  verdächtlicher  reden  oder 
trowort  vernemmen,  die  sollen  alßbald  wol  verwart,  die  stall,  darinnen 
die  roß,  verrigelt  und  verlegt,  sie  nit  hingelassen  und  allso  lang  gegen 
inen  gehandelt,  bis  die  zu  haft  und  sicherhait  gepracht  werden. 


Überlingen.  513 

Nachdem  aber  sollich  gesind  sich  gemainlich  der  sondern  schlupf 
und  abweg  befleißt,  auch,  da  sie  sich  deren  geprauchen,  dester  eher 
für  diejenigen,  so  nit  rechte  Sachen  füeren,  zu  halten  sein,  so  sollen 
in  mergemelter  meiner  herrn  gerichten  und  gepieten  durch  die  under- 
thonen  alle  und  jede  landtwöhren  verrigelt,  vergraben,  die  fürt  ver- 
schlagen und  allso  angericht  werden,  das  man  bei  der  gemainen 
landtstraß  müesse  pleiben  und  die  verdachten  durch  solliche  schlupf 
nit  einfallen  könden.  Es  ist  auch  allen  und  ieden  diser  kraiß  ober- 
kaiten  und  herrschaften  und  underthonen  in  craft  deß  raichs-  auch 
hievoriger  und  jetzigen  kraißabschids  vergönnt  und  zugelassen,  das 
man  sollichen  verdächtigen  personen  von  ainer  oberkait  in  die  andern 
nacheilen  und  zu  haftung  pringen  mag,  zu  wölchem  dann  ain  jede 
anstossende  oberkait,  fleck  oder  statt,  ir  unverzogenliche  hilf  mit 
dem  sturmstraich  oder  sonst  zu  beweisen  schuldig  sein. 

Doch  so  sollen  die  underthonen,  so  allso  obgehörter  gestalt  den 
verdachten  personen  nacheilen,  die  flecken  nit  gar  lehr  verlassen, 
sondern  allain  etliche  nach  gelegenhait  deß  notfahls  ußschicken;  die 
andern  underthonen  aber  sollen  die  flecken,  thor  und  straassen  ver- 
hüeten,  und  sonderlich  aber  iallwegen  ainer  oder  zwen  reutender 
ußgeschickt,  auch  von  ainen  flecken  zu  dem  andern  warnung  gethon 
werden,  und  soll  gleich  alßbald  und  von  stundan  in  ainem  jeden 
flecken  insonders  Verordnung  beschehen,  welche  und  wievil  personen 
in  fahl  der  not  und  fürfallender  nacheil  bei  dem  flecken  pleiben,  deß- 
gleichen,  wölche  sich  zu  der  nacheil  schicken,  und  dann  wer  und 
wievil  personen  zu  den  abwegen,  passen  und  fürten  beschaiden 
werden  sollen. 

Zum  andern,  damit  neben  disem  allem  das  garden  der  herrn- 
losen knecht  und  andern  unnützen  gesinds  in  disem  kraiß  abgestölt 
und  das  gemain  arm  volk  uf  dem  land  diser  unlaidenlichen  und  un- 
überschwenklichen  beschwerd,  sovil  immer  möglich,  entladen  werde, 
so  ist  nit  allain  gemainer  deß  löblichen  schwäbischen  kraiß  stend 
beschluß,  sonder  auch  meiner  herrn,  ains  ersammen  raths  ganz  ernst- 
licher bevelch:  wo  hinfürter  ainicher  oder  mer  knecht,  er  sei  kriegs- 
mann  oder  anderer,  uf  den  garden  betretten  würd,  der  oder  dieselben 
sollen  umb  irn  nammen  und  von  wannen  sie  seien,  angesprochen 
werden,  und  man  sie  alßdann  globen  und  schwören  lassen,  sich  den 
nechsten  in  ir  vatterlandt,  sie  seien  in  oder  usserhalb  dises  kraiß 
anhaim,  zu  verfüegen,  dhain  nacht,  do  sie  die  ander  gewesen,  zu 
pleiben,  und  sich  dazwüschen  deß  gardens  gänzlich  zu  enthalten. 
Würde  sich  aber  ainer  oder  mer  solliches  gardenden  gesinds  deß 
globen  und  schwörens,  oder  anders,  wie  obgemelt,  verwidern  oder 

Obtrrheluifche  Stadireobie.    XI,  8.  88 


.gif  ÜbefHngeo, 

spören,  oder  aber  über  ir  gethone  glübdt  und  geschwomeu  aid  witti 
umbschwaifen,  den  necbsteu  nit  aribaims  ziehen,  sonder 
vortfarn  imd  die  armen  und<jrlhonen  beschweren  und  ob  inen  ligen, 
die  sollen  in  disem  fahl  den  nechsien  eingezogen  und  der  malefitzischea 
obexkait  liberantwurt  werden. 

Es  sollen  auch  die  underthonen  nieraandtSj  weder  reich  noch  arm» 
sollichen  gardenden  und  herrnlosen  knechten,  auch  anderm  unnützen 
unibschwaifenden  gesind  nichzit  nier,  weder  wenig  noch  vil,  klains 
noch  groß,  geben,  auch  dasjeiüg,  so  sie  ergardet  und  den  armen  leuten 
abgetrungen,  von  inen  weder  umb  gelt,  geltswerung,  oder  zörung 
kainswegs  nemraen,  noch  sie  darumben  beherbergen,  sonder  sie  in 
irem  durchzug  bei  den  ordenlichen  würtschaften  zeren  lassen,  auch 
den  nechsten  hinweg  in  ir  vatterland,  und,  do  sie  anhaims,  zu  ziehen 
ermanen  und  weisen,  auch,  das  sie  demselben  geleben  und  nach- 
kommen wollen,  angloben  und  schwören  lassen. 

Gleichsfals  sollen  es  die  underthonen  gegen  den  ssigeuneni, 
starken  betüern  und  landtfarern  nit  weniger,  dann  nechst  hieobeu 
der  herrlosen  gardenden  knecht,  auch  anderer  verdächtigen  und  ark^ 
wenigen  personen  halben  nach  lengs  gesetzt  und  begriffen  ist,  in 
ttUweg  halten,  atlso  das  sie  denselben  gar  dhainen  lürschub  oder 
underschlauf  gestalten,  noch  auch  nichzit  mer,  weder  wenig  noch 
vil,  geben,  auch  dasjenig,  so  sie  erböttlel,  und  den  armen  leuten  ab* 
getrungen,  von  inen  weder  umb  gelt,  geltswerung  oder  zörung  kains- 
wegs nemmen,  noch  sie  darumben  hehörbergen,  sonder  sie  in  irem 
durchzug  den  nechsten  hinw^eg  in  ir  vatterland,  und  do  sie  anhaims, 
zu  ziehen  ermanen  und  w*eisen,  auch,  das  sie  demselben  gelobea 
und   nachkommen   wollen,   angioben   und   schwören   lassen. 

Zum  dritten  haben  auch  merwolernannte  schwäbische  krais* 
stend  verabschidet,  gesetzt  und  geordnet,  das  der  stend  dieses  kraiß 
underthonen  hinfüro  ainander  nicht  rner  vor  landt-  oder  frembden, 
sonder  vor  im  ordenlichen  gerichten  mit  recht  fürnemmen  und  be- 
clagen  sollen,  in  dem  fall  aber  ainicher  underthon,  oder  ainich  uß- 
geseßne  in  gemainen  Sachen  ainander  änderst  dann  vor  irn  orden- 
lichen, sonder  mit  frembden  gerichten  fürgenommen  würden,  alßdann 
soll  der  citiert  oder  beclagt  sollichs  von  stund  an  der  oberkait  an- 
zaigen,  damit  darauf  die  rechtvörtigung  alßbald  bei  dem  clagenden 
underthonen  abgestoUt  werden  mög. 

Hierauf  und  dem  allem  nach,  dieweil  sich  mein  gepietend  und 
günstig  herrn  burgermaister  und  rath  deß  hailigen  romischen  reichs 
statt  Überlingen,  als  ain  statt  und  mitglied  deß  schwäbischen  hoch- 
loblichen  kraiß,  schuldiglich  erkennen,  obangeregt  gemainnutzig  hoch- 


Überlingen.  515 

notwendig  gut  werk  nit  allain  in  irer  statt,  sonder  auch  derselben 
und  deß  gotzhauß  spittals  nidern  gerichtlichen  oberkait  uf  dem  land 
(wie  inen  ain  solliches  der  jüngstergangen  kraißabschid  zu  thün  auf- 
erlegt) zum  'fürderlichisten  anzurichten,  und  allso  dardurch  nit  allain 
den  reichsabschiden,  sonder  auch  vilermelter  gemainer  kraißstend 
beschluß  und  Ordnung  gepürende  gehorsame  und  volnziehung  zu 
laisten,  so  wollen  sie  ain  solliches  allen  und  jeden  irn  underthonen 
hindersässen  und  gerichts verwandten  hiemit  offenlich  verkündt  und 
dieselben  darbei  ganz  ernstlich  vermanet  haben,  dem  allem,  so  ob- 
steet,  tags  und  nachts  in  den  flecken  und  uf  den  Strassen  mit  ge- 
trewem  vleiß  und  ernst,  dieweil  es  unser  aller  unvermeidenlich  not- 
turft  ervordert,  zu  geloben  und  nachzukommen  und  sich  daran  nichzit 
verhindern  zu  lassen,  alles  bei  Vermeidung  der  Ungnaden  und  straffen, 
deßgleichen  anderer  peenfäll,  nit  allain  dem  kaiserlichen  landtfriden, 
sonder  auch  den  reichs-  und  kraißabschiden  und  ußgegangnen  publi- 
eierten  mandaten  einverleipt.   Darnach  wisse  sich  meniglich  zu  richten. 

Actum  den  ailften  tag  januarii  anno  60. 

Gebott    deß   gewürms,   so   man    gmainlich    die 
sticher  nennt,  deßgleichen  von  der  eich  halben.         ^i^ 

Meinen  herm  ainem  ersamen  rath  ist  fürkomen,  wie  sie  auch  ^p"^^^- 
dasselbig  in  erfarnhait  gebracht,  das  sich  das  gewürm,  so  man  ge- 
mainlich  die  sticher  nennt,  abermals  häufend  einreisend,  dardurch 
dem  gmainen  armen  man  grossen  nachtail  und  schad  zusteen  und 
begegnen  soll,  demnach  gmainem  nutzen,  deßgleichen  reichen  und 
armen  zu  guten,  so  ist  meiner  herrn  bevelch,  das  jetzo  ain  jeder, 
er  sei  burger  oder  michiman,  er  buwe  reben  für  sich  selbst,  zu 
gmainden  oder  nit,  nechstkünftigen  freitag  mit  seinem  selbstaignen 
haußgesind,  deßgleichen  auch  darnach  die  andern  volgenden  wochen 
biß  pfinsten,  namblich  jede  wochen,  insonders  am  freitag  und  am  samp- 
stag,  in  die  güeter  schicken,  und  sollich  unzübel  in  angster  oder 
ander  geschier  versamlen  und  verprennen,  bei  straff  ains  pfund 
pfenings;  welcher  aber  das  nit  thete,  soll  ain  jeder  den  andern  bei 
dem  aid  zu  rüegen  schuldig  sein.  Doch  ist  kainem  unbenomen, 
welcher  für  sich  selbst  ime  zu  gutem  zu  abwendung  sollchen  vor- 
steenden  Übels  zwischen  sollichen  tagen  in  den  güetern  handien,  für- 
nemen  wollt. 

Zum  andern,  nachdem  ain  jede  christenliche  oberkait  schuldig 
ist,  den  gmainen  nutzen  und  darbei  irer  befolchnen  burgerschaft, 
underthonen,  zügewannten  wolfart  zu  befürdern,  haben  meine  herrn 
disen  mangel  befunden,  das  etwa  frembde  und  ungleiche  eichen  alher 

88» 


^1^^^^^^^^^^^^^^^^  Überlingen. 

komen,  und  darnacii  die  fasser  uaertordert  rechte  eich  im  weinW 
kaufen  der  burgerschaft  alhie  gefüllel  werden,  und  demhalbeii  dise 
Ordnung  fürgenoinen,  auch  dem  erbarn  handtwerk  der  kCiefer  emsl 
lieh  bevelch  geben;  Welcher  burger  nun  hinfiiro  wein  verkaufen 
welle,  wenig  oder  vil,  das  kain  küefer  die  faß  villen  solle,  er,  der 
burger,  einwoner  oder  michiman,  haben  dann  zuvor  den  küefer 
ain  zaichen  oder  polliten,  was  und  wievil  ime  fasser  geeichet  und 
in  den  keler  geantwurt  worden  seien.  Darnach  wisse  sich  ain  jeder 
burger  oder  michiman  vor  nachlhail  und  schaden  eü  verhielen; 
dann,  so  ainer  oder  mehr  obsteende  artieul  überfüeren  und  dero  nit 
geleben,  würden  meine  berrn  verursacht,  weitere  und  andere  straffen 
gegen   den   ungehorsamen  fürEÜneraen. 

Actum  an  saut  Jergcn,  deß  hailigen  ritters   tag  anno  60, 

Gepott  und  verpott  von  den  malern,  so  uf  dem 
rathhauB  nun  hinfürler  gehalten  werden  sollen. 
nam  blich: 
Mein  gepietenrt  und  günstig  herrn,  ain  ersamer  rath,  haben  liir 
äugen  genomen,  erwogen  und  bedacht  die  vilväUigen  geschäfl  und 
handlungen,  damit  sie  mit  täglichen  sitzen  und  rathschlagen  uf  dem 
rathhauß,  deßgleichen  auch  die  amptsherrn  von  irer  bevolchnen  ämpter 
wegen  hemüeth  werden,  dardurch  aber  das  ir  anhaimsch  verabsäumen 
und  wenig  ergetzlichait  (wie  dann  etwan  an  andern  orten  gepreuch 
lieh)  dargegen  einnemen  und  enipfahen,  und  dann  neben  diseni  allem 
den  grossen  merklichen  uncosten,  so  mit  baltung  der  mäler  auf  dem 
ralhhauß  durch  sie,  die  herrn  und  ire  diener,  ganz  vilvältiglich  und 
überflüssig  mit  schmalz,  wein,  flaisch  und  anderm,  so  zu  soUichen 
malern  von  dem  spittal  reichlich  genomen,  gepraucht  und  ufgewendt, 
aber  dem  spittal  wenig  darfür  gegeben  worden,  anfänglichs  ohberüerte 
ämpter  mit  meherm  willen  und  vleiß  (onangesehen,  das  es  ain  jeder 
usser  gottes  und  der  oberkait  bevelch  one  das  für  sich  selbst  zu  thun 
schuldig  ist)  verrichten,  auch  dieselben  zutragen,  und  desto  statt- 
licher zu  versehen  und  zu  verwalten  den  fürgesetzten  heuptern  und 
ämptern  unbeschwärlicher  seien,  deßgleichen  obangezogen  überflüssig- 
kait  und  uncosten  (welche  zuvorderst  [von]  gott  dem  allmechtigen 
zum  hechsten  verpotten)  abgestellt,  auch  der  gmain  seckel  verer  damit 
nit  beschwert  werd,  so  haben  wolgenannte  meine  herrn  sollichen 
heuptern  und  ämptern  von  ainem  zu  dem  andern  järliche  vererungen 
von  sollicher  ämpter  und  auch  der  mäler  wegen  (die  inen  nun  hin- 
fürter  uß  dem  stüblin  gegeben  werden  sollen)  geordnet,  auch  sonst 
der  mäler  halben  gesetzt  und  Ordnung  fürgenomen,  die  selben  hin- 
fürter  zu  halten  wie  hernachvolgt : 


Überlingen.  517 

Die  vererung  derhäupter  und  ämpter  betreffend, 
beden  burgermaistern: 

Erstlich  soll  man  nun  hinfürter  ainem  newen  burgermaister,  so 
das  ampt  tregt,  järlichs  von  gmainer  statt  wegen  zu  ainer  vererung 
und  ergetzlichait  seiner  vilvaltigen  mieh  und  arbait  geben  fünfzehen 
pfund  pfening,  davon  soll  er  den  geschwornen  knechten, '  naniblich 
rathsknecht  und  stiblinschreiber,  deßgleichen  stattpotten  die  mäler 
zö  den  hochzeitlichen  festen  nach  altem  geprauch  und  herkomen 
raichen. 

Deßgleichen  ainem  alten  burgermaister  auch  von  gmainer  statt 
fünf  pfund  pfening. 

Und  dann  ainem  jeden  newen  und  alten  burgermaister  und 
obersten  quartierherrn  ab  dem  rathhauß  auch  nach  alter  gewonhait 
ain  bürdin  hohen. 

Dise   accidentalia   sein   obermelten   ämptern   anhengig. 

Item  ainem  jeden  newen  und  alten  burgermaister,  stattaman, 
obersten  quartierherrn  und  stattschreiber  haben  dise  gotzheuser  von 
alterher  käß  zu  gutem  jar  gegeben: 

namblich  der  comenthur  in  der  Mainow  zwen  käß; 

guardian  zä  parfuossen  ain  käß; 

apt  zu  Salmenschweil  ain  barhopter  käß; 

pfarherr  alhie  ain  käß; 

spittal  alhie  ain  käß. 

Und  dann,  so  verert  ain  comenthur  in  Sant  Johanns  oder  sein 
Statthalter  die  obgemelten  hepter  und  ämpter  jeden  insonders  aller- 
järlichs  zu  weihenachtzeiten  mit  ainem  guten  wagen  buochin  holz. 

Wann  und  sooft  auch  obermelte  gotzheuser  Salmenschweil, 
Mainow  und  Sant  Johanns  vischen,  so  thuen  sie  ainen  jeden  der  ob- 
gemelten herrn  mit  vischen  auch  vereren. 

Sonderlichen  aber,  *so  verert  mein  herr  von  Salmenschweil  meine 
herrn  räth  und  richter  järlichs  uf  das  letare  mit  ainem  grossen  hecht 
und  andern  guten  vischen.  Dieselben  werden  alßdann  durch  sie, 
meine  herrn,  mit  ainandern  uf  dem  rathhauß  genossen  und  verzert. 

Und  so  von  gemainer  statt  oder  deß  spittals  wegen  gevischet 
würdet,  soll  man  allwegen  ainem  jeden  newen  und  alten  burger- 
maister und  obersten  quartierherrn  von  ainer  jeden  gattung  visch 
ain    stuck   schicken   und  sie   dieselben   besichtigen   lassen. 

Dann  man  nun  ußgevischet  hatt,  so  soll  man  alßdann  abermaln 
ainem  newen  und  alten  burgermaister,  stattaman  und  quartierherrn 
jeden  mit  ainem  par  karpfcn,  deßgleichen  räth  und  richter,  auch  den 


518  Überlingen, 

slattschreiber,  jeden  mit  ainein  karpfen  und  dann  volgendts  hernacher 
in   der   vasten    allermassen,   wie   hieoben   geschriben    steet,   vereren. 

Und  im  fahl,  das  ain  newer  oder  alter  bürge rmaister,  staUaman 
oder  oberster  qiiartierherr  in  der  statt  an  heusern,  torgeln,  gälten  oder 
andern  dergleichen  güetern  ichzit  xü  bau  wen  Vorhabens  oder  willens, 
so  soll  ir  jedem,  so  ain  solliches  ampt  tregt,  ufl  dem  graben  geprochen 
stain  gnüg,  sovil  er  dero  nottürftig  ist,  vergebenlich  und  darzu  brälter, 
ziegeU  ziegelstain  und  kalch  in  dem  gelt,  wie  ainem  andern  burger 
gegeben,  jedoch  aber  ir  jedem  an  ainem  füder  brätter  sechs  pfeniag. 
item  an  ainem  hundert  Siegel,  ober  und  under  lach,  auch  sechs 
pfening,  item  an  ainer  tröchen  voll  kalch  sechs  pfening,  und  dano 
an  ainem  hundert  ziegelstain  auch  sechs  pfening  zii  gut  nachgelassen 
werden. 

Doch  ob  erstgeraelter  ainer  usserhalb  der  statt  rinkmaur,  es  sei 
zu  Held  oder  mülinen,  ald  an  ainem  garten  ichzit  von  maurvverk  bawen 
wollt,  alßdann  soll  bei  meiner  hcrrn,  ains  ersamen  raths,  gelegen- 
halt  seiUj  was  man  dann  z&mal  ainem  sollichen  usserhalb  der  statt 
zu  mauren  zulassen,  und  wievil  ime  grabenstain  zu  demselben  uß- 
wendigen   baw  vergebenlirh   volgen  lassen  welle    oder  nit. 

Wellte  oder  würde  aber  ain  andere  raihsperson,  deßgleichen 
auch  ainer  deß  gerichts  innerhalb  der  statt  bawen»  dero  jedem  soll 
ain  fart  mit  stain  uß  dem  graben  (sover  es  änderst  ainer  begert  und 
dero  bedürftig  ist),  namblich  ain  fart  stain  mit  ainem  roß  umb  achl 
pfening,  deßgleichen  ain  fart  mit  zwaien  roßen  umb  sechzehen  pfening 
und  nit  heher  gegeben  werden. 

Stattaman. 

Item  ainem  herrn  statlaman  nun  hinfürlcr  von  sins  tragenden 
ampts  wegen  usser  dem  stiblin  innamen  gmainer  statt  gegeben  werden 
fünf  pfund  pfening  und  dann  järlichs  von  dem  unü)gelt  zwai  pfund 
pfening. 

Doch  soll  er  nach  altem  geprauch  und  herkomen  gewonhait  den 
gerichtschreibe^",  deß  stattschreibers  Substituten,  den  pittel  und  umb- 
geltknecht  zu  den  hochzeitlichen  vesten  die  mäler  geben. 

Spittalpfleger. 
Item  ainem  jeden  spittalpfleger,  so  hinfürter  usser  der  oberkait 
bevelch  solliche  amptsverwaltung  tregt,  soll  von  dem  gottshauß  spittal 
zu  dem  guten  jar  gegeben  und  verert  werden,  namblich  zwen  gold- 
guldin;  item  für  pfeffer  und  saffran  zwai  pfund  pfening  und  ains 
jeden  eelichen  haußfrawen  ain  pfund  pfening,  mer  seinem  haußgesind 
fünf  Schilling  pfening,   und   am  hailigen   abend   ain   sauglamb,    deß- 


Überlingen.  519 

gleichen  am  newen  jars  abend  zwen  pfanzellten  und  ain  martins- 
gmüeß,  auch  wann  man  Dirrenbach  vischet,  ain  new  par  stiffel,  und 
dann  in  der  emd  ain  batzen  für  badgelt. 

Stiblinsherren. 
Item  ain  jeder  stiblinßherr,  so  das  ampt  tregt,  soll  hinfürter 
iron  seinem  ampt  zu  vererung  haben  und  tragen,  namblich  erstens 
iron  bertirts  ampts  wegen  drei  pfund  zehen  Schilling  pfening;  item 
sibenzehen  Schilling  sechs  pfening  für  den  wein  am  sonntag;  item 
ier  steur  halben  ain  pfund  pfening;  item  von  machung  deß  spectavits 
ireizehen  Schilling  pfening;  mer  von  stair  anzuschreiben  ain  pfund 
irei  Schilling  drei  pfening;  von  den  kindtspflegschaften  ungevarlich 
zwai  pfund  pfening;  von  umbgelterherrn  alle  fronfasten  zwen  Schilling 
vier  pfening;  und  ain  Schilling  zwen  pfening,  sooft  man  deß  baw- 
knechts,  kalch-  und  salzknechts  steck  und  büchsen  ußlährt.  Es  sein 
auch  sollich,  deßgleichen  der  bawherren  ampt  alle  und  jede  graben, 
rhain,  thäm  und  allmanden,  gemainer  statt  zugeherig,  einverleipt, 
ioch  sollen  sie,  die  bawherrn  und  stiblinßherrn  alle  jar  järlichs  uf 
sant  Georgen  tag  umb  solliche  stattgräben,  rhain,  thäm  und  allmanden 
durch  frei  unpartheiische  handlung  loßen,  was  dann  ainem  umb  die- 
selben das  loß  gibt,  darbei  soll  ain  jeder  pleiben  und  ain  jeder  aller 
järlichs  den  gepürenden  zinß,  wie  von  alter  her,  davon  in  das  stiblin 
richten  und  antwurten;  gleichermassen  sollen  auch  gemelte  stiblinß- 
herrei;  und  bawherrn  die  kelber,  so  von  alter  her  auch  in  das  baw- 
ampt  geherig  geweßt,  und  dann  allen  baw  oder  mist  von  den  drei 
hierten,  den  erker  zu  müllinen,  blaicher  und  meßmer  zu  Sant  Lien- 
harten,  auch  zugleich  under  ainander  thailen,  allso,  das  ainem  sovil 
gils  dem  andern  widerfare;  doch  sollen  sie  gemelten  hierten  und  den 
ändern  personen  umb  kelber  und  mist  mit  parem  gelt  abtrag  thun, 
wie  dann  zumal  die  schleg  sind. 

Bawherrn. 

Beeden  bawherrn  samentlich  und  mitainander  sollen  in  ir  ampt 
'eherig  sein  all  nuß  uf  der  wiß  und  gmainen  allmanden,  und  hat 
iin  jeder  darzü  aller  järlichs  von  solliches  ampts  wegen  ußcr  dem 
stiblin  zu  ainer  vererung  zwai  pfund  pfening. 

Es  sein  auch  sollichem,  deßgleichen  der  stiblinßherren  ampt 
lUe  und  jede  graben,  rhain,  thäm  und  allmanden  gmainer  statt  zü- 
;eherig  zu  nutzen  und  zu  messen  einverleipt;  doch  sollen  sie,  die 
3awherrn  und  stiblinßherrn,  alle  jar  järlich  uf  sant  Georgen  tag  umb 
solliche    stattgräben,    rhain,    thäm    und    allmanden    durch    freie    un- 


w» 


übe(rHng«ii* 


partbeiische  handlung  loßen,  was  dann  ainem  miab  dieselben  das 
loß  gibt,  darbei  soll  ain  jeder  pleiben  und  aia  jeder  allerjärlichs  deü 
gepürlichen  zinß  davon,  wie  von  alter  her  in  das  stiblin  richlen  und 
antwurten. 

Gleichermassen  sollen  auch  gemelte  stiblinß-  und  bawherm  df 
kelber,  so  von  alter  her  auch  in  das  bawanipt  geherig  gewest,  und 
dann  allen  bav^^  oder  mist  von  den  drei  hierten,  dem  erker  zu  mülliuf'E. 
blaicber  und  meßmer  zu  Sant  Lienbarten  auch  zugleich  under  aii' 
ander  thailen,  aüso  das  ainem  sovil  aUs  dem  andern  davon  wider* 
fare;  doch  sollen  sie  gemelten  bierten  und  den  andern  personen  ob 
vermelt  umb  kelber  und  mist  mil  parem  gelt  abtrag  und  bekemii| 
Ihüji,  was  dannzümal  die  schleg  und  keuf  in  allem  sein- 


Umgelterherrn, 


d 


Item  ain  jeder  unigelterherr  hat  von  seinem  ampL  wikim  er 
stenrt,  zwai  pfund  pfening,  und  so  sie  das  fron f asiengelt  in  das  stibliQ 

überantvvurt,  jeder  fünf  Schilling  pfening;  wie  es  aber  mit  aufhebung 
und  probierung  der  gewicht  uf  den  jarmärkten  von  wegen  der  under- 
trink  und  ir,  der  umbgelter  auch  bawherrn  halben,  hinfürler  gehalten 
werden  soll,  würdet  bernaeher  under  dem  tiUel:  jarmärkt  und  uf- 
hebung  der  gericht  begrißen, 

Ußvögt, 

Item  ainem  jeden  ußvogt  soll  alljärlichs  hinfürler  für  die  quart 
weiuj  so  sie  alle  sampstag,  wann  sie  geamptel,  uf  dem  rathhaufl 
gebapt  haben,  uß  dem  stiblin  gegeben  werden  ain  pfund  pfenning. 
und  dann  von  dem  vogt  seiner  bevolchnen  ußvogtei  zehen  henneiL 

Quartierherren. 

Nachdem  vor  jaren,  als  die  erbarn  zünft  in  haltung  und  Übung 
gew^est,  etliche  zunftmaister  von  irem  ampt,  sonderlich,  aber  die  metzger 
und  becken  von  dem  bank-  und  laibenzinß  von  wegen  einziehung^ 
desselben  ain  vererung,  etliche  aber  nichts  gehapt,  welche  zinß  zum 
thail  durch  die  oberkait  ufgehept  und  dardurch  solliche  vererung 
auch  gefallen  sein,  damit  aber  under  den  quartierherrn  gemainlich 
durchgeende  gleichait  gehalten,  so  soll  man  nun  hinfürter  ainem 
jeden  quartierherrn  von  dem  gmaine  gefeil  seins  zugeherigen  quartier- 
hauß  für  solliche  järliche  vererung  ain  pfund  pfening  und  nit  mer 
gegeben  werden. 


Überlingen.  521 

Hernach  volgt  die  Ordnung,  wie  es  nun  hinfürter 
mit  den  malern  und  undertrinken  uf  dem  rathhauß 
gegen  herrn  und  knechten  gehalten  werden  soll. 

Meine  herm  burgermaister  und  ain  ersamer  rath  haben  ußer  ob- 
angeregten  erzelten  n<^twendigen  Ursachen  zä  abstellung  deß  merk- 
lichen überflüssigen  uncostens,  so  auf  dem  rathhauß  mit  den  malern 
aofgeloSen,  ditz  Ordnung  fürgenomen,  statuiert,  gesetzt  und  wellen, 
das  nun  hinfürter  durch  das  ganz  jar  uf  dem  rathhauß  nit  mer  dann 
drew  ordinär  mäler  gehalten  und  durch  meine  herrn  räth  und  richter 
genossen  werden  sollen,-  nämlich  das  pfingstmal,  großmal  und 
herpstmal. 

Doch  ob  hier  zwischen  sollicher  zeit  und  den  genachperten  herrn 
underm  adel  mit  wildbrät,  vischen  oder  anderm  verert  würden,  soll 
jederzeit  meinen  herrn  bedenken  und  gelegenhait  steen,  solliche  ver- 
erungen  mit  ainander  uf  dem  rathhauß  zu  niessen  und  zu  verzeren, 
oder  aber  dasselbig  underwegen  zu  lassen.  Wann  sich  dann  solliche 
extraordinari  mäler  zütrüegen,  sollen  dieselben  gleich  wie  die  ob- 
angeregten  drei  ordinari  mäler  auch  uß  dem  stiblin  bezalt  werden 
und  die  stiblinßherrn  und  ir  diener  zu  sollichen  malern  Verwalter 
und  verseher  sein. 

Pfingstmal. 

Anfenglichs,  wann  am  pfingstmontag  morgens,  sobald  die  frie- 
meß  uß  ist,  Ineine  herrn,  die  quartierherrn  mitsampt  dem  stattschreiber, 
nach  alt  herkomen  geprauch  und  gewonhait  uf  dem  rathhauß  in  deß 
rathsknechts  stiblin  zusamen  komen,  und  volgendts  zu  erwellung  ains 
newen  und  alten  burgermaisters  zu  barfüssen  in  das  reventhal  hinauf- 
geen  wellen,  soll  man  inen  zuvor  in  gemelts  rathsknechts  stuben 
geben  und  aufsetzen,  namblich  erstmals  ain  rüermilch,  gut  maien- 
schmalz  darinn  und  jung  grüen  zübelen,  darbei  ain  voressen  von 
einem  kalbskopf,  kreß,  milch  und  herz,  ain  gesattle  suppen  mit  flaisch 
und  spißlin  von  lämbern,  wo  man  änderst  dieselben  gehaben  mag. 

Und  so  nungemelte  quartierherrn  und  stattschreiber  sollich 
morgenbrott  eingenomen  und  genossen  haben,  so  gehn  sie  volgendts 
samentlich  und  mitainander  zä  grossen  räthen  hinauf  in  das  reven- 
thal und  nemen  obgemelter  beeder  hepter  halben  die  freien  unver- 
bindlichen wähl  für.  Hierzwischen,  weil  die  wähl  deß  newen  und 
alten  burgermaisters  halben  im  reventhal  gehalten  würdet,  so  komen 
beed  meine  herm  new  und  alt  burgermaister,  stattaman,  die  alten 
quartierherrn  und  die  herrn  räth  uß  dem  lewen  in  der  gerichtsstuben 
zusamen  und  gipt  man  inen  auch  die  morgensuppen  mit  der  speiß 


Überlingen.  523 

Nachdem  gibt  man  das  gebrattes,  namblich  erstens  uf  meins 
herm  burgermaisters  tisch  uf  ain  zini  thäller  ain  zimlichen  braten 
und  drew  junge  hiener,  volgendts  uf  der  vierzehner  tisch,  namblich 
uf  jeden  insonders  in  drei  zini  blatten  in  ain  jede  ain  zimlich  ge- 
brattes  und  darzü  zwai  junge  hiener,  allwegen  zwai  ain  hun,  und 
so  gemelte  herrn  alle  speiß  mit  ainandern  genossen  haben,  steet  der 
new  erweit  burgermaister  von  seinem  tisch  sampt  seiner  freundt- 
Schaft,  so  er  die  änderst  allda  undern  vierzehnern  hat,  uf  und  geet 
von  ainem  tisch  zu  dem  andern  und  bedanket  sich  gegen  den  vier 
Zehnern;  volgendts  steen  solliche  vierzehner  auch  auf,  geet  ain  jeders 
anhaims  und  nach  dem  imbis  erwehlt  ain  jeder  quartier  seinen 
newen  quartierherm. 

Wann  nun  allso  durch  new  erweit  herrn  burgermaister  sampt 
seiner  freundtschaft  den  vierzehnern  abgedankt  hat,  so  gehn  beede 
erweit  new  und  alt  burgermaister,  stattaman,  die  räth  uß  dem  lewen, 
auch  new  und  alt  quartierherm  und  stattschreiber  in  die  hindern 
newen  stüben,  darinnen  würdet  von  inen  der  imbis  genossen  und  setzt 
man  inen  uf  jeden  tisch  von  trachten  für,  namblich  ain  voressen  von 
köpf,  kreß,  milch  und  herz,  darnach  suppen  und  flaisch  und  uf  jeden 
tisch  ain  versotten  hennen,  volgendts  den  pfeffer,  nachdem  das  ge- 
brattes  an  kelbem  und  lemern  und  uf  die  zwen  obern  tisch  jeden  ain 
kaponen  und  zwai  junge  hiener  und  uf  dem  dritten  tisch,  daran  die 
alten  quartierherm  sitzen,  drew  junge  hiener. 

Nach  ingenommen  imbismal,  so  werden  beede  herm  burger- 
maister von  der  gesellschaft  deß  lewens  zu  der  schenkin  gebetten 
und  daselbsthin  in  stattlicher  erlicher  anzal  belaitet;  uf  soiliches 
gehn  die  quartierherm  ain  jeder  in  sein  quartierhauß  zu  den  quartiers- 
genossen, und  erweit  uf  denselbigen  tag  je  ain  quartier  nach  dem 
andem  inhalt  der  Ordnung,  so  ain  stattschreiber  bei  banden,  ainen 
newen  quartierherm.  Wann  und  sobald  nun  ain  newer  quartierherr 
erkiest  und  erweit  ist,  so  soll  volgendts  der  richter  und  sampt  den 
zwai  obersten  dem  sitz  nach  under  den  vierzehnern  oder  den  zwai 
haußpflegera  uf  das  rathhauß  komen  und  den  newerwelten  quartier- 
herm in  das  quartier  füeren;  darauf  winschen  ime  die  quartiers- 
verwandten glück,  und  Schwert  alßbald  der  quartierherr  gmainem 
quartier  inhalt  der  vertigung.  Nach  dem  allem  schenkt  ime  das  ganz 
quartier  und  füeren  ine  volgendts  nach  eern  haim. 

Deßgleichen  obermelts  pfingstmontags  zu  nachts  essen  r.bermals 
uf  dem  rathhauß  an  gemeltem  ort  und  stüben  beed  herrn  burgermaister, 
stattaman,  räth  uß  dem  lewen,  new  und  alt  quartierherm,  auch  die 
richter  und  soll  man  dannzümal  hernachvolgende  essen  geben :  erstlich 


524      ^^^^^^^^^^^  ÜherUn^en. 

geblot7.et  jung  hiener,  darnach  am  jüsaeL  nach  dem  das  gebrattes. 
darzfi  «f  deß  herm  burgermaisters  tisch  neben  das  gebrattes  drew 
jung  hüener,  letsüich  aber  ain  zuckernus  and  nichzit   mehr. 

Zu  welchem  erstberürtem  nachtmal  geladet  werden  die  drei  vegl 
Ottendorff,  Ramsperg  und  Hohenbodman,  wover  änderst  die  vor 
banden  dannzümal  sind. 

Volgendts  zum  schlafftnmk  so  setzt  man  iif  ainem  jeden  tisch 
gezfickert  erdber,  wa  solliche  züwegen  pracht  werden   raegen. 

und  geherend  zö  sollichem  ordinari  pfingstnial  hernachvolgende 
dienner,  n  am  blich  :  stiblinschreiber,  stattsch  reibers  Substitut,  ge  rieht- 
Schreiber,  rathsknecht,  bittel^  umbgelder,  baw-,  salz-  und  kalchknecht, 
marktstaler,  beed  überreutter,  brunnenmaister,  brunnenknecht,  imd 
die  beed  blaser,  auch  die,  so  den  pfefler  kochen,  und  der  stattkarrcr 
und  bättelvogt;  doch  sollen  jetzernannte  dlener  erst  am  Dacii- 
tisch  essen. 

P  Pfingstzinstag. 

Item  am  pfingstzinstag  zu  imbis  haben  und  halten  beede  stiblinfi- 
und  bawherren  das  rechnungnial  und  niessen.  was  deß  vorgendcn 
tags  überbliben  ist  und  laden  xü  sollichem  mal  beede  herrn  und 
Stattschreiber.  Es  essen  auch  dannzCmial  alle  knecht  auf  dem  raÜi- 
häuB^  wie  nechsthieoben  am  pfingstmontag  irnthalben  gesetzt,  usser- 
halb  beeder  blaser  und  deß  staltkarrcrs,  die  sein  dannzümal  nit  darzü 
geherig.  Uf  den  selben  tag  kompt  ain  vogt  von  Ittendorff  sampt  dem 
bitte!  von  Hagnaw  alhcr  und  übcrantwurten  den  stiblinBherrn  das 
erleßt  gelt  uß  dem  banwein  und  nach  gethoner  rechnung  werden  sie 
beede  von  den  stiblinßherrn  zu  sollichem  imbismal  auch  gerüefen 
und  geladen. 

Uf  erstgemelten  zinstag  waschen  die  vier  knecht,  so  den  pfeffer 
gekochet,  alles  geschier,  thünd  es  widerumb  in  den  spittal  und  helfen 
inen  brunnenmaister,  brunnenknecht,  dero  jedem  gibt  man  von  dem 
pfeffer  zu  kochen  und  dem  geschier  zu'  waschen  zu  soldung  ain  Schilling 
pfening  und  verer  sie  daneben  in  gmain  mit  zwaien  halben  viertel 
wein  und  ain  schillingwert  brot  und  nit  mer,  und  hat  damit  sollich 
pfingstmal  ain  end. 

Underred  uf  ainen  herrn  stattaman,  deßgleichen 
der  räth  uß  dem  lewen,  der  alten  quartierherrn 
und  richter  halben. 

Item  an  der  mittwochen  komen  die  newen  quartierherrn  uf  dem 
rathhauß  zusamen    und  haben  und  halten  bemelte  quartierherrn  uf 


Überlingen.  525 

groß  räth  ain  underred  und  wähl  ains  stattamans,  auch  der  räthen 
ii£  dem  lewen,  der  alten  quartierherrn  und  der  richter  halben,  und 
gibt  man  den  jetzgemelten  quartierherrn  desselben  tags  für  die  zwai 
mäler  den  batzen  und  ain  halben  batzen  für  badgelt;  deßgleichen 
den  vier  knechten,  alls  stiblinßschreiber,  rathsknecht,  umbegelter- 
knechi  und  bittel  jedem  auch  sovil  als  ainem  herrn. 

Wahl  ains  herrn  stattamans,  deßgleichen  der 

räth   uß   dem   lewen   der   alten   quartierherrn    und 

richter  zu  den  Barfüssen  im  reventhal. 

Volgends  am  dornstag  darnach,  morgens  nach  der  früemeß  gehn 

obgemelte  quartierherrn  sampt  dem  stattschreiber  zä  grossen  räthen 

hinauf  gehn  Barfüssern  in  das  reventhal,  allda  werden  die  gedachten 

herrn  stattaman,   räth  uß  dem  lewen,  die  alten  quartierherrn  und 

richter  erwellt. 

Guardian  zu  den  Barfüessen. 
Dannzümal  und  sollicher  wähl  gibt  ain  guardian  zu  den  Bar- 
füessen in  dem  creutzgang  ain  gesattlete  suppen  mit  gedignem  flaisch 
und  wein  darzu;  aber  an  sollichem  tag  soll  obgemellten  quartierherrn 
und  Stattschreiber,  deßgleichen  den  vier  knechten,  namblich  stiblin- 
schreiber,  rathsknecht,  umbgelterknecht  und  bittel  für  die  zwai  mäler 
jedem  drei  batzen,  deßgleichen  ain  halber  batz  badgelt  gegeben  werden. 

Verkündung   zu   dem  schwern  in  der  Gred,   so 

durch   den   stiblinschreiber   und    büttel   verrichtet 

werden  soll. 

Am  Sonnabend  Birnower  kürchweihin   umb  sechs  uhrn    soll  ain 

stiblinschreiber   in   der   statt  herumbreiten    und    an    nachvolgenden 

enden  und  orten,  deßgleichen  neben  ime  der  geschworen  pittel,  die 

rief   thün    und    jedermeniglich   zum   schweren,    auch    anherung    der 

Stattuten  ermanen  wie  hernach  volgt: 

Ruof  des  stüblinschreibers. 
Hört,  hört,  ir  arm  und  reich,  es  soll  morgen  meniglichs,  so  man 
die  zaichin  der  alter  glocken  verleutet,  schweren  under  meinen  herrn 
burgermaister,  stattaman,  quartierherrn,  räth  und  richter,  nach  alter 
gewonhait  und  herkomen  bei  straff  fünf  pfund  pfening;  welcher  aber 
das  nit  thün,  sonder  gevarlicher  weise  verachten  würde,  derselbig 
frävelt  an  meniglichs,  und  niemandts  an  ime.  Darnach  wisse  sich 
ain  jeder  vor  schaden  und  nachtail  zu  verbieten. 


Überlingen.  527 

sampt  dem  stattschreiber  mit  ainandern  in  die  alten  rathstuben  und 
gibt  der  stattschreiber  usser  bevelch  erstgemelter  quartierherrn  an- 
fenklichs  beeder  burgermaister,  stattaman,  räthen  und  richtern 
vermeg  der  Ordnung  jedem  den  sitz. 

Nach  sollichem  allem  so  soll  ain  rathsknecht  die  alten  gloggen 
leuten,  und  nach  verleutung  derselben  beede  meine  herrn  burger- 
maister, stattaman,  räth  und  richter,  sampt  gemainer  burgerschaft, 
einwonern,  michileuten,  deßgleichen  andern  dienstknechten  hinab  in 
die  Gred  ziehen,  und  dann  uf  das  alles  ain  stattschreiber  anfänglichs 
den  häuptern,  volgendts  stattamman,  räthen  und  richtern  und  dann 
letstlich  ainer  ganzen  gmaind  die  vörtigung  verlesen,  wie  von  alter 
herkomen  ist. 

Wann  und  sobald  nun  solliche  vertigungen  zu  allen  thailen  be- 
schehen,  so  werden  alßdann  die  stattuten  und  Satzungen,  wie  von 
alter  und  hiezwischen  geordnet,  durch  ainen  stattschreiber  öffentlich 
verlesen  und  der  oberkait  glick  gewinst. 

Nach  Verlesung  sollicher  Ordnung  und  satzungbächs  gehn  vor- 
gemelte  meine  herrn  allso  samentlich  mit  ainander  widerumb  uf  das 
rathhauß  und  nach  dem  ain  jeder  seiner  gelegenhait  nach  widerumb 
anhaims;  aber  der  newerwelt  herr  burgermaister  soll  desselben  tags 
den  imbis  hernachvolgenden  dienern  geben,  namblich  ainem  stiblin- 
schreiber,  raths-  umbgelterknecht,  und  sonst  niemanden  zu  geben 
schuldig  sein,  es  were  dann  sach,  das  er  jemandts  anderer  hierzu  be- 
ruefen  verhabens,  welches  ime  unbenomen  sein  soll. 

Und  damit  endet  sich  das  pfingstmal.  Es  sollen  auch  dannzumal 
verer  mäler  nit  gegeben,  noch  auf  dem  rathhauß  gehalten  werden. 

Underred  hernachvolgender  ämpter  und  dienst 
halben. 

Monntags  nach  dem  sonntag  Bürnower  kirchweihin  sitzen  beede 
herrn  burgermaister,  die  quartierherrn  und  stattschreiber  und  halten 
hernachvolgender  ämpter  und  dienst  halben  uf  meine  herrn  klain 
und  groß  rath  underred,  namblich  der  stiblins-,  baw-,  umbgelterherrn, 
auch  der  spittalpfleger,  bittel,  bawknecht,  umbgelterknecht,  under- 
keufer,  brott-,  flaisch-,  mist-,  bering-,  visch-,  läder-,  unbaw-,  schmalz-, 
breimelb-  und  anderer  schawer,  auch  der  spend-,  kornhauß-  und  der 
hailigen  pflegnussen  und  gibt  man  jedem  herrn  obgemelt  umbgelt- 
knecht  und  bittel  desselben  tags  für  beede  mäler  drei  batzen. 

Volgendts  am  sampstag  nechst  darnach  setzen  klain  und  groß 
räth  mitain ander  obgemelte  ämpter,  pflegnussen  und  dienst. 


Groß  mal 

Dornstags,  den  achten  tag  nach  corporis  Christi,  würdet  das 
groß  mal  iif  dein  rathhauß  gehalten  und  essen  desselben  tags  morgeo 
nnd  zu  nacht  mitainander  räth,  rieht  er  und  Stattschreiber,  zu  welchem 
grossen  mal  uf  den  imbis  zu  gast  geladen  werden  hemachvolgendo 
pflegnussen,  nam blich  der  Spend,  Sant  Niclauß,  Sani  Michaels,  Saut 
Josen,  Sant  inharten,  Sant  Ulrichs,  Sant  Barbara,  Heilig  Creutz, 
Sant  Kathrina  und  Sant  Silvesters  eö  Goldbach, 
ien  zu  sollichen  beeden  mäler  obermelten  herm  tm 
*men  ttirgesetzt,  namblich  uf  den  imbis  zil  ainem  vor 
üben  uf  den  vJBrtisch  göt  eingebait^l  schlobratlen  and 

:*  der  newen  rathstüben  milch, 


Sant  Not 

Und    , 
trachten  und 
essen  in  dio 
uf  der  pflegn 
herz  und  kreo 
und  flaisch  ur  j 

melten  pflegnussen  U 
sottne  henn:  darnach  auf 
ankörnen      ^  '         ^dt^ 
braft 
kall 
ainei 


sameo 


una 

1   imbis 
rrn   in  die 


ich  uf  der  herm  tisch  suppen 
versottne  hennen,  aber  ul  g**- 
u  und  flaisch  und  dhaia  ver- 
iscb,  wie  man  die  in  die  göete 
Aiscb  von  Zungen,  eiter,  schio 
Ulf  das  gebrattes  von  lämmer, 
nf  die  zwen  obern  tisch  üI 
:  kriessen. 

hn  obermelte  pflegnussen  alle 
^n   rathstühen.     Dieselben  und 


1 


auch  alle  amptherren  überantwurten  ire  Schlüssel  meinen  herm; 
darauf  werden  alßdann  sie  zu  allen  thailn  uf  die  vertigungen,  so  inen 
der  Stattschreiber  verlißt,  vertigt,  und  darnach  die  schltissel  durch 
eie  2U  allen  thailen  widerunib  zu  banden  genomen. 

Obgemetts  dornstags  zä  nacht  essen  widerumb  mit  ainandem 
beede  vorgemelte  herrn  burgermaister,  stattamman^  räth,  richter  und 
Stattschreiber,  welches  vier  besetzter  tisch  sein,  und  gibt  man  allfi- 
dann  zu  trachten,  wie  hernach  volgt:  zum  ersten  geblotzet  Iitiener^ 
darnach  ain  jüssel,  von  kalbflaisch  volgendts  das  gebrattens,  nach 
demselben  krebs,  so  mans  gehaben  mag,  oder  darfür  ain  zuckermAß, 
und  zületst  kriesin,  deßgleichen  zum  schlafftrunk  verzuckert  erber. 

Zu  sollichem  grossen  mal  imbis  und  zu  nacht  geheren  hernach- 
volgende  diener,  namblich  deß  stattschreibers  Substitut,  gericht- 
Schreiber,  stiblinschreiber,  raths-,  umbgelterknecht,  büttel,  salz-,  kalch- 
knecht  und  überreutter. 

Rechnungmal  von  obgemelts  grossen  mals  wegen. 

Freitags  am  morgen  nach  obgemeltem  tag  haben  beede  stüblinß- 
herrn  ir  rechnungmal  und  würdet  inen,  deßgleichen  beeden  burger 


ÜberliDgeo.  529 

istern,  ainem  obersten  quartierherrn,  beeden  umbgelterherrn  und 
n  Stattschreiber,  ainem  jeden  desselben  tags  für  die  zwai  mäler 
dem  stiblin  geben  drei  batzen  und  den  vier  knechten,  namblich 
3linschreiber,  rathsknecht,  bittel  und  umbgelterknecht  jedem 
;h  sovil. 

U£  erstgemelten  freitag  am  morgen  nach  der  früemeß  versameln 
h  obgemelte  beede  herrn  burgermaister,  die  quartierherrn  und 
ttschreiber  uf  dem  rathhauß  und  haben  hernachvolgender  dienst 
ben  uf  meine  herrn  klain  räth  ain  underred,  als  namblich  stiblin- 
ireiber,  rathsknecht,  salz-,  kalchknecht,  gredmaister,  zoller,  klain 
I,  wagmaister.  Wie  dann  der  stattschreiber  dieselben  alle  in  ord- 
ig  hat,  allso  endet  sich  damit  das  groß  mal. 

Herpstmal. 
Zfi  dem  herpstmal  gehern  beede  meine  herrn  burgermaister,  räth, 
liter  und  stattschreiber,  und  werden  noch  weiter  darzü  geladen 
amptman  in  der  Mainower  hauß,  deßgleichen  der  bevelchhaber 
•  Thumprosti  zu  Constanz  und  Sant  Johanns  alhie,  und  gibt  man 
D  meinen  herrn  dannzumal  die  visch  oder  aber  flaischmäler,  wie 
nachvolgt. 

Ordnung  der  speis. 

Nämlich,  ist  es  ain  flaischtag,  zum  ersten  ain  voressen  von 
chen,  nach  dem  suppen  und  flaisch  und  versotten  hennen  darinn, 
gendts  haiß  gesotten  visch,  volgendts  zületst  ain  gersten  und  wurst 
innen  und  daruf  nüß  und  epfel. 

Item  zum  schlafftrunk  gebratten  bieren,  und  so  man  haimgeet, 
t  man  jedem  herrn  ain  liecht  oder  drei  hohen. 

Were  es  aber  ain  vischtag,  so  soll  man  hernachvolgende  trachten 
>en,  nämlich  erstens  karpfen  in  ainem  voressen,  nachdem  ain  muß 
>r  erbssuppen,  nach  dem  haiß  gesotten  visch,  volgendts  ain  kraut 
>r  epfelmüß  und  bachvisch  darauf,  darnach  bratvisch  und  zületst 
}  und  epfel,  und  gibt  ain  amptman  in  der  Mainower  hauß  anstatt 
18  gnedigen  herrn  meinen  herrn  für  sollich  mal  8  S  /5^,  deßgleichen 
thumherrn  amptman  4  fg  /^. 

Und  am  hechsten  tag  nach  vorgemeltem  mal  haben  beede  stiblinß- 
m  das  rechnungmal,  was  über  vorgemelt  mal  gangen  und  laden 
zö  beede  bawherrn,  deßgleichen  beede  burgermaister,  obersten 
irtierherrn  und   stattschreiber. 

Und  sind  küchinleut  und  verseher  beed  stiblinßherrn  und  ir 
aer. 

tt>trrli«iiiiiche  Stadtrecbte.    n,  2.  ^ 


Überliiigen. 


Uf   diesem  obgemdLem   berpstmal   sollen   üschdiener  und    xth  |i 
seher  sein,  naniblich  gerichischreiber,  slibbns^'hreiber,  stattschmbem 
Substitut,  ralhs-,   iimbgeltknecht,  bittelj   baw-,   kalrh-  und  sakknedit, 
und  dann  beede  überreulter. 

Stattamman  und  underslaltgericht  betreffend. 

Stattamman  und  richlern  doß  underu  Staltgerichts  ist  zitgelasseOi' 
das  sie  nun  hinfüro  im  jan  wann  es  inen  füglich  und  gelegen,  xd 
dem  ratbbauß  zwai  ordinari  mäler  usser  irer  büchs  oder  selbst  aignen 
darlegen,  haben  und  niessen,  auch  in  sollichera  wein,  brotl  und 
schmalz  von  dem  gotzhauß  spittal,  wie  von  alterher,  nemen  und 
koiifen   megen,   aber  vol^eadtd  alle  andere  mäler  uf   dem    rathbaufi 


zu  messen,  soll  inen  gen: 
undern  stattgericht  unbenoi 
aint weders  mit  ainandern 
hauß  in  ainem  würts-  o^"' 
zerem  wie  sie  jederzeit 
Das  alles  und  jede 
durch  ditz  ganz  jar  uf  dei». 
deß  undern   stattgerichts   bu 
werden  solL  ^ 

Hernach   volger 
welche,   und   auch   u 


kt  sein;  doch  ist  ainem  erbam 
■erig  gell  in  irer  büchs  verwari 
oder  aber  usserhalb  deß  rali- 
iters  aigner  behausung  zu  ver- 
m  würdet. 

iinari  mäler,  so  nun   hinfürler 

isser  gemaioer  statt  seckel  und 

weiter   nit    darüber    gehalten 


extraordinari  mäler,  für 
indertrinkj  raorgensuppen 
und  anders,  meine  herrn  hinfürter  das  gelt  zu  gebea 
verordnet, 
Uf  den  14  tag  vor  sant  Jacobs  tag  sollen  nun  hinfürter  nach  altem 
geprauch  und  gewonhait  durch  meine  herrn  burgermaister  und  quarlier- 
herrn  zu  besichtigung  der  herdstattea  irer  vier  verordnet  vrerden^ 
die  offen  herdstatten,  eamin  inn-  und  usserhalb  der  statt  zu  besieh li^ea, 
vermag  und  Inhalt  irer  Ordnung.  Nämlich,  wo  sie  an  ainem  oder  mehr 
ort  mangel  befinden,  sollen  sie  denselben  durch  den  Schreiber,  so 
ain  jeder  bei  ime  hat,  verzaichnen  lassen  und  darnach  dem  hauß- 
volk,  aldo  der  mangel  verbanden,  an  ain  pfund  pfening  gepieten, 
sollichen  mangel  bis  zu  nechster  schaw  vor  Michaelis  zu  wenden 
und  zu  bössern  bei  berürter  straff.  Und  gibt  man  inen  ainem  jeden 
der  gemelten  herrn,  auch  beeden  bawherm  und  stattschreiber,  jedem 
deß  tags  für  die  zwai  mäler  drei  batzen  und  den  knechten,  so  bei 
der  pfacht  sein,  auch  rathsknecht  und  bittel  jedem  drei  batzen. 

Hernach  volgt  die  Ordnung  deß  pfächtens. 
Item  die  stiblins-  und  bawherrn  sollen  hinfürtei*  bei  dem  pfächten 
der  viertl,  halbviertl  und  imi  sein   und  mit  vleis  zusehen,  das  recht 


Überlingen.  581 

und  ordenlich  gepfächt  werd.  Und  pfächt  ain  umbgelterknecht  die 
imi  und  halb  imi,  auch  vierthail;  deßgleichen  zwen  messer,  so  man 
sonderlich  darzu  verordnet,  pfächten  die  ganzen  und  halben  viertl. 

Und  soll  aber  hinfürter  dem  umgelterknecht  alles  nachpfächten, 
so  er  bißher,  und  auch  die  belohnung  davon  gehapt,  genzlich  und 
gar  abgestrickt  sein,  auch  sollich  gelt  hinfürter  von  dem  nachpfächten 
in  das  stiblin  gefallen  und  obermelte  verordnete  herrn  sampt  ime 
dem  umbgeltknecht  dem  nachpfächten  zu-  und  ußwarten. 

Und  stoßt  ain  stiblinschreiber  den  brand  nach  dem  abfalet, 
und  nimpt  von  jedem  stück  den  lohn,  wie  hernach  steet: 

Nämlich  von  ainem  newen  viertl  und  halben  viertl,  so  vor  nit 
pfächt  worden,  4  ,^,  und  von  ainem  alten  ganz  und  halbviertl  2  /^, 
und  so  man  ain  ring  an  ains,  das  rauch  ist,  schlecht,  für  ain  /^. 

Item  von  ainem  ganzen  imi  und  ainem  halben  imi,  ganz  und 
halb  unverthailt,  so  alt  sein,  1  /5^.  Deßgleichen  von  ainem  newen 
zwen  pfening  und  ainen  ring  1  ^, 

Und  sovil  jar  jedes  stück  nit  pfächt  noch  geprennt  worden, 
sovil  jar  soll  davon  die  belegung  deß  pfächtens  genomen  werden. 

Es  soll  auch  solliche  pfächt  und  schaw  ain  jeder  stiblinschreiber 
am  nechsten  sonntag  in  der  kürchen  verkünden. 

Umbgelterherrn,  jarmärkt  und  ufhebung  der  gewicht. 

Nachdem  die  umbgelterherrn  hievor  von  alter  allerjärlichs 
auch  ain  aigen  mahl  gehapt,  so  soll  solliches  hinfürter  abgethon 
sein  und  hinfürter  jedem  umbgelter  sampt  umbgeltknecht  für  sollich 
extraordinari  mahlzeit  sechs  kreutz[er]  uß  dem  stiblin  gegeben  werden. 

Wann  sie  aber  uf  den  jarmärkten  das  gewicht  ufziehen,  so  soll 
man  ir  jedem,  deßgleichen  dem  goldschmid,  so  sie  darzü  geprauchen, 
zövorderst  aber  den  bawherm,  so  auch  damit  umbgehn,  und  dann 
dem  umbgeltknecht  für  undertrink  auch  ander  müehe  und  arbait 
geben  jedem  zwen  batzen  und  gar  kainen  trunk  mehr,  ußgenomen 
die  knecht;  so  uf  ain  burgermaister  warten;  denen  soll  nach  altem 
geprauch  und  herkomen  zu  dem  undertrunk  uß  dem  der  statt  keller 
zwai  halbe  viertl  wein,  und  uß  dem  gotzhauß  spittal  ain  ganzer 
weiser  laib  brot,  aber  nit  mehr,  gegeben  werden. 

Ententag. 

Uf  den  ententag,  so  von  alterher  gehalten  worden,  laden  meine 
herm,   die   quartierherrn,   beede   burgermaister,   baw-    und    stiblinß-       ^ 
herrn,   auch   stattschreiber,  und  gibt  man  jeden   sollichen  sollicher      W 
tag  für  das  mal  sechs  kreutzer  und  den  vier  hernachvolgenden  knechten, 

84* 


Überlingen.  588 

obgemelten  stiblinBherm  anzaigen  kende;  doch  so  gemelte  stiblinß- 
herm  sollich  anschreiben  volnstrecken  wellen,  soll  das  zuvor  an  dem 
nächsten  sonntag  durch  ain  stiblinßschreiber  in  der  kürchen  im  früe- 
ampt  meniglichem  öffentlichen  verkündt  und  angezaigt  werden. 

Michi. 

Wann  man  die  michi  einnimpt  und  empfacht,  so  sollen  beede 

dorfpfleger,  deßgleichen  beede  pfleger  zu  vischenheuser,  und  die  in 

der  held,  zuvorderst  aber  beede  stiblinßherrn  darbei  sein,  und  gibt 

man  jedem  für  den  undertrunk  ain  batzen  und  sonst  weiter  nichzit  mer. 

Voigt  die  Ordnung  der  michileut. 

Item  an  sant  Martinstag  umb  12  uhrn  sitzend  beed  stiblinß- 
herrn und  ir  Schreiber  an  der  michi  und  nemen  das  von  jedem,  so 
▼on  meinen  herm  angenomen,  ein,  wie  hemachvolgt: 

Erstens  von  ainer  frawen  oder  junkfrawen  8  (l  /^ ; 

item  von  ainem  man,  der  kaine  reben  buwt,  10  (l  /5^ ; 

item  von  ainem,  der  zu  gmainden  reben  bawt,  von  jeder  hof- 
statt  1  ß  /^; 

so  aber  ain  michiman  aigen  reben  hette  und  dannocht  zä 
gmainden  reben  bawte,  soll  er  von  den  aignen  nichzit  zu  michi 
geben,  dann  er  die  zä  versteuren  laut  der  steurordnung  schuldig, 
aber  von  denen,  so  er  zu  gmainden  bawt,  so  er  über  zehen  hofstett 
bawt,  1  ^  rd); 

so  er  aber  under  zehen  hofstett  zu  gmainden  bawt,  soll  er  zehen 
Schilling  davon  zu  michi  zu  geben  schuldig  sein. 

Es  soll  auch  ain  stiblinschreiber  das  an  sant  Martins  tag  am 
morgen  im  früeampt  öffentlichen  verkünden,  das  meine  herrn  umb 
zwelf  uhm  das  michi  einnemen  und  ain  jeder  seinen  bürgen  mit- 
pringen  soll. 

Item  es  soll  auch  ain  stiblinschreiber  an  ainem  sonntag,  un- 
gevarlich  vierzehen  tag  vor  Martini,  morgen  in  der  früemeß  ver- 
kinden,  dergestallt  alle  die,  so  das  michi  von  meinen  herm  empfahen 
wollen,  die  sollen  umb  zwelf  uhrn  desselben  tags  uf  dem  rathhauß 
erscheinen,  und  ain  jeder  sich  selbst  und  seinen  bürgen,  so  er  meinen 
herm  geben  will,  anzaigen,  werde  man  ainen  jeden  einschreiben  und 
soll  ain  stiblinschreiber  umb  12  uhrn  sitzen  und  die  einschreiben 
und  volgendts  für  rath  bringen,  welche  meinen  herrn  annemlich  seien 
oder  nit. 

Item  es  soll  auch  ain  jeder  michiman  oder  -fraw,  die  das  michi 
von  meinen  herrn  angenomen,  ainen  eingesessnen  und  häbigen  burger 


gedachten  meinen  herm  zu  bürgen  und  treater  geben  und  einschreiben 
lassen;  der  soll  versprechen,  ob  er  oder  die  seinen,  deß  bürg  er  ist, 
in  der  zeit  krank,  auch  sonst  mangelhaft  würd,  dag  er  dieselben  one 
der  statt,  spitfeal  und  der  spend  nachtail  und  schaden  erhalten  welk; 
und  soll  ain  jeder  bürg,  so  man  das  michi  verleicht,  selbst  person- 
lichen vor  meinen  herrn  erscheinen  und  die  Ordnung  deß  mjchibenm 
und  selbst  mit  mund  vor  meinen  herrn  die  bürgschaft  und  trestung 
versprechen   und   zusagen. 

Item    ain  Jeder  michiman   soll  auch  sein   wehr   und    harnai 
haben,  wie  hernach  steet : 

Erstlich  niggen  und  kreps,  ain  ringkragen,  sturmhiU  und  ain 
spieß,  hellenbarten  oder  handror,  welles  er  will. 

Item  es  soll  auch  ain  jeder  new  angenoraner  michiman  vnn 
den  orten  und  enden,  aldo  er  vormals  gesessen,  gewonet  oder  ge- 
boren, glaubwürdige  kuntschaft,  aucli  seine  manrecht  mitpringen,  das 
er  sich  an  denselben  orten  erlich  und  wol  gehalten  und  redlich,  Deß- 
gleich  auch  ainen  aid  schweren,  das  er  nil  in  acht  oder  bann,  hinder 
rd^inem  Juden  behaft  und  vor  dhainem  frembdcn  gericht  recht- 
lieQgig  sei. 


sd| 


Omnium  sanctorum. 


1 


An  aller  hailigen  tag  würdet  die  arm  weit,  so  sich  nach 
alter  gewonhait  2Ü  sollicher  Eeit  zä  der  statt  nähert,  mit  speiß 
und  trankj  holz  und  liecht  gemehrt  und  bezalet  und  deß  vol- 
genden  tags,  an  aller  seien  tag,  durch  die  stüblins-  und  bawherni 
mit  gotzgaben  verert,  wie  es  hernach  volgende  Ordnung  mit  sich 
bringt,  und  gibt  man  ainera  jeden  herrn  und  knechfe,  so  darzü  ge- 
bolüen,  für  die  morgensuppen   und  nachtmal  beede  sechs    kreutzer 

Ordnung  deß  allmösens  an  aller  haiigen  tag. 

Item  an  aller  haiigen  tag  umb  siben  uhrn  nach  dem  früeampt. 
beschicken  beed  stiblins-  und  bawhcrrn  die  trüget,  raesser  und  schütter 
uf  das  rathhauß  und  verordnen  fünf  under  die  thüeren  in  dem  münsier, 
das  allmüsen  den  armen  einzüsamlen;  deßgleichen  ainen  uf  die  brück, 
genannt  der  hitzler;  item  ainen  under  das  wißthor,  das  gelt,  so  alda 
den  armen  gefeilt,  einzüsamlen,  item  zwen  knecht  zu  den  schüiem 
und  hie  igen  bättlern  alles  bröt,  wein  und  warm  kost,  so  gefeilt,  undei 
sie  ußzüthailen,  deßgleichen  drei  knecht,  so  den  armen  das  mü£ 
uf  dem  gotzacker  kochen;  die  ander  knecht  all  werden  uf  die  wiß 
beschaiden,  wein,  brot  und  warm  kost,  so  von  dem  gotzhauß  spittal 


Überlingen.  585 

und  den  bürgern  umb  gotzwillen  dargeraicht  würdet,  ordenlich  und 
mit  trewen  under  sie  ußzüthailen,  und  darneben  die  armen  in  guter 
zucht,  es  sei  tag  oder  nacht,  zu  halten,  und  was  also  für  gelt  umb 
gotzwillen  gefeilt,  dasselbig  überschlahen  die  beed  stiblins-  und  baw- 
herm  und  ire  diener,  wievil  jedem  armen  werden  meg.  Doch  so 
behalten  sie,  die  verordneten  herrn,  von  sollichem  gefallnem  gelt 
ainen  vorrath,  damit  man  sich  durch  das  ganz  jar  den  armen,  so 
alher  komen,  auch  zu  geben  hab,  und  gibt  man  den  haimschen  mer 
dann  den  frembden,^  und  den  herrn  zu  den  barfüssen  ain  guldin,  dem 
bettelvogt  ain  halben  guldin,  je  nach  gelegenhait  und  gestalt  der 
Sachen,  und  nach  dem  vil  oder  wenig  gefallen  ist. 

Es  helfen  inen  auch  sollich  allmüsen  ußthailen  und  ordnen, 
die  armen  in  zucht  zu  erhalten,  all  meiner  herrn  knecht  und  bettelvogt. 

Item  brot,  muß,  schmalz  und  liechter,  auch  den  wein  gibt  das 
spittal,  und  das  salz  die  statt. 

Steurordnung. 

Meine  herrn  beed  burgermaister,  obersten  quartiersherrn,  stüb- 
linßherm,  stattschreiber  und  stüblinßschreiber  sollen  nun  hinfürter 
an  der  steur  zu  gewonlicher  zeit  sitzen,  und  gibt  man  jedem  deß 
tags  für  die  zwai  mäler  drei  batzen,  auch  den  drei  knechten,  raths-, 
umbgelterknecht  und  dem  büttel  jedem  auch  sovil. 

Zuvorderst  aber  gibt  man  ainem  jeden  meiner  herrn,  so  an  der 
steur  sitzen,  namblich  beeden  burgermaistern,  obersten  quartierherrn 
und  beeden  stiblinßherrn  jedem  ain  pfund  pfening. 

Voigt,  wie  es  mit  der  steurordnung  gehalten  werden  soll. 

Item,  so  meine  herrn,  klain  und  groß  räth,  nach  herpstzeit  wein 
und  koms  halben  den  anschlag  und  rechnung  gemacht,  so  verkündt 
und  eröffnet  ain  stibleinschreiber  ain  solliches  am  nechsten  sonntag 
darnach  jedermeniglichem  in  der  früemeß,  und  nach  sollicher  ver- 
kündung in  acht  oder  vierzehen  tagen  den  nechsten  darnach,  an  dem 
montag,  sitzen  obvermelte  meine  herrn,  die  verordneten,  an  der  steur 
und  vememen  von  jedem  burger,  michiman  und  einwoner  sein  ver- 
megen  an  ligenden  und  varenden,  welches  alles  volgendts  in  das 
steurbüch,  jedem  uf  sein  Union  geschriben  würdet. 

Doch  so  meine  herrn  an  der  steur  sitzen  wellend,  soll  ain  stiblin- 
schreiber  dasselbig  am  nechsten  sonntag  davor,  wie  hernachvolgt  in 
dem  früeampt  meniglichem  verkünden,  darnach  soll  ain  umbgelter- 
knecht nach  den  partibus  des  steurbuchs  von  hauß  zu  hauß  verkinden, 
und  ainem  jeden  an  ain  pfund  pfening  zu  steuren  gepieten.     Und 


6W 


OtwrliB{!ei>. 


n 


welchen  zft  der  steur  gepotten  würdet,  und  one  erlaupl  ains  tem 
burgermaisters  nit  erscheint,  der  soll  umb  das  pfund  pfening  gesirait 
werden. 

Waan  nun  solliche  erste  steur  volnbrachl  ist,  und  volgendts  nach 
verscheinung  vierzehen  tagen  oder  drei  wochen,  wie  lang  es  meine 
herrn  für  gut  ansieht,  so  sitzen  sie  uf  ain  tag  an  der  nachsteiir, 
alßdann  steuren  die,  den  man  ire  güeter  schätzen  niüsseu,  auch 
die,  so  erlauptnus  von  ainem  bnrgermaister  gehapt,  und  nach  soUveher 
letsten  steur  ischliessen  meine  herrn  die  steur  und  ratten  die  markec 
zö  göld,  was  und  wievil  die  steur  deß  jars  ertrag  und  welcher,  er  sei 
burger,  michileut,  einwoner  ald  frembd,  bis  zu  den  beschluß  der  steur 
nit  gesteurt,  u^^^  /iKat«  aiivmim  in  Ac^m  steurbuch  bei  seiner  linigea 


hat^  dem  soll  n 
angeschlagen,    der 
werden. 

Der   stil 
herrn  in  dei 
ächreil       i 

V 

angebe 
darumben 

DeßgiciA^uv^. 


seiner  liuigeu^  so  die  zu  gelt 
iner  straff  gerait   und   gethon 

5  der  ersten  steur  den  pfarr- 
■  sitzen,  die  sleurbar  sind,  zd- 
regen  pitten,  an  der  canzel  zi 
n,  das  sie  nach  soll  icher  vet^ 
i  acht  tag  komen  und  ir  steur 
ürden  dieselben  ungehorsameii 

eiber   die    nachsteur   an    dem 


nechsten  sonntag  darvor  in  der  kürchen  in  der  früemeS  verkünden 
und  die  straff  den  ungehorsamen  eroffnen. 


Schluß   der  steur. 

Wann  die  steur  järlichs  beschlossen  werden  will,  so  sein  z4 
demselbigen  bschluß  verordnet  beed  herrn  burgermaister,  cpiartier- 
herrn,  stüblinßherrn,  stattschreiber  und  stiblinschreiber,  und  gibt  man 
jedem  deß  tags  für  die  zwai  mäler  3  batzen  und  ain  halben  batzen 
badgelt.  Deßgleichen  ainem  rathsumbgelterknecht  und  bittel  jedem 
auch  sovil  alls  ainem  herrn;  ob  aber  ainicher  deputierter  herr,  zft 
sollichem  beschluß  der  steur  geherig,  nit  erscheinen  oder  aber,  ob 
sich  schon  ainer  erscheinte  und  sollichem  beschluß  der  steur  neben 
meinen  herrn,  den  hertern,  nit  volkomenlich  bis  an  das  end  uß- 
warten,  dem  soll  obangeregte  vererung  gar  nit  volgen,  sonder  ain 
zedtel  gleich  in  das  stiblin  gegeben  werden,  welchem  solhch  gelt 
usser  gehorsame  gegeben,  oder  aber  der  ungehorsame  halben  vorge- 
halten werden  soll,  es  were  dann  sach,  das  ainer  krank  oder  sonst 
von  meinen  herrn  zu  Verrichtung  raths  oder  anderer  geschähen  ver- 


Überlingen.  587 

ordnet  were;  dann  soll  das  gelt  nichtsdestoweniger  gleich  wie  andere 
«rscheinten  mitgethailt  werden. 

Voigt,  wie  es  mit  dem  beschluß  der  steur  gehalten 

werden  soll. 
Item  ungevarlich  drei  oder  vier  wochen  nachdem  die  burger- 
schaft  erstlich  nach  der  rechnung  gesteurt  hatt,  und  die  maierschaft, 
so  güeter  in  meiner  herm  steur  ligen  haben,  und  diejenigen,  den  man 
die  güeter  geschätzt,  auch  gesteurt  haben,  sodann  beschliessen  meine 
berm  das  steurbüch  in  ain  suma,  dasselbig  weret  zwen  oder  drei 
tag,  eemaln  das  steurbüch  gar  beschlossen  würdet. 

Einzug  der  steur. 
Wann  die  stüblinßherrn  die  steur  innhalt  der  Ordnung  einziehen, 
und  nach  verkündung  (welche,  wie  hernachvolgt,  in  der  kürchen  durch 
den  stüblinschreiber  beschicht)  desselben  jars  das  vestmal  daran 
sitzen  wellen,  gibt  man  jedem,  deßgleichen  auch  den  knechten,  namb- 
lich  stüblinschreiber  und  rathsknecht,  für  die  mäler  die  ersten  wochen 
für  jeden  halben  tag  ain  batzen,  deßgleichen  die  andern  wochen  jeden 
tag  zwen  batzen  und  dann  für  morgensuppen  und  undertrink  (welche 
in  allweg  in  dem  stüblin  hinfürter  abgestellt  sein  sollen)  ain  batzen. 

Ordnung  einziehung  der  steur. 

Item  am  nechsten  sonntag  nach  reminiscere  in  der  vasten  fahen 
an  beed  stüblinßherrn  und  ir  Schreiber  an  der  steur  zu  sitzen  und 
ains  jeden  uferlegte  steur  einzunemen  und  zu  empfahen.  Und  namb- 
lieh  sitzen  sie  die  nechsten  wochen  bis  an  den  sonntag  oculi  allain 
vormittag  und  die  andern  nechsten  wochen  von  dem  sonntag  oculi 
bis  an  den  sonntag  letare  zu  avemaria  zeit.  [Wer]  alhie  sein  steur 
nit  bezalt  bette,  derselbig  soll  von  stundan  uß  der  statt  ziehen  und 
darein  nit  mer  komen,  er  hab  dann  zuvor  und  ehe  er  wider  herein- 
kompt,  erlegt  und  bezalt;  so  aber  ainer,  er  sei  burger  oder  michi, 
der  sein  steur  bis  zu  obgemelter  zeit  nit  bezalt  hette,  ergriffen  würdet, 
deß  und  ains  jeden  ungehorsamen  straff  ist  der  thurn. 

Doch  soll  das  durch  einen  stiblinschreiber  an  dem  sonntag 
reminiscere  in  der  früemeß  meniglichen  verkündt  werden,  wie  her- 
nach steet: 

All  meine  herm :  Es  werden  beed  herm  im  stiblin  dise  nechsten 
ganzen  wochen  vormittag  und  die  andern  nechsten  nachgeenden 
wochen  vor-  und  nachmittag  ß,n  der  steur  in  dem  stiblin  uf  rath- 
hauß  sitzen  und  warten  und  von  ainem  jeden  sein  uferlegt  steur 
einziehen  und  empfahen.     Derhalben  ermanen  meine  herrn  menig- 


Überlingen. 


lidi,  äär'äÜe  die/so  steurbar  seiu,  sollich  ir  uf gelegte  steur  m 
dachten  vierzehen  tagen  zu  erlegen,  dann  welcher  oder  vi^elche 
bis  avemaria  zeit  am  sonntag  letare  aii  erlegen  ond  bezaten.  dteselbm 
werden  meine  herrn  nach  Ordnung  der  steur  straffen 

^  Der  drei  vegt  rechnungen. 

Nach  alter  herkoraen  gepraucb   und  gewoahait  sollen  die  im 

vegt  Üttendorfj  Ramsperg  und  Hohenbodman  uf  die  escherigen  mit- 

WÖeh    meinen    herrn    raihmg   thön   und    sein    darzfl    v^erordnet   bead 

herrn  burgermaister,  die  qiiartierherrn,  beed  stiblinJl-  und   bawhemi. 
die   drei   nßvegt,   stattschreiber   und   stiblinschreiber,    und    gibt  mm 


jedem   deß   tags   für  die 
ffinf    knechten^    raths-   i: 
und  bawknecht,  jedem 
badgelt  ain  halben  ba 

Wie   es   mit  ein! 


drei  batzen,  deßgleichen  den 
üiecht,  auch  dem  bittel,  sak- 
linem  herrn.     Darzü   ir  jedeni 


4 


elter  raitungen  gehaUe 

olL 

ler  deputierter  herr  zu  soUichtr 

er   aber  sich   schon    ainer  er- 

n  meinen  herrn    den   heuptem 

^arten  würden,  dem  soll  obait 


Na 

rechnun^ 
schein  te,  unu 
mt  volkome 

geregte  vererung  gar  nii  ervojgeo,  aunder  ain  ;cedte1  gleich  alßbald 
in  das  stiblin  gegeben  werden.  Welchen  sollich  gelt  usser  gehorsame 
gegeben j  oder  aber  der  ungehorsamen  halben  vorgehalten  und  ab- 
gestrickt werden  soll,  es  were  dann  sach,  das  ainer  krank  oder  sonst 
von  meinen  herrn  zu  vertigung  raths  oder  anderer  geschäft  ver* 
ordnet  were,  dem  soll  das  gelt  nichts  destweniger  gleich  wie  andern 
erscheinenden  mitgethailt  werden. 

Und  soll  ain  herr  burgermaister  desselben  jars  den  gemeUeii 
dreien  vegten  die  rechnung  vierzehen  tag  darvor  schriftlich  oder 
müntHch  verkünden,  sich  darnach  wissen  zu  richten. 

Es  gibt  auch  jeder  vogt  zu  vaßnacht  zeit  ainem  stibhuschreiber 
von  wegen  deß  ußzügskorns  ain  alte  hennen. 

Rechnung   gemainer  statt  und  anderer  Pflegschaften* 

Zu  einem ung  gmainer  statt  und  anderer  ämpter  und  pflegnusseii- 
rechnungen  sollen  nun  hinförter  verordnet  sein  meine  herrn  beed 
burgermaister,  quartierherrn,  stiblinßherm  und  bawherm,  beed 
spittalpfleger,  umbgelterherrn  und  stattschreiber;  deren  jeden  soll  deß 
tags,  solang  die  rechnungen  wert,  für  die  zu  mäler  gegeben  werden 


Überlingen.  589 

drei  batzen  und  nach  endung  der  rechnungen  das  badgelt,  jedem 
swen  kreutzer,  und  würdet  das  gelt  den  hernachvolgenden  dienern 
gleich  wie  den  herrn  geben,  namblich  stüblinschreiber,  raths-,  umb- 
gelterknecht,  bittel,  baw-  und  salzknecht. 

Doch  ob  ainicher  herr,  zu  sollicher  rechnung  deputiert,  nit  er- 
scheinen, oder  aber,  ob  sich  schon  ainer  erscheinte,  und  sollicher 
zechnung  neben  meinen  herm,  den  heuptern,  nit  volkomenlich  bis 
an  das  end  ußwarten  würden,,  dem  soll  obangeregte  vererung  gar  nit 
ervolgen,  sonder  ain  zedtel  gleich  alßbald  in  das  stiblin  gegeben 
werden,  welchem  sollich  gelt  usser  gehorsame  gegeben,  oder  aber 
ungehorsame  halben  vorgehalten  und  abgestrickt  werden  soll,  es  were 
dann  sach,  das  ainer  krank  oder  sonst  von  meinen  herrn  zu  Ver- 
richtung raths  oder  anderer  geschäft  verordnet  were,  dem  soll  das 
gelt  nichtsdestweniger  gleich  wie  andern  erscheinen  gegeben  werden. 

Spittals  raitung. 

Die  spittalpfleger  geben  meinen  herrn  von  wegen  deß  gotzhauß 
spittal  alhie  rechnung  den  nechsten  tag,  nachdem  meine  herm  stüb- 
linßherm  ir  jarrechnung  gethon,  welches  sich  ungevarlich  zwen  tag 
verweilen  thät,  und  gibt  man  den  verordneten  herrn,  namblich  beeden 
burgermaistern,  quartierherrn,  stüblinßherrn,  bawherm,  umbgelter- 
herm,  spittalpflegem  und  stattschreiber,  deßgleichen  allen  knechten 
und  deß  Stattschreibers  Substituten  zu  essen,  solang,  bis  die  rech- 
nung  ir  endschaft  nimpt. 

Und  alle  raitung  ir  endschaft,  wie  vorgemelt,  genomen,  so  holt 
mein  herr  burgermaister  klain  und  groß  räth  und  ereffnet  inen  alle 
raitung. 

Sonderbare  Verordnungen  von  gmainer  statt  wegen. 

Wann  hinfürter  meine  herrn  burgermaister,  quartier-  oder  ampts- 
herm,  raths  ald  gerichts,  usser  bevelch  ains  ersamen  raths  zu  be- 
rathschlagung  Sachen  und  handlungen,  es  wäre  auf  spann,  under- 
gang  ald  andere  consultationes  und  underredungen  verordnet  würden, 
so  ir  ämptern  nit  anhengig  weren,  dero  jedem  soll  deßhalben  tags 
auch  ain  batz  gegeben  werden;  welcher  aber  bei  sollichen  Verord- 
nungen oder  consultationibus  nit  erscheine,  demselben  soll  der  batz 
auch  nit  volgen. 

Uffart  abend. 
Am  uffart  abend,   morgens   nach  Bürnower  kirchweihi,   sobald 
man   mit   der  procession   herankompt,   erscheinen  meine   herrn,   die 
quartierherrn   beiainander   uf   dem   rathhauß   und  haben   die   ersten 


überlißgeo. 


Wahl  und  underred  aines  newen  und  alten  bnrgermaisters  halben 
jedem  herrn  desselben  tags  an  der  mittwochen  für  die  zwai  mäler 
drei  balzen,  auch  den  vier  knechten^  als  stibleinschreiber,  raths,_ 
miibgeUerknecht  und  biitel  jedem  auch  sovil 

Ordnung,  wie  es  u(  denselben  uffarttag  abend  gehalten 
M  werden  soll 

H  Item  an  obermelten  uffarttag  nach  der  monatzeit,  wann  die  i? 
endschaft  genomeUj  geht  ain  jeder  quartierherr  in  sein  quartierhattfl 
zu  den  vier  zehnen,  die  er  berüfien  lassen,  und  halt  inen  im  rath3chla| 
ains  burgermaisters  halben  für,  und  emplacht  dann  von  inen  au^ 


was  sie  von  ains  h\ 

die  quartierherrn  widb» 

was  er  bei  seinen  vierzehen  ^ 

Deßgleichen   erstgemelts   uffai 
beed  stiblins-  und  b;         e 
hin« ff  gehn   sanLK 
pfiagBten 
pfleger,   s 
haben,   ai 
gehn  sie  wideru 


;en   bedacht.     Nach    dem   gehfi 
iß  zusamen  tmd  eröffnet  jeder, 

igs  nach  der  monatzeit  gebu 
eed  diener  sampt  dem  metzger 
in  die  ochsen,  welche  sie  xÄ 
darbei  sind  auch  beed  spittal* 
ber;  und  so  sie  den  besehen 
welchen  sie  nemen  wellen,  so 
j£  und  gibt  man  inen  ain  Irunk* 


Reben  besehen. 

Wann  man  inen  nach  altherkomener  gewonhait  die  reben  in  den 
eschen  umb  ditz  statt  gelegen  besehen  will,  so  soll  den  darzü  ge» 
ordneten,  namblichen  uß  räthen,  richtern  und  der  gmaind,  vor 
irem  hinaußgehn  zö  ainer  morgen  suppen  nam blich  kuttlen^  suppen 
und  flaisch,  aber  hernacher,  wann  sie  widerumb  hereinkomen  sein, 
gar  dhain  undertrunk  (wie  hievor  beschehen)  gegeben  werden,  aber 
zünacht  halten  meine  herrn  beed  burgennaister,  quartierherrn  und 
Stattschreiber  das  nachtmal  mitainander  uf  dem  rathhauß,  den  würdet 
alßdann  durch  die  verordneten  schawer  relation,  wie  sie  die  escb 
und  velder  allenthalben  befunden;  und  zu  ergetzlichait  sollicher  müebe 
haben  meine  herrn  die  verordneten  uß  der  gniaind  zu  gast,  zu  welcher 
malzeit  zft  nacht  ain  voressen,  suppen  und  flaisch,  brattes  und  käB 
verordnet  würdet 


Vererung  der  statt  dieuer,  wann  man  visch  ußwigt. 

So  man  von  gemainer  statt  wegen  visch  ußwegen  lassen  will, 
haben  meine  herrn  bewilligt  und  zugelassen,  das  ire  diener,  so  damit 


Überlingen.  541 

mnbgehn  und  die  visch  ußwegen,  namblich  stüblinschreiber,  baw-, 
salz-  und  brunnenknecht,  brunnenmaister  und  stattkarrer  mit  zehen 
karpfen^  deßgleichen  fünf  Schilling  pfening  gelts  und  ainem  laib  brots 
aß  dem  spittal,  uf  den  palmtag  vereret  werden  megen;  doch  sollen 
sie  solliche  vererung  hinfürter  mit  nichten  mer  uf  dem  rathhauß, 
sonder  an  andern  orten  one  gemainer  statt  nachtail  mitainander 
verzeren. 

Stülen  zu  grossen  räthen. 

Wann  imd  sooft  man  zu  grossen  räthen  uf  dem  rathhauß  stület^ 
so  gibt  man  hemachvolgenden  dienern,  nämlich  stüblinschreiber, 
lafhs-^  umbgelterknecht  und  bittel  ainen  quart  wein. 

Item  ain  jeder  vogt  zä  IttendorS,  Ramsperg  und  Hohenbodman 
gibt  obermelten  dienern  vaßnachtzeit  zu  ainer  vererung  jeder  ain 
i  alte  hennen. 

Deßgleichen  der  spittal  alhie  uf  obermelte  zeit  jarlichen  zwo 
alte  hennen,  zwai  halbviertel  wein  und  ain  weissen  laib  brot. 

Item  ain  amptman  deß  grossen  spittals  zu  Costantz  uf  vaßnacht 
oder  weihenecht  fünf  Schilling  pfening. 

Und  dann  die  frawen  von  Wald  zu  herpstzeit  ain  aimer  wein, 
jedoch  auß  dhainer  gerechtigkeit,  sonder  uf  pitt. 

Dise  hieobsteende  vererimg  alle  und  jede  sollen  gemelte  meiner 
herm  diener  aintweders  uf  ain  genampte  zeit  under  sich  thailen 
oder  aber  dieselben  mit  ainander  usserhalb  deß  rathshauß  an  ainem 
wiert  oder  in  im  aignen  behausungen  one  gemainer  statt  nachtail 
verzeren. 

Kalchstock. 

Wann  die  stüblinßherm  und  ir  Schreiber  den  kalch  leren,  sooft 
dasselbig  im  jar  beschicht,  gibt  man  jedem,  deßgleichen  kalch-  und 
rathsknecht  für  das  mal  sechs  kreutzer  und  kainen  trunk  mer,  dann 
derselbig  trunk  hinfürter  allerdings  abgestellt  sein  soll. 

Stock  im  salzladen. 

Wie  vilvaltig  man  nun  hinfüro  im  jar  den  stock  im  salzhauß 
durch  die  stüblinßherm  sampt  den  stüblinschreiber  imd  salzknecht 
leren  würdet,  soll  für  die  mäler  gar  nichtzit,  noch  kain  tmnk  mer 
geben  werden. 

Und  geet  ungevarlich  in  ainen  stock,  das  er  voll  würt,  für  zwai- 
hundertundfünfzig  ganze  meß  salz  das  gelt. 


Überlingen.  548 

Item  sooft  die  herrn  umbgelter  zu  den  gewonlichen  jarmärkten 
rumbgehn  und  die  gewicht  ufheben,  so  gibt  man  ime  jedesmals 
srzehen  kreutzer. 

Deßgleichen  muß  und  erbsen  uß  dem  spittal,  auch  für  und 
cht  uf  dem  rathhaus,  wie  von  alter  her,  und  vermeg  obsteender 
IS  rathsknechts  vertigung. 

Und  dann  für  den  rock  järlichs  ain  guldin. 

Sonst  der  mäler  halben,  so  hinfürter  uf  dem  rathhauß  (usser- 
Jb  der  ordinari  mäler)  zu  halten  abgethon  sein,  soll  ime  für  die 
Iben  mäler  auch  das  gelt,  wie  ainem  meiner  herrn,  vermeg  der 
jwen  Ordnung  uß  dem  stüblin,  aber  gar  dhain  undertrunk,  noch 
chts  mer  darfür,  gegeben  werden. 

Und  ist  darauf  meiner  herrn  ains  ersamen  raths  ernstlicher  be- 
Jch,  das  jetziger  und  künftiger  rathskhecht  bei  seinem  aid  alle  tag^ 
»nntag,  feurtag  und  werchtag,  somer  und  winter,  ainen  rock  meiner 
>rrn  färb  tragen  und  damit  für  und  für  uf  ainen  herrn  burgermaister 
i  rath,  gericht  und  andern  geschäften  und  in  rath  zu  gepieten  ge- 
.st  warten  und  denselben  an  seinem  leib  haben,  ußgenomen,  wann 
nem  seine  eitern,  haußfraw,  brüeder,  Schwester  oder  kinder  stürben, 
»11  ime  die  dreissigst  lang  ain  clagklaid  zu  tragen  z&gelassen  sein. 

2.  Bitteis. 

Deßgleichen  deß  bitteis  halben  haben  ime  meine  herrn  das 
inz  jar  auch  zu  gewisser  besoidung  verordnet,  die  ime  auß  dem 
iblin  für  undertrink  und  andere  accidentalia  usserhalb  dessen,  so 
dnem  dienst  und  dem  gericht  anhengig  gegeben  werden  soll,  nam- 
zh  24  S  ^,  thut  jede  fronvasten  6  S  /^. 

Item  für  die  garben,  so  ain  pittel  von  ampts  wegen  hievor  von 
3n  gericht  harten  in  der  ernd  gehapt,  vier  malter  körn,  die  ime  auß 
sm  spittal  gegeben  werden  sollen. 

Item  sooft  man  die  mülinen  schawt,  gibt  man  ime  zwen  batzen, 
eßgleichen  liechter  in  turn  zu  den  gefangenen. 

Und  jeder  steckenman  zwo  bürdinen  stecken;  item  ain  guldin 
Ir  den  rock.  Doch  soll  ime  hinfürter  von  kainem  gefangnen,  er  sei, 
er  er  welle,  uß  dem  stüblin  dhain  turnlös  mer  gegeben,  es  were 
ann  ainer  umb  malefitz  gefangen  vom  leben  zum  tod  gericht,  oder 
>nst  durch  den  nachrichter  gestrafft  würdet;  dannzümal  soll  es  wie 
on  alter  gehalten  werden. 

Sonst  der  mäler  halben,  so  hinfürter  uf  dem  rathhauß  (usser- 
alb  der  ordinari  mäler)  zu  halten  abgethon  sein,  soll  ime  für  die- 
rfben  mäler  auch  das  gelt,  wie  ainem  meiner  herrn,  vermeg  der 


l  Überlingeo.  545 

^•an  seinem  leib  tragen,  ußgenomen,  wann  ainem  seine  eitern,  hauß- 
f  frawen,  brüder,  Schwester   oder  kinder  stürben,  soll  ime  die  dreißigst 
%laiig  ain  clagclaid  zu  tragen  zugelassen  sein. 

j  Gepott  und  verpott,  .  .  .  das  dhainer  kain  baw     i&ao 

^  .  in   kain   garten   eintragen,   er  sei   dann   zuvor    ge- '^*''' ^^'" 

^t  schawet,  auch  kain  stain  uf  ainichen  baw  nit  mehr 

^  •  legen,   er  sei  dann  zuvor  geschawet.     .  .  . 

^  ...  Zum  andern  soll  auch  nun  hinfürter  dhainer  dhainen  thumb 

^oder  baw  in  dhainen  garten  eintragen  oder  eintragen  lassen,  er  sei 

^idann  zuvor  durch  die  geschwomen  mistschower  dem  geprauch  nach 

r  geschawet  und  geschetzt,  und  was  ainem,  er  sei  haimsch  oder  frömbd, 

f  an   ainem  geschaweten  baw  abgeschawet  würdet,  darbei  soll  er  es 

>  in  allweg  pleiben  lassen  und  niemandts  ichtzit  über  die  schaw,  die- 

J  selb  hab  er  behalten  oder  nit,  weder  wenig  noch  vil  darüber  hinauß- 

1^  gegeben,  überal  in  dhainerlai  weis;  ob  es  aber  jemandts  verbrechen 

■    und  nit  halten,  den  würden  meine  herrn  der  gepür  nach  mit  straff 

bössem  und  ansehen.    Sonderlich  aber  ist  meiner  herrn  bevelch  und 

mainung,  das  nun  hinfürter  dhainer,  er  sei  reich  oder  arm,  kainen 

stain  uf  ainichen  baw  nit  mehr  legen  soll,  er  wisse  dann  aigenlich, 

das  ime  zuvor  sollicher  baw  durch  die  geordneten  schawer  geschawt 

worden,  bei  obbemelter  straff 

Actum  Sonntag,  den  15.  tag  decembris  anno  60. 

Gepott  und  verpott  ausgangen  von  wegen  der  ^^^^^ 
sticher,  keffer,  schnacken;  item  maien  hawen,  holz 
oder  klotz  sprengen  mit  pulver  und  selbstgeschoß 
belangen. 
Es  haben  unsere  herrn   ain  ersamer  rath  nechstvergangnes  jars 
ain  gemain  gepott  außgehn  und  jedermeniglichem  verkünden  lassen, 
das  man  das  einreisen  deß  verderplichen  gewürms  der  sticher  ab- 
samlen  und  hinwegthün  wolle;   dieweil  aber  ein  ersamer  rath  be- 
richtet würdt,  das  sölliche  sticher,  deßgleichen  auch  keffer,  schnacken 
und  ander  unzibel  widerumb  haufendt  überhandt  nemeii  soll,  so  lassen 
ermelte  meine  herrn  jedermeniglich  ermahnen,  ime  selbs  zu  güttem 
und  andern  zu  fürkomnung  nachtheils  und  Schadens  gepieten,  das 
ein  jedes   nit  allein  solliche   sticher,   sonder   auch    die  keffer    und 
Schnecken,  ein  jeder  für  sich  selbst,  pder  aber  di  seinen,  unverzogen- 
lich  absamlen  und  von  dem  weg  thün  wolle.    Es  soll  sich  aber  jeder- 
meniglich neben  dem  allen  befleissen,  das  er  sollich  unzibel  nit  in 
die   weg   schütte,   sonder  vermittelst  deß  fewers   oder  durch  ander 
gepfirlich  weg  umbbringe. 

Ofe«Rli«luUGh«  Sttdtrechte.  II,  fl.  86 


Überlinjjen.  547 

geben,  in  allerlai  weg  übervorthailt  worden,  so  haben  ermelte  maine 
frm  zu  abwendung  solches  vor  äugen  steenden  mangels  und  ge- 
äinem  nutzen  zu  guttem,  und  dann  ainem  jeden  uß  seiner  wahr  und 
spünst  dasjenige  so  ime  von  gott  und  aller  pillichait  zugehörig  ist, 
m  frembden  und  haimschen  one  mangelhaft  gedeihen  und  wider- 
hren  möge,  hernachvolgende  Ordnung  angesehen  und  fürgenommen, 
imblich : 

Erstens  soll  nun  hinfürter  kain  maister  weber  handwerks  kainem 
inden  würken,  er  frag  in  denn  zuvor,  wem  er  vorhin  gewürkt  hab, 
id  wann  er  dasselbig  erkundigt,  so  soll  er  darbei  fragen,  ob  er  ime 
was  schuldig;  und  so  er  desselben  bekanntlich,  soll  er  im  nit 
arken,  er  hab  ine  dann  darvor  bezallt;  bei  strafif  2  (J  /^. 

Zum  andern  soll  auch  hinfürter  kainer,  er  sei  haimsch  oder 
Bmbd,  dem  andern  sein  arbait  schelten  oder  verachten,  es  keme 
inn  zuvor  für  die  verordneten  schawer;  bei  straff  1  S  /^. 

Zum  dritten  sollen  nun  hinfürter  alle  und  jede  maister,  so  sich 
jß  weberhandtwerks  alhie  geprauchen  wollen,  alle  und  jede  ire  ge- 
bier und  gestüel,  zu  sollichem  handtwerk  gehörig,  mit  dem  blatt 
id  sonst  in  der  weitin  und  breitin  haben,  wie  dasselbig  gemeiner 
Bitt  altherkommen  meß  begreift  und  in  sich  halt. 

Es  sollen  auch  uf  das  alles  die  geschwornen  schawer  allerjar- 
ihs  zu  den  vier  fronfasten  sollich  der  weber  geschier  und  gestüel 
liie  mit  vleis  besichtigen  und  beschwern,  und  ob  sie  an  demselben 
aen  oder  mehr  mangel  befinden  würden,  allsdann  dero  jeden  umb 
if  (i  /^  straffen;  es  were  dann  sach,  das  ainer  in  demselben  so 
varlich  befunden  würd,  so  soll  allsdann  die  erkanntnus  bei  den 
»leuthen  steen,  wie  der  maister  darumben  zu  straffen. 

Zum  vierten  soll  nun  hinfürter.  alles  und  jedes  garn,  so  den 
^mbden  und  haimschen,  es  seien  gaistliche  ald  weltliche,  Thur- 
fiw^er  oder  einsessen,  in  der  statt  oder  usserhalb  derselben  an  andere 
i  zu  würken  gegeben  würdet,  vor  allen  dingen  an  der  geschwornen 
;haw  durch  die  schawer  abgewegen,  wievil  das  trucken  gam  am 
jwicht  gewegen  und  gehalten,  auch  vollgendts  nach  dem  abwegen 
srjenigen  person,  so  sollich  trucken  gam  zu  würken  übersehe,  oder 
L  das  Thurgow  ald  andere  ort  schicken  will,  an  dem  gredmaister 
n  politen  oder  zedelein  gegeben  werden,  wievil  sollich  gam  weg, 
*8tmals  an  der  geschwornen  wag  gewegen,  welches  zedelin  auch 
ifenglichs  bemelte  schawer  mit  ainem  klainen  zaichen  ))emerken, 
isselbig  der  grödmaister  vollgendts  in  sein  sonderbare  verordnete 
Ichs  stossen,  und  kain  garn,  es  sei  gewegen  oder  ungewegen,  über 

86* 


See  füeren  lassen  soll,  man  hab  inie  dann  obbeinelter  i^estalt  mn  vti 
zaichnete  polita  zügepracht. 

Wann  dann  he  mach  er  das  ge  wegen  gani  gewürkt,  so  soil  4: 
clarauß  gezogen  tfjch  von  dem  weber,  er  sei  haimsch  oder  fremW, 
widern mb  an  die  geschwomen  schaw  gelegt  und  dasselbig  tüch  dtmli 
die  schawer  besichtiget  und  geschawet  werden^  ob  es  sein  gepürendl 
braiti  und  dicki  hab  oder  nit,  und  alsdann  abermals  die  Fcbawer 
das  tüch  mit  dem  grössern  zaichen  bezaichnen,  ob  das  tüch  die 
schaw  behalten  oder  nit;  bei  straff,  wer  das  tüch  nit  aa  die  schaw 
prächte  und  ime  schawen  Hesse,  von  jedem  obvermelter  zwaiw 
guncten  insonders  1  U  ^ 


Und  ob  sich  begebe, 
auß  dem  Thurgow,  deßgleicoi 
weltlich,  ainich  gewürkt 
die  gepürende  braite,  nd 
so  soll  anfangs  die  je 
schmtilerung   wej     i   c^ 
stück  5 
Sachen   «v 
soll  zu  ireri 
geslalt  dej 

Und 


.k. 


«»  siraffea. 
endts   der   buri 


ber,  er  sei  burger  oder  fremt^A 
ndern  orten  her,  gaistiich  mier 

schaw  alhie  prächte,  welche* 
jt  meiner  herm  maß  nit  h€tte. 
lieh  tüch  gewürkt,  von  sollicher 

schawern  3  [J  ^^  von  jedfiD 
re  dann,  das  die  schawer  ilif 
befunden  würden;  alsdann  ^ 
ben  weber  oder  Weberin  nadi 

oder    burgerin,    michiman    oder 


anderer^  dem  durch  die  schaw  an  der  braite  deß  tiichs  aberkanntau* 
beschehen,  dem  weber  oder  Weberin,  haimschen  oder  frembden,  m\ 
mehr  dann  nachvolgenden  lohn  zu  geben  schuldig: 

Namblichj  so  es  an  deß  tftchs  braite  umb  ain  halb  quart  feli 
von  ainer  elen  aichwerke  tüch  3  ^^  und  so  es  ain  quad  feit,  von 
ainer  elen  aichwerke  tüch  5  haller.  Item  von  reislin  tüch,  gemainein 
ain  kreutzer,  und  so  es  an  der  breite  deß  tüchs  ain  quart  feit,  3  aV 

Welches  tüch  aber  nach  obaiigeregtem  diser  statt  geschwomem 
oder  anderm,  wann  es  auch  umb  ain  halbe  quart  feit,  von  der  elea 
maß  sein  gepürendt  braite  hat,  so  soll  ain  jeder  burger,  burgerb 
oder  michiman  dem  weber  oder  weberin  hernachvolgenden  würkers^ 
lohn  und  nit  mehr  zu  geben  schuldig  sein;  Namblich  von  ainer  elen 
aich werkin  tüch  ain  kreutzer.  Item  von  ainer  eleu  gemainem  reislin 
tüch  9  haller,  und  von  hüpschem  reislin  tüch  der  elen  5  ^^f ;  wann 
OS  aber  so  hüpsch  und  rain  were,  so  soll  es  bei  erkanntnus  der  schaw 
atebu,  was  der  kundt  dem  weber  von  sollichem  rainen  tüch  füf 
würkcrlohn  zu  geben  schuldig;  dargegen  aber  soll  alle  achlichte  und 
spule,   deflgleichen   zettel  und   spuler   .  .  ,  ,S   auch  all   ander   neben^ 

>  Des  folgende  unleserlich < 


Überlingen.  549 

lohn  genzlich  ufgehept  und  abgethon,  und  niemandts  ainichem  weber 
oder  Weberin,  si  seien  gaistlich  oder  weltlich,  deßhalb  nichtzit  mehr, 
weder  wenig  noch  vil,  dann  allain  im  gepürenden  würklohn  zu  geben 
(Mdiuldig  sein. 

Würde  dann  ainicher  weber  oder  weberin,  haimsch  oder  frembd, 
i  gaisÜich  oder  weltlich,  an  ainem  gewürkten  töch  weniger  an  die 
(  schaw  bringen,  denn  hievor  das  trucken  abgewegen  garn  an  der  wag 
!  Inhalt  der  schaw  ufzaichnus  gehalten  het,  so  sollen  derselb  weber 
;  oder  Weberin  frembd  oder  haimsch,  gaistlich  oder  weltlich,  den  ge- 
•  ordneten  schawern  zu  straffgelt  verfallen  sein,  namblich  von  ainer 
jeden  ein  2  kreutzer. 

Und  darzü  neben  dem  allem  sollicher  weber  oder  weberin  schuldig 
und  pflichtig  sein,  dem  künden  umb  sollichen  schaden  nach  erkanntnus 
der  schawer  abwag  und  bekerung  zu  thun. 

Wollt  oder  würd  sich  aber  ain  weber  oder  weberin,  gaistlich  oder 
weltlich,  vememen  lassen,  das  ain  stück  tüch  sovil  und  sovil  ein 
hielte,  und  sich  vollgendts  dasselbig  in  dem  abmessen  nit  volkommen- 
lich  erfinden  würd,  so  30II  alsdann  derselbig  weber  oder  weberin 
von  sollich  erzaigten  gefahr  wegen  den  verordneten  schawern  10  jJ  -*| 
verfallen  und  darbei  schuldig  sein,  dem  künden  abermals  abtrag  zu 
thün  nach  der  schawer  erkanntnus. 

Umb  und  für  obberürt  der  schawer  müeh  und  arbait  sollen  und 
mögen  sie,  die  schawer,  hernachvolgenden  schawer-  und  wegerlohn 
nemen,  namblich  von  5  ein  1  ,^,  von  10  ein  2  ^,  von  20  oln  4  ^ 
und  von  40  ein  8  ^,  und  allso  uf  und  nider  zu  raiten^  doch  ni 
lenger,  dann  es  ainem  erbaren  rath  gelegen  ist. 

Actum  montags  post  conversionis  Pauli  anno  1561. 

Gepott  aller  und  jeder  münzen  halben,  so  uf  dem     1060 

.     ,      ,  „      .  IUI  j  •     i.         Febniar  17. 

reichstag  zu  Augspurg  entschlossen  worden  ist. 
Meine  gepietende  und  günstige  herrn  burgermaister  und  ain  er- 
samer  rath  diser  deß  hailigen  reichs  statt  Überlingen  stöllen  in  dhainen 
zweivel,  es  werd  sich  meniglich  selbst  leichtlich  zu  erinnern  haben, 
was  für  nachthailige  und  unleidenliche  beschwerlichhaiten  dem.  hailigen 
reich  teutscher  nation,  unserm  allgemainen  und  geliepten  vatterland, 
nun  mer  lange  zeit  und  jar  her  nit  allain  der  geringen  und  nach- 
gültigen, sonder  auch  ußlendischen,  frembden  und  verpottnen  münzen 
halben  erwachsen,  uß  wölchem  dann  sovil  ervolgt,  das  sich  die  röm. 
kais.  maj.,  unser  allergnedigister  herr,  uf  dem  reichßtag,  so  deß  nechst- 
vergangnen  59sten  jars  in  der  statt  Augspurg  gehalten  worden,  mit 
churfürsten,  fürsten  und  stenden  deß  hailigen  remischen  reichs  ainer 


OberlingeD.  551 

Aber  alle  andere  silberin  münzen,  so  bis  uf  dise  zeit  und  bis 
zu  anstöllung  diser  newen  münzordnung  im  reich  teutscher  nation 
geschlagen,  im  geprauch  und  gangbar  gewesen,  auch  noch  seind, 
als  kaiser  königisch  und  ander  im  reich  gemünzte  thaler,  je  ainen 
für  achtundsechzig  kreutzer  oder  sibenzehen  batzen  gerait,  deß- 
gleichen  die  ganzen  reichsguldiner  uf  zwenundsibenzig  kreutzer  oder 
achizehen  batzen  gerait,  item  bemisch  ganz  und  halb  batzen,  sechsisch 
zehen  kreutzerer  und  einfach  kreutzer,  auch  alle  gute  pfening  und 
haller,  so  bißher  in  unser  statt  geh  gewest  und  noch  sein,  und  allso 
in  gemain  alle  andere  münzen,  so  durch  die  reichsstend  der  Ordnung 
gemeß  gemünzt  worden,  sollen  neben  der  jetzigen  newen  reichsmünz, 
solang  sie  verbanden,  in  dem  werd,  darauf  sie  geschlagen,  wie  von 
alterher  für  werschaft  genomen,  aber  nit  höher  gegeben  werden.  Doch 
damit  sich  die  pfening  und  haller  (wie  hievor  auch  beschehen)  nit 
«Avil  häufend  einreisend,  so  lassen  es  meine  herrn  bei  jüngst  uß- 
gegangnem  gepott,  wievil  ain  jeder  ciain  gelt  zu  nemen  schuldig  sein 
solle,  allerdings  und  genzlich  pleiben,  wollen  auch  ir  geflissen  ach- 
tung  haben,  ob  sollicher  Ordnung  gelept  werde,  auch  darauf  <lie  über- 
tretter  unabläßlich  darumben  straffen. 

Verrer  und  zum  andern,  die  güldin  münz  belangend,  nachdem 
der  vier  churfürsten  am  Rhein  und  der  andern  churfürsten,  fürsten 
und  stende  gülden,  die  uf  remischen  goldguldin  die  iren  gereguliert 
haben,  auch  allso  uf  das  köllnisch  gewicht  geschlagen  und  gemünzt, 
in  ufrichtigen  werth  standhaftig  erfunden  worden  seind,  so  sollen 
dieselben  hinfürter  auch  geb  und  gut  haissen  und  sein,  aber  dero 
dhainer  weder  uß  den  münzen  wechseln,  kaufen  oder  verkaufen,  oder 
in  ander  weg  höher  nit,  dann  uf  fünfundsibenzig  kreutzer,  das  ist  fünf 
ort,  aber  wol  näher  und  geringer  eingenomen  und  ußgegeben  werden. 

Doch  sein  von  sollichen  guten  gewichtigen  romischen  goldguldin 
und  denselben  am  gehalt  gemeß  alle  andere  innlendische  geringe 
guldine  münz  ußgeschlossen,  so  nach  ußgang  obbestimpts  termins 
deß  neunzehenden  februarii  verbotten  sein  und  nit  mer  genomen 
werden  sollen,  wie  dann  solliche  verpotten  geringe  guldine  münzen 
nach  ainander  mit  irn  bildtnussen  und  circumferenzen  nach  lengs 
befunden  werden. 

Was  dann,  zum  beschlus,  das  ußlendisch  frembd  gold  als  du- 
caten,  cronen  und  anders  betrifft,  soll  vermög  obangezogner  newge- 
machten  münzordnungen  dhain  frembd  ußlendisch  gold,  so  im  reich 
teutscher  nation  nit  münzt  worden,  dann  allain  diejenigen  frembden 
guldin   münzen,  wie  sie  hierinnen  specificiert  sein,   aber  höher  nit. 


Überlingen.  558 

OrdnungS    wie   es   hinfürter   die    clerisei    und     10«« 
gaistlichen  alhie  uf  irer  trinkstüben  in  frävelhand- 
lungen  und  puessen  halten  sollen. 
Wo  ain  priester  von  überflüssigkait  wegen  deß  weins  oder  sonst 
in  anderweg  uf  iren  trinkstüben  ain  unzucht  begon  würd,  ist  der 
frateroitet  verwilligt  und  zugelassen,  das  sie  denselben  priester  umb 
sollich  sein  begangen  unzucht  je  nach  gelegenhait  und  gestalt  der 
sach  wol  straffen  mögen,  jedoch  aber  nit  an  gelt,  sonder  allain  umb 
wachs,  wie  von  alter  her  auch  in  geprauch  geweßt. 

Aber  usserhalb  dises  puncten  sollen  sie  sich  sonst  aller  anderer 
fräfflungen  und  straffen  gegen  priestern  und  laienpersonen  hinfürter 
gänzlich  müessigen  und  enthalten,  sonder  wo  ain  laienperson  ain 
Unzucht,  ald  priester  ald  laien  ainen  andern  fravel  oder  vrerhandlung 
uf  Iren  Stäben  begeen  würd,  sollen  sie  schuldig  sein,  solliches  jeder- 
zeit den  wettgeltem  zu  rüegen  und  anzugeben,  damit  dieselben  von 
ainem  rath  oder  derselben  verordneten  der  gepeur  nach  gepessert 
und  gestrafft  werden. 

Actum  montags  nach  Johannis  Baptiste  anno  63. 

Ordnung  aines  gebüttels,  wie  er  sich  hinfürter  ,^^.  . 

°  °  '  August  o. 

mit  atzutig  der  gefangnen  (usserhalb  deß  malefitz) 
halten  soll. 

Welcher  nunhinfürter  umb  bürgerliche  straff  vänglich  eingekert 
und  dem  püttel  in  sein  verwarung  geantwurt  würdet  und  der  ge- 
fangen zu  bezalen  Vermögens  ist,  der  mag  sich  selbst  von  hauß 
uß  (jedoch  nach  ains  raths  verwilligen  und  guot  ansechen)  speisen 
und  etzen. 

Wo  aber  ain  gefangner  nit  deß  Vermögens,  sich  selbst  oder  durch 
die  seinen  in  vangknus  zu  speisen  oder  zu  verhalten,  so  soll  ime 
speiß  und  underhaltung  usser  dem  gotzhauß  spittal  (wie  sich  gegen 
gefangnen  und  nach  gestalt  jeder  handlung  gepeurt)  mitgethailt  werden, 
und  namblich  uf  ainen  jeden  dergleichen  gefangnen  deß  tags  nit  mer, 
dann  ain  ruggin  laib  broths  und  darzü  muß  oder  erbsen. 

Es  soll  derselbig  dem  allso  gehörter  gestalt  die  narung  usser 
dem  spittal  in  zeit  der  fangnus  mitgethailt  werden,  in  seiner  er- 
ledigung  neben  der  gewonlichen  urphed  schweren  und  in  dieselben 
nemen,  für  ufgeloffne  atzung,  namblich  jedes  tags  insonders  dem 
gotzhauß  spittal  für  muoß,  erbsen  und  ain  ruggin  laib  broths  acht- 


*  Von  hier  ab  beginnt  der  2.  Band  der  «Protokolle».    Die  ersten,  ebenso  die 
letzten  Blätter  sind  weggerissen. 


Üb«rlmg«n. 


zehen  pfening  zu  bezalen,  oder  aber  sotliches  nach  der  Ordnung  im 
thurti  abzudienen. 

Im  fahl  aber  ainer  nit  zu  bezaleu  het.  sonder  ehegerüerter  ori 
nung  nach  im  thurn  abdienen  miiesse,  dem  soll  deß  tags  allain  ain 
halber  niggin  laib  broths  sampt  muß  und  brolhs,  aber  weiter  nichtzit 
gegeben  werden. 

Actum   freitags,  den  5.  augusti  aniio  63. 


AUffUlt  H. 


Ordnung  und   ewige  Satzung,  wie  es  hinfürter 

mit  ervordening  und  einziehung  der  steu  rn  von  den 
frembden  gehalten  werden  solL 


i 


An  heut  ist  zu  ev 
gegenwürtigen   und   ktii 
guoter  im  etter  und  der  *- 
bevolhen  worden, 
weltlich,   fürst,  gta 
a!d  anderf 
niemands, 
vertrag   hal 
guotern   in  d 
hurender  zeil 


rrathen  und  den  stüblinßhem 
duung  gegen  meniglichen,  so 
en  haben,  strenklich  zu  halten 
fremder,  er  sei   gaistiich  odei 

,  gotzhauß,  statt  oder  spittal, 
oder  niders  stand,  davon  gaf 
?gen  gemaiaer  statt  sonderban* 
i  geben,  ußgenoraen,  von  den 
Biegen  zu  ordenlicher  und  ge 
eder  die  güeter  noch  cmpfangnp 


darnutzung  davon  verstcurt,  dem  oaer  denselben  soll  aißdann  iniibalt 
der  steurordnung  der  peenfahl  darzü  gelegt;  und  so  nun  volgend^ 
ainer  vermög  alten  gepraucbs  sein  uferlegt  steiir  bis  sant  Georgen 
tag  nechsL  darnach  dem  stijblinßherm  nit  bezaJt,  dero  jedem  soll 
gleich  alßbald  alle  werk  in  güetern  verlegt  und  weiter  zu  bawon  nil 
gestattet,  noch  niemands  darinnen  verschont,  sonder  gegen  menig' 
Hchem,  er  sei  (wie  oblaut),  was  standts  er  wolle,  hierinen  durch* 
gcnde  cloichait  ^ehallon  wr^rden.  sn  Innü  nml  vil  iun  jfMlrr  allrr 
jarnclis  sem  steur  ordenlicher  weise  angegeben,  erlegt  und  bezalt 
hat;  dan  nun  hinfürter  von  dhainem  ainich  unwissenhait,  bitt,  noch 
entschuldigung  angenommen,  sonder  diser  Ordnung  stracks  gelept  und 
nachgangen  werden  soll.  Darnach  wisse  sich  meniglich  zu  richten 
und  vor  obangeregtem  peenfahl,  auch  darnach  gesetzter  straS  zu 
verhüeten. 

Actum  dornstags,  den  3.  augusti  anno  1564. 


1564 
August  7. 


Stattsatzung:    fürterhin    ainichem    usser    dem 
rath  nit  mer  in  ainer  sach,   darinnen  er  an   raths 


OberliDgen.  555 

und  oberkait  wegen  gehandlet,  zuo  ainem  zeugen 
außzuozichen. 

Meine  herrn,  ain  ersamer  rath,  haben  samentlich  und  ainhellig- 
;h  zu  ainer  ewigen  Stattsatzung,  stattut  und  Ordnung  gesetzt,  statuirt 
id  geordnet:  wan  fürterhin  ain  herr  burgermaister,  zunftmaister, 
d  ain  anderer  rathsfreundt  von  wegen  und  auß  bevelch  ains  er- 
men  raths  oder  seins  tragend  ampts  halber  gegen  ainem  burger, 
woner,  hindersäßen,  gerichtsangehörigen  oder  frembden  etwas 
Indien  oder  ains  ersamen  raths  bevelch  und  beschaid  eroffnen  und 
ben,  und  dan  dieselbig  sach  künftiglich  widerumb  in  ain  recht- 
:hen  span  erwachsen,  auch  für  meine  herrn,  ain  ers.  rath  und  ober- 
itigericht  fürgepracht,  und  von  ainicher  parthei,  es  were  cleger 
[er  antwurter,  diejehnigen,  so  inen  von  ains  ers.  raths  wegen 
sselben  beschaidt  gegeben  und  eröffnet,  oder  in  ander  weg  ob- 
hörter  gestalt  ettwas  darunder  gehandlet  zu  zeigen  oder  zu  zeugen 
[er  kundtschaften  auszüzihen  begeren  würde,  das  denselbigen  ir 
tgem  aus  aller  und  mancherlai  fürgefallnen  bewegenden  Ursachen, 
ich  darüber  gehaptem  vleißigem  und  ernstlichem  nachgedenken  ver- 
iigert  und  nit  zugelassen,  aber  die  verzaichnus  defl  rathsprothokoll, 
vil  dieselbig  handlung  betrifft,  soll  dem  begerenden  iederzeit  mit- 
thailt  werden. 

Actum  montags,  den  7.  augusti  anno  64. 

Ordnung  der  anlag  anno  1566.  1066 

Februar  10. 

1.  Ligende  güeter  in  der  statt,  darvor  und  uf  dem  land : 

Erstens  soll  ain  jeder  oder  jede,  sonderlich  die  wittfrauwen 
id  unmündtbare  kinder  durch  ihre  geordente  vögt  und  pfleger,  bei 
1  aidspflichten  veranlagen  die  höve  und  leben,  wo  inen  dieselben 
;enthumblich  zugehörig  sein,  nach  der  gült  und  nutzung,  sovil  ein 
ies  järlich  davon  eingeends  hat,  namblich: 

Ain  malter  vesen 3  U  ^; 

J^^^  j  ain  malter 2  ff  10  jj  ^; 

gersten wie  die  vesen; 

ain  vierthel  erbes 8  jj  ^; 

ain  vierthel  aier       6  jj  ^; 

ain  hennen,  ain  hon 1  (i  2  ^. 

Dises  alles  soll  in  das  hoptgut  gelegt  und  geschlagen  werden. 


2.  Kom  und  wein  u£  dem  kastea  und  im  kelter: 
Ain  malter  vesen     *     .     ■     *    4  fi  ^; 

™f  ^°  1  ain  nmlter     .     .    .    3  S  ^; 

habem  1 

gersten        .......     wie  die  vesen. 

ain  f&der 
neu  wein   ..*.....     40  ff  ^j 
alt  wein     .,...,...     50  ff  ^. 

3.  Ander  ligende  güeter,  so  aigenthumblich  Kein 
Ttem    die  heuser,  hof statten,  äcker,  wiseo,  gehük,   böm,  krai 

garten  und  dergleichen  gelegne  güeter,  als  lieb  ime  die  Jetzo  sein,' 
und  änderst  nit.  Docb  soll  ainem  jeden  allsdann  von  erstbestimpten 
gelegnen  güetem  gleich  alßbald  der  halbtheil  seiner  uferlegien  äalä| 
wider  hinweg  gethon  und  genommen  werden. 

Die  reben  soll  ein  jeglichs,  burger,  bürge  rin,  ein  woner  iiiwl 
hindersäß  bierinnen  anschlagen,  benantlich  jegliche  hofstatt  durchiifi 
weit  oder  nahe  umb  fünfzig  pfund  phenning. 

Und  so  dann  ainer  gaistlich  und  weltüch  obgehörter  gestall 
sein  hove  und  lehen,  deßgleichen  hauß,  hofstatt  gehiilz,  äcker,  oder 
reben j  als  lieb  ime  die  jetzo  ist,  rechts  werts  angeschlagnen  hal 
soll  kainer  dasjenig,  so  er  bei  den  güetern  schuldig  ist,  es  sei  ver 
schriben  oder  nit,  ald  er  Yerzinß  es    oder  nit,  davon  ziehen. 

Was  aber  einer  sonst  leufiger  schulden  schuldig  ist,  dieselben 
mag  er  wol  abziehen. 

4.  Pfandtscbaft: 

Item  pfandtschaft,  als  zinß  nach  den  hoptgüetern. 

5.  Varnus : 

Item  ain  jeder,  als  sein  vareude  haab,  es  sei  parschaft  oder 
schulden,  kom  und  wein,  wie  oblaut.  Deßgleichen  die  gewerbs-  und 
handtwerksleut,  als  ir  waar  und  haab  zu  ir  jedes  gewerb  und  handt- 
werk  gehörig,  und  als  lieb  es  ime  ist. 

6.  Erb-  und  schuphlehen  güeter : 

Wölcher  maier  im  erbgerechtigkait  uf  ainem  hove  hat,  der  soll 
dieselben,  so  lieb  sie  ime  ist,  anschlagen,  und  nach  demselben  an- 
Bchlag  gar  veranlagen  und  nit  nach  der  hovegült. 

Wann  aber  ainer  ain  schuphlehenhove  bauwet  und  besitzt,  dem 
soll  sein  hove  auch  nach  güete  angeschlagen,  wie  lieb  ime  derselbig; 
wann  es  ein  erblehengüt  were,  und  ime  demnach  allwegen  gegen  dem 


Oberlingen.  557 

«rblehengüt  der  fünfthail  nach  gelegenhait  und  gestalt  der  Sachen 
und  gut  ansehen  der  herrn  davon  gezogen  werden. 

7.  Somen  uf  dem  veld: 

Item  ainer  jeden  jauchert  ackers,  dieselb  gehöre  in  erb-  oder 
schupflehenhove,  ist  für  som,  körn  uferlegt,  wann  sie  mit  Winter- 
frucht steet  —  3  malter  vesen, 

jedes  malter  umb 4<tg/5?; 

und  so  sie  [mit]  sommerfrucht  —  als  habern,  steet    .    3  <8  /5?. 

Item,  wölcher  maier  uf  ainem  aigenthumblichen  hove  sitzt  und 
nichtzit  davon  güldet,  dem  soll  der  som  uf  dem  veld  gar  ange- 
schlagen und  nichtzit  davon  gezogen  werden.  Wölcher  aber  uf  einem 
erb-  oder  schupflehen  sitzt  und  zinß  und  gelt  davon  gibt,  dem  soll 
der  dritthail  von  somen  gezogen  werden. 

Wann  aber  ain  maier  oder  underthon  aigen  äcker  hat,  so  soll 
er  dieselben  auch,  so  lieb  sie  ime  sein,  veranlagen  und  darzü  den 
somen  gleichsfahls  nach  vorgehörtem  underschid  gar  einlegen. 

8.  Anlag: 

Und  soll  allwegen  von  allen  bewöglichen  und  unbewöglichen 
haab  und  güetern,  auch  der  gerechtigkait  deß  göts,  so  ein  jeder  be- 
sitzt, nutzt  und  innhat,  von  einhundert  phund  phenningen  uf  und  ab 
acht  Schilling  phening,  und  was  nit  hundert  pfund  erlaufen  möchte, 
von  einem  jeden  pfund  drei  haller  gegeben  werden.  Wölcher  aber 
nit  hundert  pfund  pfenning  wert,  sonder  minder  Vermögens  hat, 
wievil  das  were,  der  soll  von  jedem  pfund  drei  haller  geben. 

9.  Leibsteur: 

Wann  ainer  zweihundert  pfund  pfening  Vermögens  hat,  der  ist 
dhain  leibsteur  schuldig. 

Wölcher  aber  allein  hundert  pfund  pfening  und  nit  mehr  zu  ver- 
steuren hat,  der  soll  acht  Schilling  pfening  anlag  und  darzü  für  die 
leibsteur  vier  Schilling  pfening  geben. 

Ob  aber  ainer  minder  dann  ainhundert  pfund  pfening  vermag, 
«o  gipt  er  von  jeglichem  pfund  drei  haller  und  darzü  sechs  Schilling 
pfening  leibsteur. 

Wann  aber  ainer  zeitlichen  Vermögens  gar  nichtzit  hat,  der 
soll  geben  z&  leibsteur  siben  Schilling  pfening. 

10.  Dienstknecht  und  mägd: 

Item,  wölcher  dienst,  es  seien  knecht  oder  mägd  zum  hoch- 
würdigen sacrament  gangen,  ist  es  ain  manßperson,  gibt  or  zween 


558         ^^^^^^^^^H 

Schilling  pfenmg  zu  anlag;  isl  es  aber  aiii  wenJsmlS^aif^chjUiQg 
pfeaing. 

Wölche  dienst  aber  nit  zum  sacrament  gegangen,  die  sein  nichlzU 
zd  geben  schuldig. 


11.  Leibgeding; 


nichuUj 


Diejenigen,  so  leibgedings  haben,  sollen  die  zu  hoptgut  an- 
schlagen, wie  sie  dieselben  erkoflft  und  allweg  von  Einhundert  pftinden 
eingeenden  leibgeding  acht  pfund,  und  dann  alhvegen  von  hundert 
pfnnden  acht  Schilling  pfening;  was  aber  hundert  pfimd  nit  erijagen 
mag,  von  jedem  pfund  drei  halter. 

12.  Gaistlichen  und   priester: 

Ain  jeder  priester  soll  all  sein  aigenthumblich  haab  und  göt, 
so  er  usserhalb  deß  beneficiumbs  hat,  es  seien  reben,  heuSer,  odei 
pfandtschaft,  wie  ain  anderer  burger  oder  underthon,  versteurn,  und 
denselben  gleichförmig  gehall cmi  werden. 

Aber  von  im  benoficicn  und  einkommen  sollen  sie  all  wegen  von 
hundert  pfund  acht  pfund,  und  achtzig  pfund  sechs  pfund  neun 
Schillinge  von  sechzig  pfund  vier  pfund  achtzehen  Schilling  pfening 
geben. 

Deßgleichen  von  parschaft  und  schulden  all  wegen  von  hundert 
pfunden  acht  Schillinge  und  was  darumb,  von  jedem  pfund  drei  häller. 

Und  dann  die  phrundbehausungj  unangesehen  er  besitze  es  oder 
nitj  mit  acht  Schilling  pfeningen»  und  dann  die  phrundgarten  iii- 
sonderhait  nach  ainer  jeden  hof statt,  wie  ain  jeder  anderer  burger, 
veranlagen.         , 

13,  Anschlag  deß  vichs  in  die  anlag: 

Ain  roß  göt  und  böß  durchaufi  umb lö  tf  ^^ 

ain  Zugochsen  g&t  und  böß 10  tf  ^; 

ain  hoptvich  in  gemain       6tf-^; 

ain  järling 2  tf  ^; 

ain  heurling       1  tf  -j; 

ain  schaflf 5  P  -tJ; 

ain  frischling 5  P  -J; 

halben  frischling 2(16^; 

ain  som  heuw   \ 

ain  som  strauwj ^  ^'' 

ain  fuoder  stecken 2  ji  8  ^. 


Überlingen.  559 

Und   wann   dero   letst   geschribnen   stuck   ains    under   der   jär- 
lichen  hovegült  begriffen  wäre,  soll  es  auch,  wie  dann  andere  hove- 
gült  in  das  hauptgut  geschlagen  und  darnach  veranlagt  werden. 
Actum  montags,  den  10.  'februarii  anno  1566. 


Gesatz   der  ewigen   jarmärkten.  1660 

Juli  6. 

Meine  herrn  burgermaister  und  ain  ersamer  rath  diser  deß 
balligen  reichs  statt  Überlingen  haben  usser  allerlai  bewögenden  Ur- 
sachen und  sonderlich  zu  abschneidung  deß  mißverstands,  so  bißher 
in  haltung  der  dreier  jarmarkt,  namblich  sant  Ulrichs,  sant  Ursula 
und  sant  Niclaus,  wann  dieselben  den  gefallnen  festen  und  tagen 
nach  uf  ainen  andern  tag  geendert  und  verwendt  werden  müessen, 
dardurch  aber  solliche  jarmarkt,  nachdem  nit  ainem  jeden  die  Ver- 
änderung derselben  wissenthaft  gemacht,  oder  sonst  dero  bericht  ge- 
weßt;  wienig  besucht  worden  sein,  eingefallen,  ditz  hernachvolgend 
Ordnung  fürgenomen,  auch  hinfüro  zu  halten  errathen  und  für  gut 
angesehen : 

Wann  künftiglich  der  gemelten  dreier  tag  ainer,  es  sei  sant 
Ulrichs-,  sant  Ursula-,  oder  sant  Niclaustag  uf  ainen  sonntag  oder 
monntag  gefallen  würd,  so  soll  am  nechsten  zinstag  darnach  sollicher 
jarmarkt  seinen  fürgang  haben.  Würde  aber  obberüerter  tag  ainer 
den  zinstag,  mittwoch  oder  dornstag  ergreifen,  so  soll  derselb  jar- 
markt je  und  allwegen  uf  den  zinstag  in  der  andern  nechst  darnach 
volgenden  wochen,  one  ainiche  weitere  verenderung,  auch  unver- 
hindert anderer  darzwischen  einfallender  fast-  oder  gepannen  feirtäg 
gehalten  werden.  Aber  deß  bonenmarkts  halben,  nachdem  derselb 
der  zeit  und  dem  jar  nach  allerjärlichs  unverendert  gehalten  würdet, 
laßt  es  ain  ersamer  rath  bei  sollichen,  wie  von  alter  her,  ditzmals 
pleiben.  Das  alles  haben  gedachte  meine  herrn,  ain  ersamer  rath, 
hiemit  jedermeniglichem,  dessen  hinfürter  ain  endtlichs  wissens  zu- 
tragen und  mit  besüchung  eegerüerter  jarmarkt  desto  aigentlicher 
darnach  mögen  gerichten,  auch  ir  ainer  den  andern  diser  Ordnung 
zu  verstendigen  wissen,  guter  wolmainung  unangezaigt  nit  lassen 
wollen. 

Actum  freitags  nach  sant  Ulrichstag  des  hailigen  bischoffs 
anno  1565. 


^iHfi  Überlingen. 

i^V        [Chriatenlehr-Ordauiig,  Bestimmung  über  die  Anzahl  der 
^''"*'  Taufpathen  und  anderes^] 

Meine  herren  borgermaister  und  ain  ersanier  rath  diser  del 
hailigen  römischen  reichs  statt  Uberlingeii  stellen  in  kainen  Eweifd, 
es  wiß  sit!h  ieder  menigUchs,  Jungs  und  alts,  reich  und  arm,  noch 
gnuogsamlich  und  wol  zu  erinnern  der  veilfeltigen  vätterlichen  und 
ernstlichen  ermanungen,  so  verzückter  jaren  und  sonderlich  erst  neu 
lieh  neben  der  veilfeUigen  lehre  und  predig  deß  seeligmachenden 
worts  gotles,  von  wegen  abstelhmg  des  übersindtlichen,  erschrocken 
liehen  gotzlestern  und  andern  Unordnungen,  so  sich  ain  '*eit  hero  in 
und  außerhalb  der  kürchen,  \if  dem  kürchhof  und  anderen  geweichten 
orLhen,  deßgleichen  erkaltner  und  erlosch ner  liebe  und  andacht,  m 
verzichtung  der  dienst  gottes,  durch  den  herrn  pfarhern  an  offner 
canzelj  deßgleichen  auch  in  den  erbarn  zünften  ußgegangen  und  v 
kündt  worden  sein. 

Und  wiewol  ain  jeder  christenmensch,  welcher  nach  dem  eben* 
bild  gottes  erschaffen^  und  von  gott  dem  allmechtigen  mit  veil  gnaden 
begäbet  ist,  zum  vordersten  das  reich  gottes  suochen  und  in  stetleni 
ernstlichem  fiirsatz  sein  sündllich  leben  besseren,  solliches  alles  in 
embsiger  und  andächtiger  volnb ringung  der  dienst  gottes  christenUch 
und  herzlich   bedenken,   auch   dem   in  all  weg   nachvolgen   solte; 

so  befündt  doch  aber  ain  ersamer  rath  laider  das  widerspi!  der 
obangeregten  christenlichen  leeren»  predigen  und  ausgegangne  vätter* 
liehe  ermanungen  in  abstellung  der  laster  und  bessenmg  des  lebeos 
bei  disen  hochbeschwerüchen,  erschrockenlichenj  laidigen  zeiten  und 
laufen,  bei  baiderlai  geschlechten,  weder  alten  noch  jungen,  manns^ 
noch  frauenpersonen,  knaben  und  döchtern,  reichen  und  armen,  wenig 
erschossen,  sonder  das  laster  der  boßhait  und  versaumung  des  guoUen 
bißher  ie  mer  und  mer  überhandt  genommen  hat,  also,  das  er  dehain 
gerathen,  das  deren  veil  ahn  den  hailigen  söhn*  und  andern  durch 
die  christenlichen  kürchen  verordnete  und  eingesetzte  feirtägen  und 
fest  mider  der  predig  und  verkindung  des  wort  gottes,  desgleichen 
Verrichtung  der  balligen  ämpter  und  messen  irn  stand  ahm  margt, 
an  der  hofstatt,  uf  dem  kürchhove,  dem  stad  und  Gred  loben  haben, 
etil  ich  aber  in  dor  st  fit*  nri'l  nw  den  thoren  umbspacieren,  ire  eom- 
mertien  und  gewerb  verrichten,  laden  und  entladen  und  dann  etliche 
hiezwischen  als  sonderbare  Verächter  und  schmecher  gottes  worts 
und  seiner  hailigen  ämpter  und  dienst  ir  zeit  hein  und  wider  in  den 


^  Von  dieser  Verordnung  ist  eine  besondere  Abschrift  vorhanden  in  St-A. 
Abt.  VIII,  Nr.  146. 


Überlingen.  561 

Zünften  würts-  und  geßlier-,  auch  andern  heußern  und  haimblichen 
orten  und  winkeln  mit  sündhaftigen  und  schändlichem  gesprech, 
essen  und  trinken  wider  gott,  iren  nechsten  und  sich  selbst  hinbringen, 
auch  obschon  etwelch  durch  im  guotten  engein  in  die  kürchen  zu 
anhorung  des  wort  gottes  gelait  werden,  so  laufen  sei  doch,  so  bald 
immer  die  predig  aus  ist,  mit  ungestimme  von  dem  gemainen  bett 
hinauß  und  verhindern  darmit  das  ander  andechtig  volk  in  irem 
gebett  und  also  dise  gnadenreiche  zeit  uppiglich'  und  unnützlich  suchen 
zu  Vertreiben  und  zu  verkeren,  und  dardurch  den  tag  in  die  nacht 
wider  gottes  Ordnung  und  natteürlichen  einpflanzung  zu  verwenden 
pflegen,  welches  dann  bei  Juden  und  haiden  wenig  gesehen,  sonder 
nach  irem  leben  ain  andere  Ordnung  gefürt  und  gefunden  würdt,  so 
doch  ain  jedes  verstendig  christenmensch  die  speis  der  seelen  durch 
hörung  deß  hailigen  wort  gottes  und  christenlich  andacht  der  hailigen 
ämpter  und  messen  zum  vordersten  notwendiglich  suochen  und  be- 
trachten, denselben  beiwonnen,  und  damit  die  zal  der  christenlichen 
gemeinsame  und  versamblung  in  gemainem  bett  erfüllen  solten. 

Derhalben  so  last  ain  ersamer  rath  die  hievor  außgegangnen 
gebott,  auch  alle  andere  hailsame  ermanungen  hiemit  allerdings 
wideitunb  erneueren  und  darbei  jedermeniglich  jung  und  alt,  frauen- 
mid  mannspersonen,  niemandts  außgenomen,  auß  christenlichem  eifer 
mid  gemieth,  vätterlich  und  treuherzig  ermanen,  es  welle  ain  jedes 
selbst  zum  vordersten  seiner  seel,  hail,  nutz,  wolfarth  und  seeligkait 
darbei  auch  die  groß  noth,  angst  und  gefahr,  auch  beschwerlichhait 
der  zeit,  darinnen  wir  diser  zeit  ermant,  seelig  leben,  auch  andere 
unserer  mitglieder,  christenlichs  names  durch  Verfolgung  deß  feindts 
der  allgemainen,  wahren,  rechten  und  catholischen  kürchen  diser  zeit 
jömerlich  und  laidig  stehn,  inniglich  zu  gemieth  und  herzen  füeren, 
sich  in  ain  buoßfertig,  reuig  und  besserlich  leben  schicken  und  zu 
den  diensten  gottes  hinfürter  mit  mererm  vleiß  und  andacht,  dann 
biß  anhero  bescheen,  befleißen,  namblichen  soll  niemandts  mehr  ahn 
dem  hailigen  son-  und  gepannen  feürtägen  under  der  predig  und 
verkindung  des  worts  gottes  und  haltung  der  hailigen  ämpter  und 
messen  nit  mehr,  weder  vor  der  kürche,  kürchhof,  uf  den  platzen, 
ahm  See,  in  der  statt,  noch  vor  den  thoren  umbgehn  oder  spacieren, 
noch  vil  weniger  dieselben  zeit  in  den  wirts-,  geßlier-,  zünften  oder 
anderen  heusern  und  haimblichen  winkeln  und  orten  zu  morgen 
essen  oder  zechen,  deßgleichen  ainichen  wirt,  geßlier  oder  stuben- 
knecht  ald  andere  haußgenoß  under  sollicher  verpotner  zeit  (außerhalb 
frembder  gast  und  leüth)  niemandts  nichzit  weder  wein  noch  brott, 
kalts  noch  warms,  weder  umb  gelt  noch  sonst  ufstellen,  fürsetzen, 

Oberrbelnltche  Suultrechte.    U,  2.  86 


562  ÜberliDgen. 

geben  noch  darraichen ;  under  was  schein  das  immer  gesuocht  werden 
mechte,  sonder  sich  ain  iedes  zue  diensten  gottes  und  der  leer  des 
hailigen  wort  gottes  verfliegen  und  dasselbig  zum  hail  der  seel  hören 
und  empfahen,  auch  darinnen  biß  zum  endt  des  gottesdienst,  deß 
hailigen  ampts  der  meß  beharren,  und  nit,  wie  bißher  beschehen, 
nach  der  predig  auß  alter  böser  gewonhait  vor  dem  gemainen  bett 
sich  abziehen;  dann  welcher  würt,  geßlier  oder  andere  haußvätter 
ald  haußgesindt  hainfürter  ainichem  burger  oder  einwohner  (usser- 
halb  der  frembden)  ahn  den  sonn-  und  anderen  feürtägen  imder  der 
predig  und  hailigen  ämptern  essen  und  trinken  geben  und  ufstellen, 
deßgleichen,  wa  jemandts  under  sollicher  zeit  in  den  würts-,  geßlier- 
oder  andern  heüser  essend  oder  trinkend,  ald  sonst  in  der  statt 
oder  vor  den  thoren  umbgehend,  steend  oder  spacierend  in  ver- 
saumbung  der  diensten  gottes  befunden  würd,  dieselben  alle  und  iede, 
si  seien  groß  oder  klain  bansen,  reich  oder  arm,  die  will  ain  rath 
mit  ernst  dermaßen  strafen,  das  man  dermalen  ains  sein  ernstlichs 
hochs  und  großes  mißfallen  würklich  speüren  und  befinden  soll.  Dann 
ain  ersamer  rath  nit  allain  die  geschwornen  diener,  sonder  ander 
haimlich  ufseher  verordnet  hat,  uf  sollichs  ufmerkens  zue  geben  und 
guot  geflissen  achtung  zu  haben  und  die  übertretter  und  ungehorsamen 
von  stund  an  zu  rüegen  und  anzügeben,  damit  dieselben  ir  schuldig 
verdiente  straff  darumb  empfahen  und  gebessert  werden  megen;  dann 
ain  rath  ainmahl  dahain  entschlossen,  diser  und  ander  vorgehender, 
auch  nachgeschribnon  christenlichen  Ordnungen  und  Satzungen  wirk- 
Hell  nachzusetzen  und  die  übertretter  hertiglichen  darumben  zu 
strafen.  Ob  aber  der  gemelten  diener  und  ufseher  ainer  oder  mehr 
sich  aucli  zu  dergleichen  gesellen  und  zechen  setzen  und  mit  inen 
zwischen  den  äniplern  und  diensten  gottes  zechen  oder  trinken,  ald 
solliche  strafbare  Sachen,  wa  sie  dieselben  sehen,  gwar  oder  innen, 
nit  riegen  oder  angeben  würd,  der  oder  die  sollen  und  werden,  so- 
oft es  fürkompt,  gedopelte  und  zwifache  straf  darumben  nemen  und 
empfahen. 

Und  dieweil  gott  der  allmechtig  unib  abwendung  alles  anligen, 
angst,  noth  und  eilend  der  ganzen  cliristenhait  mit  neuem  herzen 
und  gemieth,  ernstlichem  andachl  und  unufhörlichem  gebett  ange- 
ruoffen  und  gebetten  sein  will,  und  man  sich  aber  biß  daher  zu  den 
geordneten,  sonderbaren  gebetstagen,  wann  man  umbgangen  ist,  wie 
sich  laider  erscheint,  zu  dem  gemainen  gebett  wenig  geschickt  hat, 
deßgleichen,  wann  man  zu  niittagszeit  das  türkenbeth  leuth,  wenig 
mehr  weder  jung  noch  alt,  niderkneuend  und  gott  umb  hilf  und 
abwendung  der  straf  und  Übels  anruoffen  und  pitten,  so  laßt  ain  er 


Überlingen.  568 

samer  rath  abermals  hiemit  jedermeniglich  ermanen,  es  wolle  sich 
ain  jedes  christenmensch,  frauen  \md  man,  reich  und  arm,  hain- 
fürter  zu  sollichen  sonderbaren  gebetstagen,  als  nämlichen  den  ge- 
wonlichen  creitzgang,  der  freitag  vor  anfang  der  friemeß,  singen  und 
betten  und  sunderlich  uf  das  allerwenigst  auß  ainem  ieden  hauß 
ain  gerichtbare  persohn  darbei  erscheinen  und  zuo  sollichem  gottes- 
dienst  mit  mererem  ernst  und  andacht,  dann  bißher  beschehen,  selbst 
persohnlich  befleißen,  auch  derselben  mit  mehr  andacht,  zucht,  Ord- 
nung und  erbarkait  beiwohnen  oder  nachgohn,  deßgleichen  ain  ieder 
christenlicher  haußfatter  oder  haußmuoter  die  jugendt  darzu  halten 
und  ziehen,  daß  dieselbigen  in  berierten  creitztagen,  processionen  und 
gottesdiensten  nit  durchainandern  und  ohne  ainige  Ordnung,  gleich- 
wie das  unvernünftig  thier  under  ainandern  laufen,  ir  unnitz  geschwetz 
und  tadel  mehren,  verrichten;  und  dann,  wann  man  täglich  aubents 
und  morgens  das  ave  maria  zu  mittag  zeit,  auch  das  gemain  bett 
leuth^  welle  ain  iedes,  gaistlich  und  weltlich,  frawen  und  mann,  jung 
und  alt,  er  sei  im  hauß,  uf  der  gassen,  in  dem  veld  oder  sonst 
anderstwo,  andechtiglich  uf  seine  kneue  niderfallen  und  gott  von 
innerlichem  herzen  umb  abstellung  alles  Übels,  straf  und  Jammers, 
damit  die  gemain  christenhait  der  sinden  halben  beladen  ist,  umb 
mitthailung  der  gnaden  anriefien  und  pitten,  wie  sich  dann  ain  ieder 
frommer  Christ,  ohne  erinnert,  selbst  bedenken,  das  er  von  gott 
erschaffen,  durch  sein  unschuldig,  für  uns  schuldig  geschehen  leiden 
und  sterben  und  herliche  wideruferstehung  erlest  sei,  sich  auch 
in  seinem  leben  gegen  gott,  sein  seeligmachend  wort  dankbar,  gegen 
seinen  nechsten  und  sonst  in  allweg  unverweisenlich  und  also  halten, 
das  er  hie  zeitlich  mit  gott  und  guottem  gewissen  leben,  dort  ewig 
seelig  genossen,  der  zeitlichen  straf  entfliehen  und,  was  ime  nach 
disem  zergenglichem,  im  ewigen  leben  nutzlich  sein,  betrachten  mecht, 
uf  das  man  von  andern  nit  angesehen,  geachtet,  oder  nach  mensch- 
licher arth  und  böser  gewonhait  geurthailt  werden,  das  man  sich 
des  alten  catholischen,  christenlichen  glaubens  allain  mit  leicht- 
fertigen Worten  von  mund  nehme  und  lobe,  das  herz  und  die  werk 
aber  weit  darvon  seien. 

Zum  andern  ist  auch  biß  anhero  ain  grose  Unordnung  in  der 
kürchen  under  dem  ampt  der  hailigen  meß  gehalten,  in  dem  wann 
der  priester  unsern  herrn  erheben  will,  das  alsdann  das  gemain  volk, 
so  bei  und  under  dem  cohr  stehen,  hinauf  under  die  cohrthieren 
laufen  und  dem  andern  volk  in  der  vorkürch  vor  dem  gesiebt  stehen, 
das  si  unsern  herren  nit  kennden  sehen  ufheben,  darzü  verhindern 
si  auch  die  andern  priester,  so  uf  irn  pfrundtaltarn  meß  gelesen  und 

8n* 


Überlingen.  565 

der  Jugend  darumben  zft  straffen,  uf  welches  man  dann  sonderbar 
achtnng  und  ufmerkens  haben  würdet. 

Zum  fünften,  demnach  das  gotzhauß  zä  den  barfüesem 
allhie  von  unsern  vorfarn  und  eitern  zu  dem  dienst  gottes,  und 
nit  das  man  ain  trink  oder  würtshauä  darauß  mache,  gestiSt 
worden,  und  wiewol  vor  etwelch  jaren  etwann  meine  herrn  des 
raths  oder  andere  erbare  betagte  alte  und  wolerlepte  männer 
anderweilen  dahin  gangen,  mit  dem  guardian  ain  trunk  gethon,  so 
ist  es  ^ber  ietziger  zeit  in  ain  sollichen  mißbrauch  gerathen,  das 
man  nunmeer  alle  tag,  sonderlichen  aber  zu  sonn-  und  feurtägen 
allerlai  volk  sich  zusamenthon  und  haufenweiß  gehn,  daselbsten 
zechen  und  trinken,  das  man  mit  fleschen  und  kannten  nit  wol  mag 
genuog  zutragen,  und  also  ainem  wirtshauß  meer  gleichsieht,  weder 
ainem  closter  und  gotzhauß;  derenwegen  wellen  meine  herrn  ain 
solliches  hiemit  allerdings  und  ganzlich  abgeschafft  und  darmit  ge- 
betten  haben,  sich  deßelben  zu-  und  einlaufens  darinnen  zu  zechen 
oder  irtinen  ze  thün,  mießigen  und  enthalten  bei  ains  ersamen  rath 
ernstlicher  straff. 

Zum  sechsten  haben  meine  herrn  burgermaister  und  ain  ersamer 
ratb  verschiner  jaren  ain  rebbauordnung  fürgenomen  und  gemacht, 
dieselbige  auch  in  den  erbarn  zünften  nun  etwelch  maln  verkinden 
und  darbei  gepieten  lassen,  daß  sich  in  erbauung  der  reben  menig 
lieh  derselben  gemäß  verhalte,  deß  Versehens,  es  betten  sich  die 
gmainder  und  rebknecht  darinen  gehorsamlich  erzaigt,  dem  aber  zu- 
wider, so  haben  die  unbauschauer  bei  dem  vorigen  und  nechsten 
umbgang  nit  allain  veil  umbeu  von  dem  gemaindem,  sonder  auch 
das  im  etlich  die  werk  darinnen  gar  nit  verriebt  haben,  befunden; 
derwegen  lassen  meer  wolgemelte  meine  herrn  burgermaister  und 
ain  ersamer  rath  angezogne  erneuerte  rebbauordnungen  hiemit 
widerumb  verkinden,  wellen  und  gebieten  darauf  auch  allen  und 
würdet  sein,  wie  dann  bißher  beschehen,  und  ain  solliches  durch  die 
gmainder  bauen,  daß  si  sich  derselben  gemeß  verhalten  und  sonder- 
lich die  gmainder,  deren  die  reben  nit  aigen  seien,  dann,  wa  das  nit 
besehen,  und  ainer  oder  meer  darinnen  farleßig  und  ungehorsame 
würdet  sein,  wie  dann  bißher  beschehen,  und  ain  solliches  durch  die 
verordnete  und  gesehworne  unbauschauer  befinden  und  ainen  ersamen 
rath,  wie  si  es  irn  pflichten  und  aiden  ze  thun  schuldig  zu  erkennen 
geben,  den  oder  dieselbigen  rebknecht  würdet  man  gewißlich,  ohne 
alle  gnad  und  fürbitt,  mit  weih  und  kind  der  statt  und  irer,  auch  deß 
gotzhauß  spitals  gerichten  verweisen.  Darumben  wissen  sieh  dieselben 
darnach  zu  halten. 


m  überilugM. 

Zum  sibenden  haben  meine  herni  kurz  verschiner  zeit  auch  in 
den   erbam    ziinften    verkünden   und    gebieten   lassen,    daß    fürohm 
kain  burgersdoehter  mit  einem  frembden  gesellen  ohne   wissen  mi 
willen  im  eitern,  verwandten,  oder  vögt  und  pfleger  verheiraten  trollen, 
dann  da  eine  oder  mehr  das  thon  werde,  werde  man  si  mit  iretn 
mann   hinauß   schicken,   deÖ   Versehens,   es   sollen   sich    die   ledigen 
burgerssühn,  deßgleirhen  die  wüwer  allhie,  sollich  urdnimg  ennoerl 
und   derselben    bei   irer    Verheiratung   gleichiermig   erzaigt    und   ver 
halten  haben.     So  befinden  aber  meine  berrn,  ain  ersamer  rath,  das 
nuhn  ain  zeit  hero  die  ledigen  burgers  söhne  von  frembden  orthen 
vveiber  hierein  bringen,  deßgleichen  die  witwer  sich  gegen   frembdi' 
verheiraten,   dieselbigen   auch   in   die   statt   bringen,    dardurch   dami 
des  gotzhauß  spiüals  die  spendl  und  andere  gestiffte  armuosen  hocli 
lieh  überladen  und  beschwerdt  werdmu    Derwegen  wollen  und  gepielen 
meine  herrn,   ain  ersamer  ratJi,  daß  sieh   die   ledigen   gesellen  und 
burgers  sölme,  wie  auch  die  wilwor  in  irer  verheiratimg  gegen  deö 
auÜländischen   oder   freuiliden   etwas   bedachtUcher   und    heschaiden* 
lieber  verhalten;  dann  wo  das  über  diso  getreue  Verwarnung  nit  he 
schehe,   würden   meine   herrn,   ^ain   ersamer   rath,   die   widerwerÜgen 
und  ungehorsamen  mit  iren   frefubden  zügeheuraten  frauen  von  der 
statt  hinaußweisen,  und  si  ires  aÜeu  ererbten  burgerrechts  von  wegm 
sollicher   irer    ungehorsame   nit    geniessen    lassen,     Damach    wessen 
sich  dieselbigen  zu  verhalten. 

Zum  achtenden.  Nachdem  abermals  ain  anzall  mordbrennef 
im  land  hin  und  darwider  umbzichen  und  durch  brand  groß  jammer 
und  noth  anrichten,  derhalben  so  lassen  obgemelte  meine  gepietende 
und  gönstjge  herrn,  ain  ersamer  rath,  allhie  iedermöniglich  auß  ge- 
treuer sorgfeltigkait  ermanen,  mit  guoller  huot,  sorg  und  wacht  dester 
gewarsammer  und  behuotsammer  zu  sein,  und  tag  und  nacht  uJ 
solliche  und  dergleichen  argw^enische  personen  geflissen  ufmerkhens 
zu  haben;  imd  ob  iemandts  soJticher  personen  verdäehtig  nachts  oder 
tags  sehen  und  vernemen  würd,  dasselbig  alsbald  meinem  herm 
burgermaister,  oder  in  abwesen  seinem  Statthalter  anzaigen,  damit 
man  die  gebür  gegen  sollichen  schadhaften  personen  handien,  auch 
übel  und  unrath  zeitlich  fürkommen  mege. 

Actum   sonntags   exaudi   anno    1585. 

Die  ^Protokolle  sämtlicher  Gebote  und  Verbote  des  Ratssu  Überlingen^ 
füllen  2  starke  in  Buchform  gebundene  Folianten  mit  263  beew,  450  be- 
schriebenen Blättern  und  reichen  von  1552  bis  1609,  Dabei  ist  jsu  bemerken, 
daß  vom  2.  Band  eine  Anzahl  Blätter  weggerissen  sind,  die  noch  Proto- 
kolle bis  zum  Jahre  1616  enthielten.     St.-A,  Abt.    VIII,   Nr.   147  bem. 


Überliogen.  567 

W,  Vom  2.  Band  wurden  nur  wenige  Verordnungen  hier  aufgenommen, 
i  aUe  übrigen  lediglich  Wiederholungen  früherer  Erlasse  darstellen.  So 
hren  e.  B.  die  Kornordnung y  die  Herbstordnung,  auch  vorstehende  Christen- 
hrordnung  jedes  Jahr  wörüich  wieder. 


XLI. 
ie    Stadt  Überlingen  erwirbt  von    der   Deutschordenskommende 
ainau,  dem  Gollator  und  Lehensherm  der  alten  Pfarr-  und  Mutter- 
rche  Aufkirch  und  der  beiden  Filialen  Überlingen  undHödingen, 
das  Patronatrecht  über  die  Pfarrkirche  St.  Nikolaus  daselbst. 

1557  Juli  17  Überlingen. 
[Bürgermeister  und  Rat  der  Stadt  Überlingen  setzten  den  Pfarrer 
.ncentius  Hardtweg  daselbst  eigenmächtig  ab.     Die  Deutschordens- 
)mmende  Mainau  erblickte  darin  einen  Eingriff  in  die  ihr  als  Collator 
istehenden  Rechte  und  beschwerte  sich  dagegen.    Die  im  Verlauf 
is   Streites  eingeleiteten  Verhandlungen   führten  zu  dem  Ergebnis, 
iß  die  Deutschordenskommende  ihre  Collatur-Rechte  und  Gerechtig- 
>iten  an  der  Pfarr-  und  Mutterkirche  zu  Aufkirch  und  deren  Filialen 
jerlingen  und  Hödingen  vertragsmäßig  an  die  Stadt  Überlingen  abtrat :] 
.  .  .   Das   die   vilgemelten  herrn  landcomenthur  und  hauß- 
comenthur  zu  Mainow  und  von  desselben  hauses  und   comen- 
thurei  wegen  die  collatur  und  lehenschaft  der  alten  pfarr-  und 
mutterkürchen  zu  Uffkürch  und  der  baiden  filialn  zu  Überlingen 
und  Hedingen,  ouch  der  caplonei  sant  Katharinen  althar    auf  der 
glinken    selten    sant    Niclaus    kürchen    zu    Überlingen,    so    ver- 
gangner zeit  diser  pfarr  annectiert  und  eingeleibt  worden,   mit 
allen  rechten,  gerechtigkaiten  collandi,  nominandi  et  presentandi, 
wie  es  bißheer  dem  haus  Mainow  zügehörig  gewesen,  und  die 
herrn  comenthur  in  Übung  gehapt,  nicht  vorbehalten,  auch  der 
darzue  gehörigen   zinsen,  haus,   hove,  bom-  und   rebgarten,   wa 
und  an  wellichen  enden  die  gelegen,  mit  grund,  boden  und  aller 
niessung  und  sonst  aller  andern  gerechtigkaiten,  accidentalien  und 
zustand  in  der  kürchen  von  der  stol,  jarzeiten  und  seelbüch,  wie 
das  ain  pfarrer  bißher  selbs  eingenomen,  den  vorbenanten  herrn 
burgermaister  und  rathe  zu  Überlingen  und  iren  nachkomen  über- 
geben und  absteen,  derhalben  in  eewig  zeit  dhain  recht  oder  ge- 
rechtigkait  nit  mer  haben,  suechen  oder  gewinnen.     Und  nach- 
dem bißheer  die   herren  comenthur  deß  hauses   Mainow  ainen 
pfarrherrn  zu  Überlingen  mit  ainem  caplon  und  vier  heifern  under- 
halten,   und   so   weit   sich   die  nulzung   der   pfarr   zuegehörigen 


Überlingen.  569 

güetter,  wie  die  herrn  comenthur  zu  Mainow  dasselb  als  lehens- 
herrn  hergepracht  und  bißheer  in  Übung  und  geprauch  gewesen, 
und  die  accidentalia  und  beinutzungen,  wie  es  der  pfarrer  biß- 
heer haben  hergepracht,  mitsampt  im  anhangenden  beschwerden 
und  uncosten  underaemen,  an  sich  ziehen,  auch  die  pfarr  mit 
taugenlichen  priestern  besetzen,  wie  das  inen  als  collatoren,  no- 
minatoren  und  presentatoren  wol  zusteet  und  gebüert,  und  der- 
massen  versehen,  das  derhalben  von  den  pfarrleuten  und  under- 
tonen  pilliche  clag  nit  volge,  und  das  hauß  Mainow  oder  des- 
selben zehenden  und  güetter  hierumben  in  ainichen  weg,  wie 
sich  das  begeben  möcht,  nicht  angelangt  oder  angezogen  werden 
mögen.  Nachdem  ouch  beed  partheien  ain  notturft  sein  bewilligt, 
das  diser  gepflegter  handlung  und  vergleichung  halben  bei  bäpst- 
licher  hailigkait  und  höchstgemelter  röm.  kais.  m.  (als  dieser 
zeit  in  namen  der  röm.  kais.  m.)  ouch  unsers  allergnedigisten 
herm  Statthalter  im  römischen  reich  confirmationen  außgezogen 
und  erlangt  werden,  ist  abgeredt  und  von  baiden  thailen  güetlich 
angenomen,  das  sollichs  in  baidenthail  costen  beschehen,  allso 
was  derhalben  in  ainichen  weg  für  außgaben  geton  werden,  das 
ieder  den  halben  thail  erlegen  und  bezallen  soll.  Und  so  die 
confirmationen  erlangt  und  zu  banden  gepracht,  sollen  dieselben 
zu  baiden  thailn  notturft  an  ort  und  end,  wie  man  sich  der  ver- 
gleichen soll,  hinderlegt  werden,  und  iedem  thail  ain  glaubwürdig 
vidimus  darvon  volgen  lassen.  Wann  das  beschicht,  soll  herr 
landtcomenthur  und  comenthur  zu  Mainow  alle  brief,  so  diser 
pfarr  halben  verbanden  und  erlangt,  sovil  deren  bei  deß  herrn 
comenthurs  banden  und  die  pfarr  berüeren,  burgermaister  und 
rath  zu  Überlingen  zugestellt  werden,  sich  derselben  der  not- 
turft nach  haben  zu  geprauchen   

[Beide  Partheien  wiederholen  nochmals  den  Inhalt  vorstehenden 

Vertrags  und  versprechen  dessen  getreue   Beobachtung.] 

Geben    und    beschehen   zu    Überlingen,    sampstags    den    siben- 

zehenden  tag  deß  monats  julii  deß  fünfzehenhundert  und  sibenund- 

fünfzigisten  jars. 

Orig.  Perg.  mit  6  anhangenden  Siegeln  (davon  1  ahgef,)  der  Stadt 
Überlingen^  des  Land-  und  Hauscomthurs  zu  Mainau,  sowie  der  Obmänner. 
St.'A.  Abt.  LX,  Nr.  1544. 


570  Überlingen. 

LXII. 

Gütlicher  Vertrag  zwischen  Gh*af  Friedrich  zu  Ffirstenberg,  Werden- 
berg  und   Heiligenberg   und   der  Stadt  Überlingen   wegen  eines 
streitigen  Artikels  im  Vertrag  von  1469,  den  Untergang  betreffend. 
(Unterhändler  Graf  Hugo  v.  Montfort.) 
1558  September  6. 

....  So  ist  durch  uns  (den  Grafen  Haug  v.  Monfort  und  Roten- 
vels)  mit  beder  partheien  gutem  willen  und  vorwissen  derselbig  ar- 
ticel  also  geleutert: 

Das  die  von  Überlingen  nun  hinfüro  gegen  jedermeniglichem  in 
alweg,  niemandt  ausgenomen,  in  ir  nidem  gerichten  durch  ire  ampt- 
leut  und  underthonen  die  gieter  ausmarken,  auch  die  undergenger 
beaidigen  und  abvörtigen  mügen;  es  were  dann  sach,  das  obemanter 
unser  schweher,  grave  Friederich,  seine  erben  und  nachkommen, 
darzu  auch  ire  underthonen  und  hindersässen  der  graffschaft  Haiigen- 
berg  in  gedachter  von  Überlingen  nidem  gerichten  gieter  ligen  betten, 
und  dieselben  durch  sich  selbs  von  hauß  auß  oder  andern  hüber 
unangesechen,  wa  die  gesessen  seien,  baweten,  desgleichen,  was 
andern  auslendischen  personen  zügethon  und  auch  gieter  in  viler- 
melter  von  Überlingen  gerichten  ligen  betten,  und  solliche  gieter 
durch  sich  selbst,  von  hauß  auß  oder  durch  andere  hüber,  so  den 
von  Überlingen  von  deß  gorichtzwangs  wegen  oder  sonst  mit  glipt 
lind  ptlicht  nit  verwaut  oder  ander  inen  seshaft  weren,  pauweteii. 
SC)  sollen  die  von  Üborlingoii  oder  iro  amptleuf  alwogcn  aiiieni  vos' 
oder  amplinau  gen  dem  hailgenberg  einhietlen,  die  sollen  alsdann 
one  hinderung  zu  (Jeni  undcu'gang  keren,  die  aid  geben  und  sons* 
dehain  gepol  darbei  Ibun;  ob  sie  al)er  nit  körnen  oder  liinderiinc 
darinnen  thun  wellen,  so  sollen  und  mügen  der  gemelten  \'on  l'ber 
lingen  aniptleut  danzumal  die  aide  der  vögt  und  amptleit  halb  zniii 
Hailgenberg  ungc^stralTt  geben,  darniit  der  undergang  nit  gehindert 
nocli  verzogen  werd.  Sonst  und  userhalb  ditz  puncten  soll  es  i»ei 
allen  andern  zwüschen  gemelten  parteien  und  derselben  vordem  hio 
vor  aufgerieliten  vertragen  entlich  und  ^enzlich  besteen  and  plibeii. 
und    denselben   hiedureh   nicbtzil    benomen   sein.     .  .  . 

Venj,  0 )'{().  mit  den  Sicf/clH  (hs  Grafen  von  Montfort,  des  Grafrn  jm 

Furstenhenj  etc.,  und  der  Stadt    ÜhcrJinf/en  St.-A.  Aht.  LXXIII,  Xr.  JiUl'K 

Au^f.  Hey  in  den  '  JMittefhoujc}}  ans  denf  f  Filrstenhergischen  Archiv, 

Bd.  i,  S.  .os;/: 


Überlingen.  671 

LXIII. 
Schadenstrafer-  und  Wettgelter-Ordnung, 
uino  aintausend  fünfhundert  vierundsechzig  gemacht  und  zusamengezogen.^ 

1564. 

§  1. 

Meine  herrn  burgermaister  und  ain  ersamer  rath  diser  deß 
balligen  reichs  statt  Überlingen  haben  im  mitburgern  und  raths- 
Ereunden,  den  schadenstraffern  und  wöttgeltern,  gegenwürtigen  und 
künftigen,  so  jederzeit  darzu  verordnet  werden,  ditz  hernachvolgende 
Satzungen  und  Ordnungen  fürgeschriben,  wie  sie  sich  gegen  den  ver- 
prechem  und  puoßwürdigen  in  straffparn  fahlen  halten  und  be- 
fleissen. 

Insonderhait  aber,  wann  jemands  vor  inen  fürgestöllt  und  uf 
ainen  artikel  beclagt,  auch  der  clag  schuldig  befunden  würdet,  soll 
er  innhalt  artikels,  ohnangesechen,  er  sei  reich'  oder  arm,  ungemündert 
und  ungeendert  gesetzter  straff,  ohn  ainich  hinder-sich-pringen,  von 
inen  gestrafft  werden. 

Es  were  dann,  das  die  sach  so  frävenlich  und  bedächtlich  ge- 
handelt werden,  und  inen  dieselben  zu  straffen  beschwerlich  were, 
mögen  sie  solliche  Sachen,  und  sonst  nit,  an  ainen  ersamen  rath 
gelangen  lassen,  oder  aber  je  nach  gelegenhait  und  gestalt  der  hand- 
lungen  und  sachen  in  zweifeligen  und  ungevarlichen  dingen  irem 
guot  bedunken  nach  für  sich  selbst  straff  darinnen  fürnemen. 

Wo  auch  ainer  gegen  dem  andern,  in  was  sach  das  were,  das 
gegenrecht  begern  würde,  soll  ime  dasselbig  zu  geprauchen  unbe- 
nomen,  sonder  vorbehalten  sein;  iedoch  aber  sie,  die  herrn  wött- 
gelter  und  schadenstraffer,  ohnangesechen  deß  begerten  gegenrechtens 
nichtzit  destominder  mit  der  straff  fürfarn  und  dieselben  der  par- 
theien  eröffnen  und  anzaigen. 

WöUicher  nun  allso  das  gegenrecht  üeben  und  prauchen  will, 
von  demselben  soll  nit  mer  halbe,  sondern  ganze  puoß  genomen 
werden. 

Wölt  oder  würt  sich  aber  ainiche  parthei  ir,  der  verordneten 
scbadenstraffer,  endtschid  oder  straff  mutwillig  widersetzen  und 
solliche  Sachen  ainem  ersamen  rath  unbefüegt  und  unpillich  für- 
pringen,  der  soll  nach  gelegenhait  der  handlung  mit  sonderm  ernst 
darumb  gestrafft  werden.    Was  auch  die  fünf  verordneten  schaden- 

^  Diese  «Ordnung»  enthält  ssumeist  keine  neuen  Bestimmungen,  vielmehr  sind 
die  Artikel  größtenteils  wörtlich  aus  den  Stadtrechten  bezw.  aus  den  «Protokollen 
aller  Gebote  und  Verbote»  entnommen.  Hier  werden  deshalb  nur  die  neuen  Texte 
vollständig,  im  Übrigen  aber  nur  die  Überschriften  mitgeteilt. 


Überlingen.  578 

standen,  und  hab  sich  mit  dem  gegenthail  vertragen,  ohnangesechen, 
der  pittel  werde  desselben  gewar  oder  innen,  ald  es  werd  ime,  pittel, 
«lagt  oder  nit,  danimben  gestrafft  werden,  und  so  es  ainem  das  burk- 
lecht  berüeren,  auch  ainer  dasselbig  übergehn  würd,  soll  es  der 
pittel  alßdann  ainem  herrn  burgermaister  oder  seinem  Statthalter 
nnverzogenlich  eröffnen  und  anzaigen,  dargegen  innhalt  der  Satzung 
wissen  zu  handeln. 

Es  soll  aber  der  pittel  bei  seinem  geschwornen  aid  mit  den  ge- 
potten  niemands  übereilen  oder  vorthailiger  weiße  überruck  tragen, 

.noch  wider  deß  clägers  guoten  willen  und  wissen  uß  dem  weg  halten, 
ald  für  sich  selbst  aigne  zill  und  fristen  geben,  sonder  innhalt  seiner 
▼örtigung  hierinnen  ain  glaicher  und  gemainer  diener  sein,  dem  armen 
als   dem   reichen,    dem   burger   als   dem   gast;   wo   aber   die   herrn 

.  achadenstraffer  befinden,  das  er,  der  pittel,  jemands  umb  gunst,  ge- 
nieß, forcht  oder  vorthails  willen  überruck  tragen,  ainichen  vor- 
fhail  und  gefahr  prauchen  und  die  pott  nit  ordenlicher  weise,  wie 
oblauth,  fürgehn  lassen  würd,  so  soll  er  darumben  nach  gestalt  der 
Sachen  auch  gestrafft,  oder  wo  es  von  ime  gevarlich  gehandelt,  die 
sach  für  ainen  rath  gepracht  werden. 

§2. 

Von  fräflungen  mit  gewaffneter  und  ungewaffneter  band. 

Abs.  9:  Item  wann  zwen  ainander  schlachend,  ob  dann  ainer 
zft  dem  andern  clagt,  er  hab  ine  geschlagen,  und  dann  der  ander 
spricht,  er  hab  es  angefangen,  und  wolle  ain  nothwehr  war  machen, 
thuot  er  das,  so  rieht  er,  der  das  schlachen  angefangen  hat,  für  sie  beed. 

Abs.  10:  Wo  aber  zwen  mitainandern  fräveln  würden  imd  beed 
desselben  nit  bestendig  sein,  so  soll  solliche  sach  für  obergericht 
gewisen  und  daselbst  gestrafft  werden. 

§3. 

Deß  fridbotts  halben. 

§4. 
Von  glidem  und  äugen. 

§6- 
Von  nachjagen  in  die  heuser. 

§6. 
Vom  ußvordern  und  fensterwerfen. 


Überlingen.  575 

§18. 
Von  bauchen, 
welliches  ain  wesch  an  dem  See  oder  an  offner  freier  gassen 
den   geordneten    orthen   bei   gemainer    statt    bauchkösseln 
st  zu  straff  ain  phundt  phening  verfallen, 
aber  ain  wesch  in  seinem  hauß  bauchet  und  dhain  aignen 
1  eingemaurten  kössel  hat,  ist  die  straff  drei  phund  phening. 

§19. 
Von  frömbden  personen. 
well  icher  burger  oder  einwoner  seinen  vatter,  muoter,  ge- 
1,  geschwistergit  oder  ander  verwandten,  so  nit  burger  oder 
ichi  alhie  sein,  im  schein  einer  verleibdigung  oder  sonst 
sen  ains  raths  in  underhaltung  ufnimpt,  ist  die  straff  sechs 
lening. 

§20. 
on  vich-  und  roßwaiden,  auch  befriden  der  güeter. 

§21. 
Von  schaden  an  güetern  und  fruchten. 

§22. 
Von   ainrößlern  und  karrern. 
I  wellicher  ainrößler  und  karrer,  ald  anderer  burger  und  ein- 
lie,  für  sich  selbst,  oder  uf  ains  andern  bevelch  und  gehaiß 
ierer  oder  frembder  eingezünte  und  verpannte  wisen,  gärten, 
und  güeter  ohne   erlauptnus  fort  und  zeun,    högei:     oder 
;  ufbricht  und  nit  die  gewonlichen  landtstraß  gepraucht,  der 
es  beschicht,  ain  phund  phening  zu  straff  verfallen. 


§23. 

Frömbde  gericht, 

§24. 

Von  vählen. 

§25. 

Stattmaur  und  graben. 
.  2:  Deßgleichen,  wöllicher  in  die  graben  räum  oder  ander 
kait  schütt  oder  würft,  ist  die  straff  ain  phund  phening. 


Überlingen.  577 

:auft  hetten,  mit  der  bezallung  so  lang  ufzüg,  das  sie  dardurch 
hindert  und  alhie  pleiben  müeßten,  derselb  müUer  soll  umb  ain 
md   phening   gestrafft  werden. 

Bei  gleicher  buoß  soll  auch  jeder  müller,  wo  er  dermassen  seinen 
iden  körn  kaufen  würd,  dasselbig  von  stund  an  dem  grödmaister 
:aigen  und  davon  zoll  und  grödgelt  selbst  bezallen. 

Item  wöllicher  burger  oder  einwoner  ainem  frömbden  ohne  er- 
pt  der  herrn  marktverseher  oder  unwissend  deß  grödmaisters 
ich  getraid,  vil  oder  wienig,  allhie  kauft,  ist  die  straff  drei  phund 
ming. 

Desgleichen  soll  dhains  kornkeufers  factor  oder  bevelchhaber, 
sei  frömbd  oder  haimbsch,  müller  oder  anderer,  kain  körn,  haber, 
3h  anders,  so  er  alhie  in  der  Gröd  kauft  hett,  darauß  tragen  noch 
jren,  er  hab  dann  darvon  zoll  und  grödgelt  gericht,  und  werd  ime 
n  grödmaister  erlaupt,  bei  obermelter  straff. 

§33. 
Von  ruppen,  gewürm  und  stichern. 

§34. 
Von  Juden. 

§36. 

Vaßnachtküechlin,  mummerei  und  tanzen  halben. 

§36. 
Von  gotzlestern  und  flüechen. 

§37. 

Von  epitaphiis,   bildnussen  und  grabstainen  uf  dem  gotzacker. 
Item  wöllicher  die  epitaphia,  tafeln,  bildnussen  oder  grabstain 

dem  gotzacker  verwüestet,  zergengt  oder  zerschlöcht,  ist  ohn  alle 
ad  fünf  phund  phening  verfallen,  und  thuot  es  die  Jugend,  sollen 

die  eitern  anstatt  derselben  büessen. 

§38. 

Vom  Haulbach. 
Item  wöllicher  den  Haulbach  wüestet    und  allerlai   unsauber- 
it  und  unbaw  von  zerprochnen  häfen,  kachlen,   stainen,   thodten 

Oberrheinische  Stadtxechte.    II.  2.  87 


Überlingen.  579 

§45. 

Von  karren  und  trüchen. 
Item  wölcher  biirger  oder  einsaß  ald  ainrößler  seine  karren  oder 
trüchen  tags  oder  nachts  an  den  gassen,  uf  den  almen  oder  andern 
orthen  verhinderlich  stöllt,  allso  das  man  in  fürfallenden  nöthen  nit 
freien  ungespörten  wandel  haben  kan,  dero  jeder  ist,  sooft  es  be- 
schichte ain  phund  phening  zu  straff  verfallen. 

§46. 

Von  weinlader  laitern  und  sailern. 
Item  wölliches  den  weinladern  ohnerlaupt  ire  laitern  und  sailer 
nimpt  und  gepraucht,  dero  jeder  ist,  sooft  es  zu  clag  von  ime  kompt, 
ain   phund  phening  zu  straff  verfallen. 

§47. 
Von  mistschaw. 

§48. 

Von  klötzsprengen. 

Item  wöUicher,  er  sei  reich  oder  arm,  ainichen  klotz,  klain  oder 
groß^  in  der  statt  mit  pulver  zersprengt,  ist  die  straff  fünf  phund 
phening. 

§  49. 
Von  selbgeschoß. 

Item  wöllicher  in  seinen  aignen  gärten  und  güetern  in  der  statt 
und  usserhalb  oder  sonst  in  dem  veld  selbgeschoß  legt,  ist  die  straff 
fünf  phund  phening. 

§60. 

Der  frömbden  kraner  halb. 

Item  wöllicher  burger,  gastgeb,  geßlier  oder  einsaß  alhie  ainem 
wählen  oder  frömbden  kraner  nach  voUendtem  jar-  oder  wochen- 
markt  ainichen  kraum  biß  wider  zfi  nechstem  markt  einstöUt  oder 
behölt,  der  ist  zu  straff  verfallen  fünf  phund  phening. 

Deßgleichen,  wöllicher  wähl  oder  frömbder  kromer  seinen  kraum 
nach  ußgang  deß  jar-  oder  wochenmarkts  inhalt  der  alten  Ordnung 

87« 


Überlingen.  581 

§57. 

Von  straff  deß  lasters  der  unlauterkait.^  1602 

Wan  ihren  zwai,  dieselben  seien  gleich  noch  ledig  oder  im 
wittwenstand,  die  werk  der  unlauterkait  mit  ainanderen  getreiben, 
deren  iedes,  es  sei  gleich  die  dochter  oder  wittfraw,  geschwengert 
oder  nit,  ald  setzen  ainanderen  zuo  den  ehren,  oder  haben  hochzeit 
oder  nit,  rieht  der  statt  zuo  unnachlößlicher  straff  zehen  phund 
phening,  und  solle  darzuo  solche  hochzeiterin  durch  baide  hebamman 
zuo  imd  außer  der  kirchen  gefürt  und  beglaitet,  auch  gedachten 
hebamman  das  mahl  bezalt  und  geben  werden. 

Im  fahl  aber  zwai  deßhalben,  sonderiich  aber  die  hochzeiterin, 
sich  von  den  hebamman  nit  wolte  füeren  lassen,  und  derentwegen 
nit  alhie,  sonder  zuo  Einsidlen,  Engelschwiß,  Birnaw  ald  anderstwo 
hochzeit  halten,  dieselben  sollent  gemainer  statt  die  straff  dopplet, 
das  ist  vierzig  pfund  pfening  verfallen  sein,  und  eher  oder  zuvor 
in  die  statt  nit  kommen,  biß  solche  straff  entricht  und  bezallt  ist. 

Publicirt  in  zünften  den  zwenundzwainzigisten  februarii  anno  1602. 

Renovirt  und  mit  ainhelligen  rathschluß  also  darob  steuf  zuo 
halten  decretirt  freitags,  den  ainundzwainzigisten  januarii  im  sechs- 
hundert und  zehenden  jähr. 

§58. 
Von  Wildpretschützen.  i626 

Jnli  5. 
Wiewohl   herrn    burgermaister  und    rath   dißer   deß   hail.    röm. 

reichs  statt  Überlingen  zuo  verschiedenen  mahlen  ihre  bürgere  ganz 
trewherzig  und  vätterlich  verwahrnen  und  ermanen  laßen,  sich  deß 
wildprettschießens  und  hinwegnemmens  gänzlich  zuo  müeßigen  und 
zu  enthalten,  so  befindet  sich  doch  im  widerspil,  das  solches  von 
tags  zuo  tags,  je  lenger  je  mehr,  verüebt  und  getriben  würdet  und 
die  genachparte  und  angrenzende  forstherren  in  ihren  forsten  und 
Waldungen  allso  angegriffen  werden,  das  täglichs  bei  ehrngedachten 
herrn  burgermaister  und  rath  so  mündtlich  so  schriftliche  vilfältige 
clagen  vor-  und  angebracht,  auch  gar  etwelche  wildprettschützen  nam- 
haft gemacht  werden.  Dahero  auch  vorderist  ain  ersammer  rath  wie 
zuogleich  ain  ganze  ehrliebende  burgerschaft  in  höchste  gefahr,  ver- 
schimpfung  und  spott  gesetzt  würdet.  Selbigem  nun  vorzukommen 
und  nach  moglicheit  zuo  steuren,  so  laßen  oftehrngedachte  meine 
gepietende    herrn    burgermaister    und    rath    jedermeniglichem    noch- 

1  Dieeer,  sowie  die  folgenden  §§  sind  spätere  Nachträge. 


m 


mahls   und   zum  leisten   wolmaintlich  ermahnen,  sich  varangeregten 
wüdpreitschießens  (es  seiend  roher,  hürseh,  seh  wein  und  dergleichen  < 
gänzlieb  zu  enthalten  und  defleu  in  rhuo  zu  sein;  dann  da  jemaiids 
diße  Warnung   und   verpott  verächtlich    in   wind   schlagen,   und  dar 
wider  sich  vergreifen,  nnd  wildprettföHen  hierein  oder  anderer  orleri 
tragen,   füehren,  verkaufen,  oder  selbsten  verzehren  und  deßelbigen 
verkundtschaft  werden   sollte,   der  oder  clieselbigen  sollen   ^üßbalda 
mit  weih  und  kindern  von  und  auß  der  statt   und  dem   burgerre<:lit 
gewiBen   und    diejenigen,    so   dergleichen    wildprett,   wenig    oder  vü, 
den  schützen  abnemmen  und  kaufen,  wie  zuogleich.  die  ihnen  daßelbig 
über  See  oder  andern  ort   wüßentlich   füehren,   ieder  umb  die  große 
Einigung,   das   ist   40  ß  .^,  imnachläßlicb   abgestrafft   werden;   fahls 
aber  ainer  solche  geseticto  geltstraS   zun   bezahlen   nit   in   vermögen 
bette,  will  ain  ersamer  wolweißer  ratb  schwehre  Ihurn  oder  andere 
leibstrafT  darfür  anzuosehen  und   fürzuonemmen  vorbehaUen  habeü. 
Derobalben  würdt  ain  jeglicher  sieh  darnach  wüßen  zuo  ricJilen    und 
vor  schaden   selbsten   zu   verhüeten. 

Decretum  in  senatu  2.  julii  anno  1626, 

Publiciert  den  5.  julii  anno  1626. 


HM 


IL 


I 


4 


Extractus    Reichsstadt    Cberlingensche    llatbs-Prüiho' 
koUi^  d.  d.  donnerstags  den   IL  Merz   1751: 

Demnach  ain  loblicher  Magistrat  mit  höchstem  llißfallen  walir* 
nemmen  müßten,  waßmaßen  die  fornicationes  und  impraegnationes 
an  seithen  deren  allhiesigen  Contingents-Soldaten  eine  Zeith  hero 
sehr  stark  in  dem  Schwung  zu  gehen  und  überhandt  zu  uehmen  be- 
gundten,  dahero  auch  und  den  5.  huius  und  heuthigem  dato,  wie  in 
dem  Landtschafts-Cassenamts-Fürtrag-Buch  des  mehreren  zu  ersehen, 
die  Verordnung  gemacht  und  geschlossen  worden,  daß  fürohin  derlei 
delinquirende  Soldaten  zu  Roß  und  Fuß  nebst  vorläufig  wohl  ange- 
meßenen  50  sogenannten  Arschböller  und  außzüechung  der  großen 
Montour  ihrer  Diensten  caßirt  und  entlaßen,  soforth  aus  der  Stadt 
und  derselben  Gerichten  verwießen  werden  sollten;  herentgegen  aber 
auch  verlauthen  will,  daß  die  leedige  Weibsbilder,  so  mit  ihnen  diß- 
fahls  zu  thuen  hätten,  ebenso  schlimm  und  keinnützig  alß  die  Sol- 
daten selbsten  wären  und  dißen  mit  beständigen  Nachlaufen  und 
verbottenen  Zusammenkünften  großentheils  darzue  Anlaß  geben 
thäten;  alß  ist  in  dißen  weißem  Betracht,  zumahl  zu  hinkünftiger 
möglichisten  Abwendt-  und  Verhüthung  derlei  großen  Beleidigungen 
Gottes  die  bißher  in  dißen  deHctis  üeblich  geweßene  Geltstraff  nun 
gar    und    gänzlich    aufgehoben,    dargcgen    aber    staluiret     worden, 


Überliogen.  588 

dafi  alle  in  hoc  puncto  mit  denen  Soldaten  sich  versündigende  Weibs- 
bilder ohne  Unterschiedt,  sie  seien  gleich  verburgeret  oder  nicht,  mit 
dem  strohnen  Kranz  eine  Stundt  lang  öffentlich  auf  das  Geigen- 
bänkle  außgesezt,  forth  aber  auf  zwei  Jahr  lang  ohne  weithers  aus 
der  Stadt  und  dero  Gerichten  verwießen  werden  sollen. 

Orig.  Pap.  In  Pappe  gebundener  Großföliafit  mit  40  schön  beschrie- 
benen^ aber  Spuren  starker  Benutzung  aufweisenden  Blättern.  Das  Heft  etU- 
hält  außerdem  einige  RatsprotokoUe  über  die  praktische  Anwendung  der  Ver- 
ordnung vom  11.  März  1751,  sowie  einige  von  dem  Notar  und  Gerichts- 
secretarius  Peter  Antoni  Cotto  begl-aubigte  Abschriften  der  vofn  kaiserlichen 
geheimen  Beichsregistrator  J,  H,  von  Alpmanshoven  in  Wien  gefertigten 
Copien  kaiserlicher  Verordnmigen  vom  29.  November  1650^  24.  Januar 
1563  u.  a.,  deren  Originale  in  Überlingen  s.  Zt.  unauffindbar  waren. 
St.'A.  Abt.   rill  Nr.  167. 


LXIV. 

Kaiser  Maximilian  II.  gibt  der  Stadt  Überlingen  ein  erweitertes 

Privilegium  wegen  der  Juden. 

1566  80  März  Aagsburg. 
Wir  Maximilian  der  ander,  von  gottes  genaden  erwölter  Römischer 
kaiser  etc.  etc.  bekennen  öffentlich  mit  disem  brief  und  thuen  kundt 
allermeniglich,  das  uns  unser  und  des  reichs  lieben  getreuen  burger- 
maister  und  rath  der  statt  Überlingen  undertheniglich  fürbracht  und 
zu  erkennen  geben:  Wiewol  in  göttlichen  und  beeden  geschrib- 
nen  rechten,  auch  uusern  und  des  hailigen  reichs  Constitutionen,  Sat- 
zungen und  Ordnungen,  fifrnemblich  aber  in  den  reformationeu  und 
polliceiordnungen,  so  auf  etlichen  hievor  gehaltnen  reichstägen  aufge- 
richt,  deßgleichen  auch  in  des  zwei  und  dreissigisten  zu  Regenspurg, 
und  dan  des  achtundvierzigisten  und  einundfünfzigisten  jars  der 
wenigeren  zall  alhie  zu  Augspurg  gemachten  reichsabschiden,  all«  und 
iede  wucherische  conträct  und  handlung,  gemainclich  und  meniglich, 
fümemblich  aber  den  Juden  und  judinen  vor  andern  höchlich  verpotten, 
so  understüenden  sich  doch  etliche  Juden  und  judinen,  so  allenthalben 
hin  und  wider  gesessen  seind,  si,  die  burgermaister  und  rath  der  stat 
Überlingen,  iren  dienern,  aigenleutheu,  hindersässen,  underthonen,  zu- 
gehörigen und  verwoudten,  auch  derselben  weibern,  ehehalten,  dienst- 
potten  und  hausgesindt,  über  vill  beschehen  ire  gebott  und  verpott,  one 
des  burgermaisters  und  rats  der  stat  Überlingen  vorwissen  und  erlaub- 
nus,  nit  allein  auf  ihr  varende  und  bewegliche  haab,  sonder  auch  auf 


584  Überlingen. 

ligende  aigne  bestandt-  und  lehengüeter,  auch  weil  auf  ihren  tranea 
und  glauben  zur  laichen  und  andere  contract  mit  ihnen  zu  treffen  und 
zu  scbliessen  und  sie  hemachmals  mit  beschwerlichen  processen  anzoe- 
fechten  und  zu  vervolgen,  auch  etwa  gar  von  heuOIichen  eheren  zo 
treiben,  und  also  sambt  weib  und  kinderen  an  den  pettelstab  zu  bim- 
gen,  wölliches  dan  nit  allain  zu  gedachter  irer  diener,  hindersftSfleOf 
underthonen,  zugehörigen  und  verwandten  merklichen  beschwerdeo, 
schaden  und  verderben  geraichte,  sonder  auch  inen  an  iren  lehen-  ood 
zugehörigen  güetern  nachtailig  were,  und  uns  darauf  diemüetigJiGli 
angerueffen  und  gebetten,  daß  wir  inen,  iren  dienern,  aigene  leuth,  hin- 
dersäß,  underthonen,  zugehörige  und  verwandten  hierinnen  noit  gnadeo 
zu  bedenken  und  inen  zu  verhüetung  und  abwendung  soUicher  vo- 
derblicher  beschwerlichaiten  und  deßhalben  täglichs  clagens  und  anlan- 
fens  mit  unserer  kaiserlichen  hilf  und  einsehen  zu  erscheinen  gnadig- 
clich  geruechten. 

Dieweil  wir  dan  aus  kaiserlicher  güete  und  miltigkait  allzeit  ge- 
naigt  seind,  aller  und  ieglicher  unserer  und  des  hailigen  raichs  under 
thonen  und  getreuen  nutz  und  frommen  zu  betrachten  und  zu  beflta^ 
dem,  so  haben  wir  angesechen  sollich  gedachter  burgermaister  und  raA 
der  statt  Überlingen  und  ihrer  underthonen,  zugehörigen  und  verwandten 
beschwerlich  anliegen  und  demüetig  bitt,  und  darumb  mit  wolbedachtem 
muth,  guetem  rat  und  rechter  wissen  obgenandten  burgermaistem  und 
rath  der  stat  Überlingen  dise  besondere  gnad  und  freihält  gethon: 
Namblich,  das  nun  hinfüro  nach  publicirung,  insinuirung  und  verkün- 
dung diser  unserer  freihält  kain  jud  oder  judin  gedachten  burgermaister 
und  rath  der  stat  Überlingen  dienern,  aignen  leuthen,  hindersässen, 
underthonen,  zugehörigen  und  verwandten,  noch  auch  iren  weibern, 
kindern,  eehalten,  dieustpotten  und  haußgÄind  weder  auf  ligende,  un- 
beweghche  aigne  bestandt-  oder  lehen-,  noch  auch  auf  vareiide  und 
beweghche  güeter,  noch  auf  andere  underpfand,  brief  oder  verschrei- 
buug,  noch  auf  iren  trauen  und  glauben,  weder  mit  noch  ohne  wuecher, 
weder  wenig  noch  vill,  oue  ir,  der  burgermaister  und  rath  zu  Über- 
lingen vorwissen  und  erlaubnus,  nit  leiehen  oder  fürstreeken,  auch  mit 
ihnen  nichts  tauschen,  wechßlen,  noch  ainiche  anlehens  oder  andere 
contract,  wie  die  namen  haben  mögen,  benannt  oder  unbenannt 
(ohne  allein,  was  zu  täglicher  narung  und  notturft  und  varender 
haab  umb  par  gelt  gekauft  oder  verkauft  würdet,  und  die  freien  auf- 
richtigen handtierung  und  comertien  in  den  freien  offenen  messen  und 
Jahrmärkten  außgenomen),  weder  mündlich  noch  schriftlich,  heiniblich 
noch  öffentlich,  umb  was  Sachen  das  were  oder  sein  möchte,  nit  ein- 
geen,   noch  auch  solliches  anlehens  getroffner  contract,    Obligation  und 


Überlingen.  585 

ndlung  halben,  so  nach  publication  diser  und  unserer  freihält  ohne 
rwissen  und  bewilligung  gedachter  burgermaister  und  rath  zu  Uber- 
gen  und  irer  nachkomen  gemacht  werden  (unangesechen,  ob  dieselben 
t  band  gegebner  trew  und  glauben,  auch  geschwornen  aiden  be- 
ttigt worden),  vor  unserem  und  des  balligen  reichs  hofifgerieht  zue 
^ttweil,  land-  noch  ainichen  andern  frembden  gericht  nit  fürforderu, 
dagen,  noch  ichts  auf  solliche  der  Juden  fürfordem  und  clagen  er- 
ndt,  gericht,  noch  geurtailt  werden,  auch  in  sollichen  conträcten,  ob- 
ationen  und  yerschreibungen  gar  kain  verborgner  lißt  oder  betrug, 
I  ob  das  darlehen  durch  ain  dritter  person,  als  durch  ainen  Christen 
scheche,  oder  sonst  ander  betrüglicher  schein,  wie  dern  etliche  in 
seren  und  des  balligen  reichs  Ordnungen  und  abschieden,  sonderlich 
8  ain  und  fünfzigisten  jars  außgedruckt  und  wie  die  immer  genandt 
irden  möchten,  nit  gebraucht  oder  fürgewendt  werden,  und  da  dem 
der  gehandelt,  die  Juden  das  hauptgut  des  dargeliehenen  oder  auß- 
sehlten  gelts,  sambt  daraus  folgender  schuld,  verwürkt  und  ver- 
len  haben  und  solliches  vilgemelten  burgermaister  und  rath  der  stat 
>erlingen  oder  Iren  nachkommen  zuesteen  und  ohne  Verhinderung 
)iben.  Darzue  auch,  wöUiche  Juden  oder  judinen  von  der  herrschaft, 
runter  sie  gesessen,  auf  obberürter  burgermaister  und  rath  der  stat 
>erlingen  oder  derselben  nachkomen  ansuechen  ervordert  und  nit 
saigen  oder  underschiedlich  darthuen,  was  gemelter  burgermaister 
d  rath  der  stat  Überlingen  diener,  aigenleuth,  hindersässen,  under- 
>Qen,  zugehörige  und  verwandten,  inen  vor  dato  diser  unserer  kaiser- 
hen  freihält  schuldig,  und  waß  sie  derhalben  für  versprochne,  zuege- 
jte  und  verschribne  pfand  oder  underpfand  haben,  und  darumben 
DUgsame  briefliche  iu*kund  fürlegen,  davon  abschriften  geben  oder 
Igen  lassen  würden,  dieselben  Juden  oder  judinen  aißdan  von  solli- 
er  verschwigner  schuld  wegen  nit  mer  gehört  noch  zue  clagen  zuge- 
een,  auch  vilbemelten  burgermaister  und  rath  der  stat  Überlingen 
er  ihre  nachkumen,  den  Juden  oder  judinen,  nichts  darüber,  weder 
fnig  noch  viel,  zu  bezallung  sollicher  verschwigner  schulden  ver- 
gen  lassen,  sonder  solliches  alles  verwürkt  und  inen  heimbgefallen, 
iziehen  und  behalten  sollen.  Und  so  darüber  oder  darwlder  auf  der 
len  oder  judinen  anruefen  gedachter  burgermaister  und  rath  der  stat 
)erlingen  diener,  aigne  leuth,  hindersässen,  underthonen,  zugehörige 
d  verwandten  an  unser  und  des  balligen  reichs  hofifgerieht  zu  Rot- 
il,  land-  oder  ainich  ander  ußlendlsch  gericht  berürter  sachen  halber 
"gehaischen  und  daselbs  ichts  wider  sie,  Ire  leib,  haab  und  güether 
bandlet,  procediert,  gericht  oder  geurthailt  würde,  oder  wo  auch  vll- 
melter   burgermaister    und    rath    zu   Uberllng,    diener,    aigne  leuth. 


IS^  ^^^^^^^^^^^  Überlingen. 

hmdersössen,  underthonen,  zuegehorige  und  verwandten,  wie  ohgtifi 
auf  der  Juden  oder  judinen  gegchwind  einfüeren  eich  in  ainiche  «ö 
tr&ct  begeben,  und  diser  unserer  oder  anderer  gnaden  uod  freihaitea 
ausserhalb  oftgenanten  burgermaißter  und  rath  der  ßtat  Uberhng  und 
derselben  nachkomen  vorwis^eeo,  gonst  und  beT\illigung  verzeihen  wür- 
den, in  waß  sehein  oder  weg  das  geschech,  sollen  doch  alle  contti/ct, 
verschreibung  und  verzieht  diser  unßer  freihält  ohn  allen  naehtail,  auch 
die  erfolgt©  proceß  und  handlung,  inen  allen  sambt  und  sonderlich  &r- 
iren  haab  und  güetern  kainen  nachtail  oder  schaden  bringen  oder  j;tr 
bereu,  sonder  dieselben  alle  und  jede,  wie  die  genannt,  ganz  und  gm 
unteughch,  nichtig,  craftloß,  unpindig,  todt  und  ab  sein  und  bieibti, 
auch  von  meniglieh  inner-  und  ausserhalb  gericbts  dar für  gehalten  iMid 
oftgenannter  burgermaieter  und  rath  zuÜberhng,  derselben  diener,  aigiH 
leutb,  hindersässen,  iinderthonen,  zuegehörige  und  verwandten  und  der* 
selben  haab  und  göeter,  ligend^  varende,  sollicher  proceß  halber  dimb 
die  jaden  oder  judinen  erlangt  und  außgebracht,  weder  mit  noch  ohne 
recht,  von  niemandt  nicht  angelangt,  bekommert,  beschwerdt  noch  h^ 
schedigt  werden^  dann  wir  das  alles  und  iedes,  so  die  Juden  oder  j^l- 
dinen  da  entgegen  inner-  oder  außerhalb  rechtens  ^u  behelf  haben 
und  fCirbringen  raocbten,  fürnemblich  aber  in  der  Juden,  gemaine  und 
beaoudere  freihalten,  so  sie  dan  zuwider  ietzo  haben,  oder  noch  in  kilaf- 
tiger  zeit  von  uns  und  unsem  nachkomen  am  reiche  erlangen,  und  50 
viel  die  hiewider  sein  oder  verstandeu  werden  möchten,  nichts  anßge- 
nomen,  zu  gleicher  weise,  als  ob  solliches  alles  hierin  von  worten  zu 
Worten  speeifieiert  und  außgednickt  were,  von  Römischer  kaiserÜcher 
machtvolkoninienhait  hiemit  in  craft  dits  briefsj  ietz  alß  dann,  and 
dann  alß  Jetzt,  aufgebebt,  ca^siert,  abgethon  und  vernicht  haben  wollen 
und  darzne,  wa  vilgemelten  burgerraaister  und  rath  zu  Uberling,  iren 
nachkumen  oder  dienern,  aigenleuten,  hindersässen,  underthonen,  zu- 
gehörigen und  verw  und  teilt  ainem  oder  mer.  nach  verktindung  diser 
unser  freihait  obgehurter  massen  durcli  einen  Juden  oder  judinen  ichtß 
geliehen  oder  fürgestreckt  würde,  das  derselb  jud  oder  judin,  so  oft  si 
frevenlich  hiewider  thetten,  zechen  mark  löttiges  goldes  uns  und  un- 
Sern  nachkumen  am  reiche  in  unser  und  des  reichs  chamer  unnachleß- 
lich  zu  bezallen  verfallen  sein  sollen,  thuen  und  geben  auch  den  ob- 
genannten  burgermaistern  und  rath  der  stat  Uberling  oder  ihren  nach- 
kommen obbestimbt  gnad  und  freihait  von  Römischer  kaiserlicher  macht 
wissenlich  in  craft  dits  briefs  und  mainen,  setzen  und  wollen,  das  si, 
ire  erben  und  nachkumen,  auch  iro  aigne  leuth,  diener,  hindersässen, 
underthonen,  zugehörigen  und  verwandten  sich  derselben  freihait  nun 
hinfüro  alles  ires  innhalts  frewen,  gebrauchen  und  geniessen   und  genz- 


Überlingen.  ^87 

lieh  darbei  bleiben  sollen  und  mügen,  von  allerraeniglich  unverhindert. 
Und  gebieten  darauf  allen  und  jeglichen  churfürsteu,  fürsten,  gaist- 
üchen  und  weltlichen,  prelaten,  graven,  freiherren,  richtern,  kuechten, 
liaaptieuten,  vizthomben,  vögten,  pfleegern,  verwes&ern,  amptleuten, 
«ehulthaissen,  hoffrichtern,  landrichtern  uud  allen  anderen  richtereu, 
schöpfen,  urtlsprecheren,  burgermaisten,  räthen,  bürgeren,  geraainden, 
und  sonderlich  jetzigen  und  könftigen  unseres  kaiserlichen  lioffgerichts 
xa  Rottweii  hoffrichter  uud  allen  anderen  landrichtern  und  andern 
gerichten,  auch  sonst  allen  unsern  und  des  reichs  underthonen  und 
getrewen,  sonderlich  aber  denen,  so  Juden  oder  judinen  hinder  inen 
sitzen  haben,  waß  würden,  Stands  oder  wesens  die  sein,  ernstlich  und 
▼estiglich  mit  diseni  brieve  und  wollen,  das  si,  wa  sie  von  obgedach- 
ten  burgermaister  und  rath  der  stat  Uberling,  oder  ire  nachkommen 
mit  diser  freihält  ersuecht,  auf  sollich  ersuechen  sich  nit  waigeren,  die 
Juden  und  judinen,  hinder  inen  gesessen,  für  sich  ervordern,  und  an- 
snbalten,  in  gegenwertigkait  und  beisein  gedachter  burgermaister  und 
rath  zu  Uberling,  darzue  verorndten,  underschiedlichen  darzuthueo, 
was  gedachten  burgermaister  und  räth  zu  Uberling  aigne  leuthe,  diener, 
hindersässen,  underthonen,  zugehörige  und  verwandten,  auch  derselben^ 
weiber,  kinder  und  dienstpotten,  inen  von  dato  und  insinuierung  diser 
unser  kaiserlichen  begnadigung  schuldig,  und  waß  sie  derhalben  für 
versprochne,  zugesagte  oder  verschribene  pfand  oder  underpfand  haben, 
auch  darumb  briefliche  urkund  fürzulegen  und  auf  erinderung  diser 
unserer  freihält  und  begnadigung  dises  alles  mit  insinuirung  der  ab- 
Schriften,  wie  es  befunden,  und  iren,  deren  so  die  Juden  hinter  ihnen 
sitzen  haben,  aignen  angebornen  insigeln,  gedachten  burgermaistern 
und  rath  der  stat  Uberling  glaubwürdige  urkund  zuezustelleu,  auch 
sonst  ire,  der  burgermaister  und  rathe  der  stat  Uberling  aigne  leuth, 
hindersässen,  diener,  underthonen,  zugehörige  und  verwandten  an  disen 
obbestimbten  kaiserlichen  gnaden,  Privilegien  und  freihalten  nit  hindern, 
irren,  betrüeben,  auch  darwider  nit  dringen,  beschweren  noch  jemands 
anderm  zu  thuen  gestatten,  in  kain  weiß  noch  wcge,  sonder  sie  deren 
beruebiglich  frewen,  nüessen  und  gebrauchen  und  unverhindert  dabei 
bleiben  lassen,  als  lieb  ainem  ieden  sein  unsern  und  des  reichs  schwere 
uugnad  und  strafif,  und  darzu  ein  peen,  namblich  vierzig  mark  löttigs 
goldes,  zu  vermeiden,  die  ain  ieder,  sooft  er  hinwider  frevenlich  thette, 
uns  halb  in  unser  und  des  hailigen  reichs  chamer,  und  den  anderen 
halben  thail  vorgedachten  burgermaister  und  rath  der  stat  Uberling, 
oder  iren  nachkomen  unablessig  zu  bezallen  verfallen  sein  sollen.    Mit 


*  Im  Orig.:  «denselben». 


üVwrlmgeii* 


urkund   dits  briefs,    besigelt    mit    unserem  k&iserlieheti  anbangende 
iDsigel     Geben  in  nnser  und  des  reichs  etat  Auggpurg,    den  dreisgig 
ßten    tag  des  monats   marcü,   nacb  Christi    unsers  lieben  hern  gebü 
fanfgechenhundert   und   im    sechsundsechzigist eo,    unßerer   reiche, 
Komischen  im  vierten,    des  Huügerischen  im  dritten   und  d^s  Be 
sehen  im  achtzehenden  jaren. 
MüximiUan. 

Ad  maodatum  saerae  caesareae  maiegiatis  proprium. 
L.  Kirehslager. 

riß  PergamenÜibell  mit  Steffel  an  schwarigeiher  Seide.    L.  A.  2^95. 
Abdr.:  Lünig,  a.  a.  0.,  Bd,  14,  S,  557, 


LXV, 

Vertrag  zwischen  der  Grafschaft  Heiligenberg  und  der  Stadt  tftef* ' 
lingen  betr.  die  Beschreibung  dar  innerhalb  der  Ettersteine  gesetzten 

k24  HocbobrigkeitB- Marken,  desgleichen  die  BeBchreibnng  der 
37  Ettersteine. 
1572  Oktober  10. 
Zft  wissen  und  kundt  gethon  sei  aUermeniglich  mit  disem  brieve: 
Demnach  sich  zwischen  dem  wolgebornen  herren,  herrn  JoachimeD, 
graven  zue  Fürstenbergj  Hailigenberg  und  Werdeinberg  etc*  und  dann 
den  ern testen,  fürsiehtigen,  ersamen  und  weisen  burgermaistern  uod 
ratb  der  statt  Überlingen  irruug  und  mißverstend  zuegetragen,  in  deme, 
das  gedachte  burgermaister  und  rath  zh  Überhngen  die  hoche  obrigkaii 
und  bestraflung  deß  malefitz  umb  ir  statt  uf  dem  land  herunib  innerthalb 
den  kundtlichen  und  vor  vil  jareu  gesetzten  etterstainen  inen  zuegehörig 
sein,  vor  irer  statt  ettwa  verr  bestreiten  und  solhche  anß  lauger  unfO^ 
denklicher  iehung  eiufüehren  wollen,  w^elches  aber  zue  nachtbail  und 
abbruch  der  gravesehaft  Hailigenberg  reichs  leben  bezirks  und  vor 
alters  aufgerichter  vertrag  nicht  ba^tanden,  sonder  widerfochten  wordeD. 
dannerher  woi-  und  ernielte  partheien  gegen  ainandcra  an  dem  kaiser 
liehen  carumergericht  in  recbtKstritt  erwachsen,  das  nun  zu  aufhebuiig 
solücher  besorgten  langwirigen  rechtzüebung  und  zweifeligeii  ußtrtig 
rechtens  erledigung,  nachdem  ieder  thail  den  andern  in  gepflegner  zue- 
saraensehickung  und  einnemmung  deß  aiigen  seh  eins  etwas  gründJicber 
bericht,  und  aigentlicher  vermerkt  vorberüerter  mißverstand  der  hocheo 
obrigkait  halber  zue  gütlicher  uoderred  und  nachperlicher  vergleichung 
gezogen,  auch  endlichen  iu  maß  und  gestalt,  wie  underschidlich  und 
clarlich  hienachvolgt,  bei-  und  hingelegt  worden  ist* 


ÜberlijQgeD.  589 

Namblichen,  so  seind  umb  bemelte  statt  Überlingen,  innerhalb 
IT  statt  etterstainen  (davon  in  vor  aufgerichten  vertragen  ußdrucken- 
3he  meldung  und  hernach  derselben  usfüehrliche  beschreibung  und 
oregong  beschicht)  vierundzwainzig  hocherhepte  Roschacher  stain  mit 
taüigenbergischem  und  dann  der  statt  Überlingen  darein  gehawem 
rappen  gesetzt  worden,  mit  namen  und  erstens: 

Von  der  statt  zue  Vischeuheusem  an  hinuß  biß  zue  dem  bächlin, 
>  genanndt  würdet  Hanusen  deß  Wächters  bachlin,  allda  zu  underst 
dm  usfluß  sollichen  bächlins  in  See  in  Wolfgang  Michael  Beckben, 
irgermaisters,  rebgarten  an  der  linken  selten  ob  der  undern  grüeb, 
T  gerödi  ermelts  Wachtersbächlin  nach  hinab  uf  der  maur  am  See, 
T  erst  stain  gestellt. 

Der  ander  oberhalb  an  bemelts  Hannsen  deß  Wächters  bächlin, 
insit  der  straß  am  eck,  an  Matheiß  Griesers,  gerbers,  rebgarten,  so 
»vor  Endris  Zieglers  geweßt,  gegen  der  statt  und  Frantzen  Wetzeis 
igen  kinder  gemaurten  rebgarten  wertz. 

Der  dritt,  baß  eben  an  gedachts  Hannsen  deß  Wächters  bächlin 
i  docter  Anthoni  Klumpen  seligen  garten,  so  ietzo  Ambrosi  Khaut, 
^  zue  Ittendorf,  innhat,  genanndt  uf  dem  stain,  ußwertz  gegen  wei- 
id  Christoph  Schochners  wittib  garten. 

Der  viert,  von  dannen  den  fueßweg  gestracks  hinuff  biß  zue  Wal- 
sr  Übelackers  rebgarten  bei  dem  andern  bawfahrweg,  der  dem  Stum- 
d  zuegehet. 

Der  fünft,  abermals  gestracks  hinuf  biß  an  den  mittlen  baw- 
g  an  der  Seehalden  uf  der  braiti  an  Bentzen  Öchßlins  seligen  kinder 
>garten,  darinn  der  groß  stain  ligt. 

Der  sechst  ^  die  braitin  hindurch  über  Uf  kircher  gassen  bei  Ulrich 
hmids  rebgarten,  allda  das  bild  stehet. 

Der  sibend,  dem  bawweg  nach  hinuff  in  Aman  biß  zue  Joachim 
imenbuechs,  gerichtzschreibers,  rebgarten. 

Der  achtend,  von  dannen  den  fueßweg  im  Aman  nach  hinumb 
er  Ufkircher  gassen  straß  in  Michael  Hagers  garten,  genanndt  im 
Dan,  auch  im  burggraben  am  eck,  zwischen  erstgemelts  Michael 
sigers  und  Hannsen  Waibels  garten. 

Der  neund',  den  Karrenweg  hinab  über  die  straß  genanndt  Küe- 
ssen  in  Jacob  Schrieffen  garten^  genanndt  im  Zan  bei  dem  gatter 
1  eck  ob  der  straß. 


1  Dieser  sechste  Stein  steht  heute  noch  an  der  Äafkircher  Straße.  —  *  Dieser 
ante  Stein  steht  noch,  westlich  vom  Friedhof,  er  trägt  einen  eisernen  Wegweiser. 


590  Überlingen. 

Der  zechend,  den  fueß-  und  Karrenweg  hinuf  biß  zue  Ambrosi 
Sodins  garten. 

Der  ailft,  volgendts  den  Karren  weg  hinab  in  die  iinsaubern  gassen 
unden  am  eck  an  gemelts  Brosi  Sodins  garten  ab  der  landtstraß  g^n 
Owingen  und  Pfaffenhoven  wertz. 

Der  zwölft,  von  dannen  über  die  straß  zue  Gallin  NodthelfoB 
garten  oben  am  eck  am  fueßweg. 

Der  dreizehend,  den  Karren-  und  Graßweg  hinab  bis  zue  Hanm 
Jörig  Hauen  garten  oben  am  eck  bei  dem  Wassergrablin. 

Der  vierzehend,  von  dannen  biß  zue  Hannsen  Walthers  gartai, 
genau ndt  zu  krautgarten  am  eck. 

Der  fünftzehend  den  Karren-  und  Bau  weg  hinab  in  Ganzen  Gasser 
straß,  so  auß  Ganzen  Gasser  thor  beruß  gehet,  am  eck  deß  gotzhaüß 
spithals  rebgarten  am  gotzaeker  gelegen. 

Der  sechzehend,  die  Ganzen  Gasser  straß  biß  an  gotzaeker,  so 
von  alter  her  ain  clösterlin  gewesen,  genanndt  der  Schwestern  auf  der 
Wiß,  von  dannen  die  landtstraß  hinuß  under  Salmenschweiler  hauß  und 
torggel  biß  uf  die  creutzstraß  beim  Hochbild,  bei  Veiten  Volckweins 
rebgarten  am  eck. 

Der  sibenzehend,  von  demselbigen  eck  hinuß  biß  uf  der  Siechen 
brück,  genanndt  Stainin  brück,  von  derselben  Stainin  brück  hinüber 
zue  Hainrichen  Sträbels  Weingarten,  so  ietzo  Michael  Hagenweiler  inn- 
hatt,  beim  gatter  am  eck. 

Der  aehtzehend,  den  Karrenweg  hinein  biß  zue  Michael  Niethers 
garten,  in  Judengassen  genanndt,  am  eck. 

Der  neunzehend,  von  ermelt  am  eck  den  Karrenweg  hinuß  biß 
zue  der  Geruweten,  an  ermelts  Michael  Niethers  garten. 

Der  zwainzigist,  von  dannen  über  Juden  kierchof  in  Michel  Rou- 
hühels  garten  biß  an  das  eck  desselben  gartens. 

Der  ainundzwainzigist,  von  desselben  Ronbühels  eck  den  Karren- 
weg liinhinder  biß  zue  Ambrosi  Spiessen  garten,  so  hievor  Martin  Ur- 
bans  seligen  geweßt,  oben  am  eck. 

Der  zvvenundzwainzigist,  über  den  Karrenweg  an  der  frawen  deß 
gotzliauß  Wald  rebgarten  am  zun. 

Von  dannen  durch  die  rebgärten  hinab  über  den  Mülbach  zue 
neclist  ob  der  walk  uf  der  buche  ist  der  dreiundzwainzigist.  Nach- 
gendts  (lureli  das  veld  gestracks  durch  nider  l)iß  nn  See  zwischen  der 
blaichi  und  den  visehgrueben  uf  dem  Knöbel,  allda  die  vierundzwaintzi- 
gist  und  letst  gestelt  ist. 

Welche  ietztbesehribne  vierundzwainzig  gesetzte  stain  nun  fünv 
hin  für  hoehe  ol)rigkait  stain  oder  marken  besagt  und  gehalten  werden 


Überlingen.  591 

Collen,    allso  das  innerhalb  denselbigen  zue  geriugs  herumb  gegen  der 
Btatt  wertz   von   ainer  mark  gestraeks  der  grödi  und  schauer  nach  in 
«Ue  andern  die  hoche  obrigkait  und  bestraffung  deß  malefitzs  den  be- 
anelten  burgermaistern  und  raih  der  statt  Überlingen   aiuig  und  allain 
liinfiiliro  unansprechig   zugehörig  sein,   und   aber  usserhalb  denselben 
letzt  newgesetzten    und  bezaichneten  stainen   oder  marken   biß  an  die 
^bangeregte  sibenundzwainzig  etterstain  (so  auch  umb  mehrer  richtig- 
Icait  willen   hernachbeschriben   sein)  inen   von  Überhngen   mehr   oder 
"weiters  nit  zuesteen  noch  gepüren  soll,  dann  was  und  sovil  der  vertrag 
im    jar    thaussend    funfliundert   neunzehen    zwischen    der  graveschaft 
Hailigenberg    und    der  statt   Überlingen    ufgericht   (deß  Inhalts,    zum 
ersten  deß  articuls,  betreffend  der  statt  Überlingen  etter,   ist  entschai- 
den,  das  derselbig  biß  uf  die  markstain,  so  genanndt  werden  etterstain, 
strecken  und  geen  soll,   auch  ihr  statt  etter  haissen   und  sein,   darzue 
in  demselbigen  etter  die  fliessenden  wunden  inen  von  Überlingen    zue 
straffen  zuegehören,  doch  den  vertragen,  so  Salraenschweiler  und  Wer- 
demberg  gegen  ainandem  haben,  unnachthailig)  außweißt  und  inen  uß- 
dmckenlich  zuegesagt,  demselbigen  vertrag,  deßgleichen  auch  wolermel- 
tem  herm  grave  Joachim  zue  Fürstenberg  etc.  dero  gnaden  erben  und 
nachkommen  an  ihren  der  enden  zue  geringsweiß  herumb,  inner-  und 
nsserhalb  oftangeregten  hernach  specificierten  etterstainen  habenden  und 
zuestendigen    hochen,    vorstlichen,    landgerichtlichen    und    glaidlichen 
obrigkaiten  hierdurch  genzlichen   nichtz   abgeprochen  noch  benommen 
sein   soll,   und  hierauf  so  haben  wol-  und  ermelte   partheien  dem  ge- 
jfüehrten  rechtzstritt,  causae  et  liti,  renunciiert,  sich  desselben  genzlichen 
b^eben   und  diser  obgesetzten  nachpürlichen  vergleichung   steet   und 
vest  anz&hangen  und  zue  geleben  ainandern  zuegesagt  und  versprochen, 
alles  wissentlich  und  wolbedechtlich  in  und  mit  craft  diß  briefs,  son- 
ders gevehrde. 

Und  seind  diß  die  obangezognen  vor  vil  jaren  gesetzte  und  ietzo 
von  newem  beschribne  und  verbesserte  sibenundzwaintzig  etterstain,  wie 
die  ieder  insonderhait  nachainandern  mit  im  anstössen  hernach  ver- 
zaichnet  steen: 

Der  erst,  zue  Nußdorf  unden  am  See,  im  eck  zue  end  deß  dorfs 
an  Wehrnen  gassen,  zue  nechst  bei  Peter  Sergen  hauß  und  vorüber  bei 
Theisen  AUmaiers  hauß. 

Der  ander  stehet  vor  der  Schussenriether  hauß  bei  dem  bild,  das 
stehet  vor  Nußdorf  gegen  Salmenschweiler  torgel  und  an  der  straß  geen 
Biemow. 

Der  dritt,  ob  dem  Mülbach  an  der  benannten  straß  geen  Bieruow, 
und  von   deß  gotzhauß  Öchussenrieth  garten,   so  vor  jaren   amer,  ge- 


ÜberUngen. 

imuuilt  Jer  Traiei\  eingehagt,  auch  me  der  rechten  haDd,  so  mau  tos 
Nußdorf  geeu  Biernow  gehet,  und  an  Gallin  Eothen  seligen  kioder  gart«it  |l 

Der  viert  stehet  oben  an  der  Fuchshalden  an  der  straß  auch  geen 
Biernow  wertz  an  dem  berg  ziie  der  recbteu  hand,  eo  man  von  Nufr 
dorf  geen  Biernow  gehet* 

Der  fünft  stehet  an  der  Egarten  enendi  dem  Wehrengraben  ob 
dem  obero  Geirsperg  am  hag  an  Joachimen  Ronbühels  seligen  garteo. 

Der  sechst  stehet  hinüber  vor  ernanndtem  garten  an  der  Egarten 
bei  sanct  Lienharten  an  dem  graben  uf  der  schraien  bei  Josen  Ki^ 
oiens  garten. 

Der  sibcnd  stehet  in  Regnatahauser  gasseu  im  hag  an  der  rechteo 
floiten  von  der  statt  auß  an  graven  Holtz,  ao  ietzo  Simon  Scberm 
seligen  wittib  innhat. 

Der  achtend  stehet  zue  end  der  Greithaldeo  in  R^gnatsbaustr 
gasseo  genanndt  der  Tbürli  gart  an  Lüdin  Fürnenbüechs  garten. 

Der  neundt  stehet  uf  der  Greithalden  an  dem  Karrenweg  ob  dem 
von  Wald  garten. 

Der  zehend  stehet  uf  Burgbei^er  halden  am  Spiegelberg  au  Hoch* 
raths  garten,  so  hievor  weilund  betr  Peter  Hocbratli  selig  inogebapt 
hat,  und  uuden  an  deß  gotzhauß  Müncbroth  gtieter. 

Item  der  ailft  stehet  ob  dem  steg,  oder  gehet  voo  deoa  Bürglin 
herab  an  dem  Rain  an  Hansen  Amaus  seligen  wittib  garten,  so  Ietzo 
Ulrich  Bunckhover  innhat. 

Der  zwölft  stehet  an  der  landstraß  gleich  vor  der  Letzi  an  dem 
Kobeu  tbobel  vor  der  setzbruck  an  Galhn  Müllers  von  Owingen  garten 

Der  dreizehend  stehet  zue  Hinderried  anfangs  deß  guldin  beigi 
ob  der  Freibergerin  wiÜ  und  dem  nußbom,  oben  am  acker  im  eck  under 
den  weicbselbömmen. 

Der  vierzehend  stehet  binden  am  Galgenberg  uf  dem  Koff  neben 
Hinderried  an  Hannsen  Thigen  von  Owingen  garten. 

Der  fuufzehend  stehet  voroen  am  Vähenberg  neben  Autboni 
Scbrifien  seligen  garten,  so  ietzo  Mari  Schinbain  inuhat. 

Der  sechszehend  stehet  an  Hagnower  braitin  zwischen  bedeo 
Strassen  im  Spitz  an  sanct  Lienbardts  pfrüend  garten. 

Der  sibenzehend  stehet  zue  dem  Öhnlin  an  der  landatraß,  so 
geen  Luegen  gehet,  an  Veiten  Waibels  garten  und  wiß  gelegen. 

Der  achtzehend  stehet  zue  end  der  straß  under  der  haldenden 
wiß,  stoßt  an  Hannsen  Wagners  garten. 

Der  neunzeliend,  stehen  zwen  beiainandern  ob  dem  rechten  fahl 
deß  Thobelbachs  uf  dem  Hierthumb,  ob  Christan  Zieren  von  Über- 
lingen garten. 


Überlingen.  593 

Der  zwainzigist  stehet  under  der  Blatt  am  bach,  under  doctor 
JBeichlins  seligen  garten,  so  ietzo  Jörig  Klöckler,  landtrichter  zue  Wein- 
garten innhatt. 

Der  ainundzwainzigist  stehet  uf  dem  Rosenberg  in  dem  hag  oben 
an  der  alten  Freiburgerin  seligen  garten. 

Der  zwenundzwainzigist  stehet  ob  Bibiß  hag  an  Hannsen  Öchß- 
lins  garten. 

Der  dreiundzwainzigist  stehet  uf  dem  Burst  ob  burgermaister  Wolf- 
gang Michael  Becken  garten. 

Der  vierundzwainzigist  stehet  oben  an  der  Fuchßgassen  ob  sanct 
Jacobs  pfrund  garten,  hat  ietzo  Stoffel  Koffman  inn. 

Der  funfundzwainzigist  stehet  uf  dem  Speirenberg  bei  deß  haiigen 
zue  Hedingen  und  an  Barthlome  Kuenemans  garten. 

Der  sechsundzwainzigist  stehet  ob  dem  Newsatz,  genannt  Stollen, 
80  ietzo  der  spithal  zue  Überlingen  innhat. 

Der  sibenundzwainzigist  und  letst  stehet  am  alten  bach  zue  Siessen 
in  sanct  Michaels  garten  am  spitz,  genannt  im  engelin. 

Und  damit  diser  vertrag  ietzo  und  in  künftig  eewig  zeit  desto 
besser  gehalten  und  von  kainem  thail  überschritten  werden,  so  haben 
sich  wol-  rmd  ernennte  partheien  dessen  auch  verglichen,  das  nunhin- 
fürther  si,  ire  erben  und  nachkommen  die  ob  specificierten  etterstain 
und  auch  die  hochen  obrigkaits  marken  allwegen  in  fünf  jaren  ain 
mal  durch  ire  verordneten  bereiten,  auch  dannzemal  oder,  sooft  es  da- 
zwischen die  notturft  erfordert,  in  gemainem  cösten  renovieren  und  erne- 
wem  zue  lassen  schuldig  sein  sollen. 

Deß  alles  zue  becreftigung  und  wahren  urkund  seind  diser  ver- 
tragsbrief  zwen  gleichlautend  gemacht,  und  mit  wolgedachts  herrn  grave 
Joachims  zue  Fürstenberg  etc.  aignem  und  dann  bemelter  burgermaister 
und  rath  der  statt  Überlingen  gemainer  irer  statt  Überlingen  ufgedruckten 
anhangenden  insigeln  für  sich,  ihre  erben  und  nachkommen  besigelt,  und 
von  iedem  thail  ainer  zue  banden  genommen  worden.  Geben  und  be- 
schehen  den  zechenden  tag  deß  monats  octobris,  nach  Christi  etc.  ge- 
pürt  gezelit  thaussendt  fünfhundert  sibenzig  und  zwai  jar. 

Orig.  Pergamentlibell  mit  6  Bl.  Bruchstücke  der  Siegel  des  Grafen 
Joachim  von  Fürstetiherg  und  der  Stadt  Überlingen  an  blau-gelb-weiss- 
roter  Seidenschnur.  St,  Ä,  Abt.  LXXIII  Nr.  2093.  Sevin,  Häuserbuch 
von  Überlingeit,  1,  A.  S.  109  f.,  gibt  einen  Abdruck  dieses  Vertrags  nach 
der  sehr  matigelhaften  Abschrift  Kuteles  (Hdschr.  vom  Auf.  des  18.  Jhdts. 
LeopoldrSophienhibliothek  in  Überlingen). 

Ausf.  Reg.  in  den  Mitteilungen  aus  d.  f.  Fürste^rb.  Arch.  Bd.  2  S.  185. 


Oberrfaelniflcbe  SUdtrechte.    II,  2. 


Überlingen.  595 

Als  sich  auch  zum  dritten  etwas  irrung  und  mißverstand  des 
straifs  der  umbziehenden  herrenlosen  krüegs-  oder  gartknechten  wegen 
erhalten,  also  das  herr  grave  Joachim  zue  Fürstemberg  vermaint, 
selbiger  straif  gehör  irn  gnaden  alleinig  zuo,  dargegen  aber  Überlingen 
vermelt,  in  irn  nidem  gerichten  mitzAstraifen  befüegt  zu  sein,  sohieruf 
diser  punct  also  entschaiden:  wann  die  von  Überlingen  künftigerzeit 
straif  fiörzflnemen  vonnöten  zu  sein  erachten,  sollen  sie  iro  gnaden  umb 
ain  gemainen  straif  ansuochen,  damit  iro  gnaden  denselbigen  uf  zeit 
und  maß  anzustellen  wissen;  wa  aber  iro  gnaden  nit  mitstraifen  wolten 
oder  würden,  so  mögen  sie  von  Überlingen  in  irn  nidern  gerichten 
anverhindert  irer  gnaden  mit  dem  straif  wol  fürfahren,  doch  im  gnaden 
an  derselben  hohen  vorstlichen,  glaitlichen  und  landgerichtlichen  obrig- 
kait  in  allweg  ohne  schaden  und  mit  dem  anhang:  wa  under  sollichem 
straif  ainiche  persohn  umb  Sachen  der  hohen  obrigkait  züstendig  bei- 
gefangen würden,  dasselbige  jederzeit  zum  Hailigenberg  in  venknus 
geantwort  werden  sollen. 

Zu  m  vierten.  Nachdem  sich  auch  ain  guote  zeit  hero  irrung  und 
mißverstand  wegen  bestrafung  der  erdfrävel,  als  wann  ainer  den  andern 
schlagt,  das  er  zuo  erden  fallt,  in  Überlinger  nidern  gerichten  erhalten, 
hierauf  ist  in  der  güete  dahin  gehandelt,  das  selbige  erdfrävel  in  Über- 
linger nidern  gerichten  fürohin  von  beeden  wol-  und  ermelten  partheien 
den  bain-  schröt-  und  flüessenden  wunden  Inhalt  der  alten  vertragen 
gleich  gehalten  und  unverhindert  gestrafft  werden  sollen. 

Fürs  fünft.  Alß  sich  Überlingen  beschwärt,  das  sie  oder  ihro 
underthonen  in  irn  nidern  gerichten  uf  den  landstraßen  ohnerlaubt  deß 
vorstmaisters  erd  aufzuschlagen,  wegzftfüeren  und  darein  zu  streuwen 
verhindert  werden,  wölches  Fürsteuberg  befüegt  zu  sein  vermaint,  also 
ist  bedingt  und  geschlossen,  das  die  Überlingische  underthonen  und 
zögehörigen  fürohin  in  den  nidem  gerichten  die  landstraßen  (doch 
derselben,  auch  im  gnaden  an  deren  recht  und  gerechtigkeiten  sollicher 
landstraßen  halber  in  allweg  ohne  schaden)  inner-  und  usserhalb  irer 
dorfätter  wol  seubern,  das  wasser  darauß  ablaiten  und  erdrich  ufschlagen; 
auch  in  im  dörfern  und  derselbigen  ettern  streuwen  und  thumb  machen, 
denselbigen  nach  irer  gelegenheit  hinwäg  füeren  mögen;  aber  usserhalb 
der  dorfetter  sollen  sie  uf  die  landstraßen  ohne  vorwissen  und  bewilligen 
irer  gnaden  vorstmaister  nit  streuwen,  noch  das  ufgeschlagen  erdrich 
hinwegfüren  keins  wegs.  Da  und  wann  aber  besagte  Überlingische 
underthonen  ausserhalb  irer  dorfätter  uf  den  landstraßen  gehörter  maßen 
grund  aufgeschlagen  und  den  vorstmaister  umb  erlaubnus  denselbigen 
hinwegfüren  zfi  lassen  ansprechen  würden,  denselbigen  soll  er  es  alsdann 

38* 


5d(}  Überlingen. 

(sover  ea  ohne  naclithail  oder  schaden  der  landstraß   gegein   mag)  ver- 
goiiDeu  und  uit  abschkgeD. 

Zum  sechsten.  Als  sich  mergedachte  von  ÜljerUngeo  erclagtußd 
beschwert,  nachdem  in  im  gerichten  zuo  Imeoatad  am  gestad  des  See? 
ir  aniptman  uf  ains  seines  ambts  angehurigeu  aioem  Tbürgewer  sein 
schiff  schulden  halber  zuo  recht  arrestieret,  das  hab  hernach  und  bald 
darauf  der  Fürstembergisch  ambtman  daselbsten  zuo  Imenstad  für  sich 
Selbsten  und  ohne  willen  des  arrestanten  und  des  Cberlingischen  ambl- 
maus  wider umb  relaxiert,  dargegeu  aber  Fürstemberg  so  angemelt,  dai 
sollich  aiTest  vou  irer  gnaden  ambtman  billich  relaxiert  worden,  defi- 
wegen  ist  betädinget,  das  die  von  Überlingen  oder  derselben  ambüeuth 
in  iren  gebürenden  nidergerichtlichen  pott  und  verpotteo  lauth  der 
alten  vertragen  und  herkommen  ohne  ainichen  eintrag  sollen  verbieibfii. 

Zum  sibendeu.  Demnach  die  von  Überlingen  als  gesetzt  und 
verordnete  castenvögt  oder  schürmbheri-en  deß  gotzhauß  Rugacker  euo 
Zeiten,  wann  es  si  und  die  frauw  priori n  und  eonvent  daselbsen 
als  collatriees  oder  lehenfrauw^en  der  pfarr  zum  Honberg  vonuntai 
ÄÜ  sein  geachtet,  die  heihgenreclinungen  ermelter  [>farr  Honberg  ein- 
Kftnemen,  wie  auch  dasselbige  beschehen,  aber  wolgedachten  hern  grave 
Joachim  zuo  FQrstembcrg  etc,  ain  solches  nie  zu  wissen  gethon  oder 
verkCiüdt  worden,  da  doch  berüert  gotzhauü  Rugacker  sambt  dessen 
Kflgehorungen  im  gnaden  mit  hohen  und  nidern  gerichten  zögeliörig, 
darumben  dann  dieselbigeo  sich  aiu  solches  beschwärd^  darauf  bereii 
worden:  da  und  wann  fiirohin  solliche  rechnung  dureli  gemelte  von 
Überlingen  wollen  fürgenoraen,  das  ain  solches  im  gnaden  zuvor  ifi 
wissen  gemacht  werden  soll,  und,  ob  si  wollen,  der  rechnung  aineo 
wol  zösetzen  mögen,  dieeelbig  anhören,  aber  sonst  nichtait  darbei  zä 
thün,  noch  ainiche  Ordnung  oder  maß  darinnen  geben  sollen,  doch  mit 
Bollicliem  oft  besagten  von  Überlingen  und  derselbigen  fundadtion,  auch 
ermelten  frauwen  priorin  und  eonvent  des  gotzhauß  Rugacker  habenden 
recht  und  gerechtigkeiten  in  allweg  ohne  schaden  und  nachtail;  deß- 
gleichen  soll  es  auch  mit  der  pfarrverleihung  zum  Honberg  g^o 
besagten  clossterfrau  wen  ^um  Rugacker  ohne  allen  eintrag  und  Ver- 
hinderung irer  gnaden  bei  dem  alten  herkommen  bleiben»  und  inea 
dieselbigen  pfarr  jederzeit,  wann  si  ledig  wtlrdet,  ainem  erbaren  leiea- 
priester  nach  irem  gefallen  zö  verleihen  frei-  und  bevorstehn. 

Zum  achten.  Alß  vil  wolgedachter  herr  grave  Joachim  zuo 
Fürstemberg  etc.  gemaiud,  das  die  von  Überlingen  in  irer  gemainer  statt 
und  andern  irer  vogteien  und  irs  gotzliauß  spittals  nidern  gerichten 
keinen  bildstock  und  wettercreutz  ohne  irer  gnaden  wissen  und  b^ 
willigen  ufrichten    und  setzen   sollen,   die   von   Überlingen   fürgeweudt 


Überlingen.  597 

das  ein  solches  wider  das  althärkommen  seie,  und  deß  änderst  her- 
gebracht, wölcher  stritt  also  endschaiden  und  erleutert,  das  die  von 
Überlingen  iro  burger,  einsässen,  underthonen  und  zügewanden,  auf  dem 
land  in  derselben  nidern  gerichten  gesessen,  von  der  statt  Überlingen 
hinab  biß  zfi  dem  Stollen,  von  dem  Stollen  widerumb  den  wäg  hinauf 
biß  zuo  dem  engelin,  alda  ain  etterstain  steet,  und  von  dannen  wider, 
umb  der  statt  zuo,  und  von  der  statt  biß  geen  Bürnauw,  und  also 
femer  ringsweiß,  sover  und  weit  sich  die  etterstain  der  statt  Überlingen 
erstrecken,  macht  haben  sollen,  staine  oder  hilzene  bildstöck,  deßgleichen 
wettercreutz  ohne  befragt  irer  gnaden  und  derselben  ambtleuth  von 
neuwem  aufzurichten  und  die  alten  zfi  verbössern,  oder  auch  gar  zu 
erneuweren;  da  aber  dieselben  Überlingische  burger,  einsässen,  under- 
thonen und  zuogewandte  ausserhalb  diß  bezürks  noch  an  andere  orth 
bildstöck  und  wettercreutz  ufrichten  und  setzen  wolten,  darumben  sollen 
ihre  gnaden  ersuecht  werden,  und  dieselbigen  darauf  den  begerenden 
dasselbig  nit  abschlagen,  sonder  gnedigHch  vergünstigen  und  zuolassen. 
Wann  aber  in  obgemelten  bezürk  und  in  andere  Überlingischen  nider 
gerichten  und  ausserhalb  irer  habenden  hohen  oberkeit  bezürks  cappellen 
wolten  von  newem,  alda  zuvor  nie  keine  gestanden,  ufgebauwen  werden, 
das  soll  änderst  nit  gesehen,  dann  mit  irer  gnaden  vonvissen  und  be- 
willigen, also  und  dergleichen  soll  auch  weder  in  obberüertem  bezürk 
noch  ausserhalb  derselben  uf  kein  landstraß  ainicher  bildstöck,  wetter- 
creutz und  cappeln,  ohne  vorwissen  und  bewilligen  irer  gnaden  uf 
gericht  werden. 

Zum  neundten.  Als  sich  oft  wolgedachter  herr  grave  Joachim  zuo 
Fürstemberg  etc.  ab  Überlingen  beclagt  und  beschwärt,  das  derselbigen 
bevelchhabere  verschiener  jare  bei  und  umb  Birnauw  ir  wun  und  waid 
undergangen  und  etwelch  marken  an  deß  gotzhauß  Salmansweiler- 
daselbsten  zuo  Birnauw  habenden  reb-  und  krautgarten  gesetzt,  aber 
ainem  ambtman  zum  Hailigenberg  den  undergengern  den  aid  zfi  geben, 
noch  auch  dem  aigenthumbs  herren  sollichs  reb-  und  krautgartens  zuo 
sollichem  undergang  nit  verkünd  haben,  deßwegen  ihro  gnaden  umb 
gebürenden  abtrag  angehalten,  dargegen  aber  die  von  Überlingen  für- 
gewend  und  angezaigt,  das  sie  vermög  der  vertragen  ainem  ambtman 
zum  Hailigenberg  den  undergengern  den  aid  zu  geben  noch  zu  verkünden 
diß  orts  nicht  schuldig,  dann  sollicher  kraut-  und  rebgarten  nit  von 
hauO  auß,  noch  ainem  frembden  bauwmann,  so  ihnen  von  Überlingen 
mit  dem  gerichtszwang,  auch  pfächt  und  aid  nit  zugethon,  sonder 
dem  baußmaister  zuo  Birnauw,  als  der  in  Überlingischen  nidern  gerichten 
gesessen,  auch  under  einem  burgermaister  daselbsten  gelobt  und  ge- 
schworen, gebauwen  werde.    Deßgleichen  haben  sie  es  ernanten  hauß- 


598  ^^^^^^^^^  Überlingen* 

maister  angezaigt,  das  man  derselben  enden  undergeeu  werde,  wölchen 
er  Wivl  gedulden  und  sehen  mögen,  dero wegen  sin  verhotf,  darmit  ml 
unrecht  noch  wider  die  vertrag  geton  zu  haben;  sollicherarittist  allsoeiit- 
ßchaiden,  das  man  es  diß  punctens  halber  bei  den  alten  vertrigfin 
verbleiben  lasse,  und  das  fiirohin  denselben  gemeß  gelebt  und  uadi- 
gangen  werde. 

Zum  zeh enden.  Demnach  verscbiner  mt  durch  dero  von Überlinjg«! 
undergenger  ain  mark  zuo  Uudersickiugen  in  die  landstraß  solle  ge^^tit 
worden  sein,  dessen  dann  sich  wolgedachter  herr  grave  Joachina  vk. 
beschwärt  und  umb  abtrag  geclagt,  sollicher  punct  ist  also  verglicheji: 
dieweil  ein  solches  ohne  fürsßtz  und  uit  mit  gefahr  beschehen,  das  iliP) 
gnaden  dasaelbig  dißmals  auß  gnaden  fallen  lassen  und  hingeben,  uuJ 
solle  hinfürter  mit  den  uudergeogen  den  alten  veiirägen  gemeß  geholten 
werden. 

Zum  ailften  haben  sich  die  von  Überlingen  erclagt  und  beschwörd, 
das  iro  gnaden  nun  ain  zeit  liero  in  irn  nidem  gerichten  tags  und 
nachts  eingefallen,  derselben  underthonen  in  gachen,  die  nit  nialefitzisdi 
noch  auch  kein  argwöhn  oder  verdacht  ains  malefitz  uf  in  tragen, 
venkliclien  hin-  und  anweg  gefüert,  dara:ue  auch,  wann  Cbeiiingisehe 
underthonen  in  verbrechen,  so  der  hohen  oberkeit  zii  strafen  gepün, 
verdächtig,  dieselbigen  werden  alßdann  er\^ordert,  sich  zum  Hailigenberg 
xCi  der  straf  einzustellen;  da  sich  aber  di^elbigen,  das  sie  sollichs 
bessügs  nit  gestendig,  oder  sich  dessen  mit  rechten  zii  ent^ehütkii 
begeren,  nit  begerter  massen  einstellen  wollen,  denselbigen  getrau w«^ 
wurdet,  da  sie  sich  nit  stellen  werden,  das  man  den  oder  die  selbigen 
venklich  h€>llen  und  zum  Hailigenberg  füeren  wolle;  dargegen  aber  ihre 
gnaden  geacht,  das  in  sachen,  so  kundpar  und  notori,  sie  ain  solch ei 
zfi  thün  wol  befüegt,  daruf  ist  bered  und  verglichen  worden,  das,  wa 
es  ain  kundpare  malefitzische  sach  ist,  oder  ain  verdacht  ain  malefitz 
(darunderehebrnchj'unkfrauwenschwechung  und  huererei  auch  begriffen] 
uf  ihr  tregt,  daß  ire  gnaden  solche  malefitzische  und  argwöniscbe  per- 
sohnen  tags  oder  nachts  nach  irer  gnaden  guetachten  wol  venklich 
annemen  und  zum  Hailigenberg  füeren  und  die  geptir  gegen  inen  fur- 
nemen  mögen,  doch  denen  von  Überlingen  an  dem  rechten,  so  sie  des 
ehebruchs  und  jungkfrauenschwechung  halber  mit  im  gnaden  noch  an 
dem  hochloblichen  kaiserlichen  cammergericht  in  puncto  seoundae 
simplicis  quaerele  intituliert  unendschaidnen  standen,  auch  irer  biß  dahero 
gebrauchten  bürgerlichen  straffen  in  berüerten  beeden  ftlhlen  (biß  zuo 
endlicher  erledigung  sollichs  rechtstreits)  ohne  schädlich  und  nachtailig; 
diejenigen  aber,  so  Sachen  oder  handlungen,  so  nit  malefitzisch,  be-  j 
gangen,  die  irn  gnaden  vermög  der  vertragen  zu  strafen  gebüreo,  die 


Überlingen.  599 

mögen  ire  gnaden  zuo  abtrag  oder  buoß  zum  Hailigenberg  sich  zu 
stellen  ervorderen.  Da  aber  die  verbrechere  oder  delinquenten  dessen 
bedankens  haben  und  sich  zuo  güetlichem  abtrag  nit  einzustellen,  sonder 
mit  recht  verantworten  wölten,  in  sollichem  fahl  sollen  ihre  gnaden  den 
oder  die  selbigen  mit  recht  und  landgericht  beclagen  und  nach  befundner 
beschaffenheit  der  sachen  mit  recht  strafen  lassen;  darzuo  sollen  die 
von  Überlingen  solliche  persohnen  halten. 

Zum  zwölften.  Alß  sich  dann  zwüschen wol-  und  beraelten  partheien 
auch  stritt  umb  und  von  wegen  des  gerichtszwangs  under  Hödingen 
an  Büntzen  und  under  Ufkürch  erregt  und  zugetragen,  ist  derselbige 
also  verglichen,  das  man  zuo  ehister  gelegenhait  uf  den  spänigen  boden 
wideramb  zfisamen  kommen,  daselbsten  ainandem  in  vorbringen  und 
habenden  recht  und  gerechtigkaiten  anhören  und  darauf  nach  aller 
vennögücheit  sich  mit  ainandem  deßhalben  in  der  güete  vergleichen; 
wa  aber  ain  solches  wider  verhoffen  in  der  güete  nit  könnte  auß- 
getragen,  soll  diß  mit  unpartheischem  undergang  erörtert  werden,  und 
was  also  durch  denselben  erkennt  würdet,  darbei  sollen  beede  partheien 
ohne  ainiche  appellation  und  reduction  verbleiben,  doch  mögen  hie- 
zwüschen  ernennte  von  Überlingen  sich  des  strittigen  waidbesuchs 
gehörter  orten  halber  mit  der  gemaind  Hödingen  irer  gnaden,  wie 
gemelt,  an  dero  recht  und  gerechtigkeiten  ohne  schaden,  ohne  zuordnen 
irer  gnaden  in  der  güete  wol  verghchen,  da  es  aber  mit  recht  oder 
nndeigang  erörtert  werden  müeßte,  soll  aim  ambtman  zum  Hailigenberg 
den  undergengern  den  aid  zft  geben  lauth  der  vertragen  darzuo  ver- 
kündt  werden. 

Zum  dreizehenden  haben  sich  die  von  Überlingen  auch  beschwerd, 
wiewol  sie  und  ihre  vorfahren  je  und  allewegen  die  ertrunkne  leuth  oder 
persohnen,  frembde  und  haimbsche,  so  auf  dem  See  durch  zugestanden 
nngewitter,  gots  gewalt  oder  andern  unfahl  undergangen,  an  orth  und 
enden,  da  man  sie  Z&  fänden  verhofft,  gesuocht,  die  gefundnen  gen 
Überlingen,  ald  wahin  der  ertrunknen  freundschaft  dieselbigen  begert, 
zuo  gewichtem  erdrich  gefüert,  und  dieselben  bestettigt,  das  aber  ire 
gnaden  nit  mehr  gestatten  wollen;  welcher  fürgefallner  stritt  also  ent- 
schieden, das  die  von  Überlingen  solliche  persohnen,  wölche  abgehörter 
massen  also  uf  dem  See  ertrunken,  si  haben  inen  oder  frembden  zu- 
gehört, wol  suechen  und  die  gefundnen  zu  geweichten  erdrich  geen 
Überlingen,  oder  darhin  dieselbigen  pförrig  gewesen,  ald  wahin  der 
ertrunknen  persohnen  freundschaft  und  verwandte  dieselbigen  uf  ire 
costen  zu  füeren  begeren  würden,  füren  und  bestatten  mögen  ohne 
hinderung  und  ein  trag  irer  gnaden  und  derselben  erben  und  nachkomen; 
wa  es   sich    aber    anders    befünde,    das    solliche    leuth    sich   selbsten 


über]  logen. 


ertrenket,  oder  durcb  andere  darzuo  verursacht,  das  in  disem  fahl  ireu 
goaden  gegen  denselben  die  straf  und  gepür  vorzüoemen  soll  vor 
behalten  sein. 

Z nm  V i  e r  2  eh  e  n  d  e n  haben  Ire  gnaden  durch  derselben  abgeord 
Beten  auch  beschwerdsweiß  fürbringen  lassen,  das  ire   gnaden  beticht 
worden,  das  die  von  ÜberUngen  uf  dem  Bodeusee  in  irer  gnaden  haben* 
den  hohen  obrigkeifc  diejenigen  persobnen,  so  ainandern  schmeehen  mA 
schelten,  bestrafen,  da  deme  also  were,  könnden  ire  gnaden   dasselbig 
nit  gestatten,  dargegen  aber  Überlingen  angezaigt,  daß  sie  sich  dessen 
nit  Tii  berichten  wiseeu,  und  da  sich  gleich  s'.wüschen  nachgesehribDeö 
obrigkeitsmarken,  was  verlofFen  und  sie,  was  vorgenoraen,  verniaint  nicht 
unrecht  gethon  zu  haben,   also  ist  verabschidet,  das   fürohin   die  vöu 
Überlingen   innerhalb  der  vierundzwainzig  obrigkeitsniarken   umb  dit 
statt  Überlingen,    wie  selbige  in  anno  fünfzehenliundert  sibeuzig  und 
zwai  lauth  dainahlen  ufgeriehten  Vertrags  gesetzt  und  schnurs  ainandern 
nachgeen,  noch  weiter  uf  dem  See  von  der  ersten  obrigkeitsmarken  in 
burgennaister  Becken  seeligen  garten  und  der  letsten  zur  Blaichin,  al 
dem  Knobel  genannt,  xi^üischen    den  jetzgemelten   beeden   marken  au 
der  stattnmuer  hinauf  und  ab  zehen  rueten,  deren  jedwedere  fünf^eheu 
werkschuech  haltet,  hineinwerz  in  den  See,  tbiU  ainhuiidert  und  fünfeig 
werkschuech  von  der  atattinaur  oder  dorn  land,  jederzeit  des  jars  voa 
,  angehndem  wasser  an  zu  rechnen   oder  zu   messen ;  sollich©   scbniaefa- 
und  schcUworte,  deßgleichen  auch  andere  hocligerichtUche  fiihl,   wie  uf 
dem  land,  alß  uf  dem  See  innerhaib   gemelter  obrigkeitsmarken  und 
uoessen   der   ain hundert  und  fünfzig   werkschuoehen   unverhindert    irer 
gnaden  und  derselben  nachkommen  der  gepür  nach  strafen  und  büessen 
mögen,    aber  usserhalb    mergemelter    maß    zil    und   marken  weder  uf 
dem  See  noch  uf  dem  land  vilbemelte  von  Überlingen  der  angemelten 
Schmach-  und  scheltwoii;,  auch  all  anderer  hochgerichtlicher  und  straf- 
barer fahlen  recht  und  zügehörungen  müessig  steen  und  die  nit  anfallen 
noch  strafen,  sonder  es  jederzeit  an  die  inhaber  der  graveschaft  Haihgen- 
berg  weisen  sollen. 

Zum  fünf  zehenden.  Als  sich  wolermelter  herr  grave  Joachim  zuo 
Fürstemberg  etc.  beschwert,  das  die  von  Überlingen  z wüschen  im  und 
andern  nidern  gerichten  in  der  graveschaft  Hailigenberg  gelegen  die 
marken  dermassen  überhöcht,  das  man  die  selbigen  von  den  obrigkeits 
marken  nit  wol  underschiden  mögen,  darauf  ist  bethädingt,  das  die  von 
Überlingen  in  oder  an  irn  nidern  gerichten  fürohin  die  gerichtsmarken 
höher  nit  ob  dem  erdrich  dann  zween  werkschuoch  hoch  ufsetzen  und 
machen  sollen. 


Überlingen.  601 

Fürs  sechzend.  Nachdem  verschiener  jarn  ein  vertrag  oder 
Spruchbrief  zwischen  im  gnaden  und  den  von  Überlingen  des  niedern 
gerichtszwangs  zuo  Immenstad  halber  ufgericht,  darinnen  under  anderni 
vermeldet  würdet  «die  nidergerichtlich  obrigkeit»,  so  dann  irer  gnaden  ab- 
geordneter in  ermelten  spruchbrieven  merenthails  uß...die  Überlingischen 
hineingesetztworden,  darob  sich  dann  ire gnaden  nicht  geringes  beschwärt, 
und  die  versigelten  spruchbriev  widerumb  zuo  cassieren  und  von  neuwen 
dingen  mit  enderung  und  ergenzung  sollicher  puncten  zfi  ingrossieren 
begert,  wölches  aber  Überlingen  also  verantwortet,  das  sollichs  durch 
die  spruchleuth  in  Verfertigung  derselben  briefen  übersehen  und  ir 
mainung  nit  gewesen,  zuo  dem  die  Wörter  «nidergerichtliche  oberkeit» 
gemain  breuchig  seien,  dann  die  werden  auch  in  reichs-  und  craiß- 
abschiden  gebraucht  und  für  die  nidern  gerichtsherrsn  darinnen  ver- 
standen, darumben  dieselben  niemands  zuo  vorthail  oder  naehthail 
hierinnen  sollen  und  mögen  gedruckt  werden,  deßhalber  nit  nöttig  sein, 
selbige  brief  widerumb  zu  endern,  daruf  ist  bethädingt,  das  sollich  wort 
«oberkeit»  nit  änderst,  dann  uf  den  nidern  gerichtszwang  verstanden 
und  wolermelten  herrn  grave  Joachimen  zuo  Fürstemberg  etc.  an  i.  g. 
hohen  vorstlichen,  landgerichtlichen  und  glaitlichen  obrigkeit,  wie  auch 
auOIassang  derselben  abgeordneten  an  i.  g.  preminenz  und  reputation, 
auch  all  anderen  gebürenden  habenden  jus  und  gerechtigkeit  in  allweg 
unvergrifflich,  unnachthailig  und  ohne  schädlich  sein  soll. 

Zum  sibenzehenden  und  letsten.  Dieweil  sich  beed  wol-  und 
vermelte  partheien  vor  derzeit  durch  schreiben  verglichen,  wie  und  wo  Icher 
massen  es  mit  insinuierung  und  exequierung  der  landgerichtsprocessen 
in  die  statt  Überlingen  gehalten  werden,  nämlichen  also,  daß  fürohin 
kein  proceß  von  dem  freien  landgericht  der  graveschaft  Hailigen  berg 
in  die  statt  Überlingen,  und  soweit  sich  die  hohe  außgemarkte  oberkeit 
unab  die  statt  Überlingen  uf  dem  land  erstrecken  thuot,  wider  ihre 
burger  und  einwohner  durch  ermelts  landgerichts  potten  verkünd  und 
exequiert  werden  sollen,  besonder,  da  ain  burger  und  einwohner  der 
statt  Überlingen,  was  gegen  ainem  andern  in  wolermelt  herrn  grave 
Joachims  zu  Fürstemberg  etc.  hohen  und  nidern  gerichten  der  grave- 
schaft Hailigenberg  exceß  und  frävel,  die  ohne  alles  mittel  vor  mer- 
besagtem  landgericht  gerechtförtigt  werden  sollen,  begangen,  das  die 
ainandern  vor  selbigem  landgericht  rechtlich  fürnemen  und  das  dem 
cläger  uf  sein  gerichtlich  anhalten  gebürende  citation  wider  den  be- 
clagten  burger  oder  einwohner  zuo  Überlingen  erkennt,  auch  alsobald 
darauf  durch  die  Hailigen  bergischen  oberamtsleuth  ain  burgermaister, 
so  je  zuo  Zeiten  in  Überlingen  sein  würdet,  dessen  schriftlich  bericht 
werden  soll,  mit  vermelden  der  erkauten  zitation   und  ansuechen   mit 


002  ^^^^^^^  Überlingen, 

iine  beclagteii  von  obrigkcit  wegen  m  verschaften,  das  er  oder  teiiTTot 
mächtiger  ao^alt  uf  dem  angesetzten  rechtstag  und  termin  eraeheio  mi 
nhngeborsamlicli  nicht  ußbleibe,  uf  welches  erscheinen  daoü  solle  ime 
die  häevor  erkennde  citalion,  ehe  tind  der  cläger  sein  dag  fürbringt 
durch  den  Jandgerichtspotteu.  damit  von  Bollieher  der  proceß  aDgefaogen 
werden  möge,  exequiert  und  iußinuiert  werden,  also  soll  es  nochniahlen 
jetzo  und   fürohin  in  craft  difl   abschids  bestendig   darbei   verbleibeiL 

Geben  nnd   beachehen  montags   nach   dem   tsoutag   quiisiniQdo 

geniti,  den  neunundKweinxigisten  tag  des  monlags  iiprilis,   nach  Chrieti 
etc.  gepurt  gezollt  füntxehenhundert  achtzig  und  fünf  jabr. 

Joachim  g.  z.  Ftiistemberg.  ■ 

Penf.  Orig,  (IJMI  mit  10  BD  mit  rhu  Siegeln  f/^.<  (hafePl  Jmtiim 
mn  Fursteftberff  tutd  (hr  Htmit  VUrlmjm  an  roter  Scimm\  St.-A.  Alt 
IXXIIl  Nr.  J^J^'3, 

Heg.  in  den  Mideilurtym  aus  d.  f,  K  Arcb.,  Bd.  3,  S.  48a ff. 


1 


LXVII. 

Vertrag  zwischen  der  Stadt  Konstanz,  dar  DeutschordeDscommeads 
Mainan  und  der  Stadt  Überlingen  über  Maßregeln  2um  Schutze  d« 
FiBcberei  auf  dem  Bodeneee. 

^5^9  Juni   VJ  KonstanK. 

Zewisseji  und  kum!  seie  ineniglichem  hieniit:  Als  sich  auf  dm 
ainunclzwainzigisteu  monat^tag  martii  deß  v^erschinen  fünfi'^ehenhundetft 
sechsundsechzigisten  jars  die  edleii,  gestrengen,  vesten,  fürsichligen 
und  weisen  Herren  hauptman,  burgermaister  und  rathe  der  statt 
Costanz  an  ainem,  und  dann  weiland  der  erwürdig,  edel  und  gestreng 
herr  Wolfgang  von  Hohenegk,  domals  gewesner  comenthur  deß  hauses 
Mainow  etc.  selig  am  andern  thail,  ainer  durchgeenden  fischerord- 
nungi,  welchergestalt  und  -massen  ir  baiderseitz  burger  und  under- 
thonen  die  fischer,  als  die  der  Jugend  und  deß  laichs  nit  verschont, 
auch  andere  schädliche  mißbreuch  und  Unordnung  im  fischen  für- 
genommen  und  geüebt,  sich  verhalten  und  fischen  sollen,  auf  zehen 
jar  lang  nachbeürlich  mitainanderen  eingelassen  und  verglichen,  vol- 
gends  auch  dieselbig  Ordnung  nach  verscheinung  erstbestimpter  zehen 
jaren  mit  etwas  nützlicher  enderung  und  Verbesserung  widerumben 
auf  zehen  jar  lang  prorogiert  und  erstreckt,  sich  aber  siderhero  biß 
auf  dise  jetzige  zeit  augenscheinlich  befunden,  das  nit  allein  z\vüschen 


*  Eine  Kopie  dieser  «Fiecherordnung»,  deren  Bestimmungen  fast  wörtlich 
auf  die  vorstehende  übernommen  wurden,  befindet  sich  im  St.-A.  Abt.  XXXX, 
Nr.  976,  ebenso  ihre  «Erneuerung»  vom  5.  Januar  1580. 


Überlingen.  603 

vorgenanter  baider  partheien,  als  der  statt  Costantz  und  deß  hauses 
Mainow  burgern  und  underthonen,  sonder  auch  der  statt  Überlingen 
fischer  noch  merere  und  weitere  allermeniglichen  nachtailige  Unord- 
nungen eingerissen  und  sich  zugetragen,  und  durch  si  allerseits  so 
gevarlich  und  schädlich  gefischet  worden,  das  im  fal  solchem  mif 
zeitlichem  einsehen  nit  begegnet,  in  kurzer  zeit  der  See  gar  erschöpft 
werden  möchte,  und  der  fischen,  insonderhait  der  edlen  fischen  halber, 
schlechter  fang  und  nutz  mer  zu  erhoffen  wäre.  Derohalben  zu  ver- 
hüetung  dises  vor  äugen  schwebenden  Schadens  und  abgangs,  und 
dargegen  zu  haiung  und  verschonung  deß  laichs  und  der  jugend, 
auch  zunemmung  und  merung  deß  fischfangs  und  allermeniglichem 
zu  nutz  und  guottem,  so  habend  an  heut  dato  obernante  lierrn  haupt- 
man,  burgermaister  und  rath  der  statt  Costanz,  wie  auch  der  er- 
würdig, edel  und  gestreng  herr  Georg  von  Gemmingen,  jetziger  comen- 
thur  berürts  hauses  Mainow  etc.,  mit  den  edlen,  ernvesten,  fürsich- 
tigen, ersamen  und  weisen  herrn  burgermaister  und  rathe  der  statt 
Überlingen  auf  obgehörte  zuvor  gemachte  und  hernach  erstreckte  alte 
fischerordnung  freundliche  und  nachbeurliche  handlung  gepflogen,  sich 
darinnen  von  ainem  articul  zu  dem  anderen  nach  notturft  ersehen, 
die  gefundnen  mengel  verbessert,  und  darauf  si,  die  drei  partheien, 
gemainlich  für  sich  und  ir  allerseitz  burger  und  underthonen,  welche 
sich  deß  Sees  und  fischens  gebrauchen,  dieselben  Ordnung  mit  allem 
irem  inhalt  widerumben  von  newem  auf  zehen  nächstkommende 
jar  lang  wollbedächtlich  angenommen  und  darob  alles  ernsts  zu  halten 
sich  genzlichen  entschlossen,  auch  dasselbig  ainanderen  zugesagt  und 
versprochen.  Und  lautet  solche  Ordnung,  wie  hernach  underschid- 
lich  zu  vermerken: 

Erstlichen.  Dieweil  der  herr  commenthur  allein  zii  erhaltung 
seines  haußbruchs  aigen  fischer  in  dem  hauß  erhalt  und  kaine  fisch 
verkauft,  soll  ime  nachbeurlich  vergund  und  zugelassen  sein,  nach 
seiner  notturft  zu  vischen,  also,  wann  der  fischer  aines  tags  für  den 
baußbrauch  zu  speissen  gnuog  gefangen,  soll  er  still,  stöhn,  und  wann 
die  gangfisch  außlaufen  auf  das  sand,  soll  er  auch  nit  mer,  dann  was 
im  hauß  Mainow  aines  tags  zu  speissen  vonnötten,  fahen,  und  an 
kainem  montag  abends,  es  sei  dann  am  zinstag  ain  fastag,  fischen; 
hierin  aber  kain  gefar  gebraucht  werden  und  nichts  von  solchen 
fischen  verkaufen,  sonder,  wie  jetzt  gehört,  allein  was  ungevar  zuo 
dem  haußbrauch  vonnötten,  gefangen  werden. 

Sovil  dann  die  gemaine  fischer  betrifft,  soll  es  mit  den  fischeni 
nachvolgender  gestalt  gehalten  werden: 


t^berlbgen. 


Item  crstlichen,  sovil  die  luoi  und  schwebseginen  betrifft, 
mim  derselben  kaiiie  adil  tag  vor  und  drei  wochen  nach  saut  Geörgi 
tag  nit  über  die  ha  (den  aiißziehen,  bei  straß  drt^w  pfund  [rfeiiing, 

Dergleichen  soll  es  auch  mit  den  netzen  gehalten  werden,  aus 
genominen  die  erlaupteo  ziig,  als  benandlieh  der  sifrid,  der  ^tn^M-l 
und  der  teufbüm,  und  von  dem  adelzüg  hinanß  an  den  atnnijjt^ti 
und  den  stainzug,  dergleichen  die  gruob  hinder  hok  und  gegen  J«?id 
Turgöw  werz,  vom  Kogenbach  biß  an  Bottighover  bach,  deßgleicheti 
die  von  Überlingen  von  den  haldenreiseni  bei  Mauren  biß  hinauf 
an  den  hechlzüg  vor  der  Aach;  mer  vom  buch  zi'i  Nulidorl  i^iim|it 
der  oberen  und  anderen  gruoben  daselbsten  biß  zu  deß  SpaUensUana 
grüeble,  und  vor  den  hindroisern  zur  mülinen  biß  an  mülgaiter.  iwt 
vom  heidgraben  biß  zu  deß  Hüblerä  maur;  unden  an  der  statt  im\ 
man  brauchen  wie  von  alter  her 

Dergleichen  soll  kain  netter  nächtlicher  weil  treiben,  au  stJ 
drew  pfund  pfenlng. 

Belangend  dio  rackseginen  soll  es  dergestalt  gehalfeii  werdea: 
SO  ain  fischer  ain  racksegi  machen  will,  soll  er  die  ungescha\%'t  m 
den  See  nit  füeren  noch  gebrauchen,  si  habe  dann  die  gerechteo 
gupfen,  bei  straff  drew  pfund  pfening,  welche  gupfen  acht  eilen  laui 
sein  soll;  demnach  so  si  die  rechten  gupfen  hat  und  beschawet  ist, 
soll  er  dannocht  vier  wochen,  das  ist  acht  tag  vor  und  drei  wochen 
nach  saut  Görgen  tag,  damit  nit  über  die  halden  hinan ßziehen»  aber 
nach  verscheinung  der  jetztbemelten  vier  wochen,  wann  der  obbemett 
bann  auß  ist,  mag  er  dann  mit  ermelter  racksegi  alle  wochen  vier 
lag,  als  namblich  montag,  mitvvoch,  freitag  und  sambstag  ziehen  voß 
Cosliintz  binauß  biß  an  deß  herrn  cooimenthurs  fach  unden  an  der 
giilL  und  nnder  ermelten  fach  und  stock  durch  nider,  alle  tag  un^ 
verhindert  meniglichs;  doch  jedes  tags  nit  lenger,  dann  biß  zu  sechs 
ubren  gegen  aubeiuL  Umb  dieselben  stunden  sollen  alßdann  aia 
glogken  zu  Coslanlz,  deßgleichen  zuo  Überlingen  und  in  der  Mainoir 
geleut  werden,  damit  meniglich  derselben  zeit  wüsse  aufzehören,  es 
wäre  dann,  das  ainer  den  bom  gestossen,  oder  den  hinderen  stab 
ausser  dem  schiff  gesetzt,  so  mag  ainer  noch  denselbigen  ziig  vol- 
bringen.  Und  wann  sanct  Jacobs  tag  verbanden,  soll  man  alßdann 
die  weiten  gupfen  ansetzen  und  nach  Costantzer  kirchweihe  mit  der 
ragksegi  auch  nachts  ziehen,  aber  nit  lenger,  dann  biß  zu  sanct 
Michaelis  tag  darnach  gar  aufgelegt  werden. 

Item  die  straifen  mag  man  ziehen  vierzehen  tag  vor  der  escherigen 
mitwochen  und  nit  früer,  und  benandlich  der  wochen  nit  mer  dann 
drei   nächl,   den  montag,   dornstag  und   freitags   nachts   und   biß  aul 


Überlingen.  605 

die  escherigen  mitwochen;  darnach  in  der  vasten  mag  ain  jeder 
fischer  alle  nacht  ziehen  biß  auf  den  hailigen  ostertag,  und  nach 
dem  hailigen  ostertag  soll  man  kaine  straifen  mer  ziehen  biß  vier- 
zehen  tag  vor  sanct  Martins  tag  und  nach  sanct  Martins  tag,  alß- 
dann  nit  mer  biß  widerumb  vierzehen  tag  vor  der  escherigen  mit- 
wochen  und  nit  änderst,  bei  straff  zehen  pfund  pfening;  und  mögend 
die  Überlinger  fischer  in  bemelter  zeit  mit  iren  straifen  von  Gold- 
bach dem  See  nach  ufhin  biß  gehn  Nußdorf,  und  an  der  anderen 
Seiten  von  Walhausen  biß  an  das  Fleußhorn  ziehen;  aber  oberhalb 
Nußdorf  und  des  Fleußhorns  sollen  sie  zu  fischen  sich  endhalten. 

Dann  betreffend  die  landwatten  und  heurling  soll  es  volgender 
gestalt  gehalten  werden:  nämlich  das  auch  kaines  kain  landwath 
an  den  See  füeren  soll,  si  habe  dann  den  geschaweten  her,  der 
zwo  eilen  lang  und  den  laumen  weg  angesetzt  sei,  aber  mit  diser 
wath  die  zwo  verbottnen  nacht,  alß  am  montag  und  mitwoch  zu 
nacht  damit  nit  ziehen,  wie  mit  den  seginen,  kainer  auch  acht  tag 
vor  sanct  Görgen  tag  nit  über  die  halden  hinaußziehen,  biß  zu  sanct 
Jacobs  tag;  welcher  aber  tags  mit  der  landwath  will  auf  das  land 
ziehen,  der  soll  den  her  nit  verbinden,  als  wol  als  zu  nacht,  an  drew 
pfund  pfening  puoß. 

Nach  sanct  Jacobs  tag  so  mag  ainer  zum  hürling  über  die  halden 
hinauß  ziehen  und  auf  dem  sand  on  ain  ber,  welcher  aber  nachts 
ziehen  will,  der  soll  den  ber  nit  verbinden.  Am  mitwoch  und  samb- 
stag  mag  ain  jeder  biß  zu  neun  uhren  ziehen,  aber  nit  mer  dann 
ain  halb  viertel  heurling,  freitags  und  dann  auch,  wann  ain  fasttag 
ist,  biß  zu  zehen  uhren  und  nit  mer  dann  ain  viertel  fahen,  biß  zö 
Costantzer  kirchweihe ;  und  damit  meniglich  wüsse  die  zeit  obvermelter 
stunden  und  tagen,  soll  zu  Costantz,  deßgleichen  zu  Überlingen  und 
auch  in  der  Mainow  ain  glogken  geleut  werden,  damit  jederman  der 
Ordnung  erinnert  und  zu  fischen  aufhören  könde,  er  habe  die  zall 
obemant  gefangen  oder  nit;  und  mag  man  mit  den  wathen  ziehen 
von  Costantz  biß  an  Mainower  fach,  wie  mit  den  seginen,  und  nach 
Costantzer  kirchweihe  mag  ainer  auch  on  ain  ber  zum  heurling 
ziehen  und  die  einlassen,  wie  von  alter  her;  also  und  auch  mögent 
die  von  Überlingen  bei  irem  alten  brauch  und  Ordnung  deß  heurling- 
fangs   halber  verpleiben. 

Item  es  sollen  hinfüro  niemands  mer  zum  egle  mit  den  angel 
setzen,  an  drew  pfund  pfening  straff. 

Item  zum  schneggtrüschen  mag  ainer  fünfhundert  angel  setzen, 
doch  nit  darüber,  an  drew  pfund  pfening  puoß. 

Item  ain  jeder  zocker  soll  auch  nit  mit  ainem  lebendigen  kärder 


0oe 


überllA|::«u. 


bei    den    reisem    zocken,    an    der    bestimpten    straff    droiv    pfnnd 
pfening  puoß. 

Es  soll  auch  niemands  uach  sechs  uhren  aubends  iiit  nier 
faderen,  an  geinelte  straff. 

liem  auf  deni  sand  soll  kainer,  er  sei  lün  zDckef  oder  anderer. 
mit  lebenfligeüi  kärder  auch  nit  setzen,  an  drew  pfund  pfening  putili. 

Beschließlieh  soll  kain  fischer  kainen  unmessigen  fisch,  der  sn 
hecbt,  karpfen,  al,  färineu  oder  Schleien  nit  faben,  sonder,  so  ft 
desselben  tags  oder  nachts,  das  er  die  gefangnen  gewar  \vürd.  und 
das  meß  nit  haben,  bei  straff  zehen  pfnnd  pfening  außwerfen. 

Das  auch  meniglich  deß  hecht-,  karpfen-,  al-,  färinen-  und 
schleienmoB  berichi.  sind  die  rneß  hiebei  abgerissen, 

Nandich  das  hechtuieß,  wie  das  ud  niargines  der  leiige  nacli 
hiebei  verzaich^et^  im  oberen  Sf?e  gebreuchÜchen  und  voo  alliüs 
also  herkommen  ist. 

Das  ahneB  ist  dreimal  so  lang,  als  hieneben  verzaichnet  \^\J 

Das  karpfen-,  {ärinou*  und  schleienmeß  ist  gleich»  und  Imt  vi 
gende  lenge.^ 

Die  Seelen  betreffend,  wann  ain  fischer  jederzeit  derselben 
war,  soll  er  an  zehen  pfund  pfening  puoß  die  nit  fahen»  sonder  dvu 
bende!  ziehen,  damit  die  seelen  lebendig  davonkommen  mogeti;  dar^u 
bei  ermelter  pnoß,  das  er  seelen  gespürt  habe,  anzaigen,  damit  vier 
Zeilen  tag  derselben  verschont  werden  möge,  wie  von  alter  bf^i 
kommen  ist,  und  damit  hierin  Ordnung  gehalten,  sollen  die  Costantit*r 
und  Überlinger  fischer,  wann  si  derselben  gew^ar,  deß  herren  comem- 
thurs  lischen  und  hingegen  daß  herrn  coinenthurs  fischer  denen  von 
Cosianz  und  Überlingen  si  zu  allen  thailen  obgemelter  Ordnung  ze 
loben,  erinnern. 

Und  soll  kain  parthei,  noch  derselben  bürgern  noch  under- 
thonen,  ohne  der  anderen  vorwüssen  und  bewilligen  kaiu  newenmg 
auf  den  feldern  und  zügen  fürnemmen,  noch  machen»  weder  mit 
fachen  reisern  noch  stumpen,  damit  die  genden  züg  wie  von  alterber 
gebrauchl   werden  mögen. 

Es  soll  auch  hinfüro  niemands  drew  jar  lang  nach  dato  kaiae 
kreßling  fahen,  an  drew  pfund  pfening  puoß,  und  dise  Ordnung  m 
allen  ai'iicul  gleiclt  gehalten  werden  von  allen  thailen  underthouefl* 
biü  an  das  färb  in  der  giilL 

Was  dann  die  edlen  fiscli  anlangt,  haben  sich  die  parlheieu 
allerseits   nachbeurlich    mit   ainanderen    dahin    vereinbart    und    ver^ 


*  Am  jimide  ein  St  rieb  von  ^0  an  tiiin^fe* 

^  Am  Kunde  ein  SIrieh  von  il*i  cm  Llln^e,  tim  ^mrae  Anlniufi   ht*trflgt  ^ftmit  ^lüttüi 

■  Am  Rr rille  ein  SLrich  van  Iß  cm  Ljinyje* 


Überlingen.  607 

glichen,  das  hinfürter  kain  thail,  oder  desselben  burger  und  under- 
thonen,  von  Martini  biß  auf  der  hailigen  drei  könig  tag  kain  edlen 
fisch  in  deß  hauses  Mainow  gangfischfeldern,  nämlichen  von  dem 
predigertorggel  bei  der  villen,  biß  an  das  fach  fahen  sollen. 

Und  damit  jetztvermelte  Ordnung  hinfüro  steif  gehalten  werd, 
und  dester  minder  der  Ordnung  zewider  fürgenommen,  sollen  die 
herren  partheien  nach  verscheinung  dreier  jaren,  den  nächsten,  wo 
nit  etwas  zuvor  Unordnung  einfiel,  zusamen  kommen,  die  Ordnung 
verlesen,  und  was  ungebürlichs  darwider  wäre  fürgenommen  werden, 
soll  jeder  thail  dasselbig  vermög  diser  Ordnung  alßbald  abschaffen, 
und  jeder  thail  die  seinigen  umb  das  übertreten  vermög  diser  auf- 
gerichten  vischerordnung  straffen,  und  niemands  hierinnen  verschont 
werden;  wo  sich  aber  begebe,  das  Unordnung  vor  den  drei  jaren 
wider  dise  aufgerichte  fischerordnung  sich  einreissen  würd,  alßdann 
mögen  obangezaigte  herren  partheien  allerseitz,  wann  si  wollend, 
wol  wider  zusamen  komen,  und  von  demselbigen  mißbrauch  red 
pflegen,  auch  was  der  angenommen  fischerordnung  zuwider,  ab- 
schaffen, und  jeder  thail,  wie  hieoben  vermeldet,  die  seinigen  der 
Unordnung   und   deß   Übertretens   onnachläßlich   straffen. 

Doch  soll  jetzvermelte  Ordnung  der  statt  Costantz  außerhalb 
obermelten  articuln  anderer  Ordnungen,  die  si  in  irem  trieter  hat, 
sonst  in  ander  weg  onschädlich  sein;  dergleichen  soll  es  auch  dem 
herr  commenthur  und  seinen  nachkommen  ausserhalb  diser  ange- 
nommen fischerordnung  an  Verleihung  irer  felder  und  fischenzen,  so 
si  hat,  gleichergestalt  der  statt  Überlingen,  und  also  allen  dreien 
partheien  an  iren  habenden  rechten  und  gerechtigkaiten  unnach- 
thailig  sein. 

Und  deß  zu  warem  urkund  sind  diser  abgereden  und  angenommen 
Ordnung  und  vergleichung  drei  gleichlautende  brief  under  ir,  der 
partheien,  anhangenden  underschidlichen  secreten  und  anerbornen 
insiglen  verfertigt  und  aufgericht  und  jedem  thail  ainer  zugestelt 
worden. 

Actum  Costantz  den  neunzehenden  monatstag  junii,  als  man  zalt 
nach  der  gepurt  Christi  unsers  hailands  fünfzehenhundert  achtzig  und 
neun  jar. 

Orig.  Perg.'Libell  mit  6  beschriebenen  Blättern  in  Folio.  Die  Siegel 
der  Stadt  Koyistam,  des  Frlirn.  v.  Gemmingen  und  der  Stadt  Überlingen 
an  weiß-rotseidener  Schnur,  St.-A,  Abt,  XXXX,  Nr,  976,  Außerdem 
ebenda  mehrere  Kopien,  Vorstehende  <s^Ordnung»  wurde  <ierneuert  und 
bestätigt*  in  den  Jahren  1599,  1602  und  1618,  letztmals  mit  gemigen 
Änderungen,     Jeweils  PapierurJcunden  a.  a.  0, 


Überlingen.  609 

kaiserlichen  machtvolkomenhait,  wissentlich  in  kraft  diß  briefs,  das 
merermelte  statt  überling  und  derselben  nachkomen  nun  hinfüro  solch 
ungelt  von  den  weinen  allermassen,  wie  obsteht,  fordern,  aufheben, 
empfahen  und  nemen  sollen  und  mögen  von  allermenniglich,  unver- 
hindert, doch  uns  und  dem  heiligen  reiche  an  unser  obrigkait  und 
sonst  meniglich  an  seinem  rechten  und  gerechtigkaiten  unvergriflen 
und  unschödlich.  Und  gepieten  u.  s.  w.  (wie  gewöhnlich.  Strafe: 
fünfzig  mark  löttiges  goldes).  Mit  urkund  diß  briefs,  besiglt  mit 
unserem  kaiserlichen  anhangenden  insigel,  das  geben  ist  in  unserer 
und  des  heiligen  reichs  statt  Regenspurg,  den  andern  tag  des  monats 
julii,  nach  Christi  unsers  lieben  herrn  und  seligmachers  geburd  fünf- 
«ehenhundert  und  im  vier  und  neunzigisten,  unserer  reiche  des 
Römischen  im  neunzehenden,  des  Hungerischen  im  zwaiundzwain- 
zigisten  und  des  Behaimischen  auch  im  neunzehenden  jahrn. 
Rudolph. 

Wolfgangus,   Archiepiscopus   Mog. 

Ad  mandatum  sacrae  caesareae  maiestatis  proprium. 
An.  Hanniwaldt. 

Pery,  Orig.  mit  Siegel  an  schwarz-gelber  Seide,    L.  A,  2197,    Ahdr,: 
Lünig,  a.  a.  0.  Bd,  14,  S,  500  f. 


LXIX. 

Bischof  Jakob  von  Eonstanz  genehmigt  die  Umwandlung  der 

Hünsterpfarrkirche  zu  Überlingen  in  ein  Eollegiatstift. 

1609  September  19. 

Jacobus,  dei  et  apostolicae  sedis  gratia  episcopus  Constantiensis, 
dominus  Augiae  Maioris  et  Oeningae  etc.,  universis  ac  singulis  prae- 
sentibus  ac  posteris  subscriptorum  notitiam  cum  salute  in  domino. 
Justis  petentium  votis,  bis  praesertim,  per  quae  beneficiorum  eccle- 
siasticorum  indemnitati  honorique  ecclesiarum  nobis  subiectarum 
consulitur,  cultus  divinus  adaugetur,  salusque  ac  devotio  Christi 
fidelium  uberius  propagatur,  lubenter  annuimus  eaque,  ut  in  aevum 
perdurent  et  inconcussa  maneant,  ordinariae  auctoritatis  subsidio  sta- 
bilire  consuevimus.  Pro  parte  itaque  nobilium  ac  sapientum  nobis 
in  Christo  dilectorum  consulis  ac  senatus  oppidi  imperialis  Uber- 
lingensis  nobis  exhibita  petitio  continebat,  quod  cum  inter  nostros 
ad  hoc  specialiter  deputatos  commissarios  et  ipsos  super  beneficiis 
et  extra  ecclesiam  parochialem  ibidem  existentibus,  quorum  aliqua 
quidem  legitimes  suos  possessores  habebant,  alia  vero  pro  tempore 

Oberrhelni&cbe  Stadtrechte.    11,  2.  3Ö 


vacabant  et  eroctioue  eiusdem  in  coUogiatatn  eccle^ 
clusa  sit  iidem  vero  cqiiveotioiiem  et  transactionera  liumsruüdi  mm 
no&tcr  ratificans  t^l  a pprobans  concurrat  assensüs  el  aucloriUs  inltr 
veniat,  tempore  proceacnte  impiigitari  et  invalidari  po&se  formidcMil 
Quocirea  humiUter  uobis  siipplicari  tecennit,  iit  ipsis  super  bis  palmui 
et  oportuuo  remediu  providere  pt  transactioiii  praefatae  cons^nauin 
nostrum  et  ordiriariae  aucturitatis  robur  pro  perpetua  ipsiös  mbm* 
steniia  interpoliere  ac  adhibere  dignareniur,  Cuiiis  transacUoim  teiior 
sequitur  de  verbo  ad   verbnra,   et  est  talis: 

Verzaichnus,  wie  es  mit  den  eaploneicn  in  dem  pfarnioniier  m 
Überlingen  und  den  umblij^enden  darzue  gehörigen  kirclieti  imd  ca 
pellen  beBcbaffen,  und  wie  man  es  damit  ins  kiinflig  mil  dem  ßotl* 
dienst  anstellen   möchte, 

Erstlich  hat  es  in  angeregtem  ptarnnünster  nachfolgende  gestifi^ 
pfruenden  und  caploneien,  dem  ins  patrunatiis  und  collatur  ainem 
ersamen    rath   daselbsten   zuegehörh 

1  Folgen  die  Namen  der  23  Pfründen»  mit  Angabe  der  daran! 
lastenden  Verpflichtungen,  gewöhnlich  5  Messen   wdchentlicb*) 

Hieriber  hat  es  iiiM'  und  ausserhalb  der  statt  Überlingen  gelegen 
kirehcn  imd  capeüen  nachfolgende  gestifte  pfruenden  und  caplötieiea: 

[Folgeti  die  Namen  derselben*,  ebenfalls  mit  Angabe  der  danwf 
lastenden  Verpfliehtungen;  als  letzte  sind  aufgeführt  r] 

33.  Die  pfarr  St.  Michael  zu  Uffkirch,  so  die  recht  inutterkirrJi 
vor  jähren  war  über  Überlingen  und  Hedingen,  wird  alle  sonn-  und 
feirtag  durch  den  pfarrer  oder  seine  helfer  mit  predigen  und  meB- 
lesenj  auch  sonsten  administration  der  hailigen  sacranienten  versehen 

34.  So  würt  auch  St.  Silvesters  pfarr  zu  fJoldtbach,  Stockacher 
capituls,  an  sonn-  und  feirtagen  durch  ainen  priester  von  Überliogeii 
versehen  mit  predigen,  mefllesen  und  administration  der  sacramenteii. 

Warm  nun  das  einkonmien  aller  oberierter  pfruenden  und  cn^ 
ploneien   außer  der  pfarr   Uffkirch   und   Goldtbach,   so   änderst   kam 

1  L  Johann  Biiptis^t-Pfröiide ;  ^.  Ht,  drei  Kßni^e;  3  MartiJis  und  Vdt;  4.  SL  üiorfn 
tius;  5.  StConmd;  I».  St.  Johann  Evanj^elist:  7.  St  Sebastian:  8.  Hl.  Kieuz:  Ü.  l'risrf 
lielien  Frauen-Pfründe;  10,  St.  Gei>rg;  1  K  St.  Maria  Magifalena;  I^.  Jakotm^  d.  ü,;  Vi.  Ji- 
kohns  d,  j,;  14,  ii.  th.  St.  Leonliard;  lö.  St.  Barbara:  17.  St.  EILsalwth;  18,  SL  Feter  u. 
Paul^  1^1.  Bt  Selxistkn;  SO  8L  Vei-eoa;  äl.  St.  Christoph;  M.  St  tbsmas  und  Daiuion; 
23  St.  Katharina. 

»  1.  Hl.  Geist  Sprtal;  2.  St.  Jrjsepti^kapelle  in  der  Neustadt  ß  PfrötidenJ;  3.  Bei  dm 
Schwestern  zn  deiiVisehenhäusern t  4.  Auf  dem  Eeir^haiis  (Gnlte^aokerlcapelle  (f):  oB^ 
den  Sonder^^ie^hen  vor  der  Stadr  (SL  Katliarinen  auf  dem  Ber^rf;  tl  St,  Leon hanl kapeile 
7.  Ä,  Ülrichükapelb  vor  der  Stadt. 


Überlingen.  611 

aigen  einkommen  haben,  als  was  den  fabricken  oder  hailigen  gehört, 
zusammen  in  ein  massam  geschüd  würdet,  yo  betrifft  dern  ganzes 
und  völliges  einkommen  namblich  ahn : 

vesen 204  nialter  14  viertel     *A  imi; 

roggen CO      ,         7       «         1     .  ; 

haber 180       „         (>       ,         »^     »  ; 

gersten —       „         2       «       —     «  ; 

erbiß 2       ,         4       ,         1     ,  : 

gelt         .        (>12  JC  0  ^  3V»  ^  =  099  fl  4lJll*/»  ^; 
zinßwein      ...      3  fuder  2  aimer  S  quart  \'2  maß; 

zehentwein  ungefähr 12  aimer; 

hennen 30; 

hienner 302; 

aier oOCif)  =  47  viertel   2(>  aier; 

gans 1; 

reben  in  allem 224V«  hofstat; 

häuser 20. 

Hergegen  aber  befünd  sich,  daß  man  zu  erpawung  der  vacierenden 
pfruenden  reben,  welche  durch  übel  zuesehen  der  priester  in  großen 
abgang  gerathen,  auch  durch  die  additiones,  die  bißher  etlichen  auß 
den  angenommen  priestern  umb  ires  pfruenden  schlechten  ein- 
kommens  willen  geschepft  worden,  nach  und  nach  über  die  zweinzig 
tausend  gülden  an  haubtguet,  aufgeschwollen  zinsen  und  andern  ge- 
gemainer  statt  Überlingen  an  gelt  und  früechten  in  die  zwelf  tausend 
gülden  schuldig  worden,  und  wann  noch  weiters  also  forthgehauset 
werden  solte,  man  jährlich  zu  erhaltung  der  ohne  das  vast  abgangen 
reben  und  entrichtnus  der  jährlichs  gefallenden  zünßen  und  addi- 
tionen  noch  ein  nambhafte  suma*  aufnemmen  und  entlehnen  müeßte; 
dahero  der  pfruenden  genzlicher  undergang,  so  mit  zeitlichem  rath 
den  Sachen  nit  fürkommen  würde,  in  kurzem  gewüßlich  zu  besorgen. 
Derowegen,  damit  der  gottsdienst  nit  gar  zu  grund  gericht,  sonder 
in  guettem  möglichem  wesen  erhalten  werde,  so  haben  irer  fürstl. 
gnaden  deß  herrn  bischoffes  zu  Costantz  und  aines  ersamen  raths 
der  statt  Überlingen  hierzue  insonderhait  verordnete  commissarii  über 
gehabtes  reifes  berathschlagen  und  bei  etlichen  angestelten  tag- 
satzungen  allerhand  fürgeschlagne  mittel  entlich  befunden  (dieweil 
der  schulden  last  eben  groß  und  füeglich  ninderst  anderstwo  alß 
auß  verkaufung  der  reben  ent rieht  werden  künde,  darzuo  auch  elwann 
jungen   angehenden   priestern,    so   erst   zu    den   pfruenden   kommen, 

89« 


Überlingen.  613 

Zeiten  auß  dem  spittal  oder  deßen  in  der  statt  ligenden  törglen 
ainem  inwesenden  pfarrer  zehen  fueder  guets  weins,  die  fünfe  an 
Vorlauf,  und  die  andern  fünfe  an  nachtruck;  und  dann  gemainer 
anstöllender  priesterschaft  sechzehen  fueder  guets  weins,  die  zehne 
an  Vorlauf,  die  sechse  an  nachtruck,  wie  dann  gott  der  allmächtig 
jedes  Jahrs  auß  seinen  gnaden  geben  wird,  und  dann  noch  jährlich 
berm  Wolf  gang  Hetzen  ^  zweinzig  gülden  an  gangbarer  münz  von  den 
sechß  hofstatt  reben,  so  der  Betzen-pfruend  zuegehörig  gewesen,  aber 
neben  andern  dem  spittal  auch  übergeben  worden,  so  lang  er  in 
leben  sein  wird ;  auch  nach  seinem  absterben  aines  capituls  gemainem 
pfleger  und  einziecher  zu  der  fabrick  jährlich  uf  Martini  ohnfelbarlich 
zu  liefern  und  zu  geben  schuldig  sein,  wie  sich  dann  ein  ersamer 
ratb  sie  zu  disem  allem  auf  jedesmals  erscheinenden  saumsaal  zu 
balten  guetwillig  anerpotten  und  noch  anerbieten  thuet. 

Das  überig  aber  alles  obbestimbter  pfrüenden  einkommen,  alles 
und  jedes,  waran  das  immer  seie,  großes  und  claines,  an  gelt,  fruchten 
und  anderm,  wie  auch  auß  obbesagten  sechßundzweinzig  den 
pfrüenden  zuegehörigen  häußern,  die  vierzehne,  welche  die  beste  zur 
kurchen  und  gottsdienst  bequemlichste  und  gemainer  priesterschaft 
die  annemblichste  sein  werden,  soll  und  wil  ein  ersamer  rath  ge- 
mainer priesterschaft  zu  iren  banden  völlig  und  unabgänglich  über- 
antwurten  und  eingeben,  also  das  sie  daßelbig  alles  und  jedes  (so 
durch  ainen  von  ainem  ersamen  rath  darzue  nach  irem  belieben 
verordneten  weltlichen  ambtmann  oder  pfleger,  deme  sie  die  priester- 
scbaft  ainen  uß  inen  zu  oberpfleger  zuezeordnen,  unverhindert  menig- 
licbs,  eingeforderet,  eingezogen  und  hernach  volgenden  oder  noch 
ins  künftig  nach  befündenden  dingen  beßers  verordnender  maßen 
neben  obbestimbten  wein  außgethailt  werden  soll,  nutzen,  nüeßen, 
innhaben,  besitzen  und  von  disem  oder  anderm  irem  priesterlichen 
einkommen  gemainer  statt  Überlingen  ainiche  steur,  schatzungsanlag, 
noch  kaine  andere  bürgerliche  beschwerden,  wie  die  jetz  wern  oder 
ins  künftig  aufkommen  und  aufgebracht  werden  möchten,  wie  bißhero 
beschechen,  und  sie,  die  von  Überlingen,  vermög  bei  banden  habender 
brief  und  sigel  einzelangen  befüegt  gewesen,  zu  geben  noch  zu  er- 
statten schuldig,  sonder  damit  frei,  ledig  und  unangefochten  gelaßen 
sei  und  bleiben,  dabei  aber  andere  ligende  güeter,  pfandschaften, 
zinßbrief  und  dergleichen,  so  ein  oder  der  ander  priester  villeicht 
ex  patrimonio  oder  sonsten  keuflich  oder  in  erbsweiß  besitzen  und 


*  WolfjfanK   Beiz    war    der   damalige    Inhaber   der   St.  Sebastians-,    Unter-   oder 
Betzen-PMnde. 


Überlingen.  615 

liegender  pfarlichen  gescheften  und  seelsorg  praecise  nit  verbunden, 
aber  die  ires  Vermögens  zue  besuechen  hiemit  ermannd  sein,  und 
die  so  praesentes,  gleich  sowol  als  der  herr  probst,  canonici  und 
caplön,  jeder  ain  mettin  kerzen  zu  presenz  auß  gemainen  der  pfrüenden 
einkommen  zu  empfachen  haben  sollen,  das  frühe  und  spath  anibt 
sambt  der  vesper  und  complet  (dabei  auch  die  helfer,  da  sie  änderst 
der  seelsorg  halb  nit  verhindert,  zu  erscheinen)  täglich  zue  gewöhn- 
licher zeit  singen  und  halten,  der  übrigen  mettinen  und  anderer 
tagzeiten  aber  (weil  der  gottsdienst  sonst  zu  morgen  zimblich  streng 
und  biß  man  sieht  wie  die  stift  sich  anlaßt,  und  etwann  ein  tägliche 
dislribution  uß  dem  überbleibenden  der  pfrüenden  einkommen  angestölt 
werden  kan,  oder  andere  irer  f.  g.  deß  ordinarii  Verordnung)  geübrigt 
und  nit  zu  halten  schuldig  sein. 

Und  obwolen  ain  pfarrer  und  seine  helfer  bißdaher  das  hoche 
ode]>  spaat-ambt  täglich  auf  dem  fraun-  oder  choraltar  allain  zu  singen 
schuldig  gewesen,  so  solle  doch  hinfür  sollich  spaatambt  an  sonn- 
niid  feirtägen  von  dem  pfarrer  alß  prepösito  oder  ainem  andern, 
den  er  auf  seine  costen  darzue  bestöllen  würdet,  an  Werktagen  aber 
durch  die  canonicos  per  turnum,  ain  wochen  umb  die  ander,  also 
das  derjenige,  so  den  hochen  altar  versieht,  selbige  wochen  zu  hal- 
tung  der  hienach  aufgelegten  messen  nit  schuldig  seie,  sonder  daß 
hoche  ambt  den  gemainen  Stiftern  appliciern  möge,  hergegen  aber 
durch  den  pfarrer  und  seine  vier  helfer,  so  deß  fraunaltars  genzlich 
außer  sonn-  und  feirtägen  entledigt  werden,  alle  tag  die  lagmeß, 
früeambt  und  undenneß  auf  st.  Margarethen  altar,  auch  per  turnum, 
und  dan  noch  wochenlich  zwo  meßen  bei  den  Schwestern  zu  sanct 
Gallen  und  von  sant  Catharinen  pfrüenden  wegen,  so  der  pfarr  in- 
corporiert,  auf  derselben  altar  in  der  pfarrkirchen  auch  wochenlich 
zwo  meßen  gehalten,  auch  der  gottsdienst  zu  Uffkirch,  wie  obstehet, 
versehen  werden.  Was  aber  ain  jeder  an  mettinen,  ämbtern  und 
vespern  zu  verabsäumen,  und  wie  die  straff  wider  die,  so  über  die 
zuegelaßne  zeit  versäumen,  fürgenommen,  soll  in  statutis  vermeldet 
werden.  Was  aber  die  andere  gestifte  meßen  betrifft,  weil  je  die- 
iselben,  auß  Ursachen,  wie  obstehen,  gestifter  maßen  nit  gehalten 
werden  künden,  so  solle  ain  jeder  canonicus,  den  die  wochen  auf  den 
hochen  altar  nit  antrifft,  (alßdann  der  wochner  zu  lösung  der  hienach 
aufgelegten  meßen  nit  verbunden  werden  kann)  wie  auch  die  caplön 
und  dem  jeder  vier  meßen,  und  wann  ainer  abstürbe,  sein  nach- 
kommen dieselbigen  hienach  folgendermaßen  zu  lesen  und  zu  halten 
schuldig  und  verpflicht  sein.  [Folgt  die  Gottesdienstverteilung  unter 
den   einzelnen   namentlich   aufgeführten   Kanonikern   und   Kaplänen.] 


Überliogen.  617 

tag,  SO  der  anfang  der  residenz  sein,  auch  dise  hieob-  und  hernach- 
folgende Ordnung  auf  Georgii  negst  künftig  deß  sechzehenhundort 
neunden  jahrs  iren  anfang  gewinnen  und  nemmen  solle,  ordenliche 
ausfierliche  und  richtige  raithung  alles  der  stift  einkommens  und 
außgebens,  wo  vonnötten,  in  beisein  irer  f.  g.  deputierten,  einem 
ersamen  rath  alß  collatorn,  inmaßen  der  pfruenden  halb  bißher  be- 
schechen,  erstatten  künde,  wie  er  dann  hierzue  verbunden  sein  solle. 

Damit  nun  ain  jeder  wüße,  waß  sein  jährliches  einkommen  seie, 
80  ist  daßelbig  jetzt  volgendermaßen  außgethailt,  namblich  dem  prae- 
posito  solle  jährlich  von  der  probstei  und  dahero  rüerender  be- 
gehwerden wegen  vierzig  gülden,  und  weil  ie  die  pfarr  außer  ob- 
gedachten  sechsten  thails  deß  weinzehendens  und  der  incorporierten 
St.  Catharinen  pfruend,  dern  einkommen  ist  an  vesen  acht  viertel, 
an  haber  acht  viertel,  an  gelt  fünf  pfund  zehen  Schilling  pfenning, 
an  reben  zweinzig  sechs  hofstatt,  sambt  ainer  behaußung,  welches 
alles  bei  obstehendem  der  pfruenden  gemainem  einkommen  einver- 
leibt und  begriffen,  gar  kaine  gefäll  nit  hat,  und  inen,  denen  von 
Überlingen,  anderer  vilfaltiger  außgaben  halb  etwaß  darzue  zu  schießen 
ohnmöglich  ist,  von  disem  der  pfruenden  einkommen,  der  zeit  sie 
dem  coUatur  gehabt,  je  und  allwegen  geben  worden,  jährlich  für  sein 
pfärlich  einkommen  zu  seiner  und  der  vier  helfer  underhaltung  zwei- 
hundert neunzig  ain  pfund  fünfzehen  Schilling  pfenning  und  an  vesen 
zweinzig  fünf  malter  acht  viertel,  an  haber  acht  viertel,  daß  gelt 
in  vier  thail  außzethailen  und  quattemberlich,  die  wein  und  fruchten 
aber,  wie  obstehet,  zu  bezahlen  neben  obvermeltcn  zehen  fuedem 
weins,  und  jedem  helfer  deß  jahrs  dreißig  fünf  pfund  pfenning  auch 
zu  quattembern  auszethailen  zu  besoldung  geben  werden. 

Sodann  solle  jedem  chorherrn  von  den  obvermelten  sechzehen 
fuedern  weins  zu  herbstzeit  vierzig  aimer  weins,  die  zweinzig  fünf 
an  Vorlauf  und  die  fünfzehen  an  nachtruck,  und  dan  auß  dem  ge- 
mainen einkommen  an  gelt  zweinzig  gülden,  an  vesen  zwelf  malter, 
an  habern  acht  malter,  an  roggen  vier  malter,  an  erbsen  ain  viertel, 
an  hennen  drei,  an  hienern  zweinzig,  an  airen  drei  viertel,  für  jedes 
ainhundert  zweinzig  air  geraith,  und  dan  jedem  auß  den  vier  ca- 
plönen  ain  fueder  weinß,  die  zweinzig  aimer  Vorlauf  und  die  zehen 
nachtruckt,  an  gelt  sechzehen  gülden,  an  vesen  zehen  malter,  an 
habern  sechß  malter,  an  roggen  drei  malter,  an  erbsen  ain  halb 
viertel,  an  hennen  zwo,  an  hienern  zwelfe,  an  air  zwei  viertel,  das 
gelt  quattemberlich,  jedoch  weil  das  einkommen  maisten  thails  erst 
auf  martini  gefalt  luid  eingezogen  werden  kan,  erst  auf  das  quattember 
Luciae  mit  entrichtung  deß  ersten  zils  anzefachen,  die  fruchten  und 


Überlingen.  619 

weders  an  parm  gelt  und  benanndlich  der  fabric  zehen  und  dann 
ain  jeder  Chorherr  dem  capitul  zehen  gülden  allerseits  haubtsächlich 
anzelegen,  und  von  dem,  waß  dem  capitel  angelegt,  und  jährliches 
zinß  gefall,  under  den  capitularn  gleich  außzethailen,  zu  bezahlen, 
oder  a  tempore  adeptae  possessionis  mit  landleufigem  zinß  jährlich 
biß  zu  gleglicher  ablosung  zu  verzinßen  verbunden.  Hierunder  aber 
die  helfer,  alß  die  sich  bei  dem  helferstand  villeicht  nit  lang  auf- 
halten, wie  auch  die  jetzige  obbenannde  priester,  sie  weiten  es  dann 
gnets  willens  zu  mehrer  befürderung  ainer  austollenden  presenz  für 
sich  Selbsten  thuen,  nit  zu  verstehn  sein. 

Erstlich  hat  es  drei  hailigen  oder  fabricken,  nämlich  St.  Nie- 
lausen,  patrons  deß  pfarminsters  zu  Überlingen,  dem  vermögen  ist 
an  reben  zweinzig  fünf  hofstatt,  an  haubtguet  verschribner  zinßen 
neunhundert  sechzig  zwei  pfund  zehen  Schilling  pfenning,  und  ein 
behauBung.  Darauß  müeßen  ohne  allen  paucosten  jährlich  acht  jahr- 
täg  begangen,  sechzehen  ampeln  mit  öll  nacht  und  tag  zu  brinnen 
erhalten,  sechzehn  aimer  weins  bodenzinß  geraicht,  auf  die  andert- 
halb centner  wachß  verbraucht,  und  einhundert  gülden  haubtguet 
gegen  St.  Gallen  verzinst  werden. 

Sanct  Michel,  patron  zu  Uffkirch,  hat  an  reben  fünf  und  dreißig 
hofstatt,  und  an  haubtguet  verschribner  zinßen  achthundert  vierzig 
zwei  pfund  pfenning,  und  davon  neben  underhaltung  an  öll,  wachß 
und  andern  nothwendigkaiten  zu  jährlichem  bodenzinß  an  wein  neun 
aimer  zwo  quart,  und  gelt  vier  Schilling  neun  pfenning  zue  bezahlen, 
auch   einhundert  gülden   haubtguets   zu   verzinßen. 

Sanct  Silvester,  patron  zu  Goldpach,  hat  an  reben  drei  und 
zweinzig  hofstatt,  an  bodenzinß  sechß  aimer  weinß  und  an  ver- 
briefftem  haubtguet  ain  tausend  dreißig  pfund  fünf  Schilling  pfenning. 
Dagegen  verzünst  er  neben  nothwendiger  underhaltung  der  kirchen 
ainhundert  sechzig  pfund  pfenning  haubtguets. 

Dieweil  dann  der  patron  zu  Überlingen  in  ansehung  obliegender 
beschwerden  fast  arm,  die  andern  zween  aber  etwaß  reicher  und 
bei  weitem  sovil  außgaben  nit  haben,  und  ainem  und  dem  andern 
hailigen  gesteurt  und  geholfen  werde,  so  möchten  die  baide  fabricken 
zu  üfifkirch  und  Goldbach  den  patronen  zue  Überlingen  mit  dern 
völligem  einkommen  incorporiert  und  uniert  werden,  doch  mit  dem 
geding,  das  darauß  alle  drei  kirchen  zu  Überlingen,  Uffkirch  und 
Goldbach  in  tachen  und  gepewen  unzergenklich  auch  mit  öll  und 
wachß  und  allen  andern  erhaischenden  nothwendigkaiten  ohne  der 
newen  stift  entgeltnus  genuegsam  versehen  werden  sollen.    Demnach 


Überlingen.  621 

et  singulos  iuris  et  facti  defectus,  si  qui  in  praemissis  intervenerint 
vel    quolibet  praemissorum.     In  quorum  fidem   .... 

Datum  die  decima  nona  mensis  septembris  anno  domini  mille- 
simo   sexcentesimo  nono,  indictione  septima. 

Nomine  ac  vice  reverendissimae  et  illustrissimae  suae  celsitudinis. 

Joan.  Hausman  i.  u.  d. 
vicarius  generalis. 

Orig,  Pergamentlibdl  mit  Siegel  des  Bischofs  von  Konstanz  an  blau- 
gelber  Seidenschnur,  Siegel  der  Stadt  Überlingen  abgegangen,  St.-A. 
Abt.  LX,  Nr,  1694. 


LXX. 
Grethordnung. 

1649  November  30. 

Wiewohl  meine  herrn  burgermeister  und  rath  dießer  des  heil. 
Rom.  reichs  stat  Überlingen  zu  mehrmalen  in  ihrem  gräth-  oder 
komhauß  viel  gute  Ordnung  fürgenommen  und  einsehens  gethan  haben, 
damit  ein  rechter,  redlicher,  tapferer  und  stattlicher  kornmarkt  ge- 
halten und  es  zum  gleichsten,  billigsten  zugang,  also  daß  sich  des 
heimisch  und  fremde  wohl  gefrein  und  begehen  möchten,  so  ge- 
langt jedoch  gedachte  meine  herrn  nicht  wenig  glaublich  an,  daß 
solchen  eines  ersamen  raths  ansehen  und  Ordnung  von  fremden  und 
heimischen  wenig  nachgegangen,  sondern  zimlicher  maßen  darwider 
gehandelt  werde,  daß  aber  einem  ehrsamen  rath  länger  also  zuzu- 
sehen und  den  übertretteren  solch  verächtliches  überfahren  zu  ge- 
statten ferner  nicht  gesunnen  noch  vermeint  sein  will,  darum,  so 
haben  meine  herren  abermahl  von  neuem  angesehen  und  geordnet: 

Erstlich  soll  ein  jeder,  der  frucht  kaufen  will  oder  zu  kaufen 
begert,  sich  bei  dem  gräthmeister  anzeigen,  alle  fruchte  verzollen, 
bei  straff  eines  ehrsamen  raths. 

Zweitens  solle  keiner  kein  frucht,  so  in  der  gräth  oder  darvor 
abgeladen  würdet,  an  keinem  anderen  ort  kaufen,  dann  in  der  gräth 
oder  bei  der  standen,  darinn  die  gefailste  frucht  ausgelärt;  welcher 
es  nicht  thätte  und  demselben  nicht  nachkommen  würde,  es  wäre 
der  käufer  oder  Verkäufer,  der  solle  um  10  S  ^  gestrafft,  auch  der 
messer  nicht  den  kauf  annehmen,  noch  viel  weniger  von  denen  herren 
marktverseheren  gutgeheissen  werden;  der  kauf  seie  dann  ergangen 
bei  der  standen,  wie  oben  gemeld,  selbige  ein  ehrlicher  burger  und 
ein   geschworner   diener   vernohmen   habe. 


Überlingen.  623 

1  S  /5?  gestrafft  werden,  auch  schuldig  mit  dem,  so  also  seinetwegen 
verhindert  und  über  nacht  bleiben  müssen,  des  unkostens  und 
zöhrungs  halber  einen  billigen  abtrag  zu  erstatten. 

Achtens.  Es  sollen  auch  weder  heimisch  noch  fremde  an  denen 
Wochenmärkten  kein  sack  mit  frucht  in  der  gräth  noch  darvor  weder 
aufstrücken  noch  auslären,  bis  der  kornmeister  erlaubt  und  die  korn- 
gloggen  geläutet   wird   bei   straff   3  <8  /S^. 

Neuntens.  So  auch  zu  zeiten  in  erforderung  der  nothdurft 
verbottene  markt  sind,  und  einem  fremden  eine  bestimmte  anzahl 
koms  zugelassen  würde,  solle  von  denen  herrn  marktverseheren  gleich 
zu  anfangs  und  bei  eröffnung  der  bestimmten  anzahl  des  korns,  so 
einem  zu  kaufen  erlaubt,  die  darauf  gesezte  straff,  die  ein  jeder, 
so  er  das  überschreiten  würde,  verfallen  würdet,  geoffenbaret  werden, 
nemlich  von  einem  jeden  malter  körnen  4  <S  ^,  soviel  einer  über 
die  bewilligung  hat,  so  von  einem  jeden  übertretter  ohnnachlässig 
eingezogen  werden  solle. 

Zehentens.  Es  solle  keiner  kein  frucht  allhier  kaufen  oder 
verkaufen,  bis  man  die  glogge  auf  dem  kornhaus  verläutet  hat;  keiner 
mehr  kaufen,  noch  verkaufen,  bis  man  den  markt  ausgeläutet  hat, 
bei  straff  b  ^  ^, 

Eilftens.  Welcher  körn  und  andere  frucht  allhier  verkauft  und 
dem  messer  den  rechten  kauf  nicht  recht  anzeigte,  sondern  mit  dem 
kaufmann  einen  heimlichen  kauf  machte,  und  höher,  als  er  ergangen 
wäre,  damit  man  ihnen  von  denen  bürgeren  nicht  einfallen  möchte, 
anzeigen  würde,  der  oder  dieselben  sollen  um  5  ^  ^d^  gestrafft  werden; 
es  möchte  aber  einer  sich  hierinnen  so  rauch  oder  fürsezlich  er- 
zeigen, so  behaltet  ein  ehrsamer  rath  eine  weitere  straffe  bevor,  und 
welcher  gräthknecht  einen  solchen  heimlich-  oder  verborgenen  kauf 
vermerken  und  verstehen,  denselben  aber  denen  herrn  gräthver- 
weseren  nicht  rüegen  oder  anzeigen  würde,  sonderen  stillschweigend 
beförderen  helfen,  die  sollen  darmit  nicht  allein  ihre  dienst  verwirkt 
und  derselbigen  abgestrafft,  sondern  auch  solchen  die  stadt  ver- 
wiesen werden. 

Zwölftens.  Es  soll  auf  unserem  markt  keiner  mehr  körn  und 
einigerlei  fruchten  kaufen,  als  was  er  mit  paarem  geld  bezahlen  kann, 
bei  straff  5  ^  ^,  es  wollte  dann  ihme  der  käufer  gutwillig  zuwarten. 
Dreizechentens.  Welcher  frucht  hat,  es  seie  denn,  was  für 
wolle,  solle  derselbige  (und  nicht  der  messer  oder  schütter,  wie 
zuvor  etwann  geschehen  ist)  den  zoll,  messerlohn  und  gräthgeld 
Selbsten  also  paar  auf  der  standen  bezahlen  bei  straff  1  tJ  ^y  sollen 
die  messer  oder  schütter,  sobald  die  frucht  ausgemessen,  dem  gräth- 


Überlingen.  625 

nen  botten  noch  brief  allhier  schicken,  wo  das  von  einem,  er 
xe,  woher  er  immer  wolle,  erfahren  würde,  der  solle  um  5  <8  /5^ 
(traSt  werden. 

Einundzwanzigsten s.  Alle  diejenigen,  so  frucht  anhero 
Iren,  sollen  gute  saubere  körn,  damit  der  arme  und  reiche  wissen 
Ige,  was  er  kaufe;  welcher  aber  dem  nicht  nachkommen,  sondern 
saubere  kom  führen  würde,  der  solle  es  öffentlich  wenden  lassen 
i  dannoch  nach  der  herm  marktverseheren  und  eines  ehrsamen 
hs  gutachten  gestrafft  werden. 

Zweiundzwanzigstens.  Es  solle  auch  keiner  die  münz  höcher 
3geben  und  einnehmen,  als  wie  selbe  verruffen  ist,  bei  straff 
S  /5^.  Und  dann,  welcher  in  der  Gräth  das  wasser  lößet  oder  ab- 
üaget,  der  solle  zur  straff  5  ^  ^  erlegen  und  bezahlen. 

Dreiundzwanzigstens  und  leztlichen.  Welcher  die  fruchten 
mlicher  weis  bestellt  und  keinen  ausdrücklichen,  öffentlichen  kauf 
it,  auch  der,  so  dem  andern  an  oder  in  den  kauf  fallet,  derselbe 
le  um  5  ®  /S^   gestrafft  werden. 

Derohalben  wollen  meine  herm  burgermeister  und  rath  dieser 
j  heil.  röm.  reichs  stadt  Überlingen,  hiemit  allen  ihren  bürgeren, 
iwohnem  und  gasten,  so  ihren  markt  besuchen  und  gebrauchen, 
h  solcher  Verordnung  gemäß  zu  verhalten,  denen  zu  geleben  und 
h  der  obbemelden  straffen  zu  verhüten  gebothen,  verkündet  und 
vamet  haben. 

Kanzlei  allda.* 

In  Pappe  gebundenes  Papier-Libell  mit  aufgedrücktem  Stadtsiegd. 
A.  Abt.  XXXXL  Nr.  996. 


LXXI. 
Stadtrecht.    (St.  IV.) 

fi  heiligen  Römischen  Reichs  Statt  Überlingen  erneuerte 
tz-  und  Ordnungen,  von  Burgermeisteren,  klein-  und 
>ßen  Räthen   einhelliglich  beschloßen  den   10.  Juni   1707. 

Titulus  primus. 
Von  Besetzung  deß  Gerichts  und  Raths. 
1. 
Es  solle  keiner  weder  ahn  großen  noch  kleinen  Rath  gezogen 
rden,  ehe  und  bevor  selbiger  zehen  Jahr  ein  eingeseßener  Burgör 
eesen,  es  seie  dann  Sach,  das  solche  Umbständ  vorhanden,  wor- 


*  Darunter  von  a.  Hd.  mit  Bleistift  das  Datum:  anno  1649  am  30.  November. 
3berrheiuische  Stadtrecbte.    II,  2.  40 


Überlingen.  627 

Titulus   4  t"«. 
Von  Malefiz. 
Wer  ein  Malefiz  in  dem  Bezirk  der  bekanten  Markten  begehet, 
derselbe  solle  darume,  als  ob  ers  in  der  Statt  begangen  hätte,  ab- 
gebüßt und  gestrafft  werden. 

Titulus  5^^. 
Von  Schlaghändel     oder  anderen  Fräfflen  in  gemeiner 

SUtt   Etter. 
Ebenmäßig    solle   derjenige,    welcher  in    gemeiner   Statt   Etter 
Schlaghändl  verübet    und  durch  flüßende  Wunden  oder   in  andrer 
.Weg   frävlet,   darume   von   einem    ehrsamen    Rath    behörig    gebüßt 
werden. 

Titulus  6  t»«. 
Von  blutrißigen   Wunden    und    anderen   Schlaghandlungen, 
von  Frembden   und   Einheimbischen    beschehen,    auch   An- 
greifung der  Nachtwacht. 
1. 
Welcher  ein   gewaffnete   Hand   macht,   er  brauche   selbe    oder 
nicht,  ist  es  Tag,  so  ist  die  Straff  6  S  ^',   da  es   ab^r  nach  der 
Nachtwache  beschihet,   12  ß  /5),  und  solle  der  Frembde  in  beeden 
Fahlen  selbe  doppelt  bezahlen;  wann  aber  derlei  tags  oder  nachts 
sich  auf  denen  Zünften  ereignet,  solle  es  mit  der  Straff  vermög  der 
Zunftarticuln   gehalten   werden,   es   wäre   dann,   das   einer   blutrißig 
geschlagen   würde,    deßen   Bestraffung   alsdann   bei   einem   löblichen 
Magistrat  stehen  soUe.^ 

2. 
Welcher  freventlich  und  muthwilliger  Weis,  jedoch   mit  unge- 
waffneter  Hand  schlagt,  derselbe  solle  um  3  {J  /^,  und-  ein  Frembder 
mehrmalen  um  noch  so  viel  gestrafft  werden. 

3. 

Wer  den  andern  mit  gewaffneter  Hand  verwundet,  ist  die  Straff, 
so  er  ein  Einheimbischer,  6  ß  ,^,  da  er  aber  fremd,  12  ß  .^ ;  sofern 
aber  in  diser  und  negst  vorstehenden  Begegnuß  die  Wunden  oder 
der  Fauststreich  gefährlich,  behaltet  ein  löblicher  Magistrat  die  fernere 
Straff  rechtlicher   Ordnung   nach  vorzunehmen   bevor. 


*  In  B.  am  Rand:  den  14.  April  1791  hat  Magistralus  verordnet,'  daß  fremde 
Frevlere  gleich  den  Bürgeren  nur  einfach  gestraft,  und  jene,  so  die  Geldstraf  zu  bezahlen 
nicht  vermögen,  für  jedes  Pfund  Pfenning  |:  1  fl.  8*/»  x  :|  zur  24-stflndigen  Bethurnung 
oder  zu  eintägiger  Schanzarbeit  verfällt  werden  sollen. 

40» 


Überlingen.  629 

2. 
Obwohlen  aber  der  Hauswürth,  in  deßen  Haus  einer  dergestalten 
Igejagt  wirdet,  sich  gegen  dem  Nachjagenden  vergreifen  würde,  solle 
jedoch  solches  (den  Todschlag  ausgenohmen)  ihme  nicht  zu  Unstatten 
kommen,  auch  er  deßwegen  mit  nichten  gebüßt  werden. 

Titulus  10™»8. 
Von  dem  Außforderen. 
Welcher  Burger  oder  Innwohner  den  anderen  auß-  und  ab  dem 
«einigen,  oder  eines  anderen  Aigenthumb,  oder  in  andrer  Weg,  wie 
solches  beschehen  möchte,  des  Tags  ausforderet,  der  richtet  der 
Statt  10  ß  /^ ;  beschihet  es  aber  zu  nachts,  ist  die  Straff  20  ß  ^, 
und  solle  abermahlen  der  Frembde  in  beedei^  Fahlen  sothane  Straff 
zweifach  verfallen  sein. 

Titulus  11™"8. 
Von  Straff  deren,  so  verdient  angelegte  Straffen  äffern. 

1. 
Wer  von  einem  ehrsammen  Rath   oder  vor  Gericht   wegen  einig 
begangenen  Frevels  gestrafft  wirdet,  und  das  gegen  ihrer  aller  einem 
äfifem  wollte,  der  solle  befündenden  Dingen  nach  gebüßt  werden. 

2. 

Welcher  auch  sich  der  angesezt  verdienten  Straff  oder  meiner 
Herren  Dieneren,  wann  solche  aus  empfangenen  Befelch  die  Straff 
ahn  ihme  voUzihen  wollen,  thätlichen  widersetzen  würde,  ein  solcher 
solle  20  S  /^   uhnnachläßlich  verfallen  sein. 

Titulus  12™«8. 
Von  Execution  und  Vollzühung  der  Straffen. 
Wann  einer  wegen  verübten  waserlei  Frevels  in  oder  außer 
Gerichts  um  ein  Geltstraft  angelangt  wirdet,  demselben  solle  darunter 
Dicht  zugewarthet  werden,  sonder  er  sothane  Straft  gleichbalden  zu 
bezahlen  schuldig  sein,  außer  es  würde  ihme  von  der  Obrigkeit  diß- 
fahls  ein  gewißer  Termin  gegeben  und  bewilliget,  welcher  alsdann 
behörig  zu  beobachten. 

Titulus  13«"«. 

Von  der  Straff  deß  Falschen. 

1. 

Wer  einen  Falsch  auf  was  Wegs  das  beschihet,  begehet    und 

deßen^  wie  auch,  wer  eines  Mainaids  überwisen,  item  bei  welchem 

ein  verborgen  Mordmeßer  gefunden  wird,  deren  ein  jeder  richtet  der 


Überlingen.  631 

ihrer  Vögten  vor  den  Rath  bringen,  und  was  ihnen  alsdann  erlaubt 
^wird,  zu  thun  befugt  sein,  außer  deßen  aber  sonsten  nichts. 

Titulus  16t«8. 

Von    Ungehorsatnme   der  Kinder,   welche   sich    ohne   Wißen 

und  Willen  ihrer  Eiteren  verhewrathen. 

1. 

Welches  Kind  wider  seines  Vatters  oder  Mutters  Willen  sich 

verhewrathet,  demselben  seind  die  Eltern,  so  lang  sie  leben,  nichs 

za  geben  schuldig,  es  wäre  dann,  das  ein  Vatter   oder  Mutter  durch 

solche  Verhinderung  selbsten  zu  vihl  gethan  hätte. 

2. 

Ob  schon  auch  ein  solches  Kind  von  seinen  verstorbenen  Vatter 
oder  Mutter  ahngefallenes  Guth  hätte,  so  ist  jedoch  auf  solch  obigen 
Fahl  der  Vatter  oder  die  Mutter,  welches  aus  ihnen  annoch  bei 
Leben,  nicht  schuldig,  weilen  es  lebt,  dem  Kind  etwas  von  sothanem 
verfallenem  Guth  ausfolgen  zu  laßen. 

Titulus    17«niu8. 

Straff  deren,  so  ehrbahren  Leuthen  ihre  Kinder  abprac- 
ticiren  oder  anderen  verkupplen. 
Wer  des  anderen  Kind,  Sohn  oder  Tochter  gefährlich  nach- 
gehet, daßelbe  ohne  Bewilligung  deßen  Eiteren  ihme  selbsten  oder 
einem  anderen  verkupplet,  solle  nach  Erkantnuß  eines  löblichen 
Magistrats  gestrafft  werden. 

Titulus  18v«8. 
Von  denen  verfangenen  Gütheren. 
1. 
Wann  zwei  Ehegemächt  mit  Hinderlaßung  vieler  oder  wenigen 
aus  ihnen  ehelich  erzeugten  Leibserben  von  ein  ander  sterben,  solle 
denen  Kinderen  des  Verstorbenen  respective  vätterlich-  und  mütter- 
licher Verlaßenschaft,  ligend-  und  fahrends  Vermögen  allerdings  ver- 
fangen sein  und  bleiben  dergestalten  und  also,  das  denenselben  zwar 
die  Proprietät  oder  Aigenthumb,  dem  überlebenden  Vatter  oder  Mutter 
aber  (selbe  verhewrathen  sich  widerumb  oder  nicht)   lebenlänglich 
die  Nutznüßung,  worbei  die  Kinder  ehrlich  auferzogen  werden  sollen, 
davon  gebühren,  mithin  das  überblibene  Ehegemacht  zu  keiner  Ab- 
theilung getriben    ald  genöthiget  werden,  jedoch  aber  auch  nicht  be- 
fugt sein  solle,  von  sothanverfangenem  Guth,  ohne  eines  löblichen 
Magistrats   und   der    nächsten  Befreunden   Wißen    und   Bewilligung, 


Überlingen.  638 

fahls  die  Frawen  deren  ansonst  ihnen  zustehenden  und  zu  gutem 
irerordneten  Rechts  wohl  thaten  sich  nimmermehr  zu  erfrevven  haben. 
Es  solle  auch  kein  Frow  denen  anderen  Gläubigeren,  welche  ihre 
underschiedliche  specificierte  verschribne  Underpfand  haben,  vorge- 
zogen werden,  sonder  ein  jeder  Gläubiger  bei  seinen  Brief  und  Siglen 
und  Zinsgerechtigkeiten,  sofern  dieselbe  ordentlicher  Weis  nach  hie- 
siger Statt  Satz-  und  Ordnungen,  wie  vor-  und  nachstehet,  erlangt 
worden,  gelaßen  werden  und  also  die  Fraw  wegen  ihrer  liabenden 
stillschweigenden  Verpfändung  die  Priorität  und  Vorgang  allein  gegen 
denen  anderen  gemeinen  Gläubigeren,  so  keins  specificirte  und  be- 
willigte verschribne  Underpfand,  sondern  auch  nur  tacitam  hypothecam 
haben,  gewinnen,  nicht  aber  gegen  diejenige,  so  ihre  expressam  hypo- 
thecam, das  ist,  ihr  außtrucklich  underschidlich  verschribene  Under- 
pfand oder  Versazung  haben;  jedoch  solle  wegen  solch  obig  ver- 
sezt-  ald  verkauften  Guts  der  Frawen,  wo  möglich  und  es  vorhanden, 
anderweither  Ersatz  und  Genugthuung  geschehen,  es  wäre  denn,  das 
selbe  durch  ihr  üble  Haushaltung  und  verthunerisches  Leben  hierzu 
Selbsten  Anlaß  gegeben  hätte. 

3. 
Nachdeme  aber  es  sich  ergeben,  das  die  creditores  ald  Schuld- 
gläubigere mit  denen  abseiten  des  weiblichen  Geschlechts  bishero 
simpliciter  und  nicht  aidlich,  zumahlen  auch  so  gar  allein  vor  denen 
Herren  Amtszunftmeisteren  beschehenen  renunciationibus  und  Ver- 
züchten  ihrer  derer  W^eiberen  habenden  Privilegien  und  Rechtswohl- 
thaten,  in  specie  des  s.  c.  Vellei-  und  Authent. :  si  qua  mulier  etc. 
nicht  mehr  vergnüget,  sondern  in  Zukunft  beßer,  und  zwar  nach 
Anlaithung  deren  gemein  beschribenen  Rechten  mit  derenselben  aid- 
lichen  Renunciationen  versichert  sein  wollen,  so  ist  in  reifem  Be- 
dacht der  Sachen  Billigkeit  von  klein-  und  großen  Räthen  geschloßen 
und  hiermit  statuirt,  das  dergleichen  von  dem  gemelt  weiblichen  Ge- 
schlecht zu  thuen  habende  Verzüchten  und  renunciationes  von  nun 
ahn,  und  fürohin  in  der  Canzlei  aidlich  geschehen,  jene  hingegen, 
so  die  praeterito  von  denen  W^eibern  ohne  Aid  sowohl  in  der  Canz- 
lei, als  vor  denen  jeweiligen  Herren  Amtszunftmeistern  praestiret 
worden,  welch  leztere  zugleich  in  futurum  hiermit  wider  aufgehoben 
und  annullirt  seind,  um  Verhüthung  vieler  Confusion  und  Unruhe, 
auch  um  der  bisherigen  Observanz  willen  eben  also  aufgenohmen 
und  ratificirt,  zumahlen  die  etwaige  defectus  und  Mängel  ex  officio 
et  plenitudine  potestatis  suppliret  sein  sollen,  als  wann  dise  renun- 
ciationes auch  mit  dem  wirklichen  Aid  beschehen  und  bekräftiget 
worden  wären. 


Oberlingen.  685 

Titulus  21™»«. 

^on  Kauf,  Tausch  und  anderen  Contracten,  auch  wie  es  der 

Weinkaufen  halber  zu  halten. 

1. 

Wer  einig  ligendes  Guth  verpfänd,  verkauft,  vertauscht  oder  in 

nder  Weg  verendert,  der  solle  ein  solches  mit  Zuzug  und  Erbittung 

eines   vorgesetzten   ordentlichen   Herrn   Zunftmeisters,   oder   in   Er- 

nanglung  deßen  eines  anderen  Herrn  des  Raths  thuen,   anbenebst 

Jl  derlei  Handlungen,  wie  auch  die  Theilungen,  (welche  leztere  jeder- 

:eit  in  Beisein  jemanden   aus   meiner  Herren   Mittlen   und   Canzlei 

vorzunehmen)  1  vor  ein  löblichen  Magistrat  zur  obrigkeitlichen  Rati- 

ication  gebracht,   zumahlen   darüber  die  behörige  Brief   und  Theil- 

:edul  gegen  Bezahlung  gebührender  Tax  erhöbt  werden. 

2. 
Dahingegen  all-  diejenige  Contract  und  Handlungen,  welche  nicht 
luf  vorstehende  Weis  beschehen  und  einem  löblichen  Magistrat  nicht 
rorgetragen  werden,  ernstlich  verbothen,  mithin  allerdings  unbündig 
ind  ungiltig,  insonderheit  aber  die  Privat-Schuldbrief  und  Zünsver- 
ichreibungen,  die  seien  gleich  mit  oder  ohne  Underpfand,  in  so  weith 
inkräftig  seind,  das  selbe  ohne  gestattenden  geringsten  Vorgang 
leren  gemeinen  mit  keinem  Underpfand  versehenen  und  Current- 
schulden  gleich  geachtet  und  gehalten   werden   sollen. 

3. 
Damit  auch   wegen   der  Weinkäufen   kein   Übermaß   gebraucht 
werde,  als   solle  von  dem  ersten  Hundert  ein   Gulden,   von  jedem 
deren  weifhers  nachfolgenden  Hunderten  aber  allein  fünf  Bazen  und 
kein  Mehrers  passirt  werden. 

Pars  secunda. 

Titulus  22d"8.* 

Von  Zugrechten,  wie  auch  Ahn-  und  Überschlagung  der 

ligenden  Gütteren. 

1. 

Wann  ein  Burger  ein  in  hiesiger  Statt,  oder  in  dero  Etter  und 
Serichten,  deßgleichen  in  gemeiner  Statt  Vogteien  und  des  Gottshaus 


*  In  B.  am  Rande  verwiesen  auf  Ratsprotokoll  vom  25  Febr.  1737. 

*  In  B.  am  Rande:  Nota.  Den  30.  Juni  1788  hat  Magistratus  erkläret,  daß  den 
nächsten  Anverwandten  nach  dem  Ratsschlufi  vom  26.  September  1777  bei  freiwilligen 
Licitationen  das  Zugrecht  bis  nächsten  Ratstag,  den  Bürgeren  aber  gegen  fremde  Käufern 


^30  ^^^^^^^^"^  überiingeii. 

Spithals  Gerichten  gelegenes  Guth,  es  seien  Haüser  Scheüreu,  Kraii^ 
Bauin^   oder   Rebgärthen,   deßgleichen   Wiseii>    Holz    oder   AckedcW. 
einem  anderen  Bürger  verkauft,  sollen  des  Verkäufers  negste  Blut^v 
befreunde,   bis    in    den    anderen    Grad    einschlüßüchen,    Mann-    uml 
WeibS'  peraohnen  (jedoch  das  selbe  von  ehelicher  Geburlh,  zumahleii 
in  hiesiger  Statt  Borger  seien    oder  sich  bürgerlich  einlaÖen  wollen, 
auch  die  im  ersten  Grad  vor  denen  im   anderen   Grad  venv^amiteö, 
nicht  weniger  die  männlichen  Stammen  denen  Weibspersohnen,  wann 
sie  gegen  einander  in  gleichem  Grad    oder  Staffel  stehen,  den  Vorzug 
haben  sollen)  befugt  sein,  selbiges  in  dem  Kaufschilling  and  Werth, 
was  und  wieviel  der  Käufer  darumb  versprochen^  zu  zuhen  und  aliü 
sich   zu  bringen,   gleichwohlen  aber  solle  darunter  kein   Gefahr  aW 
Schlaich  gebraucht  werden,  sondern  derjenige,  w^elcher  sotanes  Giitb 
gezogen,  selbiges,  ehe  er  es  widerumh  einem  anderen,  er  seie  sein 
Blntsverwannter  oder  nicht,   verkaufen    ald  hingeben  thuet,  w^enifist 
3  Jahr  lang  zu  besizen  gehalten  sein,  sofern  aber  sich  zeiget,  das 
der  Käufer  und  die  umb  das  Zugrecht  sich  Anmaßende  gegen  dem 
Verkäufer   in   gleichem   Grad    mit    Blutsfreundschaft    ziigethan    sein 
würden,  solle  solchen  Fahls  under  disen  und  zwar  ohne  Underscheid 
des   mann-   und   w^eibüchen   Geschlechts   lediglich   kein   Zugreehl  ge^ 
stattet  werden,  wohl  aber,  wann  ein  näherer  Blutsfreind  solches  bc* 
gehran  würd,  sich  deßen  allerdings  zu  erfrewen  haben  wird,"    Weilet 
ist  vom   löblichen   klein-   und  großen  Rath  statuirt  worden,   das.  im 
Fahl  keine  Blutsan vermannte  im  erst-  oder  anderen  Grad  vorhanden, 
oder  doch  solche  sich  um  das  Zugrecht  des  verkauften  Guthes  nicht 
melden  würden,  alsdann  die  Verschwägerte  im  ersten  Grad  das  Zug- 
recht haben  sollen.    Wann  hingeg^en  aber  die  Persohn,  von  welcher 
die  Schwagerschaft  herrührt,  schon  gestorben  würe,  solle  ipso  facto 


auf  Jahr  und  Tag,  und  den  Hausbesitzern  zu  dem  unter  ihrem  Hause  gelegenen  Kellen» 
4  Wochen  lang  zustehen  und  vorbehalten  werden  solle. 

Den  19.  September  e.  a.  hat  der  löbl.  große  Rath  obiges  beslettiget  nnd  daneb^t 
beschlossen,  daß  dem  Besitzer  eines  halben  Hauses,  wann  die  andere  Hälfte  verkauft 
wird,  hiezu  das  Zugrecht  vor  den  Anverwandten  zustehen,  auch  die  Fremde  und  Nicht- 
verbürgerte  auf  Häuser  und  ligende  Güter  zu  schlepen  nicht  befugt,  sondern  von  dein 
Licitations-Recht  ausgeschlossen  sein  sollen. 

*  In  B.  hier  am  Rande  beigefügt:  Dann  solle  den  nächsten  Anvenvandten  bei 
freiwilligen  Licitationen  das  Zugrecht  bis  auf  den  nächsten  Rathstag,  denen  Bürgern  aber 
gegen  fremde  Käufern  auf  Jahr  und  Tag  und  den  Hausbesitzeren  zu  den  unter  ihren 
Häusern  gelegenen  Kellern  4  Wochen  lang,  nicht  weniger  dem  Besitzer  eines  halben 
Hauses,  wenn  die  andere  Helfte  verkauft  wird,  hiezu  das  Zugrecht  vor  den  Anverwandten 
zustehen  und  vorbehalten,  auch  Fremde  und  Nichtverbürgerte  auf  Häuser  und  liegende 
Güter  zu   schlepen  nicht  befugt,  sondern  von  dem  Licitationsrecht  ausgeschlossen  sein. 


Überlingen.  687 

auch   dise  Zuggerechtigkeit  nicht  statt  haben,  sondern   nichtig,   tod 
und  abgethan  sein. 

2. 
Gleichwie  aber  die  Zugsgerechtigkeit  allein  zu  denen  verkauften 
ligenden  Güthern  (und  zwar  ohne  Underschied,  ob  das  verkaufte 
Gath  auf  den  Verkäufer  von  seinen  Eiteren  gekommen  oder  erwachsen, 
ald  von  ihnen  lediger  Weise,  oder  im  Stand  der  Ehe  durch  getrewe 
Haushaltung  errungen,  gewunnen,  vorgeschlagen  oder  erkauft  worden 
seie)  denen  dem  Verkäufer  mehrgedachter  Maaßen,  bis  in  den  anderen 
Grad  einschlüßlichen  verwannt-  und  allhier  verbürgerten  Blutsfreunden 
gebühret^  weiter  aber  und  wegen  anderer  Sachen  nicht  Platz  hat 
oder  gestattet  wird,  also  ist  auch 

3. 

der  Zeit  halber  gesezt,  das  diejenige,  so  allhier  säßhaft,  inner 
vier  Wochen,  welcher  aber  außer  der  Statt  ald  in  Herren  Diensten 
sich  aufhalten,  inner  acht  Wochen,  jederzeit  der  nächsten,  von  und 
mit  dem  Montag  ald  Donnerstag,  ahn  welchem  solcher  Kaufs-Con- 
tract  einem  löblichen  Magistrat  vorgetragen  worden,  bis  auf  den 
4.  oder  8.*«°  Montag  ald  Donnerstag  inclusive  zu  rechnen,  sich  so- 
tanen  Zugrechts  bedienen  mögen,  zumahlen  alsdann  neben  dem  Kauf- 
schilling den  mäßig-gewohnlichen  Weinkauf,  benanntlichen  vom  ersten 
Hundert  einen  Gulden  und  von  jedem  der  übrigen  Hunderten  fünf 
Batzen,  samt  was  ahn  solch  gezogenem  Guth  nothwendiger  Weis 
verbawt  oder  verbeßert  worden,  abzutragen  und  zu  erstatten  ge- 
halten sein,  auch  nach  Verflüßung  obiger  respective  4  und  8  Wochen 
dißfahls  keiner  mehr  gehört  werden,  sondern  solcher  Kauf  ligend 
Guth  dem  ersteren  Käufer  allerdings  verbleiben  und  ohnangefochten 
gelaßen  werden  solle. 

4. 

Sofern  nun  mit  Vorwißen  und  Genehmhaltung  eines  loblichen 
Magistrats  ein  Burger  gegen  einem  Frembden,  ald  ein  Frembder  gegen 
einem  anderen  Frembden  ein  in  allhiesiger  Statt,  dero  oder  des 
Gottshaus  Spithals  Bezirk  und  Gerichten  ligendes  Guth  verkaufen 
würde,  solle  alsdann  jedem  Burger  solch  verkauftes  Guth  endweder 
in  dem  abgered-  und  beschloßenen  Kaufschilling  oder  wann  es  ihm 
zu  theur  bedunkt,  nach  Werth  und  Anschlag  der  geschwohrnen 
Schäzer  allhier  inner  nächsten  Jahr  und  Tags,  da  der  Kauf  vor  ein 
löblichen  Magistrat  gekommen,  mehrmahlen  neben  Abtrag  und  Er- 
stattung gebührenden  Weinkaufs,  und  was  ahn  solch  ligendem  Guth 
notwendig  verbawt  oder  verbeßert  worden,  zu  zühen  und  an  sich 
zu  bringen  allerdings  freistehen. 


Überlingen.  639 

beschribnen  Rechten  oder  wenigist  auf  Arth  und  Weis,  wie  negst- 
stehend  von  denen  gesunden  vermerkt  ist,  einrichten  und  die  Ge- 
bühr beobachten,  widrigen  Fahls  solche  Verordnung  allerdings  nichtig 
und  kraftlos  sein. 

3. 
Wann  nun  jemands  bei  gesundem  Leib  einige  Verordnung  ald 
Geschäft  zu  machen  Willens,  derselbige  solle,  wann  er  nicht  nach 
denen  gemeinen  beschribnen  Rechten  testiren  will,  wenigst  dreier 
des  Raths  oder  Gerichts,  neben  zweier  unverleimbten,  ehrbaren  Bür- 
geren zu  sich  beruffen,  und  was  er  alsdann  in  diser  fünfen  Gegen- 
warth  verordnen  und  verschaffen,  zumahlen  entweders  selbst  oder 
durch  andere  Hand  schriftlichen  verfaßen  wird,  das  solle  mehrmahlen 
ebensoviel  Graft  haben  und  giltig  sein,  als  ob  es  vor  geseßenem 
Rath  geschehen  und  mit  rechtlicher  Urthel  bestättiget  worden  wäre. 

4. 
Begebe  sich  aber  in  Sterbens  Laufen,  das  ein  krank  darnider 
Ligends  diejenige  meiner  Herren  des  Raths  oder  Gerichts  nicht  wohl 
gehaben  oder  bekommen  könnte,  das  mag  an  deren  Statt  zwei  un- 
verleimbte  Burger  über  obbemelten  ehrbahren  Burger  zu  sich  berufen, 
und  was  es  alsdann  von  disen  Dreien  verordnen,  verschaffen  oder 
vermachen  wird,  das  solle  abermahlen   gelten,  als   obsteht. 

Titulus  24t"s. 

Wie  es  im  Fahl,  da  zwei  Ehegemächt  ohne  Kinder  und  Hew- 

rathspacten    oder  andere  giltige  Disposition  von  einander 

sterben,  dero  Verlaßenschaft  halber  zu  halten. 

1. 
Wann  zwei  Ehegemächt  (selbe  seien  allhier  verburgert  oder  Bei- 
säß,  jedoch  das  auf  disen  lezteren  Fahl  die  Güther  in  hiesigem 
District  gelegen  sein  sollen)  ohne  Hinderlaßung  aus  ihnen  beeden 
ehelich  erzeigten  Rinderen  von  einander  absterben  und  weder  Hew- 
rathspacta,  noch  andere  gültige  Verordnung  vorhanden,  solle  alsdann 
das  Überblibene  all  sein  sowohl  zugebrachtes,  als  auch  wehrender 
Ehe  etwann  durch  Schankung,  Vermächt,  Erbschaft  oder  andere  derlei 
Weis  zugefallen  ligend-  und  fahrends  Vermögen,  so  es  annoch  vor- 
handen, zum  Voraus  nehmen  und  haben,  und  demselben  fernerweith 
von  des  Abgeleubten  in  drei  Theil  zu  vertheilen  seiend  völliger  Ver- 
laßenschaft, nichts  davon  ausgenohmen,  zwei  Drittel  des  wehrender 
Ehe  errungen-  und  gewunnenen  Guths,  das  übrige  ein  Drittel  aber, 
so  verlaßen-  als  errungenen,  des  verstorbenen  nächsten  Befreunden, 


Überlingen.  641 

Tadfahl  keine  Kinder  ald  von  ihnen  herstammende  Descendenten 
mehr  bei  Leben  sein,  wie  auch,  wann  dasjenige  Ehegemäch,  so  zuvor 
mit  keinen  Rinderen  begabt,  zuerst  sterben  würde,  es  in  beeden  disen 
; "  Fahlen  des  verstorbenen  Verlaßenschafts  und  Vorschlags  auch  beederlei 
Vertheilung  halber,  wie  in  obangeregtem  ersten  §^<>  versehen,  gehalten 
werden  solle. 

5. 
Nächst  disem  solle  in  all  solchen  in  vorstehendem  vierten  Punct 
versehenen  Fahlen  wegen  obangeregter  Unkosten  die  Maaß  nach  Pro- 
portion des  ein-  oder  anderseiths  bezühenden  Antheils  genommen, 
nicht  weniger  wegen  zu  thuen  seienden  Ersazes  deßen,  so  dem  über- 
lebenden Ehegemäch  an  seinem  Vermögen  abgehen  dürfte,  es  nach 
denen  vorermelten  zweiten  und  driten  Puncten  gehalten  werden,  je- 
doch das  ein-  so  anderen  Fahls  der  Kinder  erster  Ehe  zuvor  zuge- 
foUenes  Guth  darunter  nicht  angegriffen  werden,  sondern  allerdings 
frei   verbleiben   solle. 

Titulus  25 1»^ 
Vom  frembden  Wein  und  der  Herbstrechnung. 

1. 
Einem  jeden  Burger  ist  erlaubt,  zur  Herbstzeit  dißeiths  Sees 
fünf  Fueder,  jennseiths  Sees  aber  nur  zwei  und  ein  halb  Fuder 
Wein  hereinzuführen,  mit  dem  Anhang,  das  derjenige,  welcher  jenn- 
seits  Sees  21/2  Fuder  einhandlet  und  hereinführt,  alsdann  nur  noch 
21/2  Fuder  dißeits  Sees  hereinzuführen  befugt  sein  solle,  bei  Straff 
40  S  4. 

2. 
Es  soll  auch  ein  jeder  Burger  bei  der  Weinrechnung,  welche 
meine  Herren  alljährlichen  machen,  soviel  allhiesigen  Wein  betrifft, 
verbleiben-   und   mithin   auf  keine   andere   Rechnung    handien,    bei 
Straff  10  S  ^. 

Titulus  26  ^»8. 
Von  Versecretirung. 
Wann  jemand  aus  unseren  Verburgerten  stirbt,  und  ein-  oder 
mehrere  Erben,  so  nicht  verburgert,  hinderlaßet,  solle  deßen  Verlaßen- 
schaft  ohne  machenden  Underscheid  von  gemeiner  Statt  wegen  durch 
die  verordnete  Herren  des  Umbgelts  und  Rentamts  Secretari  ver- 
obsignirt  werden,  mit  dem  weiteren  Anhang,  das  in  anderen  Fahlen, 
da  lauter  verburgerte  Erben  vorhanden,  nichts  desto  weniger  be- 
fündenden  Dingen  nach  die  Obsignation  vorzunemmen^  oder  zu  under- 
laßen    bei  einem  löblichen  Magistrat  steht. 

Oberrheinische  Stadtrechte.  II,  2.  41 


Überlingen.  643 

Straffen,  Bott,  Verbotten,  Umbgelt,  Salz,  Steuren  und  Anlagen,  nicht 
weniger  wegen  der  aus  dem  Kalchhaus  von  dem  Zeugwarth  her- 
gebenen  Materialien  und  derlei  Sachen,  vor  all-  anderen,  so  privi- 
legirt,  als  gemeinen  frembd-  und  innheimbischen,  verbrieft-  und  un- 
verbrieften Schuldgläubigeren,  umb  Haubtgut  und  Zins  den  Vorgang 
und  Priorität  haben,  ohngehindert  männiglichs.     Nach  disem  nun 

2. 

solle  ein  jeder  Schuldgläubiger  umb  zu  forderen  habendes  Haubt- 
guth  und  Zins  auf  sein  verschriben  Underpfand  gewisen  und  ein 
jeder  bei  solch  seinem  Underpfand  gelassen  werden,  also  und  der- 
gestalten,  das,  obschon  einem  ahn  seinem  Haubtguth  oder  Zins  vil 
oder  wenig  abgienge,  derselbe  jedoch  ahn  des  Schuldners  ander- 
weithe  ligende  Güther,  welche  einem  anderen  insonderheit  und  speci- 
fice  verschriben  seind,  dißfahls  keinen  Zugang  ald  Anspruch  haben 
solle,  wohl  aber  bei  deßen  Haab  und  Güther  in  gemein  oder  bei 
denen  Mitgülten  oder  Bürgen  sich  darunter  erhohlen  möge,  wie  dann 
jederzeit  die  specificirte  der  gemeinen  Versatzung,  dise  seie  zumahlen 
gleich  älter  oder  nicht,  vorgezogen   werden  solle. 

3. 
Betreffend  nun  der  Schuldgläubiger  Außlosung  mag  zwar  der 
jüngere  Pfandherr,  so  er  will,  den  älteren  wohl  außlösen,  ist  aber 
dabei  nichts  gehalten,  auch  die  andere  Schuldgläubiger,  ob  sie  gleich 
ältere  Gerechtigkeit  und  aber  andere  sonderbahre  Underpfand  haben, 
gegen  seinen  Willen  außzulosen,  sondern  dieselbe  sollen  ihre  Be- 
zahlung, wie  vorstehet,  bei  ihren  verschribnen  Underpfanden,  und 
wann  ihnen  daran  etwas  abgehet,  bei  des  Schuldners  anderen  ge- 
meinen Haab  und  Gütheren,  so  gegen  niemand  verschriben  seind, 
oder  in  deren  Ermanglung  bei  denen  Mitgülten  und  Bürgen  suchen. 

Titulus  30'"»^ 
Von  Steuren. 

1. 
Es  solle  ein  jeder  all  sein  ligend-  und  fahrends  Vermögen  allhier 
und  anderwerthig  gelegen,  nach  der  jeweiligen  Steurordnung  ge- 
bührend zu  versteuren  schuldig  sein;  sofern  jedoch  ein  ligends  Guth 
von  dem  allhier  geseßenen  Aigenthumbsherrn  außerhalb  versteurt 
werden  muß,  ist  solches  allhier  nicht,  wohl  aber  der  nuzen  davon 
in  die  Steur  zu  legen. 

2. 
Es  solle  auch  ein  jeder  gebohrner  Burger  wenigist  200  fl.,  der- 

41* 


Überlingen.  645 

3. 
Wann  einige  mann-  ald  weiblichen  Geschlechts  sich  mit  Frembden 
und  Nichtverburgerten  verheurathen,  solle  entweder  keines  aus  ihnen 
Burger,  oder  das  Frembde  gehalten  sein,  noch  vor  der  Hochzeit  mit 
Erstattung  obiger  Requisiten  ebenmäßig  umb  das  Burgerrecht  ge- 
bührend zu  bewerben. 

4. 
Diejenige  frembde  Ehehalten,  welche  fünfzehen  .lahr  lang  ohn- 
underbrochen  bei  einem  Burger  (worunder  aber  der  Herren  Geist- 
lichen Dienstbotten,  wie  auch  die  Handwerkbursch  nicht  vermeint 
werden)  getrew  und  redlich  gedient  haben,  sollen,  ob  sie  schon  nit 
5ÖÖ  fl.  im  Vermögen  haben,  ohne  Entgelt  zu  Burger  aufgenohmen 
werden;  welche  aber  nur  zehen  Jahr  lang  dergestalten  gedient  und 
in  das  Burger  verlangen,  fünfzehen  Gulden  Einzuggelt  bezahlen. 

5. 
Wer  nit  mehr  Burger  sein  will,  mag  zwar  das  Burgerrecht 
münd-  ald  schriftlichen  bei  einem  löblichen  Magistrat  gezimmend  auf- 
geben, solle  aber  alsdann  inner  Monathfrist  von  hier  hinwegzühen, 
zumahlen  von  seinem  völligen  ligend-  und  fahrenden  Vermögen  den 
Abzug  geben. 

6. 
Item    welcher    Burger    das   ihm   aufgetragen    Bürgermeisteramt, 
Rathsstell    ald  ander  Beamtung  anzunehmen  sich  weigeren  würdet, 
der  solle  befindenden  Dingen  nach  gestraft  werden. 

7. 
Welchem  von   einem   löblichen  Magistrat   das   Burgerrecht  auf 
gewiße  Jahr  aufbehalten  und  ein  solcher  die  Steuren,  wie  obstehet, 
bis  auf  heilige  Osteren  nicht  richten  wird,  der  solle  das  Burgerrecht 
dadurch  in  der  That  verwürkt  haben. 

Titulus  33«««. 
Vom  Abzug. 

1. 

Wer  sich  in  die  Frembde  verhewrath  und  sein  ahnererbt  Burger- 
recht nicht  besizen  will,  wie  auch  alle  diejenige,  so  allhier  nit  mehr 
Burger  zu  sein  begehren,  selbige  seien  gleich  Erbburger  oder  nicht, 
und  haben  das  Burgerrecht  lang-  oder  kurze  Zeit  beseßen,  dise  sollen 
ohne  Underscheid  von  all  ihrem  Vermögen,  die  Fahrnus  seie  in  der 
Steur  gelegen  oder  nicht,  den  Abzug  zu  erstatten  schuldig  sein,  außer 


Überlingen.  647 

Titulus  341»«. 
Von  zugefügten  Schäden  ahn  Gütheren. 

1. 
Welcher  dem  anderen  in  seinen  Baum-  oder  Weingarthen,  zu 
was  Zeit  im  jähr  es  sein  mag,  Vüch  oder  Roß  treiben  und  allda 
halten  thut,  der  richtet  der  Statt,  so  oft  das  beschihet,  3  ®  .^ ;  wann 
aber  ein  solcher  die  Straff  ald  den  Schaden  zu  bezahlen  nicht  vermag, 
solle  deßen  Herr  ald  Meister  für  beede  Puncten  zu  stehen  schuldig  sein. 

2. 
Wer  auch  dem  anderen  in  seinen  Reeben,  Baum-  oder  Krauth- 
garten,  Ackerfeld  und  Wisen,  ahn  denen  Bäumen  oder  sonsten 
Schaden  zufügt  und  solches  behörig  erwisen  wird,  ist  es  tags,  ist 
die  Straff  1  S  /^,  beschihet  aber  solches  zu  nachts,  ist  die  Straff 
3  S  /5?,  es  möchte  auch  der  Frevel  so  groß  sein,  behaltet  sich  ein 
löblicher  Magistrat  die  weitere  Straff  bevor. 

3. 
Wer  dem  anderen  bei  nächtlicher  Weil  in  die  Fenster  oder 
Laden  würft  oder  haut,  der  richtet  der  Statt  20  S  ^ ;  es  möchte 
auch  jemand  dardurch  beschädiget,  oder  verlezt  werden,  so  würde 
bei  einem  ehrsammen  Rath  stehen,  gegen  dem  Thäter  die  Straff  am 
Guth  oder  am  Leib  yorzunemmen. 

4. 

Wer  in  denen  Wegen  oder  Straßen  Vieh  oder  Roß  haltet  oder 
graset,  solches  beschehe  zu  was  Zeit  im  Jahr  es  wolle,  der  solle, 
so  oft  ers  thuet,  von  jedem  stuck  5  Schilling  Pfening  bezahlen. 

5. 

Wer  dem  anderen  seine  Reben  oder  Bäume  aushawet,  auß- 
reißt,  ald  muthwilliger  Weis  verbrend,  oder  sonsten  daran  Schaden 
zufüegt,  es  seie  inn-  oder  außerhalb  des  Etters,  der  solle  nach  seinem 
Verbrechen  gestrafft  werden. 

6. 

Negst  deme  solle  jeder  in  vorstehenden  Fahlen  neben  der  Straff 
den. zugefügten  Schaden  dem  Beschädigten  gut  zu  machen  schuldig  sein. 

Titulus  35i»8. 
Von  frembden  Gerichten. 
Wer  aus  unseren  Burgeren  einen  anderen  Mitbürger  ohne  Er- 
laubnis eines  löblichen  Magistrats,  aus  was  Ursachen  das  sein  mag. 


Überlingen.  649 

Von  hinterlistig  und  unehrbarer  Dienstwerbung. ^  1710 

Dato  den  11.  Juli  1710.  Demnach  einige  Zeit  hero  die  Erfahrung 
gezeigt  hat,  das  alihiesige  Burgersöhne  ohne  in  die  Frembde  zu  ziehen, 
sich  gleich  balden  zu  verhenken  und  gleichsam  auß  den  Lehrjahren 
zu  verheirathen  pflegen,  welches  nit  allein  sehr  unanständig,  sonder 
auch  dißes  Weitere  darauß  erfolget,  das  sie  dero  erlehrnte  Handierung 
schlechtlichen  ergreifen  und  durch  solche  alsdann  die  Handwerker 
zu  der  übrigen  Beschwerden  übersezt  werden,  als  ist  hiemit  ver- 
ordnet, das  ain  jeder  4  oder  wenigst  5  Jahr  auf  dem  Handwerk  zu 
wanderen,  als  widrigen  Fahls  ein  solcher  nit  beim  Handwerk  ge- 
litten werden  solle,  worbei  jedoch  der  Wittfrawen  Söhne,  welche  zu 
Guethem  und  Beihilf  dero  Müttern  etliche  Jahr  der  Meisterschaft 
vorgestanden,  insoweith  ausgenommen  werden,  das  bei  einem  löb- 
lichen Magistrat  stehen  solle,  obige  Verordnung,  sovihl  selbe  betrifft, 
befündenden  Dingen  nach  zu  milderen  und  zu  anderen. 


Reformierte  Steurordnung. 

Erstlich  solle  ein  Hofstatt  mit  Reben  versteurt  werden  für    fl.  60; 

ein  Hofstatt  mit  jungen  Lochreben „40; 

nach  verflossenen  5  Jahren  aber „60; 

ein  abgegangene  Hofstatt  ganz  ohngebawte  Reben    .     .     „     5; 

ein  Jauchert  Ackers,  so  über  Winter  oder  Sommer  an- 

geblühmbt „100; 

ein  Jauchert,  so  nit  angeblühmbt  oder  brach  liget    .     .     „   30; 

ein   Mannsmaad   Embtwiß       „100; 

ein  Mannsmaad  ohne  Embt „   oO; 

ein  Mannsmaad  Brachwiß „30; 

ein    Jauchert    Holz „10. 

Sofern  die  Häußer  in  einem  höcheren  Preiß,  als  selbige  jezunder 
angesetzt  seind,  verkauft  werden,  solle  selbige  auch  nach  solch  er- 
höchterm  Werth  versteurt  werden.  Wann  auch  jemand  wegen  seines 
Haußes  Anschlag  sich  beschwehrt  zu  sein  vermeint,  mag  er  solches 
auf  seine  eigene  Kosten  obrigkeitlich  taxieren  lassen. 

Inmassen  auch  im  Gegenthail  der  Obrigkeit  ein  solches  zu  ver- 
tagen freigestellt  bleibt,  wornach  dann  sothane  Behaußung  in  der 
Steur  angesetzt  werden  solle. 

Es  solle  auch  ein  jeder,  was  er  für  Güther  von  denen  Frembden 
innhat  oder  bawet,  ingleichem,  was  er  für  frembden  Wein  in  seinem 
Keller  ligen  hat,   getreulich  angeben. 


1789 


»  Dieser  Absatz  sowie  die  nach  stehende  Stcuerordnung  nur  in  C. 


Überlingen. 


651 


Capital  zu  schlagen  und  mithin  sich  umb  sovihi  auß  der  Steur  zu 

lialten  nicht  gestattet  .werden. 

Ein  Kue  ist  zu  vers teuren  für    ...  fl.    8 

ein  Jährling „4 

ein    Stüer „20 

ein    Pferd „30 

ein  Malter  schwehr  Frucht     .     .     .     .  „    6. 

Der  Wein  ist  auf  dißes  1739.  .Jahr  in  folgendem  Werth  zu  ver- 
steuern : 

1731er  Gewächs   das   Fueder  für     .     .    fl.  36: 


1732er  di 
1733«' 

1734  er 

1735  er 
1736er 
1737er 
1738  er 


ito 

y            

>> 

y 7.-> 

34 
34 
48 
52 
52 
36 
72, 


Welch  vorstehende  und  all  andere  Erfahrnuß  ein  jeder  Bürger^ 
wie  auch,  was  er  sonst  im  Gewerb  hat,  besonders  die  Wein  ohne 
Abgang  pflichtmäßig   specificirter  angeben  solle. 

Item  ein  jeder  alter  Burger  solle  wenigstens  200  fl.,  ein  neu- 
angehender aber  400  fl.,  ob  er  gleich  nicht  so  vihl  in  meinem  Ver- 
mögen hat,  in  die  Steur  zu  legen  schuldig  und  verbunden  sein. 

Es  solle  auch  ein  jeder  neben  der  Steur,  so  er  von  seinem  ligend- 
ald  fahrendem  Gueth  zu  verstatten  hat,  vor  die  bürgerliche  Steur 
1  fl.  geben,  auch  von  allen  verbrieft  und  unverbrieften  Schulden, 
er  habe  sodann  den  Zünß  eingenomen  oder  nicht,  an  derselbigen 
nichts  abgezogen,  sondern  ohne  Underscheid  in  duplo  versteurt  werden. 

Ferner,  wann  ein  Burger  oder  Innwohner  ein  Gueth  an  sich 
erkauft,  es  seien  Acker  oder  Wißen,  Reben  oder  andere  Güether 
(die  Häußer  allein  außgenommen)  er  zahle  nun  solches  zum  Theil 
oder  nichts  daran,  so  solle  doch  dem  Käufer  dißfahls  an  der  Steur 
nichts  abgehen,  sondern  das  ganze  Gueth  ohne  einigen  Nachlaß  ver- 
steuret  werden. 

Letztlich  und  zur  Erhaltung  der  Gleichheit  solle  von  jeden  3  fl. 
ligenden  Gütheren  und  Currentschulden  1  ^y  von  denen  Capitalien 
und  all  übriger  Fahmus  aber  von  3  fl.  2  /^  gemainer  Statt  bezahlt,  die 
Frembde  aber,  ald  auß  dem  Burgerrecht  Außgetrettene  oder  Abge- 
konunene  wegen  Versteurung  deren  allhier  besizenden  Gütheren  nach 
der  Statt  Satzungen  gehalten  werden. 


Überlingen.  653 

Spruch  nicht  aigentlich  ankomme,  und  diße  ohnehin  schon  auf  der- 
gleichen Geschäft,  soweith  sie  dann  darzu  gebraucht  werden,  bei 
denen  Jahrgerichten  beaidiget  würden.  So  ist  auf  der  Sachen  reifere 
Erwögung  alles  weitheren  Vor-  und  Anbringens  diße  vorgekommene 
Beschwehrde  und  Zweifelhaftigkeit  dahin  verglichen  und  erläutheret 
worden,  daß  es  deren  Undergängen  halber  insgemein  bei  der  Ver- 
ordnung deren  vorermelten  beeden  Verträgen  solchergestalten  sein 
Verbleiben  haben  solle,  daß  eine  löbl.  Reichsstadt  Überlingen  und 
dero  Gottshauß  Spithal  zum  Heiligen  Geist,  an  welchen  Enden  es 
ihnen  Noth  wird,  zwischen  ihnen  und  den  ihren  gegen  jedermännig- 
lich  in  allweeg,  niemands  außgenommen,  in  ihren  Nidergerichten 
durch  ihre  Amtleuth  und  Underthanen  die  Güther  außmarken,  auch 
die  Undergänger  beaidigen  und  abfertigen  mögen.  In  denen  Fällen 
aber^  da  S.  H.  D.,  dero  Erben  und  Nachkommen,  darzu  auch 
ihre  Underthanen  und  Hindersäßen  der  Grafschaft  Heiligenberg 
in  gedachten  von  Überlingen  Nidergerichten  Güether  ligen  hetten, 
and  dieselben  durch  sich  selbst  von  Hauß  aus,  oder  andere  Huebcr, 
unangesehen,  wo  die  gesessen  seien,  baweten,  deßgleichen,  was 
anderen  außländischen  Persohnen  zugethan  und  auch  Güether  in  viel- 
ermelter  von  Überlingen  Gerichten  ligen  hetten,  und  solche  Güether 
durch  sich  selbst  von  Hauß  aus,  oder  durch  andere  Huebere,  so 
denen  von  Überlingen  von  des  Gerichtszwangs  wegen,  oder  sonst 
mit  Gelübd  und  Pflicht  nicht  verwand,  oder  under  ihnen  seßhaft 
wären,  baweten,  und  bei  dißen  Güethern  die  alte  Marken  renoviret, 
oder  aber,  wann  der  Zihl  und  Marken  halber  ein  Streit  oder  Zweifel- 
haftigkeit entstehet  und  bei  sothanen  entstehenden  Strittig-  und  Zweifel- 
haftigkeiten  die  alte  Marken  gehöbt,  und  entweder  newe  oder  die  alte 
Marken  wider  eingesezt,  oder  auch  sonsten  bei  und  außerhalb  denen 
vorfallenden  Strittigkeiten  die  Güether,  Velder  und  Wälder  in  andere 
Weeg  durch  die  Undergänger  außgezeichriet  werden,  so  sollen  die  von 
Überlingen  oder  ihre  Amtleuthe  einen  Weeg  wie  den  anderen  denen 
Qt^erbeamten  zu  dem  Heiligenberg  zeitlich  gehn  dem  Heiligenberg 
entbiethen,  die  sollen  alßdann  ohne  Hinderung  zu  dem  Undergang 
kehren^  die  Aid  geben  und  sonst  kein  Gebott  dabei  thuen,  ob  sie 
aber  nicht  kämen,  oder  Hinderung  darinn  thuen  wölten,  so  sollen 
und  mögen  der  gemelten  von  Überlingen  Amtleuth  dann  zumahl  die 
Aide  deren  Oberbeamten  halb  zum  Heiligenberg  ungestraft  geben, 
damit  der  Undergang  nicht  gehinderet  noch  verzogen  werde.  Und 
nachdem 

Zum  anderen  in  dem  Vertrag, de  anno  1519  ein  besonderer 
Articul  wegen   denen   Klosterfrawen  zu   Beche     deren   Undergängen 


Überlingen.  655 

dem  ersten  Articul  gemeldet  ist,  benantlichen  bei  denea  concurrierenden 
Heiligen bergischen  und  fremden  Güetheren  in  ihrer,  deren  von  Über- 
lingen, Nidergerichten  gelegen,  mag  Überlingen  den  ergangenen  Spruch 
wohl  fertigen.     Da  aber 

zum  sechsten  eine  löbl.  Reichsstadt  Überlingen,  derselben  Vog- 
teien  oder  ihr  anvertrautes  Gottshauß  Spithal  zum  Heiligen  Geist 
gegen  andere  Nidergerichtsherren  oder  Gemeinden  mit  Gerichten  oder 
Trib  und  Tratt  zusammen  stoßen  und  derentwegen  in  Stritt  oder 
Uneinigkeit  zerfallen  thäten,  wie  in  specie  bei  Ernetsreuthe  und 
Lippertsreuthe  schon  zu  underschiedlichen  Mahlen  geschehen,  solle 
jeweils  von  H.  nicht  nur  denen  ündergängern  der  Aid  gegeben,  son- 
dern auch  derselben  Spruch  und  Außrichtung,  wie  hievor  in  dem 
dritten  Articul  enthalten,  außgefertiget  werden.     Und  weilen 

zum  sibenden  wegen  denen  Undergängen  in  offenen  Straßen 
es  in  dem  Vertrag  de  anno  1519  §pho:  „weiter  der  undergänger 
halb  in  offenen  straßen**  etc.  schon  sattsam  versehen,  wie  es  darmit 
gehalten  werden  solle,  dißes  auch  in  dem  anno  1585  nachgefolgten 
Vertrag  §pho  „zum  zehenden**  .etc.  bestättiget  worden,  alß  solle  es 
dabei  lediglich  sein  Bewenden  haben,  daß  nehmlichen  die  Under- 
gäng  in  denen  Landstraßen  Sr.  Hf.  D.  zu  Fürstenberg  etc.,  dero 
Erben  und  Nachkommen  zum  H.,  zustehen  sollen,  und  die  andere 
Weeg,  die  in  die  Dörfer  gehen,  sollen  Macht  haben,  die  zu  under- 
gehen,  die  da  andere  Güether  daselbst  undergehen,  wann  aber  die 
zu  eng  gemacht  oder  nicht  gehalten  werden,  wie  von  alter  her,  haben 
die  Grundherren  Macht,  darinn  zu  reden;  wann  aber  dieselbige  nicht 
darob  wären,  daß  die  Weitinen  der  Weeg  gehalten  würden,  wie  von 
Alters  hergebracht  ist,  mag  der  Herr  des  oberen  Gerichts,  nehm- 
lichen ein  jeweiliger  Innhaber  der  Grafschaft  H.,  solches  versehen, 
daß  es  gehalten  werd. 

Zum  achten  sollen  die  Ehehaftinen  oder  derselben  Verwilligung, 
alß  der  Mühlinen,  Tafernen,  Würtschaften,  Torkien,  Schmiden,  Baad- 
stuben,  Ziegelhütten,  Kalchöfen,  Färbinen  und  dergleichen  mit  Ein- 
begriff aller  Feurstätten  bei  der  hochen  Obrigkeit  verbleiben,  solcher- 
gestalten,  daß  disertwegen  jeweils  bei  Sr.  Hf.  D.  zu  Fürsten- 
berg etc.,  dero  Erben  und  Nachkommen,  oder  bei  dero  verordneten 
Oberamtleuthen  zu  H.  umb  die  Erlaubtnuß  geziemend  angehalten 
werden  und  höchstgedacht  Sr.  Hf.  D.  zu  Fürstenberg  etc.,  dero  Erben 
und  Nachkommen  solche  befindenden  Dingen  nach  zu  erlauben  oder 
nicht,  frei  imd  zue  Willkühr  stehen  solle.  Jedoch  erklären  und  ver- 
sicheren S.  Hf.  D.  zu  Fürstenberg  etc.,  daß,  wann  erwißen  werden 


Überlingen.  657 

oder  befuegt  sein.  Herentwegeii  wollen  S.  Hf.  D.  zu  F.  etc.  es 
deren  Pfachtkösten  halber  bei  der  alten  Observanz  solchergeslalten 
bewenden  laßen,  daß  von  einer  Maaß  newen  Geschier  sibenzehen 
Kreutzer  und  von  einer  halben  Maaß  newen  Geschier  acht  Kreutzer 
zwei  Pfenning  gegeben.  Wann  aber  das  bereits  gepfächte  alte  Ge- 
schier nur  visitiret  wird,  bei  der  großen  Maaß  von  dem  ganzen 
Einsatz,  das  ist  von  der  Quart,  Maaß,  Halbs  und  Viertelkanten,  wie 
auch  von  denen  Gläßeren  insgesammt  dreißig  Kreutzer  und  bei  der 
kleinen  Maaß  einundzwanzig  Kreutzer  zwei  Pfenning  bezogen  werden, 
jedoch  S.  Hf.  D.  zu  F.  etc.,  dero  Erben  und  Nachkommen  die  Hand 
offen  bleiben  solle,  sothane  Pfächtgebühr  in  das  künftige  nach  er- 
heischenden billichen  Ursachen  vermehren  oder  veränderen  zu 
können. 

[Der  13.,  14.  und  15.  Punkt  betreffen  Einzelfälle.]   Und  gleichwie 

Zum  sech zehenden  bei  der  Grafschaft  H.  das  Recht,  die 
Mühlinen  je  nach  Nothdurft  oder  Guetbefinden  zu  beschawen,  zu  recht- 
fertigen und  die  erfindende  bußwürdige  Sachen  zu  bestrafen  in  kraft 
Torangezogener  [in  Ziff.  13]  Schattbuchener  Landgerichts  Urthel  [vom 
Jahre  1322]  und  bißheriger  Übung  von  uralten  Zeiten  wohl  herge- 
bracht ist,  also  solle  dißes  Recht  zwaren  auch  auf  allen  und  jeden 
der  Stadt  Überlingen  und  ihres  Gottshaußes  Spithals  zum  Heiligen 
Geist  außer  ihren  der  Stadt  in  anno  1572  verglichenen,  und  mit 
denen  vierundzwainzig  hohen  Obrigkeits  Steinen  ordentlich  außge- 
markten  hochen  Gerichten  befindlichen  Mühlinen  ihro,  der  Grafschaft, 
mit  dem  Pfächt  der  gewohnlichen  Meßen  und  erforderlichen  Aufsicht 
darauf  ganz  ohngekränkt  und  allein  verbleiben,  jedoch  wollen  S.  Hf.  D. 
zu  F.  etc.  aus  besonderer  Consideration  vor  sie,  die  Stadt,  und  ohne 
Schmälerung  ihres  juris  universalis  bei  der  Mühlin  zu  Goldbach  hie- 
mit  zugeben,  daß  sie,  die  Stadt,  auch  jährlichen  diße  Mühlin  gleich  H. 
beschawen  möge.     Ferners  und 

Zum  sibenzehenden  gehört  die  Bewilligung,  Obsicht  und  Er- 
kanntnus  über  die  Wasserlaithungen,  wo  es  umb  eine  newe  Con- 
cession  zu  thuen,  oder  wann  wegen  alten  Wasserlaithungen  ein  Stritt 
erregt  wird,  zu  der  hochen  Obrigkeit;  was  aber  die  alte,  bereits  con- 
cedirtc  oder  hergebrachte  Wasserlaithungen  anbetrifft,  wegen  welchen 
kein  Stritt  entstanden,  bei  denen  solle  es  ohne  Widerred  der  hohen 
Obrigkeit  und    männiglich    ohngehindert   verbleiben.     Und   wann 

Zum  achtzehenden  in  der  löblichen  Reichsstadt  Überlingen 
angehörigen  vogteilichen  oder  hospitalischen  Nidergerichten  Stein  ge- 
brochen oder  Sand  gegraben  werden  wil,  solle  dißertwegen  jeweils 
bei   der   hochen   Obrigkeit  umb   die   Erlaubtnuß   angehalten   werden. 

Oberrheiniicbe  SUdtrechte.    U,  2.  42 


Überlingen.  659 

Zum  zwainzigsten  hat  eine  löbl.  Reichsstadt  Überlingen  der 
Meinung  sein  wollen,  es  gebühre  der  Grafschaft  Heiligenberg  durch 
den  Vertrag  von  anno  1456  allein,  die  schwehre  und  beharrliche 
Scheltungen,  die  eine  öffentliche  Schand-,  Leib-  oder  Lebensstraf  nach 
sich  zihen,  abzuwandlen,  die  leichte  Scheltwort  hingegen  als  Hunds-etc. 
und  dergleichen,  welch  letztere  Wort  jedoch  nicht  beharret  werden, 
sondern  aus  Trunkenheit,  Unbedachtsam-  oder  Gächheit  geschehen, 
gehoreten  denen  Nidergerichten  zu.  Da  aber  vonseithen  Heiligen- 
berg dargethan  worden,  daß  vorermelter  Vertrag  seine  mehrere  Er- 
läuterung aus  denen  nachfolgenden  Verträgen  von  anno  1519  §pho: 
der  dreizehend  articul:  „Werdenberg  wider  U.**  etc.  und  von  anno 
1585  §pho  „zum  vierzehenden"  etc.  erlange,  die  Grafschaft  Heiligen- 
berg auch  vor  und  nach  dißen  Verträgen  die  Schmach-  und  Schelt- 
worth  je  und  allezeit  ohne  Unterscheid  abgestraft,  zumahlen  sothane 
ohnunterschiedene  Befuegsamme  nicht  nur  allein  durch  kaiserliche 
privilegia  außdnickenlich  bestättiget,  sondern  auch  solche  wider  sie, 
die  löbl.  Reichsstadt  Überlingen  auf  beschehene  Anfechtung  bereits 
gerichtlich  verfochten  und  darüber  von  derselben  eine  Caution  de 
non  amplius  turbando  auf  das  Dorf  Undersiggingen  erhalten  habe; 
alß  hat  dieselbe  die  Ohnerhöblichkeit  ihrer  vermeinten  und  obange- 
führten  Distinction  von  selbsten  erkennt,  und  ist  hierauf  zu  Ver- 
hütung aller  ferneren  dergleichen  Zweifelhaftigkeiten  dißem  newen 
Vertrag  zu  mehreren  Erläuterung  außdruckenlich  einzuverleiben  be- 
schlossen worden,  daß  die  Abwandlung  und  Bestrafung  aller  und 
jeder  Schmach-  und  Scheltworthen,  sie  seien  groß  oder  klein,  be- 
harret oder  nicht  beharret,  auß  Ohnachtsamkeit,  Trunkenheit  oder 
Gächheit,  inn-  oder  außerhalb  Etters  beschehen,  ohne  Unterschied 
und  allein  der  Heiligenbergischen  hochen  Obrigkeit  abzuwandlen  und 
zu  bestrafen  zugehörig  sein  sollen.     Gleichergestalten  und 

Zum  einundzwainzigisten  sollen  die  flüßende  Wunden,  Bain- 
scbrött  und  Erdfrevel,  alß  wann  einer  den  anderen  schlagt,  daß  er 
zu  Erden  fallt,  sofern  eines  oder  das  andere  außer  dem  Etter  be- 
gangen worden,  in  kraft  deren  Verträgen  von  anno  1456  §pho  „und 
in  den  üßeren  etteren**  etc.,  item  von  anno  1525  §pho  „zum  vierdten, 
belangend  die  flößend  wunden**  etc.  und  von  anno  1585  §pho  „zum 
vierdten,  nachdem  sich**  etc.  der  hochen  Obrigkeit  abzustrafen  und 
derselben  die  zuerkannte  Straf  allein  gebühren;  inner  dem'  Etter  aber, 
obwohlen  sothane  Frevel  der  flößenden  Wunden,  Bainschrött  und 
Erdfällen  inner  Etters  begangen  vermög  erstangezogener  Verträgen 
denen  von  Überlingen  zu  strafen  zusteheten,  ist  jedennoch  die  Sach 
aus  seinen  sonders  bewögenden  Ursachen  und  gegen  andere  cedirte 

42* 


dingen. 

Puncten   dahin  vergliclieii  wortlim,  daß  rtirohin,  sooft  sich  flößend« 
Wumlen,   Uainschröll   oder   Erdfall   in   deren   von  Cberlingm   Nider 
gcriuhlen   inner   Ktlers   begeben,   dar   Thätor   bei   der   hoehen   Obrig- 
keit  zu   Heibgenberg   frirgeiiuinnii^n   und   daselbst   gerecht  fertiget,  ifo 
von  der  hocbcn    Obrigkeit  erkannte   Straf  aber   halbicrtfL    und  die 
Heifte    sothaner    Straf    Sn    Ilf.    D.    zu    F.    etc.,    dero     Erfieii    tnid 
N.'ichkonimen.    der    andere    halb    Tlieil    hingegen    denen    von    Cbtr- 
lingen  oiler  ihrem  GoÜHhanß  Spilhal  mm  Heiligen  Cieist  zugehören 
nnd  verabfütgot  werden  solle,  deßwegen  auch  eine  ttibL   Reirhssiadt 
Überlingen    zn   solcher   büehobrtgkeiUiehen    Cognition    und    Jinlicalur 
pinen   Arnlrnann    oder   des   Orllis   Animann    nacher   Ueiligenberg  aU 
schiekea  und  der  Abgeordnete  solhaner  Cognition  und  Judicnlur  bei 
wohnen  mag.  jedoch  solle  dißer  Amtmann  oder  des  Orlhs   Animanii 
dabei   kein   Votum  hal>ei^   norh  andureh  der  liuehen  obrigki^iHicließ 
Jurisdiction  im  geringsten  präjudiciret  werden,    Ihid  daniil  dio  mehref« 
bei   sothaner   AbBebitkimg   erlaufende   Kosten    verhüetet   w€?rden,  ist 
von  öeithen  Heiligenberg  die  Sinceration  gejächeben»  daü  man  jeweils 
mehrere  dergleichen  casus  auf  einen  Gerichtstag  zusammen  kouifuen 
lassen  wölb,  doch  wann  auf  den  pro  cognitione  et  jiidicatiira  dili- 
fabls  angesetzten  ticrichtstag  niemand  von  seithen  fbertingen  öden 
d®ro  Hospithalö  zu  Heiligenberg  erscheinen  würde,  so  möge  man  vob 
seithen  der  hochen  Obrigkeit  sich  davon  nicht  abhalten  lassen,  son- 
dern ein-   ald   anderen   Falls   nichts  desto   weniger  damit   türfahren. 

Dahingegen  und  wann  schon 

Zum  zweiundzwainzigisten  in  dem  Jahr  1519  in  dem  da- 
mahls  errichteten  Vertrag  §pho:  „darzii  deß  pauren  zu  Kriewangen 
halb**  etc.  die  truckene  Streich  der  hochen  Obrigkeit  zuerkannt  worden, 
diße  auch  deren  Bestrafung  bißhero  ohne  Unterschied  geübet,  solle 
es  jedoch  fürohin  mit  denen  truckenen  Streichen  gleich  mit  denen 
flüßenden  Wunden,  Bainschrött  und  Erdfällen,  wie  in  negst  hievor- 
stehenden Articul  mit  mehreren!  enthalten  ist,  durchgehends  gehallen 
werden.     Und   darzu   wollen 

Z  u  m  d  r  e  i  u  n  d  z  w  a  i  n  z  i  g  i  s  t  e  n  S.  Hf.  1).  zu  F.  etc.  in 
denenjenigen  Fällen,  wann  mit  denen  flüßenden  Wunden,  Bain- 
schrött, Erdfällen  und  truckenen  Streichen  inner  Etters  Scheit-  und 
Schmachworth  mit  underlaufen,  es  auch  wegen  sothanen  concurri- 
renden  Scheit-  und  Schmachworthen,  gleichwie  bei  denen  llüßenden 
Wunden,  Bainschrött,  Erdfällen  und  truckenen  Streichen  selbsten 
halten  und  die  Straf  halbiren  lassen,  doch  in  dem  übrigen  ohnver- 
kürzt  und  ohne  Abbruch  dessen,  was  hieoben  §pho:  zum  zwain- 
zigisten  etc.  deren  Scheit-  und  Schmachworthen  halber,  wann  keine 


Überlingen.  661 

flüßende  Wunden,  Bainschrött,  Erdfäll  und  truckene  Streich  inner 
Ellers  mit  underlaufen,  der  privativen  Strafbezihung  halber  und 
sonsten  gesetzt  und  geordnet  ist. 

Zum  vierundzwainzigisten.  So  einem  ein  Hand,  Arm,  Fuß, 
Finger  oder  ander  Glid  abgehawen  wird,  solle  es  bei  dem  V'^ertrag 
de  anno  1525  §pho:  zum  vierdten  etc.,  und  §pho:  zum  eilften  sein 
ohngeändertes  Verbleiben  haben,  daß  solches,  es  geschehe  inn-  oder 
außerhalb  Etters,  Sr.  Hf.  D.  zu  F.  etc.,  dero  Erben  und  Nachkommen 
zu  strafen  zustehet.    Wie  es  dann  auch 

Zum  fünfundzwainzigisten  wegen  der  Lähminen  bei  erst- 
angezogenem Vertrag  solchergestalten  sein  Bewenden  haben  solle, 
daß,  wann  der  Frevel  inner  Etters  geschehen,  und  der  Schadhaft 
inner  Jahrsfrist  nach  solcher  Verwundung  nicht  wider  grad  würd, 
noch  zu  seinem  Gesund  kam,  alsdann  jede  Parthei  einen  Wundarzt 
geben,  dieselben  solch  Wunden  besichtigen,  und  sofern  die  bei  ihren 
Aiden  für  lahm  erkannten,  achteten  oder  hielten,  so  soll  solch  Hand- 
lung mit  Landgericht  zum  Heiligenberg  oder  bei  daßigem  Oberamt 
fürgenommen,  beklagt  und  gestraft,  und  was  also  alda  erkannt  wird, 
Sr.  Hf.  D.  zu  F.  etc.,  dero  Erben  und  Nachkommen  und  einer 
löbl.  Reichsstadt  Überlingen  oder  dero  Gottshauß  Spithal  jeder  Parthei 
zum  halben  Theil  zugestellt  werden.  Ob  sich  aber  zutrüg,  daß  durch 
bemelt  Wundärzten  in  solchen  Wunden  ein  Zweiflung  würd,  also, 
daß  der  ein  vermeinte,  es  wäre  ein  Lähmin,  und  der  ander  nit,  so 
sollen  dannoch  die  von  Überlingen  denselben  Thäter  weder  mit  noch 
ohne  Recht  umb  den  Frevel  nit  strafen,  und  da  auch  beede  vorge- 
melte  Wundärzten  keine  Lähmin  erkannt  betten,  solle  es  darmit  ge- 
halten werden,  wie  wegen  denen  Bainschrött,  flüßenden  Wunden, 
Erdfällen  und  truckenen  Streichen  hieoben  schon  angeführet  worden. 
Weilers  und 

Zum  sechsundzwainzigisten  solle  es  auch  wegen  dem  Auß- 
f orderen  und  denen  Fehlwürfen  bei  dem  Vertrag  de  anno  1528  mit 
der  Erläuterung  verbleiben,  daß  in  dem  Fall,  wann  sich  begeh,  daß 
einer  ein  anderen  in  deren  von  Überlingen  Dörferen,  Nidergerichten 
und  Gebiethen,  alda  die  hoche  Obrigkeit  gehn  Heiligenberg  gehörig 
ist,  aus  dem  seinen  oder  sonsten  freventlicher  weiß  außforderte,  oder 
einer  nach  dem  anderen  ein  Wöhr,  wie  die  genannt  werden  möcht, 
oder  ein  Stein  ald  anderes  nachschüß  oder  würfe,  und  nicht  treffe, 
sondern  fehlet,  es  geschehe  tags  oder  nachts,  solch  Thäter  umb  derlei 
jede  Mißhandlung  von  der  hochen  Obrigkeit  umb  zehen  Pfund  Pfenning 
Landswehrung  gestraft  und  solche  Straf  Sr.  Hf.  D.  zu  F.  etc., 
dero  Erben  und  Nachkommen  zum  halben  Theil  und  der  ander  halb 


Überlinf?en.  663 

gehören,  doch  einer  löbl.  Reichsstadt  Überlingen  frei-  und  bevor- 
stehen solle,  daß  dieselbe  nach  Maßgaab  deren  alten  Verträgen  durch 
jemand,  der  ihren  die  Klag  gemeinschaftlich  anbringen,  auch  all  wei- 
there  rechtliche  Nothdurft  besorgen  helfen,  den  Sentenz  anhören  und 
wegen  Bezihung  der  Helfte  der  Straf  das  behörige  observiren  lassen 
möge.     Betreffend 

Zum  neunundzwainzigisten  die  Frevel  außer  Etters  be- 
gangen, solle  es  darmit  nach  denen  alten  und  dißem  gegenwärtigen 
newen  Vertrag  gehalten  werden,  und  solchemnach  gehören  die^  flüßende 
Wunden,  Bainschrött,  Erdfäll,  truckene  Streich,  Glidlähminen  und  der- 
gleichen außer  Etters  begangen,  samt  derselben  Straf  allein  zur  hochen 
Obrigkeit.     Gestalten  es  auch 

Zum  dreißigsten  wegen  denen  Frevlen  auf  denen  Landstraßen 
begangen  bei  dem  Vertrag  de  anno  1525  §pho:  zum  sibenden:  „alß- 
dann  herr  graff  Christoph**  etc.  sein  Bewenden  hat,  daß,  was  sich 
für  Frevel,  denen  Nidergerichten  zugehörig,  in  denen  Dorfettern,  darinn 
die  von  Überlingen  die  Nidergerichten  haben,  zutragen  oder  verfallen, 
nach  Maßgaab  dißes  gegenwärtigen  Vertrags  denselben  von  Über- 
lingen, und  was  außerhalb  der  Dorfetter  für  Frevel,  hoch  oder  nider, 
darinn  nichts  außgenommen,  sich  auf  den  Straßen  begeben,  der 
hochen   Obrigkeit  zu   strafen   zugehören   sollen. 

Zum  einunddreißigisten  ist  zwaren  in  dem  Vertrag  von  anno 
1585  §pho  zum  eilften  etc.  von  einer  löbl.  Reichsstadt  Überlingen 
die  Bestrafung  des  Ehebruchs,  Jungfrawschwächung  und  Hurerei  der 
Grafschaft  Heiligenberg  schon  unter  die  Malefizsachen  eingestanden 
worden.  Dieweilen  aber  erstermclte  löbl.  Reichsstadt  Überlingen  sich 
dißertwegen  das  damahlen  noch  bei  dem  hochlöbl.  Cammergericht 
in  puncto  secundae  simplicis  querelae  intituliret,  unentscheiden  ge- 
standene Recht  reserviret,  und  nun  sothanes  Recht  den  achtund- 
zwanzigsten Monathstag  Junii,  stilo  veteri,  des  1585  Jahres  durch 
eine  ordentliche  Endurthel  wider  sie,  die  Stadt,  außgefallen  ist,  als 
thuet  sich  die  in  vorgesagtem  Vertrag  gemachte  Reservation  von 
Selbsten  höben,  und  sollen  demnach  alle  Ehebruch,  Jungfrauschwä- 
chungen und  Hurereien  noch  forthin  und  zu  künftigen  ewigen  Zeiten 
Sr.  Hf.  D.  zu  F.  etc.,  dero  Erben  und  Nachkommen  an  der  Graf- 
schaft Heiligenberg,  abzuwandlen  und  zu  bestrafen  privative  zu- 
stehen, sie,  die  Stadt  Überlingen,  auch  höchst  dieselbe  hieran  ruhig- 
lich  lassen  und  den  geringsten  Eintrag  oder  Bekränkung  hierinn- 
fahls  nicht  thuen;  innmaßen  dieselbe  sich  durch  ihre  uf  Zinßtag, 
den  27.  Tag  Brachmonaths  des  1589.  Jahrs  von  sich  gestellte  Caution 
hierzu  mit  ordenlicher  Verschreibung  ihres  Gottshauß  Spithals  aigen- 


Überlingen.  665 

Zum  fünfunddreißigsten  die  bohrende  Bäum  anbetrifft,  da- 
mit solle  es  nach  dem  Vertrag  von  anno  1459  und  nach  der  Graf- 
schaft bißherigen  Observanz  sein  Verbleiben  haben,  daß  nehmlichen 
die  von  Überlingen  und  die  ihren  bohrend  Bäum,  heimisch  oder 
wild,  uf  ihren  eigenen  Lehen-  oder  Zinßgüether  abhawen  mögen  un- 
gestraft, außgenohmen  in  denen  Frohnwalden  und  auf  gemein  Märken, 
da  sollen  sie  es  meiden,  es  seie  dann  mit  Sr.  Hf.  D.  etc.  oder 
mit  deren  Käthen  und  Oberamtleuthen  Willen  und  Erlauben.  Nebst 
deme  und 

Zum  sechsunddreißigsten  solle  bei  sich  ergebenden  Egerich 
zu  Schwingung  der  Aicheln  in  denen  Vogtei-  und  hospithalischen 
Nidergerichten  in  ihren  Waldungen  und  gemein  Märken  (außgenohmen 
der  sich  außer  der  Waldungen  befindlichen  aigenen  Lehen-  oder  Zinß- 
güether) gewisse  Tag  befindenden  Dingen  nach  mit  dem  Forst- 
amt verglichen  und  darüber  nicht  geschwungen  noch  geleßen  werden. 
Und  da 

Zum  sibenunddreißigsten  eine  löbl.  Reichsstadt  Überlingen 
sich  beschwehret,  daß  durch  die  Heiligenbergische  Bestandsharzere 
in  den  Harzen  merklich  excediret,  und  andurch  die  Waldungen  nahm- 
haft  verdorben  werden,  diße  Beschwehrde  auch  nicht  ohnerhöblich 
erfunden  worden,  indeme  die  ermelte  Bestandsharzere  der  ihnen  zu- 
gestellten Harzer-Ordnung  hin  und  wider  schlecht  nachgekommen, 
so  ist  dißer  zu  desto  hinlänglicherer  Aufhöbung  sothaner  Beschwehrde 
das  Harzen  in  ihro  der  Stadt  Überlingen,  ihres  Gottshaus  Spithals 
und  ihrer  Underthanen  Hölzer,  in  ihren  Nidergerichten  gelegen,  auf- 
gekündet und  herentgegen  ihro  der  Stadt  gegen  einer  gewissen  Re- 
cognition  (wie  solche  hieunden  bei  dem  acht  und  sechzigsten  Articui 
des  aigentlichen  angeführet)  auf  dreißig  Jahr  lang  solchergestalten 
verlihen  und  überlassen  worden,  daß  jedoch  Sr.  Hf.  D.  zu  F.  etc. 
sich  die  Abwandlung  deren  in  dem  Harzen  vorbeigehenden  Freveln 
vorbehalten  haben,  und  nach  verflossenen  dreißig  Jahren  sothane 
Verleihung  wider  aufgehöbt  sein  solle.    Über  das  und 

Zum  acht  und  dreißigsten  hat  es  wegen  denen  Kohlblätzen 
nach  der  Heiligenbergischen  Forstordnung  und  Observanz  solcher- 
gestalten sein  Bewenden,  daß  von  einem  new  anlegenden  Kohlblatz 
ein  gülden  dreißig  Kreutzer,  von  einem  alten  brauchenden  Kohlblatz 
aber  vier  und  zwainzig  Kreutzer  gegeben  werden  sollen. 

Zum  neununddreißigsten,  als  wegen  denen  Holzfrevlen  der 
darüber  disponirende  Vertrag  von  anno  1525  §pho:  zum  andern  etc. 
in  ohngleichen  Verstand  gezogen  werden  wollen,  ist  solcher  dahin 
erläuteret  worden,  daß  für  eines,  ob  jemand  dem  anderen  der  oder 


Überlingen.  667 

weßen  und  kein  Holzrecht  habe,  die  Forstgarb  für  das  künftige  nach- 
gesehen sein  solle,  außgenohmen  denenjenigeii  Orthen,  wo  die  Forst- 
garb schon  t)ei  zwanzig  Jahren  her  bezogen  worden,  darauf  solle 
selbige  noch  fürohin  entrichtet  werden. 

Zum  zweiundvierzigsten  ist  in  dem  Vertrag  von  anno  1519 
§pho:  der  achtend  articul  wider  Werdenberg:  „der  bott  halb,  den 
hunden  dremmel  anzuhenken**  etc.  also  entscheiden,  daß  der  Forst- 
meister in  deren  von  Überlingen  Zwing  und  Bahn  nit  zu  biethen 
bab,  auch  nicht  Igebiethen  soll,  sonderen  zu  den  Amtleuthen  derselbigen 
reuten,  an  fünf  Schilling  Pfenning  gebiethen  lassen  und  nit  darüber; 
und  wa  der  Forstmeister  die  Hund  ferner  ahne  Dremmel  im  Forst 
find,  mag  er  die,  deren  die  Hund  seind,  innhalt  des  Botts  strafen, 
und  soll  sölich  Bott  .währen  von  angehendem  Maien  bis  Johannis 
Sonnewendin,  auch  das  Strafgelt  dem  Forstmeister  zustehen.  Da 
aber  in  kurzen  Jahren  hernach,  benantlichen  in  dem  Vertrag  von 
anno  1525  §pho  zum  dreizehenden  etc.  nur  gemeiniglich  dahin  ver- 
ordnet worden,  daß  derselben  von  Überlingen  arme  Leuth  in  ver- 
bottene  Zeit  kein  Hund,  klein  noch  groß,  ohn  angehenkt  Bengel  der 
Grafschaft  Heiligenberg  forstlichen  Gebrauch  nachlaufen  lassen  sollen, 
und  nun  diße  beede  Vertrag  gegen  einander  etwas  unlauther  zu  sein 
erachtet  werden  wollen,  seind  solche  dahin  erläutheret  worden,  daß 
fürohin  der  Forstmeister  alljährlichen  zu  seiner  gewohnlichen  Zeit 
deren  von  Überlingen  Amtleuthen  schrift-  oder  mündlichen  entbiethen, 
und  durch  dieselbe  denen  Underthanen  an  fünf  Schilling  Pfenning 
und  nicht  darüber  gebiethen  lasse,  ihren  Hunden  der  Grafschaft 
Heiligenberg  forstlichen  Gebrauch  nach  Drenunel  anzuhenken,  und 
daß  keiner  in  verbottener  Zeit  seinen  Hund,  klein  noch  groß,  ohn 
angehenkt  Bengel  laufen  lassen  solle;  und  wa  der  Forstmeister  die 
Hund  ferner  ohne  Drenunel  im  Forst  find,  mag  er  die,  deren  die 
Hund  seind,  innhalt  des  Botts  strafen,  oder  nach  der  Grafschaft 
HeiHgenberg  forstlichem  Gebrauch  und  Ordnung  bei  daßigem  Ober- 
amt der  Straf  halber  anklagen  und  alsdann  die  Straf  bezihen.  So- 
fern aber 

Zum  dreiundvierzigsten  durch  die  überhäufte  Menge  des 
Wildprätts  deren  von  Überlingen  armen  Leuthen  in  ihren  Feldern 
und  Früchten  ein  merklicher  Schaden  zugehen  würde,  sollen  diße 
gleich  Sr.  Hf.  D.  zu  F.  armen  Leuthen  und  Underthanen  gehalten 
werden. 

Zum  vierundvierzigsten  hat  auch  insonderheit  der  Vertrag 
von  anno  1525  §pho  zum  dritten:  „daß  die  von  Überlingen**  etc.  in 
ungleichen  Verstand  gezogen  und  allzuweith  extendiret  werden  wollen, 


MB 


Überlingen» 


deine  dann  vorzukumnien  tlir*  Erlänterimg  dtihiu  brsrhchen,  daß  dk 
von  Überlingen,  ihre  Burger  und  Einwohner  in  der  Stadt  und  Vor- 
sLaJt  daselbst,  welche  anjetzo  mit  der  Stadt  eingeschlossen  ist,  auch 
all  ihre  Nachkommen  in  dem  determinirlen  Gezürk  von  ihrer  Stadt 
dem  See  auLhiß  in  die  Aach,  die  Aach  hinauf  in  die  Reiß-Mühlin, 
der  Reiß'Müblin  nach  gehii  Aacbhaußen,  von  daanen  die  rechten 
Aach  hinauf  biß  gehn  Salmansweiler,  fürter  gehn  Bruggfelden  in  dio 
Jlühlin,  von  dannen  neben  Daidcrstorf,  wie  die  Aach  hinahriMt 
darnach  gehn  Herdwang,  auch  daselbst,  wie  sich  der  Landgralschaft 
KcUenhurg  und  Grafschaft  zum  Heiligenberger  Gnlnzen  scheiden,  und 
den  See  hinauf  biß  wider  gehn  Überlingen,  auO  Gnaden  und  gueter 
Naehbarschaft  auf  den  Seen,  Weiher,  Wäßeren  nnd  darzu  auf  denea 
Weithincn  Aichhorn  und  alles  Geflügel  schießen,  deßgleicheii  mit  dem 
Kloben,  trag*  und  stehend  Hütten  voglon,  auch  in  ihrem  Stadtetlir 
Ftichs,  Haaßen  und  alles  GelKigel  uiuerhindcrl  Sr.  HL  D.,  den* 
Erben  und  derselben  Forstmeister,  schießen  und  fangen  mögen* 
Doch  in  solchem  Gezürk  und  außerhalb  ihrem  Stadtetter  kein  Fuchs. 
Haaß,  Hhee  oder  Schwein,  nüt^h  ander  Gewild,  nichts  außgenohmen. 
in  denen  Waldungen  aber  ohne  l.^nterscheid  gar  nichts  schießen»  dar- 
neben  auch  in  kraft  des  V^ertrags  von  anno  1459  gpho:  „dann  von 
(k*ß  forsts  wegen'*  etc.  sich  darmit  i>escheidentlich  hauen,  und  über 
den  hieobcn  bestiounten  Gezürk  in  der  Grafschaft  zum  Heiligenherger 
forstlichen  Obrigkeit  sonst  weder  voglen,  schießen  noch  ander  Wui^] 
werk  brauchen  sollen.  Wo  aber  einer  oder  mehr  des  also,  wie  vor 
stehet,  (ibertrett,  welches  doch  nicht  sein  soll,  mögen  Sr.  Hf.  D., 
dero  Erben  ond  Nachkommen  oder  die  ihren  von  ihretwegen  dcn- 
oder  dieselben  darum I*  nach  Gebraucli  der  Grafschaft  znra  Heibgeii' 
berg  strafen,  wie  sieh  gebühret.  Und  nachdeme  von  obangeführteni 
(Jezurk  in  dem  Jahr  lti37  ein  gueter  Theil  mit  denen  Regalien,  hocher 
und  forstlicher  Obrigkeit,  auch  iibrigen  der  Grafschaft  zuständig  ge- 
wußten Jurisdictionaben  njul  Gerechtigkeiten  an  das  löbL  Reichs-Golts- 
haus  Salmanswciler  ül*erlasseu  und  abgetretten,  dißertwegen  auch  in 
dem  damahls  mit  erstersagtem  föld,  Ueicdis-Gotlshaus  errichteten  Con- 
tract  und  Suparatiuns-ik'ceß  §phi):  ,,Und  diewuil  sich  betiudet"  eic. 
der  vornegezügenen  Concession  halben  die  Vorsehung  geschehen,  und 
von  seithen  Heiligenberg  mit  der  löbl.  Reichsstadt  Überlingen  habende 
Vertrag  außdruckenlich  reserviret  worden.  Als  hat  es  dabei  sein 
ferneres   Verbleiben. 

Allermaßen  es  auch 

Zum   fünfundvierzigsten    wegen   der   Überlingischen   Vögten 
bei  dem  Vertrag  von  anno   1519  sein  ohngeändertes  Bewenden  hat, 


Überliogen.  669 

welcher  also  lauthet :  der  zcheiid  articul  Überlingen  wider  Werdenberg 
der  drei  schlößer  Hochen-Bodmann,  Ramsperg  und  Ittendorf  halb, 
berührend  das  jagen  ist  also  entscheiden:  so  die  von  Überlingen  ein 
vogt  an  ein  jedliches  orth  der  drei  schlößer  sezen  und  ordnen,  so 
soll  dann  ein  jeglicher  vogt  bitten  den  herrn  des  Heiligenbergs,  ihm 
zu  erlauben,  ein  fuchs  und  haaßen  zu  hezen  und  heßen;  das  soll  dann 
der  herr  des  Heiligenberg  dem  vogt  gnädiglich  zügeben  und  nicht  ver- 
sagen, doch  ungefährlich,  und  daß  sie  nicht  in  die  rechte  wilde  fuhr  zihen. 

Zum  sechsundvierzigsten  geben  die  Vertrag  von  denen  Jahren 
1459  §pho:  „dann  alß  unser  gnädiger  herr**  etc.  und  1519  §pho:  „der 
zehend  Überlingen  articul"  etc.  daß  die  von  Überlingen  in  ihren  Nider- 
gerichten  wohl  mögen  Aupenthcur  außgeben.  Dieweil  aber  durch  dißes 
Worth  Aupentheur  auch  die  Freischießen  haben  verstanden  werden 
wollen,  wo  doch  bei  der  Grafschaft  Heiligenberg  ein  anderes  herge- 
bracht, ist  es  bei  sothaner  Observanz  dergestalten  gelaßen  worden, 
daß,  so  oft  und  vil  in  deren  von  Überlinger  Nidergerichten,  von  einem 
oder  mehreren,  diße  seien,  wer  sie  w^ollen,  ein  Freischießen  gegeben 
werden  will,  dißertwegen  jederzeit  bei  der  Hochen  Obrigkeit  umb  die 
Erlaubtnuß  gebührend  angehalten  werden,  die  Bewilligung  der 
Scbolter-,  Bank-  und  all  übriger  dergleichen  Spihl  hingegen  denen 
von  Überlingen  zustehen.    Und  es  benebens  auch 

Zum  sibenundvierzigsten  wegen  des  Platz-  und  Standgelts 
bei  dem  Vertrag  von  anno  1525  §pho:  zum  zwölften:  alß  herr  graff 
Christophs  forstmeister,  etc.  mit  der  Extension  verbleiben  solle,  daß 
die  von  Überlingen  das  Platz-  und  Standgelt  von  denen  verwilligten 
Scholter-  und  Spihlbänken,  wie  auch  von  denen  Grameren  nicht  nur 
an  Kürchweihinen,  sondern  auch  zu  andern  Zeiten,  da  diße  ihr  Spihl 
halten  oder  fail  haben  werden,  ohne  Unterschied  bezihen  mögen,  doch 
daß  die  Scholterbänk  und  das  Failhaben  nicht  gar  zu  frequent  gemacht 
und  darauß  kein  Markrecht  eruiret,  noch  es  sonsten  zu  einem  Miß- 
brauch gezogen  werden  möge. 

Zum  achtundvierzigsten  verbleibt  das  Abdecken  und  die 
Nonnenmacherei  bei  der  Grafschaft  Heiligenberg  und  nach  derselben 
Forstordnung,  so  daß  keiner  in  deren  von  Überlinger  Nidergerichten 
gesessen  sein  Vieh,  so  abgestanden  oder  sonst  waßenmäßig  ist,  ander- 
werts  abdecken,  noch  auch  seine  Fohlen  und  anderes  Vieh,  deme  er 
außwerfen  lassen  will,  anderwerts  schneiden  und  verhallen  lassen 
solle,  außer  bei  denen  von  Heiligenberg  hierzu  bestellten  Meisteren, 
es  wäre  denn,  daß  er  hierumben  zu  Heiligenberg  geziemend  anhalten 
und  es  ihme  insbesonders  vergönnt  würde.  In  dem  Fall  aber  einer 
oder  mehrere  von  denen  bestellten  Nonnenmacheren  durch  den  Schnitt 


070  Üherling^n. 

und  Verhailuiig  ihroa  Viehs  beschädiget  und  rhtrnmb  hei  dem  Heilig« 
ber^er  Oberamt  klagbar  einkommeu  vnirdeu.  solle  dorn-  oder  denseUwm 
befmdenden  Dingen  nach  gebührendes  Recht  verschaffet  werdon ;  wi** 
dann  auch  in  dem  übrigen  deren  von  übe  Hingen  arme  Leuth  und 
Underthanen  deren  köalen  halber  denen  Heiligenbergischen  arrnt^n 
Leiithen  und  UnderLbanen  gleich  gebalten  werden  sollen. 

Zum  n ** u  n  vi  n d  v  i e r z i g s  i  e n ,  wann  j emanti t  oCteiit I ich  und  lags 
übi»r  offpü  Marken  ähret,  graßet,  asüunct,  schneidet  oder  mähel,  diB 
soll  lau*  deren  Verträgen  von  anno  1450  Spbo :  ,,wär  ancli  oiTeiitiich'*  elc 
und  von  anno  1519  §pho;  „der  xehend  articul  Werdenberg  wider 
Überlingen**  etc.  in  die  Nidergeriehten  2U  strafen  gehören  und  nicW 
den  hochen  Gerichten,  Wo  aber  das  änderst  gcscdioch,  und  jenuuri 
bei  der  Nacht  oder  auch  kurz  nach  anbrechendem  Tag  oder  vor  du- 
brechender  Nacht,  da  gemBinlieh  niemand  in  dem  Feld  zu  sein  pfleg^U 
über  offen  Marken  ahret,  graßet,  mmet,  schiM.*idet  oder  mäbelep  da» 
soll  denen  fiochen  Gerichten  g«*hören.  Wann  nber  durch  das  Vhtp 
zäunen  die  Etter  erweitberet  werden,  oder  solches  in  denen  Land- 
straßen geschiehet,  es  eeie  bei  Tag  oder  bei  Nachl,  öffentlich  od^r 
heimlich,  solle  in  einem,  wie  in  dem  andern  Fall  dessen  Abwandlung 
der  Hochen  Obrigkeit  ausleben.     Und  dann 

Zum  fünfzigsten  mit  dem  Überlreiben  und  Überfahren  mit 
dem  Vieh  in  die  Felder  und  Waiden,  dem  Überähren,  Übergraßeii, 
ÜberzämuMi^  ri>^'rschnr^j<len  und  Üheiinahen,  wie  es  in  negst  hievor 
stehenden  Articuln  enthalten,  gleich  gehalten  werden. 

Zum  einundfünfzigsten,  gleichwie  in  denen  alten  Verträgen, 
benantlichen  in  dem  Vertrag  von  anno  1456  §pho:  „furo  dem,  alß  von 
der  nidergericht  wegen**  etc.,  von  anno  1459  §pho:  „und  alßdann  die 
vielgenannten  von  U.**  etc.;  item  von  anno  1519  §pho:  „deligleichen 
Galle  Joppen"  etc.,  und  dann  in  dem  Vertrag  von  anno  1585  §fpho: 
„dergegen  sollen  sich  ihren  gnaden"  etc.  schon  sattsam  versehen,  wie 
es  mit  denen  Grebotten  und  Verbotten  zu  halten,  als  hat  es  auch 
darbei  sein  beständiges  Verbleiben,  daß  S.  Hf.  D.  zu  F.  etc., 
dero  Erben  «und  Nachkommen  an  der  Grafschaft  HeiHgenberg  in  denen 
hochenobrigkeitlichen,  und  anderen  nacher  Heiligenberg  gehörigen 
Fällen,  eine  löbl.  Reichsstadt  Überlingen  aber  in  ihren  competirenden 
nidergerichtlichen  Sachen  zu  gebiethcn  und  verbiethen  habe.  Und 
sollen  demnach 

Zum  zweiundfünfzigsten  nach  weiterem  Innhalt  des  ober- 
melten  Vertrages  von  anno  1519  §pho:  „Graf  Christophs  erster  dag 
articul**  etc.  die  von  Überlingen  der  hochen  gerichlen  der  Grafschaft 
zum  Heiligenberg  still  und  müßig  stehen,  deßgleichen  die  Innhabere 


Überlingen.  671 

der  Grafschaft  Heiligenberg  ihnen  in  ihren  Nidergerichten  nicht  Irrung 
thuen,  noch  dieselben  in  denen  Debitis-Abhandlungen  wider  das  alle- 
girte  alte  Herkommen  hinderen.    Deßwegen  auch 

Zum  dreiundfünfzigsten  eine  löbl.  Reichsstadt  Überlingen 
ihre  Nidergerichts-Öffnungen  für  das  künftige  nach  denen  Verträgen, 
ergangenen  Cammergerichtsurthel  und  insonderheit  nach  dißem  gegen- 
wärtigen newen  Vertrag  einzurichten,  und  was  ein-  so  anderem  zu- 
wider darinn  enthalten  sein  möchte,  fürdersamst  zu  emendiren  oder 
herauszulassen  verbunden,  auch  höcher  nicht  dann  an  zehen  Pfund 
Pfenning  zu  gebiethen  und  zu  strafen  befugt  sein  solle.     Und  wie 

Zum  vierundfünfzigsten  S.  Hf.  D.  zu  F.  etc.  sich  be- 
schwehret,  daß  von  seithen  vorersagter  löbl.  Reichsstadt  Überlingen 
ihren  Nidergerichts-Unterthanen  verbotten  worden  seie,  einander  ohne 
ihr  Vorwissen  und  Beschaiden  bei  der  hochen  Obrigkeit  in  dahin  ge- 
hörigen Sachen  nicht  zu  verklagen,  so  doch  schnurstracks  wider  die 
alte  Vertrag,  insonderheit  von  anno  1586,  und  dann  wider  die  auß- 
gestellte  Caution  vom  27.  Tag  Brachmonaths  des  1589.  Jahres  laufe; 
die  von  Überlingen  hingegen  es  niemahlen  gethan  zu  haben  und  daß 
sie  es  auch  noch  nicht  thuen  wölten,  haben  S.  Hf.  D.  es  dabei  be- 
wenden lassen,  sofern  nur  darauf  gehalten  werde. 

Zum  fünfundfünfzigsten  ist  wegen  denen  Citationen  der  Ver- 
trag von  anno  1585  §pho:  „zum  eilften"  etc.  dahin  erläutheret,  daß, 
wann  es  eine  kundbare  Malefizsach  ist  oder  ein  Verdacht  eines  Malefiz, 
darunder  Ehebruch,  Jungfraw-Schwächung  und  Hurerei  auch  begriffen, 
uf  ihr  trägt,  daß  S.  Hf.  D.  zu  F.  etc.,  dero  Erben  und  Nach- 
komnien  an  der  Grafschaft  Heiligenberg  solche  malefizische  imd  arg- 
wöhnische Persohnen  tags  oder  nachts  nach  Gutbefinden  wohl  fäng- 
lich annehmen  imd  zum  Heiligenberg  führen  und  die  Gebühr  gegen 
ihnen  fümehmen  lassen  mögen.  Diejenige  aber,  die  Sachen  oder 
Handlungen,  so  nicht  malefizisch  und  ihro  Hf.  D.  vermög  der  Ver- 
trägen und  Observanz  zu  strafen  gebühre,  begangen  haben,  die  mögen 
ihro  D.  zu  güetlich-  oder  rechtlichem  Abtrag  ihrer  Baß  durch  die 
Jägere  oder  andere  hierzu  bestellte  Persohnen  nach  Gelegenheit  der 
Sach  Schrift-  oder  mündtlichen  ohnmittelbar  citieren  und  zum  Ueiligen- 
berg  sich  zu  stellen  erforderen  lassen;  und  da  die  Verbrechere  oder 
Delinquenten  sich  zu  gütlichem  Abtrag  nicht  einstellen,  sondern  mit 
Recht  veranthworten  wolten,  in  solchem  Fall  sollen  ihro  Hf.  D.  etc. 
den-  oder  dieselbigen  nach  bißheriger  Observanz  vor  dero  Heiligen- 
berger  Oberamt  oder  daßigem  Landgericht  beklagen  und  nach  be- 
fundener Beschaffenheit  der  Sachen  mit  Recht  strafen,  auch  all  das- 
jenige, was  zu  Außführung  dißes  Rechts  erforderlich  sein  mag,  da- 


Überlingen.  673 

resp.   auf  den   Heiligenberg   gegen   einander   reciprocirlich   und   dem 
Herkommen  gemäß  gehalten  werden. 

Zum  achtundfünfzigsten  ist  zwaren  in  denen  hievorstehenden 
und  insonderheit  in  dem  51.  Articul  schon  mit  mehrerem  angeführet, 
daß  ein  jeder  Theil  in  den  ihme  zustehenden  Sachen  Gebott  und  Ver- 
bott thuen  möge.  Nachdeme  aber  sich  in  specie  deren  Arresten  halber 
:!   ein  Anstand  ergeben,  ob  eine  löbl.  Reichsstadt  Überlingen  dergleichen 
^    anzulegen  befueget  seie,  und  nun  diße  neben  dem  alten  Herkommen 
N    sich  hauptsachlichen  auf  den  Vertrag  von  anno  1585  und  desselben 
«    6.  Articul  bezogen,  ist  die  Sach  dahin  erörtert  worden,  daß,  gleichwie 
^    die   Grafschaft  Heiligenberg   in  Hochobrigkeits-  und   derselben   com- 
$.    petirenden  Sachen  das  jus  arrestandi  hat,  also  möge  auch  eine  löbl. 
I    Reichsstadt  Überlingen  und  deroselben  Gottshauß  Spithal  zum  Heiligen 
I    Geist  in  ihren  Nidergerichts-Sachen  Arrest  mit  geziemender  Weiß  und 
r    Arth  anlegen.    Und  da 

I  Zum  neunundfünfzigsten  eine  löbl.  Reichsstadt  Überlingen 

^  und  deroselben  Gottshauß  Spithal  in  ihren  competirenden  Niderge- 
T  richts-Sachen  bei  sich  ergebender  Vorfallenheit  der  Nothdurft  erachten 
würde,  ein-  oder  mehrere  Häußer  in  ihren  Nidergerichts-Orthen  auß- 
suchen  zu  lassen,  solle  auch  dißes  ihro  nicht  verwöhret,  sondern  ge- 
stattet sein,  doch  daß  sie  oder  die  ihrige  sich  darmit  bescheidentlich 
halten. 

Zum  sechzigsten,  alß  S.  Hf.  D.  zu  F.  sich  beschwehret, 
daß  eine  löbl.  Reichsstadt  Überlingen  erst  bei  kurzen  Jahren  her  an- 
gefangen hat,  zu  underschiedlichen  Mahlen  etwelche  bewöhrte  Leuth 
auß  ihrer  Stadt  in  die  Grafschaft  Heiligenberg  zu  schicken  und  in  ihren 
Nidergerich tsorten,  sonderheitlich  in  ihren  negstangelegenen  Würths- 
bäußeren  visitiren  und  patrouilliren  zu  lassen,  die  von  Überlingen  aber 
vermeinet,  dessen  in  kraft  deren  ergangenen  Craiß-conclusorum  citra 
praejudicium  der  Grafschaft  wohl  befuegt  zu  sein,  ist  dißer  Punct  da- 
hin verglichen  worden,  daß  es  mit  dem  Patrouilliren  gleich  mit  dem 
Straifen  mit  dem  Vertrag  von  anno  1585  §pho:  „Alß  sich  auch  zum 
dritten"  etc.  mit  mehreren  angeführet  ist,  gehalten  werden  solle. 

Zum  einundsechzigsten,  nachdeme  Herr  Graf  Joachim  zu 
F.  mit  einer  löbl.  Reichsstadt  Überlingen  wegen  eines  in  dem  Boden- 
see gefangenen  Hürsches  bei  dem  hochpreißlichen  kais.  Cammerge- 
richt  in  Rechtfertigung  primae  simplicis  querelae  intituliret,  gerathen, 
und  erstersagte  löbl.  Reichsstadt  durch  ergangene  Endurthel  zu  Er- 
stattung genügsamer  Caution  de  non  amplius  turbando  condemniret 
worden,  diße  auch  derentwegen  vermittelst  eines  underm  9.  Tag  Brach- 
monaths  des  1580.  Jahrs  von  sich  gestellten  ordentlichen  Instruments 

Oberrheinische  Stadtrechlc.    II,  2.  43 


67i  ^  Oberiin^^n 

das  Dorf  Hagnaw  mit  der  Nidergerichtbarktnl  und  aller  ZugehOrd  m 
Uiiderpfand  und   Versichtriing  kräftigUch  versthribeti,   nun   aber  vür 
kurzvernickten    Jahren    sothanes    zu    Undorpfand    vcTHchribeno    Dorf 
Hagnavv  an  das  (utäÜ.  (inttshaus  Eiusidleu  vcralieriiret  hat,  «m  wtkhm 
en  narhgebends  an  das  löbl.  Reichsgottshauß  Weiiigarlhen  gekufnmcii, 
bei   deme   es   heutbssutag   noch   in   Händen   stehel,   als   fiabeo  S,  HL 
Ü.    zu    F.,    wievvohlt^ii    dor    nexus    cautionis   durch    sothane    Verali^ 
nirungen  nicht  geluüel    worden    und  mit  dem   Dorf  Selbsten  an  dir 
Irrnhabere  übergegangen,  jedennoch  zu  \  t?rhüetüng  künftiger  mehitü 
Winionnig  und  zu  desto  kräftigerer  WiderSicherstellung  dero  /or^lL 
Ober-  und  (ierc?cbLigkt'iten  auf  eine  anderweithe  aetjuivalento  Caüü«jii 
angetragen.     Und  sokhemnach  will  eine  lübl.  Reichsstadt   nberhoiteii 
pro  iso!vendo  nexu  cautionis  auf  dem  ersagtt^n  Dorf  tiagnaw  für   urul 
statt    dessen    ihr   aigenthümliche   Vfjgtei    Ho*  beii-Hodjnaiyi    liieinit  m 
einem  Unterpfand  und  Versicherung  obligiert  und  vergcrhriben  haben, 
ingestatten  sie  fnemil   und  in  kraft  füßer  erstermellt»  Vog(€*i   Hocbco* 
üodmann  mit  der  NidergerichLbarkeit  und  aller  Zugeht Frde  zu  einem 
surrngirten  rnterpfand  und  Versicbernng  solehergest alten  obligirel  und 
verschrei l>et.  daß  diße  Vogtei  tnmmehro  ebenso  kräftig  vH^qjfänd  und 
verbündten  sein  nnWv,  als  waiin  dißn  gleich  aufängUrb  in   dem  okui- 
gezogenen    Cautionsinstriuneut    ansUUt    Hagnaw    benamset    und    ver^ 
schriben  worden  wäre. 

Zuoj  zwei  und  sechzigsten  solle  es  wegen  dem  Fischen  im 
Andelspach  lediglich  bei  dem  auf  Ziustag  den  3*  Tag  des  Monatli^ 
Septernbris  im  159G.  Jahr  gflroflfeiien  V^erglich  sein  Bewenden  haben. 
Als  fierent  gegen 

Zorn  dreiu ndsechzigsten  eine  löbl.  Reichsstadt  Überlingwi 
sich  bescbwehrct,  rbiß  ihres  (loltshauß  Sfiithals  Maier  auf  dem  sofe^ 
nannten  Köllishof  zu  Wolfaitsreuthinj  anjetzl  genannt  Langgassen,  m6^t 
den  Vertraß^  vim  anno  15ir>  an  dem  Mähen  in  dem  Gampenweiher  e!**- 
lüiideret  werden  \vulle>  von  äeithen  F.  man  aber  der  Meinung  gc 
weEen,  daß  ersagter  Maier  das  Mähen  allzuweith  extendire  und  weibn 
der  Gampenweificr  zu  der  Zeit  fast  voUkoTumen  trucken  lige/  es  den 
Verstand  des  \'ertrageB  nicht  hai»en  könne,  daß  er  nunmebro  auch, 
so  weith  er  mit  der  S«M*ges  langen  mag,  mähen  und  folgsamlich  hM 
den  gauzen  Weilier  nutzen  därfe,  so  ist  die  Sach  dahin  verabredr't 
wordcii,  daß  ^wartMi  i^olhane  Besthwehrde  bei  hiernegsliger  WitW 
anlassung  des  Weihers  sclhsten  ressiren  und  sich  höben  w^erde.  tu 
Entstehung  dessen  aber  wolle  die  f  nrwall  ende  Zweifelhaftigkeit  durrh 
eine  sondere   lle.iu^enscheinigung  aligelhau   werden. 

Zum  vierund sechzigsten,  ab  nm  etwelchen  Jahren  her  skh 


Überlingen.  675 

ein  Stritt  zwischen  Heiligenberg,  Überlingen  und  dem  Gottshauß 
Mehreren  Spithal  zu  Constanz  umb  und  von  wegen  des  Nidergerichts- 
zwangs  zwischen  Hödingen  und  Überlingen  in  der  Gegend  Spechzget 
und  Uffkirch  erregt  und  dißer  annoch  fürdauren  thuet,  hat  man  sich 
also  verabredet,  daß  man  zu  ehester  Gelegenheit  auf  dem  spennigen 
Boden  zusammen  kommen,  daselbsten  einander  in  fürbringend-  und 
habenden  Recht  und  Gerechtigkeiten  anhören  und  darauf  nach  aller 
Möglichkeit  sich  miteinander  deßhalben  in  der  Güete  vergleichen  wolle. 
Wann  aber  ein  solches  wider  Verhoffen  in  der  Güete  nicht  könnte  auß- 
getragen  werden,  solle  das  durch  ordentlichen  Untergang  nach  Maß- 
gaab  deren  Verträgen  und  insonderheit  dißes  gegenwertigen  newen 
Vertrags  erörtert  werden.    Und  soviel 

Zum  fünfundsechzigsten  die  zwischen  beeden  Gemeinden 
Denckingen  und  Ochsenbach  fürwaltende  und  bei  dem  hochpreißlichen 
keiserl.  Reichshofrath  annoch  im  Recht  hangende  Waidgangs-Strittig- 
keit  anbelanget,  ist  diße,  jedoch  citra  praejudicium  quodcunque  auf 
eine  Particular-Conferenz,  umb  nochmahlen  in  rem  praesentem  zu 
gehen,  außgestellet  worden. 

Zum  sechsundsechzigsten  ist  wegen  des  Mühlweegs,  so  über 
den  Gampenhof  gehn  Aichbeck  gehet,  die  Beschwehrde  vorgekommen, 
daß  die  von  Überlingen  oder  die  ihrige  erst  von  kurzen  Jahren  her 
die  Heiligenberger  Underthanen  in  Gebrauchung  dißes  Weegs  zu  be- 
kränken angefangen,  deß wegen  z waren  eine  löbl.  Reichsstadt  Über- 
lingen vermeint,  daß  dißer  Mühlweeg  mißbrauchet  und  zu  einer  offenen 
Landstraß  gemacht  werden  wolle.  Nachdeme  aber  von  seithen  Heiligen- 
berg die  Erklärung  geschehen,  daß  man  auf  dißem  Mühlweeg  keine 
Landstraß  einzuführen  gedenke,  ist  die  Sach  dahin  entschiden  worden, 
daß  dißer  Mühlweeg  bei  seinem  freien  Gebrauch  gelassen  werden  solle, 
wie  es  von  alters  her  und  allezeit  geweßen  ist. 

Zum  sibenundsechzigsten,  als  die  geweßte  Filial  Schönach 
in  anno  1723  von  der  Pfarr  Frickingen  separiret  und  zu  einer  be- 
sonderen Pfarr  errichtet,  hierüber  auch,  wie  es  mit  dem  jure  patronatus 
und  in  anderen  Stücken  gehalten  werden  solle,  ein  ordentlicher  Ver- 
glich autoritate  ordinaria  abgehandlet  und  verfertiget  worden,  worinn 
in  specie  versehen,  daß  die  Schönachischen  Heiligenrechnungen  jeder- 
zeit 14  Tag  vor  der  Abhör  ad  revidendum  nacher  Heiligenberg  geschickt 
werden  sollen,  hat  sich  entzwischen  der  Anstand  ereignet,  ob  es  bei 
sothaner  Communication  der  Rechnungen  allein  zu  lassen,  oder  aber 
ob  Heiligenberg  auch  der  würklichen  Revision  beizuwohnen  habe. 
Darauf  dann  nunmehro  verabredet  und  beederseits  beliebet  wurde,  daß 
Heiligenberg    sowohl    als    Überlingen    die    vorermelte    Schönachische 

48- 


Heiligenre€hniingpn  abzuhören  befuegt  sein.  Damit  aber  gleichwohleii 
die  Fabric  mit  allzu  großen  Kosten  nkhi  beliiden  werde,  die  Abhör 
von  beeden  Theilen  zugleich  mir  alle  drei  Jahr  vorgenommon  und  #tii 
Fürstenbergischen  Abgeordneten,  wie  dem  Überlingischeti  jedem  nehsl 
einer  Mittagsverpflegung  vor  seine  Diet  ein  Pfund  Pfenning  enlricJilH 
werden  solle. 

Zum  achtnndserh^figsten  ist  bei  dem  37.  Articul  angeföhtel 
worden,  daß  S.  Hf.  D.  zu  F.  etc.  einer  löbL  Reichsstadt  Tber 
lingen  das  Harzen  gegen  einer  gewissen  Recognition  auf  30  Jahr 
lang  verlihen  und  überlassen;  hierumben,  und  weilen  annebeos 
auch  S,  Hf.  D.  bei  gegenwertiger  Handlung  in  unlerschidlichea 
Pnncten  nachgegeben  und  sich  besonders  gnädiglich  erzeiget,  so  hat 
eine  löhl  Reichsstadt  Ülierlingen  diejenige  Proceßkösten,  welche  von 
einem  hoch f>rei Sil ichen  kaiserl.  Reichshof rath  ihro  in  der  Langgassi* 
sehen  Mandatssach  2000  und  mehreren  Gulden  zuerkennt  worden, 
vor  die  ernannte  Recognition  und  auf  solche  Vergleichung  hin  iiaeli- 
gesöhen  und  hiugelassen,  wie  sie  dann  hieniit  soihane  ihro  ^uerkannü* 
Kfisten  nat  tiliistjen  und  S.  Hf,  D.  etc.,  dero  Erben  und  Nachkommen 
darnm,  als  ab  sie  es  paar  empfangen  hatte,  quittiren  thuoL  L'nd 
darmit  solle 

Zum  neunundsechzigsten  alle  Ungnad,  Unwill,  .  .  .  todt  und 
absein  ,  .  ,    So  aber 

Zum  sibenzigsten  gegen  all  besseres  Verhotfen  über  kurz  oder 
lang  üt*er  den  wahren  und  aigentlichen  Verstand  dißes  gegeuwertige» 
und  hievor  schon  errichteter  Verträgen  eine  begründete  Zweifelhaftig- 
keit  oder  Stritt  entstehen  würde,  alsdann  wäre  mittelst  einer  nachkif- 
liehen  Zusammenkunft  ein  Verbuch  zu  thuen,  ob  der  Zweifel  und 
Stritt  nicht  etwan  unter  beeden  hoch-  und  löblichen  Theilen  selbst, 
oder  durch  ein  und  andern  unpartheiische  und  beederseiths  beliebige 
mcdiatores  oder  Schied  mann  er  in  der  tiüete  abgethan  und  verglii'heü 
werden  möge.     Sonst eu,  unti 

Zum  letzten  solle  es  außer  denen  in  gegenwartigeui  Vertrag 
specificirten  Ptuu't^'n  und  Fällen  in  all  anderen  Stücken  und  Filllen. 
so  hierinn  nicht  benamset  seindt,  bei  denen  alten  zwischen  Heiligen* 
berg  und  Überlingen  hievor  aufgerichten  Verträgen  ohngeändert  und 
ohnabbrüchig  l»es1eheti,  verbleiben  nnd  rlenenselben  hierdurch  nichril 
benohnien  sein.  Üeßgleiclien  solle  aui'h  in  dem  übrigen  diße  gegen- 
wärtige newerliche  Handlung  und  Vergleichung  Sr,  Hf.  D.,  dero 
Erben  und  IS'achk*rmmen  an  dero  Regalien,  Privilegien,  hochen,  forst- 
lichen, landgerichtiichcn  imd  gleitlirbpn  tH>rigkeiten  und  Herrlichkeilen, 
auch  alten  Befuegsamen,  Herkommen,  Recht  und  Gerechtigkeiten^  m 


Überlingen.  677 

S.  Hf.  D.  außerhalb  denen  Stadt  Überlingischen  24  Hochobrigkeits- 
marken haben,  und  dann  einer  löbl.  Reichsstadt  Überlingen,  ihrem 
Gottshauß  Spithal  und  ihren  Nachkommen  an  ihren  Nidergerichten, 
Rechten  und  Gerechtigkeiten  kein  Nachtheil  noch  Schaden  ge- 
bühren. .  .  . 

So  geben  und  geschehen  den  20.  Monathstag  Decembris  des 
1731.  Jahrs. 

Frobeni  Ferdinand  Fürst  zue  Fürstenberg. 

Pei'gament'Libell  mit  22  Blättern.  Siegel  des  F.  v,  F.  und  der 
Stadt  Überlingen  an  mehrfarbiger  Seidenschnur.    L.  A.  21139. 


LXXIIl. 


Yergleichs-Bezeß  zwischen  der  Grafschaft  Heiligenberg  und  der 

Stadt   Überlingen   wegen   der  Untemhldingischen   Schiffahrt, 

der  Fruchtmftrkte  daselbst  u.  a. 

1733  Dezember  30. 

Zuwissen  und  kundgethan  seie  allermänniglich  mit  diesem  brieff : 
Demnach  der  durchlauchtigste  Fürst  und  Herr,  Herr  Frobenius  Fer- 
dinandus,  des  Heil.  Rom.  Reichs  Fürst  zu  Fürstenberg,  Landgraf 
in  der  Baar  und  zu  Stühlingen,  Graf  zu  Heiligenberg  und  Wertenberg 
usw.  als  Prinzipal-Interessenten,  wie  auch  der  durchlauchtigste  Fürst 
und  Herr,  Herr  Josephus  Ernestus,  des  Heil.  Rom.  Reichs  Fürst  zu 
Fürstenberg  usw.,  als  Intervenient,  an  einem,  und  dann  die  wohledel- 
gebohren,  wohledle,  hochgelehrte,  edelvest  usw.  Burgermeister  und 
Rath  des  Heil.  Rom.  Reichs  Stadt  Überlingen  andern  Theils,  schon 
von  langen  Jahren  her  der  Schiffart  halber  zu  ünteruldingen  bei  dem 
hochpreißlichen  kaiserlichen  Reichs  Hofrath  in  einem  Rechtsstritt  mit 
einander  verfangen  gewesen  und  nun  obhöchstgedacht  S.  Hf.  D.  zu 
Fürstenberg-Mößkirch  (mit  Vorwißen  und  Genehmhaltung  Sr.  Hf.  D. 
zu  Fürstenberg-Stühlingen)  und  eine  löbl.  Reichsstadt  Überlingen  in 
sonderheitlicher  Erwögung,  daß  Se.  Rom.  Kais,  und  Königl.  Kathol. 
Maiestät  selbst  allergnädigst  zu  erkennen  gegeben,  wie  allerhöchst 
dieselbe  gern  seheten,  daß  sothane  schon  so  lang  fürdauernde  Rechts- 
sach  inter  partes  güttlich  beigelegt  werden  möchte,  zu  dero  allerunter- 
thänigsten  Ehren  und  zu  allergehorsamster  Erfüllung  sothaner  aller- 
höchsten kaiserlichen  Intention,  wie  auch  zu  Einführ-  und  Erhaltung 


67  g  ^^^^^^^V  Überlingen. 

einer  vollkomnienen  gutteii  nachbarlichen  Einverständnus  ihre  respec* 
tive  Räth  und  Deputirle  in  eine  nachbahrliche  Handhing  ziisaniaiea  ge- 
selzt,  diese  auch  auf  ihrer  beederseitigen  resp.  höchsten  Herren  Pria* 
cjpalen.  auch  Oberen  und  Conuniüenten,  wie  nicht  weniger  auf  raehf 
höchstersagte  Sr.  HL  D.  zu  Fürstenberg-StühUngen  resp.  gnädigsl  und 
gngL  Ratification  einen  Event ual-Vergleich  errichtet  haben,  daß  hifr 
über  und  auf  erstattete  beederseitige  resp.  unterthänigsl  und  geziemende? 
Relation  beede  höchsternannte  Herren  Principalen,  auch  vorerniplk« 
Herren  Oberen  und  Cominittenten  sich  in  Maß  und  (lestalt,  wie  imler 
scliiedJich  und  clärlich  hienach  folget,  miteinander  freund oachbabr 
lieh  vereiniget  und  vor  sich,  dero  Erben  und  Nachkommen  zu  küntii^m 
ewigen  Zeiten  verbündlich  verglicben,    Nehmlichen  und 

Zum  ersten  suHe  bei  vorersagt  Unteruhldingischen  Schiffa 
dem  Hochfürstlicben  Hauß  und  deßen  alldasigen  SchiffleuLben  uui 
IJnterlhanen  die  offene  Hand  vorbehalten  bleiben,  Wein,  Leiith»  Vieh, 
Heu,  Stroh,  Holz  und  dergleichen,  ohne  L'nterscheid,  sowie  es  m 
anderen  See-  und  Markt-Stadien  gebraucht  wrird,  je  und  illezeitj  nach 
Begebefiheit  der  Zeit  und  Läuten  hinüber  und  herüber  führen  m 
dürfen.     Gleichwie  aber  jfl 

Zum  änderten  der  obangezogene  Rechtsstreit  wegen  denen  m 
die  Schweiz  überführenden  Commercien-Früchten  endstandenj  eme 
löbL  Reichs-Stadt  Überlingen  auch  davor  gehalten^  es  ^erde  ibrera 
dasigen  Markt  utid  gemeinen  Weesen  durch  sothane  Ausfuhr  allzugroßt*r 
Abbruch  und  Nachtheil  zugefügt;  also  haben  beede  resp.  Höchst-  mn\ 
LöbL  Tbeil  zu  Abhelfung  sothanen  vorgebrachten  Abbruchs  und  Narh^ 
theils  sich  miteinander  dahin  vereinbahref,  daß  zu  mehrersagtem  Unter* 
uldingen  nicht  allein  kein  Fruchtmarkt  gehalten,  noch  durchgehenJt^ 
commercirende  Früchten  ausgemeßen,  sondern  auch  für  das  Künftige 
mehrere  Früchte  nicht,  als  wöchentlich  einhundertfünfzig  Malter,  vm 
waserlei  Sorten  deren  Fruchten  es  immer  sein  mögen,  iedes  nacli 
seinem  Meß,  von  dem  außwertigen  Orth,  wo.  und  wie  es  erkauft  winlp 
in  der  Schweiz,  nacher  Cos  tanz,  Lindau,  oder  sonsten  auf  eine  diesseitig 
gelegene  Marktstatt  geführet  werden   mögen ;   iedoch  daß 

Zum  drilten  nicht  von  einer  Woch  auf  die  andere  gezehW 
werden  solle,  solchergestalten,  daß,  wann  schon  in  einer  Woch  das 
völlige  Quantum  der  hundertfünfzig  Malter  derlei  Coniinercien -Früchten 
nicht  wüirklich  überfuhrt  wird,  derentwegen  nichts  desto  weniger  di^ 
nachkommende  Woch  nicht  mehrer,  als  das  ordinari  und  hiemit  stipü^ 
lierte  Quantum  außlragt,  geladen  werden  möge^  unter  welcher  Quanto 
der  hundert  fünfzig  Malter  auch 

Zum  vierten  die  herrschaftlichen  Ca mmeral fruchten  verstaadeö 


I 


Überlingen.  679 

sein  sollen,  sofern  einige  auf  denen  herrschaftlichen  Kästen  da  oder 
dorten  würklich  verkauft  worden,  oder  anderstwo  erst  verkauft  und 
zu  Unteruldingen  in  die  Schweiz  oder  anderwerts,  wie  in  §pho  2^^  ge- 
dacht, hinübergeführet  werden  wollen.     Herentgegen  sollen 

Zum  fünften  diejenige  Früchten,  welche  bei  außbrechender 
Kriegsgefahr  über  See  geflehnet  und  daselbst  nur  um  mehrerer  Sicher- 
heit willen  aufgeschittet  werden,  iedoch  neben  alldienlicher  Precaution, 
daß  hierinnfalls  keine  Gefährde  gebraucht  werde,  hierunter  nicht  ge- 
zehlet,  noch  auch 

Zum  sechsten  die  zu  Unterhaltung  der  Costanzisch-  oder  andern 
kaiserlichen  Garnisonen  dahin  kommende  Proviant-Früchten  oder  Mehl 
unter  das  stipulirte  Quantum  der  einhundertfünfzig  Malter  gerechnet 
werden;  desgleichen  mögen  auch 

Zum  sibenden  die  Unteruldingischen  Schiffleuth  diejenige 
Früchten,  so  von  der  Stadt  Costanz  und  aldaßiger  Burgerschaft  oder 
Geistlichkeit,  auch  von  denen  übrigen  über  See  gelegenen  kaiserlichen 
und  Reichsorthen  herüber  gemahlen  werden,  oder  aber  das  zum  Ab- 
bachen  und  ad  usum  domesticum  herüber  abhollende  Mehl  ieweils 
nach  erheischender  Nothdurft  und  ohne  Defalcation  der  hundertfünfzig 
Malter  abhollen  und  überschiffen.     Im  Fall  aber 

Zum  achten  eine  nahe  Feindsgefahr  sich  ereignen  solte, 
seind  S.  Hf.  D.  zu  Fürstenberg-Mößkirch  erbietig,  die  Unterul- 
dingischen größern  Schiff  jederzeit  nacher  Überlingen  zu  stellen, 
um  solche  nicht  nur  allein  daselbsten  in  Sicherheit  zu  haben,  sondern 
auch  ausser  der  eigenen  Nothdurft  zu  mehrerer  Defension  der  Statt 
gebrauchen  zu  können;  und  wie  dann  auf  solchen  Fall  hin  die  Unter- 
uldingischen Schiffleuth  in  loco  Unteruldingen  nichts  mehr  abführen 
könnten,  so  sollen  hingegen  diese  auf  jenen  Fall,  wo  nichts  desto 
weniger  noch  einige  Früchten  in  die  Schweiz  zu  führen  erlaubt,  und 
bei  allgemeiner  Außtheilung  des  quanti  concessi  integralis  ettwas  auf 
Unteruldingen  nach  Proportion  repartiret  wird,  solches  von  Überlingen 
auß  zu  überführen  befugt  sein.    Auf  daß  aber 

Zum  neunten  das  nacher  Unteruldingen  stipulirte  wöchentliche 
Quantum  der  durchgehenden  hundertfünfzig  Malter  fleißig  observirt, 
auch  niemahlen  mehrers  auf  obverstandene  Weiß  und  Arth  über- 
führet werde;  so  wollen  S.  Hf.  D.  zu  Fürstenberg-Mößkirch  nicht 
nicht  nur  allein  einem  vertrauten  hierüber  verpflichteten  Mann  die 
Obsicht  dießfalls  insbesondere  auftragen,  sondern  auch  dero  Schiff- 
leuth diesertwegen  noch  zu  mehrerer  Precaution  all  deme,  waß  in 
gegenwertigem  Verglich  verabredet  und  versprochen  worden,  auf  das 
genauiste  nachzukommen,  sich  aller  Malversation  und  Contravention 


EU  bemftßigeu  und  im  geringsten  keine  Gefährde*  zn  gebrauchen,  aut 
druckentlich  beeidigen,  zumahlt^n  anch  einer  löblichen  Reichs-:5lüdl 
Überlingen  ieweils  auf  Verlangen  einen  extmetum  prolocoUi  von  so- 
tbaner  beschehenen  Verpflichte  und  Beeidigung  wiedt*rfahren  laßen. 
Zu  dem  Ende  sollen  auch 

Zum  zehenden  diejenige  Kaufhiuth,  so  das  bestirnte  QuamuiB 
im  Reich  au  End  und  Orthen  aufkaufen,  sich  mit  einem  atlestala  ver- 
sehen lassen,  damit  solches  zu  llnieruldingen,  wo  der  Traiisfn>rt  gl^ 
schiehet.  dem  hierzu  speciahter  beeidigten  inspeclori  hinterlegt  aod 
die  linteruldingischen  SchiRleuth  yüu  daraus  weiters  mit  einem  atlestato 
versehen  werden  mögen,  und  sofern 

Zum  eiiften  mehrertjiagte  IJnleruldingische  Schiflleuth*  auch  4»t 
hierüber  besfellle  Inspecior  diesem  Verglich  und  ihrem  dariiber  abgc 
schwohrnen  eid  zuwieder  handien  würden,  sollen  diese  voa  *lem  Obn 
amt  zu  Heiligenberg  auf  jeweiliges  Erfahren  mit  aHer  SrhÄr|ife  an- 
gesehen, auch  sn  gar  befindenden  Dingen  nacti  mit  *ier  Confiscatitm 
selbsl  gegpu  fiie  übt^trelU^re  verfahren  werden.     Dabencbens 

Zum  zwölften  einer  lubl*  Heichs-StadI  (■  bedingen  »ihn verwehret 
sein  solh>,  damit  ninb  so  weniger  ettwas  ülier  das  Quantum  abgcfuhrH 
werde  nach  ihrem  litHieben,  auf  dem  Ijand  oder  See,  da  oder  rluriea. 
mit  seiner  geziemenden  Arlh  und  Uesctieidenheii  darauf  Achtung  zn 
gehen,  und  wann  dieselbe  einen  Schleich  oder  Contravenlion  ver- 
merken öder  erfahren  haben  sollen,  solches  durch  iemand  lier  ihrigeti 
dem  Fürstenbergi sehen  bestellen,  sowohl  in  loco  als  auch  sonsteii 
advertiren,  oder  aber  nach  gestalten  Umständen  bei  dem  }Ieiligen* 
bergischen  Oberanil  anzeigen  zu  latk'n,  um  die  (lebiihr  dargegen  vor* 
kehren  zu  künncn,  gestalten  sich  auch 

Zum  d  reiz  eh  enden  beede  hoch-  und  löbliche  Theil  einander 
die  mutuelle  Assistenz  wieder  atle  neuerliche  da  und  dorten  aufzu- 
richten intendirende  Niederlagen,  Ab-  und  Außfahrten,  versprochen, 
Früchten  noch  andere  Waaren  (worunter  auch  Roß  und  Vieh  ver- 
standen) an  Ortli  und  Eiulen,  wo  es  niemahlen  gewesen  oder  nicht 
rechtmäßig  hergebracht,  abzuführen,  zu  keinen  zeiten  zu  gestatten, 
und  dargegen  all  dienliche  Mittel,  jeder  nach  seiner  competirenden 
Arth,  zu  Wasser  und  zu  Lande  vorkehren  zu  lassen.  Es  solle  aber  in 
dem   übrigen  und 

Zum  vierz  eh  enden  diese  gegenwärtige  Vergleichshandlung  der 
Graffschaft  Heiligenberg  an  ihren  Regalien  hocherforstlich,  landgericht- 
lich- und  gleitlichen  Ober-  und  Herrlichkeit,  auch  einer  löbl.  Reichs- 
Stadt  Überlingen  an  ihren  Rechten  und  Gerechtigkeiten  ohnschädlich 
sein,  und  hiemit  so  solle 


Überlingen.  681 

Zum  fünfzehenden  die  bei  dem  Hochpreißlichen  kaiserlichen 
Reichs-Hof-Rath  biß  daher  hierunter  anhängig  geweste  Rechtssach  gänz- 
lichen aufgehöbt,  geschlichtet  und  vertragen  sein,  zumahlen  auch  bei 
Sr.  Rom.  kaiserl.  u.  königl.  Kathol.  Majestät  die  allerunterthänigste 
Anzeig  dießfalls  von  beeden  hoch-  und  löbl.  Theilen  beschehen,  und 
andurch  dieser  fürgewalteten  nachbahrlichen  Spenn-  und  Strittssach 
ihre  vollkommene  Richtigkeit,  Ruhe  und  Endschaft  gegeben  werden. 
Und  dessen  zu  wahren  Urkund  seind  dieser  Vergleichung  drei 
gleichlautende  exemplaria  außgefertiget  und  von  höchstermelt  beede 
Hf.  Hf.  D.  D.  eigenhändig  unterschrieben,  zumahlen  mit  dero 
fürstl.  Insiglen  und  einer  löbl.  Reichs-Stadt  Überlingen  gemeinen 
Stadt-Signet  corroboriret,  auch  jedem  Theil  ein  Exemplar  davon  zu- 
gestellet  worden.  So  gegeben  und  geschehen  Mittwoch,  den  dreißigsten 
Monathstag  Decembris,  nach  Christi  unsers  lieben  Herrn  und  Heilands 
gebührt  des  eintausend  siebenhundert  und  drei  und  dreißigsten  Jahrs. 

L.  S.     Frohen  Ferdinand  L.  S.     Joseph  Fürst  zue 

Fürst  zue   Fürstenberg.  Fürstenberg. 

L.  S.     Burgermeister  und  Rath  der 
Statt  Überlingen. 

Fap,  Orig.    mit  eigenhändigen    Unterschriften    imd  den  jeweils  bei- 
gedrückten  Siegeln,     St.-Ä.  Äbt,  XXXIX  Nr.  943. 


LXXIV. 

Ratsconclusum  ttber  die  Beduktion  zweier  Löwenräte  und  aller 
8  Richter.    Besetzung  des  unteren  Stadtgerichts  u.  ä. 

1753  Mai  24. 

Zue  wissen  und  kundgethan  seie  hiemit  jedermänniglichen :  Als 
bei  denen  unterm  4'<^"  10^"«  des  letzt  verflossenen  und  jüngsthin  unterm 
12*«n  Aprilis  diß  fürlaufenden  Jahrs  gehaltenen  Plenarversammlungen 
eines  wohllöblichen  inneren  und  kleinen,  auch  des  löblichen  äußeren 
und  großen  Raths  diser  des  heil.  röm.  Reichs  Stadt  Überlingen  in  Ahn- 
sehung  des  dem  Publico  andurch  zuegehenden  besonderen  Nutzen  und 
Vortheils  willen,  zumahlen  auch  aus  mehr  anderen  erheblichen  Be- 
wögursachen  allerdings  per  unanimia  oder  wenigist  per  eminenter 
maiora  resolvirt  und  vestgesezet  worden,  daß  nicht  nur  allein  die 
sammentlichen  H.  H.  Richtere  vollkommen,  sondern  auch  noch  dar- 
neben zwei  Herren  Lewenräthe  reducirt  und  in  abgang  gebracht,  mit- 


hin  das  corpus  magistrale  anstatt  deren  bißherigen  28  fürohio  und 
suctt'ssivo  auf  IH  Köpfe  oder  Herren  des  iimi  ren  rathi?  (jedach  <hm 
milhinreclnning  des  jewaligeii  H.  Stattammann^,  bei  deme  als  dem 
driüen  Haubi  der  hiesigen  Stadt  es  ohnehin  sein  ohimbgeätiderti^s  ver- 
bleiben habe)  rt^stringirt  und  vermunderet,  suforth  die  /Jim  Iheil  wüik 
lieh  sehon  vanronde,  theils  aber  noeh  in  Zukunft  naeli  und  nach  durdi 
Sterbr,  promotions-  oder  andere  FäJde  abgehende  respective  Ewei 
Levverirath-  und  8  Hithterstellen  ninnnermehr  ersetzt,  aondern  narb 
deren  allseithigem  Abgang  es  bei  rdiif^er  Anzahl  deren  18  Herren  A^ 
inneren  Ilaths  lediglieh  belassen  werden*  und  das  corpus  eines  wohl- 
löblichen magistrats.  extlusive  des  jeweiligen  Herren  Stattarumanng. 
in  einem  neu-  und  einem  alten  Herrn  Burgf^rnnds^ter,  dann  zwei  Herrt^rt 
Lewenralhen.  nnd  siben  neuen,  anuh  siben  alten  Herren  Zunfliiieisterwi 
bestehen  solle;  also  hat  auch  m\  wohllohiirher  magistrat  über  dm 
circa  modum  ihme  erpresse  vorbehaltene  regulaiivum,  wie  und  duiti 
wtdche  Herren  des  Raths  sowohl  des  löblichen  rnterf^iadtgerieht.  all 
auch  andere  demselben  anklebende  NebenamHen  in  das  künftige  be^ 
atpHei  und  versehen,  auch  übrige  Incidentpuncten  gehalten  sollea, 
folgenden  Sciduß  abgefasset,  und  solchen  hiernechstens  publiciren, 
fort  auch  auf  den  Lewen  und  die  Huaunenl liehe  Zütiflefi  zue  dero 
wissen  und  künftigen  Richtschnner  communicireu  zu  lassen,  der  iSoth* 
durf  zue  sein  erachtet,  und  zwar: 

l"^f*  hat  und  hißt  man  es  bei  der  in  obgedachten  klein-  und  großen 
Raths   concUisis    atlbereith    resolvirten   Reduction   zweier    H,    Lewea- 
räthen  und  aller  S  H.  Richteren  hiermit  lediglich  und  wiederhoblter' 
bewenden,   dergestalten   inid    gleichwie 

2^''*  man  dafür  gehalten,  daß  das  löbliche  Unterstadtgericht  aa* 
statt  deren  liisberigen  9  aubjectorum  von  nun  an  und  in  Zuekunft  mit 
7  Subjectis  benannt:  einem  jew^ciligen  H.  Stattammann  als  desselben 
Ha  übt  und  ersten  memhrn,  sudarin  mit  Ü  Herren  des  Ratbs  als  übrigeQ 
cornniend>ris  satlsamb   bestelle!   sein   werde;  also  sollen    auch 

3'»'^  die  derjnahl  noch  existirende  5  Herren  Richtere,  benannt* 
liehen  d(*r  Herr  Ohcrrichtrr  Joseph  Anloiii  Banr,  die  Herren  Hichler6 
Joseph  Schiele,  Franz  Ulrich  Mader,  Joseph  Schmid  und  Franz  Andreas 
Ennroth  (gestallen  die  übrige  drei  als  Herr  Job.  Evang.  Finckh  zuin 
Spithallmeister,  der  Herr  Christoph  Schauber  und  Herr  Franz  Raphael 
von  Haubert  aber  zuc  würklichen  Zunftmeisteren  kurz  nacheinander 
bereiths  accomodirt  und  promovirt  worden)  nebst  dem  erw^ehleteu  Herrn 
von  Haubert  als  dem  jüngsten  Zunftmeister  besagt  löbliches  Unter- 
stadtgericht fortan  und  bis  zue  weitheren  in  nachstehendem  §pho  5*" 
ersichtlichen  erfolge,  ohnangesehen  dieselbe  immittelst  ebenfahls  zur 


Über)in{;;en.  683 

Zunftmeisterstelle  gelangen  würden,  zue  frequentiren .  und  zue  ver- 
sehen schuldig  sein.    Da  aber 

4^  einer  oder  mehrere  von  oben  denominirten  Herren  Richteren 
vor  dero  promotion  annoch  qua  tales  mit  Tod  abgiengen,  oder  selbst 
resigniren,  oder  auch  anderwerthshin  als  zu  Zunftmeisteren  promovirt 
wurden,  solchenfahls  wurde  je  der  oder  die  jüngste  von  denen  anderen 
Herren  Zunftmeisteren  ohne  Underscheid  des  neu  oder  alten  Banks 
des  oder  deren  Verstorbenen  selbst  resignirten  oder  anderwerthshin 
promovirten  Herren  Richteren  Stelle  oder  Stellen  zu  ersezen,  mit- 
folglichen  statt  dess-  oder  derenselben  das  Gericht  zu  bestellen  und 
zu  versehen  haben.    Wann  herentgegen 

5*<>  der  gänzliche  Abgang  deren  noch  vorhandenen  Herren  Rich- 
teren sich  mitler  Zeith  ergeben  hätte,  alsdann  werden  und  sollen  die 
5  jüngste  Herren  Zunftmeistere  ohne  Unterscheid  deren  Bänkhen,  be- 
nebst einem  jeweiligen  jüngsten  deren  künftigen  Herren  Lewenräthen 
(gestalten  die  dato  noch  existirende  becde  Lewenräthe,  als  Junkher 
Franz  Antoni  von  Echbegg  und  Herr  Lorenz  Feinägl  de  Luxenburg 
in  Kraft  diß  für  jezt  und  allezeit  davon  eximiret  werden)  das  Unter- 
stadtgericht zue  frequentiren  und  verwalten  schuldig  sein.  Und  da- 
mit auch 

6'o  bei  gänzlichem  Abgang  deren  Herren  Richteren  die  denen- 
selben  anklebende  Nebenämtlen  oder  schauen  erforderlicher  Maßen 
bestellet  seien,  sollen  dise,  als  da  seind  die  Brot-,  Schmalz-, 
Fleisch-,  Feuer-,  Bauschau,  Untergang  und  dergleichen,  denen  jeweiligen 
5  jüngsten  Herren  Zunftmeisteren  nach  ihrer  promotion  und  Rang 
der  Ordnung  nach,  oder  wie  es  sonsten  ein  wohllöblicher  magistrat 
am  thuenlichisten  zu  sein  erachten  würd,  wie  bißhero  bei  denen 
Herren  Richteren  üeblich  gewesen,  aufgetragen  worden,   wobei 

7"™o  die  noch  gegenwerthige  Herren  Richtere  bei  etwann  künftig 
sich  ergebenden  vacanten  Lewenrath-  oder  Zunftmeisterstellen  nach 
der  bisherigen  Waahlordnung,  also  daß  jederzeith  zwei  subjecta  da- 
von bei  großem  Rath,  oder  auf  der  Zunft  je  nach  Gestalt  der  vacatur 
in  den  Vorschlag  zu  geben,  successive  promovirt,  der  letztere  und 
noch  einzige  Herr  Richter  aber,  wann  er  änderst  dazue  tauglich  und 
qualificiret  wäre,  immediate  und  ohne  Nebenwaahl  zu  der  vacanten 
Stelle  accomodiret  werden  solle.     Betreffend   nun  aber 

8v<>  die  künftige  Waahlordnung  nach  erfolgter  Promotion  und 
gänzlichem  Abgang  deren  sammentlichen  Herren  Richteren,  hat  ein 
löblicher  Magistrat  sowohl  in  Ansechuug  deren  subjectorum,  als  auch 
der  Waahl  Selbsten  für  das  anständig-  und  räthlichiste  zu  sein  erachtet, 
daß,   wann   eine   hinkünftig   vacirend   werdende   Lewenrathstelle  zue 


ersehen  sein  werde,  denen  eligirenden  7  Herren  Amtszniiftnieistercn, 
gleichwie  es  schon  eingangs  angofährli*n  klein-  und  großen  Rath^- 
concluso  vom  4^®"  lO"^""  a.  p.  §  5  allbereiths  beliebt  worden,  zue  den> 
freier  Willkühr  gestellet  sein  solle,  ssue  sothaner  vacatur  2  anständig 
laugliche  und  allweegens  qualificirte  subjecta  von  der  gesamlen  Burger- 
schaft, ohnangesechen  dieselbe  schon  in  oder  noch  außer  dem  großen 
Rath,  oder  schon  verehelichet,  oder  noch  leedigen  Standes  ^ich  h^ 
findeten,  denen  großen  Rathsherren  in  die  Waage  zne  ßeben,  der- 
gestalten*  daß  von  dem  großen  Rath  auf  dise  vorgeschlagene  zwd 
subjecta  ohne  Widerreed  votiri  und  eines  davon  zum  neuen  Lewen- 
rath  erwählt  werden  solle  und  müsse«     Daherentgegen 

9""  bei  Besezung  deren  erledigten  Zunftuioisterstellen  man  denen 
Herren  Zunftnieisteren,  auch  respective  dem  löblichen  großen  Ralh 
und  denen  ehrbaren  Zünften  zu  dero  Option  und  freien  willen  an- 
heimbgegeben  haben  will,  ob  selbe  es  disfahls  bei  dem  §  4  des  mehr- 
erwehnlen  klein-  und  großen  Ralhsconckisi  (kraft  dessen  zue  einer 
erledigten  Amts-  oder  alten  Zunftmeisterstelle  jederzeiüi  3  schon  würkh* 
lieh  beaidigte  große  Rathsherren  auf  der  Zunft  oder  bei  großem  Rath 
je  nach  (.festalt  der  varatur  ad  eligendum  vorzueschlagen  wären)  oder 
aber  bei  der  bisherig  ohnfürdenkblicheii  Obsen^anz  und  freien  Waahl 
auch  fortabn  und  in  Zuekumft  bewenden  lassen  wollen.  Nechstdeme 
und  weilen  10'"®  durch  den  Abgang  deren  Herren  Richteren,  als  welche 
jedorzeilh  deu  ersten  Eilfer  der  großen  Rathsherren  sowohl  auf  dem 
Lewen,  als  denen  7  ehrbaren  Zünften  ausgemacht,  ein  jeder  ring  umh 
einen  Kopf  oder  Mitglied  geniünderet  würd;  als  ist  denen  bemelten 
7  Zünften  hiemit  bewilliget  und  zuegestanden,  daß  sie  anstatt  ihres 
Herrn  Richters  einen  anderen  aus  ihren  zünftigen  als  den  Eilften 
ringsverwandten  und  großen  Rathsherren  nach  der  bisherigen  VVaahl- 
ordnung  selbsten  erwöhlen  und  hierdurch  die  abgängige  eilfte  Zahl 
wieder  erfüllen  können  und  mögen.     Dahingegen 

11  mo  so  viel  den  Lewen  anbetrifft,  die  Waahl  und  Ersezung  so- 
thann  mit  der  Zeith  abgehenden  Eilfers  loco  des  Herrn  Richters  denen 
beeden  tit.  Herren  Burgermeisteren  und  denen  7  neuen  Zunftmeisteren 
jeweils  auf  den  Montag  post  festum  ss.  trinitatis,  wie  mit  denen 
übrigen  alldahigen  Eilferen  bisher  geschechen,  vorzunehmmen  und 
andurch  den  großen  Rath  vollends  zu  complectiren  hiemit  ebenfahls 
überlaßen  und  vorbehalten  w^ürd.    Dazuemahlen 

12^0  fürohin  keine  neue  Richtere  mehr  zue  erwöhlen,  mitfolg- 
lichen  auch  deren  schuldig  gewesene  Richtergebühren  denen  daran 
participirenden  und  dise  hierimien  wieder  ihr  erlangtes  Recht  ver- 
kürzt \vurden;  als  solle  künftighin  nach  würkhlicher  Promotion  oder 


Überlingen.  685 

Abgang  deren  Herren  Richteren  ein  jeder  sodann  immediate  zur  Lewen- 
rath-  oder  Zunftmeisterstell  gelangende  neue  Herr  Lewenrath  und  Zunft- 
meister das  gewöhnliche  und  schon  von  vielen  Jahren  her  in  eine 
Geltpraesentz  verwandelte  Richtermahl  abzueführen,  nicht  münder 
auch  ein  neu  eligirter  Herr  Zunftmeister  ohne  Unterscheid  deren  Bänken 
seinen  Herren  Mitbanksverwandten  und  Herren  Canzleiverwalteren  das 
ordinari  Einstandpraesent  benebst  der  Richtergebühr,  mithin  beede 
zugleich  und  auf  einmahl  zu  entrichten  schuldig  sein. 

Dessen  zu  wahrer  Urkund  etc. 

So  geben  und  beschechen  Überlingen,  Donnerstag,  den  24.  Mai 
des  1753gisten  Jahrs.  (Publicirt  am  11.  Juni  dess.  Jahres  in  dem 
Reffenthal.) 

Papierheft.     St.-A,  AU.    VIII  Nr.  144. 


LXXV. 
Vertrag  zwischen  der  Grafschaft  Heiligenberg  und  der  Stadt  Über- 
lingen wegen  der  Gerichtsbarkeit. 

1779  Au^st  28. 
Kund  und  zu  wissen  seie  mit  diesem  Brief,  daß,  nachdeme  ent- 
zwischen  dem  durchlauchtigsten  Fürsten  und  Herrn,  Herrn  Joseph 
Wenzel,  des  H.  R.  R.  Fürsten  zu  Fürstenberg  u.  s.  w.,  als  Inhabern 
der  reichslehenbaren  Grafschaft  Heiligenberg  an  einem,  und  dann 
denen  wohlgebornen  u.  s.  w.  Burgermeister  und  Rath  des  H.  R.  R. 
Stadt  Überlingen  von  wegen  denen  in  ersagter  Grafschaft  liegenden 
und  zur  gemeinen  Stadt,  derselben  Vogteien  und  ihres  anvertrauten 
Gotteshauß  Spital  zum  heiligen  Geist  gehörigen  Niedergerichts-Orten 
an  anderen  Theil  seiter  dem  letzteren  in  anno  1731  errichteten  Ver- 
trag zerschiedene  Jurisdictions-Irrungen  sich  ergeben  und  zugetragen 
haben,  zu  deren  gütlicher  Beilegung  und  Herstellung  eines  daurhaften 
Ruhestands  und  nachbarlichen  Vernemmens  aber  eine  wechselseitige 
Pfandschaftshandlung  für  das  dienlichste  Auskunftsmittel  angesehen, 
deß  Ends  zumalen  von  denen  beiderseits  hiezu  deputierten  Räthen 
in  denen  dahier  abgehaltenen  Conferenzien  die  vertrauliche  Unter- 
redung hierüber  gepflogen,  auch  die  Vorschläge,  wie  dieses  Geschäft 
auf  die  leichtest-  und  billigste  Art  zu  erziehlen  sein  möchte,  hinc 
inde  angehöret  und  erwogen  worden,  so  hat  man  sich  hierauf  fol- 
gendermaßen miteinander  freundnachbarlich  vereiniget  und  nach- 
stehenden Pfandschafts-Contract  verbündlich  abgeschlossen,  und  zwar : 


Überliiigeia- 

Erstens  überlaßt  das  hochfür^Lliche  Hauß  an  die  löbliche  Keichs^ 
Stadt  Überlingen  die  in  denen  zu  dasig  gemeiner  Stadt,  derBelbea 
Vogleien  und  Gotteshauß  Spital  gehörigen  Ortschaften,  auch  derselliea 
Zwing  und  Bannen  der  Reidisgrafschaft  Heiligenberg  zusiehende  bohe, 
tandgerichüicbe,  forstherrliche  imd  gkitliche  jura  und  Regalien  mit 
allen  davon  abfallenden  Einkünften  nnd  Nutzbarkeiten,  wie  solch« 
an  beständigen  und  unbeständigen  Frucht-  und  Geldeinkünfteu  m 
der  übergebenen  Verzaichniß  bemerkt  und  kraft  dieses  gewähret  äini 
als  eine  Pfandschaft,  darunter  auch  die  unter  denen  Überlinger  Dorf- 
schaften gelegene  anderweite  Niedergerichts-Orte,  als  Andelshofen  luid 
die  dahin  gehörige  zwei  Höfe  Schön  buch  und  Hagen  weüer,  daaa 
Spezgard,  Hödingen,  Burgberg,  samt  dem  mit  denen  Niedergerichteu 
utui  der  hohen  Jurisdiction  naher  Heiligenberg  gehörigen  sogenannte^ 
Sehifie  mitbegriffen   sind.     In  welch  samentlichen   Orten   dann        ■ 

Zweitens  die  Reichsstadt  Überlingen  die  von  der  ReichsgTii- 
Schaft  Heiligenberg  pfandschaftlicb  übernommene  hohe  jura  solcher- 
gestalten  auszuüben  berechtiget  sein  sollen,  wie  solche  ^um  Theil 
in  denen  vorhandenen  Verträgen  enthalten  und  zum  Teil  sonsteü 
wohl  hergebracht  sind,  mit  der  weiteren  VerbüiuUicbkeit,  daB  die 
währender  Pfandschafts-Zeil  mit  denen  vorbemerkten  ingelegenc*n 
Niedergerichts-Herren  etwa  sich  ergehende  Jurisdictions-Coiiflict  und 
*Proceß  von  seilen  Überlingen  auf  eigene  Kosten  verfochten  und  aus* 
getragen  werden  sollen,  darül)er  man  jedoch  die  Anzeig  und  Comuni- 
calion  der  in  wichtigen  Vorfallenheiten  allenfalls  wechsehiden  ProceB- 
scliriften  und  Correspondenzien  dieseits  erwartet  und  zu  Erleich- 
terung und  Auskunft  die  Mölbige  Behetf  ex  actis  auch  dahin  zu  Händen 
55 u  geben   ohnentstehen    wird.      Ferneres   öbergiebt 

Drittens  Fürstenberg  an  Überlingen  die  hohe  Jurisdiction  über 
den  Salmansweilischen  Hof  zu  Maleien,  wie  nicht  weniger  die  hohe 
und  niedere  Jurisdiction  in  der  Gegend  Spezgard  und  Üfkirch;  weilen 
aber  die  niedere  Gerichten  in  disem  District  zwischen  Heiligenberj, 
Überlingen  und  dem  Spital  zu  Kostanz  annoch  strittig  sind,  so  sollen 
nocli  v(M  wiirkücber  Imission  in  diV^  fif;Hidschaftliche  jura  diese 
Diiferenzien  nach  Maaßgab  des  Verglich-Recesses  de  anno  1731  §  64. 
mittelst  Veranlassung  einer  der  nächstigen  Zusammenkunft  der  inter- 
cessirten  Tbeilen  bestmöglich  erörteret  und  ausgetragen  w^erden.  Wie 
dann  auf  gleiche  Weis 

Viertens  die  abgängige  Überlinger  Etterstein  noch  vor  Anfang 
dieses  Pfandschafts-Contracts  fürdersamst  gemeinschaftlich  wieder  er- 
setzet und  die  noch  ferners  ermanglende  Niedergerichts-Marken  über- 
haubt  zwischen  Heiiigenberg  und  Überlingen  ergänzet  werden  sollen. 


Überlingen.  687 

Vor  diese  an  Überlingen  abtrettende  vorbemerkte  hohe  jura  und 
Regalien  übergiebt 

Fünftens  ermelte  Reichsstadt  dem  hochfürstlichen  Hauß  zu 
einer  wahren  Gegenpfandschaft  cum  pacto  anticretico  die  zwei  Ämter 
oder  Dörfer  Untersikingen  und  Grünwangen,  dann  den  Weiler  Rikerts- 
reuthe  und  eilf  weitere  in  der  Reichsgrafschaft  Heiligenberg  liegende 
Spital-Höfe,  welche  dermalen  respective 

Inio.  Adam  Wagner  zu   Altenbeuren, 

2^0-    Tiberi  Schmid  daselbst, 

3»>o    Johannes   Feederle   und 

4to-     Johann  Brunner  allda, 

ö^^'     Matheus  Zinßmayer  zu  Brukfelden, 

6^0.     (Jas  Stift  Bettenbrunn, 

7™o-  Martin  Sauter  zu  Frikingen, 

8^0-    Mathias  Hof  er  zu  Golpenweiler, 

9"o    Hansjerg  Rinkenburger  zu  Lellwangen, 
Xyrno.  Anton  Schmid  zu  Wintersulgen,   und 
llmo.  Joseph  Schmid 

zu  Erb-  und  Schupflehen  besitzen  mit  denen  dazu  gehörigen  Ge- 
richten, Zwing  und  Bannen,  Trieb  und  Tratt,  Wun  und  Waid,  Fischenz, 
Frohnen  und  Diensten,  Leibeigenschaften,  Fällen,  Ab-  und  Einzügen 
mit  dem  jure  collectandi,  armorum  sequelae  et  lustrationis,  wie  auch 
allen  übrigen  Gülten,  Gefällen  und  Nutzbarkeiten,  was  ermelte  Stadt 
Überlingen  bishero  daran  gehabt  und  davon  bezogen,  also  und  der- 
gestalten,  daß  das  hochfürstliche  Hauß  neben  der  vorhin  gehabten 
hohen  Jurisdiction  nunmehro  und  mit  Anfang  dieser  Pfandschaft  nicht 
nur  allein  die  niederen  Gerichten  zu  Untersikingen,  Grünwangen,  zu 
Rikertsreuthen  und  in  dem  Geilhofer  Bann,  wie  die  Stadt  Überlingen 
solche  exerciret  und  zu  exerciren  befugt  gewesen,  in  Pfandschafts 
Namen  auszuüben,  sondern  auch  all  weitere  Gefälle  und  Nutzbar- 
keiten, die  Überlingen  an  diesen  Ortschaften  und  ab  denen  11  Lehen- 
höfen zu  beziehen  gehabt,  währender  Pfandschaftszeit  nach  Maaß- 
gab  der  von  Überlingen  ausgestelten  Ertrags-  und  Gefälls-Berechnungen 
mit  Einschluß  des  Zehenden  zu  Rikertsreuthe,  soviel  davon  dem 
Spital  Überlingen  gehörig  einzuziehen  und  zu  genießen  befugt  sein 
solle,  immaßen  auch  die  Stadt  Überlingen  hierwegen  die  schuldige 
Eviction  zu  leisten  verspricht,  hiernächst  auch 

Sechstens  über  diese  herwärts  abtrettende  Realitäten  die  wei- 
tere verbindliche  Zusage  machet,  zu  einem  Pfandschilling  noch  sieben- 
zigtausend  Gulden  entweder  baar  zu  erlegen,  oder  statt  der  Baar- 
schaft  soviel  Passivkapitalien  mit  Acconsentirung  der  Creditoren  von 


dem  hochfürstUchtni  Ilanlio  zu  ühememmen,  auch  die  eint  oder  andere 
Verbündlichkeit  vor  würklichcr   Iinmission   wurklich   zu   orfüllen. 

Siebentens  solle  diese  Plaudiichaftshaüdliing  mit  näch^Hn 
Martini  anni  currenUs,  bis  dahin  die  hievnr  gedachterinassen  nmh 
ohnrichtige  Punkten  vollends  in  Richtigkeit  zu  bringen  sind,  Jen 
würklirben  Anfang  nemnien  und  von  dieseiu  dato  an  dreißig  Jahr 
fiirdauern  und  Sümit  mit.  der  Jahr?:ahl  1809  wtederum  zu  Ende  f^ehrn; 
doch  solle  dem  hoehfürstlichen  llauße  Fürstenberg  die  privative  und 
einseitige  Ik'fugsanie  allein  zustehen,  auch  nach  Verfliiß  dieser  Sb- 
puhUion  dreißigjährigen  Pfandsehaftszeit  noch  länger  und  allenfalls 
für  beständig  die  Pfandschaftshandlung  zu  conti nniren,  woniUhin  rüe 
Reichsstadt  Überlingen  auf  diesen  Fall  Inn  auch  kräftig  verbunden 
ist,  diesen  Contractu  solang  es  dem  Hauße  Fümtenberg  gefällig  und 
convenable  sein  wird,  ohiiaufkrnullich  auf  sich  zu  Ik* halten  und  füJ- 
dauren  zu  lassen,    Hiebei  machet  sich 

Achtens  die  Stadt  tlberllngen  auch  anheischig,  daß  wenn  nach 
den  stipolirten  dreißig  Pfandschaftsjaltnjn  dem  Hanße  F.  die  ardiero 
überlassene  Realitäten,  davon  §pho  5*'*  Erwehnung  geschehen,  allen- 
falls nicht  mehr  anständig  sein  snllton,  ennelte  Stadt  alsdann  hievur 
lÜiJOOO  Gulden  haar  erlegen  wolle,  ohne  daß  hierdurch  der  Haubt- 
pfandschaftscontracL  unterbrochen  oder  aufgehoben  sein  solle.  Imi 
weilen  übrigens 

Neuntens  der  Stadt  Cberlingen  über  die  Pfarrei  zu  Unter 
sikingen  das  jus  patronatus  zustehet,  so  hat  dieselbe  auch  diese*! 
Patronalrecht  mit  dem  jure  denotninandi  et  praesentandi  parochum 
wahrend  dieser  Pfandst^haft  an  das  Ilauß  F.  aligetretteii,  dargegc^ 
aber  ist  der  Stadt  Überlingen  auch  die  Convenienz  verschaffet  vvordcn, 
zu  tlroßschönach  das  jus  patronatus,  so  bishero  quoad  effectum  prac 
seiitandi  parochum  zwischen  F.  und  Oberlingeii  alternativ  gewesen, 
diese  Pfandschaftszeit  hindurch  auch  aufsei ten  Cberlingens  privative 
exercireu  zu  dürfen. 

Entzwischen  bleibet  jedoch  die  Revision  und  Abhörung  def 
Kirchenrechnnugen  zu  gedachtem  Uroßschönarh  und  die  RechnungS' 
adjustierung  bei  der  Wahlfahrt  zu  Maria  Stein  nach  dem  Vertrag 
von  anno  1731  noch  fortan  gemeinschaftlich,  und  sollen  diese  Rech- 
nungen somit   fernershin   cumulative   abgehört  werden. 

Zehendens  übernimmt  die  Stadt  Überlingen  den  diesseitigen 
Revierjäger  Albrecht  Dirk  zu  Hödingen,  nachdem  dieser  seiner  auf- 
gehabten herrschaftlichen  Pflichten  erlassen  sein  wird,  in  ihre  Dienste 
und  Resoldung,  welch  letztere  unter  seinem  jetzmaligen  Gehalt  nicht 
zu  stehen  kommen  soll ;  lasset  sich  auoh   nicht  entgegen  sein,  dem 


Übei'lingen.  689 

Heiligenberger  Scharfrichter  den  Waasen  oder  das  abgestandene  Vieh 
nach  Maaßgab  seiner  Instruction  in  denen  Überiinger  Orten  auß- 
schlüßig  folgender  der  löblichen  Reichsstadt  Überlingen  währender 
Pfandschaftszeit  zu  allenfällig  anderweiten  Bestellung  überlassenen 
Orten  benanntlich  Hödingen,  Spezgart,  Ufkirch,  Höllwangen,  Gold- 
bach, Bleiche,  Regnetshausen,  Burgberg,  Teusendorf,  Schreuenbuch, 
Schönbuch,  Hagenweiler,  Andelshofen,  Ernetsreuthe,  Neuwürtshauß, 
Altbirnau,  Bambergen,  Unzenreuthe,  Reuthenmühle  und  Reuthehof, 
mit  der  davon  bishero  gehalten  instructionsmäßigen  Entgeltnüß  zu 
überlassen. 

Über  dieses  solle 

Eilftens  die  Stadt  Überlingen  die  besondere  Obliegenheit  auf 
sich  haben,  über  all  und  jede  unter  der  fürdaurenden  Pfandschaft 
sich  ereignenden  hochobrigkeit-,  landgerichtlich-,  forsteilich-  und  glait- 
liche  Vorfälle  ein  besonderes  Protokoll,  deßgleichen  über  die  nacher 
Überlingen  überlassende  und  allenfalls  noch  weiters  dazukommende 
Hochobrigkeits-Gefäll  ein  besonderes  Register  zu  führen,  auch  mit 
eint  und  anderes  mit  allen  dazu  gehörigen  Acten  nach  geendigter 
Pfandschaft  getreulich  an  F.  wiederum  zu  extradiren. 

Soviel  aber 

Zwölftens  das  bisherige  freie  Commercium  betrifft,  so  solle  dieses 
zwischen  Heiligenberg  und  Überlingen  wechselseitig  noch  fortan  ohn- 
bekünmiert  offen  verbleiben,  und  denen  Unterthanen  beeder  contra- 
hirender  Theilen  der  freie  Gebrauch  diesseitig-  oder  jenseitiger  Pro- 
vessionisten  und  Mühlenen  etc.  fernershin  gestattet  werden.  Nicht- 
minder 

D  reiz  eben  den s  in  kraft  dieses  Pfandschaf ts-Tractats  jeder  Theil 
befugt,  die  Arrestanten  und  Maleficanten  und  zwar  in  dem  pfand- 
schaftlichen  District  ohne  eine  hierwegen  zu  machen  habende  Re- 
quisition, in  denen  übrigen  beederseitigen  Ortschaften  aber  mittelst 
offener  Requisition  durchführen  und  mit  der  erforderlichen  Mann- 
schaft benöthigten  Falls  armata  manu  escortiren  zu  lassen,  worbei 
Überlingen  auch  noch  ferners  gehalten  ist,  die  diesseitige  Unterthanen 
mit  ihren  Früchten  und  Waaren  durch  den  Pfandschaftsdistrict  den 
ohngehindert  und  freien  transitum,  wie  sie  solchen  bis  anhero  ge- 
habt, zu  gestatten. 

Und  gleichwie 

Vierzehendens  die  Stadt  Überlingen  mit  denen  anhero  ab- 
getrettenen  Niedergerichts-Unterthanen  unter  anderen  auch  die  Col- 
lectation  anhero  überlassen  hat,  so  ist  dießfalls  die  Vorsehung  ge- 
machet worden,   daß  der  Matricular-Anschlag   bei   Reich   und  Kreis, 

44 


0tO  ^^^^^^^^^H  .ÜbefUngen. 

wie  auch  bei  nemK "mm^rge rieht  zu  Wezlar  und  dem  rcichsistädii 
sehen  CoUegto  der  Stadt  Überlingen  ab-  und  dür  Grafschaft  Heiligei 
b©rß  pro  hituro  zugeschrieben,  und  damit  dieses  geschehe,  rm 
beeden  Seilen  gemeinschaftlich  die  Sach  beböriger  Orleii  betrieb^m 
werden  solle. 

Auch  wird  man  sich  hie  bei  von  seilen  F.  nicht  entschütti 
den  Betrag  der  außständigen  Contributions-Gelteren,  desgleichen  die 
AmtS'Exstanzien  und  überlinger  Landsohafts-PassivKapitaiien,  soviel 
es  vori  dem  eint  und  anderen  denen  anhero  überlassenen  Cberlinger 
Kiedergeriehts-Unterthanen  auf  vorherig  ordentliche  Liquidation  m 
ihrem  Antheil  betreflen  mag,  denenselben  in  der  nemh'chen  Qualität 
als  Passiv-Schulden  zu-  und  überweisen  zu  lassen  und  versprichel 
F.  diescrlhalben  der  Stadt  Überlingen  alle  justizmäßige  HiÜf  zu  Ein- 
Ireibung  dieser  rückständigen  Schuldigkeiten  nach  denen  Vermögens- 
Umständen  der  Schul dneren  widerfahren  zu  lassen,  auch  allenfalli 
mit  Execulions-  und  Zming^mitleln  an  Händen  zu  gehen,  auch  bei 
Husbrechenden  Ganlhen  solche  Ausstände  nach  ihrer  mehr  oder  wernfftf 
privilegierten  Qualität  in  die  gehörige  Stell  und  Classen  einzubringen. 

Bei  diesem  bishero  beschriebenen  Pfandschafts-Contract  ver- 
stehet  sich  ohne  weiteres  von  Selbsten,  daß 

Fünfzehendens  jedem  contraliirenden  Tfieil  seine  jura  wäh- 
render Pfandschaftszeit  gänzlich  vorbehalten  bleiben  und  somit  nach 

Auflößung  dieser  Pfandschafts-Handlung  jeder  Theil  und  zwar  das 
hochfürsüiche  Hauß  F.  die  an  die  Stadt  Überlingen  abtrettende  hohe 
Gerechtsame  in  ihrem  ganzen  Umfang,  und  gegentheils  auch  die 
Reichsstadt  Überlingen  ihre  anhero  überlassende  Xiedergerichtsbar* 
keit  mit  allen  Gefiilien  und  Gülten  zu  exercireu  und  wideruni  zu  be- 
ziehen berechtiget,  folglichen  auch  die  Verträge,  welche  ohnehin,  io 
soweit  solche  durch  gegenwärtige  Ptandschaft  nicht  sisliret  worden, 
ihre  Verbündlichkeit  noch  beibehatten,  von  der  vorherigen  Kraft  und 
Würkong  sein  sollen. 

Und  wie  sich  schlüßlichen 

S  e  c  h  z  t;  h  f  a  d  u  a  b  dt^s  rt^giereadea  Herra  Fürsteas  zu  F. 
Hf.  D.  zu  unverbrüchlicher  Vesthaltung  und  Authentisirung  dieses 
Pfandschafts -Contracts  von  dero  höchst  und  hohen  Agnatschaft 
den  consensum  beigebracht,  so  hat  auch  die  löbliche  Reichsstadt 
Überlingen  zu  gleichmäßiger  Vesthaltung  dem  kaiserlichen  Commis- 
sions-Consensum  von  des  Herrn  Fürsten  und  Bischofen  zu  Kostanz 
hochfürstl.  Gnaden  eingereichet. 

Dessen  zu  wahrer  Urkund  .... 


OberÜDgen.  691 

So  geschehen  Donaueschingen  den  fünften  und  Überlingen  den 
:ten  Oktobris  in  dem  Jahr  etc.  1779. 

Joseph  Wenzel  Fürst  zu  Fürstenberg. 

Franz  Carl  Mader,  Amtsburgermeister. 

Franz  Conrad  v.  Lentz,  kaiserl.  wirkl.  Rath  und  Alter  Burger- 
ister. 

Pap.  Orig.  mit  den  aufgedr.  Siegeln  des  Fürsten  zu  Fürstenberg 
l  der  Stadt  Überlingen.     St.-Ä.  Abt.  LXXIII  Nr.  2140. 


€avl  X0inuv*9  Untocrutdtsbu^banblung  in  /ocibtlhtv^, 

Heidelberger  7lh})anblun^cn 

ixiv  mittleren  unb  neueren  (9iefd>td>te 

^erauBgcgebcn  »on  Äarl  ^(impt,  0ivid)  lYTardfe  unb  iDtetrtd)  @d>afer 

\.  £^eft:  Cilienfein,  ^einti^,  S>tc  2(nf4>auunacn  ron  Btaat  unb 

%iv^t  im  Utiö^  btv  ^Karolinger,    nr.  8".  cjcl^^f^ct  ....  ITIf.  ^.— 

2.  £}eft:  tPittic^en,  ^iebti^  Karl,  Prcuj^cn  unS  i£nglan5  in  bcr 

curopätfAcn  polittf  1785- 1788.    cir.  ho.  aeljcftet  ....      „    5.— 

3.  f)eft:  tPiefe,  (Etnft,  iDtc  polittf  bcr  Vttebcridnbcr  u)dt)renb  bcs 

:RaImarfrtcg6  (I^JI— J$I3)  unb  ihr  ^ünbnis  mit  Bd>n»e5cn 
(I6H)    unb    bcn   4)anfc<labtcn   (I6Ii5).     IHit    einer    Karte. 

ar.  8»^.  ael^cftct „    4. 60 

^.  ßeft:  3Rott  l^ans,    ^'rie5ri(t  II.  von  bcv  Pfal^  unb  bic  ^e« 

formation.    iiir.  8".  c^cl^cftet ,,    *.— 

5.  ßeft:  Ugats,   Tlxil^nx,   i>tv  |>ant1f4e  ^aicn^anbtL    mit  brei 

Karten,    gr.  8«.  geheftet „    3.60 

6.  £>eft:  5al3et,  £tnft,  ber  Übertritt  be«  (Broten  :Kurfür{len  von 

btv  fibwcbiffhcn  auf  bit  poInif(|>e  Bcite  tDöbrcnb  bes  er(len 
norbif(|>en  :Rriege«  in  Pufenborf»  „Carl  (5u<lap"  unb 
„^'riebri*  Wilhelm",    gr.  8°.  gel>eftet ,    z.^^o 

7.  £}eft:  Cattenieti,  0tto,  Peter  t>on  2(ragon  unb  bie  Bi.;ilianif4e 

t>efper.    gr.  8".  gel)cf tet „    6.80 

8.  i^cft:  tt)iI6,  Kätl,  Höthar  vfran^j  von  ^^önbovn,  ^if<t)of  von 

Bamberg  unb  ^r3bif4)of  von  main^,  I'5d3~I7^.    gr.  s«. 

geheftet '.    .    .      „    5.20 

9.  ßcft:  (Elfan,  Ulbtxt,    t>ie  Publi^iJliF  her  ^artboIomÄusnacbt 

unh  ülornar«  „Vindiciae  contra  Tyrannos".    ülit  einem 

^örief  ntornar».    gr.  8».  gel^eftet „    5.— 

\o,  V\t\i\  J^afencleoer/  2l6oIf,  :Rurpfal3ifd>c  PoIitiF  in  btn  .leiten 

he«  f(|>maIFalhif(|>en  Äriegee  Oanuar  I5-W  bi»  3anuar  1547). 

gr.  80.  geheftet „    «^.80 

U.  IM*-  ijöntpe,  Karl,   Urban   IV.  unh  nianfrch  (izöi  — i:«^). 

gr.  8^  geheftet ,    2.60 

^2.  £Jeft:  ijarhegen,  5^^lehtid^,  3mperiaIpol!tif  :Rönig  /^einrieb*  II. 

von  Uinglanh.    gr.  h".  get^cftet ? ,,    2.— 

^3.  ^cft:  Coft^,  "Äeorg,  SDie  :Rampte  bcr  ^(vabci-   mit  hcn  %civo 

lingcrn  bi«  ^um  Tohe  iluhivig«  II.  gr.  -''.  geheftet  ...  ,,  2.;u 
\ik^  f?eft:  Dogel,  tPaltl^er,  IDie  normanncn  unh  ha?  .franfifc^e  7\eic& 

bi6  3ur  (Brunhung  her  Hormanhie    Töö — öli  .    gr.  ?".  ge 

heftet,   niit  einer  farbigen  Karte  in  ,foIio „12. — 

^5.  Beft:  tOWb,   Karl,    Btaat' unh  Wirtfcbaft   in  hcn  ^idtümern 

von  Wiir^burg   unb  Bamberg,     ^^inc  Untcrfucbung   über 

bit  organifatorifd)e  ZätigFcit  hcs   öifc^of«  Jfrichri(^  :RarI 

oon  BAönborn  J72!?--J7+5.    gr.  x'\   geheftet ,.    '».'»o 

^6.  I7eft:  ^ergftraeger,  Cuhwlg,  »Tbnilian  ,frichr!(|>  Pfeffel«  pcli- 

tifd>e  OtigFeit  J758— 17$4.    gr.  s".   geheftet „    2.40 

17.  t^eft:  ^runner,  Ciihirig,  Politifii-e  ^ett>cc?unc?en  in  nürnberg 

I8-f8;-lö.    gr.  h'\    aeheftct '  .  * ,    :..— 

^8.  ßeft:  (Eiten,  <J5üftat>,  iba*  UntcrFönintum  im  deiche  her  lUcro- 

ringcr  unh  "Karolinacv.    gr.  ^ '.  geheftet „    ri.«>o 

10.  X7eft:  Stamm,  (Eugen,    Äonilantin  vfrani5'  Bcbriften  unb  Heben. 

«^rfJer  Teil:  J8J7-  J85s\     gr.  ^o.     achcftet r.-.o 

20.  luft:  llirtnl^ctm,  0tto,  jDa*  cr<tc  3abr  ^c?  mintjtcrium?  2^i? 

marrf  unh  hie  öffentlictie  !Ueinung x^,— 

21.  i>eft:  XDien^,    (Erid?,     ,fancan    wnb  *hie     fran;öfifc^c    Politil^ 

von  \^2'i-\^21.     yn  Priuf. 

22.  i>eft:  ^atft?aufen,    tHay,    vtVance^co    (J^uicciarhinis    politifcbc 

Theorien  in  iäntn  Operc  incdite r..2«i 


Carl  Winter'ß  Universitätsbuchhandlung  in  Heidelberg. 

Stadtrechte,  Oberrheinische.  Heraus^ir^'ireben  von  «1er  Badischen  Hij^torischen 
Kcuninission. 

I.  Fränkische  Rechte.    Lex.-JS".  ^'elieftet. 

1.  Heft.    Wertheim.  Freuden ber;.'  und  Neubrunn.    Bearbeitet  von  Bichard 

Schrvfler.    n.n.  '2  Mk. 
t>.  Bett.      Der    Obfrlmt'  Wijnplen    mit    seinen    Totht errechten    Eberbach, 

Waibstadt,  ObersclurfTlenz,  Bönni^^heim  und  Mer^rentlieini.    Bearbeitet 

von  Kichard  Schröder,    n.n.  ">.oU  Mk. 
:;.  Hi?ft.     Merjientheim.    Lauda,    Ballenber;,'   und    Krautheim.      Aniorbaeh. 

Walldürn,   Buthen.    Kül.^lieini    und  Taulterbischofslieini.     Bearbeitet 

von  Jtichard  Schröder,    n.n.  0  Mk. 

4.  Helt.    Miltenbertr,   Obenibur^',  Hirsclihorn,    Neckarsteinach,   Weinheim, 

Sinsheim   und    Hilsbach.       Bearbeitet   vim    Fichard   Schröder   und 
Carl  Koehne.    n.n.  0  Mk. 

5.  Heft.     lleidflberL',  Mo.KJijuh.  Nerkar^emünd  und  Adelsheim.     Bearbeitet 

VI  in  Citri  Koehne.     n.n.  7  Mk. 
(i.  Ib'tt.     Lii.lonlMiiir,  Wi.'-lurh,  Zuzi-nhausen,  Bretten,  Gochsheini.  Heiüels- 

IniiM,  Ztui'Trs,  B'ixhor;:  nnd  Epj^in^'en.   Bearbeitet  von  Carl  Koehne. 

n.n.  ■"•  Mk. 
7.  IbM.     )Jrnrli-.il,   ll"tiienliur;r,    l'hilippsburp  (Udenheim),    Oberjrrembach 

und  >tiiid»acli.     HL-arlu-itet  von  Carl  Koehne,    n.n.  5  Mk. 

II.  SfhwähiscLe  Rechte. 

1.  X-liini-Mi.     [»«'arlH-ikl   vnn  ChristifUi   Hoeder.     >^  Mk. 

III.  Elsäs.<;ische  Rechte. 

1.   lieft.    1.   ll.illl.'.    .<.lii.-i:M;Hlt.T  <•;..!!...  I.:i'.     \U:\vU'\\('[  w^u  Jn.^cph  Gch./. 

1,*'.\.-^".    L'.'lirt*.*   n.i!.   l:;  Mk. 
I     11. IL  L'.  Ili.ll'".    S.J.l.-lSi.i.ll.  r  Sta.iip.  ii!.-.     i;<-:irlu-itc-t  vmm  Jo<tph  G^tn/. 

'     •.    --  .    ^.l:.-i!.-!   n.n.   -j:.  .Mk. 

Mo  Ko;. >*.);'./:!  r  '  •  "^  •l.-iTeü  des  Mittelalters.    11- r.iu--'' l'.-Im'ii  v.n  d«'r  T-Jadi-i-lifii 
.-.    .■;::—■:■.     !;• ,  ■  :=.i'.  I   \i.!i  Knt*rad  lleiHrlc.    L''X.-^\ 

Grni- •.;••'•'•: 'u'i:sv-i!.;'l-\--F(^  ;:r:d  lUirterriM-ht  im   mittelalterlichen  Konstanz. 

.;                      ■      /'..     -.a.-:   /;..-••••'.     I     i;  :.    l.  T":!-     I>n-    Salniannoiin-.-ljt. 

'■■  *    ■      ■      ■■•          '«i   .     ■          I.   i;-...  1';     l\'n-t.niz«.'r  <Jrundfi>-fn:iii;s-- 

■.•--:.:;".-  -.■;  ■;•••   l»;Mk.     I.  Band.  LT-W 

Die  Krei.-v-r!:.»<r.;ii-  >l.;\i:i.:li;:;i-  ]   mihi  iif-r  -.  hv.-i'.i.'Jche  Reichskreis  m  ihrvr 
'■••  !    '  •  ■  ■  .■;-  '   ■  ■•    l«ll'^.     n«:'arl»eito?  v^-p. 

J-'r-il-'..    '  •.  -    I  .f.-.n  .:  ,' .   .(...    N,,...,  ......      I...    .       .'.-JM-net   11  Mk. 


*  V  V  V  V 


OBERRHEINISCHE 

STADTRECHTE 

HERAUSGEGEBEN 
VON  DER 

BADISCHEN  HISTORISCHEN  KOMMISSION 


ZWEITE  ABTEILUNG: 

SCHWÄBISCHE  RECHTE 

ZWEITES  HEFT: 

ÜBERLINGEN 
WORT-,  SACH-  UND  NAMENVERZEICHNIS 

BEARBEITET  VON 

EMIL  HAFEN 
TEXTVERBESSERUNGEN 

VON 

CHRISTIAN  RODER 


HEIDELBERG 
CARL  WINTERS  UNIVERSITÄTSBUCH  HANDLUNG 

1913 

V«rUfi-Nr.934 


OBERRHEINISCHE 

STADTRECHTE 

HERAUSGEGEBEN 
VON  DER 

BADISCHEN  HISTORISCHEN  KOMMISSION 


ZWEITE  ABTEILUNG: 

SCHWÄBISCHE  RECHTE 

ZWEITES  HEFT: 

ÜBERLINGEN 

WORT-,  SACH-  UND  NAMENVERZEICHNIS 

BEARBEITET  VON 

EMIL  HAFEN 

TEXTVERBESSERUNGEN 

VON 

CHRISTIAN  RODER 


HEIDELBERG 
CARL  WINTERS  UNIVERSITÄTSBUCH  HANDLUNG 

1913 

Verlag«-Nr.  934 


I 


Register. 


695 


L  Wort-  und  Sachverzeichnis. 


I.  für  I.  und  II.  Die  Wörter  auf  B  und  P,  C  und  K,  D  und  T,  F  und 
nlaut  sind  beisammen.  *  weist  auf  die  Erklärung  eines  Wortes  in  einer 
e  hin.;  dial.  =  jetzt  noch  im  alamannischen  Dialekt  gebräuchlich.  Wo 
Näheres  angegeben  ist,  ist  Überlingen  gemeint. 


durch  Werfen,  Rollen  beseitigen 
istein)  479. 

3n,  infolge   Krankheit  oder  Un- 
sfaJls  schlachten  669. 
n  331.  367. 

Tag  vor  einem  Festtag  (Vigil)  46. 
1  von  Wein  480. 
1  471.    Siehe  raiten. 
id,    Reichs-    und    Kreisabschied 
601.  602. 
dln,  entästen  457. 

das  Recht,  aus  einem  Ort  weg- 
hen,  die  Gebühr  dafür  645.  646. 
ht  366.  385;  Acht  und  Bann  534; 

Bann.    Achter   49.    360;   Acht- 

371. 
?,  Zug  nach  dem  Adelfisch  604. 
der  46. 

(hebr.),  Gott  344. 
chaft,  orbrechtlich  jetzt  alle  Ver- 
Ite  männlicherseits  betreffend  690. 

einmal  60.  81. 

(mit  siner  a.  hant),  eigen  2. 
p,  Elfer  11. 

,  einung  /.,  Vereinbarung,  gesetz- 
vereinbarte Buße  oder  Strafe  5. 
:.  15.  53.  66.  141.  148.  312.  321, 
le,  alder,  oder  3.  10  u.  a. 
st,  allerbest  118. 
Inglich,  jedermann  9. 
de,  almainde,  almande  /,  127.  519. 

;e,  almuosen  n.,  Almosen  271.  435. 
566;  einsammeln  227.  228.  534. 


Altar  19.  71.  616.  634;  Stiftung  und  Be- 
setzung von  Altären  und  Pfründen 
616.  616.  617.  618  u.  a. 

Ampel  /.  (dial.),  Lampe  619. 

Amt,  Gottesdienst,  wobei  der  Geist- 
liche die  Messe  singt  89.  428;  Früh- 
Amt  212.  526.  633.  636.  606;  Spät- 
Amt  602.  615. 

an,  an,  äne,  ohne,  ausgenommen  1.  44. 
45.  61  u.  a. 

änderst,  noch  einmal  77. 

ane  ene  m.  (dial.),  Großvater  610;  ane  /., 
Großmutter  510. 

angster  m.,  Gefäß  mit  engem  Halse  416. 

anheimes,  daheim  435.  454.  514.  523.  664. 

Anschlag  313;  anschlagen  420.  637.  638. 
449. 

ansprechen  (rechtlich)  27.  83.  312.  612. 
595;  Ansprach  30.  37.  117.  290.  363. 
382.  572. 

antwerk  n.,  berufsmäßige  Arbeit  mit 
Werkzeugen,  Handwerk  23.  107  u.  a. 

antwurten,  antworten,  sich  verteidigen 
75.  135.  173.  177.  214  u.  a.  Ant- 
worter m.,  Überbringer  337.  339  u.  a. 
Nebenformen:  zuantworten  219;  in- 
antworten 235  241;  überantworten 
180. 

Apotheker,  Prüfung  derselben  446;  Apo- 
thekerordnung 439.  440.  441.  442.  443. 
485.  486  u.  a.  Visitation  von  Apo- 
theken 444. 

Appellation  347.  361.  699;  appellieren 
110.  112.  160.  373.  396.  397. 


Überlingen. 


697 


(Schwur).  198  u.  a  ,  543.  544  (Besol- 
dung). 178  (Eid  seiner  Frau). 
Bürgermeister,  Alt- Bürgermeister  1.   4. 

6.  6.  38.  69.  63.  74.  84.  106.  152.  167. 

168.  161  u.  a.;  Wahl:  22.  162  ff.  521. 

522.    Siehe  auch  Rat. 
Kalkknecht  186.   259  (Fertigung).   619. 

624. 
Kanzleiverwalter  161.  685. 
Kornherr,   -meister,   -messer   197.    198. 

261  (Eid).  417.  623.  624. 
Torkelmeister,    Aufseher   eines    Torkels 

oder  einer  Weinkelter  6.  23.  38.  59. 

92.  116.  244  (Eid).  248  u.  a. 
Torhüter,    Torschließer,    Torwart    140. 

194.  228.  236.  258. 
Trager  (tregel)  198.  201.  419.  421  (Lohn). 

622.  534. 
Turmherr  161. 

Eicher  204.  258  (Fertigung).  259. 
Feilträger  243  (Eid). 
Fleischschauer  208  (Eid).   210.   527. 
Forstherr  352.  354.  581.  695.  664.  667. 
Ganter  178  (Schwur). 
Garnschauer  246  (Eid).  247. 
Gerberschauer  241.  242.  243. 
Gerichtsschreiber  348.  518.  524. 
Gred-Meister,  Aufseher  der  Gred  (wohl 

von   gradus)    oder   des    Kaufhauses-, 

Verweser-,  Knecht  105.  194.  198.  230. 

232  (Eid).  270.  419.  439.  462.  463.  464. 

u.  a.     Siehe  auch  Gred. 
Händler  229  (Eid). 
Hauptleute    157.    197.    199.    289.    395 

(Feuerwehrhauptleute).  587.  602. 
Hauspfleger  523. 

Häuser-,  Gartenschätzer  225  (Eid). 
Heiligenpfleger  220  (Eid). 
Herbstverseher  410.  576. 
Lederschauer  222  (Eid). 
Lehrmeister  234.  235  (Fertigung). 
Marktverseher  197.  199.  417.  577.  621. 

622.  623.  624.  625. 
Mehlschauer  263.  527;  Breimehlschauer 

100.  197.  215.  419.  527. 
Mistschauer  214  (Eid).  679. 
Mühlschauer  262.  263.  264  (Eid). 
Münzer  14*. 
Quartierherr  410.  527. 
Rechner,  Rechenmeister  184.  356. 


Rebbauschauer  284.  249.  250. 

Säckel  meister,    Geldeinzieher   179.    180. 

182.  184.  185.  186.  187.  190.  193  u.  a. ; 

Säckelmeisterschreiber  193. 
Salzherr  266  (Eid).  Salzknecht  192.  228. 

230.    252.    266.    474   (Schwur)    u.    a. 

Siehe  auch  Salz. 
Schadenstr^fer  571.  572. 
Schätzer  der  verschiedenen  Berufsarten 

311.  316.  376.  637. 
Schlüßler  235.  236. 
Schreiber,   Stadtschreiber   12.    51.    162. 

163.  164.  166.  172.  223.  224.  231.  238. 

260.  266  u.  a. 
Schuhmacherschauer  220. 
Schultheiß  124.  157.  362.  587. 
Schütter  198.  419.  420.  522.  623.  624. 
Spendpfleger  219  (Eid).  266.  267.  268. 

272.  418.  435;  Spendknecht  266  (Eid). 

267. 
Spitalmeister,  -pfleger,  -Schaffner  37.  91. 

125.  128.  181  (Eid).  256.  364.  365.  367. 

371  u    a. 
Stadtbote  268  (Eid).  517. 
Stadtkarrer  524.  541. 
Stadtknecht,    Rats- Gerichtsdiener    186. 

188  (Eid).  189.  190.  191.  192.  517.  524. 

527.  532  u.  a.    Siehe  auch  Rat. 
Stadtwerkmeister  228.  260. 
Steckenschauer  231  (Fertigung).  237. 
i   Strohschauer  247  (Eid).  248. 
'   Stubenmeister  (einer  Zunftstube)  398. 
Stüblinsherr,    -Schreiber,    -knecht    (die 

Stube    im    sog.     Pfennigturm)     164. 

192.  194.  230.  247.  252.  258.  260.  261. 

266.  270.  273  u.  a. 
Überreiter,  Reiter,  der  Nachrichten  über- 
bringt 524. 
Umgelter,  Verzeichner  und  Einzieher  des 

Umgelts  (Ungelts)  77.  107.  180  (Eid). 

182.  207.  222.  235.  245  u.  a.;  544  (Be- 
soldung);   Ungelterknecht    161.    183 

(Eid).  195.  258.  470  u.  a. 
Unterkäufer,  unterkfiffil  10.  77.  184.  194 

(Eid).   319    320.   472.   480.   532. 
Untergänger,    Grenzbegeher    225.    370. 

570.  597.  598. 
Unschlittschauer  218  (Eid). 
Wächter  186.  188. 
I  Wagmeister 233 (Fertigung).  270. 529. 542. 


Überlingen. 


699 


Blut,  Blutserben  310;  Blutsfreund  636. 
637.  638. 

blütninsic,  blutig  wund  128.  284. 

höhe  /.,  Pechfackel?  188.  629. 

boden  für  Faß  9*. 

polite,  bolite  /.,  schriftl.  Ausweis  194. 
230.  247.  441.  446.  616.  647.  648. 

Polizeiordnungen  396.  396.  402.  414.  430. 
431.  464.  466.  683. 

bom  m.  (dial.),  Baum  164;  Mehrzahl 
bfim  16.  67  u.  a.  (Frevel  des  Baum- 
abhauens). 

borgen  193.  262.  260.  267.  311.  430.  440. 
624.  634. 

Bot  (Gebot)  und  Verbot  131.  134.  176. 
236.  329.  374.  696.  643.  687;  Bott  n, 
(dial.),  Angebot  341.  369.  374;  Schein- 
bott  337.  346.  346. 

Botschaften  38.  121.  123.  140.  143.  166. 
169.  383.  480;  Bote  6.  20.  72.  239.  266. 
626.    Lohn  269. 

Brache  /.,  unbesätes  Land  649. 

Brand,  Hausbrand  99.  126.  632. 

brant,  Brandstiftung  4*.  291. 

Präsent,  Geschenk  614.  616. 

br&tenwin,  Weingelage  267. 

bratz,  Gebratenes  102. 

Bräutigam  600  ff. 

Predigt  428.  660.  661.  662.  664.  676. 

prest,  presthaftic,  bresthaft  230.  261. 

Priester  14.  89.  228.  286.  317.  602.  611; 
als  Bürger  aufnehmen  148;  Verab- 
reichung von  Wein  183;  Besteuerung 
497.  498.  668;  Bestrafung  663;  Be- 
lohnung 613. 

Brise  (dial.)  /.,  Einfassung  104. 

privat,  privet  n.  (dial.),  Abort  86. 

PrivUeg  161.  162.  309.  397.  687.  633. 
669.  676;  privilegieren  264.  390.  643. 
646. 

process  /.,  Prozession  622. 

profant  /.,  Proviant  289.  391.  679. 

Promotion  682.  683. 

Protokoll  224.  680.  689;  protokollieren 
224. 

Brotschau  101.  372. 

Prozeß,  prozessieren  404.  684.  686.  686. 
694.  601.  602.  672.  676.  686. 

pruch  m.,  Abbruch,  Mangel  264. 

Bruderschaft,  religiöse  496.  614.  618. 


Brugg  (dial.)  Anlandstelle  462 
Brunst,  Feuersbrunst  188.  272.  331.  674. 

642. 
bruse  /.,  Brause  (beim  Gerber)  242. 
brutloft,   Brautlauf,   Hochzeit   14*. 
Büchse,  Opfer-,  Geldbüchse,  Geld  in  die 

Büchse  stoßen  (werfen)  161.  186.  192. 

194.  200.  201.  202.  203.  230  u.  a. 
büßen,  eine  Buße  auferlegen  oder  be- 
zahlen 37.  167.  181.  182.  213.  217.  244. 

283.  284.  286.  290  u.  a.;    bußwürdig 

166.  247.  399.  408.  413.  671.  667;  buß- 
fällig 266.  646. 
Pulver,  sprengen  mit  679. 
Bund,  Bündnis,  Städtebund  47.  76.  142. 

144.  146.  148.  149.  160.  321;   Bundes- 
genosse '240. 
pupille  /.,  die  Waise  334. 
Bürde  /.  (dial.).  Bürde,  Last  127.  129. 

130.  162.  206.  231.  476.  617.  643. 
Burgrecht,   Bürgerrecht   7.    10.   69.   62. 

77.  106.  149  u.  a.;  aufgeben  11.  63.  77. 

87.  112.  304.  308  u.  a.;  verwirken  296. 

306;  erwerben  646. 
Bürgschaft  6*.  68.  296.  314.  440.  446. 

487.  616.  616;   Bürge  sein  377.  633. 
Büttelamt  171.  174.  176. 
kabezkrut,  weißer  Kopfkohl  476. 
Kalk,  kalch  m.,  618.  641;   Kalkhaus  269. 

260.  329.  330.  643;  Kalkofen  666. 
Kammer  kaiserliche  43.   167.  278.  686. 

587;    Kammergericht    254.    396.    588. 

598.  663.  673;    Kammergerichtsurteil 

671;  Kammergut  495. 
Kanoniker,  Kanonikat  614.  616. 
Kanzlei  224.  633.  636. 
Kapelle  610.  668;  bauen  597. 
Kapitel,  Domkapitel  614.  619. 
Kaplan  496.  667.  668.  614;  Kaplanei668. 

610;  vakante  Kaplanei  616. 
Kärder  m.,  Köder  für  Fische  606.  606. 
Karren  206.  468.  676.  679  u.  a. 
Kartenspiel  204.    Siehe  auch  spielen. 
Kaufmann,  Kaufleute  142.  415.  623.  680; 

Kaufmannsgut  209.  212.  218.  234.  261. 

447. 
Kaufschilling  614.  636.  637.  646. 
Kaution  669.  663.  664.  671.  673.  674. 
Keer  m.  (dial.),  Keller  183.  195.  196.  203. 

204.  256.  320.  416.  616. 


rdebrioren,  Messe  lesen   664   616. 
kenleU  keder  m.,  Flicklappen  von  Leder, 
Tuch  22h 

Kerze  196. 

ChristetvJehrordnong  &60  — 565. 

Kiöfech,  Kuh  Vieh  484. 

Kindbettenn  /.,  Wöchnerin  27 L  49iX 
507;  Kindtaufe,  Paten  dabei  564, 

Kirche  19.  37.  39.  71.  78.  134.  2i2.  220. 
229.  263.  310  u.  a.;  Kirchgang  bei 
Eheschlif^ßu ngen  501,  503.  509;  Kirch- 
spiel 17U;  Kirchenrechnung  688;  Kirch- 
weihe  509;  510.  62ö.  627.  669. 

Kitzi  (dial),  Kitze  n.,  Zicklein  468.  474. 

Klage,  klagen  6.  24.  33,  38.  56.  70.  71, 
143.  144.  241.  283,  291  u.  a,;  Kläger 
21.  50.  55.  124.  172.  5o5;  klagbar  070; 
Klagekleid  (Trauerkleid)  543.  544.  545. 

klobc  m.,  Hokstück  zum  Vogelfang  362, 

Kbmter  10.  71.  280.  646;  Verkauf  an  ein 
Kloster  310.  634;  Festlichkeiten  im 
Kloster  506;    in  ein  Kloster  eintreten 

klucken,  brechen  477. 

Knecht,  Dienslknecht,  Lehrknecht  (Ge- 
selle) 24.  62.  95.  104.  135.  147,  155. 
157,  173.  177.  178.  185  n.  a.;  Salz- 
knecht 524;  Hausknecht  457;  Schub- 
kncclit  221;  Gantknecht  337;  Stüblin-, 
Bats-,  Ungelt kneeht  532;  Rebknecht 
248;  KriegÄknecht  595.  Siehe  auch 
unter  Beanvten. 

Collator  616,  617;  Pfarr-  und  Pfründ- 
collHtur  6  t  2. 

komenlich,  komlich,  bequem  60,  76. 

Gomplet  /.,  die  IcUte  kanonische  Höre 
des  Tages,  Completlauten,  zum  Ahend- 
gebot  läuten  92.  615. 

Kontrakt  309.  584.  585,  586.  632.  635. 
668  u.  a.;    Kaufkontrakt  637. 

Korn,  Korn  markt,  Kornkäufer  25.  99. 
193.  206.  383.  384.  438.  577.  621; 
Kornordnung  416  —  423;  Korn  maß 
216;  Korn  messen  197;  Kornlaube, 
Kornboden  261;  Kornglocke  623; 
Kornherr,  Kornmeister,  siehe  Beamte. 

Kramer,  Gramer,  Händler  (hausieren- 
der) 205.  228.  421.  465,  579.  669; 
kranerkrärtzen,  Kramerkrätze  (diaj.) 
ttim  Tragen  auf  dem  Rücken  421.  470. 


9^ 


kramerie  /.,  Kram  wäre  468, 

Kranit  aufsetzen  als  öffentliches  Stkäiid- 

zeic.hen  583. 
Kratte  (dial.)  m.,  runder  Korb  468.  474; 

Kratlen   tragen,  öffentliches  Zeichen 

für  Spendempfänger  27 L 
Krebs,  Brustpanier  534, 
Credenz,    Beglauhigungssch reiben    ^4 

461. 
Kreis  512.   689;   Kreisstände  SIL  hlL 

515;     Kreisbeschluß     673;     Kreistag 

schwabischer  511;  Kreisabschied  511. 

512.  513.  515. 
Kres,  Gekröse  n.,  das  kleine  Gedärm  326. 
Kreuzgang,  mit  Kreuz  und  Fahne  gehen 

(Prozession)  228.  563;  Kreuz  tag  563; 

Kreuiwoche,  2.  Woche  vor  Pfingsten 

348,  349. 
Krieg  17.  142.  146.  176;  in  Krieg  ziehen 

87.  321;    kriegen  vor  Gericht  4.  67; 

Kriegsgefahr    679;    Kriegsmann    513; 

Ivriegsempörung    434;     Kriepwesen 

494;  Kriegszeit  656.  M^ 

Kriese  /.  (dial.),  Kirsche  411.  *^ 

cristafel,  Vorstand  einer  adeligen  Zunft 

96.  97.  136.  137,  143.  173.  239  u.  a, 
crnmel,  Gabel  mit  hackenförmig<?n  Spit- 
zen 264. 
cuchel  lotze  (  ?),  Wasserbehältor  |  ?)  257. 
Kunde  576;   Kundschaft,   Zeugen schaft 

226;  kündigen  108.  187;  kündbar  598. 
Kurfürst   278.   449.   450.   493.   495.   552 

u.  a. 
kürsener,  Kürschner  189. 
Kurrentschul den,  laufende  Schulden  650, 
tagewan  m.,  Tagwerk,  Arbeit  um  Tag- 
lohn 04.  478. 
Taggtücke    läuten,    Zeichen    zum    Auf* 

schließen  der  Stadttore  235,  287.  267, 
danne  adv.,  von  da  weg  154, 
Tannen  abhauen  293, 
Tanz,  tan  Ken  500.   501,  502.  604.   577; 

Tanzurdnung  45 L 
tapfart  m.,  eine  Art  Mantel  104. 
Tauf  im.,  noch  dial.  in  Ostertaiif),  Taufe 

507;  Taufstein   564;  TaufgÖtti,  Tauf- 

gotte,  Taufpaten  607. 
Taverne  /.,  Schenke  655.  656. 
Teil,  Anteil,  Teilung  112.  298.  299,  63L 

635.  ^ 


Überlingen. 


701 


Delinquent  699.  671. 

tennin  adj.,  von  Tannenholz  205. 

Termin  672,  602.  629.  638. 

TesUment  86.  278.  306.  327.  334.  638. 
639.  646;  testieren  639,  Testierer  310. 

dester,  desto  adv.  62.  156.  164;  dest  pas, 
desto  besser  229.  414.  496. 

th&ding,  d&ting  /.,  Gerichtstag,  Ver- 
handlung, Unterhandlung  32.  74.  173. 
290.  340.  341;  tagedingen,  tegedingen, 
teidingen,  gerichtl.  verhandeln  32.  133. 
290.  366. 

Thaler  (Mansfeld'sche,  brandenburgische, 
württembergische,  märkische)  550. 

thumb,  Dünger  595. 

Dienst  m.,  Dienstbote  70.  100. 170.  171. 
207  u.  a.;  Dienstleute,  Dienstboten 
(Knecht,  Magd)  43.  45.  51.  86.  123. 
124.  133  u.  a.;  Dienstboten  abdingen, 
sie  vom  Dienst  abwendig  machen  458. 

dienen  einem  Herrn,  der  Stadt  7.  14.  62. 
67.  94.  203.  240.  314  u.  a.;  in  Dienst 
treten  306;  Dienst  kassieren  582. 

diero,  dero,  deren  6. 

diet   täte  2*. 

Tigel  m.,  Schraelztiegel  188. 

dick,  dikke,  oft  4.  9.  10.  11.  21.  49.  61. 
63  u.  a. 

timel,  dumel,  dunkel,  trüb  258. 

dinge  aller,  gänzlich  44. 

dingen,  einstellen,  unterhandeln  70.  467. 

dings  adv.,  auf  Borg  97.  137.  324. 

Dinnete  /.  (dial.),  kuchenartiges  Brot  207. 

Distrikt  639.  686.  689. 

Doctor  medicus,  siehe  Arzt. 

Toi  de  /.  (dial.),  Krone  eines  Baumes  352. 
666. 

Tonne  465.  472. 

Dorf,  Dörfler,  siehe  Überlingen. 

Torkel  (torquela)  benützen  6.  18.  23.  37. 
69.  92.  94.  113.  244.  316.  316  u.  a. 

Totschlag  12.  64.  63.  82.  281.  284.  286. 
288  u.  a. ;  mit  Tod  abgehen  296.  301 ; 
Totfall  639.  640.  641.  646;  Toten- 
bett 327. 

drab,  darob,  davon  14*. 

trahte  /.,  Tracht,  Gericht  von  aufge- 
tragenen Speisen  502.  507.  508.  509. 
510  u.  a. 

dramen,  mit  Balken  versehen  20*.  72. 


trat  /.,  Weide  139.  140.  170;    trib  und 

trat  354.  654.  655.  687;  traten,  wieder- 
treten, weiden  170. 

Tregel  m.,  Träger  198.  201.  419.  420.  522. 
534.    Siehe  auch  Beamte. 

dremel  m.,  Balken,  Riegel  129.  667. 

dri,  drü,  drei  2.  4. 

triben  (dial.),  Vieh  treiben  154. 

trieter,  tritel,  Fischgebiet  607. 

Trinkstube  87.  97.  137.  195.  198.  199. 
206.  251.  271  u.  a. 

Trog  m.  (dial.),  Truhe  470. 

trote  /.,  Kelter  410.  576. 

Truche  (dial.)  /..  Lade,  Kiste  441.  470. 
518.  579 

Truchseß  502. 

Trunkenheit,  Verbot  derselben  425.  426. 
659. 

Tuch  verkaufen  105.  201.  246;  Tuch- 
mann 205.   416;    Tuchhaus  421. 

Duge  (dial.)  /.,  Faßdaube  476.  478. 

dugen,  nützen  8. 

Dukaten,  Doppeldukaten  552. 

dult,  tult  /..  Jahrmarkt,  Fest  9.  83. 

durchbuschen,  durchschlagen  (vom  Na- 
gel) 450. 

Türkengebet  380.  562. 

Turn  m.  (dial.),  Turm  als  Gefängnis  75. 

78.  161.  172.  176.  197.  199.  223  u  a.; 
Kost  im  Turm  173;  Turnlöse,  zu  be- 
zahlende Gebühr  bei  Entlassung  dar- 
aus 238.  543. 

eehaft,  ehehaft,  ehaftig,  rechtmäßig  1. 

79.  128.  150.  251.  365.  394.  402.  494. 
572;  Subst.  eehaft,  eehaftin  /.,  Recht, 
rechtmäßiger  Anspruch  43.  44.  424. 
452   675.  655.  666 

Egli,  Barsch  (Fischart)  605. 

Ehalte  eehalt  (dial.),  Dienstbote  77.  107. 
189.  234.  241.  334.  370.  583.  684. 

Ehe  294.  299.  301.  674;  Ehewirt,  Ehe- 
mann 272.  412;  Ehe  versprechen  371; 
Eheverbot  10;  Doppelehe  640.  641; 
Ehebruch  54.  333.  598.  663.  671;  Ehe- 
gemächt,  Eheteü  110.  112.  296.  297. 
298.  300.  301.  302.  334  u.  a. 

eichen,  ichen,  eichen  204.  320.  480; 
eich  /.,  obrigkeitliche  Maßbestimmung, 
Eichamt  273;  an  die  eich  kommen, 
legen  183.  256.  615.  516. 


Überlingen. 


703 


nachtsordnung  451;  Fastnacht  als 
Beginn  der  Gerichtstage  349. 

Fastenzeit,  Fasten,  Fasttage  89.  134. 
332.  379.  422.  461.  618.  637.  603.  606. 

federn,  mit  der  Federangel  fischen  606. 

vehen,  hassen,  befehden  146. 

feilsen,  handeln  621. 

Fell,  Haut  (Geiß-,  Kalb-.  Schaffell)  206. 
222.  241.  242.  464.  471. 

felbe,  velwe  /.,  Weidenbaum  2*.  257. 

veitsiech,  aussätzig  19.  71.  310.  634. 

fenklich,  gefangen  251.  329.  598.  672. 
679. 

verainunge,  siehe  ainunge. 

verantworten,  siehe  antworten. 

verbannen,  siehe  Bann. 

verbürgen  148.  149.  292.  314.  622. 

verhüten,  mit  Beschlag  belegen  sin  phant, 
sin  aigen  73.  290.  313.  427. 

verdienen,  durch  Dienstleistung  etwas 
erlangen  6.*  116.  202.  244. 

verdingen,  durch  einen  Vertrag  binden 
488. 

verfallen  43.  126.  127.  128.  129  u.  a. 

verfangen  Gut,  Gut,  über  das  der  über- 
lebende Ehegattenteil  nicht  verfügen 
darf  88.  110.  297.  298.  300.  301.  303. 
315.  334;    Verfangenschaft  300-303. 

verfürn,  wegführen  8. 

verganten  187.  239.   Siehe  auch  Gant. 

verhaften  83.  173.  238.  239.  346.  Siehe 
auch  Haft. 

verheiraten  318.  631.  Siehe  auch  Heirat. 

verkaufen,  Verkauf  von  Gütern  637.  638; 
von  Vieh  379;  an  ein  Gotteshaus  ver- 
kaufen 375.  426.  427;   Verkäufer  202. 

verkeren,  umkehren,  rein  halten  (Wagen) 
219. 

verkuppeln  334.  372.  674.  631. 

verlaidigen,  verhaßtmachen,  verleumden 
188. 

verliesung  /.,  Verlust  157. 

verlihen,  in  Miete  geben,  verleihen, 
schenken,  verlihen  ze  hüsern,  aus- 
leihen (Feld),  damit  Häuser  erbaut 
werden  können  21.  108.  175.  200.  312; 
an  Juden  verleihen  385. 

Vermächtnis  313.  639;   vermachen  302. 

vermannen,  sich,  sich  verheiraten  305. 

Vermögen  298.  316.  331.  499.  567.  639. 


646.  661;  des  Ledigen  oder  Witwers 
634;  der  Frau  632;  liegend  und  fah- 
rend Vermögen  631.  643. 

verpfänden.  36. 173.  630.  632  Siehe  auch 
Pfand. 

verpf runden,  siehe  Pfründe. 

verrichten,  in  Ordnung  bringen  45. 

versagen,  verleumden  188. 

verschalten,  verstoßen  203. 

verschinung  /.,  Ablauf  212.  343. 

verschweigen  167.  183.  231.  232.  251. 
265;  bis  ins  Grab  223.  262. 

versehen,  die  hl.  Sakramente  reichen  162. 

versetzen  als  Pfand  34.  86.  117.  118.  268. 
289.  290.  311.  397  u.  a.;  doppelt  ver- 
setzen 91.  111;    Güter  334. 

versteuern  68.  112.  114.  115.  463.  467. 
643.  646;  siehe  auch  Steuer. 

Vertagedingen,  verteidingen,  vor  Ge- 
richt ziehen,  verteidigen  341.  397. 

vertigung  /.,  Ausfertigung  46.  175.  190. 
252.  266.  264.  271.  329  u.  a.;  fertigen, 
abfertigen  180.  191.  196.  199.  201  u.  a. 

Vertrag  schließen  333.  652.  570.  602. 
652  u.  a. 

verungelten  76.  107.  255.  Siehe  auch 
Ungelt. 

verveilen,  verkaufen  311. 

Verwandtschaft  bei  Wahlen  405. 

verweisen  aus  der  Stadt  249;  aus  dem 
Gerichtsbezirk  378. 

verwirken,  verlieren  (Lehen,  Dienst)  285. 
296.  623.  645.  685. 

verzihen,  lossagen  von  44.  77.  114.  202. 

verzollen  467.  468.  621. 

Vesen  (dial.),  der  unenthülste  Spelz  25. 
100.  205,  416.  555.  556.  557.  611.  617. 
622. 

Vesper,  nachmittägiger  Gottesdienst  163. 
212.  428.  615. 

veste  adj.,  ehrenfest  154. 

vestenen,  festsetzen,  bestätigen  34. 

vesti  /.,  Burg  48.  145. 

Feuersgefahr,  -not,  -brunst  82.  272.  331. 
334.  396J  642.    Siehe  auch  Brunst. 

viant,  Feind  2. 

Viehweide  11;  Vieh  auf  fremde  Äcker 
treiben  381.    Siehe  auch  Weide. 

vigilie  /.,  Gottesdienst  am  Vorabend 
eines  Festes  372.    Siehe  Abend. 


Überlingen. 


705 


gar  (adv.),  ganz  und  gar  44.  208;  garuß 

sein,  leer  sein  76. 
garden,  herrenlos  umherziehen  613.  Gard- 
knecht 595. 
Gast,    Fremder,    der    nicht    wenigstens 
Schutzbürger  ist  2.  3.  9    27.  54.  57. 
76.  78.  91.  105.  115  u.  a. 
gastgeb,  Gastgeber  17.  76.  107.  254.  265. 
256.  372.  378.  507.  508  u.  a. ;    Gast- 
wirt 203. 
Gastunge,  Bewirtung  76.  107.  189.  200. 
260.  267;  Gastmahl  190;  Gastherberge 
255.  256. 
gater  (dial.),  Gitter  als  Tor  466. 
gebannen    (bannen,    ge-verbieten),    ge- 
bannen  tage,  gebotene  Feiertage  428. 
559.  561. 
Gebew  n.  (dial.),  Gebäude  156. 
Gebot  (Gebot  und  Verbot)  16.  135.  137. 
139.  167.  215.  259.  279.  285.  318.  376 
u.  a. 
gebrest  m.,  Gebresten,  Mangel  39.  150. 
169.  213.  229;  gebresten,  mangeln  101. 
Geburt  vertreiben  487. 
Gebüttel  =  Büttel,  siehe  Beamte. 
Gedinge  n.,  Vertrag,  Übereinkunft  7.  10. 
39.  47.  59.  70.  214.  314.  323.  614.  619. 
Gefängnis  139.  140.  141.  172.  176.  228. 
238.  282  u.  a.;    Gefangener  173.  543. 
553    (Beköstigung).      Gefangenschaft 
161. 
gefider  w.,  Federbett  229. 
gefille  n.,  Unterfutter  104. 
gegeni  (dial.)  /.,  Gegend  154. 
gehaft  adj.,  gebunden  66. 
gehalten,  bewahren,  aufheben  6. 
gehebe  (dial.),  haltbar  264. 
gehuse,   Insaße,   Bewohner  des   Hauses 

22.  74. 
Geige,  zur  Hochzeit  spielen   501.   502; 
als    öffentliches    Schandzeichen    672; 
aufs  Geigenbänkle  sitzen  583. 
Geil  (dial.)  =  Mehrzahl  von  Gaul  512. 
geilen,  betteln  200.  273. 
geinnern,  erinnern  22. 
Geistlicher  12.  14.  44.  51.  64.  66.  82.  86. 
124.  142.  147.  157.  190  u.  a.;    Geistl. 
Stand  300;    Geistlichkeit  679;    Ein- 
kommen der  Geistlichen  617.  618.  619. 
620;    Pension  498. 


Geld  leihen,  zahlen  81.  88.  137.  145.  173. 
175.  179.  187.  203  u.  a.;  Wettgeld,  d.  i. 
gerichtliches  Bußgeld  94;  verboten 
Geld  232;   um  Geld  spielen  185.  414. 

geleben  einer  Sache,  sie  befolgen  227. 
245  u.  a. 

geleger  n.,  Lager  144.  145. 

gelenke  n.,  Falte  104. 

geleuth  (geliuhte,  Glanz),  hell,  geläutert 
(was  beim  Keltern  hell  herauskommt) 
245. 

gelichlutter,  gleichermaßen  189. 

gelte  /.  (dial.),  hölzernes  Gefäß  für  Flüs- 
sigkeiten 213.  228.  468.  475. 

gelten,  bezahlen  6.* 

Gemeind  /.,  etwas  Gemeinschaftliches, 
gemeinschaftlicher  Besitz,  die  Ge- 
meinde 12.  22.  27.  28.  64.  88.  93.  99. 
124.  157.  254.  288  u.  a.;  Gemeinde- 
recht 88;  Gemeinder,  Mitbesitzer,  Teil- 
haber 88.  103.  248.  249.  250.  580.  642. 

gemeinsamen,  Gemeinschaft  haben  mit 
17. 

genge  adj.,  verbreitet  274. 

geniez  m.,  Genuß,  Nutzen  164.  167. 

Gerber  103.  241;  gerben  222.  241. 

Gereut  n.  (dial.),  ausgereutetes,  urbar  ge- 
machtes Stück  Land  369. 

Gericht,  Stadtgericht  (Ober-  und  Unter- 
stadtgericht) 6.  12.  39.  44.  45.  50.  55. 
64.   67.   112.   127.   138.   158.   159.   172 
u.  a.;    Besetzung  280.  683;    Gerichts- 
ordnung  am    Stadtgericht   345.    346 
Unterstadtgericht  237.  329.  336.  337. 
338.  339.  345;    Oberstadtgericht  237 
345.    404;     Richter    am    Unterstadt 
gericht  530;  Gerichtswahl  626;  hohes 
niederes  Gericht  131.   134.   170.  352, 
354.   595.   597.   654.   655.   663  u.   a. 
Gericht,  Zwing  und  Bann  170.  369 
Gerichtszwang  309.  313.  570.  597.  599 
fremde  und  auswärtige   Gerichte  59. 
232.  335.  359.  575;   zitiert  werden  371 
647.  648;    befreit  werden  123;    Hof- 
Landgericht  307.  358.  369.  360.  366. 
377.  378.  385  u.  a.;  Gerichtsbarkeit  594 
bis  602.  652—677;    Gerichtshandlung 
223;    Tag   161.    173.    174.   239.    660; 
Ort  686;   Gerichtsstube  348.  387.  521. 
522;     Gebühren    348;      Gerichtsstab 


Oberrheinische  SUdtrechte.   IL  2. 


45 


im 


Überlingen* 


235,  366;  vor  GöHcht  streiten  ß7.  334; 

laden  314;  zieben  313;  Omriit  ver- 
künden 173;  ryKcht*«  128;  GerichtB- 
büchse  Ul;  geisU.  Gericht  17.  68, 
295;  Gastgencbt  340;  Bpilalgericht 
2m.  309.  310.  31 L  31«.  428;  Satzun- 
gen 12Ö;  Gerichlsoranung  366.  367; 
Maiengericht  ^^  letüle  Sitiung  des 
Unterstadtgerichts  348;  Malefizgericht 
160  (Ordnung).  333.  306.  614.  643.  588. 
6B1  u.  a.;   Gerichtsherr  352.  36?«.  379. 

382.  387,  655;  Ge rieh Ifik nee ht  338. 
330,  341;  Gürichtsvemandter  377; 
Gerichtsangphöriger  555, 

ÜeriehlÄ(GrpnK-)  marken  setien  60O. 
geringsumb,   gprin^   herumb,    ringsum 

383.  601. 

geruchlichen  adv.  ruhig,  ungestört  51. 
gesaexe  n.,  Belagerung  14&. 
geseheichen,  geschaht?»  70, 
geschell  n..  Schall,  Lrtrrn  13.*  66* 
geschläg;  Schlagorf^i  251. 
OeschleehterÄöiift,  in  Überlingon  Löwen- 

Zunft  genannt  406» 
Geschworene  der  Stadt  89.  360, 
Geselle,       Knecht,      Handwerksgeselle, 

ZunftmitgHed  5.  23.  IM.  144.  415.  439. 

451.   500.   506.   509.   566;    Mitgeselle 

loa 
Gesa^herer,  Wirt,  der  sein  Gewächs  aus- 
schenkt 182.  195.  251.  320.  323.  480. 

579. 
Gesellschaft  halten   165,   167,  100.  411. 
Oesinde,  Hansgesinde  97.  487,  512.  5 IB. 

514.  Dlö. 
gesippet  adj.,  vfrwandt  109.  451, 
gestinen,  schäumende  Wogen   214.* 
gestracks,  sofort  546  589.  590.  591,  Siehe 

auch  stracks, 
geswistergit   n„   Geschwister   159.   301, 

446    446.  508.  575. 
Getat  =  Tat  143. 
Oetli  (dial.),  Göte,  Pate  451.  507, 
gev&chig,  fähig  69. 
gev&rde   «.,   Betrug,   an   gev^rde   ohne 

Hintedist,  aufrichtig  *K  13,  23.  26,  31. 

37  u.  a. ;   gevärlich,  hinti^rlistig  69. 
gewatt,  bettgewall  n,,  Bettzeug  229,  468. 
gew&te  fi,.  Kleidung  227. 
gewetie  n.,  Verpfändung  82. 


im; 


i 


Gewerbe  217.  220.  230,   3^.  S84  41ft- 

431,  446;    Gewerbrwesen  90. 
gewern,  he^ahlen  44. 

Gewicht  520.  531.  543.  544;  tabchfe  i 
Gewicht  besichtigen  180, 

gewiht,  geweiht  82,  599;  geweihte  Pte^ 
sonen  288. 

Gewinn  108.  137,  219,  323,  371  316, 
418  u.a.;  gewinnen  127.  2ia  Sm,m. 
330. 

pwirsot  von  wirsen»  verletsen  £,•  IflL 
56.  58. 

geitig,  &iehe  Zeuge. 

giessi  f.,  üb<^rfchwpmniung  327. 

Gilt  in  Apotheken  4H7;    giftig  440, 

Gläubiger  86.  298.  300,  314.329  343.  633. 

^ibd,  gelübde  n.,  Gelübde  169.  283,  3^ 
401,  500.  513,  580.  6ö3. 

globoUf  Glaubensbekenntnis  227, 

O lockenschlag  als  Zeitpunkt  zum  B^ 
ginnen  der  Arbeit  187.  25 L 

glöff  n„  Auflauf  13.  65.  288.  291. 

Goldene  Bulle  158. 

Gold  I6tiges  (I6t«?c  adj.,  voll  wichtigt*! 
157.  278  35L  362.  384.  365,  586,  587. 
609.  ^ 

Gotta  (dial.),  Patin  461.  507. 

Gottesdienst  610.  614;  Benehmen  w4h- 
rend  des  Gottesdienstes  560,  561.  562, 
663.  564.  Verbot  aller  Arbeit  währe  ad 
desselben  560.  Gotteshaus  (Kloster) 
19.  142.  151.  152.  241.  242,  248.  254 
u.  a.;  Gotteslästerung,  Strafe  dafür 
326,  380.  465.  456.  496.  560.  577.  624. 

Grat  167,  179.  190,  450.  460,  461.  503. 
510  u.  a, ;    Freigraf  562. 

grans  m.^  Schiffsschnabel,  BaucJi  411. 

grasen,  grasen  lassen  293.  647. 

Gred  (wobl  von  gradiis),  Kaufhaus  lU 
übeHingen  (auch  anderwärts,  so  in 
Meersburg,  Lindau)  105.  166.  169.  197. 
198.  199.  200.  201.  202.  230.  236.  243. 
261.  269  u.  a.;  Gredordnung  621  - 
625;  Gredgeld  230.  232.  41S.  419.  462. 
463.  464,  405.  469  u.  a.;  Gredglooke 
lüuten,  Zeichen  des  Marktbeginaes 
438;    Gredmeister,  siehe  Beamte. 

Grempler  m.,  Kleinhändler  269. 

Griseh  (diaL),  Mehl  mit  Kleie  266.  W. 

grüne  /.,  bewachiener  Ort  218. 


Überlingen. 


707 


gült  /}.,  Einkünfte,  tragendes  Gut  10. 
22.  136.  497.  687.  690;  mitgülte  m., 
Mitbürge  331. 

Gupfe  (dial.)  m.,  Spitze  604. 

Gut  liegend  und  fahrend  11.  87.  121.  236. 
278.  290.  296.  299.  300.  306  u.  a. ;  an- 
gefallen Gut  86.  296.  631;  verfangen 
Gut,  siehe  verfangen,  Gut  verkaufen, 
verleihen,  versetzen,  verpfänden  111. 
369.  630.  636;  Eigen-,  Lehen-,  Zins- 
güter 133.  666;  Verkauf  an  Klöster, 
Kirchen  verboten  634. 

gütemtag  (=  Wodanestag),  Montag  (im 
Schwäbischen)  31. 

Habe  /.,  Habe,  Eigentum  239.  264;  Hab 
und  Gut  (liegend  und  fahrend)  297. 
298.  307.  317.  360.  361.  497.  498.  666. 
667.  686.  632 

häbig,  wohlhabend  633. 

Haft,  Bürgschaft,  Beschlagnahme,  Haf- 
tung 113.  173.  239.  344.  346.  613; 
haften,  verhaften  344. 

haige  (dial.),  Konjunktiv  Praes.  von 
haben  8. 

haimen,  heimnehmen  182. 

haimsen,  einheimsen  184. 

haiung.  Hegung  603. 

haingan,  anheimfallen  96. 

Haken,  Einfach-  und  Doppelhaken,  klei- 
neres Geschützrohr  409. 

halde  /.,  Abhang,  steiler  Abfall  der  Ufer 
im  See  164.  604.  606. 

Haller  =  Heller,  siehe  Münze. 

halsherr,  Herr  über  den  Hals-  oder  Leib- 
eigenen 318. 

halten,  weiden  61. 

hamme  (dial.)  /.,  Hinterschenkel,  Schin- 
ken 102.  210. 

Hand  abschlagen  als  Strafe  17.  68.  91. 
IIL  139. 

Handwerk  217.  226.  316.  431.  477.  616; 
Verbot  84.  107;  erneuern  66;  Hand- 
werker, Handwerksmann,  Handwerks- 
leute 397.  409.  410.  497.  666;  Wander- 
schaft 648.  649;  Änderung  der  Satzun- 
gen 439 

Hanf,  Hanf  und  Werk  270.  374. 

hantveste  /.,  Verbrief ung  42. 

harnasch  m.,  Harnisch  144.  240.  366.  434. 
489.  612.  534. 


Harz,  harzen,  Haizordnung  666.  676. 

h&ss  (dial.),  Kleid  104.  227. 

Hau  (dial.).  Holzhau  374.  664.  666. 

Haupt  abschlagen  279.  289. 

Hauptleute,  Hauptmann  79.  167.  197. 
199.  289.  687.  602;  Feuerwehrhaupt- 
mann 396. 

Haut  241;  Haut  und  Haar  131.  170; 
gegerbte  Haut  471;    siehe  auch  Fell. 

Haus,  Hausgerät  (husrat)  227.  476;Haus- 
knecht  467,  siehe  auch  Knecht;  Haus- 
mühle 264;  Hauswirt  287.  342.  629; 
Hauspfleger  623;  Hauszins  343,  siehe 
auch  Zins;  abbrechen  von  Häusern 
verboten  113;  abbrennen  verboten  21; 
Aneinandergrenzen  von  Häusern  oder 
Hofstätten  20. 

Hebamme  267.  486.  488.  681;  Heb- 
ammenordnung 489.  490.  491. 

Heirat,  Heiratsgut  86.  298.  301.  311.  312. 
632.  660;  Heiratsvertrag  639;  hei- 
raten, verheiraten  304.  306.  336.  374; 
heiraten  von  Fremden  666;  aus  der 
Stadt  304.  318.  631;  außerhalb  des 
Gerichtsbezirkes  297. 

helfe  /.,  Hilfe  6. 

Heiberge  113.  187.  460.  600.  610.  612; 
geben  227;  herbergen  366;  offene 
Herberge  190. 

Herbstzeit  641;  Herbstmahl  629.  630; 
Herbstverseher,  siehe  Beamte. 

herdishalb,  diesseits  171. 

Herrengülte  /.,  Einkünfte  des  Grund- 
herrn von  einem  Gute  261. 

heselin  adj.,  von  der  Hasel  477.  478. 

hessen,  hetzen  669. 

heurling,  ein  aus  dem  heurigen  Jahr 
stammendes  Stück  Vieh  668. 

hinlichen,  ausleihen  220. 

Hintersaße,  der  hinter  jemand,  im  Schut- 
ze jemandes  Sitzende,  Schutzbürger 
138.  157.  236.  266.  269  (Eid).  309.  312. 
363.  364.  366  u.  a. 

hinz,  räuml.  und  zeitl.  bis  33. 

Hirte,  Alter  desselben  358.   662. 

Hochzeit  261.  469.  460.  609.  681;  offene 
und  geschlossene  602;  Bürgerrecht 
erlangen  646;  weltliche  und  geistliche 
Hochzeiten  605.  506;  Hochzeitsord- 
nungen 499-603.  606. 

45* 


ftrlSngen, 


Hof  665.  bm;  Hof  gut  650;  Hof  mite? 
na;    Erbr^tht  566. 

Hüf&tati  IL  Sil  IL  74  83.  151.  31G. 
322.  45ö.   4117.  \m.  5B3  u.  a. 

Hoffiiiibe  (hüslube  diaL),  Zusammen* 
kommen  (aheuds)  in  den  Bauern- 
häusorn  18S*. 

Hohe  Gerkhtsfalle,  eithe  Gprlrht. 

houbütgülte  m.,  der  eigentl.  Schiildimr 
Im  Gegensatz  ^um  Biirgpn  33ö. 

hoiibetsacher,  HHUittiirhd>er  225, 

houpt  (hßpt),  Haupt,  vom  Mpi  tun, 
töt^n  lö;  hnptgftt,  Kapilal  ^.  83.  322, 
3S0.  655.  559.  ölö.  619  u.  a.;  hopt- 
recht  n.,  das  Recht  eine  Kopfsteuer  zu 
erheben  318. 

ho%'egülte  /.,  HofKins  569, 

Htlb^r.  Erbleheiibauer  570,  6&3.  Hub- 
geld, Abgabe  von  emer  Hubt-  (Huf) 
141 

hüth  /..  Hecht  1Ö4.» 

Hunde  lauföu  lassen  Mh  667. 

Hurwd  ms,  663.  liil. 

Hürling,  Fisch  |Bhiufeldi«fn^  11*3.  6ö5. 
Siehe  auch  Fi*ch. 

huaen,  hauspn,  Unterkunft  gewüliren 
144.  2411. 

husgesinde  m.^  Hausdienstboieu  22.  74. 
129.  414.  465.  583.  584. 

hüBgewant,  Hausrock  190. 

hüshabelich,  anBilllig  148.  14H,  3DG.  312. 

Hnsfe  (dtaL),  Haushälterin  1811 

husrftchij  aigen,  eigener  Herd  in?, 

Jahr,  Jahresfrist  311.  353.  661;  Jahr- 
gericht  663;  Jahreslühn  578;  Jahr- 
markt 2(H.  R92.  393,  464.  466.  47ü 
y.  a. ;  Jahrtag,  jährl.  Gotlesdicnst  für 
einen  Verstorlumen  372. 

jahrgeliih  adv.,  jiihrlkh  31». 

Jährling  —  ein  Jahr  alt  568.  651. 

iejnan,  jemand  2.  3.  4    u,  a. 

iend(*rt,  irgendwo  iUh 

jenen  t,  jenseits  589, 

jelen,  jäten  23.*  92. 

iche  /.,  Eichamt  77. 

ichl  (dial.)  echt  adv.,  ehva  19.  2u.  26. 
33.  169  u.  a. 

Imbiß  einnchiiien  2i»l  228.  249.  267. 
268.  483  u.  a. 

imbten,  impfen  (vcm  Bäumen)  317,* 


Imi,  Imme  n,,  HoblmatK  (viertc^r  lv\[ 
eines  Simri  oder  Söstors)  IW.  24»5.* 
216.  217.  264.  466.  530,  53L  6U 

Imnj^  (diäbh  Bienen  Schwann  206.  473. 

ing**sinile  /i.,  Gesinde  4L 

Inkorporfition  von  Kirt*ben  630:  tß- 
korporieren  612,  GIT.  6ia 

Innerei,  innerhalb,  irgi^ndwo  €7.  IL  ZU 

Inquisition  halten  434. 

Iftsigcl,  Siegel  31.  32.  117,  lia.  im  lü 
122.  123  u.  a. 

Instant  396.  397, 

invaht^n,  ^infangen  20, 

Investitur,  investieren  616. 

irren,  stören,  hindern,  in  V^rwirning 
bringen  3.  21.  44.  51.  124.  137  14Ö  u.  * 

irtung,  Ürte  /.,  Zeche  267.  327.  565, 

Jucharl  /.,  Jauchert,  soviel  Ack^^rfrld 
man  mit  f*inem  Joch  Orhsc*n  an  ciiiitiu 
Tag  umpflügen  kann  171.  557,  5Si 
647. 

Juden  16.  32.  33,  34.  36.  89.  IfL  ISl 
127.  3t»7  u.  a.:  Juden  tu  Bilrig^rffi 
niadum  tl;  Steuer  der  Juden  4i, 
Gt*scjliaitsv<;rkelir  mit  ihn*?ii  376.  3*v|. 
429.  430;  Judenfriodbof  öS.  121; 
Judeneid  344.  345:  Judenfirivilegium 
583—688.  Feld  an  Juden  verleihe« 
385. 

Junggeselle,  Vergehen  desselben  412, 
426. 

Laden  haben  269.  467, 

löge).  Leget  |dial.)  f.,  ein  längliches  hH* 
zernes  Gefäß  464.  467. 

Laich  602.  603;  laichen  4fJl;  Laich* 
fisch  212. 

Laie  286;    Laienpriester  596. 

Laim  (dial.),  Lehrn  16. 

Lais  (dial.K  Geleise  267. 

Landfabrer  142.  514;  Landfriede  all 
612.  616,  siehe  auch  Friede;  Land- 
gericht 69S^.  661.  686,  siehe  auch  «>- 
rirhti  Landleute  17.  68.  302.  Land^ 
ri<  hter  362,  siehe  auch  Gericht ;  Land- 
&trüße575.  598,  666.  663.  675;  saiib-m 
595;  Landstreifer  437;  Landlag  W- 
surlien  80;  Landvogt  124,  siebi?  ilKib 
V«>gt. 

landpriäst  m.,  Schaden^  Mangel  für  dm 
ganze  Land  496.  ^ 


Überlingen. 


709 


Lantwatte,  enge,  große  Netze  154.* 

Latwerge  /.,  eingekochter,  dicker  Saft, 
Latwerge  444. 

Laube,  Vorbau  an  einem  Hause  450. 

Lauche  /.,  Grenzzeichen  652. 

lauten  208.  605,  an  den  Rat  d.  i.  zur 
Ratssitzung  399. 

Ledergerber  222. 

Lehrmeister  234 ;  in  die  Lehre  gehen  235. 

Lehen  84.  126.  368.  497.  555.  556. 
Lehensherr  94.  248.  249.  250.  368  u.  a. ; 
zu  Lehen  machen  312;  Lehengüter 
249;  Lehenhof  687;  Lehenfrau  596; 
Erb-  und  Schupflehen  556.  687;  be- 
lehnen 662. 

Leiberbe  296.  297;  Leibsteuer  557;  Leib- 
strafe 582;  an  Leib  und  Gut  bestrafen 
630;  Leibeigenschaft  114.  157.  366. 
373.  378.  500.  687;  Leibeigener  644. 
672. 

Leinwand  (Verarbeitung)  105.  190.  464. 
471. 

Lerntochter  106.  107. 

letzin  /.,  Schutzwehr  79. 

Leutpriester,  Pfarrgeistlicher  66. 

Libtinge,  Leibgedinge,  ein  auf  Lebens- 
zeit zur  Nutznießung  ausbedungenes 
und  übertragenes  Gut  10.  12.  14.  64. 
181.  310.  311  u.  a. 

Lidion  n.,  Liedlohn  341.  368.  650;  Lied- 
löhner  343.  344. 

lin  m.,  leinenes  Kleidungsstück  253. 

linden  adj.,  aus  Lindenholz  449. 

linlachen  n.,  Bettuch  253. 

low  n.,  Gerberlohe  474. 

logene,  lugene  (Laugele  dial.),  kleiner 
Fisch  103.  475. 

Lohn,  Belohnung,  Besoldung  202.  204. 
215.  216.  229.  252.  261  u.  a. ;  Taglohn 
499;  Lohnordnung  für  Dienstboten 
457.  458.  459;  Lohn  für  Handwerker 
481.  482.  483;  für  Küfer  477.  478. 
479;  für  Rebarbeiter  457.  458;  für 
Schneider  450;  Lohnwäsche  253; 
Lohn  geben  204;    Lohnleder  242. 

Los  werfen  354. 

lose  /.,  Leichtsinn  249. 

Lot  n.,  Blei  (als  Munition)  409. 

lAtic,  vollwichtig  43.  356;  Ifttiges  Gold, 
Silber,  reines  Gold,  Silber  119. 


lougen  n..  Leugnung  358. 

Löwenrat,  siehe  Rat  in  Überlingen. 

Lügen  (Verbot)  126.  136.  370  u.  a.;  siehe 
auch  fluchen. 

Lum  (dial.  Lung)  Achsnagel  450. 

lümde  m..  Ruf  46. 

lut  /.,  Wortlaut  49. 

lüterung,  gerichtliche  Entscheidung  88. 

lützel,  wenig  39.  101.  151.  204.  490. 

Made  (dial.)  /.,  Schwade  beim  Mähen  171. 

Mäder  m.,  Mäher  459;  mähen  370.  670. 
674. 

mage  m.,  Blutsverwandter  27.  300.  405; 
magschaft  350;  mütermag.  Verwand- 
ter von  mütterlicher  Seite  148. 

Magd  189.  268  (Beschäftigung).  226 
I       (Krankheit). 

Magistrat  582.  626.  631.  632.  635.  637. 
Siehe  auch  Rat. 

Mahl,  Mahlzeit  (vor  und  nach  den  Wah- 
len) 522.  523.  528;  Pfingst-,  Herbst- 
mahl 521.  524. 

maiden,  Hengst  81. 

Maien  hauen  546.  580;  Maientag  293. 

Maier,  Oberbauer,  in  dessen  Namen  die 
niedere  Gerichtsbarkeit  ausgeübt  wird 
129.  374.  379.  436.  536.  557.  674. 

Malefiz  /i.,  hochgerichtliche,  peinliche 
Sache  333.  396.  543.  588.  591.  598.  627. 
663.  671;  Malefiz-Obrigkeit  514.  Male- 
fikant  689;    Siehe  auch  Gericht. 

Malter  /i.,  großes  Getreidemaß  25.  98. 
100.  126.  200.  202.  205.  267  u.  a. 

manig,  manch,  als  manig  mund  als 
manig  pfund  (Sprichwort)  301. 

Manmad  /.,  ein  Flächenmaß  für  Wiesen, 
was  ein  Mann  an  einem  Morgen  mäht 
649. 

mannen,  heiraten  (von  der  Frau)  69. 

manot,  monet,  Monat  19.  71.  79.  113. 
115;    Monatsfrist  645. 

Mannrecht  /i.,  Beurkundung  des  freien 
Standes  534. 

mantag,  Montag  40. 

Mark,  Grenzmark,  Markstein,  Etterstein 
61.  127.  133.  352.  369.  370.  381.  591. 
597  u.  a. 

Markt  in  Überlingen  25.  26.  86.  95.  179. 
207.  247.  384  u.  a.;  Markttage  198. 
200.    340;    Marktrecht   21.    74.    669; 


Überlingen. 


711 


nihtzit,  nichts  54.  174.  200.  217. 

Nonnenmacher,  Tierverschneider  669. 

Nöst  (dial.),  Äste  361. 

Notwehr  21.  24.  55.  73.  282.  573. 

notzüchtigen  288. 

nüschenit,  nichts  2.*  3;  nütz,  nichts  206. 

Nutznießung  nach  dem  Tode  eines  Ehe- 
teils 631. 

Obrigkeit  227.  246.  272.  282.  284.  286 
u.  a.;  geistliche  und  weltliche  332; 
Obrigkeitsmarken  600;  forstliche  Ob- 
rigkeit 591;    Oberbeamter  663. 

Obligationen  machen  684.  586.  646. 

br  n.,  Erz  463.  469. 

Organist,  Bewirtung  desselben  602.  603. 
618. 

Orden,  Ordenspersonen,  Ordenspflicht 
605.  606.  607. 

Ostern  164.  606;  Ziel  zum  Steuerzahlen 
644. 

Quartier,  Quartierherr  402.  404.  406. 
409.  ^42.  621  u.  a. ;  Quartier-,  Wirts-, 
Gesellenhaus  406.  425.  466.  601.  504. 
Siehe  auch  Zünfte. 

Quatember,  Vierteljahr  269.  272.  616. 
617.    Siehe  auch  Fronfasten. 

Quittbrief  m.,  Quittung  116. 

Raitung/.,  Rechnung,  Rechenschaft  185. 
262.  266.  267.  638.  539;  Weinraitung 
381;  raiten,  zurüsten,  bereiten,  zäh- 
len, berechnen  27.  419.  433.  471.  476. 
482.  536  649  551;  auf-  und  abraiten 
185.  189.  266    473.  498. 

raise,  Zug,  Kriegszug  8.  80.  138.  zu  raisen 
ausziehen  289. 

Rat  (Stadtrat)  der,  alte  und  junge,  später 
große  und  kleine  1.  4.  6.  12.  16.  22.  24. 
34.  35.  37.  41.  44.  62.  65.  94.  101.  135 
u.  a.;  Eid  der  Räte  169.  399.  400: 
Bürgermeister  und  Rat  36.  37.  52. 
116  u.  a.;  Rat,  großer  und  kleiner, 
Bürgermeister  und  Zunftmeister  62. 
108;  Bürgermeister,  Rat  und  Bürger 
116.  120.  121.  122.  123.  124  u.  a.;  Rat, 
Bürgermeister  und  Gemeinde  166; 
Rat  (großer  und  kleiner),  Bürger- 
meister, Ammann,  Ratsknecht  54.  67 ; 
an  den  Rat  setzen  62;  Wahl  des 
großen  und  kleinen  Rates  114.  162  ff. 
626;    Zugehörigkeit  von  Verwandten 


91.  108;  in  den  Rat  bieten  188;  Strafe 
für  Fernbleiben  und  Zuspätkommen 
der  Ratsherren  386.  387;  Vermin- 
derung des  Rates  681.  682 ;  Änderung 
der  Wahlordnung  389.  406;  Ausschluß 
von  Verwandten  aus  dem  kleinen  Rat 
110;  Entfernung  aus  dem  Rat  63. 
66.  76;  gesessener  Rat  91.  227;  Rat- 
und  Gerichtsordnung  und  Änderung 
396.  397.  401.  402.  403.  404.  405; 
Ratgeb  6.  68.  404;  Ratsknecht  60. 
100.  161.  191.  625.  542  (Besoldung). 
543;  Rathaus  462.  530;  Ratsstube 
169.  386;  Ratsbuch  187;  Ratstag 
402;  Ratsprotokoll  666;  Ratsglocke 
1;  läuten  zu  Rat  52.  167;  Löwenrat 
d.  i.  in  der  Löwenzunft  263.  622.  623. 
526.  681.  682.  683.  684.  686;  Eid  der 
Räte  164.  166;  Zusammensetzung  des 
Rates  280.  332;  Gebühr  der  Rats- 
herren 386;    gewesener  Rat  396. 

Reben,  Rebbau  7.  11.  16.  18.  23.  87. 
380.  414.  Rebarten  642;  Anpflan- 
zungsart 437;  Rebbauordnung  92. 
260.  666.  Rebleutezunft  243.  Lohn 
der  Rebleute  92.  Rebknecht  248; 
Weinbergarbeiter  18. 

Recht,  Rechtstag  342.  602;  Rechts- 
streit 588.  591.  698.  678;  Rechtswohl- 
tat 633;    Rechtfertigung  368. 

rechthengig,  rechtsanhängig,  in  einer 
gerichtlichen  Rechtfertigung  stehend 
366.  634. 

Register  190.  223.  224.  266.  333.  689; 
Registratur  224. 

Reich,  Reichsstadt  49.  656.  656.  669.  660. 
680;  Reichstag  264.  683  (Abschied); 
Reichshofrat  676.  676.  677.  681; 
Reichslehenbrief  664. 

Reitgeld  nehmen  von  Amts  wegen  182. 

Reisgeld  (für  den  Krieg)  als  Auflage  318. 

Rentamt  641;  Rentamtsverordnete  642; 
Rentstublein  im  Rathaus  305. 

Reservation  498.  663;  reservieren  663. 
668. 

Reutin  (dial.)  /.,  Stück  Land,  das  durch 
Ausreuten  urbar  gemacht  wurde  381. 

Revental  n.,  Refektorium,  Speisekammer 
in  einem  Kloster  162.  163.  164.  168. 


7\2 


Ob«dingen. 


n^tfipi   44L    442.   44S.    452.    iSl.    489; 

KoEeptbuch  442. 
Richter  4.  136,  1&7.  164.  166,  174.  181. 
233.  404.  B23,  Ö2ö,  587;  Rlchtc^r-Eid 
168  400;  Wahl  526;  Rkhtermahl 
686;  Rkhlstfltte666;  Richterordnumg 
396,  3'J7;  Ob^rnditer  347;  Land-» 
Hofrkhtör  124,  Ö81;  Richter  redu- 
deren  6S1.  ö&2:  rüiten  ze  haus  und 
hof  (  =  Vi3rganten|  172.  23t<.  33B,  $41 

riheHf  reichen,  geben  2,  3. 

ringe  (diaL)  /,,  Oeringheit,  Mangelbaltlg- 
keil  ib2, 

ringer  (dial,),  leichtpr  164. 

Eingmauer  um  Überlingen  7* 

Rftch  jdia!.)  /*.,  Reh  362, 

Rodel  /.,  Liste  224.  230,  232. 

Eömerzug  484. 

röp,  Raub  4.  143.  29  L  322. 

rötelBtain*  Rötnl  103. 

Rücken  m.,  Rücken,  bikJl.  Schutz, 
8chirm  14»);    PanxerstQck  534, 

ruggin  (MehiK  von  Roggen  26.  229. 

rügea  165.  167.  IBO.  187  (bei  Eid].  207* 
210.  211.  242.  279, 

Etm&e  (dial.)  / ,  Wassergraben  228, 

ruiise,  russig  221. 

Rute-^lo  Werkschuh  600, 

s&cher,  Ursacher  74. 

Sakrament  hl.,  zu  den  Sakramenten 
gehen  413.  435.  46L  657. 

lalin,  von  der  Salweide  {salhe}  477. 

SaJz  (in  Scheiben)  m  138.  ISa  19L  192, 
193.  201,  216.  267  u.  a.;  Salzgewerbe 
376;  Salzbaus,  -laden  188.  192.  252. 
433.  Ö41;  Salzmaß  186.  252,  265; 
Salz  zerstoDen  187.  193,  Salzfreiheit 
377, 

ganienthaft,  zusammenhangend  208. 

Samnung  /,,  Kloster,  besonders  Frauen- 
klöster 13.  7L 

»atel  m.,  ein  bestimmtes  Ackermaß  171, 

Satzung,  Stadtsatzung  583,  633.  661; 
Satzungsbuch  416;  Verlesung  der- 
selben 526,  527, 

Schaden  zufügen,  ei^elzen,  rügen  15.  85. 
90.  111.  292,  294,  207.  392.  4ö8.  423 
u.  a. ;  schadegen,  schädigen  Ö.  69; 
n*  dl  ich  er,  nicht  redlicher  Schaden  6L 

fichalklkh,  knechtisch,  hinterlistig  15.  67, 


Scharfrirhtcr  689. 

Behau,  schauen,   Schauer,  ottaMl  SM 
311,  312,  318.  411.  477.  489,  Ul  u,  K 
Brot-,  Schmalz-,  Fleisch-,  Wmm^^m 
683;     Herdschau    ö30;     Toleni^Itt 
210;   Schaugdd  248, 
Schelhamer  w.,  ,schweref  Hanunir  4bX 
schf'-Hen    127.    129.    130.    62S;    Scheit - 
Worte  136.  284.  369,   669,  660, 

Siji  en  ke ,  A  usschen  ken ,  N  aclihoduäl 
499.  604.  623. 

Schenken,  Schenkung,  Geschenke  ma- 
chen 190.  191.  200,  2S9.  313.  626.  634. 
639, 

Scher^r,  Barbier  253;   Scherst tib©  tiS* 

seh  idelich,  friedfertig  38.  147, 

Schiedsbrief   652;    Hchiedsmaiiner  67C 

»chier,  s<  hier©  adv.,  eogbich,  last  3$,  46s*. 
650. 

Schiff  (schef)  ausladen^  einladen,  mit 
Schiffen  hierher  kommen  99.  201.  203. 
420,  421.  463.  469.  475.  696;  ^schiff- 
wertz,  zu  Schiff  (kommen^  464.  472. 
475;  Schiffleute  2ÜL  411,  419.  6t 
679. 

Schlaftrunk  geben  267. 

schlaich  m.,  Spur,  bildl.  List,  TauÄch 
418,  636. 

Schlosserordnung  449^  450. 

Schmalkald.  Krieg  390.  391. 

Schmer  m„  Fett  218.  234,  269. 

Schnapphan  ?n.,  Wegelagerer  433,  484, 
485. 

Schneggtrüsche,  Fisch art  604, 

Schob,  Schaub  (dial.l,  Strohbuschel  228. 
247.  248,  475. 

Schock  m,,  Haufe  475. 

Schöffe  587;  Freisehöffe  362. 

Scholterspiel  (dial.),  Cdücksspiel  669, 

Bchope  m.  (dial.),  Jacke  in4. 

schrägen,  schreien  machen  22,  74. 

schrenken,  schräg  stellen,  legen   102. 

Schrotwunde,  Schnitt-,  Hiebwunde  595. 

Sehuhmacherordnuug  220  ff. 

Schulden  machen,  zahlen  173.  180,  187. 
203.  260.  265,  290.  291.  297  u.  i,; 
Schuldner  113.  226.  260.  267,  29S, 
341  u.  a. ;  Schuldentilgung  78;  Schuld- 
brief 385.  636;  Seh uidgläu biger  638* 
643;   verbriefte  Schulden  34a 


iL 


Überlingen. 


713 


Schule  236  398;  hohe  Schule  317; 
Schulgeld  172;  Schulmeister  502; 
Schüler  286.  288. 

schüsla  /.,  Schüssel  14. 

Schuz  m.,  Schuß,  Schuzbrot,  soviel  auf 
einmal  in  den  Backofen  geschossen 
wird  207.  267. 

Schwebsege,  Schwebnetz  604;  Siehe 
auch  sege. 

Schweher,  Schwager  440.  603.  606.  610; 
Schwägerschaft  636. 

Schweinehandel  229.  378;  Schweine- 
treiber 474. 

schwören  24.  26.  64.  112.  146.  148.  164. 
226  u.  a.;  unter  dem  Bürgermeister 
79;  186;  zu  Gott  und  den  Heiligen 
39.  102.  156;  unmenschlich  schwören 
326. 

Seegäste,  Fremde,  die  zu  Wasser  her- 
kommen 204. 

Seeges  /.  (dial.),  Sense  674. 

segi/.,  großes  Zugnetz  103.  363.  604.  606. 

Selbgeschoß,  das  von  selbst  losgeht  546. 
579. 

Seidner  m.,  Taglöhner  374. 

Sele,  junger  Blaufelchen  154.* 

selgeräte,  letztwillige  Schenkung  19.  71. 

310.  372. 

serge  /.,  Matratze,  sergenman,  Mann, 
der  mit  serge  (sarge,  Tuch)  handelt 
466. 

seßhaft  sein,  werden  17.  27.  77.  226.  308. 

311.  318.  452.  637. 

setzen,  festsetzen,  bestimmen  120. 

sident,  sidmalen,  seither  47.  49. 

Sippschaft,  Verwandtschaft  27.  405. 

Sirup,  süßer  Saft  444.  487. 

Sold  144.  234.  483;    versolden  199. 

Sonnenwende  169.  303.  401.  667. 

so  tan  adj.,  so  beschaffen,  solch  629. 
631.  632.  636.  638.  640.  649.  650.  652 
u.  a. 

Span,  Spannung,  Streit  131.  132.  139. 
166.  167.  181.  299.  399  u.  a.;  spennig, 
streitig  299.  337.  443.  699.  676.  681. 

spannen,  einspannen,  Spanner  (Lohn) 
273.  274. 

Spätwacht  läuten,  Zeichen  zum  Schlie- 
ßen des  Helltorse  zu  Überlingen  236. 
267.  283. 


Spende  geben,  erhalten  229.  266.  267. 
271.  435.  436.  534;  Spendbrot  436; 
Spendhaus  267. 

Spielen  (mit  Karten,  Würfeln)  82.  177. 
184.  186.  189.  192.  193.  196.  196.  199 
u.  a.;    Spielordnung  322.  323. 

Sprießel  m.  (dial.),  Leitersprosse  269. 

Spruch,  Forderung  139.  140.  146.  235. 
369.  653.  655;  Spruchbrief,  Vertrag 
601. 

Spule  /.,  Weberspule  648. 

Stab  obrigkeitlicher  173.  226.  268.  364; 
halten  249;  loben  an  den  stab,  unter 
Berührung  des  Stabes,  d.  i.  eidlich 
versprechen  76.  290. 

Stabreise,  Auszug  innerhalb  des  Ge- 
richtsbezirkes 66.  291. 

Stadt,  aus  der  Stadt  verweisen  346.  426. 
483.  666.  582.  623  u.  a. ;  vor  (außer) 
der  Stadt  sein  286.  290.  296.  312;  aus 
der  Stadt  ziehen  339.  415.  498.  637; 
Stadtbuch  80.  224.  302.  304. 

Stand-,  Platz-,  Marktgeld  108,  230.  364. 

464.  472.  624.  669;   Standgeldordnung 

465.  466.  467. 

Stapfei  m.  (dial.),  Staffel  108.  636. 

stät,  stets  1. 

stat,  Stand,  sinem  stat  gemeß,  seinem 
Stand  gemäß  87.  124.  168. 

State  /.,  Bequemlichkeit  272. 

Statthalter  174.  176.  177.  195.  204.  218. 
224.  258  u.  a. 

stauche  /.,  Kopftuch  458. 

Stecher  im  Turnier  106. 

Steckenmann  (für  Reben)  231;  Stecken- 
ladung 260. 

Stege  (dial.)  /.,  Stiege  259. 

Stein  brechen  657. 

Steinzug,  Zug  nach  den  Steinforellen, 
Steinlauben,  Steinbrachsen  usw.  604. 

Steuer  geben,  zahlen,  versteuern  7.  9. 
24.  34.  41.  58.  59.  62.  91.  93.  94  u.  a.; 
Steueranschlag  661;  Steuerentziehung 
76.  644;  Steuerordnung  633.  535.  636. 
554.  643.  644.  649.  660;  Steuer  ein- 
nehmen 240;  ausschreiben  632;  Nach- 
steuer 636;  Heimsteuer  310;  Kopf- 
steuer 650;  Steuerbefreiung  235; 
Steuerbuch  535.  637;    steuerbar  638. 


Überlingen. 


715 


ußlüt,  Außenleute,  die  nicht  in  der  Stadt 
wohnen  137. 

usrunt,  außerhalb  7.* 

ußvarn,  eine  Reise  unternehmen  80; 
ußvarn  ze  tagen,  zu  Gerichtstagen  aus- 
fahren 79.  80.  84  u.  a. 

uswarten,  aufwarten  124. 

ütz,  nichts  20. 

Wache,  Wächter  177.  185.  188.  261.  306. 
489;  Wachebefreiung  235;  Besetzung 
der  Wache  140;  auf  Wache  kommen 
251;   läuten  zur  Wache  250. 

Waffen  172.  174.  238.  239;  ergreifen  370. 

Wage,  Wagmeister  180.  182.  247;  große 
Wage  233.  270;  Waggeld  246.  269. 
473. 

Wagnerlohn  449. 

wähl,  walch,  welsch  466.  579. 

Wahl  der  Behörde  in  Überlingen  522; 
Wahlordnung  für  alle  Beamte  daselbst 
392.  393.  394. 

waidni  /.,  Fischerei  155. 

Waisen,  bevogten  derselben  294.  334. 
630;   Witwen  und  Waisen  164.  399. 

Wamsal  n,.  Wams  104. 

wan  nach  einer  Verneinung  z.  B.  nieman, 
außer,  als  nur  4.  6.  u.  a. 

Wannerlohn,  Lohn  fürs  Reinigen  des 
Getreides  mit  der  Wanne  100. 

Wappen,  Stadtwappen  zu  Überlingen 
357. 

Wäscheordnung  575;  auf  dem  Rathaus 
waschen  190. 

Wasen  (dial.),  Rasen  689;  Abdeckort 
669. 

Wasserleitung  anlegen  369 ;  Bewilligung 
und  Aufsicht  657. 

wat  /.,  Kleidung  15.  67. 

wate  /.,  großes  Zugnetz  605. 

Weber  246.  247;  Weberordnung  547. 
548.  549;    Handwerk  547. 

Wecke  (dial.)  m.,  Keil  449. 

Weide  102.  139.  140.  230.  352;  Weid- 
ordnung 484;  Weidwerk  363.  668; 
Weidgang  675. 

Weinschenken  9.  108.  109.  183.  189.  256. 
373.  378  u.  a.;  Verbot  des  Wein- 
schenkens unter  der  Kirche  561 ;  Wein- 
schenkordnung    460;      Einkauf    von 


Wein  635.  637;  Wein  einführen  410. 
414.  641;  ablassen  479;  Weinrech- 
nung 381.  641;  Wein  vermischen  319; 
Hefwein  319;  Weinschätzer  265.  256. 
Siehe  auch  Beamte. 

Weißbäcker,    Fertigung   derselben    226. 

Wer  Tl.,  Wehr,  Waffe  156.  237.  409.  434. 
534.  661. 

Werkleute,  Handwerksleute  18.  23.  24. 
28.  91.  92.  146.  184.  471.  483;  Werk- 
stätte 222.  242. 

Werkschuh  m.,  Schuh  als  Längenmaß 
der  Zimmerleute  und  Maurer  600.  666. 

Wettgeld,  Geldbuße,  Wettgelter,  der- 
jenige, der  dieses  Geld  einzieht  135. 
209.  210.  215.  225.  341.  477.  479.  480. 
553. 

Wetterkreuz  errichten  696.  597.  658. 

Wettphenniger,  Einnehmer  des  Wett- 
pfennigs, der  Geldbuße  75.  99.  101. 
180.  206.  209.  211.  216.  247. 

wiben  und  mannen  unter  18  Jahren  69. 

.    295. 

widern  sich,  sich  weigern  167.  158. 

widersagen  /i.,  Fehde  ansagen  143. 

Wüd,  GewUd,  wildern  581.  682;  WUd- 
bann,  WUdpark  131.  664;  Wildbret 
667;  schießen  681;  WUdfell  582. 
Siehe  auch  Felle. 

wimnen  (dial.  wimlen),  Weinlese  hal- 
ten 18. 

winzürl,  winzürn,  Winzer  23.  92. 

Wirt  8.  9.  67.  107.  182.  183.  190.  254.  255 
u.  a.;  Wirtschaft,  Wirtshaus  195.  228. 
251.  254.  271.  457.  462  u.  a. 

wirsen,  schädigen  283. 

wispeln,  pfeifen  412.  562. 

witraite  /.,  ödung  128. 

Witwer,  Witfrau  164.  304.  305.  307.  342. 
346.  377.  399.  496.  511.  555.  556  u.  a.; 
Witwenstand  297.  581. 

Wochenmarkt  383.    Siehe  auch  Markt. 

Wochner  =  derjenige,  der  diese  Woche 
Dienst  hat  615. 

Wucher  321.  334.  574.  584;  wuchern  431; 
phuntwucher,  Geldwucher  80. 

Wundarzt  353.  661.    Siehe  auch  Arzt. 

Wunde,  wunden,  wundtün  18.  56.  71. 
136.    282.    283.    288.    662;     fließende 


Wunden  353,  öOL  ö9&,  627.  659.  660. 
mh  663. 
Wunii  /.,  Weide  33;  wuu  imd  waid  l:B&- 
128,  17  a  333.  597.  087. 

7^\m  /.  (dial.),  großer  Korb  411, 

Zargo  /.,  hölzerne  Seitenwand  um  drien 
Mühlstein  262.  264. 

Zaun  einreißen  462*  575;    Kannen  37Ü. 

Z:#che,  zechen  151.  187.  193.  isa  251. 
266.  271.  57Ö;  während  des  Gottes- 
dienstes 66  L  562;  Zeche  bezahlen  1B7, 

Zehnt  37.  38.  244.  24&.  305.  687;  gehen 
91;  sammeln  240;  Weiiixnhnt  244. 
56S.  611,  öl  2.  617;  Zehnicnknocht 
244.  246, 

Eergengen,  zergtören,  ohntei^engt  618, 

zern,  Äerzerren,  vernichte«  67. 

Ziegelb^daeknng  geboten  16;  Ziegel- 
hütte  655. 

Zigerkäsc  =^  Krttuterkäse  219. 

Zigeuner,  Virrbot  der  Unterkunft  514. 

Zins  geben ^  nehmen,  mit  Zins  beschwe- 
ren 18,  2!.  62-  lOÖ.  na  147,  174,  180. 
181.  29U.  300.  318,  341  u.  a.;  Hana^ 
Zins  113.  298.  344;  Zinsgeld  9.  BB. 
322;  Zinsherr  9,  83.  322.  433;  Zins- 
käu f  er  330;  Zinsloser  9;  Wein^ins  82. 
244,  611;  Bodenzins  245.  612.  619; 
Zinsbank  520;  Ziasbrief  330.  613; 
verzinsen  556.  619. 

Zinstag  (dial.),  Dienstag  25.  40.  91.  98. 
1U5.  188.  191.  387  u.  a. 

Zoll  36.  108,  175,  17a  187.  230,  265.  269. 
4ia  419.  433.  462.  542  u.  a.;  Zoll- 
stätle  447;  großer  und  kleiner  Zoll 
192.  464.  470;  Zoller,  Zolleinnehmer 
194.  233.  244.  419.  463.  470.  471,  475. 
529,  624;   Zoll  einsammeln  194;   Zoll- 


tarif Ä06;  Zoll  auf  Warn  und  Tinr«  46^. 
470.  471.  472.  473.  476. 

Zuber  w.,  großer  hölzerner  Behälter  19^. 
204.  205.  244,  24ö.  430.  47a  58a 

Zug  des  Netzes  154. 

Zugrecht  n..  Recht  ein  Gut  an  mch  m 
ziehen  635.  636.  637. 

Zünfte  in  Überlingen  22.  26,  30.  31.  m 
164,  165.  167.  253.  284  u.  a.;    Zunt^ 
rechl    106;     GesüUen,    Mitgliftdor  dar 
Zunft    96;     Mitgliedschaft    verliefio 
319;   Aufhebung  der  Zi'infte  3*J5.  SUi; 
Ernenernng     66;      Wiedertunfuhmi^g 
der  Zünfte  für  Metzger  und  Schneider 
407;    Zunftmeister  1.   4.  60.   97.    im, 
187.  IGl.  163.  164.  166.  16a  226.  241 
u.  a.:   Wahl  22.  163.  684;   Zunfthaö« 
96.   135,   136.  398.  448.  661;    Zunft- 
ordnung   136.    248.   431;     Zunftgebot    i 
136;    Zunftmeister  und   die  df  IU\ 
Oberznnftmeister    163;     ZunflfneUter    I 
und  die  elf  als  Richter  95;    Wahl  der 
Rate  durch  die  Zünfte  390;  Religion  ia 
den   Zünften   560;    unter  der   Zunft 
dienen  lo7, 

zuoker  /.,  Einkehr  189. 

zürner,  Zornmütiger  57. 

züscheiben»  zuschieben  178. 

Zuspruch  m.,  Anspruch,  Forderung  S9. 
123.  147.  226.  299.  367.  594. 

Zntrinken  verboten  87.  325.  826. 

Zwehel  (dlal.),  Handtuch  508. 

zwigülten,  doppelt  bezahlen  B. 

Zwillch,  grobes,  leinenes  Tuch  90,  105. 
466.  471. 

Zwing  und  Bann  (Niedergericht  und  des- 
sen Bezirk)  112.  125.  12a  130.  132. 
13a  309.  346.  3Ö0.  351.  361.  362.  366, 
367,  668.  687  u,  a. 

zwivalt,  zweifach  3,  5,  16  u,  a. 


717 


IL  Namenverzeichnis. 


B.  Wo  keine  nähere  Bezeichnung  steht,  ist  Überlingen  gemeint. 


Seefei  der- Aach    mündet   östl. 
bcrlingen  in  den  See  352.  578. 

18. 

önig  119. 
(Achhausen)    BA.    Überlingen 

,  heute  Echbeck  (1  St.  nördl. 
[eiligenberg),    BA.    Pfullendorf 

Wald  auf  Gemarkung  Bamber- 
A.  Überlingen  352. 

Herzog  von  Österreich  48. 

Graf  von  W^erdenberg,  Bürger 
bcrlingen  46. 

Theis  von  Nußdorf  bei  Über- 

591. 

lu,   Hof  hinter   St.    Leonhard, 

von  Überlingen  689. 
3n  bei  Sauldorf  (Württemberg) 

:ians  592. 

ch,  ein  Nebenfluß  der  Ablach, 
die  Donau  mündet  674. 
fen  BA.  Überlingen  686.   689. 
Königreich  auf  der  Pyrcnäen- 
iel  552. 

?  278.  360.  362.  407.  552.  558. 
leichtsag  549.  550. 
,  V2  St.  nördl.  von  Überlingen 
zu  gehörig  37.  39.  139.  140.  169. 
>6.  599.  615.  675.  689;  Mutter- 
für Überlingen  567.  610;  Patron 
?.hael  619. 

(gond  bei  Viliingen  und  Donau- 
?en  677. 
1  Aargau  49. 


Bambergen  bei  Überlingen  170.  689; 
Zwing  und  Bann  daselbst  129. 

Basel  49.  125.  432.  550;  Basler  Münze 
485;  Münzverbot  433;  Bischof  Kon- 
rad 49. 

Baur  Josef  Anton,  Oberrichter  682. 

Beck  Wolfgang  Michael,  Bürgermeister 
589.  593.  600. 

Bechen  (Bächen)',  früher  ein  Franzis- 
kanerinnenkloster am  Fuße  des  Heili- 
genbergs 653.  654. 

Benz  von  Königseck  124. 

Bernigers  Haus  526. 

Beßrer  Hans  129. 

Bettenbrunn,  Dorf  bei  Heiligenberg  687. 

Betz  Wolf  gang,  Inhaber  einer  Pfründe 
613. 

Beuren  a.  d.  Aach,  wohl  Grasbeuren  BA. 
Überlingen  171.* 

Beuren  BA.  Überlingen  594. 

Pfaffenhofen,  Ortstoil  von  Owingen  (1  St. 
nördl.  von  Überlingen).  Siehe  Owin- 
gen. 

Pfullendorf  47. 

Birk  Albrecht,  Reviorjäger  in  Hödingen 
BA.  Überlingen  688. 

Birnau,  ehem.  Wallfahrtsort,  Eigentum 
der  Standesherrschaft  Salem  (1  St. 
von  Überlingen)  228.  257.  525.  526. 
527.  539.  581.  591.  592.  597.  658. 

Blarer  Ulrich,  Bürgermeister  in  Konstanz 
132.   138.  141. 

Bodman,  Ort  am  West  ende  des  Über- 
linger-Sees  155. 

Böhmen  34.  35.  45. 

Polen  550.  552. 

Portugal  562. 

Bottighofen  im  Kanton  Turgau  604. 


Prag  40,  4a.  48, 
Bre^'enz  447, 

Bretilau  532. 

Bmekff^lden  BA.  Überlingen  362,  668. 

Brunn  er  Johann  von  AUenbouren  BA. 
Überlingen  687. 

Brünnensbach,  Weüer  Vs  Bt,  westl.  von 
Überlingen  160.  170,  526, 

Pschor  Lorenz,  Zwnrtmeister  335. 

Buchhorn,  heute  Friedrichshafon  47.  49. 
140.   141.   145.   150. 

Butikhofer  Ulrich  692. 

Burgberg,  Hofgwt  V»  St.  östl.  von  Über- 
lingen 169.  170.  526.  592.  686.  689. 

Burgos,  Stadt  in  Castilien  358. 

Karl  IV.,  König,  Kaiser  34.  3ö.  36.  40. 
41.  42.  47.  BO. 

Karl  V.,  Kaiser  350.  355.  356.  3ö9.  360, 
383.  384.  388.  380.  300.  406, 

Karl,  Herzog  von  Burgund  156. 

Castilien,  Königreich  auf  der  Pyrenäen- 

halbinsel  552. 
1  SL  KaUmrina  am  See^  ^/^  St.  weetl.  von 
Überlingen  17L*  540. 

Kaufbeuren  (Bayern)  552. 

Kaiit  Ambros,  Vogt  zu  Uten  dort  "BA, 
Überlingen  580. 

Ke5?;ennng  Jakob,  Doktor  526. 

Kessering  Jakob,  Vogt  in  Ittondorf, 
Bürgermeisler  in  Überlingen  335. 

Christoph,  Graf  üi  VVerifenberg  und 
Heiligenberg  352.  353.  354.  654.  663, 
669, 

Churwalh,  rätoromanische  Gegend  48, 

KippiMihausen  BA.  Überlingen  263. 

K lock  1er  Jerg,  Landrichter  zu  Wein- 
garten 51*3. 

Klump  Anton,  Arzt  680. 

Cfjbe  Endres,  Amann  und  dessen  Sohn 
Konrad  40.  4L  42.  43,  45.  50. 

Kollishof,  Gemeinde  Langgassen  BA. 
Pfullendorf  674, 

Konstanz  30.  32.  33.  49,  105.  118,  120. 
121.  123,  124.  140,  141.  153  u,  a.; 
Spital  348.  541.  675.  686;  Bürger- 
rneihtcr  47;  Bischof  600.  690;  Kon- 
stanter Pfennij^  37,  30;  Domkapitel 
37;     Aus!f5chluli    der    Schaffner    und 


Pflegwr  vom  Hat  lOS;  Douipro] 
Konstanzer  Währung  44 f*;   Kii 
604,   605;     Konzil    116;    Richter  40; 
Garnison  679. 
Croatien  116.  117,  277. 
Kuneman  Barthole  maus  593, 
Kupferschmid    Eva,    Stifterin    für 
Spend  272. 


40; 

\ 


'* 


Taisersdorf  BA.  ÜberÜngen  352,  353.  6^ 
Dalmatien  116.  117.  158.  277, 
Danemark  65u. 

Deisendorf  BA,  Überüngt*«  127.  ^80. 
Denkingen  BA,  Pfullendorf,  Gericht  da 

selbst  128.  675, 
Denket    Chrbtian»    Ratsherr    zm    Koi 

stanz  138. 
Thig  Hans  von  Owingen  BA*  Überiki 

592, 
Trient,  Konzil  ÖS4, 
Turgau  48.  547.  548.  596, 
Ttirken  403,  404. 


Echbock   Frana  Anton   von,    Löwen 

683, 

Ederich  Philipp.  St üblinsch reiber  335. 
Eidgenossenschaft  der  Schweizi^r  550, 
Einsiedeln  581.  674 

Engehn  Jerg,  Ratsherr  tu  Konstant  138^ 
Engels  wies  BA.  Meßkircb  581. 
englisch  550, 

Ennroth  Franz  Andreas,  Richter  682. 
Ernatsreute  BA.   Überlingen   655.   BBB; 

Gericht  130. 
Eschlingsberger   Konrad,   Eürgermeistar 

335, 
Etscbenreuti,  Bauherr  484. 

j  Valencia,  Provinz  in  Spanien  66. 

Federte    Johann   von  Allenbeuren   BA. 
Überlingen  687. 
I   Feinägel  Lorenz,  Ldwenrat  683. 

Feldkirch  in  Vorarlberg  48. 

Venedig  462,  552, 

Ferdinand,  Erzherzog  355.  494. 

Ferdinand,  Landgraf  zu  Xellenburg  381 

Ferdinand  L,  Kaiser  406,  407.  408. 

Finck    Joh.   Kvang.,  Spital meister  682. 

Fisehbach,    Ort    westl.    vom    heutigeu 
Friedrichshafen  155,* 


Vives  Alfonso  belagert  Konstanz  391. 

Flußhorn  zwischen  Mainau  und  Dingels- 
dorf  605. 

Volkwein  Veit  590. 

Franciscus,  Kanoniker  in  Prag  50.  52. 

Frankfurt  35.  201.  421;  Frankfurter 
Güter  463. 

Freiburg  i.  Br.  29.  40;  Gewicht  42.  50. 
51.  396.  397;  Rat  361. 

Frickingen  BA.  Überlingen  675. 

Friedrich,  Pfalzgraf  bei  Rhein  41. 

Friedrich  III.,  Kaiser  142.  156.  158. 

Friedrich,  Graf  von  Toggenburg  49. 

Fürstenberg  Grafen:  Joachim  588.  591. 
593.  601.  673;  Friedrich  570.  596; 
Fürsten:  Josef  Ernestus  677;  Josef 
Wenzel  685.  691;  FrobeniusFerdinand 
677;  Linien:  Fürstenberg-Moßkirch, 
Fürstenberg- Stühlingen  677.  679;  Für- 
stenberger  Gebiet  655;  Fürst  von 
Fürstenberg  652.  688. 

Ftirnenbuch  Joachim,  Gerichtsschreiber 
589. 

Fürnenbüchs  Ludin  592 

Gailhof  B A.  Überlingen  ( 1  St.  westl.  vom 

Heiligenberg)  687. 
St.  Gallen  47.  139.  550.  619;   Abt  Kuno 

49. 
Gampenhof-,  weier  BA.  Pfullendorf  674. 

675. 
Gemmingen  Georg  von  603. 
Genua  552. 
Gertholz,    Wald    bei    Höllwangen    BA. 

Überlingen  362. 
Ger>vig,  Abt  zu  Weingarten  388. 
Glatz  (Schlesien),  Dukaten  552. 
Glom  Franciscus,  Kanzler  48. 
Gmünder    Jerg,    Alt- Bürgermeister    zu 

St.  Gallen  139. 
Goldbach  V«  St.  westl.  von  Überlingen 

169.  170.  526.  605.  689;    St.  Sylvester 

Patron  der  Kirche  610.   619;    Mühle 

657. 
Gred,    Kaufhaus    in   Überlingen,    siehe 

unter  I. 
Grieser  Mathäus,  Gerber  589. 
Griner  Ulrich  129. 
Grünenberg  Konrad,  Reichsvogt  188. 


Grünwangen    bei    Untersiggingen    BA. 

Überlingen  133.  660.  687. 
Gsteinzach,    Steinenbach  ?     Gemarkung 

Hohenbodman  BA.  Überlingen  352. 

Hagenweiler  Michael  590. 

Hagen weiler,  Hof  zur  Gemeinde  Andels- 
hofen  gehörig,  BA.  Überlingen  686. 
689. 

Hager  Michael  589. 

Hagnau  BA.  Überlingen  134.  253.  256. 
524.  674;  Münchhof  353;  Torkel- 
meister 245;  Vogtei353. 

Hahn  Hans  590. 
j  Hamburg  552. 

Han  Jakob  Hans,  Apotheker  444. 

Hans,  Vogt  zu  Heiligenberg  131. 

Hase  Heinrich  von  Laufen,  Hofrat  und 
Präsident  von  Luxenburg  388. 

Hauber  Franz  Raphael  von,  Zunftmeister 
682. 

Hegau  45. 

Heiligenberg,  Grafschaft,  Vogtei  131. 
132.  133.  134.  333.  576.  588.  597.  656; 
Eigenleute  47;  Amtleute  652.  655; 
Amtmann  599;  Gerichtsbezirk  352. 
353.  354.  591.  598.  599.  600.  652  u.  a.; 
Landgericht  353.  601.  662;  Scharf- 
richter 689;  Gefängnis  595;  Oberamt 
661.  670.  688;  Reichsgraf  Schaft  686; 
Grafen  von  Heiligenberg  (Werdenberg) 
352.  353.  354.  654.  663.  669.  Siehe 
auch  Fürstenberg. 

Heinrich  VII.,  König  3L 

Helmsdorf  Ulrich  von,  Sendbote  154. 

Herdwangen  (Hedwang)  BA.  Pfullen- 
dorf 352.  668. 

Hildesheim  550. 

Hochrat  Peter  592. 

Hödingen,  */4  Stunde  von  Überlingen 
171.  567.  575.  593.  599.  686.  689; 
Tobel  171.* 

Hof  er  Mathias  von  Golpenweiler  (V2  St. 
westl.  von  Heiligenberg)  687. 

Hohenbodman  BA.  Überlingen  524.  538. 
541.  669.  674. 

Hoheneck  Wolfgang  von  602. 

Hohenfels,  Ruine  nördl.  von  Sipplingen 
BA.  Überlingen  118.  119. 


720 


Ütwrlingon. 


liö!hvanr«t  Oeh(^rte  «/,  Bt.  iiördL  von   ' 
Cberlmgt*n  170.»  17 L  mM  , 

Homberg  BA.  Überlingen,  Pfarreiverlei- 
hung 596, 

Horb  im  ^  ! 

Hornstein  Ji^igmund  \on  AHnhuusen  bei 
Aulendorf  {WürUemberg)  nm. 

Hüblers  Mauer  604. 

HUnerbacb,  Gemarkung  Bamb*3rgeu,BA. 
Überlingen  352. 

Jerusalem  mi   BL  Joliann-Ordvn  SO. 

Immenataad  BA,  CberUngon  253;  Ge- 
richt 694.  596.  601;    Kippenborn  594 

Innsbruck  BH2.  388.  389,  090. 

Joachim »  dehe  Farstenberg, 

Juhann,  Abt  in  SidmansAveiler  (Salem) 
153. 

Isny  OA.  Wangen  140- 

lUt^ndorf  BA,  Überlingen,  VggtH  245. 
253.    638.    524.    511;     Oerbht    2öC; 

Jußgingen,  der»  von  124. 

l^inggaüsen»  BA,  Pfullondorf  674.  676, 

Lengenfeld  (Lenglehtif)  bei  Hödingen 
BA,  t^berHiigpn  171, 

LenK  Franz  Conrad  von^  kais*  Rat  und 
Alt-Bürgermeister  691. 

St.  Leonhard  (Lkmhart),  östl  von  Über- 
lingen, Kapello  171  .*  519.  520.  592, 

Leutpöld,  Herzog  von  Österreich  4B, 

Liegnitz  552, 

Lind  Ulrich,  Ratsherr  au  Konstanz  138, 

Lindau  47.  49,  12L  124,  140,  141.  145. 
l&O,  226.  234.  235.  364.  447.  676. 

Lippertsreute  B.V,  Überlingen  ßö5. 

Lübeck  552. 

Ludwig,  Kaiser  32.  .H3,  1111. 

Luge n h o f  ( Lu gen ) ,  *  /  ^  S 1 .  vo a  f ^  berl i n gen 
17L*  257.  626,  592. 

Luxi?rnbur>^  46, 

Madach»    Hof    bei    Mainwangen,    BA, 

Stockj^ch  45. 
Mader   Franz   Karl,   Amtsbürgermeister 

691, 
Mader  Franx  Ulrich,  Richter  682, 
Mailand  552. 
Mainuu»    Deutschordenskommend©    37, 


lü3.   139,   140,  517;    PatfiJaat» 

buiig  567.  568.  569;    Fischurriv 

163,  211.  602.  603.  604,  606.  6t>0.  m. 
Mäleien,   Gewann  bei    Denkingita.  BJL^- 

Pfullendorf  686,  |jl 

Maria    im    Stein,    frühor    Wallfahrtsort 

oberhalb  Bruckfelden  (Steiiihafl.  BA. 

(Iberlingen  68^.  ^ 

Matthias,  König  156.  ^B 

Mauren,  Maurach,  1  St,  von  Üb^rllii^ 

604. 
Maximilian  l.    König,  Kaiser  159,  277, 
Maximilian  11.,  König,  Kaisi^r  494.  5ti3. 
Mech^Jln  (Belgien)  108;    Tuch  10t 
Mcr»  Doktor  626. 

Mcßmer  Matbäus,  Bürger  in  ifistcr  5BSw  ^ 
Mollin,  Truchseß  124.  ■ 

Montfort  Hugo,  Graf  von  570.  ^ 

Muchenhardt,   Mauchenhart,    Wald  W^j 

Nwüdorf,  BA.  (.'berlingen  3öf, 
Mülin  Haus  Jakob  526* 
Müller  Gallus  von  Owingeri  692, 
Münchrot.  Rot   ehemaliges  Klostrr,  0/ 

Laupheim  592. 


I 


« 


I  Münsterberg  ( Schlesien  K  Münie  btl 
Navarra  in  Spanien  5S2, 
Neapel  552. 
Neuenbürg,  Grafschaft,  Burg  bei  Slcik* 

kach   352,   668;     GericUtswesen   382; 

Wolfram,  Graf  45. 
Neu  brunner  jun.  von  PfuUendorf  12S, 
N  eu  wir t sh  aus ,  N  eu  h  of  ?    z  wische  n  O^  io  * 

gen  und  Ül>erlingen  689. 
Nieren  Asmus  526. 
Niether  Michael  590, 
Nürdlingen  108. 
Nothelfer  Gallus  590. 
Nürnberg  S6.  50.  5L  442.  462. 
Nußdorf,  Vi  St.  östL  von  Überlingen  591. 

592.  605.  695, 


Obersee,  Teil  des  Bodensees  153. 

Oberholz,  Wald  bei  Hobenbodman,  BA 
Überlingen  852. 

Ochsenbach  BA.  PfuUendorf  675. 

Oecbsie  Hans  593. 

Österreich  von,  Haus,  Erzhaus  254.  BSöl 
494;  Herzoge:  L<?oi)üld  48:  Maxinti- 
lian278;  Ferdinand  494;   Wilhelm  4^^ 


Überlingen. 


721 


Owingen  BA.  Überlingen  590;  Pfaffen- 
hofen,  ein  Dorfteil  170.* 

Ramsberg,  Wallfahrtsort  bei  Groß-Schö- 

nach,  BA.  Pfullendorf  124.  134.  256; 

Vogtei  524.  538.  541. 
Ravensburg  33.  42.  47.  49.  121.  124.  226. 

236.  361.  364.  408;   Bündnisbrief  140. 

141.  145.  150. 
Regensburg  254.   583.   609;    Reichstag 

494.  495. 
Reichlin,  Doktor  593. 
Reißmühle,   Mühle   innerhalb   Oberuhl- 

dingens,  BA.  Überlingen  352.  668. 
Reitlinger  Jakob,  Bürgermeister  335. 
Rengoldshausen,    Gehöfte    ^/j   St.    von 

Überlingen  170.  171.  526.  689. 
Reutemühle,  ^/j  St.  von  Überlingen  170. 

171.  689;    Reutehof  170.  526. 
Rickertsreute,  1  St.  nördl.  von  Heiligen- 
berg 594.  687. 
Rinkenburger  Hans  von  Lellwangen,  BA. 

Überlingen  687. 
Rom  150. 
Rombühl    Joachim    592.    Johann    230. 

Josef  194,  Richard  590. 
Rorschach,  Rorschacher  Stein  589. 
Röt  Jodokus,  Kanoniker  zu  Basel  117. 
Roth  Gallus  592. 
Rottweil  108;   Hofgericht  344.  359.  585. 

587;    Rat  361. 
Rubacker  (Kloster,   Konvent,  Priorin), 

Gemeinde  Homburg,  BA.  Überlingen 

596. 
Ruch  Hans  von  Konstanz  131. 
Rudolf  1.,  König  29.  31.  119. 
Rudolf  II.,  Kaiser  608. 

Salmansweiler,  heute  Salem  134,  ehemals 
Zisterzienserkloster  171.  352;  Torkel 
591;    Abt  517;    Gotteshaus  668. 

Salzburg  552. 

Sauter  Martin  von  Frickingen  BA.  Über- 
lingen 687. 

Schaffhausen  139.  550. 

Schattbuch,  Hof  bei  Weildorf,  BA.  Über- 
lingen 657. 

Schatz  Konrad,  Ratsmitglied  zu  Kon- 
stanz 132. 

Schauber  Christoph,  Zunftmeister  682. 

Oberrheinische  Stadtrechte.  II. 


Schaumburg  von  (belagert  Salem)  391. 
Scherrer  Simon  592. 
Schiele  Josef,  Richter  682. 
Schifle,    Gewann    bei    Hödingen,    BA. 
Überlingen  686. 

Schilter  Ludwig,  Ratsherr  zu  Konstanz 

138. 
Schinbein  Maria  592. 
Schmid  Anton  von   Wintersulgen  BA. 

Stockach  687. 

Schmid    Josef   von    Wintersulgen    BA. 

Stockach  687. 
Schmid  Josef,  Richter  682. 
Schmid  Tiberius  von  Altenbeuren    BA. 

Überlingen  687. 
Schmid  Ulrich  589. 
Schochner  Christoph  589. 
Schönbuch,  Hof  zur  Gemeinde  Andels- 

hofen  gehörig,   BA.   Überlingen   686. 

689. 
Schreuenbuch,   wohl    verschrieben    für 

Scheuenbuch,    Scheinbuchhof      Gem. 

Deisendorf  bei  Überlingen  689. 
Schrieft  Jakob  589. 
Schriff  Anton  592. 
Schultheiß  Hans,  Zunftmeister  335. 
Schwaben,    Ober- Schwaben,    Landvogt 

35.  48.  121.  124. 
Schwänninger  Hans,  Ratsherr  zu  Kon- 
stanz 138. 
Schwartz  Christian  348. 
Schweden  550. 
Schweiz  678. 

Schwyz,  Stadt  und  Kanton  550. 
Sernatingen,  heute   Ludwigshafen,   Ge- 
richt 125. 
Siggingen    (Unter-    und    Obersiggingen) 

BA.   Überlingen   130.   133.   598.   687. 

Siehe  auch  Untersiggingen. 
Sigmund,  König,  Kaiser  116.  117.  119. 

120.  121.  122  u.  a. 
Sizilien  552. 
Sodin  Ambros  590. 
Solothurn,     Stadt     und     Kanton     der 

Schweiz  550. 
Sorg  Peter  von  Nußdorf  BA.  Überlingen 

591. 
Spaltenstein  von  Nußdorf  604. 
Spanien  552. 


?iJ 


Ül»€rlLng«n. 


Spet^gart  ^eigentl,  Sppehl&hard)»  Vi  ^^* 
von  Cberlingen  67ft.  ßR6.  68*J. 

Bpicß  Ambrosius  &90. 

Stockach,  Gericht  382, 

Btrabei  Heinrich  bdil 

Stühlingen  BA.  Waldshüt  677. 

Suh,  Graf  Rudolf  382. 

Süßbach  mündet  Vi  St  westl.  von  Über- 
lingen in  den  See  103.  21t  593. 


tib^Jacker  Hans  526. 

Übolaeker  Walther  589. 

Überlingen.  Gotteshäuser:  Kirchs lu 
Auf  kircb  t  erste  Pfarrkirche  für  Über- 
lingen 37.  39.  567.  068.  569.  610; 
FUiale  Überüngen  und  Hödingaii. 
Sp&ter  wurde  die  8t.  Nikolaus- 
kirche  {das  Mnmler(  Pfarrkirche  92. 
236.  428-  Besetzung  der  Pf  arm  567. 
&6Ö.  569;  Kollegial  t&tift  610-621; 
Plarrpf  runden:  8t  Michael»  St.  Joos 
(JodokK  St,  Leonhart,  ^t  Ulrkh, 
Bt,  Barbara,  Heilig  Krena,  St.  Not- 
burga,  St.  Katharina»  8t.  Sylvester  au 
Goldbach  628  (im  ganat-n  23).  CIO.* 
Pfarrer  an  der  Nikolauskirche  567. 
568;  Propst^  Kanoniker,  Kapläne  614. 
615.  616;  Pfarrhof  in  der  Kreuzgassse 
526;  Gottesacker  81.  227,  42a  429.  435. 
484.  560.  561  u.  a.;  577  VRninreinig- 
nng  desselben;  ölberg  244;  Sakristei 
564;  Glockenturm  188;  Sturmglocke 
161;  Spätwacht  {Name  einer  Glocke) 
236,  257.  283;  Judenkirchhof  (nördl. 
von  der  Stadt)  53.  590;  St.  Sylvester- 
kirche zu  Goldbach  610;  Franzis- 
kanerklost(*r,  Kirche  92.  228.  259. 
423.  448.  495.  G12.  613  u.  a. ;  Guar- 
dian 565;  Spital  (Heilig- Geist- Spital) 
19.  ö4.  71  (Beschonkungde.'sselben).  84 
fAufnahme).  122,  126.  133.  229.  240, 
249.  254.  256  u.  a.;  Spitalordnung 
151;  Spitalgericht  366.  371.  377.  380, 
42Ö.  500,  501.  515  u.  a. ;  Gerichts- 
ordnung 362.  3ß3;  Bezirk  509.  510; 
Güter  374.  375;  Einnahnifni  519;  Rich- 
tereid 365;  Eigenleute  des  Spitals  3G5; 
Spitalmeistpr-  und  Pflegt^r^  siehe  unter 


Beamte;  Refental  (Ref©ktnriuni}  i» 
Barfüßer- Kloster  lf>9  521.  522.  B21 
686.  —  Frauenklo^ter  auf  dtr 
Wiese  (an  der  Stelle  des  jetzigen  Fritd* 
hofs)  590.  —  St.  Johann,  JohallJlfl«^ 
kommende  30.  517.  52^.  -  Cafiseo, 
Straßen,  Wege:  Seegasse  448;  Ju- 
de ugasse^  oder  Kunkelga&se  52€,  ^(H 
Fuclisgasse  (nördJ.  Brünnen5bach)6f3; 
Aufkirchergassß  589 ;  Knsuxgmss»  5S(; 
Karrenweg  589.  5B0.  592;  Oraßtreg 
590;  Banweg  590;  Ganze  Gasse  (im 
Dorf)  53;  Kühgasse  (Vtehgasse)  589. 
—Tore.Törme,  Sin  dt  mauern:  Tore 
230,  324;  Wiestor  (ehciriÄligcs  Tor  an 
der  nordöstt.  Sladtsdt«)  237.  449; 
Hell-  (Held-,  HöU*)tor  (ehemal  U± 
Stadttor)  235,  257.  258,  419.  526,  633; 
Barfüßer-!  Franziska  ner-)Tor23ß;  Chri- 
stoph.stör  (ehe mal.  weslL  HaupttoH 
236.  237;  Oberes  Tor  (ehemal  nördl 
Stadttor)  2.  235;  ITlrichstor  (ÄhemaL 
östl  Tor)  237;  Gerber tor  (nbgebro- 
chen)  237;  Tor  im  Dorf  140;  Rudolfe* 
toi-  (abgebrochon)  236;  GroQos  Tor 
(abgebrochen)  236.  267.  ^  Stadt- 
teile; Das  Darf,  liegt  außerhalb  d$ 
inneren  Stadtgrabens  1.  127.  140,  llfll 
353.  354.  358.  410  n.  a,;  Fischerhau- 
sen (Vorstadt  im  Wt*sten|  1.  53,  533, 
589;  Vorstadt  113.  352.  576.  6€ö;  ^ 
Hauloch  (dial.  Hohloch)  im  Dorf.  — 
Türme,  Graben,  Mauer  156.  31*1 
336.  518.  575.  589.  590.  600.  648.  ^ 
Brücken:  257;  Siochenbruck  (Stein- 
Brück  1 2. 53.590  (nördl.  vor  der  Stadt); 
Brücke  bei  den  Mühlen  526.  -  Stadt- 
gericht 224;  Oberstadtg^irricht  361. 
555:  Unlerstadtgericht  642.  681  — 
685;  Verhörgeld  347,  siehe  auch  unter 
Gericht.  —  Gewanne  in  der  Umge- 
bung der  Stadt:  Bleiche  (ösü.  von  der 
Slailt)  53.  171.'  519.  520.  526,  690. 
600.  689;  St.  Ulrich  (ösU,  vor  der 
Stadt)  171.  526;  Amann  (an  der  Auf- 
kirrherstraße) 589;  Knöbel  fösU,) 
600;  Enge!  (bei  Süücnmühle)  593. 
668;  Fuchshalde  (nördl.  von  Nuß^ 
dorf)  592;  auf  dem  Stein  (wesU,  vor 
der  Stadt)  589;   Stumpen  (westK  vor 


Überlingen. 


723 


der  SUdt)  589.  604;    Seehalde  (nord- 
westl.)    589;    Zahn    (beim    Friedhof) 
589*;    Gischberg  (Geirsbeig)  bei  St. 
Leonhard  592;    Schraienbühl  (nördl. 
von  St.   Leonhard)  592;   Gravenholz 
(nördl.  von  St.  Leonhard)  592;  Greg- 
halde (Greithalde)  zwischen  St.  Leon- 
hard und  Burgberg  592;  Bürgle  (beim 
Burgbergerwäldle  592;  Letzgreth  (Let- 
zi)  westl.  von  Burgberg  592;    Hinter- 
ried (stid-östl.  von  Kogenbach)  592; 
Galgenberg    (heute    Galgenbühl    bei 
Kogenbach)  592;  Guldenberg  (Guldi- 
berg)  bei  Kogenbach  (jetzt  Friedrich- 
Luisen-Höhe)   592;  Fehrenberg  (zwi- 
schen der  alten  und  neuen  Straße  nach 
Owingen)  592;    Hagnauer  Breite  (an 
der  alten  Straße  nach  Owingen)  592; 
Oefelein   (öhnlin),  westl.   von   dieser 
Straße   592;    Tobelbach    (westl.   von 
der    Aufkircherstraße)    592;     Untere 
Härlen    (westl.    von   der   Aufkircher- 
straße) 592;  Steinplatte  (Blatt),  nördl. 
von  Goldbach  593;  Rosenberg,  Weiler 
bei  Süßenmühle  593;  Spieleberg  (Spei- 
renberg) bei  Süßenmühle  593;   Stollen 
(nördl.  von  der  Süßenmühle)  170.  526. 
693.  597.  658;  Espach  b.  Burgberg  484. 
—  Sonstiges  in  und  unmittelbar 
vor  der  Stadt : Rathaus  163. 183. 188. 
189.  190.  203.  229  u.  a. ;  Ratsstube  223. 
236.    512    (Tischordnung).    -    Ried- 
mühlen (im  Osten  der  Stadt)  118;  119. 
Mühle  am  Graben  119;    Mühlenbach 
(Riedmühlenbach)    2.    526.    578.    590. 
591;    Nellenbach  (fließt  am  Friedhof 
vorbei)  171*;    Haulbach  (hinter  dem 
Gasthaus  zum  Raben)  454.  577.  578; 
Talbach  (alter  Bach)  bei  Süßenmühle 
593;    Platterhaus  228.  253.  331.  447. 
448.  —  Brotlauben  (Lauben),  Vorbau 
an  verschiedenen  Häusern  208.   216. 
217.   228.   466.   526.    -   Münze    118; 
Überlinger-Prägung  232.   —  Brunnen 
257;  Brunnen  in  Fischerhausen  (noch 
erhalten,  beim  Badhotel)  526;    Eich- 
brunnen (war  an  der  Stelle  der  jetzigen 
Post)    204.    258.    259.    -    Trinkstube 
87.  97.  137.  195.  198.  199.  206  u.  a.  - 
Badstuben   253.    655.    656.    —    Eich- 


anstalt 188.  273.  —  Salmansweiler-Hol 
(Besitz  des  Klosters  Salem)  10.  225. 
590.  597.  —  Steinhaus  (ehemaliges 
Judenhaus)  526.  —  Kalkhaus  237.  259. 
260.  329.  330.  643.  -  Schmalzhaus 
232.  269.  270.  542.  -  Schuhhaus  243. 
273.  441.  —  Schlachthaus  236.  - 
Brothaus  174.  —  Hochbild  (altes  Stein- 
kreuz), später  Hochgerichtsgrenze  der 
Stadt  Überlingen  und  der  Grafschaft 
Heiligenberg)  am  Nordostausgang  der 
Stadt  590.  -  Besatzung  der  Stadt 
391.  -  Wappen  589.  -  Stadtfarben 
268.  522.  —  Schussenrieder  Haus  (dem 
Kloster  Schussenried  gehörig)  nord- 
östl.  von  Nußdorf  (heute  Pfaffen- 
gärten genannt)  591.  —  Luzenberg 
(östl.  Anhöhe)  526.  —  Seelhaus  im 
Hauloch  227.  —  Geigers  Brügglin,  ein 
am  See  gelegener  Teü  der  Stadt  217. 

—  Gatter,  Gitter  bei  den  Mühlen  Ried- 
mühlen (östl.)  237.  -  Wald,  Walder- 
haus (gehörte  dem  Frauenkloster 
Klosterwald)  592.  -  Ob  der  Walke, 
Haus  oberhalb  der  Riedmühlen  590. 

-  Fischmarkt  (jetzt  Hofstatt)  526.  — 
Schragenhäusle  228.  -  Wolf,  Zunft- 
haus der  Rebleute  (im  Dorf)  249.  — 
Löwen,  Zunfthaus  der  Patrizier  (Lö- 
wenzunft), jetzt  Sparkasse  54.  499. 
500.  682.  684;  Löwenrat  522.  523.  525. 
681  u.  a.  Siehe  auch  Rat.  —  Auf  dem 
Koff  (Kopf),  Galgenhölzle  bei  Kogen- 
bach 592.  -  Gred,  Gredhaus  239. 
Siehe  unter  Gred. 

Ulm  32.  35.  384.  385.  611. 

Ulrich,  Grafen  zu  Helfenstein  36. 

Ungarn  116.  166.  158.  277.  493.  494. 

Untersiggingen  BA.  Überlingen  659; 
Eigentum  des  Spitals  664.  687;  Pa- 
tronatsrecht  688. 

Unteruhldingen  BA.  Überlingen,  Fi- 
scherei 211;  Schiffahrt  103.  677.  678. 
679.  681;    Fruchtmarkt  678. 

Unterwaiden  (Schweiz)  660. 

Urban  Martin  590. 

Uri  (Schweiz)  650. 

Ursprung  BA.  Pfullendorf  594. 

Urzenreute  bei  Ernatsreute  BA.  Über- 
lingen 689. 

46  • 


T?  ouxiaau 


(^V|^VUUJl/C>1  VJKßXil.- 


lingen  605. 
Walther  Hans  590 
Waltkilch   Hans,  Alt-Bürgermeister  zu 

Schaffhausen  139. 
Wangen  im  Allgäu,  Städtebündnis  47. 

48.  49.  140.  141.  145.  160. 
Wegenfurt  (Furterhof)  BA.  PfuUendorf 

133.  134.  613. 


dorf  674. 
Worms  351. 

Zier  Christian  592. 
Zinsmayer   Matthäus    vor 

BA.  Überlingen  687. 
Zürich  650. 


mi  ..,**■ 


Überlingen. 


725 


III.  Textverbesserungen^ 


Seite: 

32  u 

33  m 
33  u 

35  m 

38  0 
38  u 

40  u 

41  u 

42  0 
42  u 
44  o 

44  m 

45  m 

47  u 

48  m 

48  u 

49  m 

53  u 

54  0 
54  m 

54  u 

55  o 

56  o 
56  m 

58  0 

59  o 


Vorlagre: 

also  gemacht  — .  und  lieplichest  — . 

Kostentz  — . 
lieben  getrüwen  —  es  sei  umb  — . 
in  darumb  — .  am  suntag  — .  dreiz- 

zigsten  — . 
horent  — .  stat  gemainlichan  — .  die 

da  — .  schirm  — . 
botschaft  — . 
gutes  — . 
Obirsten  — . 
iriu  chind  — . 

und  versprechen  — .  Dez  gelichs  — . 
uf  von  unsern  wegen  — . 
zuwart  — . 
ge  verde  — . 

Martins  abent — .    und  des  Land- 
gerichts — . 
seit  nu  dieselbe  zeit  — . 
in  dem  newnzigisten  — . 
vestinen  — . 
an  alle  geverd  — . 
ain  malefitz  begat  — .  nit  minder — . 
nit  erschlagen  — . 
bracht    — .      gescheht    — .      gast 

[mit]  — . 
nit  ablon  — . 
ungewäffnoter    (ungewäpnoter] 

band  — .    (siehe  auch  S.  56. 
nit  erschlagen  — . 
semlicher  maß  — .    (auch  S.  57 

62  u.  a.) 
daz  es  — . 
torggelmaister  — . 


63.) 


61. 


Geier: 

also  semlichet  — .  und  heplichest  — . 
Konstantz  — . 

lieben  getrewen  — .  es  sin  umb  — . 

inderumb — .  amsonntag — .  dreiz- 
zigstem  — . 

herent  — .  stat  semantlichen  — . 
die  das  — .  schurm  — . 

betschaft  — . 

gtües  — . 

Obresten  — . 

iren  chind  — . 

und  ußrechten  — .   Dez  gilichs  — . 

uf  unsern  wegen  — . 

zu  wart  — . 

gewerde  — . 

Martinis  abent  — .  u.  dem  Land- 
gericht — . 

sind  nu  d.  z.  — . 

i.  d.  neuenzigistem  — . 

vesemen  — . 

a.  a.  gewerd  — . 

ain  mali  fitzbigat  — .  mit  minder  — . 

mit  erschlagen  — . 

brächt  — .  geschieht  — .  gast 
[aint]  — . 

mit  ablon  — . 

ungew&ffnoter  (ungew&pnoter)  h. — . 

mit  e.  — . 
samlicher  m&ß — . 

daz  er  — . 
i  torgelmaister  — . 


^  Die  Fehler  rühren  fast  durchweg  von  unrichtiger  Lesung  des  Originals  her. 
Von  den  auf  unrichtiger  alamannischer  Lautierung  beruhenden  Verschen  z.  B. 
m&ß  anstatt  maß,  stübe  anstatt  stube,  almüsen  anstatt  almüsen  (BeilautI), 
jeman,  jetzt  anstatt  ieman,  letzt  konnte  nur  der  geringste  Teil  berücksichtigt 
werden.  —  32o,  m,u  bedeutet:  S.  32  oben,  Mitte,  unten.  Die  Vergleichung  be- 
schränkte sich  auf  die  Archivalien  des  städtischen  und  des  spitälischen  Archivs 
in   Überlingen.  Dr.  Roder. 


72§ 


Überlingen. 


Boit©: 

Torlage: 

eisten        ^^^^H 

60  u 

war  an  — . 

\vi,v  an  — .                          ^^H 

64  0 

wSn  —. 

wän  — .                                  ^^B 

64  u 

furo  hin^^ — .   varender  guter 

— ^.        ' 

für  ohin  — .  warender  g.  — .   1 

65  0 

rrivel  --. 

frive— .                                  ■ 

65  ü 

geEtuge  — . 

gezenge  — .                                H 

68  u 

Ansprach —.  bevogl  — , 

Anspr&ch  — ,    bevogt*»«  — ,   ■ 

70  0 

ainem  tail  — .    gpsche^nhe  — 

,    kuri 

ainen  tail  —.    geschpjcbe  —    m 

oder  lang  darnach. 

oder  laug,  darnach  — . 

70  u 

si  tögen  — , 

si  rögen  ^. 

710 

abgeseit  anders,  denn  ^.  ob 

es—. 

abgeseit,  anders  d.  ^.  ob  er-^ 

7111 

samnung  — . 

sammung  — .                             fl 

74  o 

si  benote  — -. 

si  logne  —.                              J 

«Ou 

wider  urab  in  koufet  ^. 

widerumb  iükoulet  — ,          ^ 

ilo 

welche  da  ig. 

wcicherla  —  ig. 

84  u 

Actum   Scolastice  vigilia  {Febr  9| 

actum  ScoL  (Febr.  10)  auno  = 

anno  — . 

d 

85  m 

vollefürt  wurden!  — , 

V,  werden  — -.                           fl 

85  u 

unrat  under  den  lüten  — .  (Fußnote 

unr.  und  den  1.  — ^.                ^ 

wegl) 

87  u 

burgr.  uffgen— .    Actum  u. 
sen— . 

beslos- 

burgr.  ussgen  — .   Raten  u,  h,j- 

88  U 

oder  mist— . 

oder  nicht  — .                           H 

89  0 

m6ntag  — *    fürbass  me  — , 

mtintag  — .  fOrbassme  — ,     H 

89  u 

Juden  als  — -. 

Juden  ald  — .                          fl 

90  m 

und  brimelwer— , 

se  m  mel  wer  — .                        H 

90  u 

der  statt  nutEe  — ^ 

d.  statt,  nutze  — ,                 ^ 

910 

die  fitündent  — . 

die  stünderit— . 

93  u 

werklüt,  torggel  — , 

werklüttorgel  — , 

94  u 

fiiruß  buwen  — . 

für  ußbuwen  — . 

95  a 

1  ob  die  gi'dt  — . 

oh  die  geld  ^. 

97  m 

Irin  ksl  üben  — . 

trinksluben  —, 

IQOo 

die  imin  — . 

die  imm  — . 

101  li 

haissen  schlachten  — ^ 

h-  schlaihen  — . 

102u 

seh  äff  in  fiaisch  — . 

schifninflaisch  — . 

103  ö 

von  Sössenhuser^. 

von  Blüssenhüser  — . 

103  m 

köffet  —  verkflffen  — . 

köpfet  —  ver köpfen  ^, 

103  u 

gen  dllig  und  welher  — , 

gendzng  u.  welhz  — . 

104« 

ainem  kneht  — . 

ainen  ku.  — . 

105  u 

annodomini  MCCCCXXI X  (1 

^i29)— _ 

a.  domino  MCCCCXIX  fl419)  - 

106  0 

oder  die  da  stechend  — . 

oder  die  st.  —. 

106  m 

nit  darin  ^.    tail  siben  — . 

n.  dÄrin  — .   tal  s. 

107  o 

husrflchi  — . 

husröchi  ^. 

107  u 

bruch  — -,    erköffen  — . 

brüch  — .    verkoffen  —^ 

109  o 

1473  Juni  10^,    (Fußnote  2  milt 

1493  Juni  10—. 

weg). 

109  u 

worden  seind  — . 

wonien  send  — -. 

113  o 

torggelbÄnini  — . 

torgelbomm— . 

113  u     1 

hos  Zinsen  — '. 

hußinsen  — . 

115o 

töt^gelmaislcr  das  bricht  — . 

torgelm nister  der  br.  — ^ 

Überlingen. 


727 


Seite: 

Vorlage: 

Geler: 

121m 

1430  Juli  21  — . 

1430  Juli  14.  — . 

122  0 

noch  niemand  — . 

noch  iemand  — . 

122  u 

dorum  gütlich  und  ganz  — . 

dorumb  und  ganz  — . 

124  0 

und  nindert  anderswo  — . 

u.  mindert  a.  — . 

128  0 

trat,  wun  oder  waid  — . 

tart,  w.  oderwaid  — . 

132  0 

uffzenemen,  so  haben  wir  — . 

so  haben  wir  (fehlt)  — . 

137  m 

schniderknichten  — .    köff  — . 

schinderknichten  — .   kftff  — . 

141  0 

zu  der  sach  haf  t  — .  gute  trüwen  — . 

z.  d.  s.  hast  — .  guten  tr.  — . 

141  0 

Protocollum     wirdiger    Sachen  — . 
(und  bis  S.  152). 

Prot,  widriger  Sachen  — . 

142  m 

dester    sichrer — .     (Die    Fußnote 
weg!) 

d.  sichrerer  — . 

153  u 

so  sol  der  — . 

sol  (Sic!)  sol  der  — . 

154  u 

an  den  bomm  — .   Beren  ist  — . 

an  dem  b.  — .   Ber  ist  — . 

161  u 

sessionem  — . 

Sessionen  — . 

165  u 

(17.  Mai  1513)  — . 

(17.  Mai  1413)  — . 

170  0 

müllinen  — . 

mülliner  — . 

170  u 

„Nota  den  artikel  frevel — .  (Klam- 
mer weg!) 

„Nota  den  .  .  .  (unl.)  fr.  — . 

1710 

herdishalb  — . 

herdischhalb  — . 

171  u 

gebuwen  — .   verfolgen  sollen  — . 

gebüwen  — .   verfallen  s.  — . 

172  0 

gepuwen  — .    ain    gast.    — .    von 
iedem  — . 

gepüwen  — .  aim  g.  — .  von  jeden — . 

172  m 

meiner  herrn  — . 

m.  kerrn  — . 

172  u 

thurnlöß  — . 

thurn,  löß  — . 

1730 

schädlich  — . 

schädlich  — . 

174  0 

begreift — .   Verzug — . 

begreife — .  verzog — . 

174  m 

fürbotten  nüt  näm  — . 

f.  mit  näm  — . 

175u 

DeBglich  ist  uf  sampstag  — . 

D.  ist  uf  fri  s. 

176  u 

ainem  ieden  — .  das  fürderlich  — . 

ainen  jeden  — .  das  hinderlich  — . 

177  0 

so  du  sweren  wirst  — . 

so  du  ges  sweren  — . 

179  0 

und  was  — . 

un  was  — . 

182  m 

züstat  — . 

zsütat  — . 

184  0 

gevertiget  — . 

gewertiget  — . 

185  0 

„Sv  du  auch  unfur"  ist  zu  streichen, 
ebenso  „wollest" — . 

186  m 

damit   (ir)  du  im  stüblin  — .  Das 

zweite 

du  ist  zu  streichen. 

187  u 

lut  der  bestallung  — .  kain  zech  — . 

mit  der  b.  — .  kain  zeh  —  darunden 

da  unden  im  hus  — .  gestattest—. 

im  h.  — .   gestattet — . 

190  m 

und  fürter — . 

und  fuerer — . 

191  u 

früntlich  und  tougenlich  grüssen  — . 

fr.  u.  tügenlich  mässen  — . 

198  0 

zuber  — . 

züber  — . 

200  0 

mentag  — . 

montag  — . 

205  m 

hung  — . 

hüng  — . 

206  0 

burdi  — .   kaß  (käs)  — . 

bürdi— .   roß—. 

206  m 

grosse,  digne  — . 

große,  figure  — . 

208  m 

ochßenflaisch  —  gemescht  — . 

0.  gemeschtz — . 

210  0 

schöwer  — . 

schöwer  — . 

213  u 

220  m 

221  o 

222  o 

222  in 

223  0 

224  VI 
2S7o 

227  111 

217  u 
328  0 

22§  m 

22g  u 

232  u 

233  0 

33SU 


234 

m 

235 

0 

236 

0 

236 

m 

241 

m 

242 

0 

245 

u 

246 

u 

246 

in 

247 

m 

249 

ni 

251 

111 

254 

m 

256 

n 

257 

ü 

257 

u 

258 

0 

25S 

m 

so  ir  Hinein  — , 

nit  befröwl  ^. 

sok*ii  —  getopplel  — . 

das  sie  ainer  — . 

bedeuchl   aber   di^  — .    [als   «ngü?- 

vor  geschowel  — . 

sond**r  güfenl,]   Begebe  sich  — '. 
über  Tiurhl  zu  s**in  ^,    muß  oder 

erhscii  ^. 
armpn  numtsclien  — -.    Bthlafen  fü- 

rt>^t  — - 
almüsrn  — . 
Du  hbt  — .  xü  geen  — .  ob  haw  — , 

allen  pmiind^n  — .  ^^Mh  — . 
allwocbpn    dip    Or^dlohen  — .     un- 

füren  — . 
barf(iitä*eii     ^,     gpen     macht    — , 

nmU  —  i^ilmüs^'U  — . 
drm  sfibribpf    -. 
aych    kam    sliiui  — ,    dann,  wems 

ÄÜgeh^r  — . 
m^gpii  ir — .   ^rboraten  usfiireti — , 

od<^r   geseilBchaften    (Fußnote    3 
wef!) 

verkawfea  — . 
ald  ge Wimen  — > 
die  schlüßler  — *    hadsliiben  — . 
stadgatter  — . 
ainer  jeglichen  hule  — , 
werkslalt  ald  hust*  — . 
geleiilher  — . 
außer    dem    Rovüß  ^.     ^Fußnote 

weg!) 
Rolwilano  lunc  temporis  archigram- 

malt^o  — . 
etir<?r  leuth  strafen  und  puncEen  ^. 

zu  kos  tun  fiieren  — . 

die  Bpeil  — . 

we  i  de  TWi*  r  t  lg  k  m  i  U*u  —. 

[wcgi>n]  ist  KU  str*^ji  hen, 

Heldthor  --. 

Äun  wasserst  üben  nüd  tüehcl  leiten 
— .  wa  ufid  bei  wem  er  .  .  , 
bitkel,  weggen  — -, 

Heldthor  — .   aufsuhleust  — . 

aniler  ungeschmack — .  aiiis  er- 
ferst — *. 


Gel«?: 
8.  !r  ftlnen  — . 
n«  befrönet—. 

».  g^ittopplet  — . 

d,  win  a.  — . 

bedankte  die  — ,  [aJs  yiig^frei 


fjl 


vorgeschowet  — . 

B.  gsind.]  Bi-gebet  ä.  — . 

üb,    nacht    hösin    — .     müfi~ö 

er  bsen  — * 
&,  mintschen  — ^.   fchaffen  t  — . 

almtisen  — ,  •fll 

Du  bis  tu  — .  f  ö  gen  — .  ob  biir 

allen  grünen  — ,    schOb  — , 
allwecben    d.    brolU0b<^ji   — . 

füren  — ■. 
barfüssen  — .  steen  m.  — ,   müB 

alniüsen  — . 
d.  seh  i her  — , 
auch  8taiti  — *  dnnti  kain,  ^ 


4 


mög  ir  — .  schoren  usf  ttren  — . 
Die  Bemerkung ;  unles^bar 


j 


verkufen  — , 

als  g.  — . 

d.  schul ßler  — .    radsituben 

sladtgatter  — * 

ein  jegli€he?n  hüte  — . 

w.  ald  bruse  — -. 

geleuthen  ^. 


Notuitano  t.  t.  iiiralo  gramatco 

&wer  ,  .  ,  sir.  und  ,  .  .  fOie  Fyßm 

^, Unleserlich''  weg!| 
KU  lösen  f,  — » 
die  .speli  — . 
wt'  1 1  e  r  wer  t  i  gk  a  i  ten  — . 

!  hijldtiior— . 

zur  \\\  und  cüehel  lolzeti  — .  wa  i 
di  lii  wem  er  . .  .  luckel,  waggen 

haldthor  — •.  aufschleuB  — . 

a ,  Vi  * vg*"^c h  niack  — ,  a i  ns  e rf  a  6t 


Überlingen. 


729 


Seite: 
275  m 

Vorlage: 

Aid  der  .  .  .  pfleger. 

276  m 

brunnenschöpfers  — . 

286  0 

sorgfeltigkait  — . 

288  u 

zertrieg — .  schüler — . 

289  0 

so  man  mit  dem  baner  — . 

2910 

desselben  gewar — . 

292  0 

ußbringt  — . 

293  0 

vech    oder    rossen    haltet    oder 

graset,  es  — . 

294  0 

bim  aid  — . 

296  0 

also  von  der  statt  — . 

327  0 

gissinen  komen  — . 

329  0 

ding  abgelegt — . 

344  u 

diner  sünd  — . 

345  0 

verschlinde  — .  ist  durch  mein  — . 

347  u 

die  liUgantes — '. 

348  m 

in  den  Stain  beschliessen  — .  volen- 

ten  — .    undertrunck  — . 

349  0 

fahet  — .  fahen  an  — . 

352  0 

tod  und  ab  haißen  — .    gescheitet 

holz  — . 

353  0 

gezirk— .   standhütten  — -. 

353  m 

zue  seinem  — . 

354  u 

olmangehenkt  tremmel  — . 

363  u 

Abteilung  I  — . 

364  0 

under    sinem    — .      zum    rechten 

stän  — . 

365  u 

ir  leib  und  gut  — . 

366  0 

harnasch  und  wer,  so  — .  Inzugs  — . 

367  u 

frevel     verfalt    — .      soll     meinen 

herrn  — .  welcher  auch  gestraft — . 

368  0 

unlougenbar     schuld  — .      dhainen 

somen  — .  som  — . 

369  u 

fre venlich  — .  schilt  — . 

370  m 

frevel  — .    maict  — . 

372  0 

mit  ewigen       Einsen — . 

373  m 

vierziehen  tagen  — .  pfleger  — . 

375  0 

darzü  gepracht  — . 

375  m 

so  haben  ü          stracks  — . 

376  0 

von  burgern  oder  zügeherigen  — . 

in  bestimblem  gel    — . 

380  u 

versatzung,  waver sollicher — .  (Fuß- 

note weg!) 

384  u 

mit    iren    ^-ucherlichen  — .     ange- 

rieft — . 

387  11 

Möcht  dann  — . 

393  u 

klainen  raths  erncnt  werden,  so- 

ver  sich  dann  nach  crwöllung 

s  0 1 1  i  c  h  e  r  erneuter  fünf  personen— . 

Geler: 

aid  etc.  der  .  .  .  pflegers  — . 

brunnenschöffers  — . 

sorgseligkait  — . 

zerrieg  — .  schüler  — . 

so  man  dem  b.  — . 

d.  gevar  — . 

ußbrücht  — . 

v.  oder  r.,  es  — . 

baim  aid  — . 

also  von  von  d.  st.  — . 

g.  koinen  — . 

d.  abgelept  — . 

d.  stund  — . 

verchlinde  — .  ist  druch  m.  — . 

die  litipartes  — . 

in  d.  stain  beschlo.ssen  — .    volen- 

den  — .    undertruck  — . 
fahrt  — .  fahren  an  — . 
t.  und  abhaißen  — .  geschaitet  h.  — . 

gepürk  — .   stendhütten  — . 

zue  sainem  — . 

ohn  angehenkt  trommel  — . 

Absatz  I  — . 

u.  sinen  — .  z.  r.  stän  — . 

ir  lieb  u.  g.  — . 

harnasch,  und  wer  so  — .  Inzügs  — . 

fravel  v.  — .  s.  meinem  h.  — w.  auch 

gestalt  — . 
u.    schulden    — .     dh.    semen    — . 

.sem  — . 
fra venlich  — .  schelt  — . 
fravel  — .   mäet  — . 
m.  ewigem  .  .  Zinsen  — . 
V.  tag  — .   pflegere  — . 
d.  gepraucht  — . 
so  h.  sich  — .  strackts  — . 
V.  b.,  zugeh.  — .  in  bestimbt  g.  — . 

versatzung  ....  4  .sollicher  — . 

und  iren  w.  — .  angoruefen  — . 

Macht  dann  — . 

(Die   gesperrten   Worte   fehlen   im 
Druck.) 


im 


überlüigen. 


\     i 


'H 


Stite: 

Vorimg«; 

^^ 

397  u 

nufphoben  — , 

aufgdt 

39BD 

slub,  Stuben  — . 

slüb- 

401  0 

Dis  gelilpt— * 

Des  g 

401  u 

dem  allem  — . 

dem  ä 

402  0 

dahin  geschlossen—. 

dohin 

402  u 

von  stund  an  sein  — .  die  verxug  — -,  i 

V.  st. 

403  m 

am  aller  ersten  — . 

ain  all 

409  m 

fürderlich    und    unverxögenlich 

(Die 

uff  das  rathaus  antwurten— . 

Tel 

412  m 

allerhand  unraths  — . 

a.  vef 

413  o 

unsouberkait  — . 

unseu 

;i6u 

dingen   aigner  ingender  — ^.    selbs 
erbaut  — . 

dingei 

420  0 

verlesen  — , 

vorles 

421  U 

kromerkrätzen  — . 

krane 

423  u 

saunstöllinen  —. 

Muns 

42§  0 

[be^volien]  — . 

[enm 

426  u 

uß  wölchem  — . 

110  vn 

427  0 

til  gutem  — '.   ald  des  spittals  — , 

iüg4 

427  u 

denselben  kauf  —  iedoch  — . 

deasd 

430  0 

verkümbenio^  — , 

verkii 

430  u 

das  ie  ainer  — , 

das  it 

431  0 

hette  — , 

halt« 

431  m 

hieob  — . 

hinob 

432  0 

ald  seine  dienst  — . 

als  s. 

433  0 

ald  inen  gegeben  — .   verkaufen  an 

Eins  — . 

als  m 

434  m 

volnf  aren  — . 

volefa 

437  m 

oder  gemainder — , 

oder  1 

438  m 

körn  andern  — -. 

k.  ikm 

440  0 

und  irnhalb^. 

und  i 

441  m 

oder  bereden — . 

oder  1 

441  u 

decoctiones  — , 

detecl 

442  u 

die  simplicia  — . 

die  sh 

443  m 

kain  bronnen^ — . 

kain  , 

447  u 

Bemblin  — , 

bomb 

449  o 

iunden — .    aber  den  zeug — . 

lünde 

449  m 

von  ainer  fart— .    wegken — . 

y.  ain 

450  y 

haben  erwogen  — . 

h.  en 

451  m 

frawen  und  manßbildern  — , 

fraw 

452  0 

7Ü  ruo  — .  wa  jemand  z  — ,  exempel 

zu  rü 

darab  — . 

der 

453  0 

zefgengt— ,  hertiglich— .  an  ainen 
sechen  — , 

zergei 

454  0 

mislbellin  —. 

ml  Ohr 

454  m 

kachlen  — .    geschwelt  — ,    verwie- 

kachli 

stens  — . 

sen.' 

456  0 

sucht -^, 

sucht 

457  0 

vohren  übel  gewOest-.  nitgeheiet-. 

vohi'e 

Überlingen. 


731 


Seite:  Vorlage: 

457  m  auf  das  1556ste  [jar]  — . 

457  u  und  dan  ainer  — . 

458  m  zu  lessend  — . 

458  u  send  gangen  — .   zu  heften  — . 

459  0  herbstfalg  — . 

459  u  zügetrechen  — . 

460  u  deren  iedem  — . 

461  0  der  stintzen  — . 

462  u  oder  geschefft  — . 

474  0  schaufelpritter  — . 

475  m  schoub  und  strow  — . 
484  o  Eschenreuti  — . 

517  m  Bachhopter  käß  — . 

519  0  Martinsganns — . 

520  u  laubenzins  — . 

524  0  gebletzet  jung  hiener — .  geladen — . 

526  0  Obertlauben    — .     radpronnen    — . 

Hawloch  — .   Ganzen  gassen  — . 

526  m  Kungkelgassen  — .  Vischmarkt  — . 

kilbin  — . 

528  o  Sant  Lienharten  — .  stuben  — .  in 

der  güete  — .  gebletzet  hüener  — . 

529  m  Costantz  — . 

548  u  reistin   tüch   — .    spulerlab,   auch 

(Fußnote  weg!)  — . 

558  0  Zugochsen  — . 

560  0  verrückter  jaren  — . 

562  u  gemainen  bett  — . 

583  0  ströhinen  Kranz  — . 

591  u  Peter  Sorgen  — . 

602  u  13.  Mai  1599—. 


Geier: 

auf  das  1558ste  [jar]  — . 

und  den  ainer  — . 

z.  lassend  — . 

sond  gangen  — .   zu  hoften  — . 

herbstfolg  — . 

zugetragen  — . 

d.  jeden  — . 

d.  stietzen  — . 

oder  geschofft  — . 

schaufeln,  pritter  — . 

schuob  und  str.  — . 

Etschenreuti  — . 

barhopter  k.  — . 

martinsgmüeß  — . 

laibenzins  — .    • 

geblotzet  j.  h.  — .   geladet  — . 

obrotzlauben    — .     radpramen   — . 

hawloch  — .  ganzen  gassen  — . 
kungkelgassen  — .  vischen  markt  — . 

killin  — . 
s.  Einharten  — .  stüben  — .   in  die 

g.  — .  geblotzet  h.  — . 
Constantz  — . 
reislin  t.  —  spuler  .  .  .^  — . 

Zugochsen  — . 
verzückter  j.  — . 
g.  gebett  — . 
strohnen  Kr.  — . 
P.  Sergen.  — . 
5.  Januar  1580  — . 


Überlingen. 


733 


iche  /.,  Eichung,  siehe  Beamte  und  107. 

ichtzit,  irgend  etwas  169.  176. 

jöchen,  jechen,  jagen  287. 

Juden,  siehe  a.  a.  O.  und  167.  296.  400. 

Jüssel,  Brühe,  Suppe  524.  528. 

liegen  (dial.),  lügen  370. 

liht,  vielleicht,  etwa  70. 

loben,  geloben,  siehe  unter  Stab. 

Martinsgans  519. 

Michi  (selten  Mihi)  /.  und  n.  in  Üb.  von 
c.  1526  bis  c.  1670,  Zugehörigkeits- 
verhältnis einer  in  üb.  oder  auswärts 
wohnenden  Person  —  eines  Mannes 
oder  einer  Frau  —  wornach  dieselbe 
unter  Stellung  eines  Bürgen  an  die 
Stadt  für  deren  Schutz  eine  Gebühr  — 
auf  Martinstag  — ^das  Michigeld,  be- 
zahlt. Michiherr  ist  der  die  Aufnahme 
in  die  Michi  vermittelnde  Überlinger 
Bürger.  (Ableitung  des  Wortes  un- 
sicher, vielleicht  vom  fränkischen 
mithio,  mitio  —  durch  falsche  Lesung 
— ,  was  auch  ein  Schutzrecht  be- 
zeichnet. R.  Schröder,  Lehrbuch  der 
deutsch.  Rechtsgeschichte  V.  Aufl. 
Register).  271.  272.  299.  305.  325. 
375.  435.  436.  457.  486.  489.  499. 
505.  506.  515.  533  (Ordnung  der 
Michileute).  535.  (Bürger  Michimann, 
Einwohner).  548.   575.   578. 

miete,  nehmen   in  ist  zu  tilgen  S.  710. 

miß  (dial.),  Mehrzahl  von   maus  229. 

Mistbellin,  Hofhund  454. 

nechi,  nahe  stehend  111. 

Nest,  Mehrzahl  von  Nast  (dial.),  Ast  352. 

Quartierherren  in  Vh.  Aufsichtsper- 
sonen anstatt  der  Zunftmeister  zur 
Zeit  der  Aufhebung  der  Zünfte  1552 
bis  1563.  a.  a.  O. 

Rathaus  s.  unter  Rat  188.  190  u.  a.  a.  O. 
Ratsessen  189.  516. 

Revental,  Speisesaal  im  Barfüßerkloster 
a.  a.  ().  und  109.  521  f.,  525.  685. 

ruggin,  von  Roggenmehl  a.  a.  O.  und  553. 

sächer.  Verursacher,  Veranlasser  74.  95. 

samenthaft,  insgesamt  208. 

satelen,  sättigen    ?  (Suppe)  521.  525. 

Schaub,  Bindstroh  228. 

Scheinbote,  der  mit  Vollmacht  versehene 
Stellvertreter  vor  Gericht  337.  345. 


schiben,  Scheiben,  schieben  174.  175. 

schitten  (Holz)  auf  scheiten  229. 

Schlichte,  Weberschlichte  548. 

Schmelzler,   Schmalzhändler  234. 

seh  mürben  (dial.),  schmieren  221. 

schoren  (dial.),  Straßenkot  wegkehren, 
davon  schorate  /. ,  schorenlegi  233.  412. 

semlich,  solch  94. 

seren,  verletzen,  8,  serung  60. 

setzen,  sich  mit  einem,  mit  ihm  ver- 
einbaren 62. 

Sorgfeltigkait,  Besorgnis  286. 

Sprür  /.,  (dial.),  Spreu  219. 

Spulerlab  n.  zur  Anfeuchtung  des 
Zettels  beim  Weben  548. 

Stad  m.,  Gestade  am  See  101. 

Steitze,  Stitze,  kleineres  Flüssigkeitsmaß 
191. 

Stube  /.,  Fischart  212. 

stülen,  seinen  Stuhl  einnehmen  541. 

sundersässent,  für  sich  lebend  107. 

übereren,  über  die  Mark  pflügen  127.  670. 

Ufsatz,  listiger  Anschalg  61.  572  und 
a.  a.  O. 

uftrechen  (dial.),  aufnötigen  433. 

unbelümdet,  in  gutem  Ruf  96.  136. 

ünt,  irgend  etwas  60.  67.  69.  82.  94.  107. 

Unzibel  n.,  Ungeziefer  545. 

Urbaw  /n.,  454  =  Unbau  a.  a.  O. 

urlöge  Tl.,  Krieg,  Streit  8.  80. 

ußbringen,   zustande  bringen   292.   294. 

ußsetzit,  aussätzig  84. 

waidkaß  /.,  Weidhütte  (?)  230. 

Wecken,  Weggen  m.,  Keil  257.  449. 

werschaft,  gewährleistet,  richtig  193. 

Wettgeld  a.  a.  O.  und  95. 

wimner  92,  siehe  wimnen. 

winköf  m.,  Trinkgeld  70. 

Wochner  a.  a.  O.  und  197. 

würdig,  wichtig  442. 

Zaine  /.,  (dial.),  großer,  niederer  Korb 
212.  411. 

zertragen  sich,  uneins  werden  288. 

zütrechen  zuschieben  459. 

zwerch  (dial.),  quer  219. 

Bachhaupten  (Hohcnzollern)  517. 

Mecheln  (Belgien)  104;  Tuch  108. 

Nier  Asmus  526. 


M 


Carl  Winters  Universitätsbuchhandlung  in  Heidelberg. 
iiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiniiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiittiiiiitiiiiiH 

stadtrechte,  Oberrheinische.  Herausgegeben  von  der  Badischen  Historischen 
Kommission. 
1.  Fränkische  Rechte.    Lex.-8^  geheftet. 

1.  Heft.    Wertheim.  Freudenberg  und  Neubrunn.  Bearbeitet  von  RICHARD 

SCHRÖDER,  n.n.  2  M. 

2.  Heft.     Der    Oberhof    Wimpfen    mit    seinen    Tochterrechten    Eberbach, 

Waibstadt,  Oberschefflenz,  Bönnigheim  und  Mergentheim.    Bearbeitet 
von  RICHARD  SCHRÖDER,     n.n.  5  M.  50. 

3.  Heft.    Mergentheim,    Lauda,    Ballenberg    und   Krautheim.     Amorbach, 

Walldürn,   Buchen,   Külsheim   und  Tauberbischofsheim.     Bearbeitet 
von  RICHARD  SCHRÖDER,    n.n.  6  M. 

4.  Heft.    Miltenberg,  Obernburg,   Hirschhorn,    Neckarsteinach,   Weinheim, 

Sinsheim  und  Hilsbach.   Bearbeitet  von  RICHARD  SCHRÖDER  und. 
CARL  KOEHNE.    n.n.  6  M. 

5.  Heft.     Heidelberg.  Mosbach,  Neckargemünd  und  Adelsheim.    Bearbeitet 

von  CARL  KOEHNE.    n.n.  7  M. 

6.  Heft.     Ladenburg.  Wiesloch,  Zuzenhausen,  Bretten,  Gochsheim,  Heidels- 

heim,    Zeutern,    Boxberg    und    Eppingen.      Bearbeitet   von   CARL 
KOEHNE.    n.n.  5  M. 

7.  Heft.    Bruchsal,    Rothenburg,  Philippsburg  (Udenheim),   Obergrembach 

und  Steinbach.    Bearbeitet  von  CARL  KOEHNE.    n.n.  5  M. 
U.  Schwäbische  Rechte. 

1.  Villingcn.     Bearbeitet  von  CHRISTIAN  RODER.    n.n.  8.  M. 
Nachtrag,  Wort-,  Sach-  und  Namenverzeichnis  hierzu  von  CHRISTIAN 
RODER.     1.  M. 

2.  Überlingen.    Bearbeitet  von  FRITZ  GEIER,    n.n.  23  M. 

Nachtrag,  Wort-,  Sach-  und  Namenverzeichnis  hierzu  von  EMIL  HAFEN. 

Textverbesserungen  von  CHRISTIAN  RODER  1  M.  50. 
III.  Elsässische  Rechte. 

1.  Heft,  1.  Hälfte.  Schlettstadter  Stadtrechtc.  Bearbeitet  von  JOSEPH  GENY. 

n.n.  13  M. 
1 .  Heft.  2.  Hälfte.  Schlettstadter  Stadtrechte.  Bearbeitet  von  JOSEPH  GENY. 

n.n.  25  M. 

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Soeben  erschien; 

Münz-  und  Geldgesehiehte 

der  im  Großherzogtum  Baden  vereinigten  Gebiete. 

Herausgegeben  von  der  Badischen  Historischen  Kommission. 

Bearbeitet  von 

Dr.  JULIUS  CAHN 

I.  Teil: 

Konstanz  und  das  Bodenseegebiet  im  Mittelalter 

bis  zum   Reichsmünzgesetz  von   1559. 

Mit  10  Tafeln  und  einer  Karte, 
gr.  8°.    geh.  17  M.  50. 

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fers  UnWersitatsbuchhandlyng  in  Heidelberg, 
WniiiimiiiiiiniiuiiiiiHiinuniiiiiiintitittniiHHinnutttHtiiiuiniuiinniiitHimuiu^^^ 

mtsehreehtliehe  Beiträge    ^ 

Forschungen  und  Quellen  2ur  Geschichte  4es  Deutschen  Recht 

Herausgegeben  von       '^'^^ 

Dn  KON RAD  B EYE RLE 
,    0.  Prötesor  an  der  Universität  Göttingen, 
^         '  Band  I— IX,  8»,  geh.  U6  M,  20, 

WHALT  des  soeben  erschienenen  IX.  Banden:  L  Zum  altnordlacheti  Kriegs- twii" 
Beuterecht  von  KARL  LEHMANN.    2.  Das  Testament  des  Fürsten  Wolf- 
gang  von   Anhalt   von   O.  SCHREIBER,    3,  Wimelm  von  Humboldt  und 
die  Anfänge  der  preußischen  Verfassung  von  P,  LENEL,   4.  Die  Urkunden- 
faischungen  des  Kölner  Burggrafen  Heinrich  liL  yon  Arberg  von  KONR/ 
BEYERLE.     Mit  3  Tafeln. 

Band  X  Ist  im  Druck, 

fwmiiiiiniuiniiriririiiiiuiHiiiiiiiniiuiimiDiiiiiiiitiuiifiniJiim 

Quellen  und  Darstellungen  zur  Gesehiehte  der 
Bursohensehaft  und  der  deutschen  Einheitsbewegung 

Im  Auftr^e  der 

BURSCHENSCHAFTUCHEN  mSTORISCHEN  KOMMISSIOM 

in  Gemeinschaft  mit. 

F.  BILGER  WILHELM  HOPF  FRIEDRICH  MEINECI 

OTTO  OPFERMANN  PAUL  WENTZCKE 

herausgegeben  von 

HERMAN  HAUPT 

Erschienen  sind  Band  l~IV.    &.    geh.  je  10  M.    geb.  je  II  M. 

Band  V  ist  im  Druck. 

miimitiiiniiiniitiniiiiiniJiiiiiiiniiriiiifiiintiitiiifiüiiiiitJUiiiiitiiiinriiiijiiiuiJiiitiiiitiriritfiiiiiiitiiii 

Der  Deutseh-Französisehe  Krieg  1870/71 

von 
Dr.  KARL  STÄHLIN 

a.  o.  Professor  an  der  Universität  Heidelberg. 

Mit  18  Karten.    Elegant  geb.  3  M. 

Selten  habe  ich  einem  Buche  gegenüber  das  Gefühl  schlechthinigen  Oeborgenseins,  unbedlnc* 
ten  Vertrauens  in  diesem  Maße  gehabt  wie  hier  ....  All  das  gestaltet  Stählins  Werkchen  in 
einer  Meisterschöpfung.  Die  sehr  praktisch  gefalzte  Beigabe  eines  Schlachten-Atlanten  verleiht 
dem  Ganzen  einen  weiteren  Grad  erschöpfender  Benutzbarkelt.  Kurz:  eine  der  erfreulichsteo 
Erscheinungen  der  letzten  Jahre.  Prof,  Dr,  Helmott  in  der  Weserzeitung. 

Fuleheri 
Carnotensis  Historia  Hierosolymitana 

Mit  Erläuterungen  und  einem  Anhange 

herausgegeben  von 

HEINRICH  HAGENMEYER 

8«.    geh.  35  M.